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Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Newsletter Juni 2010 – d –

Mittwoch 30. Juni 2010 von htm

www.alkoholpolitik.ch Newsletter Juni 2010 (per 30.6.10)

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde,

Wir freuen uns, Ihnen den neuen Newsletter unterbreiten zu dürfen und hoffen, dass er für Sie nützlich ist. Wenn Sie Anregungen für Verbesserungen haben, sind wir für Ihr Feedback dankbar, und wir werden deren technische Umsetzung gerne versuchen. Wir haben nur noch wenige Unterteilungen vorgenommen und eine kleine Auswahl mit gekürzten Meldungen getroffen. Mit Hilfe der Links in den Ueberschriften, können Sie die ausführlichere und verwandte Meldung leicht finden. Um den Newsletter weiter zu kürzen, haben wir zwei getrennte Ausgaben nach den Sprachen Deutsch und Englisch verfasst. Wir würden uns über ein Feedback freuen, ob diese Form für Sie nützlich ist. Auf der Webseite finden Sie weitere Kapitel, z.B. Leserbriefe, Interventionen, Zitate. In der englischen Abteilung sind mehrheitlich Artikel notiert, die in der deutschen Version nicht  vorhanden sind. Es lohnt sich, auch dort zu stöbern.

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Um das Mail leicht zu halten, verzichten wir auf die pdf-Beilage.

Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer

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Begleittext zum Newsletter-Aussand

Auch im Juni hat weder das Bundesamt für Gesundheit noch die Sucht Info Schweiz auf ihren Webseiten die WHO-Resolution zur globalen Alkohol-Strategie erwähnt. Kein Wunder halten es auch die Medien nicht für nötig, diese zu thematisieren. Offenbar sind taktische Spielchen am Laufen, die eine objektive Information der Bevölkerung und wirksame Schadenminderungsmassnahmen verhindern sollen. Dies passt sehr gut zur Meldung, dass der Bundesrat plant, das Budget für die Alkoholprävention massiv zu kürzen. Man wundert sich, dass es da überhaupt noch etwas zu kürzen gibt. Der Bundesrat könnte doch die BAG-Abteilung Alkohol gleich an die economiesuisse oder den Gewerbeverband auslagern und die EAV gleich mit!

Das Thema Alkohol hatte es diesen Monat ohnehin schwer, neben den grossen Reissern Fussball-WM und Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko, in die Medien zu gelangen. Immerhin hat ein Gremium den Unsinn des Alkohol-Sponsoring bei der Fifa wieder aufgenommen, nachdem die Globale Resolution beim letzten Mal offenbar nichts gefruchtet hat. Dass die Fifa eine Lektion dem Alkohol widmet, kann nur als lächerlicher Versuch gewertet werden, das eigene Gewissen zu beschwichtigen.

Im Übrigen geht der gewohnte Wahnsinn auf den Strassen und Plätzen, in den Party-Szenen, versteckt hinter den Wohnungstüren, usw. weiter. Die Alkohollobby lobbyiert, setzt Regierungen, Politiker, Wirtschaft und Medien unter Druck, die Bevölkerung leidet und bezahlt. Die Institution Medienkritik, die hier Licht bringen könnte, ist ein ineffektiver Papiertiger, der sich nicht die Finger verbrennen will. Man benötigt ja vielleicht einmal einen Arbeitgeber, verständlich. Es bräuchte also eine wirklich auf Dauer unabhängige Stelle.

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TOP NEWS

9,5 Mio. Deutsche haben Alkoholprobleme, Kosten 24 Mia.€ – 25. Juni 2010
Der Alkoholmissbrauch in Deutschland wird nach Einschätzung der Bundes­zentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) „noch immer massiv unterschätzt“. Dabei haben rund 9,5 Millionen Bundesbürger zwischen 18 und 64 Jahren Alkoholprobleme, etwa 1,3 Millionen von ihnen sind alkoholabhängig, und bei rund zwei Millionen Menschen liegt Alkoholmissbrauch vor, wie die Direktorin der Bundes­zentrale, Elisabeth Pott, am Donnerstag in Köln anlässlich des Weltdrogentages am 26. Juni sagte. Jedes Jahr stürben etwa 74.000 Männer und Frauen an den Folgen ihres Alkoholkonsums. ..„In Deutschland belaufen sich die durch alkoholbedingte Erkrankungen hervorgerufenen volkswirtschaftlichen Kosten auf etwa 24 Milliarden Euro pro Jahr“, sagte Pott. (Quelle: aerzteblatt.de, 24.6.10) Kommentar: Nicht berücksichtigt sind offenbar die alkoholbedingten Sozialkosten im Zusammenhang mit Unfällen, Gewalt und im Betrieb. Wir alle sind gemäss WHO “Passivtrinker”, die unter diesen Schäden leiden und sie ein Leben lang ungefragt bezahlen. Auch die irrealen Kosten sind wahrscheinlich nicht erfasst, die nochmals so viel ausmachen.

CH: SKS interveniert bei Online-Shopping Firmen – 23. Juni 2010
Alkohol und Zigaretten online kaufen. Schutz für Jugendliche verstärken. Jugendliche und auch Kinder können über Online-Shops leicht an Alkohol und Zigaretten gelangen. Die SKS hat solche Shops getestet und gravierende Mängel festgestellt. Auf Intervention der SKS hin hat der Online-Supermarkt LeShop.ch (Migros) höhere Hürden in ihrem Shop eingebaut. Andere Online-Anbieter müssen folgen, fordert die SKS. (Quelle: Stiftung für Konsumentenschutz, 22.6.10) mit unserem Online-Kommentar: Besten Dank für diese nötige Intervention. Ich vermisse schon lange die Sensibilität der Konsumentenschutz-Organisationen für das Thema Alkohol. Da wäre noch einiger Nachholbedarf.

Regierung verabschiedet Alkohol-Aktionsplan – 11. Juni 2010
Für 20 Prozent der Menschen in der Schweiz ist der Alkoholkonsum ein Problem. Damit belasten sie sich selbst, ihre Familien und die Gesellschaft. Die Regierung es Kantons St. Gallen handelt und hat bis 2014 einen Aktionsplan mit konkreten Vorschlägen zur Reduktion des Alkoholkonsums verabschiedet. (Quelle: Google Alkohol News, 11.6.10) suedostschweiz.ch, 10.6.10 //Der Aktionsplan 1010 – 2014 wurde am 26.5.2010 von der St. Galler Regierung verabschiedet. Kommentar: Ausser bei der Absicht, die Aussenwerbung auf öffentlichem Grund und auf privatem Grund, der öffentlich einsehbar ist, zu reglementieren, was andere Kantone schon lange machen, scheint der Aktionsplan stark auf den Jugendschutz ausgerichtet zu sein. Ausser mit Aufklärung werden die Erwachsenen kaum behelligt. Und ob dies die bisherige ziemlich nutzlose Information ist, oder ob sie das Ziel hat, Verhältnisprävention möglich zu machen, steht nicht geschrieben.

FIFA: Gesundheit durch Fussball – Meide Drogen und Alkohol – 8. Juni 2010
Lektion 4 – Kernbotschaften:
* Drogen und Alkohol zu konsumieren, ist Deine eigene Entscheidung; Du kannst diese Suchtmittel also auch meiden. * Du kannst dem Druck, Drogen und Alkohol zu konsumieren, standhalten. * Du kannst Drogen und Alkohol meiden, indem Du Dich mit Leuten umgibst, die Dich unterstützen und denen Du wichtig bis. … (Quelle: Google Alkohol News, 8.6.10) fifa.com, Lektion 4 mit Video mit Ronaldo Kommentar: Diese Lektion 4 würde glaubhafter wirken, wenn die FIFA auf Alkohol-Sponsoring verzichten würde. Jedes Public Viewing ist nach ihr ein “gefährlicher Ort, wo Drogen und Alkohol konsumiert werden”. So wirkt diese Lektion 4 wie pure Heuchelei. Übrigens, auch in der westlichen Welt ist Alkohol ein Problem. Für den Walliser Sepp Blatter ist Wein natürlich kein Alkohol.

