Dienstag 6. März 2012 von htm
Einleitung aus: SECO: Die Volkswirtschaft 1/2-2012
Mit der Totalrevision des 80-jährigen Alkoholgesetzes legt der Bundesrat den Grundstein für eine zeitgemässe, kohärente und wirksame Alkoholpolitik. Der Spirituosen- und Ethanolmarkt wird liberalisiert und der staatliche Aufgabenfächer gestrafft. Künftig konzentriert sich staatliches Handeln auf tatsächliche Brennpunkte. Zudem wird der Vollzug auf Bundesebene sowie die Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen optimiert. Unter dem Strich führt die Revision sowohl auf Behördenseite wie auch auf Seiten der Wirtschaft zu einer bedeutenden Reduktion der eingesetzten Ressourcen. Nach der Verabschiedung der Botschaft durch den Bundesrat am 25. Januar 2012 wird nächstens das Parlament über die zwei neuen Gesetze – das Spirituosensteuergesetz und das Alkoholhandelsgesetz – entscheiden. …
(Quelle: Infoset Newsletter März 2012)
Kommentar: Zeitgemäss bedeutet hier Liberalisierung, kohärent ist die Erfüllung der Wünsche der Alkoholindustrie und wirksam ist wohl nur der Schutz der Alkoholinteressen. Der generelle Rückgang des Alkoholkonsums über 30 Jahre wird als Vorwand benutzt, keine wirksamen Massnahmen zu ergreifen. Es wird übersehen, dass die alkoholbedingten Schäden trotz des Rückgangs gewaltig sind und mit laufender Forschung noch zunehmen. Wenn auf 10 Milliarden Franken Jahresumsatz 6.5 Milliarden (1998) alkoholbedingte Schäden anfallen, spricht das Bände. Der Versuch, die Erhältlichkeit während der Nacht einzuschränken und die Testkäufe rechtlich abzusichern ist löblich. Ob das Parlament mitzieht, ist offen und was es schliesslich bringt, ebenfalls. An der Tatsache, dass die Bevölkerung keine Chance hat. sich über die wirklichen Zusammenhänge eine eigene Meinung zu bilden, weil die nötigen Informationen vorenthalten werden und oft nur die Desinformation via Werbung und Medien gepflegt wird, ändert dieses Gesetz nichts. Weiterhin wird gelten: Die Schäden der Bevölkerung, der Profit der Alkoholindustrie.
Weitere Artikel in dieser Nummer: Alkoholprävention – zum Wohl! Pascal Strupler
(Kommentar: Gute Situationsschilderung – ohne konkrete Erfolgsaussichten.)
Legalisierung von Testkäufen und verdeckte Ermittlungen im Gastgewerbe: Relationen sind aus den Fugen geraten. Bernhard Kuster
Kohärente Alkoholpolitik – zum Wohl von Individuum und Gesellschaft. Marina Carobbio
Kategorie: Alkohol-Testkäufe, Alkoholindustrie, Alkoholkrankheit, Allgemein, Erhältlichkeit, Gesundheit, Jugend, Kinder, Konsumhaltung, Medien, Nationales Programm Alkohol NPA, Neues Alkoholgesetz (CH), Newsletter, Nichtübertragbare Krankheiten, Politik, Prominenz, Schweiz, Sozialkosten, Statistik, Verbraucherschutz, Verhältnis-Präv., Verkehr, Veröffentlichungen, Verschiedene, Werbung, Wirtschaft |
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Sonntag 4. März 2012 von htm
ZÜRICH – Kurz vor seiner Pensionierung schreckt der Verwaltungspräsident Claude Hauser Genossenschafter auf: Er hält das Alkoholverbot der Migros für altmodisch.
Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler würde sich im Grab umdrehen: Ausgerechnet das Verkaufsverbot für Alkohol will Migros-Präsident Claude Hauser umstossen. «Der Wein ist nichts schädliches, zumindest bei ihm – ich spreche nicht von Bier oder Spirituosen – gibt es eigentlich keine Rechtfertigung für ein Verbot», sagt der 69-Jährige in einem Interview mit der Zeitung «Sonntag».
In seiner Vision eines moderneren Grossverteilers sieht der Verwaltungsratspräsident Gestelle voller Weinflaschen. «Problematisch finde ich, wenn Coop den Jungen in ihren Shops auch spät in der Nacht Alkohol verkauft. Aber Wein in den Regalen zu haben, mit Schweizer Weinbauern zusammenarbeiten: Das wäre absolut unproblematisch.» …
(Quelle: blick.ch, 4.3.12) Tages-Anzeiger, 4.3.12
Kommentar: Migros-Präsident Hauser legt seinem Nachfolger oder seiner Nachfolgerin ein faules Ei ins Nest. Der einzige moralische Pluspunkt gegenüber der Konkurrenz ist noch dieses Alkohol- und Tabakverbot. Fallen diese weg, besteht kaum mehr ein Grund, nicht bei andern Detailhändlern einzukaufen. Bisher hat die Migros es geschafft, ohne diese Suchtmittel profitabel zu wirtschaften, was eine rühmenswerte Leistung darstellt.
