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Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Archiv für die Kategorie 'Veröffentlichungen'

Leserbrief nochmals zum Thema kontrolliertes Trinken

Samstag 12. Juni 2021 von htm

7.06.2021

Tages-Anzeiger
Leserforum
Zürich

Per e-mail

Leserbrief zu “Das Unweigerliche am ersten Glas ist das zweite” vom 7.6.21

Es ist eigentlich müssig, über die Kosten des kontrollierten Trinkens zu fachsimpeln. Wesentlich sind doch vielmehr die Kosten und die menschlichen Kolateralschäden, die während diesen langen Therapiephasen entstehen. Und diese sollten auf alle Beteiligten grossen Druck ausüben, doch wenn immer möglich die Abstinenz anzupeilen. Am besten mit gleichzeitiger Begleitung in einer Selbsthilfe- oder Abstinentengruppe.

Kontrolliertes Trinken heisst nichts anderes als weitertrinken, in an- und absteigenden Wellen. Das kann ein ganzes Leben dauern. Das kann heissen, auf alle bekannten Arten im Zusammenhang mit Alkohol straffällig werden: Eine Firma in den Ruin treiben, mehrere Ehen zerstören, den Kindern eine grauenvolle Kinder- und Jugendzeit bescheren, häusliche, öffentliche und sexuelle Gewalt. Die Rolle des Alkohols wird oft heruntergespielt, tabuisiert. Unser legales Suchtmittel muss weiter gewinnbringend verkauft werden können.

Und jetzt wird gross diskutiert, wie an Suchttherapien besser gespart werden könnte, bei ein paar tausend Personen pro Jahr, wo es doch gegen 300’000 Alkoholkranke und über 100’000 Kinder und Jugendliche in alkoholkranken Familien in der Schweiz gibt. Die Frage müsste doch lauten: Wie verbessern wir die Alkoholprävention im Einklang mit der WHO,  dass diese Tragödien nicht erst entstehen müssen. Leider haben unsere Politiker und Politikerinnen während der letzten Jahrzehnte mit einer unsäglichen Alkoholpolitik genau des Gegenteil vollbracht.

Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer
Effretikon

(ohne Änderung am 12.6.21 veröffentlicht)

Kategorie: Allgemein, Gewalt/Kriminalität, Jugend, Kinder, Leserbriefe, Medien, Politik, Prävention, Rehabilitation, Schweiz, Sozialkosten, Verhältnis-Präv., Veröffentlichungen, Weltgesundheits-Org., WHO globale Alkohol-Strategie, Wirtschaft | Keine Kommentare »

Leserbrief zu Studie über die Wirksamkeit der Arbeit von Alkoholfachstellen

Samstag 5. Juni 2021 von htm

3.06.2021

e-mail Redaktion ZOL

Per e-mail

Leserbrief zu „Alkoholfachstellen bremsen Studie aus“ vom 2.6.21

Der Autor der Studie über die Effizienz von Alkoholtherapien, Martin Sieber, bringt es auf den Punkt: „Das Resultat passte den Fachstellen nicht. Es ist politisch zu heikel“. Was er mit Zahlen belegt, könnte jeder und jede mit etwas gesundem Menschenverstand und etwas Kenntnis des Themas Alkohol auch herausfinden.

Als in den 1990er-Jahren die grosse Alkoholliberalisierungswelle über unser Land hinwegschwappte, suchte man nach neuen, niederschwelligen Angeboten, um therapiewilligen Alkoholkranken den Gang zur Alkoholberatung zu erleichtern. Das Therapieziel „kontrolliertes Trinken“ versprach Besserung ohne totale Abstinenz. Und war vielen hochwillkommen. Wer will sich schon freiwillig ins gesellschaftliche Abseits stellen, wenn es auch anders geht!  Leider funktioniert es, wie vorauszusehen war, mehrheitlich nicht.

Dass diese Entwicklung politisch heikel ist, kann gut nachvollzogen werden. Die Politik sieht es nicht gerne, wenn die Ergebnisse ihrer unsäglichen Alkoholpolitik der letzten Jahrzehnte ans Tageslicht kommen. Aber keine Angst, genau so, wie die vom Bundesrat mitunterzeichneten Empfehlungen der WHO für eine Globale Alkoholstrategie in den Berner Schubladen verschwanden, genau so wird auch diese Untersuchung kaum positive Folgen haben. Und die ach so ehrlichen und kritischen Medien werden wieder die Tabu-Politik weiterführen und schweigen.

Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer
Effretikon

(Am 5.6.21 gekürzt veröffentlicht)

Kategorie: Abhängigkeit, Allgemein, Gesundheit, Leserbriefe, Medien, Politik, Prävention, Rehabilitation, Schweiz, Veröffentlichungen, Verschiedene, Weltgesundheits-Org., WHO globale Alkohol-Strategie | Keine Kommentare »

Gastkommentar zu Artikel in der NZZ zum dänischen Film Druk

Freitag 4. Juni 2021 von htm

Der Kater kommt auf leisen Sohlen 

NZZ vom 10.5.2021 

Brillant hat Redaktor Bühler das Geschehen im neuesten dänischen Film „Druk“ beschrieben. Man bekommt eine gute Präsentation dessen, was das Werk des Regisseurs Vinterberg vermitteln will, und das Bild des saufenden Lehrers mit seiner Schülerschar im Zentrum der Seite ergänzt den Text anschaulich. Aspekte verschiedenster Art werden beleuchtet, und das Bemühen, nebst den hochgejubelten Wirkungen des Alkoholgebrauchs auch die negativen Folgen zu erwähnen, ist einigermassen zu erkennen.

Trotzdem bleibt ein ungutes Gefühl. Man fragt sich unwillkürlich, ob wirklich der Stellenwert der beiden Gegenpole realistisch und ausgewogen gewichtet wurde. Ein bisschen Spass und Animation durch berauschende Getränke – das tönt harmlos, aber allein in der kleinen Schweiz beispielsweise leben rund 250000 Alkoholiker, bei denen, um die Worte Bühlers zu benützen, „das Drama seinen Lauf“ genommen hat. Den betroffenen Familien und ihrem Umfeld wird immenses Leid zugefügt, und diese Leute werden das Hochlebenlassen des Alkohols zweifellos als bitteren Hohn empfinden. Bei „Man kann (und soll) sich einen Tag schöntrinken“ hätte Bühler deshalb meines Erachtens die zwei Wörter in Klammer besser weggelassen.

Hans-Peter Köhli, Zürich

(mit Kürzungen veröffentlicht)

(mit freundlicher Erlaubnis des Autors)

Kategorie: Alkoholkrankheit, Allgemein, Feste und Feiern, Geschichten, Internationales, Kultur, Leserbriefe, Medien, Veröffentlichungen | Keine Kommentare »

Leserbrief: Alkohol ist auch ein Tabu

Dienstag 27. April 2021 von htm

24.04.2021

 

Redaktion NZZ
Zürich

per e-mail

Leserbrief zu „CO2-Gesetz: Wissenschafter geben Ja-Parole heraus“, vom 23.4.2021

Reto Knutti, Klimaforscher an der ETH Zürich, begründet, warum er und über 100 führende Forscher die Ja-Parole für das CO2 –Gesetz unterstützen. Diese politische Einflussnahme galt bisher für Forscher oft als Tabu. Nun sagt er, wenn die Wissenschaft es unterlasse, die Zahlen und Fakten zu deuten, würden es allein die Lobbyisten tun

Auf einem andern Gebiet, wo Menschen seit jeher leiden und sterben (jährlich weltweit 3 Mio. Tote) wünschte man sich, die Wissenschaft würde ebenfalls ihre Stimme unüberhörbar laut erheben: der Alkoholfrage. Seit gut 10 Jahren hat sich die Politik von der Alkohollobby völlig vereinnahmen lassen und nach und nach auch die letzten wirksamen Präventionsmassnahmen aufgegeben:

Verzicht auf ein verbessertes Alkoholgesetz, Verzicht auf ein Präventionsgesetz, Verbot der Alkoholwerbung am Fernsehen, Alkoholverbot auf Autobahnraststätten, Schubladisierung der einstimmig angenommenen Resolution der WHO-Generalversammlung 2010. Indem sie die Resolution annahm, appellierte die Generalversammlung an die Mitgliedsländer, die Globale Alkohol-Strategie zur Verminderung des schädlichen Gebrauchs von Alkohol zu übernehmen und umzusetzen, um die öffentliche Gesundheitspolitik in den Mitgliedsländern zu ergänzen und zu unterstützen. Stattdessen wurde die auch präventiv aktive Eidgenössische Alkoholverwaltung zerschlagen, die ausserparlamentarische Kommission für Alkoholfragen aufgehoben, die Abteilung Alkohol beim BAG in eine Suchtabteilung eingegliedert und geschwächt.

