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Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Archiv für die Kategorie 'Werbung'

Leserbrief zu Leserbriefen: „Alkohol schlägt aufs Gehirn“

Sonntag 13. Mai 2018 von htm

11.5.2018

Tages-Anzeiger
Leserforum
Zürich

Per e-mail

Sehr geehrte Leserbrief-Redaktion,

Vielen Dank, dass Sie meinen Leserbrief heute fast ungekürzt gebracht haben. Als Gegengewicht haben Sie einige Online-Kommentare aus der Internet-Ausgabe übernommen. Es wäre positiv, wenn Sie eine Erwiderung auf diese Kommentare mit nachfolgendem Text zuliessen. Besten Dank!

Leserbrief zu Leserbriefen über„Alkohol schlägt auch aufs Gehirn“, vom 7.5.18/11.5.18

In unserer Zeit der Fake-News sollte es möglich sein, auch auf einer Leserbriefseite gewisse Äusserungen richtigzustellen.

Bereits der Titel stimmt leider in dieser absoluten Form nicht. Will man die Alkohol-Schäden auf Landesebene verringern, geht es kaum ohne Verbote und Preisinterventionen. Das ist Prävention, wenn der Einzelne Einschränkungen auf sich nimmt, um dem Gesamtwohl zu dienen. Was schon lange bekannt war, hat die WHO 2010 in ihrer einstimmig angenommenen Resolution über eine globale Alkoholstrategie dargestellt: Die drei wirksamsten Massnahmen zur Schadensbekämpfung sind die Verteuerung der Produkte, die Einschränkung der Verfügbarkeit und die Reduzierung der Werbung; in dieser Reihenfolge.

Das Beispiel Skandinavien, das oft als Gegenbeweis angeführt wird, ist nicht stichhaltig. Dort herrscht eine andere Trinkkultur als in Mitteleuropa. Der Gesamtkonsum ist trotz dieses Alkoholtourismus‘ etwa gut halb so hoch wie bei uns, die Schäden sind entsprechend geringer. Die grosse Mehrheit ist eben sehr mässig beim Alkoholkonsum. Als die EU Schweden zwang, die Alkoholsteuern zu senken, sind die Schäden sprunghaft angestiegen.

Ob jemand länger leben will oder nicht, hat mit der Alkoholfrage nur indirekt zu tun. Das ist wirklich Privatsache. Für mich ist klar, wer lebenslang alkoholfrei lebt, hat eine grosse Chance lange und mit klarem Geist leben zu können. Eine Freundin hatte mit 97 Jahren genug, einer wurde auch diesen Frühling 100 Jahre alt, zwei werden es hoffentlich nächstes Jahr und alle bei frischem Geiste. Andererseits muss auch klargestellt sein, dass Untersuchungen immer nur Mittelwerte hervorbringen, die Abweichungen in beide Richtungen zulassen.

Herr Schrader hat offenbar den Artikel über die Studie nicht gelesen, dort steht der von ihm vermisste Hinweis drin. Herr Zulli würde gern wissen, wer die Studien finanziert hat. Bei den angeblich 50% gesundheitspositiven Untersuchungen zum Weinkonsum kann er dreimal raten. Dazu kann er noch die ausscheiden, bei denen die Auswahl der sogenannt abstinenten Kontrollgruppen manipuliert worden ist.

Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer
Effretikon

(nicht veröffentlicht)

Kategorie: Alkoholsteuern, Allgemein, Erhältlichkeit, Forschungsbetrug, Gesundheit, Internationales, Leserbriefe, Medien, Medizin, Preisgestaltung, Reklame, Schweiz, Verhältnis-Präv., Veröffentlichungen, Weltgesundheits-Org., Werbung, WHO globale Alkohol-Strategie | Keine Kommentare »

Leserbrief betr. „Unnützes Wissen“, Stichwort „Bierideen“

Dienstag 20. Februar 2018 von htm

Betr. Migros-Magazin vom 19.2.2018

Von der Redaktion ohne Prüfung abgeblockt. Offenbar bin ich auf einer schwarzen Liste.