CH: Geplante Kürzungen im Präventionsbereich – 4. Juni 2010 Der Bundesrat schlägt ein Konsolidierungs- und Aufgabenüberprüfungsprogramm vor, von dem die Prävention und Gesundheitsförderung empfindlich betroffen sind. Stellungnahme (pdf, 4S., 400Kb) von Sucht Info Schweiz, dem Fachverband Sucht und der GREA im Rahmen der Vernehmlassung. (Quelle: Infoset Newsletter Juni 2010) Kommentar: Der Stellungnahme kann nur beigepflichtet werden. Ein Skandal, wenn diese Vorlage durchkommt. Dabei hätte es der Bundesrat mit dem Parlament in der Hand, mit einer generellen Alkoholsteuer die Schäden zu kompensieren und die Prävention zu finanzieren.

Fußball-WM: Ungesunde Sponsoren: Coca Cola und Budweiser – 2. Juni 2010 Die FIFA hat nach Ansicht des World Cancer Research Fund bei der Auswahl ihrer Sponsoren das erste Eigentor der kommenden Fußballweltmeisterschaft geschossen. Allein in Großbritannien, in dessen Hauptstadt der World Cancer Research Fund seinen Sitz hat, könnten jedes Jahr 19.000 Krebserkrankungen durch ein gesundes Körpergewicht vermieden werden, heißt es in der Pressemitteilung. McDonalds, Coca Cola und Budweiser stehen nach Ansicht der Krebsforscher nicht gerade für eine gesunde Ernährung und es stünde der FIFA besser an, sie als Sponsoren auszuschließen. Die den Sponsoren eingeräumten Werbebeiträge würde insbesondere auf Kinder und Jugendliche eine negative Wirkung ausüben, befürchtet der World Cancer Research Fund, der sich deshalb für ein Werbeverbot für Süßgetränke und ungesunde Nahrungsmittel einsetzt. (Quelle: © rme/aerzteblatt.de, 1.6.10 mit unserem Online-Kommentar: Wie gehabt. Bereits im Juni 2006 forderte die “Global Resolution to End Alcohol Promotion in World Cup Events”. (Wir waren dabei.) Aber die FIFA hat offensichtlich kein Einsehen. Sepp Blatter ist ein Walliser. Für ihn ist Alkohol normal, möglicherweise auch ein gesellschaftliches “Schmiermittel”.

SCHWEIZ

CH: Philip Morris setzt den Bund unter Druck – 29. Juni 2010
Übernimmt die Schweiz die EU-Grenzwerte bei der Zigaretten-Produktion, ist diese gefährdet, denn Philip Morris droht, die Produktion ins Ausland zu verlegen. Sie hätten letztes Jahr in der Schweiz über 1 Mia. Franken Steuern bezahlt und würden 3000 Mitarbeiter beschäftigen. (Quelle: Tages-Anzeiger, 26.6.10) Kommentar: Wie lassen sich der Bund und die Wirtschaft von der Alkoholindustrie unter Druck setzen, dass sie keine offene, evidenz-basierte Alkoholpolitik betreiben?

Weinprobe in der Kirche – 28. Juni 2010
Gestern fand um 19.00 Uhr zum ersten Mal eine biblisch-musikalisch-kulturelle Weinprobe in der katholischen Kirche Romanshorn statt. Zu Gast waren ein Experte für biologischen Weinbau, musikalische Trauben, und der Pfarrer verriet, was es mit dem Wein in der Bibel und der Kirche auf sich habe. (Quelle: St. Galler Tagblatt, 27.6.10) Kommentar: Dann sind wir wohl nicht mehr weit davon entfernt, dass nicht mehr benötigte Kirchen in Trattorias oder Pubs umgewandelt werden. Wie alkoholfreundlich der Pfarrer die Bibel auslegt, kann man sich vorstellen. Dabei hätte gerade die katholische Kirche allen Grund, zur Droge Nr. 1 ein neues Verhältnis aufzubauen: …

Alkohol am Arbeitsplatz – ein stilles Tabu – 28. Juni 2010
Etwa fünf Prozent der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen sind alkoholabhängig. Kolleginnen und Kollegen im Umfeld sind oft verunsichert, wollen helfen, wissen aber meist nicht wie. Sucht Info Schweiz geht das Informationsdefizit mit gezielten Tipps und Hintergründen an. Um das Informationsdefizit anzugehen, stellt Sucht Info Schweiz die wichtigsten Fakten in deutscher und französischer Sprache in einer neuen Broschüre und online zur Verfügung. (Quelle: Sucht Info Schweiz, Medienmitteilung, 28.6.10)

CH: Der Bundesrat will eine einheitliche Mehrwertsteuer – 26. Juni 2010
Mit der Reform steigt vor allem die Steuerbelastung auf Nahrungsmitteln und alkoholfreien Getränken. D.h. der Grundbedarf wird teurer, was vor allem die unteren und mittleren Einkommen trifft. Auch das Gesundheitswesen wird neu der MWSt unterstellt, also teurer. Luxusgüter werden tiefer taxiert, wobei nicht sicher ist, dass die Wirtschaft diese Reduktion auch an die Kundschaft weitergibt. (Quelle: St. Galler Tagblatt, 24.6.10) Kommentar: Es scheint, als ob die alkoholischen Getränke billiger und die alkoholfreien teurer würden. Vom volksgesundheitlichen Standpunkt aus der helle Wahnsinn. Vor allem wenn man weiss, wie “beliebt” Alkoholsteuern bei bürgerlichen Politikern sind, von dieser Seite also kaum eine Kompensation zu erwarten ist. Interessant wird sein zu erfahren, ob Bier nun als Lebensmittel behandelt wird.

Welt-Drogentag 2010 – 26. Juni 2010
Kommentar:
Während in Deutschland die Presse ausführlich über den Weltdrogentag berichtete und vor allem auf eine Pressemeldung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zum Thema Alkoholkonsum einging, erfuhren die Leser in der Schweiz darüber kaum etwas. Es herrscht wieder einmal Funkstille. Geht das wohl so weiter, bis das Alkohol- und das Präventionsgesetz durchgewunken sind? Wo ist die Medienkritik?

«Bundeshaus-GA»: Die Lobbyisten der National- und Ständeräte – 25. Juni 2010
Ehefrauen, Firmenvertreter, PR-Beauftragte: Mittels persönlichen Freikarten holen sich die Schweizer Volksvertreter eine bunte Lobbyisten-Truppe in die Wandelhalle. Die Weltwoche publiziert exklusiv eine aktualisierte Version (Stand Juni 2010) der im März 2009 erstmals auf Weltwoche online erschienenen Liste. (Quelle: Weltwoche Newsletter 25/10) Kommentar: Die Gesundheitslobby ist auch vertreten, im Vergleich zur Wirtschaft, wie zu erwarten war, in der Minderzahl.

CH: WM-Siegesfeiern mit Zwischenfällen – 19. Juni 2010
Feiernde Fussballfans haben am Mittwochabend an mehreren Orten den Verkehr behindert und zum Teil auch Polizisten angegriffen und Autos beschädigt. Die Polizei setzte Gas und Schrot ein. In Baden fuhr ein entnervter Automobilist einen jungen Mann an. (Quelle: NZZ, 17.6.10)

CH: Fragestunde in der Sommersession – 19. Juni 2010
10.5224 – Einsatz von Armee-Helikoptern zur Überwachung eines unbewilligten Harassenlaufes. Eingereicht von Lachenmeier-Thüring Anita. Eingereichter Text: Am 1. Mai 2010 wurde im Kanton Basel-Landschaft ein Super Puma der Armee zur Überwachung eines unbewilligten Harassenlaufes eingesetzt. – Wie sah der Auftrag aus? – Wie rechtfertigt sich der Einsatz eines militärischen Instruments? … Antwort des Bundesrates vom 07.06.2010 Kommentar: Die dummen Passivtrinker zahlen ungefragt wie immer, d.h. wir alle.

