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Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Archiv für die Kategorie 'Kinder'

Leserbrief zu Artikel über das geplante Labelling in Irland

Dienstag 20. Juni 2023 von htm

Leserbrief zu «Warnkleber helfen nur Politikern» Tages-Anzeiger vom 8.6.23
Jean-Martin Büttner hat wieder einmal viel Fachkenntnis bewiesen. Bei den nötigen Massnahmen hebt er eine Möglichkeit, die Verfügbarkeit einzuschränken und den Jugendschutz hervor. Wahrscheinlich, weil er dem wirksamsten Mittel, den Konsum zu senken, nämlich die Preisgestaltung, kaum Chancen einräumt.

Seine dritte Massnahme, eine bessere Betreuung der Angehörigen, wurde noch kaum je in der Öffentlichkeit hervorgehoben. Dass 100’000 Kinder und Jugendliche in alkoholbelasteten Familien die Hölle erleben, sollte die PolitikerInnen wachrütteln.

Der kurze Schlussabschnitt «Wer sich nicht helfen lässt, handelt egoistisch. Wer den Süchtigen nicht helfen will, verhält sich skrupellos.» müsste noch ergänzt werden: Wer die Alkoholprävention nicht unterstützt schädigt sich und unser Land.

(veröffentlicht am 20.06.2023)

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Leserbrief nochmals zum Thema kontrolliertes Trinken

Samstag 12. Juni 2021 von htm

7.06.2021

Tages-Anzeiger
Leserforum
Zürich

Per e-mail

Leserbrief zu “Das Unweigerliche am ersten Glas ist das zweite” vom 7.6.21

Es ist eigentlich müssig, über die Kosten des kontrollierten Trinkens zu fachsimpeln. Wesentlich sind doch vielmehr die Kosten und die menschlichen Kolateralschäden, die während diesen langen Therapiephasen entstehen. Und diese sollten auf alle Beteiligten grossen Druck ausüben, doch wenn immer möglich die Abstinenz anzupeilen. Am besten mit gleichzeitiger Begleitung in einer Selbsthilfe- oder Abstinentengruppe.

Kontrolliertes Trinken heisst nichts anderes als weitertrinken, in an- und absteigenden Wellen. Das kann ein ganzes Leben dauern. Das kann heissen, auf alle bekannten Arten im Zusammenhang mit Alkohol straffällig werden: Eine Firma in den Ruin treiben, mehrere Ehen zerstören, den Kindern eine grauenvolle Kinder- und Jugendzeit bescheren, häusliche, öffentliche und sexuelle Gewalt. Die Rolle des Alkohols wird oft heruntergespielt, tabuisiert. Unser legales Suchtmittel muss weiter gewinnbringend verkauft werden können.

Und jetzt wird gross diskutiert, wie an Suchttherapien besser gespart werden könnte, bei ein paar tausend Personen pro Jahr, wo es doch gegen 300’000 Alkoholkranke und über 100’000 Kinder und Jugendliche in alkoholkranken Familien in der Schweiz gibt. Die Frage müsste doch lauten: Wie verbessern wir die Alkoholprävention im Einklang mit der WHO,  dass diese Tragödien nicht erst entstehen müssen. Leider haben unsere Politiker und Politikerinnen während der letzten Jahrzehnte mit einer unsäglichen Alkoholpolitik genau des Gegenteil vollbracht.

Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer
Effretikon

(ohne Änderung am 12.6.21 veröffentlicht)

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Leserbrief zur Meldung in der Coopzeitung „Junge Frauen im Alkoholrausch“

Sonntag 11. November 2018 von htm

An die Redaktion
der Coopzeitung

coopzeitung@coop.ch

Sehr geehrte Damen und Herren,

„Junge Frauen im Alkoholrausch“

Ihre Kurznachricht an vorderer Stelle in der letzten Nr. 45 vom 6. Nov. 18 muss für Sie wie eine Erfolgsstory, ein Triumpfgesang tönen: Gemäss der aktuellen Gesundheitsbefragung des Bundesamtes für Statistik hat sich die Zahl der jugendlichen Rauschtrinkerinnen zwischen 2007 und 2017 verdoppelt. Bei den männlichen Jugendlichen gab es einen Anstieg von 19% auf ebenfalls 24%. Ihre Mitwirkung bei der Einführung der Alcopops hat sich somit ausgezahlt. Die Frauen und die Jugendlichen wurden damit für den Alkoholkonsum gewonnen, für Nachwuchs bei den Alkoholschäden haben Sie massgeblich, als grösster Alkoholhändler in der Schweiz mitgesorgt. Mindestens die heutigen über 100’000 Kinder und Jugendliche, die in alkoholbelasteten Familien aufwachsen müssen, und die kommenden Generationen werden es Ihnen hoffentlich danken.

Freundliche Grüsse

Hermann Meyer

(nicht veröffentlicht)

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Leserbrief zu „Kulturverlust durch Abstinenz? Aber nein!

Freitag 21. September 2018 von htm

21.09.2018

Tages-Anzeiger
Leserforum
Zürich

Per e-mail

Betr. Meinungen

Leserbrief zu „Kulturverlust durch Abstinenz? Aber nein! Vom 21.9.2018

Um auf die Frage im Titel genauer zu antworten: Aber nein, sonst hätte die Mehrheit der Erdenbewohner keine Kultur! Und unsere alkoholische Scheinkultur wäre das Mass aller Dinge.

Zum Glück lesen die meisten Leute nur das Fettgedruckte. Immerhin hat Redaktor Hesse im ersten Teil richtige Fakten aufgetischt, aber gegen den Schluss wird er richtig komisch-ironisch. Damit bedient er die offenbar jetzt angesagte Masche, das Alkoholproblem zu verharmlosen. Jetzt, wo die Fakten derart erdrückend wurden, macht man sich lustig und verdeckt das bisherige Versagen.

Dazu wird das Schreckgespenst der totalen Nüchternheit als Ziel von WHO und EU-Kommissär an die Wand gemalt. Dabei war und ist das Ziel der Suchtprävention immer die Reduktion der suchtbedingten Schäden. Das kann erreicht werden, indem möglichst viele Massnahmen grossflächig getroffen werden, die den Konsum senken. Erstmals hat die WHO an ihrer Generalversammlung im Mai 2010 mit ihrer einstimmig verabschiedeten Globalen Alkohol Strategie die wirkungsvollsten Möglichkeiten für eine Konsumreduktion aufgelistet. Dies nach jahrelangen Verhandlungen auch mit der Alkoholindustrie auf allen Kontinenten. Die Schweiz hat mitunterzeichnet und den Beschluss sofort schubladisiert.

Die im Text erwähnte Konsumminderung ist natürlich nicht von selbst eingetreten. Während des ganzen letzten Jahrhunderts tobte ein dauernder Kampf zwischen der Alkoholindustrie, ihrer Lobby in Parlamenten, Regierungen und Medien und der Gesundheitslobby verschiedenster Schattierungen. Einiges wurde erreicht, einiges wurde in diesem Jahrhundert wieder aufgegeben. Begründung: Der Konsum geht ja zurück. Dabei wird verschwiegen, dass der Risikokonsum steigt. Die Schäden sind nach wie vor vorhanden. Von denen spricht niemand.

Bei der Untersuchung der Lebenszufriedenheit wurden sicher nicht die Opfer des übermässigen oder fahrlässigen Alkoholkonsums befragt: Die leidenden Ehepartner, die über 100‘000 Kinder und Jugendlichen in alkoholbelasteten Familien, die vergewaltigten Frauen, die ungeliebten, im Rausch erzeugten Kinder, die Hinterbliebenen von Gewalt- und Unfallopfern, die Invaliden, die Krebskranken, die sexuell ausgebeuteten, die von Hooligans verletzten Polizisten und Rettungsmannschaften, ganz zu schweigen von den Milliarden Franken, die uns diese Droge jährlich kostet. Sie ist die gefährlichste,  wenn man ihre gesellschaftliche Relevanz mitberücksichtigt.

Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer
Effretikon

(nicht veröffentlicht)

Siehe auch WHO Global Status Report on Alcohol and Health 2018

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Online-Kommentar zu Frauenalkoholismus; in der Sonntagszeitung

Montag 7. Mai 2018 von htm

Danke für diesen recherchierten Artikel. Solche sind zu diesem Tabu-Thema leider selten genug. Es gäbe dazu noch viel zu schreiben. Z.B. dass die Nachsorge in den erwähnten beiden Fällen offenbar versagte oder nicht vorhanden war. Nach dem Klinikaustritt sollten die Patienten unbedingt sofort Anschluss in einer Nachsorgegruppe finden. In der Forel-Klinik finden dazu spezielle Veranstaltungen statt, wobei die PatientInnen die Angebote von Gruppen kennenlernen können.
Andere Themen wären die Mitverantwortung der Gesellschaft oder die Kinder, die in alkoholbelasteten Familien aufwachsen müssen.
Am heutigen Tag der Medien muss leider auch darauf hingewiesen werden, dass es immer weniger Journalisten und Verleger gibt, die diesem Thema Beachtung schenken und sich darin auskennen.

Quelle: Sonntagszeitung, 6.5.18: „Die verborgene Sucht“

 

 

 

 

Kategorie: Alkoholkrankheit, Allgemein, Gesundheit, Jugend, Kinder, Konsumhaltung, Leserbriefe, Medien, Politik, Rehabilitation, Schweiz, Veranstaltungen | Keine Kommentare »

Alkohol während der Schwangerschaft

Sonntag 7. Januar 2018 von htm

Ein Glas Wein kann beim Fötus einen Rausch auslösen
Neue Studie zeigt: 40 Prozent der werdenden Mütter 
trinken Alkohol – 20 Prozent sogar jede Woche.
Quelle: Sonntagszeitung, 7.1.18

Online-Kommentar (veröffentlicht):

Hermann T. Meyer

Wir haben in der Schweiz ständig mehr als 100’000 Kinder und Jugendliche, die in Familien mit Alkoholproblemen aufwachsen müssen. Sie gehen oft durch die Hölle, werden falsch eingeschätzt und haben schlechtere Lebenschancen. Dazu kommen nun die erwähnten Kinder, die an der FASD leiden, weil ihre Mutter während der Schwangerschaft nicht auf Alkohol verzichten wollte oder konnte.
Ich habe während 10 Jahren Studien zum Alkoholproblem gesammelt und auf meiner Webseite alkoholpolitik.ch verlinkt. Darunter waren einige, die FASD zum Thema hatten. Auch die WHO befasste sich stark damit.
Eine werdende Mutter hat es in der Hand, ihrem Kind zu einem optimalen Start ins Leben zu verhelfen, indem sie alkohol- und tabakfrei durch die Schwangerschaft geht. Ihr Partner trägt auch eine Verantwortung.

 

Kategorie: Alkoholkrankheit, Allgemein, Eltern, Fetales Alkohol Syndrom (FAS), Foetales Alkohol Syndrom, Gesundheit, Jugend, Kinder, Medien, Schweiz, Statistik, Veröffentlichungen, Weltgesundheits-Org. | Keine Kommentare »

Leserbrief zu: „Das stille Leiden der Kinder“

Montag 20. November 2017 von htm

16.11.2017

Tages-Anzeiger
Leserforum
Zürich

Per e-mail

Leserbrief zu „Das stille Leiden der Kinder“ vom 14.11.17 und „Lasst Kinder Kinder sein!“ vom 16.11.17