Wo waren die empörten Stimmen der Wissenschaft? Wahrscheinlich zum Teil ausgewandert, weil bei unsern Politikern Hopfen und Malz verloren sind. Aber vielleicht fassen sie nun Mut, gegen die mächtigste Lobby aufzutreten und gegen die für die Gesellschaft gefährlichste Droge anzukämpfen. Das Tabu wurde ja einmal mehr gebrochen.

Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer
Effretikon

(pendent)

Kategorie: Alkoholindustrie, Allgemein, Diverse, Gesundheit, Internationales, Leserbriefe, Medien, Neues Präventionsgesetz CH, Parlamente/Reg., Politik, Schweiz, Verhältnis-Präv., Veröffentlichungen, Vorsorge, Weltgesundheits-Org., Werbung, WHO globale Alkohol-Strategie, Wirtschaft | Keine Kommentare »

Leserbrief: Wissenschafter zur CO2-Abstimmung

Samstag 24. April 2021 von htm

23.04.2021

Tages-Anzeiger
Leserforum
Zürich

Per Webseite

Leserbrief zu „Tabubruch fürs Klima“ im Tagi vom 23.4.2021

Reto Knutti, Klimaforscher an der ETH Zürich, begründet, warum er die Ja-Parole für das CO2 –Gesetz unterstützt. Diese politische Einflussnahme galt bisher für Forscher als Tabu. Nun sagt er: „Wir haben das Feld zu lange den Lobbyisten überlassen.“ Und zum Schluss meint er: „Wenn die Gefahr besteht, dass Menschen leiden oder sterben, dann ist es unsere Aufgabe, das laut zu sagen.“

Auf einem andern Gebiet, wo Menschen seit jeher leiden und sterben (jährlich weltweit 3 Mio. Tote) wünschte man sich, die Wissenschaft würde ebenfalls ihre Stimme unüberhörbar laut erheben: der Alkoholfrage.Seit gut 10 Jahren hat sich die Politik von der Alkohollobby völlig vereinnahmen lassen und nach und nach auch die letzten wirksamen Präventionsmassnahmen aufgegeben:

Verzicht auf ein verbessertes Alkoholgesetz, Verzicht auf ein Präventionsgesetz, Verbot der Alkoholwerbung am Fernsehen, Alkoholverbot auf Autobahnraststätten, Schubladisierung der einstimmig angenommenen Resolution der WHO-Generalversammlung 2010. Indem sie die Resolution annahm, appellierte die Generalversammlung an die Mitgliedsländer, die Globale Alkohol-Strategie zur Verminderung des schädlichen Gebrauchs von Alkohol zu übernehmen und umzusetzen, um die öffentliche Gesundheitspolitik in den Mitgliedsländern zu ergänzen und zu unterstützen. Stattdessen wurde die auch präventiv aktive Eidgenössische Alkoholverwaltung zerschlagen, die ausserparlamentarische Kommission für Alkoholfragen aufgehoben, die Abteilung Alkohol beim BAG in eine Suchtabteilung eingegliedert und geschwächt.

Wo waren die empörten Stimmen der Wissenschaft? Wahrscheinlich zum Teil ausgewandert, weil bei unsern Politikern Hopfen und Malz verloren sind. Aber vielleicht fassen sie nun Mut, gegen die mächtigste Lobby aufzutreten und gegen die für die Gesellschaft gefährlichste Droge anzukämpfen. Das Tabu wurde ja gebrochen.

Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer
Effretikon

(pendent)

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Leserbrief zu den Schwierigkeiten im Gastgewerbe in der Corona-Krise

Sonntag 7. März 2021 von htm

16.02.2021

Tages-Anzeiger
Leserforum
Zürich

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Leserbrief zu „70 Prozent mehr Gastro-Lokale zu vermieten“ und „Gastronomen ärgern sich über den Bundesrat“  im Tagi vom 16.2.2021

Die Gastrobranche ist einer der am meisten unter der Pandemie leidenden Wirtschaftszweige. Viele Betriebe haben endgültig aufgegeben, was sich in den überdurchschnittlich hohen Zahlen an leerstehenden Mietlokalen spiegelt. Mit fast 300‘000 Unterschriften fordern zwei Petitionen vom Bundesrat die sofortige Öffnung der Restaurants und Läden. Und sogar die Grossen der Gastroszene verlangen vom Bundesrat eine Änderung der Härtefallregeln zu ihren Gunsten.

