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Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Archiv für die Kategorie 'Geschichten'

Gastkommentar zu Artikel in der NZZ zum dänischen Film Druk

Freitag 4. Juni 2021 von htm

Der Kater kommt auf leisen Sohlen 

NZZ vom 10.5.2021 

Brillant hat Redaktor Bühler das Geschehen im neuesten dänischen Film „Druk“ beschrieben. Man bekommt eine gute Präsentation dessen, was das Werk des Regisseurs Vinterberg vermitteln will, und das Bild des saufenden Lehrers mit seiner Schülerschar im Zentrum der Seite ergänzt den Text anschaulich. Aspekte verschiedenster Art werden beleuchtet, und das Bemühen, nebst den hochgejubelten Wirkungen des Alkoholgebrauchs auch die negativen Folgen zu erwähnen, ist einigermassen zu erkennen.

Trotzdem bleibt ein ungutes Gefühl. Man fragt sich unwillkürlich, ob wirklich der Stellenwert der beiden Gegenpole realistisch und ausgewogen gewichtet wurde. Ein bisschen Spass und Animation durch berauschende Getränke – das tönt harmlos, aber allein in der kleinen Schweiz beispielsweise leben rund 250000 Alkoholiker, bei denen, um die Worte Bühlers zu benützen, „das Drama seinen Lauf“ genommen hat. Den betroffenen Familien und ihrem Umfeld wird immenses Leid zugefügt, und diese Leute werden das Hochlebenlassen des Alkohols zweifellos als bitteren Hohn empfinden. Bei „Man kann (und soll) sich einen Tag schöntrinken“ hätte Bühler deshalb meines Erachtens die zwei Wörter in Klammer besser weggelassen.

Hans-Peter Köhli, Zürich

(mit Kürzungen veröffentlicht)

(mit freundlicher Erlaubnis des Autors)

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Leserbrief zum Artikel über das Fête des Vignerons im Tages-Anzeiger

Mittwoch 21. August 2019 von htm

5.8.2019

Tages-Anzeiger
Leserforum
Zürich

Per e-mail

Leserbrief zu „Zürich schampar joli an der Fête des Vignerons in Vevey“, Tages-Anzeiger vom 5.8.19

Man lese und staune: Unsere Regierungspräsidentin Carmen Walker Späh, die Liberale von der Partei mit der Eigenverantwortung, bei der das Recht auf Rausch zu den zivilisatorischen Grundwerten zählt, bekennt sich (wahrscheinlich zum ersten Mal) zur Prävention. Sie rät der andächtig zu ihr aufschauenden Bevölkerung: „Wichtige Geschäfte soll man immer zweimal besprechen – zuerst betrunken und dann nüchtern“.

Warum fällt mir da sofort die Affäre ihres Parteikollegen BR Cassis ein mit dem Tabaksponsoring für den Schweizer Pavillon an der nächsten Weltausstellung? Nur muss da die zweite Besprechung erst nach den empörten Protesten stattgefunden haben. Verzögert sich die Einigung mit der EU wohl auch deshalb, weil die Schweizer Verhandlungspartner immer noch bei der ersten Besprechung stehen geblieben sind?

Unserer Regierungspräsidentin gebührt jedenfalls grosser Dank für diesen Einblick in die politischen Meinungsbildungsprozesse. Dass Alkohol dabei eine wichtige Rolle spielt, wissen wir zwar schon lange, aber von so kompetenter Stelle wurde uns dieser Sachverhalt noch kaum je erläutert.

Freundliche Grüsse

Hermann  T. Meyer
Effretikon

(nicht veröffentlicht)

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Leserbrief zum schweiz. Aktionstag Alkoholprobleme

Dienstag 29. Mai 2018 von htm

27.05.2018

Zürcher Oberland Medien AG
Redaktion
Rapperswilerstrasse 1
8620 Wetzikon

E-Mail: redaktion@zol.ch

Leserbrief zu „Auf der Strasse des Rauschs Richtung Nirgendwo“ Im Zürcher Oberländer vom 24.5.18

Aus Anlass des alljährlich stattfindenden schweizerischen Aktionstages „Alkoholprobleme“ brachte der Zürcher Oberländer eine Seite über eine Effretikerin, die an dieser Krankheit leidet. Zuerst einmal danke, dass Sie wieder einmal auf unser grösstes sozialmedizinisches Problem mit diesem Artikel hinweisen. Es wurde in den letzten Jahren sträflich vernachlässigt.

