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Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Archiv für die Kategorie 'Medien'

Jetzt Testkäufe in Stuttgart

Freitag 20. August 2010 von htm

Sie stehen unschuldig lächelnd mit der Pulle in der Hand in der Schlange vor der Kasse. Doch Vorsicht: Diese Kunden können richtig teuer werden. Seit gestern schickt die Polizei jugendliche Test-Käufer in Stuttgarts Läden. Mit der Lizenz zum Alkohol-Kaufen.
Auch BILD machte den Test. Unser Lockvogel: Schülerin Stefanie, seit zwei Monaten erst 17, erschreckend: In zwei von sechs Läden konnte das Mädle problemlos Smirnoff Ice (Vodka-Mixdrink) kaufen… (Quelle: Google Alkohol News, 20.8.10) bild.de, 19.8.10 unser Online-Kommentar: Meines Wissens zum ersten Mal hat eine Zeitung die Verkaufsstellen öffentlich gemacht, die gegen die Jugendschutzbestimmung verstossen. Vielleicht führt es dazu, dass erwachsene Kunden in diesen Läden die Augen offen halten und das Personal bei ähnlichen Situation warnen.

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Blog-Artikel: Teufel Alkohol

Montag 16. August 2010 von htm

Es ist doch merkwürdig, da werden staatlicherseits Kampagnen gegen den Tabak gefahren und dies schon seit vielen Jahren, eben jetzt durch Rauchverbote an allen möglichen und unmöglichen Orten verschärft, aber gegen Alkohol als Volksdroge Nr. 1, da unternimmt man kaum etwas, ganz im Gegenteil, da trinken unsere Politiker zu allen Anlässen selber Alkohol, da kann die Alkoholindustrie ungeniert werben, besonders die Bierindustrie sogar beim Sport, und ein Wirtschaftsminister Brüderle, der tritt so auf als wenn er ein Weinkönig wäre, so preist er den heimischen Wein. (Quelle: Google Alkohol News, 16.8.10) barrynoa.blogspot.com, 15.8.10 Kommentar: Sein Kommentar ist völlig korrekt. Der Grund, warum die Politik das Alkoholproblem nur am Rande und meist mit Alibiübungen bekämpft, liegt darin, dass Behörden und Medien das Problem nicht lösungsorientiert behandeln. Deshalb ist die Bevölkerung schlecht informiert und kann nicht die nötigen Massnahmen fordern, die den Fachleuten wohl bekannt sind. Die Alkohol-Lobby ist derart stark und mit den Politikern verhängt, dass wahrscheinlich noch eine Weile keine Aenderung zu erwarten ist.

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Düstere Perspektiven für die Medien-Schweiz

Samstag 14. August 2010 von htm

Eine Forschergruppe um Prof. Kurt Imhof, Universität Zürich, zieht eine sehr kritische Bilanz zur Schweizer Medienlandschaft. Sie sieht die nachhaltige Information über Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gefährdet. Dies wiederum habe negative Auswirkungen auf das demokratische Gemeinwesen. (Quelle: NZZ, 13.8.10) Kommentar: Printmedien-Vertreteter im Fernsehen und in der Presse weisen diese Darstellung mehr oder weniger deutlich zurück. Genau so wie der Schweizer Presserat meine damalige Beschwerde zurückgewiesen hat, die Medien würden das Alkoholproblem nicht recherchieren und damit eine wirkliche Diskussion in der Öffentlichkeit verunmöglichen. Diese Untersuchung wäre doch eine praktische Begründung für die Ablehnung dieser Beschwerde. Prof. Imhof hat es offenbar unterlassen, die Frage zu prüfen, ob und welche Themen nicht richtig zur Darstellung gelangen, weil die Verlage von Lobbyisten unter Druck gesetzt werden. Vielleicht ist dies Thema eines nächsten Jahrbuchs? siehe auch tink.ch, 31.8.10

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D: Alkoholverbots-Panikmache

