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Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Archiv für die Kategorie 'Medien'

Eine neue Internetzeitung: Journal 21. Mehrwert?

Samstag 11. September 2010 von htm

Die neue Internetzeitung verspricht journalistischen Mehrwert. Vom ehemaligen Chef der „Tagesschau“, Heiner Hug gegründet, wirken pensionierte Journalisten, welche „die Aktualität ergänzen, vertiefen, erklären und kommentieren“ wollen. Es gehe darum, „das immense brachliegende Potenzial“ ehemaliger Redakteure zu nutzen, die während Jahrzehnten als Journalisten professionell gearbeitet hätten. „Es sind Kollegen, die sehr viel wissen, gute Kontakte haben und sich an der öffentlichen Debatte weiterbeteiligen wollen.“ (Quelle: Tages-Anzeiger, 11.9.10) (Warum nicht online?) journal21.ch Kommentar: Kann man hoffen, dass diese nun das schreiben, was sie bei ihrem Verlag nicht durften? Dann könnte ja beim Alkoholproblem doch endlich eine öffentliche Debatte entstehen, die diesen Namen verdient.

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Leserbrief zu „Sich betrinken verboten!“

Mittwoch 8. September 2010 von htm

3.9.2010

Redaktion
Neue Zürcher Zeitung
8001 Zürich

Per e-mail

Leserbrief zu „Sich betrinken verboten!“, vom 3.9.2010

„Mit immer neuen Verboten wächst die Unfreiheit“, schreibt Markus Spillmann. Er bezieht sich auf die vom Städteverband gewünschte gesetzliche Grundlage für lokale, begrenzte Alkoholverbote, wie sie mehrere Städte in der Schweiz und im Ausland mit gutem Erfolg eingeführt haben.

Er greift damit indirekt in die Diskussion um ein neues Alkoholgesetz ein, wie es einer Zeitung vom Format der NZZ wohl ansteht. Sie hat sich dafür immerhin fast drei Monate Zeit gelassen. Es wäre schön, wenn die Diskussion weitergehen und die NZZ auch andere als die eigene Meinung veröffentlichen würde. Zum Beispiel diese: Es ist nicht verwunderlich, dass die Städte, die am meisten von den Auswüchsen des Alkoholkonsums betroffen sind, sich nicht mehr anders als mit Verboten zu helfen wissen, weil die nationale Politik auf diesem Gebiet völlig versagt, und weil, wenn man den Entwurf des neuen Alkoholgesetzes kritisch anschaut, sich wahrscheinlich nicht viel ändern wird. Obwohl die richtigen Rezepte vorliegen.

Der Grund für das  Verdrängen dieses grössten sozialmedizinischen Problems liegt weitgehend bei der bürgerlichen Mehrheit in Parlament und Bundesrat, die immer wieder dem permanenten Druck der Alkohollobby und dem der mit ihr verlinkten Wirtschaftsverbände nachgibt. Auch die Medien unterliegen diesem Druck, sonst hätten sie schon lange dem Volk die tatsächlichen Zusammenhänge klarlegen und eine Politikänderung herbeiführen können.

Es ist leichtfertig, wenn Herr Spillmann ein Bier zu nächtlicher Stunde in Chur als Banalität im Vergleich zu schwerwiegenden Grenzverletzungen abtut und damit die ganze Alkohol-Problematik als erledigt betrachtet. Es ist auch scheinheilig zu schreiben, die Erziehungsberechtigten könnten sich quasi per Steuerzettel ihrer Erziehungsverantwortung entledigen. Dabei unterlässt er es tunlichst zu erwähnen, dass wir alle ein Leben lang ungefragt die enormen alkoholbedingten Sozialkosten per Steuerzettel und Versicherungsprämien tragen und die Einbussen an Lebensqualität ertragen. Das ist die Freiheit, die abhanden gekommen ist, seit die Alkoholindustrie und ihre Lobby die Allgemeinheit als Geisel genommen hat. Die WHO nennt uns deshalb Passivtrinker.

Ich bin immer wieder erstaunt, dass eine liberale Zeitung, die der Wirtschaft nahesteht, dieser nicht zeigt, wie sie sich selber mit ihrer alkoholfreundlichen Politik schadet. Man geht von 5% alkoholbedingten Personalkosten aus, die gespart werden könnten. Bei Abgaben an die Sozialwerke wird sogar um Promille gestritten. – Ganz abgesehen von der Möglichkeit alkoholbedingter Fehlentscheide in den Chefetagen.

Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer
(pendent)
Nachtrag: Am 7.9.10 brachte die NZZ dazu einen Leserbrief, der voll die Thesen von Herrn Spillmann unterstützt. Unser Leserbrief wurde nicht veröffentlicht. So versteht die NZZ offenbar den öffentlichen Diskurs. Nur die eigene Meinung zählt. Ihre Leserschaft ist wahrscheinlich nicht reif genug, auch andere Meinungen gewichten zu können.