Unnützes Wissen

Manchmal kann es nützlich sein, z.B. bei den „Bierideen“ dieser Kolumne in der Ausgabe des Migros-Magazins vom 19.2.18, darüber etwas mehr zu wissen.

Alkoholfreies Bier enthalte in Deutschland bis 0,5 Volumenprozent Alkohol. Das ist bei uns nicht anders und betrifft auch andere alkoholfreie Getränke. „Trockene“ Alkoholkranke haben deshalb Hemmungen, alkoholfreies Bier zu trinken.

Brauereiarbeiter erhalten in Bayern pro Woche 18 Liter Gratis-Bier als Teil ihres Lohnes. Das sind etwa 8 Gläser pro Tag. In der Schweiz gilt die Empfehlung von 2 – 3 Gläsern pro Tag für Männer bei wenn möglich 1 – 2 Abstinenztagen pro Woche. Mit 8 Gläsern pro Tag kann längerfristig die Alkoholabhängigkeit der Arbeiter und ihre Markentreue erreicht werden. Vielleicht verschenken oder verkaufen sie einen Teil, wenn sie das nötige Wissen besitzen.

In Südafrika erhielten die Arbeiter der Weinfarmen zur Zeit der Apartheid Wein als einen Teil des Lohnes. Als dieses „Tot-System“ bekannt wurde, erhob sich ein ziemlicher Aufruhr. Wie steht es wohl damit bei Bier und Wein heute in der Schweiz?

In brasilianischen Fussballstadien werde kein Bier verkauft. Dazu sollte man wissen, dass während der Fussball-WM in Brasilien die FIFA nach hartem Kampf erreicht hatte, dass diese Regel ausgesetzt wurde. Die Bier-Sponsoren hatten darauf bestanden und den Souverän zur Kapitulation gezwungen. In der Schweiz beugen sich die Parlamente permanent  der Alkohollobby. Seltene Ausnahmen bestätigen die Regel.

Kategorie: Alkoholfreies, Alkoholindustrie, Alkoholkrankheit, Allgemein, Arbeitsplatz, Gesundheit, Internationales, Leserbriefe, Medien, Politik, Schweiz, Sport, Verhältnis-Präv., Veröffentlichungen, Verschiedene, Werbung | Keine Kommentare »

Leserbrief: Migros verkauft Alkohol und Tabak in Voi-Läden

Mittwoch 27. Dezember 2017 von htm

15.12.2017

Tages-Anzeiger
Leserforum
Zürich

Per e-mail

Leserbrief zu „Die Migros, die Alkohol verkauft“ vom 14.12.2017

Seit 10 Jahren verkauft die Migros, wie berichtet wird, in der Genossenschaft Aare mit Hilfe des Franchisekonzepts in ihren Voi-Läden Alkohol und Tabak. Letzte Woche wurde die 30. Filiale eingeweiht. Nach den Zukäufen von Globus und Denner und den Migrolino Filialen ein weiteres Beispiel, wie die heutigen Migros-Manager das Erbe von Gottlieb Duttweiler missachten.

Nachdem ehemalige Brauerei-Verwaltungsräte in der Migros mitbestimmen, musste man damit rechnen, dass der Drang nach Grösse und Umsatz und der Konkurrenzkampf mit Coop um die Nummer eins in der Schweiz je länger je mehr in Richtung Alkohol und Tabak zielt. Lange Zeit konnte Adele Duttweiler und ihre Stiftung einen gewissen Widerstand leisten. Leider ist sie 1990 gestorben.

Dazu kommt, dass der Gedanke der Gesundheitsprävention in Bezug auf Alkohol und Tabak trotz ewig steigender Krankenkassen-Prämien sowohl in der Bevölkerung wie im Parlament stetig abnimmt.

Weichgeklopft durch jahrzehntelange Alkohol- und Tabakwerbung, regelmässiger Alkoholwerbung im Textteil der Medien, auch im Migros-Magazin, Liberalisierung oder Abschaffung wichtiger Gesetze der Alkoholprävention, laufender Verbilligung der Alkoholika in den Läden, die heute gemessen an den Löhnen ein Vielfaches weniger kosten als vor Jahrzehnten – all dies hat dazu geführt, dass die Bevölkerung und das Parlament nicht mehr verstehen, welche Bedeutung eine wirksame Alkoholpolitik für unser Land hat. Sogar die Kirchen schenken an ihren Anlässen Alkoholika aus und haben zum Teil einen eigenen Rebberg und Produktionsstätten, um ihre Schäfchen bei Laune zu halten.