Wird der Alkoholverkauf eingeführt, wird kaum mehr ein Unterschied zu Coop-Verkaufsmethoden bestehen. Verkaufszeiten, Billig-Aktionen, Alkohol-Werbung – alles würde ausgereizt werden, um die Konkurrenz zu übertreffen. Der Gesamtkonsum hängt bekanntlich mit der Erhältlichkeit, d.h. auch mit der Anzahl Verkaufsstellen zusammen.
Dass Wein nicht schädlich sei, weiss er aus der Weinwerbung, und weil er nicht die massgeblichen wissenschaftlichen Untersuchungen liest. Alkohol ist Alkohol, egal in welcher Lösung er auftritt. Bereits ein Standard-Glas täglich erhöht das Krebsrisiko messbar. Bei der Schädigung in der Familie oder weiteren Umwelt durch Gewalt, im Verkehr, beim Sex usw. ist es auch gleichgültig, ob Wein oder Bier im Spiel war.
Es bleibt zu hoffen, dass die Migros ihr (nach Le Shop, Denner und Migrolino) verbliebenes Prestige behält, das sie weltweit so ziemlich einmalig macht.
Kategorie: Alkoholfreies, Alkoholindustrie, Allgemein, Erhältlichkeit, Gesundheit, Jugend, Prominenz, Schweiz, Werbung, Wirtschaft |
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Samstag 3. März 2012 von htm
The relationship of increased alcohol taxes to reductions in alcohol-related harm is well established. Few studies, however, have examined the effects of sudden decreases in alcohol tax rates or effects of narrow tax changes limited to specific beverage types. In the current study, we: (1) examine whether tax increases on spirits have similar effects in reducing alcohol-related disease mortality as increasing taxes on all types of alcoholic beverages simultaneously, and (2) evaluate effects of beer-specific tax decreases in New York State on mortality. …
(Source: Alcohol Reports, 03/01/12)
Kategorie: Alcohol taxes, Allgemein, Global, mortality, Price, Research, Statistics |
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Mittwoch 29. Februar 2012 von htm
Eine neue Studie räumt mit Vorurteilen auf: Nicht die Schüler aus sozial schwachen Familien, sondern jene mit reichen Eltern verfallen Alkohol am häufigsten. Auch über Kinder mit Migrationshintergrund gibt es interessante Erkenntnisse.
Schüler trinken in Deutschland deutlich seltener Bier, wenn Vater und Mutter beide Ausländer sind. Das geht aus einer neuen Studie der Universität Bielefeld für die Weltgesundheitsorganisation WHO hervor. Die Forscher hatten bundesweit mehr als 5800 Jungen und Mädchen befragt. Die Interviewten stammten aus fünften, siebten und neunten Schulklassen.
„Wir erklären uns das so, dass die meisten von ihnen einen muslimischen Hintergrund haben. Da gelten bestimmte kulturelle Regeln“, sagte die Studien-Koordinatorin Prof. Petra Kolip. Den Zahlen zufolge trinken bundesweit 8,5 Prozent der Jungen zwischen 11 und 15 Jahren jede Woche Alkohol, aber nur halb so viele Jungen mit beiderseitig migrantischem Elternhaus.
Deutscher Alkoholkonsum
… Generell greifen männliche Schüler doppelt so häufig zur Flasche wie ihre weiblichen Altersgenossen. Gut 6 Prozent der Mädchen und mehr als 11 Prozent der Jungen trinken mindestens ein Mal pro Woche ein alkoholisches Getränk. „Die beliebtesten Getränke sind Biermixgetränke und Bier, gefolgt von Alkopops, während Wein und Sekt nur selten konsumiert werden“, erläuterte Kolip. Sie ist Leiterin des WHO Collaborating Centre an der Uni Bielefeld. Das Zentrum erarbeitet den deutschen Anteil der Studie, deren Schirmherrin die WHO ist.