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M…hi, Fi…n und Arschgeweih – Deutscher Werberat versagt!

Dienstag 7. September 2010 von htm

Beim Deutschen Werberat weiss die rechte Hand nicht was die linke tut. Ein ums andere Mal wird deutlich, dass die so genannte „freiwillige Selbstregulierung der Werbewirtschaft“ bei Alkoholwerbung nicht funktioniert. Sexistische Alkoholwerbung, auf Jugendliche gerichtetes Produktdesign neu erfundene Alkoholgetränke, Nutzung des positiven Images des Sports zur Verkaufsförderung – all dies ist in Deutschland unter dem Deckmantel der freiwilligen Selbstregulierung möglich. Offensichtlich ist der Werberat mit seinen Aufgaben völlig überfordert und wird der Flut neuartiger Werbemethoden und kreativer Werbestrategen nicht mehr Herr. Unfähigkeit, Zufall oder bewusstes Verwirrspiel? Medienmitteilung (pdf, 3S., 47Kb) der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS). (Quelle: Infoset Newsletter September 2010)

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Newsletter Infoset September 2010

Montag 6. September 2010 von htm

Er bringt Informationen zu allen Suchtbereichen, vor allem aus der Schweiz. Hier be-/ abbestellen

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Spätlese: Saufen sei gesünder als Abstinenz

Montag 6. September 2010 von htm

Unser Online-Kommentar – betrifft: Welt am Sonntag: 05.09.10|Gesundheit – Saufen ist gesünder als völlige Abstinenz
In der Montag-Ausgabe wurde der Titel geändert. Es heisst jetzt „Saufen soll gesünder sein… „(Red.)
Sie haben den Kommentarbereich geschlossen. Da ich erst jetzt durch Google auf den Artikel aufmerksam geworden bin, möchte ich Ihnen auf diesem Weg doch noch eine Meinung nahebringen.
Sie berichten über die Untersuchung in Texas, die in vielen Medien bereits erschienen ist. Je nachdem mehr oder weniger alkoholfreundlich. Sie haben die Interpretation auf die Spitze getrieben: Selbst starke Alkoholkonsumenten lebten länger als ehemalige Alkoholiker. Das würde bedeuten, dass es für einen Alkoholiker sinnlos ist, eine Kur zu beginnen. Er lebt ja länger ohne Abstinenz. Ist Ihnen nicht klar, dass eine Kur meist erst begonnen wird, wenn der Kranke endlich einsieht, dass er ein Problem hat, d.h. kurz vor dem Delirium, oder bevor die Ehe zerbricht, die Arbeitsstelle verlorengeht. Die in der Studie beobachteten starken Trinker können noch weit vor diesem Stadium sein. Dazu kommt, dass die ehemaligen Alkoholiker meistens starke Raucher sind, auch Übergewicht ist häufig ein Risiko-Faktor oder Diabetes. Wenn all diese Mitfaktoren ausgeschieden sind, heisst das noch lange nicht, dass man dann die Vergleichsgrösse lebenslange Abstinenz erreicht hat. Nur mit dieser Gruppe dürfte verglichen werden: In guter sozialer Situation, gebildet, auch sonst gesund lebend. Ich kenne viele dieser Abstinenten. Sie erreichen ein hohes Alter, sind geistig rege.
Mit Ihrer unbedarften Stellungsnahme für die Alkoholindustrie leisten Sie ihrer Leserschaft einen schlechten Dienst.
(Unser heutiger Online-Kommentar musste wegen der vorgegebenen Länge etwas gekürzt werden. htm, 7.9.10)

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Interview zu Alkohol-Konsum-Verboten

Samstag 4. September 2010 von htm

Blick sprach mit Monique Helfer (42) Sprecherin von der Sucht-Info Schweiz.
Blick.ch: Frau Helfer, ist ein Verbot die Richtige Lösung gegen Saufgelage, Pöbeleien und Vandalismus?
Monique Helfer: Wenn eine Stadt zum Ziel hat, Ruhe und Ordnung zu schaffen, mag dies helfen. Wollen die Sozialdepartemente etwas gegen das Rauschtrinken bei Jugendlichen unternehmen, kommt man damit nicht weit. … (Quelle: blick.ch, 3.9.10) mit unserem Online-Kommentar: Es kann kein Konsens über das Behandeln des Alkoholproblems als solches bestehen, weil die Bevölkerung weder über dessen Tragweite noch über die Verbesserungsmöglichkeiten informiert ist. Medien und die Politik schirmen ab, um nicht mit der Alkoholindstrie in Konflikt zu geraten. Wir alle zahlen die Zeche – jeder ungefragt ein Leben lang in Tausenden und nehmen die Einschränkung der Lebensqualität und die Alkoholisierung immer neuer Generationen in Kauf.
(siehe auch Interview im Beobachter 19/2010)