Dienstag 10. August 2010 von htm

Dem Rauchverbot wird bald das Alkoholverbot folgen. Die politischen Anstrengungen dazu laufen schon und sind kaum aufzuhalten. Vom zwangsläufigen Verschwinden eines Giftes, das wir ein Kulturgut nennen. (Quelle: Google Alkohol News, 10.8.10) faz.net, 9.8.10 unser Online-Kommentar:
Wirklich interessant, wie hier versucht wird, mit gewissem kabarettistischem Hauch die Volksseele anzuheizen, damit ja jeder Versuch, die prekäre Situation zu verbessern, im Keim erstickt wird.
Die Tatsachen liegen klar auf dem Tisch: Der kürzliche Bericht der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) mit eindrücklichen Zahlen, die Bemühungen der EU um eine Alkoholstrategie, die von der deutschen Regierung immer wieder blockiert wird und die Resolution der Weltgesundheitsorganisation für eine globale Alkoholstrategie, welche im Mai einstimmig von 193 Mitgliedsländern (auch von Deutschland) unterzeichnet wurde.
In der Presse wurde berichtet, statt der gegenwärtig 12 Liter reinem Alkohol pro Erwachsenen wären 3 Liter erstrebenswert, weil gesundheitlich vertretbar. Sicher ist dies eine utopische Vorstellung. Aber ein Rückgang des Konsums auf skandinavisches Ausmass (Island, Norwegen, Schweden) wäre sicher denkbar. Wahrscheinlich bräuchte ein solches Vorhaben eine Übereinstimmung in Mitteleuropa. Von Prohibition zu sprechen wäre dabei natürlich reine Panikmache. Die Mässigen, die angeblich die Mehrheit bilden, hätten überhaupt nichts zu befürchten, dafür den vollen Profit bei sinkenden Sozialkosten und steigender Lebensqualität.

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Leserbrief zum 24-h-Alkoholverkauf in Zürich

Mittwoch 28. Juli 2010 von htm

14.7.2010

Redaktion
Tages-Anzeiger
Leserforum
Zürich

Per e-mail

Leserbrief zu „Der HB ist das grösste Jugendhaus der Schweiz“ vom 13.7.2010

Eine wirklich gelungene Wortschöpfung oder Neudefinierung: Die Alkoholindustrie wird zum Freizeitgewerbe hochstilisiert. Was England mit seinem 24-Stundenbetrieb eingeführt und die entsprechenden voraussehbaren Folgen erlebt hat, wird nun hier mit Erstaunen und Betroffenheit auch festgestellt. Wir haben auf Drängen des Wirteverbandes und seiner Lobbyisten im Kantonsrat das Gastgewerbegesetz vor 15 Jahren liberalisiert und damit die Mitverantwortung der Gesellschaft aufgegeben. Als „Passivtrinker“ (gemäss WHO) tragen wir nur noch die Folgen.
Natürlich kommen aus allen Ecken wohlgemeinte Ratschläge, was zu tun wäre, aber auf die Fachleute hört niemand. Auch einem Prof. Martin Killias wird Weltfremdheit vorgeworfen, wenn er eine Rückkehr zur Polizeistunde andenkt. Dabei hat er das gemacht, was jeder Politiker tun müsste: Eine negative Entwicklung nüchtern analysieren und nach geeigneten Gegenstrategien suchen.
Sein Beispiel zur Verantwortung der Eltern ist besonders interessant. Die Veränderung der Strukturen im viel grösseren Angebot an Ausgehmöglichkeiten verunmöglichen den Eltern, ihre Rolle zu spielen. Also müsste der Staat diese Strukturen wieder so zurechtbiegen, dass die Verhältnisse normalisiert werden können.
In der Alkoholprävention sprach man deshalb früher von strukturellen Massnahmen, heute ist das die Verhältnisprävention. Die WHO hat im Mai eine riesige Untersuchung mit einer Resolution für eine globale Alkohol-Strategie abgeschlossen, die auch von der Schweizer Regierung mitunterzeichnet wurde. Darin sind die wirksamen Massnahmen detailliert und evidenz-basiert aufgezeigt, welche zu einer sinnvollen Alkoholprävention gehören. Es müsste ein ganzes Paket geschnürt werden. Bisher hiess es immer bei einer vorgeschlagenen Massnahme, dies geht nicht, man sollte jenes tun. Wichtig wäre aber einmal, dass man sich über das Ziel einig ist.
Bei den illegalen Drogen gab es vor Jahren einen parteiübergreifenden Konsens, was zu tun ist. Beim Alkohol, der bei uns viel schädlicher wirkt, besteht die Einigkeit unter den bürgerlichen Mehrheits-Parteien vor allem darin, nichts zu tun oder nur etwas, das die Jugend betrifft, die Erwachsenen aber, in ihrem ebenso risikohaften Trinkverhalten, wenn möglich noch bestärkt. Auf keinen Fall darf das Alkoholgewerbe darunter leiden, und wir alle bleiben die Dummen – auch die Jugendlichen, die ihre Gesundheit, ihre Berufsaussichten und die Chancen ihrer zukünftigen Kinder riskieren. Auch unsere Gesellschaft und die Wirtschaft hätte Bedarf an weniger alkoholbelasteten zukünftigen Stimmbürgerinnen, Stimmbürgern und Arbeitskräften.

Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer, Effretikon
(nicht veröffentlicht)

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Krieg in Afghanistan und eine Parallele zum Alkoholproblem

Dienstag 27. Juli 2010 von htm

Die Enthüllungswegseite Wikileaks hat in der Nacht zum Montag über 90’000 brisante und hochgeheime US-Militärdokumente veröffentlicht. Es sind hauptsächlich Meldungen von Truppen aus dem Feld. Die amerikanische New York Times, der britische Guardian und der deutsche Spiegel hatten die Daten früher erhalten und nachgeprüft. (Quelle: Tages-Anzeiger, 27.7.10) Kommentar: Wie würde die Presse reagieren, wenn Enthüllungsjournalisten das Alkoholproblem aufgriffen und dokumentierten, wie die Politik mit der Alkoholindustrie paktiert und die Verbesserung der Situation systematisch hintertreibt? Wahrscheinlich sehr zürückhaltend, weil sie ja selber am gleichen Strick zieht, indem sie die relevanten Informationen unterschlägt.

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„Mehr Gewalt durch 24-Stunden-Betrieb“

Freitag 16. Juli 2010 von htm

Gejohle, Vandalismus und Schlägereien biertrinkender Jugendlicher auf der Strasse – das ist am Wochenende in den Städten Courant normal. Der 24-Stunden-Betrieb führe zu einer Zunahme der Gewaltdelikte, sagt Strafrechtsprofessor Martin Killias.
Tatsache ist: Heute gehen viel mehr Jugendliche als früher in den Ausgang. Und ihr Ausgehverhalten hat sich verändert: Sie verabreden sich oft erst spät, bleiben bis zum Morgengrauen – und trinken zum Teil sehr viel Alkohol. (Quelle: Google Alkohol News, 15.7.10) swissinfo.ch, 15.7.10 mit unserem Online-Kommentar: Richtig, es ist ein gesellschaftliches Problem. Alle sind mitverantwortlich. Aber nur wer richtig informiert ist, kann auch politisch handeln. Medien und Behörden unterdrücken aber die relevanten Informationen, so dass alles bleibt wie bisher. Eine wichtige Ursache hat Stadtpräsident Tschäppät erfasst, die Alkoholpreise. Dann ist es die Verfügbarkeit. Die gesetzlichen Grundlagen müsste der Bund schaffen. Aber die Bundespolitiker haben den Mut dazu nicht.Sie sind am Gängelband der Alkoholindustrie und der Medien. (siehe auch früherer Bericht, hier mit Kommentar aus Berner Sicht.)