Migros und Coop geben sich zwar Mühe, mit Bio- und andern Labels unsere gesunde Lebensweise zu unterstützen. Mit Alkohol und Tabak tragen sie leider viel dazu bei, unserer Gesundheit und unserer Gesellschaft zu schaden.

Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer
Effretikon

(nicht veröffentlicht)

Kategorie: Allgemein, Erhältlichkeit, Feste und Feiern, Konsumhaltung, Leserbriefe, Neues Präventionsgesetz CH, Politik, Religion und Alkohol, Schweiz, Verhältnis-Präv., Veröffentlichungen, Verschiedene, Werbung, Wirtschaft | Keine Kommentare »

Leserbrief zur Diskussion über Sexismus

Dienstag 7. November 2017 von htm

26.10.2017

Tages-Anzeiger
Leserforum
Zürich

Per e-mail

Leserbrief zu „50 000 Shades of Grey“ vom 26.10.17

Seit Tagen wird in den Medien über sexuelle Übergriffe und Vergewaltigungen diskutiert. Noch nie fand ich einen Hinweis darauf, welche Rolle der Alkohol in diesen Zusammenhängen gespielt haben könnte. Wir haben ja einen entsprechenden Präzedenzfall in Politikerkreisen in Zug.

Bekanntlich sinkt die Hemmschwelle bei Alkoholkonsum recht bald. Und manche wissen am andern Morgen nicht mehr so genau, was sie am Vorabend getan oder gesagt haben. Und bis zum nächsten Mal ist es selbstverständlich ein einmaliger Ausrutscher gewesen. Es braucht schon ein gehöriges Mass an Charakterstärke, die Einsicht über das Versagen mit einer Änderung des Trinkverhaltens zu konkretisieren.

Auch Frauen, die im Zuge der Gleichberechtigung und der Alcopop-Verbreitung in den letzten Jahrzehnten beim geselligen Alkoholkonsum deutlich aufgeholt haben, führen sich bald einmal so „fröhlich“ auf, dass ein Mann sich möglicherweise aufgefordert fühlt, eine Annäherung zu versuchen.

Obwohl der Gesamtalkoholkonsum dank der Gesundheitswelle und der Immigranten leicht rückläufig ist, befindet sich der Risikokonsum im Aufwind. Dauerberieselung durch Werbung und Pressetexte sowie die, gemessen am Lebenskostenindex laufend sinkenden Preise, lassen den Alkoholkonsum als selbstverständlich erscheinen. So selbstverständlich, dass selbst die für unser Wohl zuständigen ParlamentarierInnen, Bundesräte und Bundesrätinnen ihre Verantwortung nicht mehr erkennen.

Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer
Effretikon

(nicht veröffentlicht)

 

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Kommentar zu Artikel zur Kampagne und Dialogwoche

Sonntag 7. Mai 2017 von htm

«Wie viel ist zu viel?» Mit dieser traditionellen Kampagne vom 11. bis 21. Mai wollen das Bundesamt für Gesundheit und seine Partnerorganisationen zum Nachdenken anregen und Informationen über die Wirkung von Alkohol vermitteln. Dazu ein Artikel in der heutigen Sonntagszeitung: „Wenn die Mutter zur Flasche greift.“

Hier mein Kommentar:

Der Bundesrat und das Parlament lassen sich von der leichten Abnahme des Gesamtkonsums verleiten und wollen nichts mehr zur Verbesserung der Lage beitragen. Sie verdrängen, dass der Risikokonsum eher zunimmt. Vor allem verschliessen sie die Augen vor dem Drama der Kinder in alkoholbelasteten Familien. Seit Jahrzehnten über 100’000 permanent. Die Dramen der Kinder der Landstrasse oder der Verdingkinder wurden aufgearbeitet. Wie wollen sie je ihre ungleich grössere Schuld an den alkoholbehinderten Kindern abtragen?
Die Methode der Al-Anon mag für die Angehörigen stimmen. Sicher ist sie ein Segen für die Alkoholindustrie und ihre Lobbies. Für die Betroffenen bringt sie wenig. Es bräuchte den Aufstand der Gesellschaft und der Co-Alkoholiker. Die sind schlecht informiert. Fakenews der Werbung.