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CH: Städteverband wünscht lokal begrenzte Alkoholverbote

Freitag 3. September 2010 von htm

Im neuen Luzerner Sicherheitsbericht wird ein Alkoholverbot im öffentlichen Raum als Option erwähnt. Der Städteverband äusserte sich für eine solche Klausel im neuen Alkoholgesetz, doch der Bund winkt ab. Er sei nur für den Alkoholhandel zuständig. (Quelle: NZZ, 3.9.10) Siehe dazu auch: „Sichbetrinken verboten“ in der gleichen NZZ und unsern Leserbrief dazu. (pendent)

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A wie Alltagsdroge

Mittwoch 1. September 2010 von htm

Der Alkohol hat unsere westeuropäische Gesellschaft fest im Griff. Ob wir wollen oder nicht. Feiern und Mineral trinken wird nur durchs Autofahren legitimiert. Ohne Alkoholiker zu sein hat man den eigenen Konsum schnell nicht mehr unter Kontrolle. (Quelle: tink.ch, 31.8.10) mit unserem Online-Kommentar: Kein Kraut sei gegen Hopfen und Malz gewachsen. Das ist genau die Resignation, die sich sich Alkoholindustrie wünscht, denn so kann sie ungebremst das Volk weiterhin für dumm verkaufen. Die WHO hat uns alle als Passivtrinker bezeichnet, die ein Leben lang ungefragt die unerhörten alkoholbedingten Sozialkosten bezahlen und die eingeschränkte Lebensqualität in Kauf nehmen. Würden sich die Behörden, Politiker und die Medien nicht dermassen von der Alkohollobby unter Druck setzen lassen und eine objekitive auf Tatsachen basierte Diskussion zulassen, könnte sich die Mehrheit der Bevölkerung wehren und eine Änderung herbeiführen. Siehe auch den Artikel dieser Nummer über die Medien. Oder www.alkoholpolitik.ch.

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Diesen Autoritäten glaubt keiner

Samstag 28. August 2010 von htm

Zitat aus dem Kommentar von Jean-Martin Büttner im Tages-Anzeiger vom 28.8.10 über die Entkriminalisierung junger Kiffer und die Suchtprävention:
(Schluss) ..“Solange der Staat dem Cannabiskonsum vorbeugen will und gleichzeitig Werbung für weit gefährlichere Drogen erlaubt, macht er sich unglaubwürdig. Also wird er als Autorität nicht ernst genommen. Am wenigsten von jenen, um die er sich am meisten sorgt.“ Kommentar: Dieser Abschnitt könnte ein Zitat aus „Alkohol und Massenmedien“ der WHO Europa sein, das wir auf dieser Webseite im Zusammenhang mit der Droge Nr. 1, dem Alkohol, auch immer wieder verwenden. Erfreulich, dass die Einsicht langsam wächst.

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Kommentar zu Studienbericht, der alles klar macht

Donnerstag 26. August 2010 von htm

Kommentar zu „Ein Prost auf langes Leben“ bei Focus-Online am 25.8.10

Nun hat also diese Studie gebracht, was ich schon immer zu diesen alkoholpositiven Studien gesagt habe: Die jeweils herbeigezogenen “Abstinenten” waren nicht lebenslang alkoholfrei Lebende, sondern ehemalige Alkoholiker, Diabetiker, usw., die mit verschiedenen Gesundheitsrisiken lebten. Ganz klar, dass mässige Alkoholkonsumenten, die sonst gesundheitsbewusst leben, eine bessere Lebenserwartung haben, weil der Körper geringe Mengen Alkohols ohne bleibende Schäden verarbeiten kann.
Es ist deshalb irreführend, wenn der Artikel wie gewohnt titelt: Ein Prost auf langes Leben. Lebenslang Abstinente leben vielleicht sogar länger, weil sie ihr Immunsystem nicht durch Alkoholkonsum belasten, sich oft auch sonst gesundheitsbewusst ernähren, wenn es ihr sozialer Status erlaubt und sie nicht unter zu grossem Stress leiden. Nicht umsonst leiden viele Abstinentengruppen an Überalterung. Zwei der ersten drei Sätze sind ebenfalls irreführend. Die Studie belegt gerade das Gegenteil: Dass die bisherigen alkoholpositiven Studien Abstinente zu unrecht als valable Kontrollgruppen beigezogen haben. Lebenslang Abstinente hätten ein anderes Ergebnis erbracht. Nur sind die heutzutage schwieriger zu finden. Jetzt sollte die Presse ehrlich genug sein, diesen Sachverhalt wahrheitsgemäss wiederzugeben. Mässiger Alkoholkonsum ist selbstverständlich besser als unmässiger. Das ist der einzige positive Effekt.

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