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Interview mit Claude Hauser, Verw.ratspräs. Migros

Mittwoch 14. Juli 2010 von htm

„Es gibt gute Gründe dafür, dass die Migros heute Alkohol in ihr Sortiment aufnehmen könnte“
Wie viel Duttweiler darf es sein? Wie kein anderer Schweizer Betrieb steht die Migros im ständigen Dilemma zwischen Tradition und Erneuerung. Möglicherweise das Geheimrezept: Soeben wurde der Detailmulti zur beliebtesten Schweizer Marke gekürt. Migros-Verwaltungsratspräsident Claude Hauser über das Alkoholverbot, die Billigkonkurrenz und die Eigenmarkenstrategie. Das Interview:… (Quelle: Google Alkohol News, 12.7.10) persoenlich.com, 12.7.10 mit unserem Online-Kommentar: Dass von oberster Migros-Stelle immer wieder der Verzicht auf den Alkoholverkauf in Frage gestellt und mit dem Zukauf von Denner, den Tankstellenshops und dem Internet-Händler Le Shop umgangen wird, ist immer noch ein Verrat am Vermächtnis und Ideengut Duttweilers. Dass die Migros in ihren Läden keine alkoholischen Getränke verkauft, ist für die Schweizer Volksgesundheit immer noch von grossem Wert, weil die Erhältlichkeit damit eingeschränkt bleibt. Sicher ist es verlockend, Coop mit Alkohol Umsatz wegzuschnappen, für viele bleibt aber gerade wegen diesem Unterschied die Migros die erste Adresse für den Einkauf.

Kategorie: Alkoholfreies, Alkoholindustrie, Allgemein, Gesundheit, Medien, Prominenz, Schweiz, Zitate | Keine Kommentare »

CH: Politisches Sommertheater

Montag 12. Juli 2010 von htm

Die Demokratie funktioniert nicht wohlgeordnet. Sie funktioniert am besten, wenn Überzeugungen und Interessen Unordnung stiften. (Quelle: blick.ch, 11.7.10) Kommentar: Den Präsidenten des Brauereiverbandes hat Frank A. Meyer in seine Überlegungen einbezogen. Wie wäre es, wenn die Presse auch unsere Beiträge zur Unordnung erwähnen würde?

Kategorie: Alkoholindustrie, Allgemein, Medien, Politik, Projekt-Idee, Schweiz, Veröffentlichungen | Keine Kommentare »

CH: Neue Gesundheitsanpreisung für Bier

Donnerstag 8. Juli 2010 von htm

Im Heft „Gesundheitstipp Nr. 7/8 2010 wird nach der Wein/Resveratrol-Anpreisung nun das Bier mit einem neuen angeblich gesunden Wirkstoff hochgelobt: Vom Xanthohumol, in Hopfen enthalten, vermuteten Forscher, er schütze vor Krebs, er könne das Wachstum von Krebszellen bremsen, Knochen schützen, gegen Übergewicht und Diabetes helfen. Alles ohne Belege. In einer Testserie wurde untersucht und aufgelistet, welche Biere am gesündesten seien. Fazit: Filtrierte Biere schnitten schlechter ab, „trübes Bier ist am gesündesten“. 2 alkoholfreie (gefilterte) schnitten schlecht ab. Kommentar: Eine Zeitschrift, die sich dem Namen nach der Gesundheit verschrieben hat, will nicht merken, dass die sozialen und gesundheitlichen Risiken der Zutat „Alkohol“ in allen alkoholischen Getränken eventuell vorhandene Gesundheitsvorteile bei weitem überwiegen. Sie werden nicht einmal erwähnt. Diese Redaktion macht sich der fahrlässigen Irreführung der Leserschaft schuldig, auch wenn sie mitten im Text einen Zürcher Uni-Professor zitiert, der meint, Bier sei „in niedrigen Mengen gesund“. Was sind niedrige Mengen und wie oft? Der Durchschnitts-Konsument hält doch seinen Konsum als niedrig und fühlt sich in seinem Verhalten fälschlicherweise bestärkt.

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