Zürcher Gemeinderat für Haschischabgabe – 17. Juni 2010
Cannabis legal kaufen und rauchen: Der Zürcher Gemeinderat debattierte gestern Mittwoch 90 Minuten – und wünscht einen Versuch. Ein Postulat der Grünen aus dem Jahr 2006, das erst gestern Abend zur Beratung kam, verlangt einen wissenschaftlich begleiteten Versuch: Cannabis soll kontrolliert zum Verkauf kommen, und wer welches auf sich trägt oder konsumiert, soll von der Polizei nicht verzeigt werden. Gleichzeitig soll die Stadt die Prävention und Aufklärung über Suchtmittel ausbauen. (Quelle: Tages-Anzeiger, 17.6.10)

CH: Der Polizistenverband hat genug – 15. Juni 2010
Zu wenig Personal, immer mehr Aufgaben und zunehmende Gewalt gegen Polizeibeamte haben ihn zu einer Resolution veranlasst. Was die Delegierten des Verbands Schweizerischer Polizeibeamter gestern in Luzern als Forderung an ihre Polizeikommandanten und die Politik verabschiedet haben, ging über den Antrag des Vorstandes hinaus. Dieser hatte fünf Hauptanliegen formuliert: …(Quelle: Tages-Anzeiger, 12.6.10)

CH: Bundesrat: Programme für Jugendgewaltprävention – 15. Juni 2010
Bund, Kantone und Gemeinden wollen gemeinsam gegen Jugendgewalt vorgehen. Jugendliche sollen zudem im Umgang mit neuen Medien geschult werden. Das sind die Ziele zweier n ationaler Programme, die das Bundesamt für Sozialversicherungen bis 2015 umsetzen will. Beide Programme laufen ab 2011 für fünf Jahre. Der Bund leistet in diesem Zeitraum Beiträge von insgesamt 8,65 Millionen Franken. Am Montag wurden die vom Bundesrat genehmigten Programme in Bern den Medien vorgestellt. … (Quelle: NZZ, 14.6.10)

Kein Alkohol mehr – Tumulte und Krach am Turnfest – 15. Juni 2010
Am Kantonalturnfest in Aesch, BL, kam es in der Nacht auf Sonntag phasenweise zu «grösseren Problemen im zwischenmenschlichen Bereich» und zu Sachbeschädigungen, wie die Polizei mitteilt. Zunächst galt es eine tätliche Auseinandersetzung zwischen verschiedenen jungen Männern zu schlichten, so die Polizei Baselland. In deren Verlauf erlitt ein 16-jähriger Schweizer mit 2,34 Promille eine Fingerverletzung und musste ins Spital eingeliefert werden. Um 03.00 kam es zu Sachbeschädigungen, Raufereien und Provokationen – auch gegenüber den Polizeikräften. Grund war offenbar, dass wegen fehlendem Nachschub kein Alkohol mehr ausgeschenkt werden konnte. (Quelle: Google Alkohol News, 14.6.10) bazonline, 14.6.10 mit unserem Online-Kommentar

Weiterhin Probleme beim Durchsetzen des Jugendschutzes – 10. Juni 2010
Der Verkauf von Alkohol an Jugendliche ist verboten, doch verhängen die Behörden Bussen, blitzen sie vor Gericht häufig ab – wie jüngst in Uri. Ein neues Gesetz auf Bundesebene könnte bald Klarheit schaffen. Bei Kindern und Jugendlichen kann kaum ein verantwortungsvoller Umgang mit Alkohol erwartet werden. Testkäufe sind ein probates Mittel, um die Einhaltung der Jugendschutz-Bestimmungen zu fördern. Die Eidgenössische Alkoholverwaltung (EAV) publiziert denn auch in den nächsten Monaten einen neuen Leitfaden für Organisatoren von Testkäufen (Behörden, Verbände oder Unternehmen) mit Tipps zum praktischen Ablauf und zur rechtlichen Lage. Ziel ist, die Durchführung zu vereinfachen und die Zahl von derzeit rund 2000 im Jahr zu erhöhen. Heute werden die Tests meist vom Blauen Kreuz durchgeführt, das seinerseits mit den Behörden zusammenarbeitet… (Quelle: NZZ, 10.6.10) Kommentar: Die NZZ hat eine Nische gefunden, wie politisch korrekt und ungefährlich das Alkoholproblem thematisiert werden kann. Ihre Pflicht erfüllt sie damit noch lange nicht.

Zürich: Vorstoss für Open-Air-Bars an der Street Parade – 10. Juni 2010
49 Gemeineräte aus vier Parteien wollen mit einem Postulat erreichen, dass der Stadtrat die Open-Air-Bars nicht wie angekündigt verbietet. Es habe nichts gegen Alkoholexzesse ausgerichtet. Der Stadtrat dagegen sagte, das Verbot hätte sich positiv ausgewirkt. Die Street Parade findet am 14. August statt. (Quelle: Tages-Anzeiger, 10.6.10) Kommentar: Die Polizei sagt zur gleichen Zeit: “Jetzt reicht’s!”

CH-Medienkritik: Wie Abhilfe schaffen? – 10. Juni 2010
Roger Blum antwortet auf Gottlieb F. Höpli – Debatte fortgesetzt. Dass über Medienkritik diskutiert wird, ist erfreulich. Insofern begrüsse ich Gottlieb Höplis Replik auf meine Analyse. Nur hat er sie leider nicht genau gelesen. Was war die Grundthese? Medien üben in der Gesellschaft eine Kritik- und Kontrollfunktion aus, und deshalb stellt sich die Frage, wer diese Kontrolleure kontrolliert. Da die Hauptaufgabe der Medien die Herstellung von Öffentlichkeit ist, muss auch die Medienkritik öffentlich sein. (Quelle: persoenlich.com, 8.6.10; Das Online-Portal der Schweizer Kommunikationswirtschaft) mit unserem Online-Kommentar: Wenn die Medien direkt kritisiert werden, weil sie aus finanzpolitischen Gründen das Volk ungenügend informieren, nehmen sie die Kritik nicht zur Kenntnis. Und die Medienkritik will auch nicht Nestbeschmutzer spielen. Die ganze Medienkritik ist Heuchelei. Zu diesem Ergebnis komme ich nach vielen Bemühungen, die Medien zu überzeugen, dass sie die Alkoholfrage der Bevölkerung umfassender erklären müsste, so dass diese in der Lage ist, ihre eigenen Interessen der Politik gegenüber zu vertreten. Aber Politik und Medien stecken mehrheitlich unter der gleichen Decke, sind korrumpiert von der Alkoholindustrie. Das Volk zahlt die Schäden. Seit der Finanzkrise ja nichts Neues.

Eine reformierte Kirche lanciert zur WM ein “Seelsorgebier” – 9. Juni 2010
Die reformierte Fabrikkirche hat mit der Kleinbrauerei “Euelbräu” in Winterthur ein “Seelsorgebier” entwickelt, das die Fans der Fussball-WM beglücken soll. (Quelle: Winterthurer Zeitung, 9.6.10) Kommentar: Auch wenn die katholische Kirche einige alte Traditionen in der Alkoholherstellung aufweist, sollte dies für die reformierte Kirche kein Alibi darstellen, die Volksdroge Alkohol noch um eine Marke zu erweitern. Das ist nun billigster Populismus, ein bedauernswerter Sündenfall.

