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Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Archiv für Mai 2018

Leserbrief zum schweiz. Aktionstag Alkoholprobleme

Dienstag 29. Mai 2018 von htm

27.05.2018

Zürcher Oberland Medien AG
Redaktion
Rapperswilerstrasse 1
8620 Wetzikon

E-Mail: redaktion@zol.ch

Leserbrief zu „Auf der Strasse des Rauschs Richtung Nirgendwo“ Im Zürcher Oberländer vom 24.5.18

Aus Anlass des alljährlich stattfindenden schweizerischen Aktionstages „Alkoholprobleme“ brachte der Zürcher Oberländer eine Seite über eine Effretikerin, die an dieser Krankheit leidet. Zuerst einmal danke, dass Sie wieder einmal auf unser grösstes sozialmedizinisches Problem mit diesem Artikel hinweisen. Es wurde in den letzten Jahren sträflich vernachlässigt.

Als Kenner des Problems möchte ich zusätzlich auf ein paar Besonderheiten hinweisen: Dass es schwierig ist, seinen Drang nach Alkohol zu zügeln hat vor allem auch damit zu tun, dass Alkohol eine abhängigmachende und persönlichkeitsverändernde Droge ist. U.A. wird die Willenskraft geschwächt, die Rückfallgefahr besteht bis zum Lebensende.

Im Bericht steht nichts über die Wichtigkeit einer Nachbetreuung in der Gruppe. Einige Alkoholberatungsstellen oder Vereine bieten solche Gesprächskreise an, in denen vor allem der Wiedereintritt in die Gesellschaft nach einer Kur geübt und gestärkt werden kann. In der Forel-Klinik finden ab und zu Veranstaltungen statt, an denen solche Angebote vorgestellt werden.  Auch der erwähnten Frau Gerber würde eine solche Gruppentherapie wahrscheinlich helfen.

Vier Monate ist Frau Gerber „trocken“ und denkt schon daran, den Konsum wieder kontrolliert aufzunehmen. Sie glaubt, sie sei stärker als das Verlangen. Ein trügerischer Glaube. Herr Dinter,  der Therapeut, hat recht, wenn er sagt, es sei leichter, ganz abstinent zu leben. Hoffentlich kommt Frau Gerber möglichst bald auch zu dieser Einsicht.

Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer
Effretikon

(unbekannt ob veröffentlicht)

Kategorie: Alkoholkrankheit, Allgemein, Geschichten, Gesundheit, Leserbriefe, Medien, Rehabilitation, Schweiz, Veröffentlichungen | Keine Kommentare »

Trier feiert Karl Marx

Mittwoch 23. Mai 2018 von htm

Im Artikel Der Revolutionär und der Wein“ wird im Tages-Anzeiger vom 18. Mai 2018 Karl Marx gedacht, dessen 200. Geburtstag in Trier gefeiert wird. Dabei erfährt der Leser mit Interesse, dass Karl Marx in seinem Denken stark von der damaligen fast 30-jährigen Weinbaukrise an der Mosel geprägt worden war. «Wie der Wein Karl Marx zum Kommunisten machte», heisse auch eine Stadtführung unter Bezug auf das gleichnamige Buch von Jens Baumeister. „Trunksucht, Not und Hunger breiteten sich epidemisch aus, die Auswanderungswelle nach Übersee setzte ein. Marx, der in Trier 1835 sein Abitur ablegte und dessen Eltern auch ein paar Weinparzellen besassen, erlebte diese Krise hautnah mit.“

Kommentar: Wie würde Karl Marx wohl auf unsere Alkoholkrise – auf die Macht des heute herrschenden Alkohol-Kapitals – reagieren?

Kategorie: Alkoholindustrie, Alkoholkrankheit, Allgemein, Armut, Geschichten, Gesundheit, Internationales, Medien, Politik, Prominenz, Veröffentlichungen, Wirtschaft, Zitate | Keine Kommentare »

Leserbrief zu Leserbriefen: „Alkohol schlägt aufs Gehirn“

Sonntag 13. Mai 2018 von htm

11.5.2018

Tages-Anzeiger
Leserforum
Zürich

Per e-mail

Sehr geehrte Leserbrief-Redaktion,

Vielen Dank, dass Sie meinen Leserbrief heute fast ungekürzt gebracht haben. Als Gegengewicht haben Sie einige Online-Kommentare aus der Internet-Ausgabe übernommen. Es wäre positiv, wenn Sie eine Erwiderung auf diese Kommentare mit nachfolgendem Text zuliessen. Besten Dank!

Leserbrief zu Leserbriefen über„Alkohol schlägt auch aufs Gehirn“, vom 7.5.18/11.5.18

In unserer Zeit der Fake-News sollte es möglich sein, auch auf einer Leserbriefseite gewisse Äusserungen richtigzustellen.

Bereits der Titel stimmt leider in dieser absoluten Form nicht. Will man die Alkohol-Schäden auf Landesebene verringern, geht es kaum ohne Verbote und Preisinterventionen. Das ist Prävention, wenn der Einzelne Einschränkungen auf sich nimmt, um dem Gesamtwohl zu dienen. Was schon lange bekannt war, hat die WHO 2010 in ihrer einstimmig angenommenen Resolution über eine globale Alkoholstrategie dargestellt: Die drei wirksamsten Massnahmen zur Schadensbekämpfung sind die Verteuerung der Produkte, die Einschränkung der Verfügbarkeit und die Reduzierung der Werbung; in dieser Reihenfolge.

