Freitag 30. Juli 2010 von htm
Die Bevölkerung in der Schweiz hat im 2009 erneut weniger Schnaps, Wein und Bier getrunken als im Vorjahr. Insgesamt belief sich der Pro-Kopf-Konsum auf noch 8,6 Liter reinen Alkohol – ein Deziliter weniger als im Vorjahr und ganze 2,2 Liter weniger als 1990. Ein Deziliter reinen Alkohols entspricht etwa 2,5 Deziliter Spirituosen, einer Flasche Wein oder zwei Liter Bier. (Quelle: 20min.ch, 29.7.10) news.admin.ch, 29.7.10 Kommentar: Der Rückgang ist minim und mit dem allgemeinen Trend zu gesünderem Leben zu erklären. Die seit den 90er-Jahren vom Staat betriebene Gesundheitsförderung hat praktisch nichts gebracht. Die im neuen Alkoholgesetz nun vorgesehenen Massnahmen sind völlig ungenügend. Sie zielen auf die Jugend ab und vermeiden, die Erwachsenenwelt mit ihrem schlechten Vorbild in die Verantwortung zu nehmen. In Deutschland, wo eben auch die aktuellen Zahlen veröffentlicht wurden, werden 3 Liter reinen Alkohol pro Erwachsenen als Zielvorstellung genannt. Für uns würde dies heissen, dass wir immer noch mehr als das Dreifache davon konsumieren. (Bei uns sind die Zahlen pro Kopf berechnet.)
Kategorie: Allgemein, Jugend, Neues Alkoholgesetz (CH), Politik, Schweiz, Statistik, TOP NEWS, Verhältnis-Präv., Veröffentlichungen |
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Mittwoch 28. Juli 2010 von htm
Exzessives Trinken kommt die Kassen teuer zu stehen. Etwa 55 Milliarden Euro investieren die Kassen pro Jahr in die stationären Behandlungen ihrer Mitglieder. Experten bezweifeln, dass alle Ausgaben gerechtfertigt sind. Ihre Argumente lassen sich hören. …
Die häufigste Ursache für eine Einweisung sind psychische Störungen. Sie hätten mit 17,2 Prozent aller Diagnosen inzwischen Herz- und Kreislauferkrankungen von der Spitzenposition verdrängt. Vor allem Depressionen in Verbindung mit Alkohol stellten zunehmend ein Problem dar, sagte Friedrich Wilhelm Schwartz, Vorsitzender des Instituts für Sozialmedizin. „Alkohol ist vor allem bei Männern im mittleren Alter mit Abstand der wichtigste Einweisungsgrund. Hier ist vor allem die Politik gefragt, das Problem in den Fokus zu nehmen,“ betonte Schwartz. Der Anteil der psychischen Störungen an den stationären Behandlungen habe sich im Vergleich zu 1990 mehr als verdoppelt. (Quelle: Google Alkohol News, 28.7.10) focus.de, 27.7.10) aus: „Krankenhausreport 2010“ der Krankenkasse Barmer GEK (mit unserem Online-Kommentar zu Kommentar)
Kategorie: Alkoholkrankheit, Allgemein, Gesundheit, Internationales, Medizin, Politik, Statistik, Veröffentlichungen |
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Dienstag 27. Juli 2010 von htm
Die Enthüllungswegseite Wikileaks hat in der Nacht zum Montag über 90’000 brisante und hochgeheime US-Militärdokumente veröffentlicht. Es sind hauptsächlich Meldungen von Truppen aus dem Feld. Die amerikanische New York Times, der britische Guardian und der deutsche Spiegel hatten die Daten früher erhalten und nachgeprüft. (Quelle: Tages-Anzeiger, 27.7.10) Kommentar: Wie würde die Presse reagieren, wenn Enthüllungsjournalisten das Alkoholproblem aufgriffen und dokumentierten, wie die Politik mit der Alkoholindustrie paktiert und die Verbesserung der Situation systematisch hintertreibt? Wahrscheinlich sehr zürückhaltend, weil sie ja selber am gleichen Strick zieht, indem sie die relevanten Informationen unterschlägt.