Zürcher Street-Parade wieder ohne Open-Air-Bars – 9. Juni 2010
Die Stadt hält auch dieses Jahr an ihrer Regelung fest, an der Street-Parade kine Bewilligungen für Bars im Freien zu erteilen. Die Massnahme habe für eine deutliche Entspannung während des Festes geführt. So seien die Gewaltdelikte stark zurückgegangen. (Quelle: NZZ, 9.6.10) Kommentar: Diese naheliegende Erfahrung könnte doch auch bei den teuren Sportveranstaltungen Anwendung finden.

Angetrunkener Lenker verletzt Polizistin und flüchtet – 9. Juni 2010
Bei einer Ausweiskontrolle in der Nacht auf Dienstag in Regensdorf fuhr ein 38-jähriger Schweizer eine Polizistin an und flüchtete. Sie erlitt einen Unterarmbruch. Er wurde kurz darauf auf einem Rastplatz festgenommen. Der Führerschein war ihm schon früher wegen Alkohol am Steuer entzogen worden. (Quelle: Tages-Anzeiger, 9.6.10)

DRS1-Doppelpunkt heute: Alkohol am Arbeitsplatz – 8. Juni 2010
Im Doppelpunkt Forum diskutieren Fachleute und Betroffene über das oft noch tabuisierte Thema Alkohol am Arbeitsplatz: Wie wirkt sich übermässiger Konsum auf die Leistung und Disziplin aus? Wie versuchen Abhängige ihre Sucht zu verstecken? Was passiert, wenn der Arbeitgeber davon Wind kriegt? Unterstützt er Mitarbeitende, wenn sie Hilfe suchen? Wie sehen Beratungen und Therapien aus? Sendezeiten: Dienstag, 8.6.2010, 20.03-20.58 Uhr, DRS 1 unser Kommentar an DRS1: Ihre Beschreibung zur heutigen Sendung lässt vermuten, dass Sie wieder nur die Vordergründe ausleuchten wollen, aber keine weiterführende Recherche betreiben. Mir scheint, das von Ihnen im Text angesprochene Tabu besteht nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch bei den Medien. Es wäre doch interessant zu erfahren, warum die Wirtschaftsverbände immer noch jede wirksame Prävention bekämpfen, …

Infoset Newsletter Juni 2010 – 4. Juni 2010
Infos zu allen Suchtgebieten vor allem aus der Schweiz. Hier bestellen

Schweiz: Nationaler Aktionstag Alkoholprobleme – 4. Juni 2010
Thema: “Gewaltig gefährdet”, 18. November 2010, ganze Schweiz, http://www.aktionstag-alkoholprobleme.ch/

Leitbild für künftige suchtpolitische Herausforderungen – 4. Juni 2010
Schweiz: Herausforderung Sucht: Gesellschaftliche Beschleunigung, die uneingeschränkte Verfügbarkeit verschiedenster Produkte, neue Kommunikationsgewohnheiten: die gesellschaftlichen Realitäten ändern sich und bilden neue Herausforderungen, auch für die Suchtpolitik. Vor diesem Hintergrund hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) 2008 eine Steuergruppe beauftragt, ein Leitbild für die künftigen suchtpolitischen Herausforderungen zu verfassen. Das Leitbild (pdf, 1.5Mb, 108S.) stellt mögliche Ansätze vor, wie auf diese wandelnden sozialen Realitäten und auf neue Suchtformen reagiert werden kann und wie die bisherigen sektoriellen und substanzorientierten Massnahmen in eine suchtpolitische Gesamtperspektive integriert werden können. Eine Kurzversion (pdf, 8S., 100Kb) ist ebenfalls erhältlich. (Quelle: Infoset Newsletter Juni 2010)

Alkohol und Gewalt, Fakten und Prävention – 2. Juni 2010
10. Zürcher Forum Prävention und Gesundheitsförderung. 29.6.10, 17.15 – ca. 19.00 Uhr im Pfarreizentrum Liebfrauen, 8006 Zürich. 3 Referate und eine Podiumsdiskussion. www.gesundheitsfoerderung-zh.ch Kommentar: Noch vor wenigen Jahren wurde ich angefeindet, wenn ich den Zusammenhang von Alkohol und Gewalt zur Sprache brachte. Nun scheint das Tabu auch bei uns gebrochen zu sein. Jetzt müsste noch die Tabuisierung bei der Armutsdiskussion und bei den Gesundheitskosten aufhören.

Vor dem Zürcher Geschworenengericht: Amokfahrt am 1. Mai – 1. Juni 2010
Die Bilder vom 1. Mai 2008 in Zürich schockieren: Ein weisser BMW beschleunigt plötzlich, rast in die Menge – ohne zu bremsen. Ein Demonstrant wird über die Kühlerhaube geschleudert. Drei junge Männer geraten unter die Räder. Eines der Opfer wird über hundert Meter mitgeschleift, es erleidet lebensgefährliche Schürfungen und Verbrennungen. Der Mann am Steuer: Dominik B., 32-jähriger Handwerker. Er steht seit heute Morgen vor dem Zürcher Geschworenengericht. …Er blickt auf mehrere Vorstrafen zurück. Jedes Mal ging es um Verkehrsdelikte, und jedes Mal war Alkohol im Spiel. Der letzte Zwischenfall datiert vom Februar 2010. Er behauptet, kein Alkoholproblem zu haben. (Quelle: Google Alkohol News, 01.05.10) blick.ch, 31.5.10

INTERNATIONAL

D: Suchtexperten raten Eltern – 29. Juni 2010
Alkohol nicht tabuisieren. Im internationalen Vergleich des Pro-Kopf-Konsums von Alkohol liegt Deutschland hinter Ungarn und Irland mit an der Spitze. Schon das Konsumverhalten von Kindern und Jugendlichen lässt Alarmglocken schrillen. Experten raten nun zu einem offenen Umgang mit der Bedrohung. Mehr als 25.000 junge Menschen zwischen zehn und 20 Jahren mussten 2008 wegen einer Alkoholvergiftung stationär im Krankenhaus behandelt werden. Das entspreche einem Anstieg von 170 Prozent seit dem Jahr 2003, heißt es dazu im Jahrbuch Sucht 2010 der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) in Hamm. Junge Menschen würden immer früher auffällig, sagte DHS-Sprecherin Christa Merfert-Diete dem epd: „Jugendliche haben erkannt, wie leicht es ist, an Alkohol heranzukommen.“ Sie kritisiert die allgemeine Verfügbarkeit alkoholischer Getränke: „Der Zugang muss dringend minimiert werden. (Quelle: Google Alkohol News, 29.6.10) domradio.de, 28.6.10

Fussball-WM: Uru-Torheld schoss sich aus der Gosse – 28. Juni 2010
Sie nennen ihn „El Pistolero“, weil er nach Toren die Hände zu einer Pistole formt. Luis Alberto Suarez (23) schießt sich in den WM-Himmel. Der Uruguay-Star machte beide Tore beim 2:1 gegen Südkorea. Die Urus stehen das erste Mal seit 40 Jahren in einem WM-Viertelfinale – dank Suarez. Dabei wäre er fast in der Gosse gelandet. Suarez, der aus der 100 000-Einwohner-Stadt Salto stammt, erlebte eine schwere Kindheit, bei der alles für einen Absturz sprach. … In Montevideo meldete er sich beim Fußballverein Nacional an. „Aber ich begann zu trinken, nachts herumzustromern und machte nur wenig Tore.“ Als er 14 war, nahm ihn sein Trainer Ricardo beiseite. Suarez: „Er sagte: ‚Entweder du bringst dein Leben in Ordnung, trainierst richtig oder du verschwindest von hier.‘“ Diese Worte und seine Liebe zum Fußball retteten ihn vor Armut und Alkohol. (Quelle: Google Alkohol News, 28.6.10) bild.de, 27.6.10

SA: Alkohol-Beschränkungen vor Spiel D:GB gelockert – 28. Juni 2010
Die deutschen und englischen Fans in Bloemfontein werden vor und nach dem Spiel nicht dürsten müssen: Die Behörden der Provinz Free State haben Beschränkungen beim Alkoholverkauf und -Ausschank gelockert. Die Polizei werde aber starke Präsenz markieren. (Quelle: Google Alkohol News, 28.6.10) zeit.de, 27.6.10 Kommentar: Was waren wohl die Gründe dafür? Wohl grosses Geschäft gewittert.

