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Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Gastkommentar zu Artikel in der NZZ zum dänischen Film Druk

Freitag 4. Juni 2021 von htm

Der Kater kommt auf leisen Sohlen 

NZZ vom 10.5.2021 

Brillant hat Redaktor Bühler das Geschehen im neuesten dänischen Film „Druk“ beschrieben. Man bekommt eine gute Präsentation dessen, was das Werk des Regisseurs Vinterberg vermitteln will, und das Bild des saufenden Lehrers mit seiner Schülerschar im Zentrum der Seite ergänzt den Text anschaulich. Aspekte verschiedenster Art werden beleuchtet, und das Bemühen, nebst den hochgejubelten Wirkungen des Alkoholgebrauchs auch die negativen Folgen zu erwähnen, ist einigermassen zu erkennen.

Trotzdem bleibt ein ungutes Gefühl. Man fragt sich unwillkürlich, ob wirklich der Stellenwert der beiden Gegenpole realistisch und ausgewogen gewichtet wurde. Ein bisschen Spass und Animation durch berauschende Getränke – das tönt harmlos, aber allein in der kleinen Schweiz beispielsweise leben rund 250000 Alkoholiker, bei denen, um die Worte Bühlers zu benützen, „das Drama seinen Lauf“ genommen hat. Den betroffenen Familien und ihrem Umfeld wird immenses Leid zugefügt, und diese Leute werden das Hochlebenlassen des Alkohols zweifellos als bitteren Hohn empfinden. Bei „Man kann (und soll) sich einen Tag schöntrinken“ hätte Bühler deshalb meines Erachtens die zwei Wörter in Klammer besser weggelassen.

Hans-Peter Köhli, Zürich

(mit Kürzungen veröffentlicht)

(mit freundlicher Erlaubnis des Autors)

Dieser Beitrag wurde erstellt am Freitag 4. Juni 2021 um 18:39 und abgelegt unter Alkoholkrankheit, Allgemein, Feste und Feiern, Geschichten, Internationales, Kultur, Leserbriefe, Medien, Veröffentlichungen. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Die Kommentare sind derzeit geschlossen, aber sie können einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

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