Kategorie: Alkoholindustrie, Allgemein, Internationales, Medien, Politik, Schweiz, Verhältnis-Präv., Veröffentlichungen |
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Mittwoch 21. Juli 2010 von htm
IOGT International hat eine neue Broschüre aufgelegt, die unsere Alkoholkulturen beschreibt und dabei genderspezifische Aspekte in den Blickwinkel rückt. Die Broschüre (in englischer Sprache) kann hier als PDF-Dokument heruntergeladen werden. (Quelle: zeitschrift-rausch.de, 14.7.10)
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Montag 12. Juli 2010 von htm
Die Demokratie funktioniert nicht wohlgeordnet. Sie funktioniert am besten, wenn Überzeugungen und Interessen Unordnung stiften. (Quelle: blick.ch, 11.7.10) Kommentar: Den Präsidenten des Brauereiverbandes hat Frank A. Meyer in seine Überlegungen einbezogen. Wie wäre es, wenn die Presse auch unsere Beiträge zur Unordnung erwähnen würde?
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Samstag 10. Juli 2010 von htm
2.7.2010
Redaktion
Neue Zürcher Zeitung
8001 Zürich
Per e-mail
Leserbrief zu „Umstrittenes Gesetz gegen billigen Alkohol“, vom 1.7.2010
Der in die Vernehmlassung geschickte Alkoholgesetz-Entwurf erfüllt die Anforderungen an eine zeitgemässe Alkoholpolitik nur in kleinem Ausmass. Dass der Bundesrat aus dem Vergleich der durchschnittlichen Konsumwerte am Ende des 19. Jh. und heute ableitet, dass nur Handlungsbedarf beim Jugendschutz besteht, ist direkt kriminell. Gerade hat er noch im Mai an der Generalversammlung der Weltgesundheitsorganisation in Genf die Resolution für eine globale Alkoholstrategie mitunterschrieben und schon zeigt er, dass er diese wissenschaftlich fundierte und weltweit diskutierte Grundlage nur in einem kleinen Bereich zu übernehmen gedenkt. Er lädt sich damit eine Mitschuld an vielen zukünftigen alkoholbedingten Todes- und Invaliditätsfällen auf, an Vergewaltigungen, Gewalt, dem traurigen Schicksal Tausender Kinder in alkoholbelasteten Familien, usw. Auch die Milliarden an jährlichen alkoholbedingten Sozialkosten, die wir alle als Passivtrinker ungefragt ein Leben lang bezahlen müssen, sind ihm egal.
Dass die Gesetzesgrundlage für Alkohol-Testkäufe geschaffen werden soll, ist positiv, ebenso die Einschränkungen bei gewissen Lockvogelangeboten. Dass aber die Erwachsenengesellschaft praktisch gänzlich von ihrer Mitverantwortung entbunden bleiben soll, ist ein Skandal, der zeigt, wie stark der Bundesrat unter dem Diktat der Wirtschaftsverbände und der Alkoholindustrie steht. Die Wirtschaftsverbände haben immer noch nicht begriffen, dass es in ihrem Interesse wäre, das Alkoholproblem zu entschärfen. Offenbar sind sie genau so schlecht informiert wie die Bevölkerung, sonst hätten die KMU-Besitzer und die Aktionäre schon lange für eine Aenderung dieser Politik gesorgt, gelten doch 5% der Personalkosten als alkoholbedingt und damit vermeidbar. Bei Sozialabgaben wird um Promille gefeilscht, hier spielen 5% offenbar keine Rolle.
