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Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Archiv für die Kategorie 'Schweiz'

Online-Kommentar zum Beizensterben, Sonntagszeitung vom 27.5.18

Samstag 2. Juni 2018 von htm

Die in den 90er-Jahren vom Gewerbe und den bürgerlichen Parteien forcierte Liberalisierung im Gastgewerbe hatte zu einem massiven Anstieg der Betriebe geführt. Nicht umsonst äusserte der Präsident von Gastrosuisse vor wenigen Jahren, es hätte 10’000 Betriebe zu viel! Nun folgen die Konsequenzen. Dabei trifft es oft die Falschen.
In ländlichen Gebieten könnten nun die Gemeinden und die Vereine einspringen. Wie es einen Robinsonspielplatz für die Kleinen braucht, so auch einen Treffpunkt für die Grossen. Die Vereine könnten im Turnus die Verpflegung und die Getränke wie eine temporäre Festwirtschaft besorgen. Die Erfahrung dazu besitzen sie vielerorts bereits. Der Gesetzgeber müsste die entsprechenden Rahmenbedingungen festlegen und kontrollieren lassen.

Hermann  T. Meyer
Effretikon

(veröffentlicht)

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Leserbrief zum schweiz. Aktionstag Alkoholprobleme

Dienstag 29. Mai 2018 von htm

27.05.2018

Zürcher Oberland Medien AG
Redaktion
Rapperswilerstrasse 1
8620 Wetzikon

E-Mail: redaktion@zol.ch

Leserbrief zu „Auf der Strasse des Rauschs Richtung Nirgendwo“ Im Zürcher Oberländer vom 24.5.18

Aus Anlass des alljährlich stattfindenden schweizerischen Aktionstages „Alkoholprobleme“ brachte der Zürcher Oberländer eine Seite über eine Effretikerin, die an dieser Krankheit leidet. Zuerst einmal danke, dass Sie wieder einmal auf unser grösstes sozialmedizinisches Problem mit diesem Artikel hinweisen. Es wurde in den letzten Jahren sträflich vernachlässigt.

Als Kenner des Problems möchte ich zusätzlich auf ein paar Besonderheiten hinweisen: Dass es schwierig ist, seinen Drang nach Alkohol zu zügeln hat vor allem auch damit zu tun, dass Alkohol eine abhängigmachende und persönlichkeitsverändernde Droge ist. U.A. wird die Willenskraft geschwächt, die Rückfallgefahr besteht bis zum Lebensende.

Im Bericht steht nichts über die Wichtigkeit einer Nachbetreuung in der Gruppe. Einige Alkoholberatungsstellen oder Vereine bieten solche Gesprächskreise an, in denen vor allem der Wiedereintritt in die Gesellschaft nach einer Kur geübt und gestärkt werden kann. In der Forel-Klinik finden ab und zu Veranstaltungen statt, an denen solche Angebote vorgestellt werden.  Auch der erwähnten Frau Gerber würde eine solche Gruppentherapie wahrscheinlich helfen.

Vier Monate ist Frau Gerber „trocken“ und denkt schon daran, den Konsum wieder kontrolliert aufzunehmen. Sie glaubt, sie sei stärker als das Verlangen. Ein trügerischer Glaube. Herr Dinter,  der Therapeut, hat recht, wenn er sagt, es sei leichter, ganz abstinent zu leben. Hoffentlich kommt Frau Gerber möglichst bald auch zu dieser Einsicht.

Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer
Effretikon

(unbekannt ob veröffentlicht)

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Leserbrief zu Leserbriefen: „Alkohol schlägt aufs Gehirn“

Sonntag 13. Mai 2018 von htm

11.5.2018

Tages-Anzeiger
Leserforum
Zürich

Per e-mail

Sehr geehrte Leserbrief-Redaktion,

Vielen Dank, dass Sie meinen Leserbrief heute fast ungekürzt gebracht haben. Als Gegengewicht haben Sie einige Online-Kommentare aus der Internet-Ausgabe übernommen. Es wäre positiv, wenn Sie eine Erwiderung auf diese Kommentare mit nachfolgendem Text zuliessen. Besten Dank!

Leserbrief zu Leserbriefen über„Alkohol schlägt auch aufs Gehirn“, vom 7.5.18/11.5.18

In unserer Zeit der Fake-News sollte es möglich sein, auch auf einer Leserbriefseite gewisse Äusserungen richtigzustellen.