Kommentar auf Fremdkommentar

Mir ist klar, dass die individuellen Schicksale der Kinder nicht „aufgearbeitet“ werden können. Mir ging es darum, wie die Politik darauf reagieren müsste. Bei den jetzigen alkoholbehinerten Kindern könnte sie, wenn sie wollte. Die Zahl der Alkoholkranken könnte z.B. mit den von der WHO empfohlenen Massnahmen gesenkt und auch viel anderes Leid vermieden werden. Aber Parlament und Regierung liberalisieren weiter und betreiben das Geschäft der Alkoholindustrie.

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Die Heute-Show des ZDF zum Thema Alkohol

Sonntag 26. März 2017 von htm

Meine Lieblings-Satiresendung „Die Heute-Show“ des ZDF von und mit Oliver Welke brachte am 24.3.2017 einen Schwerpunkt zum Thema Alkohol. Noch selten wurde dieses schwierige Thema so gut in so kurzer Zeit dargestellt. Der starke Applaus war verdient. Wann entdecken andere Cabarettisten dieses von Satire nur so triefende Thema? Die meisten fürchten sich wohl vor den wüsten Kommentaren auf Facebook und Twitter. Das Video ist beim ZDF bis am 24.6.17 aufgeschaltet.

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Leserbrief zum Frauen-Alkoholismus als Zeichen der Emanzipation

Dienstag 29. März 2016 von htm

19.03.2016

Redaktion
Tages-Anzeiger
Leserforum
8004 Zürich

Leserbrief zu „Alkohol, dein Freund und Lover“ am 17.3.16

Weit haben wir’s gebracht! Die Frauen, die einst in den angelsächsischen Ländern als Suffragetten auf die Strasse gegangen sind und König Alkohol mit aller Kraft bekämpft hatten, (als Nebeneffekt erhielten sie dabei das Stimm- und Wahlrecht) haben endlich den Höhepunkt der Emanzipation erreicht: Regelmässiger Alkoholrausch mit nachfolgendem Sex und anschliessendem Blackout. Die Alcopop-Generation ist erwachsen geworden.

In 20 bis 30 Jahren werden dann einige Medienkonsumenten erstaunt feststellen, dass der Anteil der Frauen bei den Leberzirrhose-Todesfällen wieder markant gestiegen ist. Aber wahrscheinlich gibt es bis dann gar keine entsprechenden Untersuchungen mehr. Der Anteil der nüchtern und/oder moralisch denkenden Menschen in unserer Gesellschaft wird auf ein derart tiefes Niveau gesunken sein, dass sich solche Ausgaben erübrigen werden.

Vielleicht geben sich die bürgerlichen Politiker einmal Rechenschaft darüber, ob dies das ersehnte Ergebnis der von ihnen so hochgelobten Eigenverantwortung ist. Und ob sie stolz darauf sein können, während Jahrzehnten die Alkoholindustrie und ihre Werbung mit diesem Resultat gefördert zu haben.

Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer, Effretikon

(nicht veröffentlicht)

 

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Leserbrief zu Sucht aus der Sicht eines Neurologen

Samstag 16. Januar 2016 von htm

1.01.2016

Redaktion
Tages-Anzeiger
Leserforum
8004 Zürich

Leserbrief zu „Eine Sucht zu überwinden, hat etwas Heroisches“, am 30.12.15

Die interessanten Ausführungen des Neurowissenschafters Marc Lewis bedürfen dringend einiger Ergänzungen, sind sie doch im Wesentlichen auf die von ihm als die grossen drei bezeichneten Stoffe Heroin, Crack und Methamphetamin zugeschnitten.

