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Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Archiv für die Kategorie 'Prävention'

CH: Frage des Tages: zu viel Prävention?

Dienstag 12. April 2011 von htm

Das vom Gewerbe dämonisierte Präventionsgesetz sieht keine Verbote vor. Aber Gesetze sollen künftig darauf getestet werden, ob sie die Gesundheit gefährden. Die Vorlage kommt heute in den Nationalrat. Was meinen Sie? Tut der Staat bei der Prävention zu viel? Stimmen Sie am Ende des Artikels ab! … Der Nationalrat stimmte mit 87 zu 78 Stimmen zu. (Quelle: Tages-Anzeiger, 12.4.11) Amtliches Bulletin, 12.4.11 Kommentar: Die Gesundheitsfolgenabschätzung (GFA) sei unnötig, weil ihre Funktion bereits durch die Umweltverträglichkeitsprüfung abgedeckt sei. Schön wär’s. Sie hat bisher jedenfalls keinen Einfluss gehabt. Die SVP droht bereits mit dem Referendum.

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Leserbrief zur schweizerischen Schülerbefragung zum Suchtverhalten

Dienstag 12. April 2011 von htm

31.3.2011

Redaktion
Neue Zürcher Zeitung
8001 Zürich

Per e-mail
Leserbrief zu „Wenig verändertes Suchtverhalten“ vom 30.3.2011
Wenn man den Verlauf des Alkoholkonsums vergleicht, wird klar, dass bei den 15-Jährigen der wöchentliche Konsum seit der letzten Befragung 2006 zugenommen hat. Vergleicht man mit der Zeit vor der Alkopop-Hausse, sieht man, dass auch hier ein Anstieg festzustellen ist.
In den 90-er Jahren ist die staatliche Prävention angetreten, den Jugendalkoholismus zu vermindern. Wir haben immer noch einen Anstieg. Die staatlich verordnete Prävention setzte voll auf die neu erfundene Gesundheitsförderung, d.h. die Verhaltensprävention und vernachlässigte die strukturelle-, heute Verhältnisprävention genannt, weitgehend. Ausnahmen sind die lange sträflich verzögerte Herabsetzung der Promillegrenze und die nur auf die Jugend zielende Alkopopsteuer. Die Kantone und Gemeinden versuchten, mit Testkäufen den Jugendschutzgesetzen Nachachtung zu verschaffen, aber die unklare Rechtslage verhinderte auch hier ein befriedigendes Resultat. Die Alkopopsteuer erwies sich als isoliertes Heilmittel insofern als ungenügend, weil die Jugendlichen auf selbstgemixte Getränke auswichen und sich dem billigen Importschnaps zuwandten. Immerhin hat sie einmal mehr bewiesen, dass mit dem Preis der Konsum gesteuert werden kann.
Nun wird in den Medien wieder zur Tagesaktualität gewechselt, der Jugendalkoholismus ist wieder einmal erwähnt worden, aber Fragen werden keine verfolgt. Man macht sich keine Gedanken darüber, was mit diesen rauschtrinkenden Jugendlichen in einigen Jahren geschieht, obwohl bereits Untersuchungen vorliegen. Wirkende Alkoholsteuern dürfen nicht thematisiert werden, sie könnten dem Alkoholgewerbe schaden. Dafür darf vom Bundesrat eine Verteuerung der Autobahnvignette um über 100% vorgeschlagen werden, die als Kopfprämie Wenig- und Vielfahrer gleich treffen würde. Eine lebensrettende Verteuerung alkoholischer Getränke ist tabu. – Die Liberalen haben plötzlich gemerkt, dass die Eigenverantwortung bei der Atomkraft nicht funktioniert. Wann merken sie es beim Alkoholproblem?
Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer

Gleicher Text auch an Redaktion Zürcher Oberländer
Redaktion Der Landbote
(In der NZZ nicht erschienen, bei den andern unbekannt)

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CH: SVP und Grüne wehren sich gegen Alkohol-Testkäufe