Der „Wissen“-Redaktor hat sich grosse Mühe gegeben, die heutige schwierige Situation vieler Kinder zu beschreiben. Seine Analyse im zweiten Artikel wird an der Situation nicht viel ändern. Sie beruht, wie er schreibt, auf  tiefer liegenden, gesellschaftlichen Problemen. Eines hat er dabei nur am Rande erwähnt: Schwierige Familiensituationen. Da hätte er durchaus deutlicher werden können. In keinem der Artikel wird auf die über 100‘000 Kinder eingegangen, die in alkoholbelasteten Familien aufwachsen müssen, oft dann auch noch als Scheidungskinder. Viele gehen durch die Hölle. Ihre Situation wird kaum erkannt, diese Familien halten nach aussen dicht.

Könnte man den Alkoholkonsum der im  Zunehmen begriffenen Risikokonsumenten merklich senken, würde langfristig die Zahl dieser behinderten Kinder abnehmen. Bundesrat und Parlament weigern sich leider, in dieser Richtung etwas zu unternehmen. Sie sind zufrieden, wenn der Gesamtkonsum leicht zurückgeht und liberalisieren im Gegenteil noch bewährte jahrzehntealte Präventionsgesetze. Wen wundert’s? Sie sind selber abhängig – von der Alkohollobby, von der Werbung, von der „Trinkkultur“, vom Verhalten ihrer Kolleginnen und Kollegen und, vielleicht sogar vom Suchtmittel.Dass das Thema Alkohol in diesen Artikeln nicht angesprochen wurde, ist besonders erstaunlich, fand doch gerade heute dazu eine gut besuchte Fachtagung statt. Die Pressemitteilung beginnt so: „Die heutige Fachtagung in Biel zum Thema psychische Erkrankungen von Eltern, Sucht und häusliche Gewalt sorgte für einen vielseitigen Austausch unter den rund 450 Teilnehmenden aus der ganzen Schweiz. Die Auswirkungen auf die Kinder und die Unterstützungsmöglichkeiten für betroffene Familien standen dabei im Fokus.“ „Alle Präsentationen zur Tagung sowie die Liste der präsentierten Angebote und Projekte aus der Praxis werden demnächst auf www.kinderschutz.ch zur Verfügung stehen.

Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer
Effretikon

(am 20.11.17 mit Kürzungen veröffentlicht)

 

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Alkoholverkauf an Minderjährige soll nur noch ein Trinkgeld kosten

Samstag 5. August 2017 von htm

Alkoholverkauf an Minderjährige – Bundesrat ersetzt strafrechtliches Verfahren durch Ordnungsbusse in marginaler Höhe: Der Bundesrat schafft die Bestrafung von Händlern, die Alkohol an unter 16-Jährige und Spirituosen an unter 18-Jährige verkaufen faktisch ab: Anstatt strafrechtlichem Verfahren und Bussen bis zu 80’000.- Franken drohen fehlbaren Händlern in Zukunft nur noch Ordnungsbussen von 200.- Franken. So hält es der Bundesrat in der revidierten Ordnungsbussenverordnung fest, die derzeit in Vernehmlassung ist. Der Fachverband Sucht wehrt sich in seiner Stellungnahme (pdf, 3S.) vehement dagegen und verlangt, dass die betreffenden Punkte ersatzlos aus der Verordnung gestrichen werden.

Quelle: Newsletter Infoset August 2017

Kommentar: Sollte der Bundesrat an dieser Regelung festhalten, können die Testkäufe gleich ganz fallengelassen werden. Nachdem das Parlament es nicht fertig gebracht hat, für die Testkäufe eine genügende gesetzliche Grundlage zu schaffen, wäre diese angekündigte Bagatellisierung ein weiterer Schritt auf dem Weg, den Jugendschutz völlig auszuhebeln. Dabei war der Jugendschutz noch die einzige Alkoholprävention, für die sich Parlament und Regierung im Rahmen ihrer Alkoholliberalisierung einsetzen wollten. Also weiter freie Fahrt für die Alkoholindustrie!