Bereits vor Jahren hat die Weltgesundheitsorganisation erklärt, eine Alkoholprävention müsse ohne Beeinflussung durch die Alkoholindustrie konzipiert werden. Für diese ist doch jede Massnahme, welche ihre Erträge schmälern könnte, nicht akzeptabel und deshalb umstritten. Dass dieser Gesetzesentwurf bei den Präventionsfachleuten umstritten ist, davon ist im Artikel nichts zu lesen. Sicher sind sie für jeden Millimeter in die richtige Richtung dankbar, aber eine messbare Wirkung wird nicht erwartet werden können. Solange Behörden, Parteien und die Medien der Bevölkerung nicht reinen Wein einschenken und die sachliche, objektive Diskussion verhindern, wird es keine Alkoholpolitik geben, die ihren Namen verdient, d.h. die Alkoholschäden reduziert.
Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer
(um wichtige Zusatzinformationen stark gekürzt veröffentlicht am 9.7.10)
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Donnerstag 8. Juli 2010 von htm
Im Heft „Gesundheitstipp Nr. 7/8 2010 wird nach der Wein/Resveratrol-Anpreisung nun das Bier mit einem neuen angeblich gesunden Wirkstoff hochgelobt: Vom Xanthohumol, in Hopfen enthalten, vermuteten Forscher, er schütze vor Krebs, er könne das Wachstum von Krebszellen bremsen, Knochen schützen, gegen Übergewicht und Diabetes helfen. Alles ohne Belege. In einer Testserie wurde untersucht und aufgelistet, welche Biere am gesündesten seien. Fazit: Filtrierte Biere schnitten schlechter ab, „trübes Bier ist am gesündesten“. 2 alkoholfreie (gefilterte) schnitten schlecht ab. Kommentar: Eine Zeitschrift, die sich dem Namen nach der Gesundheit verschrieben hat, will nicht merken, dass die sozialen und gesundheitlichen Risiken der Zutat „Alkohol“ in allen alkoholischen Getränken eventuell vorhandene Gesundheitsvorteile bei weitem überwiegen. Sie werden nicht einmal erwähnt. Diese Redaktion macht sich der fahrlässigen Irreführung der Leserschaft schuldig, auch wenn sie mitten im Text einen Zürcher Uni-Professor zitiert, der meint, Bier sei „in niedrigen Mengen gesund“. Was sind niedrige Mengen und wie oft? Der Durchschnitts-Konsument hält doch seinen Konsum als niedrig und fühlt sich in seinem Verhalten fälschlicherweise bestärkt.
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Dienstag 6. Juli 2010 von htm
Kinderstimmen. Wenn Kinder mit Drogen und Alkohol-Problemen konfrontiert werden: Die Publikation (pdf, 38S., 260Kb) „Children’s voices. Experiences and perceptions of European children on drug and alcohol issues“ der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD) ist online erhältlich. (Quelle: Infoset Newsletter Juli 2010
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Freitag 2. Juli 2010 von htm
Der Bundesrat hat an seiner Sitzung von heute Mittwoch die Vernehmlassung zur Totalrevision des Alkoholgesetzes eröffnet. Er legt Entwürfe für zwei neue Gesetze vor: ein Spirituosensteuergesetz und ein Alkoholgesetz.
Das Alkoholgesetz aus dem Jahr 1932 gehört zu den ältesten Bundesgesetzen. Es wird trotz mehrerer Teilrevisionen den heutigen wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Realitäten nicht mehr gerecht. Eine Totalrevision ermöglicht einen Paradigmenwechsel in der Alkoholpolitik des Bundes. Durch die Schaffung zweier neuer Gesetze lassen sich zudem steuerliche und gesundheitspolitische Interessen des Bundes trennen. (Quelle: Google Alkohol News, 30.6.10) Medienmitteilung / Kurzfassung des Gesetzesentwurfs siehe auch dazu 3 Leserbriefe
Tages-Anzeiger, 30.6.10 / NZZ, 30.6.10 Kommentar: Die Eidg. Kommission für Alkoholfragen (EKAL) hatte zu Handen des Bundesrates ihre Vorstellungen für ein Alkoholgesetz formuliert. Der Vernehmlassungsentwurf des Bundesrates zeigt, dass er lieber auf die Wirtschaft als auf sein Beratergremium hört.
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