Dienstag 12. April 2011 von htm

Der Zürcher Kantonsrat hat sich dafür ausgesprochen, Testkäufe von Alkohol durch Minderjährige gesetzlich zu regeln. Der Entscheid könnte aber noch kippen.
Seit mehr als zehn Jahren führen viele Gemeinden im ganzen Land in Läden und Restaurants Alkohol-Testkäufe durch: Speziell geschulte Minderjährige bestellen solche Getränke oder versuchen, sie an der Kasse zu bezahlen. Immer wieder zeigen solche Testkäufe, dass Jugendliche viel zu leicht an Alkohol gelangen. …
Für eine knappe Mehrheit aus SP, FDP, GLP, EVP und CVP im Zürcher Kantonsrat war deshalb gestern klar: Es braucht dringend eine gesetzliche Grundlage für die Testkäufe. Diese sollen künftig in einem eigenen Paragrafen im Gesundheitsgesetz explizit erlaubt werden. «Angesichts dessen, was sich Samstag für Samstag in der Stadt Zürich abspielt, sind Alkohol-Testkäufe notwendig. In den letzten Jahren ist die Zahl der Alkoholvergiftungen dramatisch gestiegen», sagte Barbara Angelsberger (FDP, Urdorf). Mehrere Ratsmitglieder räumten ein, dass Jugendliche auch weiterhin an Alkohol kämen, wenn sie dies wirklich wollten. «Aber es geht darum, ihnen klar zu signalisieren, dass es ein Gesetz gibt, das gilt», sagte Ruth Kleiber (EVP, Winterthur). Hans-Peter Häring (EDU, Wettswil) fragte: «Sind wir bereit, das Recht durchzusetzen, auch wenn es unangenehm ist?» … (Quelle: Tages-Anzeiger, 12.4.11) unser Online-Kommentar:
Testkäufe sind praktisch die einzige Möglichkeit, das Jugendschutzgesetz durchzusetzen. Sie nützen aber nur maximal, wenn Strafen möglich sind. Dass nur die oft gestressten VerkäuferInnen bestraft werden, ist allerdings stossend. Den Profit machen ja die skrupellosen Inhaber. Ob dann die Grünen zustimmen? Oder die FDP wieder abwinkt, die erstaunlicherweise positiv überrascht? (NZZ, 12.4.11) unser Online Kommentar: zusätzlich zum obgen: Es ist natürlich zu hoffen, dass der Bund ebenfalls die im Entwurf des Alkoholgesetzes angekündigte Gesetzesregelung bringt. Leider ist das noch gar nicht sicher, obwohl dies der einzige wirklich positive Mehrwert wäre. Bis jetzt wehrt der Bundesrat sich immer noch stur gegen wirksame Massnahmen, die das Alkoholproblem entschärfen würden. Und die Medien unterstützten ihn bisher dabei, indem sie ihre Macht der Nicht-Information ausübten. Ob der seitenlange Artikel in der heutigen NZZ eine Kehrtwende darstellt? „Freiheitliche Werte zur publizistischen Orientierung“. (Siehe auch zwei pendente Leserbriefe: NZZ, Tages-Anzeiger)

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A: Länder bei Alkohol einig, im Osten aber weiter Schnaps

Samstag 9. April 2011 von htm

Ein weiterer Schritt zu einem harmonisierten Jugendschutzgesetz ist getan: Bund und Länder haben sich am Freitag bei der Landesjugend-Referentenkonferenz in Dornbirn auf eine Regelung im Bereich der Alkoholika geeinigt, wobei die östlichen Regionen ausscheren dürfen. Die Frage einheitlicher Ausgehzeiten ist aber weiter offen und soll bis Juni geklärt werden. „Wir sind einen wesentlichen Schritt weitergekommen“, erklärten Familienminister Reinhold Mitterlehner und Staatssekretärin Verena Remler (beide ÖVP) am Freitag zum Abschluss Konferenz. (Quelle: Google Alkohol News, 9.4.11) krone.at, 8.4.11 Kommentar: Ein wahrlich kleiner Schritt. Schnaps ist offenbar kein Alkohol. Während fast ganz Europa das Mindestalter 18 für Schnaps kennt, muss sich der Osten Österreichs eine Ausnahme gewähren.