Testkäufe in der Region Hannover – 27. Juni 2010
Mit Testkäufen in Isernhagen hat die Region Hannover in Kooperation mit der Polizei die vierte Runde der Alkoholtestkäufe eingeläutet. Die Region Hannover ist in 15 der 21 Städte und Gemeinden für den gesetzlichen Jugendschutz zuständig. In diesem Rahmen fand auch am Donnerstag die Aktion in Isernhagen statt. Das Ergebnis war allerdings ernüchternd: In jeder zweiten Verkaufsstelle erhielt die 17-jährige Testkäuferin das gewünschte Getränk. (Quelle: Google Alkohol News, 27.6.10) hannover-zeitung.net, 26.6.10 mit unserem Online-Kommentar: Abgesehen davon, dass 6 von 16 Verkaufsstellen weniger als 50% ergeben, müssen sich die Verantwortlichen schon fragen, ob sie genügend auf die schwarzen Schafe reagieren. Wenn diese keine empfindlichen Folgen spüren, …

Weltweit verbindliche 0,5 Promille in der Seeschifffahrt – 27. Juni 2010
Die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) hat in Manila eine verbindliche Promillegrenze von 0,5 in der Seeschifffahrt beschlossen. Damit werden weltweit einheitliche Bestimmungen für den Alkoholkonsum an Bord eingeführt. Deutschland hatte sich bei der IMO für eine Reduzierung von 0,9 auf 0,5 Promille eingesetzt. Die Schifffahrtsexperten haben sich auf den deutschen Vorschlag geeinigt. Die Regelung soll im Jahr 2012 in Kraft treten. (Quelle: Google Alkohol News, 27.6.10) Pressemitteilung BMVBS, 26.6.10

Magdeburg akzeptiert Aufhebung des Alkoholverbots – 27. Juni 2010
Die Beschwerde gegen ein entsprechendes Gerichtsurteil des Oberverwaltungsgerichts werde zurückgezogen, berichtete die «Magdeburger Volksstimme» in ihrer Samstagsausgabe. Die Aussichten auf Erfolg seien gering, mögliche Kosten hoch. Es werde auf andere Weise versucht, zum Ziel zu gelangen. (Quelle: Google Alkohol News, 27.6.10) welt.de, 26.6.10

Hochgeschwindigkeitszug rast bei Barcelona ins Partyvolk – 26. Juni 2010
Ein Hochgeschwindigkeitszug der spanischen Renfe ist in der Nacht in Spanien mit Tempo 200 in eine Gruppe von Menschen gerast und hat zwölf von ihnen in den Tod gerissen. 13 weitere wurden verletzt. Die Gruppe habe die Gleise am Bahnhof Castelldefels Playa bei Barcelona überquert. Der Unfall ereignete sich gegen 23.30 Uhr. Medienberichten zufolge waren die meisten der Opfer Jugendliche. Kurz zuvor seien sie mit einem Zug am Bahnhof angekommen. Es war die Nacht von San Joan, dem grössten Fest in Katalonien. …. (Quelle: Tages-Anzeiger, 24.6.10) Kommentar: König Alkohol wird wohl auch beteiligt gewesen sein.

Skandal um rauchende und trinkende Serben an der WM – 26. Juni 2010
Mit Alkohol und Zigaretten haben sich einige Spieler Serbiens auf die Partie gegen Deutschland in der WM-Vorrunde eingestimmt. «Sie tranken und rauchten und zerstörten Serbien», titelte die Zeitung «Press» über den «Skandal». «Man hätte ihnen einen ganzen Kasten Bier und eine Schachtel Zigaretten vor dem Spiel gegen Australien geben sollen, dann hätten sie vielleicht gewonnen», schrieben einige Fans in Internetforen. (Quelle: Google Alkohol News, 26.6.10) sueddeutsche.de, 25.6.10

JUGENDSCHUTZ-TEAMS sprechen auf Festen Jugendliche an – 26. Juni 2010
Stadtfest Ende Mai in Mannheim: 80 000 Besucher feiern zwei Tage lang ausgelassen, stehen vor den Bühnen, tanzen und genießen die Live-Musik. An den Verpflegungsständen herrscht Hochbetrieb. Bei einem Mannheimer Stadtteilfest am vergangenen Wochenende ein ganz ähnliches Bild. Lediglich der Rahmen ist kleiner. Mittendrin im Trubel sieht man eine kleine Gruppe von Menschen mit blauen Jacken. „Jugendschutz“ steht darauf. Immer wieder sprechen sie Jugendliche an und ziehen zugleich die Aufmerksamkeit anderer Festbesucher auf sich. „. .. (Quelle: Google Alkohol News, 26.6.10) wormser-zeitung.de, 26.6.10 Kommentar: Die geäusserte Behauptung, Suchprävention müsse am Wohn- und Arbeitsort stattfinden, ist natürlich aus der Optik der lokalen Suchtpräventionsstelle zu verstehen. Flächendeckende wirksame Alkoholprävention besteht aus Kontrollmassnahmen des Staates für die ganze Bevölkerung, wie sie die WHO in ihrer Alkoholstrategie vom Mai 2010 aufgelistet hat. Lokale Präventionsstellen hätten die Pflicht, ihre “Kunden” so zu informieren und zu überzeugen, dass sie diese wirksamen Massnahmen mittragen und ihre Regierung zur Einführung der Massnahmen drängen.

Theaterprojekt: Wenn Alkohol den Alltag beherrscht – 25. Juni 2010
Schüler erzählen in einem Stück von drei Tagen im Leben von Jugendlichen mit suchtkranken Eltern. Die Eltern waren betrunken und May (Desireé Thein) konnte nicht schlafen. Kein Wunder, dass sie im Unterricht müde ist. Judith (Kristina Walz) versucht, mit der Situation klarzukommen. Wie sie da liegen und friedlich schlafen, wie sie aufwachen, weil über die Bühne, in die Stille hinein, Flaschen rollen – das geht an die Nieren. Dazu singt Xavier Naidoo: “Sie verdienen einen besonderen Schutz.” Die jungen Teilnehmer eines außergewöhnlichen Theaterprojekts haben sich für den Einstieg in das Stück “Mein schönster Tag” eine beeindruckende Szene ausgewählt. (Quelle: Google Alkohol News, 24.6.10) infranken.de, 23.6.10

D: Schulprävention mit Alkohol-Praxis – 25. Juni 2010
Ein kleines Bier oder ein Gläschen Sekt, serviert vom Lehrer im Schulunterricht der 9. oder 10. Klasse? Was nach verkehrter Welt klingt, ist in Brandenburg erlaubt. Trinkexperimente in Schulen oder Clubs sind dort ein neuer Ansatz der Suchtprävention, um Jugendliche vom «Komasaufen» abzuhalten. Andere Bundesländer schauen mit Interesse nach Potsdam. Denn die Probleme sind überall gleich: Ein Teil der Jugendlichen trinkt seit Jahren viel zu viel. Doch nicht alle Präventionsstrategen sind von der Idee begeistert. Die Hauptstadt Berlin, in der fast jede Woche Jugendliche mit Alkoholvergiftungen ins Krankenhaus kommen, sieht sie kritisch. (Quelle: Google Alkohol News, 24.6.10) sueddeutsche.de, 23.6.10 // tagesspiegel.de, 23.6.10 mit unserem Online-Kommentar: Den Teufel mit Belzebub austreiben, nach dem Motto: Trink mit Verstand, aber trink! Die Industrie freut’s, der Kundennachschub ist gesichert. Die Erwachsenengesellschaft kann sich weiter vor ihrer Verantwortung drücken.