Der Frust in der Gastro-Branche ist gross. Nur muss sich diese auch vorhalten lassen, dass ihre Probleme zum Teil hausgemacht sind: Am 1.6.2005 berichtete „Der Landbote“ über die Delegierten-Versammlung von Gastrosuisse in Lugano. Der damalige Zentralpräsident Klaus Künzli erklärte, 10‘000 Betriebe müssten schliessen, damit die Branche ein befriedigendes Auskommen hätte. Eine Woche später wurde über ein neues Gastgewerbegesetz abgestimmt, das die obligatorische Wirteprüfung und den Fähigkeitsausweis abschaffte. Die Kantone haben seither eigene Regeln.

Schon am 14.4.05 erklärte der Tages-Anzeiger im Wirtschaftsteil „Warum die Beizen noch immer nicht sterben“. 10’000 Betriebe seien zu viel. Durch die Lockerung der Gastgewerbegesetze würden immer noch mehr eröffnet als geschlossen: 2004: +690 Restaurants und  +61 Hotels.

Die explosionsartige Zunahme der Betriebe begann mit der Liberalisierung in den 1990er Jahren. Die Gastrobranche hat dabei kräftig mitgewirkt und es später versäumt, Gegensteuer zu geben. Jetzt haben sie den Schlamassel und wollen als systemrelevant mit Steuergeldern gerettet werden.

Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer, Effretikon

(nicht veröffentlicht)

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Leserbrief zu Der Bund hat 2018 den Notvorrat von 10’000 Tonnen Ethanol liquidiert

Dienstag 7. April 2020 von htm

07.04.2020

Tages-Anzeiger
Leserforum
Zürich

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Leserbrief zu „Es mangelt an Desinfektionsmitteln – und der Bund trägt Mitschuld“ im Tagi vom 6.4.20, sowie „Dieses Krisen-Amt ist nicht krisenfest“ im Tagi vom 7.4.20

2018 hat der Bund seine Pandemie-Notreserve von 10‘000 Tonnen Ethanol im Zuge der Privatisierung der Eidgenössischen Alkoholverwaltung aufgegeben. Jetzt herrscht akuter Mangel an Desinfektionsmitteln, wofür der hochprozentige Alkohol gebraucht würde.

Christoph Lenz hat den Schuldigen gefunden: Das Amt für wirtschaftliche Landesversorgung. Es sollte deshalb gründlich erneuert oder aufgelöst werden.

Ich denke, diese Betrachtungsweise fasst zu kurz. Müsste man sich nicht fragen, wie so etwas möglich sein konnte? Wer die Politik im Bundes-Bern verfolgte, wird sich erinnern, wie in den letzten ca 10 Jahren die bürgerlichen Parteien systematisch alle politischen Bemühungen in Sachen Alkoholprävention im Keim erstickten und so die fahrlässige Haltung gegenüber einem so wichtigen Notvorrat ermöglichten:

Keine Erneuerung der uralten Alkoholgesetzgebung mit Stärkung des Jugendschutzes;
kein Vorsorge-Gesetz;
die Eidgenössische Alkoholverwaltung wurde systematisch aufgegliedert und aufgelöst, wobei das wertvolle Know-How der Präventionsabteilung verloren ging;
die Abteilung Alkohol beim Bundesamt für Gesundheit wurde laufend geschwächt und schliesslich einer allgemeinen Suchtabteilung einverleibt;
die ausserparlamentarische Eidgenössische Kommission für Alkoholfragen wurde gestrichen;
das Schweizer Fernsehen durfte erstmals in seiner Geschichte Alkoholreklame senden;
die ausländischen Fernsehsender durften in ihrem Schweizer Werbefenster Alkoholreklame einfügen, damit im Gegenzug unsere Filmindustrie EU-Subventionen erhalten konnte. Als die EU diese Subventionen als Druckmittel strich, zog die Schweiz nicht nach und beliess die ausländische Alkoholreklame;
obwohl in der Zeit des Corona-Lockouts Alleinstehende und Alte Gefahr laufen, ihren Trost im Alkohol zu suchen, wurde der Online-Handel von Alkoholika nicht unterbunden und die Lebensmittelhändler mussten die Alkoholabteilung im Laden nicht absperren.
usw.