Jungen aus wohlhabenden Haus trinken mehr
„Interessanterweise ist der Alkoholkonsum in wohlhabenden Familien von Jungen deutlich häufiger und auch das rauschhafte Trinken tritt in diesen Familien häufiger auf“, berichtete Kolip weiter. „Anders als das übliche Vorurteil, das riskanten Alkoholkonsum in sozial benachteiligten Familien verortet, zeigen unsere Daten, dass riskanter Konsum in allen Sozialschichten auftritt und in höheren Schichten zumindest bei Jungen ausgeprägter ist.“
(Quelle: Google Alkohol News, 28.2.12) FOCUS Online, 28.2.12
Kategorie: Allgemein, Geschlechtspezifische, Internationales, Jugendliche, Konsumhaltung, Weltgesundheits-Org. |
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Dienstag 28. Februar 2012 von htm
Starting July 1, you’ll have to carry a portable blood-alcohol test kit with you if you want to drive in France. You’ll be fined 11 euros — about $15 — if you can’t produce one when the gendarmes ask.
Who knew such a thing even existed?
Turns out they’re about the size of a cigarette, available in the U.S. and are much cheaper when purchased in bulk. Expect to pay as much as $7 at a retail counter but as little as $2 when you buy a bunch. We found them at Walmart and suggest you read the instructions before your first drink, just to be safe.
The chemically coated crystals inside these single-use devices react to concentrations of alcohol in the user’s breath, turning colors above a certain threshold. Most manufacturers sell the devices tuned for “zero tolerance” situations (such as school, they note), 0.05 percent (the legal blood-alcohol level in France), or 0.08 percent, the limit in the U.S. (See “Calculate your limit: Avoid a DUI disaster.”)
Friends in Europe suggest carrying two: One to use and one to show the police. …
(Source: Alcohol Reports, News, 02/27/12) foxbusiness.com, 02/24/12
Kategorie: Allgemein, consumption, Global, Politics, Prevention, Transportation |
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Dienstag 28. Februar 2012 von htm
Abstract
Aims: To provide an overview of alcoholics attending a socio-ecological treatment programme [Clubs of Alcoholics in Treatment (CATs)] and to identify factors associated with abstinence and self-perceived improvement in lifestyle.
Methods: A national sample of 7522 subjects (76% males and 24% females, mean age 53.2 ± 11.3 years ± SD) attending CATs was evaluated using a self-administered questionnaire completed at a weekly meeting in 2006.
Results: Of participants, >70% reported no alcohol use in the last year and around 90% indicated no use in the previous month, whereas 4% of them declared no alcohol use before club attendance. Abstinence and lifestyle improvement were related positively to the number of years of club attendance but negatively to the presence of other problems in addition to the alcohol-related one. Moreover, being older or female was associated with more likely achievement of abstinence as well as with the perception of a better lifestyle. Finally, attending the club with one or more family members was associated with achievement of better lifestyle.
Conclusion: These data provide an overview of alcoholics attending the CAT programme and are a first step toward developing a surveillance system. In addition, on the basis of this preliminary picture further research (notably longitudinal studies) can be planned considering this method and its effectiveness.
(Source: Alcohol Reports, 02/27/12) oxfordjournals.org, 02/23/12
Comment: I visited one of the first clubs at the beginning of their work in Udine. It was very impressing and I am glad they have such a success over the many years.
Kategorie: Addiction, adults, Allgemein, Children, consumption, Global, Parents, Research, societal effects, Statistics, Treatment, Youth |
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Dienstag 28. Februar 2012 von htm
Von wegen „Bon Voyage“! Ab Juli muss jeder Autofahrer, der in Frankreich unterwegs ist, einen Alkohol-Tester im Wagen haben – sonst droht ein Bußgeld.
Ziel soll es sein, alkoholbedingte Unfälle zu reduzieren. Kritiker sagen: Da wird der Autofahrer wieder mal zur Melk-Kuh gemacht. Alkohol am Steuer – das wird in Frankreich teuer: Bei Promille-Werten zwischen 0,5 und 0,8 Promille ist eine Geldbuße von 90 bis 750 Euro fällig. Bei über 0,8 Promille: Geldstrafe bis 4500 Euro und/oder Fahrverbot bis zu drei Jahren und/oder Gefängnis bis zwei Jahre.
Und jetzt kommt die Alkohol-Tester-Pflicht, damit jeder prüfen kann, ob er nicht zu viel intus hat. Michael Nissen, Leiter Internationales Recht beim ADAC: „Jeder Autofahrer muss in Frankreich ein unbenutztes Alkohol-Testset im Fahrzeug mitführen und gegebenenfalls bei einer Kontrolle durch die Polizei vorweisen können. Ansonsten droht ein Bußgeld von 11 Euro, das sofort bezahlt werden muss.“
Es gibt aber eine Schonfrist. Bußgelder sollen erst ab 1. November verhängt werden. Wird zuvor ein Verstoß festgestellt, gibt’s eine Ermahnung und einen Hinweis auf die Neuregelung. Nissen: „Zu beachten ist, dass das erst vorläufige Informationen sind. Die Gesetzesverordnung ist noch nicht erlassen und veröffentlicht.“ …
(Quelle: Google Alkohol News, 27/02/12) express.de, 27.2.12
Kommentar: Wenigstens für den Staat kostenneutral. Ob es etwas nützt, ist eine andere Frage.