D: Eine bisher geheime Akte belastet Ex-Bischof Walter Mixa – 23. Juni 2010
Nach diesen Enthüllungen wird der deutsche Ex-Bischof es schwer haben, sein Amt zurückzuerlangen: Mixa soll ein gravierendes Alkoholproblem und sich an jungen Priestern vergangen haben. Gemäss Berichten der «Süddeutschen» und der «Frankfurter Allgemeinen» belegen Zeugenaussagen darin, dass Mixa ein Trinker ist, der versucht, stets einen gewissen Alkoholpegel zu halten. Sein Alkoholproblem könnte damit schwerwiegender sein als bislang angenommen. Auch von „Wirklichkeitsverlust“ ist die Rede. (Quelle: Google Alkohol News, 22.6.10) blick.ch, 21.6.10 // auch bild.de, 22.6.10

Nochmals: Outox, gefährlicher Drink gegen den Alkoholrausch – 23. Juni 2010
Der Softdrink Outox soll den Abbau von Alkohol beschleunigen – so wirbt der Hersteller. Doch das angebliche Wundermittel birgt Gefahren. Eine Dose Limonade gegen den Alkoholrausch – das klingt für trinkfreudige Genossen sehr verlockend. Outox, so der Name des neuen Softdrinks aus Belgien, soll den Promillegehalt im Blut nach einer durchzechten Nacht erheblich senken. Eine nüchterne Heimfahrt und ein Erwachen ohne Kater – alles kein Problem, versprechen die Hersteller. „Eine Dose Outox beschleunigt den Abbau des Alkoholpegels im Blut und erlaubt es, schneller wieder den Normalzustand zu erlangen“, warb das belgische Unternehmen „Lifestyle Drinks“. (Quelle: Google Alkohol News, 22.6.10) welt.de, 21.6.10 mit ausführlichen Kommentaren

Aufruf zur gemeinsamen Bekämpfung des Alkoholmissbrauchs – 19. Juni 2010
Staatssekretär Hillebrand ruft zur gemeinsamen Bekämpfung des Alkoholmissbrauchs auf. „Wir müssen den Alkoholmissbrauch gemeinsam bekämpfen“, forderte der Staatssekretär im baden-württembergischen Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familien und Senioren, Dieter Hillebrand, gestern in Balingen. „Bewusster, mäßiger Alkoholgenuss kann durchaus Stil haben und Lebensfreude unterstützen“, so Hillebrand weiter. „Dennoch dürfen wir die Augen nicht davor verschließen, dass ein Teil der Bevölkerung ein höchst gefährliches Konsumverhalten an den Tag legt.“ (Quelle: Google Alkohol News, 19.6.10) verbaende24.net, 18.6.10 Kommentar: Worte statt Taten.

Verkehrsminister fordert absolutes Alkoholverbot am Steuer – 19. Juni 2010
Vor dem bundesweiten Tag der Verkehrssicherheit am Samstag (19.06.) sprach sich Verkehrsminister Volker Schlotmann für ein Alkoholverbot am Steuer aus. “Wer alkoholisiert Auto fährt, gefährdet sich und andere. Alkohol am Steuer ist eine der Hauptursachen für Unfälle. Deshalb sollte ein striktes Alkoholverbot am Steuer nicht nur für Fahranfänger, sondern für alle Kraftfahrer gelten”, erklärte Schlotmann. (Quelle: Google Alkohol News, 19.6.10) nichttrinker.com, 18.6.10

D: Kampagne ”Don’t drink too much – STAY GOLD” – 19. Juni 2010
Bayerischer Auftakt der Kampagne ”Don’t drink too much – STAY GOLD” Die Kampagne ”Don’t drink too much – STAY GOLD” setzt auf Alkoholgenuss mit Verstand. “Hier geht es nicht darum, jemandem das Glas Bier am Abend zu verübeln. Es geht vielmehr um den übermäßigen Alkoholkonsum, vor allem von harten Alkoholika”, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann bei der Auftaktveranstaltung der Kampagne in Nürnberg. Der übermäßige Alkoholkonsum, vor allem bei Jugendlichen wirkt sich nicht nur auf deren Gesundheit, sondern auf eine zunehmende Anzahl von Straftaten und Verkehrsunfällen unter Alkoholeinfluss aus. Die 24-Stunden-Verfügbarkeit von hochprozentigem Alkohol, zum Beispiel an Tankstellen, ist dafür laut Herrmann mitverantwortlich. “Hier müssen wir gegensteuern. … (Quelle: Google Alkohol News, 19.6.10) jugendhilfeportal.de, 18.6.10 Kommentar: Die alte Masche: Trink mit Verstand, aber trink! Von der WHO-Alkohol Strategie nichts gelernt. Das schlechte Vorbild der Erwachsenen bleibt unangetastet.

Trinken ohne Reue? – Getränk soll Alkohol abbauen – 19. Juni 2010
In Frankreich sorgt ein Getränk für Aufregung, das angeblich den Abbau von Alkohol im Blut beschleunigt. Der vermeintliche Zaubertrank Outox soll von Freitag an im Internet erhältlich sein. (Quelle: Google Alkohol News, 18.6.10) kleinezeitung.at, 17.6.10 auch Tages-Anzeiger, 19.6.10 Kommentar: Die Wissenschaft sei skeptisch.

SPD und CDU wollen Alkohol am Potsdamer Bahnhof verbieten – 17. Juni 2010
Der Bahnhof als Tor zur Stadt ist derzeit keine gute Visitenkarte für Potsdam. Für Unmut sorgt vor allem die jugendliche Trinkerszene auf dem Vorplatz. Jetzt fordern die Sozialdemokraten ein Alkoholverbot und die CDU zieht mit. Andere Parteien setzen lieber auf Streetworker. (Quelle: Google Alkohol News, 17.6.10) morgenpost.de, 16.6.10

Polizei: Alkohol ist der Aggressionsverstärker Nummer eins – 17. Juni 2010
Bei fast jedem zweiten Gewaltverbrechen in Bayern ist Alkohol im Spiel – Tendenz steigend. Der Geretsrieder Polizeihauptkommissar Siegfried Schlösser kennt die Statistik. Seinen Aussagen zufolge gibt es auch im Nordlandkreis Mädchen und Buben, die bereits „mit zwölf, 13 Jahren die Grenzen des Rausches austesten“. Schlösser: „Wir beobachten schon lange, dass betrunkene Jugendliche auffallend aggressiv und gewaltbereit sind. So gut wie auf jeder Party kommt es zu Ausschreitungen, die es wahrscheinlich ohne Trunkenheit nicht gegeben hätte.“ Er ist der Meinung, dass Bier und Schnaps zu billig und zu leicht zu bekommen sind. Schlösser hält das Rauschmittel Alkohol sogar für das Grundproblem der heutigen Jugend. (Quelle: Google Alkohol News, 16.6.10) merkur-online.de, 15.6.10

Teenager sollen für die Forschung Alkohol konsumieren – 17. Juni 2010
Die Universität Münster sucht 14 bis 16 Jahre alte Jugendliche, die zu wissenschaftlichen Zwecken Alkohol trinken möchten. Psychologen wollen herausfinden, wie junge Leute den richtigen Umgang damit lernen. Das teilte die Hochschule am Dienstag mit. Das Experiment sei als Präventionsprogramm zu verstehen. «Die Wissenschaftler versichern, dass die Jungen und Mädchen nur mäßige Alkoholmengen trinken», hieß es. Der neue Ansatz sei vom führenden Suchtexperten Johannes Lindenmeyer entwickelt worden. (Quelle: Google Alkohol News, 16.6.10) newsticker.sueddeutsche.de, 15.6.10 Kommentar: Ob das legal ist? Gilt das Jugendschutzgesetz nicht generell? Jugendlichen wird dagegen mancherorts verboten, als Testkäufer aufzutreten.