Wie gefährlich diese neo-liberale Haltung ist, die das „Recht auf Suff“ über das Allgemeinwohl stellt, erleben wir nun an diesem Beispiel. Dass nun die einzige Konsequenz für die Politik es sei, das Amt für wirtschaftliche Landesversorgung aufzulösen oder zu erneuern, würde ich nicht befürworten. In Bern müsste ein Umdenken hin zu mehr Prävention und weg von der Alkohol-Abhängigkeit stattfinden.

Ein Lichtblick mag es sein, dass Anne Lévy neue Chefin des Bundesamtes für Gesundheit wird. Sie wechselte während der oben erwähnten Krisenzeit im BAG vom Leiterposten in der Alkoholabteilung nach Basel. Jetzt ist sie zurück. Ich gratuliere und wünsche ihr viel Kraft und Erfolg.

Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer
Effretikon

(nicht veröffentlicht)

Kategorie: Allgemein, Alter, Erhältlichkeit, Europaparlament / EU-Kommission, Gesundheit, Internationales, Jugend, Leserbriefe, Medien, Neues Alkoholgesetz (CH), Neues Präventionsgesetz CH, Politik, Prävention, Schweiz, TOP NEWS, Verbraucherschutz, Verhältnis-Präv., Veröffentlichungen, Wirtschaft | Keine Kommentare »

Leserbrief zum Corona-Virus, Artikel im Tages-Anzeiger

Donnerstag 26. März 2020 von htm

26.03.2020

Tages-Anzeiger
Leserforum
Zürich

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Leserbrief zu „Der ignorante Deutschschweizer“ im Tagi vom 26.3.20

Genf, die Waadt und das Tessin weisen die höchsten Fallzahlen auf. Und das Wallis? Philippe Reichen schreibt: „Die Erklärungsversuche fallen dürftig aus, nach Gründen will man mancherorts nicht einmal mehr suchen.“ Wie wäre es mit diesem Erklärungsversuch? Die Nicht-deutschschweizer Kantone weisen den höchsten Alkoholkonsum in der Schweiz auf. Alkohol schädigt bekanntlich das Immunsystem. Bisher habe ich weder in den Medien noch von Behörden eine entsprechende Warnung an die Bevölkerung gesehen oder gehört.

Wohl ist der Alkoholkonsum im Gastgewerbe nun unterbunden worden. Doch wer in der verordneten Quarantäne zu Hause über einen Wein- oder Biervorrat verfügt, ist in dieser psychisch anspruchsvollen Zeit erst recht versucht, Trost im Alkohol zu suchen. Auch wird in Lebensmittelgeschäften der Alkoholsektor nicht abgesperrt. Für Nachschub ist also gesorgt. Singles und die ältere Risikogruppe sind besonders gefährdet.

Ist ein Grund für die fehlende Information wohl die Befürchtung, die Alkoholindustrie, als systemrelevant, könnte leiden? Auch in der Zeit darnach? Oder will man damit erreichen, dass möglichst viele Menschen vom Virus infiziert und dann hoffentlich immunisiert werden? Kollateralschäden bei den Risikogruppen werden in Kauf genommen? Die belasten ja doch nur die Rentenversicherungen und die AHV?

Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer
Effretikon

(Am 27.3.20 vollumfänglich veröffentlicht.)  Der verlinkte Online-Artikel wurde für die Druckausgabe gekürzt.

Nachtrag: Artikel im Tages-Anzeiger vom 28.3.20: „Online blüht das Geschäft“, gemeint ist das Geschäft mit Wein. Überschrift zum letzten Abschnitt: „Rentner bestellen fleissig.“ Letzte Sätze: “ Gleich doppelt so viel wie vor einem Jahr, so verraten ihm seine Statistiken, bestellen die über 65-Jährigen, die zu Hause blieben. Eigentlich eine gute Nachricht.“
Kommentar: Gut für den Weinhändler, schlecht für jene Kunden, die nicht masshalten können und den schon bestehenden Altersalkoholismus noch anheizen.