Er übersieht, dass die chemische Substanz Alkohol im Gehirn nicht nur neuronale Veränderung bewirkt, wie andere Süchte, sondern als Zellgift auch massenhaft Hirnzellen abtötet, was im Endeffekt zum Delirium Tremens und zum Tod führen kann. Dazu erzielt Alkohol im ganzen Körper schädliche Wirkungen, die WHO spricht von rund 60 verschiedenen Krankheiten, vor allem Krebsarten, bei denen Alkohol als Haupt- oder Nebenursache auftritt. Vor allem bekannt ist die Leberzirrhose, die meist tödlich endet, wenn kein Transplantat zur Verfügung steht.

„Diese grossen Drei“ verlieren gegenüber Alkohol auch an Bedeutung, wenn die soziale Komponente dazugerechnet wird. Als sozial-medizinische Droge steht Alkohol in Bezug auf die Gefährlichkeit weit an der Spitze. Obwohl es bis zu einer vollen Abhängigkeit Jahrzehnte dauern kann, wirkt Alkohol schon viel früher bei kleinen Mengen krebsfördernd. Im euphorischen oder aggresiven Zustand, mit je nach Alkoholverträglichkeit niedrigem oder höherem Alkoholpegel, werden Verträge oder Gesetze beschlossen (siehe Weltwoche-Artikel), werden Familien zerstört, Kinder unglücklich gemacht, ihrer Jugend und Zukunftschancen beraubt, Verbrechen begangen, unsägliches Leid verursacht, ganz abgesehen von den Milliarden an Sozialkosten, die wir alle tragen.

Damit nicht genug: Als gesellschaftlich akzeptierte Droge, von einer globalen Industrie mit unbeschränkten Mitteln gepusht, hat sich der Alkohol in unserm Leben derart breitgemacht, dass weder Politik noch Medien sich trauen, gegen diese Vergiftung namhaften Widerstand zu leisten und die Bevölkerung zu schützen. Im Gegenteil werden Barrieren, die während Jahrzehnten erkämpft wurden, laufend abgebaut.

Was Marc Lewis zum Genesungsprozess sagt, trifft weitgehend auch auf die Alkoholsucht zu. Zum Drehtürmechanismus im Zusammenhang mit Entzugskliniken muss immerhin hinzugefügt werden, dass bei uns bereits in den 1980er-Jahren bewusst vor allem von Freiwilligen-Institutionen (z.B. IOGT) darauf hingearbeitet wurde, dass die Entlassenen sofort den Übergang in eine Selbsthilfegruppe schaffen, damit die Wiedereingliederung in die Gesellschaft, mit ihren vielen Versuchungen, gelingen kann. Wer so weit kommt, hat wahrlich Heroisches geleistet und verdient alle Hochachtung und Unterstützung seiner Umgebung.

Freundliche Grüsse und die besten Wünsche zum neuen Jahr

Hermann T. Meyer, Effretikon

(nicht veröffentlicht)

Kategorie: Alkoholindustrie, Alkoholsteuern, Allgemein, Eltern, Gesundheit, Gewalt/Kriminalität, Jugend, Kinder, Leserbriefe, Medien, Medizin, Neues Alkoholgesetz (CH), Nichtübertragbare Krankheiten, Politik, Rehabilitation, Schweiz, Sozialkosten, Verhältnis-Präv., Veröffentlichungen, Weltgesundheits-Org., Werbung | Keine Kommentare »

Leserbrief zu: Bundesrat will Tabakwerbung schweizweit einschränken

Freitag 13. November 2015 von htm

12.11.2015

Redaktion
Tages-Anzeiger
Leserforum
8004 Zürich

Leserbrief zu „Alain Berset legt sich mit Tabakfreunden an“ am 12.11.15

„Der Bund schlägt Alarm“, ein weiterer Artikel in der selben Nummer. Darin wird über eine Studie des BAG berichtet, in der eine Zunahme bei den jungen Rauchern und Raucherinnen dokumentiert wird. Ein langjähriger Abwärtstrend wurde umgekehrt. Der Bundesrat möchte dies korrigieren, indem er vorschlägt die Tabakwerbung bis auf das Sponsoring an Grossveranstaltungen (fertiger Witz) und in Verkaufsstellen zu verbieten.