Bereits der Titel stimmt leider in dieser absoluten Form nicht. Will man die Alkohol-Schäden auf Landesebene verringern, geht es kaum ohne Verbote und Preisinterventionen. Das ist Prävention, wenn der Einzelne Einschränkungen auf sich nimmt, um dem Gesamtwohl zu dienen. Was schon lange bekannt war, hat die WHO 2010 in ihrer einstimmig angenommenen Resolution über eine globale Alkoholstrategie dargestellt: Die drei wirksamsten Massnahmen zur Schadensbekämpfung sind die Verteuerung der Produkte, die Einschränkung der Verfügbarkeit und die Reduzierung der Werbung; in dieser Reihenfolge.

Das Beispiel Skandinavien, das oft als Gegenbeweis angeführt wird, ist nicht stichhaltig. Dort herrscht eine andere Trinkkultur als in Mitteleuropa. Der Gesamtkonsum ist trotz dieses Alkoholtourismus‘ etwa gut halb so hoch wie bei uns, die Schäden sind entsprechend geringer. Die grosse Mehrheit ist eben sehr mässig beim Alkoholkonsum. Als die EU Schweden zwang, die Alkoholsteuern zu senken, sind die Schäden sprunghaft angestiegen.

Ob jemand länger leben will oder nicht, hat mit der Alkoholfrage nur indirekt zu tun. Das ist wirklich Privatsache. Für mich ist klar, wer lebenslang alkoholfrei lebt, hat eine grosse Chance lange und mit klarem Geist leben zu können. Eine Freundin hatte mit 97 Jahren genug, einer wurde auch diesen Frühling 100 Jahre alt, zwei werden es hoffentlich nächstes Jahr und alle bei frischem Geiste. Andererseits muss auch klargestellt sein, dass Untersuchungen immer nur Mittelwerte hervorbringen, die Abweichungen in beide Richtungen zulassen.

Herr Schrader hat offenbar den Artikel über die Studie nicht gelesen, dort steht der von ihm vermisste Hinweis drin. Herr Zulli würde gern wissen, wer die Studien finanziert hat. Bei den angeblich 50% gesundheitspositiven Untersuchungen zum Weinkonsum kann er dreimal raten. Dazu kann er noch die ausscheiden, bei denen die Auswahl der sogenannt abstinenten Kontrollgruppen manipuliert worden ist.

Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer
Effretikon

(nicht veröffentlicht)

Kategorie: Alkoholsteuern, Allgemein, Erhältlichkeit, Forschungsbetrug, Gesundheit, Internationales, Leserbriefe, Medien, Medizin, Preisgestaltung, Reklame, Schweiz, Verhältnis-Präv., Veröffentlichungen, Weltgesundheits-Org., Werbung, WHO globale Alkohol-Strategie | Keine Kommentare »

Leserbrief zu „Alkohol schlägt auch aufs Gehirn“

Mittwoch 9. Mai 2018 von htm

Tages-Anzeiger
Leserforum
Zürich                                                                            7.5.2018

Per e-mail

Leserbrief zu „Alkohol schlägt auch aufs Gehirn“, vom 7.5.18

Schon seit Prof. Bunge, 1888 in seiner Antrittsvorlesung über Alkohol, an der Uni Basel oder Prof. Forel an der Uni Zürich hat es auch bei uns viele Untersuchungen über Alkohol und Gesundheit gegeben. Sowohl in den Medien wie in der Politik meist mit wenig Resonanz. Nun kommt noch der Zusammenhang mit den Demenzerkrankungen dazu. Erfreulich, dass der Tagi darüber berichtet.

Bei der WHO spricht man von ca 60 Krankheiten, die durch Alkohol bedingt oder mitbedingt sind. Ob die neuen Erkenntnisse nun unsere bürgerlichen, wirtschaftsfreundlichen PolitikerInnen bewegen wird, ihre Haltung in Bezug auf die Prävention zu ändern? Sie werden laufend von so vielen kleineren Problemchen und dem nächsten Wahlkampf absorbiert, dass sie leider keine Kraft haben, unser grösstes sozial-medizinisches Problem ernsthaft anzupacken. Es gibt natürlich auch andere Gründe für ihre diesbezügliche Passivität: Im Ausland spricht man z.B. von Korruption, wenn sich Politiker von Lobbyisten vereinnahmen und das Gehirn waschen lassen. Bei uns von fehlender Transparenz und geht zur Tagesordnung über. Auch bei Politikern kann Alkohol aufs Gehirn schlagen.

Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer
Effretikon

(veröffentlicht mit kleiner Kürzung am 11.5.18)

Kategorie: Alkoholkrankheit, Allgemein, Forschung, Früherkennung, Gesundheit, Internationales, Leserbriefe, Medien, Medizin, Politik, Prävention, Schweiz, Senioren, Verhältnis-Präv., Veröffentlichungen, Vorsorge | Keine Kommentare »

Online-Kommentar zu Frauenalkoholismus; in der Sonntagszeitung

Montag 7. Mai 2018 von htm

Danke für diesen recherchierten Artikel. Solche sind zu diesem Tabu-Thema leider selten genug. Es gäbe dazu noch viel zu schreiben. Z.B. dass die Nachsorge in den erwähnten beiden Fällen offenbar versagte oder nicht vorhanden war. Nach dem Klinikaustritt sollten die Patienten unbedingt sofort Anschluss in einer Nachsorgegruppe finden. In der Forel-Klinik finden dazu spezielle Veranstaltungen statt, wobei die PatientInnen die Angebote von Gruppen kennenlernen können.
Andere Themen wären die Mitverantwortung der Gesellschaft oder die Kinder, die in alkoholbelasteten Familien aufwachsen müssen.
Am heutigen Tag der Medien muss leider auch darauf hingewiesen werden, dass es immer weniger Journalisten und Verleger gibt, die diesem Thema Beachtung schenken und sich darin auskennen.

Quelle: Sonntagszeitung, 6.5.18: „Die verborgene Sucht“

 

 

 

 

Kategorie: Alkoholkrankheit, Allgemein, Gesundheit, Jugend, Kinder, Konsumhaltung, Leserbriefe, Medien, Politik, Rehabilitation, Schweiz, Veranstaltungen | Keine Kommentare »

Leserbrief betr. „Unnützes Wissen“, Stichwort „Bierideen“

Dienstag 20. Februar 2018 von htm

Betr. Migros-Magazin vom 19.2.2018

Von der Redaktion ohne Prüfung abgeblockt. Offenbar bin ich auf einer schwarzen Liste.

Unnützes Wissen

Manchmal kann es nützlich sein, z.B. bei den „Bierideen“ dieser Kolumne in der Ausgabe des Migros-Magazins vom 19.2.18, darüber etwas mehr zu wissen.

Alkoholfreies Bier enthalte in Deutschland bis 0,5 Volumenprozent Alkohol. Das ist bei uns nicht anders und betrifft auch andere alkoholfreie Getränke. „Trockene“ Alkoholkranke haben deshalb Hemmungen, alkoholfreies Bier zu trinken.

Brauereiarbeiter erhalten in Bayern pro Woche 18 Liter Gratis-Bier als Teil ihres Lohnes. Das sind etwa 8 Gläser pro Tag. In der Schweiz gilt die Empfehlung von 2 – 3 Gläsern pro Tag für Männer bei wenn möglich 1 – 2 Abstinenztagen pro Woche. Mit 8 Gläsern pro Tag kann längerfristig die Alkoholabhängigkeit der Arbeiter und ihre Markentreue erreicht werden. Vielleicht verschenken oder verkaufen sie einen Teil, wenn sie das nötige Wissen besitzen.

In Südafrika erhielten die Arbeiter der Weinfarmen zur Zeit der Apartheid Wein als einen Teil des Lohnes. Als dieses „Tot-System“ bekannt wurde, erhob sich ein ziemlicher Aufruhr. Wie steht es wohl damit bei Bier und Wein heute in der Schweiz?

In brasilianischen Fussballstadien werde kein Bier verkauft. Dazu sollte man wissen, dass während der Fussball-WM in Brasilien die FIFA nach hartem Kampf erreicht hatte, dass diese Regel ausgesetzt wurde. Die Bier-Sponsoren hatten darauf bestanden und den Souverän zur Kapitulation gezwungen. In der Schweiz beugen sich die Parlamente permanent  der Alkohollobby. Seltene Ausnahmen bestätigen die Regel.