Kategorie: Allgemein, Internationales, Verhältnis-Präv., Verkehr |
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Dienstag 28. Februar 2012 von htm
The Ultimate Fighting Championship (UFC), the world’s largest promoter of violent cage fighting events and Anheuser-Busch InBev (ABI), makers of the Bud Light family of beers, are delivering harmful content to millions of youth. The underage viewers are treated to people beating one another to a bloody pulp, brought to them by Bud Light…or is it Blood Light?
Protect Youth, Pull the Plug on Bud Light Ads at UFC Fights
In its 2011 announcement of Bud Light’s UFC sponsorship renewal, ABI boasts that it “will continue to immerse the beer into all areas of the world’s premier mixed martial artsorganization.” This includes a thinly veiled effort to target underage youth with graphic violence and sexually explicit ads. According to UFC president Dana White, „…Our target audience is anywhere from age 17 to 35.“ …
(Source: Alcohol Justice, 02/27/12)
Kategorie: Advertising, Alcohol industry, Alerts, Allgemein, Children, Global, Prevention, societal effects, Sports, Watchdogs, Youth |
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Freitag 24. Februar 2012 von htm
Up to 210,000 people in England and Wales will be killed prematurely by alcohol over the next 20 years, with a third of those preventable deaths due to liver disease alone, health experts warned Monday.
Other alcohol-related deaths will be due to accidents, violence and suicide, or from chronic diseases such as high blood pressure, strokes, heart disease and cancer, the experts warned in a projection study in the Lancet medical journal.
Yet Ian Gilmore, former president of the Royal College of Physicians and one of the lead authors of the work, said it was „entirely within the power of the UK government“ to take steps to tackle Britain’s drink problem and „prevent the worst-case scenario of avoidable deaths.“
The experts pointed to measures taken in the former Soviet Union in the 1980s, which they said saw alcohol consumption fall by a third in two years with a resulting 12 percent drop in the rate of alcohol-related deaths.
The warning comes after British Prime Minister David Cameron promised last week to crack down on excessive drinking, calling it a „scandal“ that costs the taxpayer-funded National Health System an estimated 2.7 billion pounds ($4.3 billion) a year. …
(Source: Harvard World Health News, 02/23/12) reuters.com, 02/19/12
Kategorie: Alerts, Allgemein, consumption, Global, Health, mortality, Parliaments / Governments, Personalities, Politics, Prevention, Publications, Research, Social Costs, Statistics, Watchdogs |
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Donnerstag 23. Februar 2012 von htm
Ein 14-jähriger Teenie schnappt sich gestern kurz vor Mitternacht unbemerkt den Autoschlüssel seiner Mutter. Er setzt sich ins Auto und fährt in Richtung Hochdorf. Dann verliert er die Kontrolle über das Auto. Das Fahrzeug schlittert über die Strasse in einen Maschendrahtzaun und überschlägt sich mehrmals. Der 14-Jährige bleibt unverletzt.
Ein Atemalkoholtest beim Teenie ergab einen Wert von 1.22 Promille. Der Sachschaden liegt bei 12’000 Franken.
(Quelle: blick.ch, 22.02.12)
Kommentar: Die meisten Online-Kommentare fragen nach der elterlichen Erziehung. Niemand regt sich auf, dass dieser Jugendliche sich irgendwo Alkohol besorgen und sich soviel Mut antrinken konnte, dass er diese Spritztour wagte. Hier müsste auf Mitschuld der Alkohollieferanten geklagt werden. Diese nehmen fahrlässig in Kauf, dass ihre Gesetzesübertretung üble Folgen haben kann. Zum Glück gab es keine Personenschäden. – Die Luzerner Polizei sei mit dem Verlauf der Fasnacht zufrieden, heisst es… Wie viele Alkoholiker-Karrieren sind wohl wieder angestossen und wie viele ungewollte Schwangerschaften auf den Weg gebracht worden?
Kategorie: Alkoholindustrie, Allgemein, Eltern, Erhältlichkeit, Gerichtsfälle, Gewalt/Kriminalität, Jugend, Kinder, Schweiz, Sozialkosten, Verhältnis-Präv., Verkehr |
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