 

Kategorie: Alkoholindustrie, Allgemein, Alter, Aufruf, Dokumente, Erhältlichkeit, Gesundheit, Internationales, Leserbriefe, Medien, Politik, Prävention, Schweiz, Senioren, Statistik, Verhältnis-Präv., Veröffentlichungen, Verschiedene, Vorsorge, Wirtschaft | Keine Kommentare »

Leserbrief zu Bestrebungen, Cannabis in der Schweiz zu legalisieren

Freitag 31. Januar 2020 von htm

31.01.2020

Tages-Anzeiger
Leserforum
Zürich

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Leserbrief zu „Verantwortungsvoller Umgang mit Cannabis ist möglich“. TA vom 28.1.20

Ohne den Artikel gelesen zu haben, wird man sofort zustimmen und beipflichten, der verantwortungsvolle Umgang mit Cannabis ist möglich. Genauso möglich wie mit andern Drogen; es heisst ja immer wieder, es komme auf die Dosis an. Sogar mit Alkohol, der gefährlichsten Droge, wenn man die sozialen Kriterien mitberücksichtigt, ist ein „verantwortungsvoller Umgang“ möglich, was immer das heisst. Vergleicht man die bei Cannabis zu erwartenden Schäden mit denen des Alkoholkonsums in der Schweiz müsste man bei Cannabis von Bagatellen sprechen. Dass die Cannabis-Lobby trotzdem eine regulierte Abgabe befürwortet, ist lobenswert.

Wenn man bedenkt, dass in der vielfach gefährlicheren Alkoholfrage die Alkohollobby es mit ihren unbegrenzten Mitteln geschafft hat, unsere Regierungen und Parlamente dermassen lahmzulegen, dass von Prävention kaum mehr die Rede sein kann, ist es allerdings fraglich, ob diese Regulierung die erhoffte Wirkung im präventiven Bereich erreichen würde.

Mit Cannabis werde bereits jetzt ein Jahresumsatz von einer Milliarde Franken erzielt. Ist Cannabis einmal legalisiert, wird dieser Umsatz massiv ansteigen, denn sowohl die Tabak- wie auch die Alkoholindustrie wird massiv in diese Wachstumsindustrie investieren und mit ihrer Erfahrung auch in diesem Drogenproblem Regierungen und Parlamente unter ihren Einfluss bringen. Das Ergebnis kennen wir von Alkohol und Tabak: Die Kosten und die immateriellen Schäden trägt der Steuer- und Prämienzahler, die Bevölkerung; die Profite gehen an die Drogenindustrie.

Wer ein bisschen nachdenkt, kommt zum Schluss, dass die Parlamentarier und die Regierungen zuerst ihr Augenmerk auf die vernachlässigten Alkohol- und Tabakfragen richten, und ein Abgabe- und Steuersystem für alle Drogen einführen sollten.

Freundliche Grüsse

Hermann Meyer
Effretikon

(nicht veröffentlicht)

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Leserbrief zu „Alkohol als Killer Nr. 1 bei 15-24-Jährigen

Mittwoch 23. Oktober 2019 von htm

12.10.2019

Neue Zürcher Zeitung
Redaktion Leserbriefe
8001 Zürich

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Betr. «Alkohol ist bei 15- bis 24-Jährigen der Killer Nummer eins», NZZ vom 12.10.19

Es freut mich sehr, dass Herr Gmel den Jellinek-Award erhalten hat. Ich möchte ihm auf diesem Weg dazu herzlich gratulieren. Er ist einer der wenigen Fachleute, die bei diesem so wichtigen Thema geblieben sind, obwohl dabei kaum Lorbeeren zu ernten sind. Sehr viel Knowhow ist in den letzten zehn Jahren so verloren gegangen. Die geballte Macht der Alkohollobby hat Politik, Wirtschaft und Gesellschaft dermassen in Geiselhaft genommen, dass nur ausnahmsweise (wie hier) über die negativen Seiten des Alkohols berichtet wird.

Der im Interview ein wenig auftauchende Gegensatz zwischen Wissenschaft und Präventionsfachleuten ist erklärbar: Seit der Einführung der 0,5 Promillegrenze und der Alcopop-Steuer ohne wirksame Begleitmassnahmen wurden praktisch alle möglichen präventiven Schritte abgewürgt und bestehende, altbewährte Massnahmen aufgehoben. Das hat viele Fachleute gezwungen, neue Wege der Prävention stärker zu betreiben, d.h. weg von der Verhältnis- hin zur Verhaltensprävention, die leider nur wenig erreichen kann.

Seriöse Wissenschafter auf dem Gebiet des Alkohols sind sich natürlich über die Wirksamkeit möglicher Gegenmassnahmen im klaren. Sie haben ja, wie Herr Gmel, zu den Vorbereitungen zur WHO-Resolution von 2010 in Genf über eine globale Alkoholstrategie beigetragen. Dass die Schweiz als Mitunterzeichnerstaat, diese Resolution in den Schubladen verschwinden liess, ist nur die Bestätigung des oben erwähnten Zustandes.

(veröffentlicht am 22.10.2019)

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