Kategorie: Alkoholfreies, Alkoholindustrie, Alkoholkrankheit, Allgemein, Arbeitsplatz, Gesundheit, Internationales, Leserbriefe, Medien, Politik, Schweiz, Sport, Verhältnis-Präv., Veröffentlichungen, Verschiedene, Werbung | Keine Kommentare »

Alkohol während der Schwangerschaft

Sonntag 7. Januar 2018 von htm

Ein Glas Wein kann beim Fötus einen Rausch auslösen
Neue Studie zeigt: 40 Prozent der werdenden Mütter 
trinken Alkohol – 20 Prozent sogar jede Woche.
Quelle: Sonntagszeitung, 7.1.18

Online-Kommentar (veröffentlicht):

Hermann T. Meyer

Wir haben in der Schweiz ständig mehr als 100’000 Kinder und Jugendliche, die in Familien mit Alkoholproblemen aufwachsen müssen. Sie gehen oft durch die Hölle, werden falsch eingeschätzt und haben schlechtere Lebenschancen. Dazu kommen nun die erwähnten Kinder, die an der FASD leiden, weil ihre Mutter während der Schwangerschaft nicht auf Alkohol verzichten wollte oder konnte.
Ich habe während 10 Jahren Studien zum Alkoholproblem gesammelt und auf meiner Webseite alkoholpolitik.ch verlinkt. Darunter waren einige, die FASD zum Thema hatten. Auch die WHO befasste sich stark damit.
Eine werdende Mutter hat es in der Hand, ihrem Kind zu einem optimalen Start ins Leben zu verhelfen, indem sie alkohol- und tabakfrei durch die Schwangerschaft geht. Ihr Partner trägt auch eine Verantwortung.

 

Kategorie: Alkoholkrankheit, Allgemein, Eltern, Fetales Alkohol Syndrom (FAS), Foetales Alkohol Syndrom, Gesundheit, Jugend, Kinder, Medien, Schweiz, Statistik, Veröffentlichungen, Weltgesundheits-Org. | Keine Kommentare »

Leserbrief: Migros verkauft Alkohol und Tabak in Voi-Läden

Mittwoch 27. Dezember 2017 von htm

15.12.2017

Tages-Anzeiger
Leserforum
Zürich

Per e-mail

Leserbrief zu „Die Migros, die Alkohol verkauft“ vom 14.12.2017

Seit 10 Jahren verkauft die Migros, wie berichtet wird, in der Genossenschaft Aare mit Hilfe des Franchisekonzepts in ihren Voi-Läden Alkohol und Tabak. Letzte Woche wurde die 30. Filiale eingeweiht. Nach den Zukäufen von Globus und Denner und den Migrolino Filialen ein weiteres Beispiel, wie die heutigen Migros-Manager das Erbe von Gottlieb Duttweiler missachten.

Nachdem ehemalige Brauerei-Verwaltungsräte in der Migros mitbestimmen, musste man damit rechnen, dass der Drang nach Grösse und Umsatz und der Konkurrenzkampf mit Coop um die Nummer eins in der Schweiz je länger je mehr in Richtung Alkohol und Tabak zielt. Lange Zeit konnte Adele Duttweiler und ihre Stiftung einen gewissen Widerstand leisten. Leider ist sie 1990 gestorben.

Dazu kommt, dass der Gedanke der Gesundheitsprävention in Bezug auf Alkohol und Tabak trotz ewig steigender Krankenkassen-Prämien sowohl in der Bevölkerung wie im Parlament stetig abnimmt.

Weichgeklopft durch jahrzehntelange Alkohol- und Tabakwerbung, regelmässiger Alkoholwerbung im Textteil der Medien, auch im Migros-Magazin, Liberalisierung oder Abschaffung wichtiger Gesetze der Alkoholprävention, laufender Verbilligung der Alkoholika in den Läden, die heute gemessen an den Löhnen ein Vielfaches weniger kosten als vor Jahrzehnten – all dies hat dazu geführt, dass die Bevölkerung und das Parlament nicht mehr verstehen, welche Bedeutung eine wirksame Alkoholpolitik für unser Land hat. Sogar die Kirchen schenken an ihren Anlässen Alkoholika aus und haben zum Teil einen eigenen Rebberg und Produktionsstätten, um ihre Schäfchen bei Laune zu halten.

Migros und Coop geben sich zwar Mühe, mit Bio- und andern Labels unsere gesunde Lebensweise zu unterstützen. Mit Alkohol und Tabak tragen sie leider viel dazu bei, unserer Gesundheit und unserer Gesellschaft zu schaden.

Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer
Effretikon

(nicht veröffentlicht)

Kategorie: Allgemein, Erhältlichkeit, Feste und Feiern, Konsumhaltung, Leserbriefe, Neues Präventionsgesetz CH, Politik, Religion und Alkohol, Schweiz, Verhältnis-Präv., Veröffentlichungen, Verschiedene, Werbung, Wirtschaft | Keine Kommentare »

Parl. Initiative «Aufhebung der diskriminierenden Biersteuer»

Mittwoch 22. November 2017 von htm

SVP-Nationalrat Claudio Zanetti verlangt in der Parlamentarischen Initiative «Aufhebung der diskriminierenden Biersteuer»  die Aufhebung des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2006 über die Biersteuer. Er begründet die Forderung damit, dass die Biersteuer eine völlig willkürlich erhobene Steuer sei. Eine vergleichbare Steuer auf Wein, der einen höheren Alkoholgehalt aufweise, existiere nicht. Eine steuerliche Entlastung wäre zudem eine Anerkennung der Leistungen der Schweizer Brauereien und würde diese ermutigen, «… den Markt und die Kundinnen und Kunden weiterhin mit ihren ausgezeichneten Innovationen zu beleben und zu erfreuen.»Für den Fachverband Sucht ist die Parl. Initiative nach der Annahme der Motion «Für gleich lange Spiesse» (siehe weiter unten) ein weiterer Schritt zur Deregulierung des Alkoholmarktes, die bürgerliche Politiker derzeit zulasten der Prävention gezielt vorantreiben. Der Fachverband Sucht erarbeitet derzeit Strategien, um dieser neuen Parl. Initiative wirksam zu begegnen.

Quelle: Fachverband Sucht

Kommentar: Das wäre der richtige Moment, in Übereinstimmung mit den Empfehlungen der WHO, eine seit langem fällige Weinsteuer einzuführen.

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Leserbrief zu: „Das stille Leiden der Kinder“

Montag 20. November 2017 von htm

16.11.2017

Tages-Anzeiger
Leserforum
Zürich

Per e-mail

Leserbrief zu „Das stille Leiden der Kinder“ vom 14.11.17 und „Lasst Kinder Kinder sein!“ vom 16.11.17

Der „Wissen“-Redaktor hat sich grosse Mühe gegeben, die heutige schwierige Situation vieler Kinder zu beschreiben. Seine Analyse im zweiten Artikel wird an der Situation nicht viel ändern. Sie beruht, wie er schreibt, auf  tiefer liegenden, gesellschaftlichen Problemen. Eines hat er dabei nur am Rande erwähnt: Schwierige Familiensituationen. Da hätte er durchaus deutlicher werden können. In keinem der Artikel wird auf die über 100‘000 Kinder eingegangen, die in alkoholbelasteten Familien aufwachsen müssen, oft dann auch noch als Scheidungskinder. Viele gehen durch die Hölle. Ihre Situation wird kaum erkannt, diese Familien halten nach aussen dicht.

Könnte man den Alkoholkonsum der im  Zunehmen begriffenen Risikokonsumenten merklich senken, würde langfristig die Zahl dieser behinderten Kinder abnehmen. Bundesrat und Parlament weigern sich leider, in dieser Richtung etwas zu unternehmen. Sie sind zufrieden, wenn der Gesamtkonsum leicht zurückgeht und liberalisieren im Gegenteil noch bewährte jahrzehntealte Präventionsgesetze. Wen wundert’s? Sie sind selber abhängig – von der Alkohollobby, von der Werbung, von der „Trinkkultur“, vom Verhalten ihrer Kolleginnen und Kollegen und, vielleicht sogar vom Suchtmittel.Dass das Thema Alkohol in diesen Artikeln nicht angesprochen wurde, ist besonders erstaunlich, fand doch gerade heute dazu eine gut besuchte Fachtagung statt. Die Pressemitteilung beginnt so: „Die heutige Fachtagung in Biel zum Thema psychische Erkrankungen von Eltern, Sucht und häusliche Gewalt sorgte für einen vielseitigen Austausch unter den rund 450 Teilnehmenden aus der ganzen Schweiz. Die Auswirkungen auf die Kinder und die Unterstützungsmöglichkeiten für betroffene Familien standen dabei im Fokus.“ „Alle Präsentationen zur Tagung sowie die Liste der präsentierten Angebote und Projekte aus der Praxis werden demnächst auf www.kinderschutz.ch zur Verfügung stehen.

Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer
Effretikon

(am 20.11.17 mit Kürzungen veröffentlicht)

 

Kategorie: Alkoholkrankheit, Allgemein, Eltern, Gesundheit, Jugend, Kinder, Leserbriefe, Medien, Politik, Schweiz, Veranstaltungen, Verhältnis-Präv., Veröffentlichungen, Verschiedene | Keine Kommentare »

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