Als Kenner des Problems möchte ich zusätzlich auf ein paar Besonderheiten hinweisen: Dass es schwierig ist, seinen Drang nach Alkohol zu zügeln hat vor allem auch damit zu tun, dass Alkohol eine abhängigmachende und persönlichkeitsverändernde Droge ist. U.A. wird die Willenskraft geschwächt, die Rückfallgefahr besteht bis zum Lebensende.

Im Bericht steht nichts über die Wichtigkeit einer Nachbetreuung in der Gruppe. Einige Alkoholberatungsstellen oder Vereine bieten solche Gesprächskreise an, in denen vor allem der Wiedereintritt in die Gesellschaft nach einer Kur geübt und gestärkt werden kann. In der Forel-Klinik finden ab und zu Veranstaltungen statt, an denen solche Angebote vorgestellt werden.  Auch der erwähnten Frau Gerber würde eine solche Gruppentherapie wahrscheinlich helfen.

Vier Monate ist Frau Gerber „trocken“ und denkt schon daran, den Konsum wieder kontrolliert aufzunehmen. Sie glaubt, sie sei stärker als das Verlangen. Ein trügerischer Glaube. Herr Dinter,  der Therapeut, hat recht, wenn er sagt, es sei leichter, ganz abstinent zu leben. Hoffentlich kommt Frau Gerber möglichst bald auch zu dieser Einsicht.

Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer
Effretikon

(unbekannt ob veröffentlicht)

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Gesundheitsdirektor stellt sich unwissend

Dienstag 29. Mai 2018 von htm

29.5.2018

Tages-Anzeiger
Leserforum
Zürich

Per e-mail

Leserbrief zu „Reinigendes Sommergewitter“ vom 29.5.18

Normalerweise interessieren Alkoholprobleme den Normalbürger nur, wenn er selber plötzlich und unverschuldet zum Betroffenen wird, das kann sogar tödlich sein.

Von einem langjährigen Regierungsrat und sogar Gesundheitsdirektor erwartet man, dass er über Alkoholprobleme Bescheid weiss und sich politisch mit ihnen auseinandersetzt. Umso erstaunlicher wirkt die Aussage von Thomas Heiniger, nachdem er mit seinem erwachsenen Sohn im FCZ-Extrazug nach dem Cupsieg auf der Heimreise beinahe in eine Schlägerei verwickelt worden war: „Die rohe, willkürlich eingesetzte Gewalt ist ihm völlig unverständlich“.

Völlig unverständlich ist, dass dem abtretenden Regierungsrat all die vielen Debatten über Fan-Gewalt im und ums Stadion, auf dem Weg vom und zum Stadion, und in den SBB-Zügen, im Zusammenhang mit Alkohol, aus dem Bewusstsein gewichen sind. Völlig verständlich ist hingegen, dass mit einer solchen Verdrängungshaltung auf Regierungsstufe keine Besserung der Verhältnisse erwartet werden kann.

Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer
Effretikon

(pendent)

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Trier feiert Karl Marx

Mittwoch 23. Mai 2018 von htm

Im Artikel Der Revolutionär und der Wein“ wird im Tages-Anzeiger vom 18. Mai 2018 Karl Marx gedacht, dessen 200. Geburtstag in Trier gefeiert wird. Dabei erfährt der Leser mit Interesse, dass Karl Marx in seinem Denken stark von der damaligen fast 30-jährigen Weinbaukrise an der Mosel geprägt worden war. «Wie der Wein Karl Marx zum Kommunisten machte», heisse auch eine Stadtführung unter Bezug auf das gleichnamige Buch von Jens Baumeister. „Trunksucht, Not und Hunger breiteten sich epidemisch aus, die Auswanderungswelle nach Übersee setzte ein. Marx, der in Trier 1835 sein Abitur ablegte und dessen Eltern auch ein paar Weinparzellen besassen, erlebte diese Krise hautnah mit.“

Kommentar: Wie würde Karl Marx wohl auf unsere Alkoholkrise – auf die Macht des heute herrschenden Alkohol-Kapitals – reagieren?

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Kommentar auf Webseite von Dr. von Hirschhausen

Mittwoch 1. Februar 2017 von htm

Lieber Herr Dr. von Hirschhausen,

Als ich die Seite 226 Ihres Buches „Wunder wirken Wunder“  gelesen hatte, schrieb ich Ihnen einen ersten Kommentar. Jetzt muss ich mich nochmals melden, da ich auch das Kapitel „Prost“ hinter mir habe.