Das Beispiel Skandinavien, das oft als Gegenbeweis angeführt wird, ist nicht stichhaltig. Dort herrscht eine andere Trinkkultur als in Mitteleuropa. Der Gesamtkonsum ist trotz dieses Alkoholtourismus‘ etwa gut halb so hoch wie bei uns, die Schäden sind entsprechend geringer. Die grosse Mehrheit ist eben sehr mässig beim Alkoholkonsum. Als die EU Schweden zwang, die Alkoholsteuern zu senken, sind die Schäden sprunghaft angestiegen.

Ob jemand länger leben will oder nicht, hat mit der Alkoholfrage nur indirekt zu tun. Das ist wirklich Privatsache. Für mich ist klar, wer lebenslang alkoholfrei lebt, hat eine grosse Chance lange und mit klarem Geist leben zu können. Eine Freundin hatte mit 97 Jahren genug, einer wurde auch diesen Frühling 100 Jahre alt, zwei werden es hoffentlich nächstes Jahr und alle bei frischem Geiste. Andererseits muss auch klargestellt sein, dass Untersuchungen immer nur Mittelwerte hervorbringen, die Abweichungen in beide Richtungen zulassen.

Herr Schrader hat offenbar den Artikel über die Studie nicht gelesen, dort steht der von ihm vermisste Hinweis drin. Herr Zulli würde gern wissen, wer die Studien finanziert hat. Bei den angeblich 50% gesundheitspositiven Untersuchungen zum Weinkonsum kann er dreimal raten. Dazu kann er noch die ausscheiden, bei denen die Auswahl der sogenannt abstinenten Kontrollgruppen manipuliert worden ist.

Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer
Effretikon

(nicht veröffentlicht)

Kategorie: Alkoholsteuern, Allgemein, Erhältlichkeit, Forschungsbetrug, Gesundheit, Internationales, Leserbriefe, Medien, Medizin, Preisgestaltung, Reklame, Schweiz, Verhältnis-Präv., Veröffentlichungen, Weltgesundheits-Org., Werbung, WHO globale Alkohol-Strategie | Keine Kommentare »

Leserbrief zu „Alkohol schlägt auch aufs Gehirn“

Mittwoch 9. Mai 2018 von htm

Tages-Anzeiger
Leserforum
Zürich                                                                            7.5.2018

Per e-mail

Leserbrief zu „Alkohol schlägt auch aufs Gehirn“, vom 7.5.18

Schon seit Prof. Bunge, 1888 in seiner Antrittsvorlesung über Alkohol, an der Uni Basel oder Prof. Forel an der Uni Zürich hat es auch bei uns viele Untersuchungen über Alkohol und Gesundheit gegeben. Sowohl in den Medien wie in der Politik meist mit wenig Resonanz. Nun kommt noch der Zusammenhang mit den Demenzerkrankungen dazu. Erfreulich, dass der Tagi darüber berichtet.

Bei der WHO spricht man von ca 60 Krankheiten, die durch Alkohol bedingt oder mitbedingt sind. Ob die neuen Erkenntnisse nun unsere bürgerlichen, wirtschaftsfreundlichen PolitikerInnen bewegen wird, ihre Haltung in Bezug auf die Prävention zu ändern? Sie werden laufend von so vielen kleineren Problemchen und dem nächsten Wahlkampf absorbiert, dass sie leider keine Kraft haben, unser grösstes sozial-medizinisches Problem ernsthaft anzupacken. Es gibt natürlich auch andere Gründe für ihre diesbezügliche Passivität: Im Ausland spricht man z.B. von Korruption, wenn sich Politiker von Lobbyisten vereinnahmen und das Gehirn waschen lassen. Bei uns von fehlender Transparenz und geht zur Tagesordnung über. Auch bei Politikern kann Alkohol aufs Gehirn schlagen.

Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer
Effretikon

(veröffentlicht mit kleiner Kürzung am 11.5.18)

Kategorie: Alkoholkrankheit, Allgemein, Forschung, Früherkennung, Gesundheit, Internationales, Leserbriefe, Medien, Medizin, Politik, Prävention, Schweiz, Senioren, Verhältnis-Präv., Veröffentlichungen, Vorsorge | Keine Kommentare »

Online-Kommentar zu Frauenalkoholismus; in der Sonntagszeitung

Montag 7. Mai 2018 von htm

Danke für diesen recherchierten Artikel. Solche sind zu diesem Tabu-Thema leider selten genug. Es gäbe dazu noch viel zu schreiben. Z.B. dass die Nachsorge in den erwähnten beiden Fällen offenbar versagte oder nicht vorhanden war. Nach dem Klinikaustritt sollten die Patienten unbedingt sofort Anschluss in einer Nachsorgegruppe finden. In der Forel-Klinik finden dazu spezielle Veranstaltungen statt, wobei die PatientInnen die Angebote von Gruppen kennenlernen können.
Andere Themen wären die Mitverantwortung der Gesellschaft oder die Kinder, die in alkoholbelasteten Familien aufwachsen müssen.
Am heutigen Tag der Medien muss leider auch darauf hingewiesen werden, dass es immer weniger Journalisten und Verleger gibt, die diesem Thema Beachtung schenken und sich darin auskennen.

Quelle: Sonntagszeitung, 6.5.18: „Die verborgene Sucht“

 

 

 

 

Kategorie: Alkoholkrankheit, Allgemein, Gesundheit, Jugend, Kinder, Konsumhaltung, Leserbriefe, Medien, Politik, Rehabilitation, Schweiz, Veranstaltungen | Keine Kommentare »

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