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Easy for minors to buy alcohol in European Union

Samstag 9. April 2011 von htm

Copenhagen’s bars willingly sold alcohol to 15-year old Swedes.
The work of young members of UNF, The Swedish Youth Temperance Association, reveals the actual strength of actions by the alcohol industry in the European Alcohol and Health Forum. Young UNF members from Sweden’s border regions to Denmark went to Copenhagen to conduct mystery shopping and the results give a clear signal: of in total 7 tested bars and pubs, Swedish minors were without problems able to buy alcohol 11 times. 4 out of these 7 places are part of a project of City of Copenhagen and the alcohol industry.
The City of Copenhagen runs a project, called “tryg den af” (engl.: “Have fun. Be safe”) together with the alcohol industry for responsible selling and serving. It is about certified bars and pubs that take responsibility for not selling alcohol to youth under the age of 18. How responsible selling and serving really is in Copenhagen was now revealed by UNF members. (Source: Press release activeeurope.org, 04/08/11)

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A: Alkohol ab 16: Länder bremsen Minister

Samstag 9. April 2011 von htm

Mitterlehner verhandelt heute mit den Ländern über einen „Vertrag“ für einen bundesweit einheitlichen Jugendschutz. Dies bezieht sich auf Ausgehen, Alkoholtrinken und Rauchen.
Der Plan war – und ist – einfach: Jugendminister Reinhold Mitterlehner (VP) will endlich den gesplitteten Jugendschutz in ganz Österreich vereinheitlichen. Sämtliche Regeln zum Ausgehen, zum Alkoholtrinken und Rauchen für Jugendliche bis 18 Jahre sollen gleich werden, so der Ansatz des Ministers. Diesen will er den Ländern heute, Freitag, bei einer Enquete in Dornbirn in Vorarlberg schmackhaft machen. … (Quelle: Google Alkohol News, 7.4.11) diepresse.at, 7.4.11 unser Online-Kommentar: Wer schützt gewisse Politiker vor ihrer Abhängigkeit von Alkohol-Lobbies und vor ihrer eigenen Dummheit und Verantwortungslosigkeit? In der heutigen Zeit des Jugendalkoholismus sind nur Verschärfungen am Platz. Das liberale Lieblingskind, die Eigenverantwortung spielt ja nicht einmal bei den Erwachsenen.

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Aufruf, Tabelle zur Unterschriften-Sammlung

Dienstag 5. April 2011 von htm

Damit auch persönlich Unterschriften gesammelt werden können, steht hier eine Tabelle zur Verfügung, die kopiert werden kann: Unterschriftenbogen

Kategorie: Advent-Aufruf, Allgemein | Keine Kommentare »

TOP NEWS: Aufruf zur schweizerischen Alkoholpolitik

Dienstag 5. April 2011 von htm

Wir laden alle Menschen in der Schweiz ein, diesen Aufruf zu unterstützen und zu unterschreiben. Die Politiker und Politikerinnen aller Stufen müssen merken, dass in der Bevölkerung ein grosses Bedürfnis und ein starker Wille vorhanden sind, die alkoholbedingten Schäden in unserem Land massiv zu reduzieren.

Wir Unterzeichnenden fordern, dass die evidenzbasierten Massnahmen zur Bekämpfung der Alkoholproblematik, die von der WHO vorgeschlagen werden, baldmöglichst in unsere Gesetze einfliessen und durchgesetzt werden. Die Gesundheit aller ist dabei als höheres Gut einzustufen als wirtschaftliche Gewinne einiger Weniger. Besonders unsere Jugend verdient ein Umfeld, das sie nicht zum Suchtmittelkonsum animiert und zum Exzess verführt. Trinkexzesse dürfen nicht bagatellisiert werden.

Wir wollen nicht länger die horrenden Folgekosten übermässigen Alkoholkonsums bezahlen und das durch Alkohol verursachte Leid auffangen, ohne dass die Politik und die Wirtschaft ihren Teil der Verantwortung wahrnehmen. Wir denken dabei vor allem auch an die über 100’000 Kinder, die bei uns in alkoholbelasteten Familien aufwachsen.

Wir laden alle Menschen, Kirchen, Fachorganisationen, Behörden, Gemeinden, Kantone, Vereine, Schulen, politische Parteien Wirtschaftsverbände und Medien ein, sich diesem Aufruf anzuschliessen. Die Vision einer glücklicheren, gesünderen und unabhängigeren Schweiz könnte so Wirklichkeit werden.