Das moralische Dilemma, Alkohol zu empfehlen, ist Ihnen nicht ganz bewusst. Nicht nur trinken Millionen Menschen zu viel, es sterben jährlich etwa 5 Millionen Menschen daran. Die meisten in Europa, weil hier am meisten getrunken wird. Am schlimmsten finde ich es, dass Millionen von Kindern in ihrer Kindheit und Jugend daheim alkoholbedingt die Hölle durchmachen, später verminderte Lebenschancen haben und kaum jemand merkt etwas.

Dass Sie die sauberen Blutgefässe gestorbener Alkoholiker beeindruckt hat, verstehe ich. Dass Sie mit Ihrer demonstrativ kritischen Haltung allein aus diesem Erlebnis heraus mässigen Alkoholgenuss empfehlen, überrascht mich doch.  Allein in meinem beschränkten Umfeld kann ich Ihnen eine Handvoll Freundinnen und Freunde aufzählen, lebenslang abstinente, die Mitte der Neunziger sind und keine Anzeichen von Herzinfarktanfälligkeit zeigen. Ich selber bin 79, mein ganzes Leben abstinent und erhielt kürzlich nach einem Lungen CT den Bescheid, dass in meiner Herzgegend  0,0 Kalkabsonderungen gefunden wurden. Mein Vater hingegen starb mit 59 am ersten Herzinfarkt, bis 50 hatte er ein Alkoholproblem, dann wurde er trocken. Allerdings vereinigte er auch die andern Risikofaktoren auf sich: Rauchen und Übergewicht.

Würde Ihre Theorie stimmen, hätten all die vielen sogenannt wissenschaftlichen Untersuchungen, die mässigen Alkoholgenuss gesundheitlich positiv bewerteten, für die abstinenten Kontrollgruppen jeweils viel besser herauskommen müssen, da in diesen  Gruppen viele ehemalige Alkoholiker versteckt waren.

Sie bleiben bis zum Schluss dabei, mässiger Alkoholkonsum sei lebenverlängernd. Vom Präventivstandpunkt aus muss diese Botschaft klar verneint werden. Die WHO bringt Alkohol mit 60 Krankheiten in Verbindung, als Haupt- oder Nebenursache. Bereits ein Glas steigert das Krebsrisiko messbar.

Sie werden mit Ihrer grossen Fangemeinde Ihrer Verantwortung nicht gerecht. Auch wenn Sie am Ende des Kapitels noch Jesus als Beweis herbeibemühen. Wissen Sie, dass seit der Reformation, d.h. seit Luthers Bibelübersetzung, in der Bibel sowohl deutsch als englisch alles, was mit Trauben und ihren Produkten zusammenhängt, mit Wein übersetzt wird? Das könnte man als erste grosse „Fake-News“ der Geschichte bezeichnen. Auch Sie sind darauf hereingefallen. Vielleicht sind Sie ja lernfähig?

Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer

Hier der erste Kommentar:

10. Januar um 18:49 ·

 Lieber Herr von Hirschhausen,

Seit Weihnachten bin ich begeisterter Leser Ihres wunderbaren Buches. Nur auf Seite 226 stockte ich. Da schreiben Sie dem Alkohol bei mässigem Genuss eine Risikoverminderung bei Herzinfarkt, Diabetes und Alzheimer zu. Hat Sie da plötzlich die von Ihnen mit Recht propagierte Vorsicht bei wissenschaftlichen Studien verlassen? In den ersten 10 Jahren unseres Jahrhunderts hat die Alkoholindustrie massenhaft Studien mit gesundheitlich positiven Wirkungen herausgebracht, die von den Medien meist kritiklos und gross weiterverbreitet wurden. Als dann Studien mit gegenteiligen Resultaten erschienen, war in den Medien kaum etwas zu lesen. Ich habe diese Entwicklung auf meiner Webseite gesammelt. (www.alkoholpolitik.ch) Dieser Kampf David gegen Goliath würde einen währschaften Thriller abgeben. Meiner Meinung nach müssten sie diesen Satz bei einer Neuauflage entfernen. Er leistet der Volksgesundheit einen Bärendienst – sogar wenn er stimmen würde.
Abgesehen davon wünsche ich weiterhin viel Erfolg im neuen Jahr. Hermann T. Meyer

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Leserbrief zu berauschten WK-Soldaten am WEF