Alkohol-Mythen – 11. Juni 2010
Lässt Bier wirklich Bauch und Busen wachsen? Wissenschaftlich betrachtet sind viele Alltagsweisheiten zum Alkohol nicht ganz ernst zu nehmen. Hochprozentiges fördert die Verdauung, ein “Reparaturseiterl” mildert den Kater und Bier auf Wein trinken sorgt für Kopfweh: Mythos oder nicht? Die Wiener Ernährungswissenschafterin Marlies Gruber hat sich im Rahmen einer Tagung des Verbands der Ernährungswissenschafter Österreichs (VEÖ) am Mittwoch in Wien Alkoholmythen von wissenschaftlicher Seite angenommen. (Quelle: Google Alkohol News, 11.6.10) diepresse.com, 10.6.10

D: Kein Alkohol beim Erdbeerfest am Rheinufer – 11. Juni 2010 VERBOT Stadt reagiert erstmals bei Erdbeerfest auf massive Probleme mit jungen Betrunkenen. Während des Erbacher Erdbeerfests, das vom 18. bis 21. Juni gefeiert wird, hat die Stadt Eltville erstmals eine alkoholfreie Zone verfügt, in der das Mitführen und der Konsum von Alkohol verboten ist. Dies sei auf Anregung der Polizei beschlossen worden, wie Bürgermeister Patrick Kunkel mitteilte. … Die Polizei überwacht das Verbot. Wer dort mit Alkohol erwischt wird, muss mit einer Strafe von 50 Euro und einem Platzverweis rechnen. Die Polizei zieht alkoholische Getränke ein und schüttet sie weg. (Quelle: Google Alkohol News, 11.6.10) wiesbadener-kurier.de, 10.6.10

Berliner Plakataktion: Ohne Alkohol mehr Spaß am Sport – 11. Juni 2010
Zur Fußball-WM (11. Juni – 11. Juli) in Südafrika hat Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher (Linke) am Donnerstag in Berlin eine Plakatkampagne gegen Alkohol im Fußballsport gestartet. «Vor allem Kinder und Jugendliche sollen angesprochen werden. Sport und Alkohol gehören nicht zusammen, Fußballspielen und ­schauen machen ohne Alkohol mehr und länger Spaß», sagte Lompscher zum Auftakt der Kampagne am Brandenburger Tor. Unter dem Motto «Na klar! Fußball gibt Dir den besseren Kick» sollen tausende Plakate in den Bezirken und an Plätzen, an denen sich Kinder und Jugendliche aufhalten, vor Alkohol im Sport warnen. (Quelle: Google Alkohol News, 11.6.10) welt.de, 10.6.10 unser Online-Kommentar: Dass diese Aktion viel nützt, muss bezweifelt werden, denn die Erwachsenen geben ja das schlechte Vorbild dazu. Sinnvoller wäre es, die Sportvereine aufzufordern, auf ihre Alkohol-Sponsorenrverträge zu verzichten und andere Sponsoren zu suchen.

WM-Bier-Komödie: Ein Fall für die lokale Konkurrenz – 10. Juni 2010
Weil Anheuser-Busch InBev, der offizielle Fifa-Partner, sein Bier importieren muss, wird in den Fanzonen in Südafrika Gerstensaft von der Konkurrenz ausgeschenkt. Die macht das bessere Geschäft. (Quelle: Tages-Anzeiger, 10.6.10)

Russland plant wieder einmal, den Alkohol zu verteuern – 10. Juni 2010
Das russische Finanzministerium will die Verbrauchssteuer auf Wodka und andere hochprozentige alkoholische Getränke schon ab kommendem Jahr deutlich erhöhen. So soll die Akzise für einen Liter reinen Alkohol von jetzt umgerechnet 5,50 € auf zunächst 8,70 €, 2012 dann auf 12,90€ und 2013 sogar auf 17,10 € steigen. (Quelle: Google Alkohol News, 10.6.10) wirtschaftsblatt.at, 9.6.10

Fachtagung ist auch für Erhöhung der Steuern auf Alkohol – 7. Juni 2010
Die Fachtagung der Deutschen Verkehrswacht anlässlich ihrer Jahreshauptversammlung am 5. Juni in Hamburg kam zum Ergebnis, dass trotz deutlicher Rückgänge der allgemeinen Unfallzahlen das Fahren unter Alkoholeinfluss weiterhin ein erhebliches Problem darstellt. …Darüber hinaus zeigten Statistiken aus anderen Ländern, dass der Preis für Alkohol unzweifelhaft die Konsummenge beeinflusst. Insofern wäre eine Anhebung der Steuern auf Alkohol hilfreich. (Quelle: Google Alkohol News, 7.6.10) presseportal.de, 6.6.10

Einer der schönsten Orte Düsseldorfs verkommt – 6. Juni 2010
Wirte genervt – jetzt greift das Ordnungsamt durch. Sie haben Bierkästen neben sich stehen, saufen bis zum Umfallen, grölen, sind aggressiv: Trinkende Jugendliche machen einen der schönsten Plätze Düsseldorfs zum Schandfleck. Alkohol-Exzesse auf öffentlichen Treppen, Spielplätzen, Schulhöfen, auf Parkplätzen und in Parkanlagen sind laut Städte- und Gemeindebund ein „virulentes Dauerproblem“. (Quelle: Google Alkohol News, 6.6.10) bild.de, 5.6.10

USA: Nach Lebertransplantation mit 5,6 Promille erwischt – 6. Juni 2010
Nur drei Monate nach einer Lebertransplantation ist ein 32-jähriger US-Bürger mit 5,6 Promille Alkohol am Steuer erwischt worden. Bei seiner Trunkenheits-Fahrt verletzte er einen Fußgänger und beschädigte drei Fahrzeuge. (Quelle: Google Alkohol News, 6.6.10) rp-online.de, 5.6.10

Russische Aeroflot streicht Alkohol auf gewissen Strecken – 5. Juni 2010
Aeroflot wäre die letzte Fluggesellschaft der ich diesen Schritt zugetraut hätte – aber anscheindend haben die Probleme mit alkoholisierten Passagieren so zugenommen, daß die russische Fluggesellschaft nun entschieden hat, auf ausgewählten Strecken keinen Alkohol mehr in der Economy anzubieten. (Quelle: vielflieger-blog.de, 4.6.10)

D: Die katholische Kirche will mitdiskutieren – 5. Juni 2010
Priorisierung im Gesundheitswesen: Die katholische Kirche will mitdiskutieren. Bonn/Heidelberg – Die katholische Kirche ist bereit, sich an einer gesellschaftlichen Debatte über Konsequenzen aus knapper werdenden finanziellen Ressourcen im Gesundheitswesen zu beteiligen. Das sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, gegenüber der in Heidelberg erscheinenden Fachzeitschrift „Der Kassenarzt“ (Juni-Ausgabe). Er forderte einen „von allen Verantwortlichen getragenen Diskurs“ über dieses Thema. (Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 4.6.10) unser Online-Kommentar: Die katholische Kirche hätte hier eine grosse Chance, ihr Image aufzubessern, wenn sie sich in diesem Gremium für eine Reduzierung der grossen Alkoholschäden einsetzen würde. Das wäre ein wirklich effizienter Beitrag zur Senkung der Gesundheitskosten. Vor allem könnte sie dabei an die über eine Million Kinder denken, die in alkoholbelasteten Familien aufwachsen müssen und stark verschlechterte Lebenschancen haben. Das wäre eine sehr sinnvolle Wiedergutmachung.