Erstunterzeichner: Hermann T. Meyer, www.alkoholpolitik.ch; Markus Theunert, lic. phil, Generalsekretär Fachverband Sucht; Michel Graf, MPH, Direktor Sucht Info Schweiz; Walter Liechti, dipl. NPO-Manager VMI, Geschäftsführer, BK- der deutschen  Schweiz; Barbara Willimann, MAS ZFH in Social Management, Geschäftsführerin der Zürcher Fachstelle für Alkoholprobleme, Nicole Cornu, Co-Präsidentin SAJV (Schweizer Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände)

Per E-Mail mit Name, Vorname, PLZ Ort: advent.aufruf(at)bluewin.ch

Auf Facebook als Mitglied bei der Gruppe Advent-Aufruf zu Schweizer Alkoholpolitik

Per Briefpost an Hermann T. Meyer, Lindenstr. 32, 8307 Effretikon

Ich unterstütze und unterzeichne den Advent-Aufruf zur nationalen Umsetzung der WHO-Alkohol-Strategie vom 20.5.2010

Name, Vorname, evtl. Titel, Funktion, Adresse, E-Mail, Unterschrift

Datenschutz: Die persönlichen Daten und E-Mail-Adressen werden nicht weitergegeben. Anmeldungen auf Facebook sind öffentlich.

Anhang

– WHO verabschiedet Globale Alkoholstrategie (Bedürfnis, Entstehung, Inhalt)

– Text der Resolution (englisch) Resolution WHA61.4 – Strategies to reduce the harmful use of alcohol

– Zur WHO-Alkoholstrategie (englische Webseite der WHO, mit Geschichte der
Entstehung dieser Resolution
)

Auf der Webseite www.alkoholpolitik.ch werden in der Kategorie „Prävention“  – Aktionen – Advent-Aufruf Artikel gesammelt, die im Rahmen dieses Aufrufs anfallen und/oder als Motivationsverstärker dienen sollen. Auch über den Stand der Unterschriftensammlung wird  dort periodisch berichtet. (Sobald die Aktion anläuft.)

*****

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CH: Internetplattform mit Gesprächsforen für Kinder und Jugendliche aus alkoholbelasteten Familien

Montag 4. April 2011 von htm

Sucht Info Schweiz lanciert erste nationale Internetplattform mit Gesprächsforen für Kinder und Jugendliche aus alkoholbelasteten Familien
Donnerstag, 14. April 2011, 11 Uhr, Bern, Casino, Herrengasse 25, www.casinobern.ch
Kinder mit einem alkoholabhängigen Elternteil erleben einen schwierigen Familienalltag, ohne Normalität und Sicherheit. Sie tragen ein höheres Risiko, selbst abhängig zu werden. Alkoholprobleme in der Familie sind ein Tabu. Aus Loyalität gegenüber den Eltern sprechen die meisten Kinder mit niemandem über ihre Sorgen, sondern leiden im Stillen. Sucht Info Schweiz will gemeinsam mit ihren Partnern die Isolation dieser Kinder überwinden! Zum zweiten Mal lädt Sucht Info Schweiz die kantonalen Partner zu einer Vernetzungs- und Weiterbildungsplattform ein.
Im Mediengespräch – als Auftakt zu diesem Treffen – erfahren Sie mehr über neue Angebote in der Schweiz und die ab Mitte April verfügbare erste nationale Internetplattform von Sucht Info Schweiz mit Gesprächsforen für betroffene Kinder und Jugendliche. Anmeldung hier.

Kategorie: Allgemein, Jugend, Kinder, Medien, Schweiz, Veranstaltungen, Verhaltens-Präv. | Keine Kommentare »

Neue Konkurrenz für uns im Web – Irrtum – befreundete Kreise

Montag 4. April 2011 von htm

Ein Blog www. alkoholpolitik.de ist neu aufgetaucht. In einem Artikel werden wirksame Ausweispflicht und -Kontrollen für Minderjährige gefordert. Teilnahme am Diskussionsforum verlangt ein Login. (Quelle: Google Alkohol News, 4.04.11) alkoholpolitik.de Kommentar: Nicht die Alkoholindustrie steckt dahinter, sondern befreundete Kreise, die sich jetzt gemeldet haben. Ich wünsche viel Erfolg und werde mich gelegentlich dort zeigen.

Kategorie: Allgemein, Internationales, Medien, Politik, Verhältnis-Präv., Veröffentlichungen | Keine Kommentare »

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