Dienstag 26. Januar 2016 von htm

23.01.2016

Redaktion
Tages-Anzeiger
Leserforum
8004 Zürich

Leserbrief zu „Berauscht in den Dienst“ am 23.1.16

12 Wehrmänner rückten zum WK ans WEF ein, die Cannabis und/oder Kokain konsumiert hatten. Bei der Eingangskontrolle wurden sie erwischt und erwarten nun ein Strafverfahren. Sowohl die SP-Nationalrätin Galladé wie der SVP-Nationalrat Hurter wollen dies nicht überbewerten, das sei „ein Abbild der Gesellschaft“. Hurter ist sogar traurig, dass der Drogenkonsum zugenommen hat. Da kommen einem wirklich die Tränen. Ausgerechnet ein SVP-Politiker beklagt den Drogenkonsum, wo doch seine Partei alles daran setzt, unserer gefährlichsten Droge, Alkohol, möglichst ungehinderte Verbreitung zu sichern.

Sind wohl die Eingangskontrollen immer so erfolgreich und lückenlos? Gibt es ein Restrisiko? Wir erinnern uns mit gemischten Gefühlen an den früheren alkoholkranken Polizeichef des WEF. Kollateralschäden in Zeiten des Terrors sind ähnlich wie an der Fasnacht, am Turnfest oder am wöchentlichen Wochenendbesäufnis: Die Verantwortung trägt die Gesellschaft, d.h. ihre Vertreter in der Politik, welche die nötigen gesetzlichen Rahmenbedingungen nicht schaffen. Wie wär‘s mit Eingangskontrollen im Parlament? Herr Köppel (SVP) mindestens müsste einverstanden sein.

Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer, Effretikon

(am 26.1.16 mit einer Kürzung veröffentlicht)

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Leserbrief zum Ende der Legislatur

Samstag 3. Oktober 2015 von htm

28.09.2015

Redaktion
Tages-Anzeiger
Leserforum
8004 Zürich

Leserbrief zu „Kurz notiert: Fünf Männer verbrannt“ am 28.9.15

Gestern abend die von vielen freudig erwartete Rückkehr von Giaccobo/Müller auf den Bildschirm. Man durfte hoffen, dass die lange Sendepause viele kritische Beiträge hätte entstehen lassen. Aber weit gefehlt. Die Sendung ist zur Blödelschau verkommen. Wer pointierte Politsatire sucht, muss jetzt zur Heute-Schau des ZDF, zu Pelzig hält sich oder andern deutschen Programmen wechseln. Dabei hätte es genug Stoff für angriffige Nummern gegeben. Z.B. die Abschiedstränen am Ende der Legislatur in Bern und die vielen Rückblicke auf geleistete Arbeit der PolitikerInnen.

Ob ein Toni Bertoluzzi auch Tränen vergossen hat beim Anblick des ausgebrannten VW Golf im Wald von Rheinfelden, in dem fünf Männer in einer Partynacht einen grausamen Tod fanden? (Zwei junge Frauen überlebten schwerverletzt.) Er, der als sogenannter „Gesundheitspolitiker“ massgebend dazu beigetragen hat, dass „Prävention“ zum Schimpfwort gemacht worden ist. Dass die Alkoholverwaltung von einer wichtigen Säule der Alkoholprävention zu einem Finanzapparat zum Wohle der Alkoholindustrie umstrukturiert worden ist. Dass die einstige in der Bundesverfassung verankerte Zielsetzung der Verminderung des Alkoholkonsums nicht wie versprochen in die Gesetze und Verordnungen einfloss. Dass das Alkoholsponsoring bei Sportverbänden nicht verboten wurde. Usw., usf.

Diese für unser Land schwerwiegenden Fehlleistungen sind natürlich nicht nur Bortoluzzi sondern der ganzen Rechten und ihren Verbündeten in der Mitte anzulasten. Man muss für die Zukunft für den Abschluss der neuen Alkoholgesetzgebung Schlimmes befürchten, wenn man den Prognosen glaubt, dass die Rechte bei den eidgenössischen Wahlen, wie eben in Österreich, noch zulegen wird. Es würde nicht überraschen; sie vermögen einfach meisterhaft, aus dem Flüchtlingselend Kapital zu schlagen. Aber vielleicht finden sie ja auch, die Kollateralschäden auf dem Altar ihrer Alkoholpolitik seien schon gross genug (siehe Rheinfelden, alkoholbedingte Sex-Skandale bei PolitikerInnen, Folgen der Partyszene für die Jugend, Billig-Alkohol, 24-Stunden-Alkoholshopping, Turnfeste, die in Oktoberfeststimmung im Bier ersaufen, etc.), da bräuchten wir nicht noch die Not der Flüchtlinge bei uns. Ob die bald neugewählten ParlamentarierInnen und BundesrätInnen beim abzulegenden Amtseid überlegen werden, was der bedeutet?

Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer, Effretikon

(nicht veröffentlicht)

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Neue Presse-Runde im Zuger Sex-Skandal

Donnerstag 7. Mai 2015 von htm

7.4.2015

Redaktion
Tages-Anzeiger
Leserforum
8004 Zürich

 

Leserbrief zu „Die küssen sich, was tun wir?“ Und „Kulturkampf in der Blocher-Falle“ am 7.4.15

Zum wiederholten Male wird dem Zuger Sex- und Politiker-Skandal eine ganze Seite gewidmet. Ohne neue Erkenntnis, dafür mit einer Frage: „Was tun wir?“ Gemeint sind wohl in erster Linie die ebenfalls anwesenden ParteifreundInnen der Jolanda Spiess, die wenigstens mündlich versuchten, sie auf den Pfad der Tugend zurückzubringen, aber entnervt aufgaben. Die Frage könnte sich aber auch an uns alle richten, die wir immer wieder in eine ähnliche Situation geraten können.

Dazu müsste man natürlich wissen, wie Alkohol wirken kann: Nicht bei allen gleich. Vier Drinks sind bei einer Frau möglicherweise schon genug für einen Filmriss. Wobei das Erinnerungsvermögen nachher bekanntlich beeinträchtigt ist. Vielleicht waren es ja auch mehr. Wahrscheinlich wäre es besser gewesen, die Zeugen des Ereignisses hätten nicht resigniert, sondern freundlich aber bestimmt die Alkoholisierte untergefasst und aus der Gefahrenzone gebracht.

Wenn sich die Frage „Was tun wir“ aber an uns alle richtet? Sollten wir aus der Geschichte etwas lernen? Auf der gegenüberliegenden Seite gibt uns Rudolf Strahm am Ende seines Artikels eine Antwort, die genau passt: „Aber wenn sich viele immer wieder die Frage nach eigenen Themen stellen, ist das schon die halbe Lösung.“ Das passende Thema hier wäre, der Schweiz endlich eine Alkoholpolitik zu geben, die der Bevölkerung und dem Land nützt und beiträgt, uns solche Dramen wie in Zug, die sich in der Schweiz tagtäglich in irgendeiner Form ereignen, immer mehr zu ersparen. Bei diesem Thema würde die Blocher-Partei ganz sicher nicht versuchen, die Leadership an sich zu reissen.

Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer, Effretikon

(nicht veröffentlicht)

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Leserbrief zu „Migros die Welt Nr. 1“

Dienstag 17. Februar 2015 von htm

03.02.2015

Migros Magazin
Postfach
8031 Zürich

per e-mail: redaktion@migrosmagazin.ch

Leserbrief zu „Weltweit die Nummer eins“ vom 2.2.15

Unter Punkt 5 Produkte und Dienstleistungen ging die wichtigste und nachhaltigste Leistung der Migros und vor allem ihres Gründers Gottlieb Duttweiler vergessen: Der Verzicht, in der Migros alkoholische Getränke zu verkaufen. Wenn man weiss, dass die Erhältlichkeit von Alkohol neben der Preisgestaltung das zweitwichtigste Kriterium ist, das den Gesamtkonsum von Alkohol beeinflusst, kann diese Leistung nicht hoch genug eingeschätzt werden.

Auch wenn die Migros-Leitung in den Tochtergesellschaften, unter Missachtung des Gründerwillens, den Verkauf alkoholischer Getränke durchgesetzt hat, und die migroseigenen alkoholführenden Denner-Filialen seit einiger Zeit neben den Migros-Supermärkten platziert werden, hat unser Volk doch während Jahrzehnten von dieser segensreichen Geschäftspraxis profitieren dürfen. Und die Migros hat bewiesen, dass es möglich ist, auch ohne den lukrativen Alkoholhandel im heutigen erbarmungslosen Wettbewerb bestehen zu können. Dies wäre auch eine Feier wert.

Mit freundlichen Grüssen

Hermann T. Meyer

(nicht veröffentlicht)

 

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