Zwei Brandanschläge auf die Piuskirche in Arnsberg, D – 2. Juni 2010
Arnsberg. Fassungslosigkeit in Gemeinde, Pfarrgemeinderat und bei Pfarrer Valentin Nowinski: In zwei Nächten hintereinander wurden Brandanschläge auf die Piuskirche in Arnsberg verübt. Der Schaden ist beträchtlich. „Hier wurde mit Bedacht und zielgerichtet Feuer gelegt“, erklärt ein betroffener Pfarrer Nowinski, der einen solch unsinnigen Vandalismus nicht begreifen kann. … „Das passiert oft nach Volksfesten oder Events, bei denen viel Alkohol im Spiel ist.“ (Quelle: Google Alkohol News, 2.6.10) derwesten.de, 31.5.10 mit unserem Online-Kommentar

Magazin “rausch”, Juni Ausgabe – 2. Juni 2010
Geesthacht, 2. Juni 2010. Der demografische Wandel stellt auch die Suchthilfe vor große Herausforderungen: Künftig müssen immer mehr alte Menschen mit Abhängigkeitsproblemen betreut werden. „rausch“, das unabhängige Magazin für Suchtfragen, stellt in seiner Juni-Ausgabe die wenigen vorhandenen Konzepte vor und geht auch der Frage nach, wie das Pflegepersonal mit Opas Wunsch nach seinem Joint zur Pink-Floyd-CD künftig umgehen könnte. Wer die Lücke füllen soll, wenn die vergreisenden Selbsthilfeorganisationen ihre Angebote nicht mehr aufrecht halten können, ist eine weitere Facette zum Themenschwerpunkt »Sucht in der alternden Gesellschaft.« … (Quelle: “rausch”, 2.6.10) www.neuland.com

FORSCHUNG

Schockwerbung gegen Alkoholkonsum bringe nichts –  27. Juni 2010
Werbekampagnen, die vor dem Konsum von Alkohol warnen und dabei Gefühle wie Scham oder Schuld wecken sollen, verhindern den Griff zur Flasche nicht. Im Gegenteil, sie steigern sogar die Lust auf einen Drink, berichtet die “Apotheken Umschau”. US-Psychologen testeten die Schockwerbung, die zum Beispiel Verkehrsunfälle oder peinliche Situationen im Beruf zum Inhalt hatten, an 1200 Studenten. Erkenntnis: Um sich von den deutlich gezeigten Folgen zu distanzieren, blenden viele Betrachter für sich persönlich einen Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Schamgefühl völlig aus. (Quelle: Google Alkohol News, 27.6.10) “Apotheken Umschau” 6/2010 / presseportal.de

Resveratrol gegen die Retinopathie – 25. Juni 2010
Resveratrol, ein in Rotwein, aber auch in (Traubensaft! Red.), Himbeeren, Maulbeeren, Pflaumen und Erdnüssen vorhandenes Molekül, verhindert bei Mäusen die pathologische Bildung von Blutgefäßen, die bei der diabetischen Retinopathie und der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) zur Erblindung führt. …Die Tiere wurden außerdem mit relativ hohen Dosierungen behandelt, die mehreren Flaschen Rotwein am Tag entsprechen würden und auch mit anderen Nahrungsmitteln nicht zu erzielen seien. Resveratrol könnte aber auch oral verabreicht werden. (Quelle: aerzteblatt.de, 25.6.10) Kommentar: Wenn schon das Deutsche Aerzteblatt im Titel Rotwein schreibt, kann man sicher sein, dass die andern Medien auch wieder die Story vom gesunden Rotwein bringen, ohne die relativierenden Stellen zu erwähnen.

Liebevoll strenges Elternhaus schützt vor zu viel Alkohol – 25. Juni 2010
Der Erziehungsstil spielt eine Rolle, wenn es um mehr als nur ein oder zwei Drinks geht Weder zu streng noch zu nachgiebig sollten Eltern sein, wenn sie ihre Kinder vor allzu ausschweifendem Trinken schützen möchten. Eine Studie amerikanischer Forscher zeigt: Am wenigsten anfällig für starken Alkoholkonsum sind Jugendliche, deren Eltern zuverlässig sind, sich durchaus verantwortungsbewusst zeigen, aber gleichzeitig ein warmes und liebevolles Zuhause bieten. Eher nachsichtige Eltern, ebenso wie vorwiegend strikte, erhöhen hingegen das Risiko für starkes Trinken merklich. Der Erziehungsstil hat zwar wenig Einfluss darauf, ob Jugendliche überhaupt mal Alkohol versuchen. Doch was dessen übermäßigen Genuss anbelangt, scheint er durchaus eine Rolle zu spielen, berichten die Wissenschaftler im “Journal of Studies on Alcohol and Drugs”. (Quelle: Google Alkohol News, 24.6.10) wissenschaft-aktuell.de, 24.6.10

Alkohol und Rauchen oft Ursache für Kopfschmerz bei Jugendlichen – 19. Juni 2010
Ein hoher Alkohol- und Zigarettenkonsum steigert die Häufigkeit von Spannungskopfschmerzen und Migräne bei Jugendlichen. Zu diesen Erkenntnissen gelangten Forscher um Astrid Milde-Busch von der Ludwig-Maximilians-Universität München. Sie veröffentlichten ihre Ergebnisse in der Zeitschrift The Journal of Head and Face Pain (doi: 10.1111/j.1526-4610.2010.01706.x). (Quelle: Deutsches Aerzteblatt, 17.6.10)

Alkoholforschung: Internationales Jahrestreffen in Lausanne – 1. Juni 2010
Mehr als 200 Forschende aus Europa, Nord- und Südamerika, Australien, Afrika und Asien treffen sich vom 31. Mai bis 4. Juni in Lausanne, um neuste Ergebnisse der Alkoholforschung zu präsentieren. Das 36. Jahrestreffen der Kettil Bruun Society findet auf Einladung von Sucht Info Schweiz statt. Themen sind die Alkoholpolitik, Folgen des Alkoholkonsums, Behandlung, kulturelle Unterschiede sowie der Alkoholkonsum bei Jugendlichen. (Quelle: Sucht Info Schweiz, 31.5.10)

Komasaufen schadet dem Großhirn – 1. Juni 2010
Forscher untersuchten die Auswirkungen von Alkohol auf Affenhirne. Trinken bis zum Umfallen hat auch langfristige Folgen: Regelmäßiges jugendliches Komasaufen könnte dem Hippocampus schaden, einer wichtigen Struktur des Großhirns. Das legt zumindest eine Untersuchung an Affen nahe, die in den “Proceedings” der US-Akademie der Wissenschaften (PNAS) veröffentlicht wird. Der Hippocampus ist unter anderem für das Lernen und das Langzeitgedächtnis verantwortlich. (Quelle: Google Alkohol News, 01.06.10) derstandard.at, 31.5.10

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Herausgeber:
Hermann T. Meyer, Projekte und Dienstleistungen, Lindenstr. 32, CH-8307 Effretikon, Schweiz
Tel. +41 (0)52 343 58 75, Fax: +41 (0)52 343 59 29             e-mail
Copyright © 2001-2010: Hermann T. Meyer. Alle Rechte vorbehalten. Texte von Drittpersonen geben nicht in jedem Fall unsere Meinung wieder.

Wenn Sie unsere Texte weiterverwenden, bitten wir um Quellenangabe.
Letzter Eintrag 29.6.2010

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Mittwoch 30. Juni 2010 um 10:05 und abgelegt unter Allgemein. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Die Kommentare sind derzeit geschlossen, aber sie können einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

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