Kategorie: Alkohol-Testkäufe, Alkoholindustrie, Allgemein, Dokumente, Erhältlichkeit, Jugend, Kinder, Politik, Schweiz, Verbraucherschutz, Verhältnis-Präv., Verschiedene | Keine Kommentare »

Kommentar zu Artikel zur Kampagne und Dialogwoche

Sonntag 7. Mai 2017 von htm

«Wie viel ist zu viel?» Mit dieser traditionellen Kampagne vom 11. bis 21. Mai wollen das Bundesamt für Gesundheit und seine Partnerorganisationen zum Nachdenken anregen und Informationen über die Wirkung von Alkohol vermitteln. Dazu ein Artikel in der heutigen Sonntagszeitung: „Wenn die Mutter zur Flasche greift.“

Hier mein Kommentar:

Der Bundesrat und das Parlament lassen sich von der leichten Abnahme des Gesamtkonsums verleiten und wollen nichts mehr zur Verbesserung der Lage beitragen. Sie verdrängen, dass der Risikokonsum eher zunimmt. Vor allem verschliessen sie die Augen vor dem Drama der Kinder in alkoholbelasteten Familien. Seit Jahrzehnten über 100’000 permanent. Die Dramen der Kinder der Landstrasse oder der Verdingkinder wurden aufgearbeitet. Wie wollen sie je ihre ungleich grössere Schuld an den alkoholbehinderten Kindern abtragen?
Die Methode der Al-Anon mag für die Angehörigen stimmen. Sicher ist sie ein Segen für die Alkoholindustrie und ihre Lobbies. Für die Betroffenen bringt sie wenig. Es bräuchte den Aufstand der Gesellschaft und der Co-Alkoholiker. Die sind schlecht informiert. Fakenews der Werbung.

Kommentar auf Fremdkommentar

Mir ist klar, dass die individuellen Schicksale der Kinder nicht „aufgearbeitet“ werden können. Mir ging es darum, wie die Politik darauf reagieren müsste. Bei den jetzigen alkoholbehinerten Kindern könnte sie, wenn sie wollte. Die Zahl der Alkoholkranken könnte z.B. mit den von der WHO empfohlenen Massnahmen gesenkt und auch viel anderes Leid vermieden werden. Aber Parlament und Regierung liberalisieren weiter und betreiben das Geschäft der Alkoholindustrie.

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Kommentar auf Webseite von Dr. von Hirschhausen

Mittwoch 1. Februar 2017 von htm

Lieber Herr Dr. von Hirschhausen,

Als ich die Seite 226 Ihres Buches „Wunder wirken Wunder“  gelesen hatte, schrieb ich Ihnen einen ersten Kommentar. Jetzt muss ich mich nochmals melden, da ich auch das Kapitel „Prost“ hinter mir habe.

Das moralische Dilemma, Alkohol zu empfehlen, ist Ihnen nicht ganz bewusst. Nicht nur trinken Millionen Menschen zu viel, es sterben jährlich etwa 5 Millionen Menschen daran. Die meisten in Europa, weil hier am meisten getrunken wird. Am schlimmsten finde ich es, dass Millionen von Kindern in ihrer Kindheit und Jugend daheim alkoholbedingt die Hölle durchmachen, später verminderte Lebenschancen haben und kaum jemand merkt etwas.