Die bürgerlichen Parteien wollen dieses Gesetz versenken. Sogar der Kommentator im Tages-Anzeiger schwenkt auf deren Argumentation ein: Statt Werbeverbote müsse es das Umfeld der Jugendlichen richten. Wunderbar! Seit es Tabakprävention gibt, ist dies schon immer eines der Hauptgegenargumente gewesen. Es hat nie funktioniert. Und es wird auch in Zukunft nicht funktionieren, weil die Tabaklobby zu stark ist. Und weil in Ausweitung der Ausführungen von Constantin Seibt auf der Seite „Hintergrund und Debatte“ die Tabak-, wie die Alkoholindustrie, mit ihren Komplizen in den Medien und in der Politik, ein Teil der „Betrugsgesellschaft“ sind.

Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer, Effretikon

(mit Kürzungen am 13.11.15 veröffentlicht)

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Intervention: Sport und Alkohol

Sonntag 25. Oktober 2015 von htm

23.10.2015

An die Leitungsgremien des

Turnvereins Effretikon, Erwin Morf, Präsident
Zürcher Turnverband, Frank Günthardt, Präsident
Schweizerischer Turnverband, Erwin Grossenbacher, Zentralpräsident
Bundesamt für Sport, Matthias Remund, Direktor (zur Kenntnisnahme)

 

Liebe Turnkameraden, sehr geehrter Herr Direktor,

Ich habe heute einen Leserbrief an den Tages-Anzeiger gesandt, der mit einer Aufforderung an das neugewählte Parlament schliesst. (siehe Beilage)

Er hätte auch genauso gut mit einer Aufforderung an die Verantwortlichen der Turnerfamilie enden können.

Seit ich in den letzten drei Jahren als Männerriegler an zwei Regionalmeisterschaften teilgenommen habe, frage ich mich, ob ich in dieser Familie nicht fehl am Platz bin. Ich habe als Sohn eines Alkohol-Abhängigen Zeit meines Lebens national und international für eine Gesellschaft gekämpft, die weniger vom Alkohol abhängig sein sollte. Ganz im Sinne der alten turnerischen Maxime vom gesunden Geist in einem gesunden Körper. Was sich aber an diesen besuchten Regionalmeisterschaften abspielte, spottet jeder Beschreibung: Reine Oktoberfeststimmung. Dreiviertel der riesigen Festzelte stehend auf den Tischen, die Biergläser schwenkend und dem Einpeitscher am Mikrofon die ordinären deutschen Oktoberfestsongs nachbrüllend. Das während mehrerer Stunden und bei steigendem Bierkonsum. Von jung bis alt.

Von „meinen“ Männerrieglern kann ich allerdings erfreut feststellen, dass sie eher betreten zuschauten.

Ist es wirklich nötig, das Turnervolk auf diesem primitiven Niveau und gesundheitsschädigend zu unterhalten? Haben wir nicht genügend eigene Folklore und Komiker, wo wir uns doch sonst so patriotisch geben? Ist der finanzielle Beitrag der Alkoholindustrie derart schwerwiegend, dass wir ihnen unsere Jungen opfern müssen? Ist es sinnvoll, in einem stetigen Wettkampf zwischen den Austragungsorten solcher Veranstaltungen immer noch grössere Events anzustreben, mit noch grösseren Budgets, damit die Alkoholwerbung noch mehr Fuss fassen kann? Olympiaden und die FIFA sind unrühmliche Vorbilder.

Sie haben es mit Ihren befreundeten Parlamentariern in der zu Ende gehenden Legislatur erreicht, dass das Alkoholsponsoring im Sport nicht verboten wurde. Sie haben auch die Zürcher Initiative gegen Alkoholwerbung in den Stadien zu Fall gebracht. Und Sie sind mitverantwortlich für die immer noch zunehmende Alkoholisierung unserer Jugend. Gibt Ihnen das wirklich nicht zu denken?

Freundliche Grüsse

Hermann Meyer

Kategorie: Alkoholindustrie, Allgemein, Alter, Aufruf, Dokumente, Erhältlichkeit, Feste und Feiern, Gesundheit, Interventionen einzeln, Jugend, Konsumhaltung, Kultur, Politik, Prominenz, Schweiz, Sport, Veranstaltungen, Verhältnis-Präv., Werbung, Zitate | Keine Kommentare »

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