Dass Sie die sauberen Blutgefässe gestorbener Alkoholiker beeindruckt hat, verstehe ich. Dass Sie mit Ihrer demonstrativ kritischen Haltung allein aus diesem Erlebnis heraus mässigen Alkoholgenuss empfehlen, überrascht mich doch.  Allein in meinem beschränkten Umfeld kann ich Ihnen eine Handvoll Freundinnen und Freunde aufzählen, lebenslang abstinente, die Mitte der Neunziger sind und keine Anzeichen von Herzinfarktanfälligkeit zeigen. Ich selber bin 79, mein ganzes Leben abstinent und erhielt kürzlich nach einem Lungen CT den Bescheid, dass in meiner Herzgegend  0,0 Kalkabsonderungen gefunden wurden. Mein Vater hingegen starb mit 59 am ersten Herzinfarkt, bis 50 hatte er ein Alkoholproblem, dann wurde er trocken. Allerdings vereinigte er auch die andern Risikofaktoren auf sich: Rauchen und Übergewicht.

Würde Ihre Theorie stimmen, hätten all die vielen sogenannt wissenschaftlichen Untersuchungen, die mässigen Alkoholgenuss gesundheitlich positiv bewerteten, für die abstinenten Kontrollgruppen jeweils viel besser herauskommen müssen, da in diesen  Gruppen viele ehemalige Alkoholiker versteckt waren.

Sie bleiben bis zum Schluss dabei, mässiger Alkoholkonsum sei lebenverlängernd. Vom Präventivstandpunkt aus muss diese Botschaft klar verneint werden. Die WHO bringt Alkohol mit 60 Krankheiten in Verbindung, als Haupt- oder Nebenursache. Bereits ein Glas steigert das Krebsrisiko messbar.

Sie werden mit Ihrer grossen Fangemeinde Ihrer Verantwortung nicht gerecht. Auch wenn Sie am Ende des Kapitels noch Jesus als Beweis herbeibemühen. Wissen Sie, dass seit der Reformation, d.h. seit Luthers Bibelübersetzung, in der Bibel sowohl deutsch als englisch alles, was mit Trauben und ihren Produkten zusammenhängt, mit Wein übersetzt wird? Das könnte man als erste grosse „Fake-News“ der Geschichte bezeichnen. Auch Sie sind darauf hereingefallen. Vielleicht sind Sie ja lernfähig?

Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer

Hier der erste Kommentar:

10. Januar um 18:49 ·

 Lieber Herr von Hirschhausen,

Seit Weihnachten bin ich begeisterter Leser Ihres wunderbaren Buches. Nur auf Seite 226 stockte ich. Da schreiben Sie dem Alkohol bei mässigem Genuss eine Risikoverminderung bei Herzinfarkt, Diabetes und Alzheimer zu. Hat Sie da plötzlich die von Ihnen mit Recht propagierte Vorsicht bei wissenschaftlichen Studien verlassen? In den ersten 10 Jahren unseres Jahrhunderts hat die Alkoholindustrie massenhaft Studien mit gesundheitlich positiven Wirkungen herausgebracht, die von den Medien meist kritiklos und gross weiterverbreitet wurden. Als dann Studien mit gegenteiligen Resultaten erschienen, war in den Medien kaum etwas zu lesen. Ich habe diese Entwicklung auf meiner Webseite gesammelt. (www.alkoholpolitik.ch) Dieser Kampf David gegen Goliath würde einen währschaften Thriller abgeben. Meiner Meinung nach müssten sie diesen Satz bei einer Neuauflage entfernen. Er leistet der Volksgesundheit einen Bärendienst – sogar wenn er stimmen würde.
Abgesehen davon wünsche ich weiterhin viel Erfolg im neuen Jahr. Hermann T. Meyer

Kategorie: Alkoholkrankheit, Allgemein, Alter, Diverse, Forschungsbetrug, Geschichten, Gesundheit, Jugend, Kinder, Konsumhaltung, Leserbriefe, Medien, Medizin, Meine Blogs, Prominenz, Reklame, Religion und Alkohol, Statistik, Verhältnis-Präv., Veröffentlichungen, Weltgesundheits-Org., Zitate | Keine Kommentare »

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