Dienstag 19. April 2011 von htm
Gemäss Kurzmeldungen in NZZ und Tages-Anzeiger waren Alkohol-Testkäufe der Stadtpolizei am Freitag in 7 von 10 Läden und Restaurants „erfolgreich“. Die Verantwortlichen wurden verzeigt. Kommentar: Nachdem gerade im Kantonsrat über Test-Käufe debattiert wurde und in Winterthur schon verschiedentlich Testkäufe durchgeführt worden waren, ist dieses Ergebnis schlicht unverzeihlich. Wann werden die Behörden endlich aufwachen und so einschreiten, dass wenigstens Ergebnisse im Landesdurchschnitt erzielt werden?
Kategorie: Alkohol-Testkäufe, Alkoholindustrie, Allgemein, Erhältlichkeit, Jugend, Politik, Schweiz, Statistik, Verbraucherschutz, Verhältnis-Präv., Wirtschaft |
Keine Kommentare »
Montag 18. April 2011 von htm
Sie saufen und raufen: Alkohol ist die Hauptursache für den enormen Anstieg an Straftaten vor und in Münchner Diskotheken
Die gute Nachricht vorweg: München bleibt die sicherste Millionenstadt Europas! Doch angesichts des teils enormen Anstiegs der Straftaten in Diskotheken forderte Polizeipräsident Wilhelm Schmidbauer gestern ein Verkaufs-Verbot von harten Alkoholika zwischen Mitternacht und Morgengrauen.
Die bekannten Münchner Brennpunkte am Maximiliansplatz, am Optimolgelände sowie an der Münchner Freiheit – sie trüben die Kriminalitätsstatistik 2010. Bei den 3987 Gewaltdelikten handelt es sich in vier von fünf Fällen um Körperverletzungen. Alarmierend: Die Ursache Alkohol nahm in den vergangenen zehn Jahren um satte 54 Prozent zu! „Darüber sollten wir uns ernsthaft Gedanken machen, wenn man schon an der Aufhebung der Sperrstunde festhalten will“, monierte Schmidbauer. (Quelle: Google Alkohol News, 17.4.11) bild.de, 17.4.11
Kategorie: Allgemein, Erhältlichkeit, Gewalt/Kriminalität, Internationales, Politik, Prominenz, Verhältnis-Präv. |
Keine Kommentare »
Samstag 16. April 2011 von htm
Durch Alkoholwerbung wird der Alkoholkonsum angeregt und gesteigert – insbesondere bei Jugendlichen. Das belegt eine Studie der DAK Krankenkasse.
Jugendliche, die viel Alkoholwerbung sehen, konsumieren auch mehr Alkohol. Dies belegt eine Studie der IFT Nord, die im Auftrag der DAK Krankenkasse durchgeführt wurde, Dabei wurde das Verhalten von 2130 Schülern im Alter zwischen zehn und 17 Jahren untersucht.
45 Prozent der Jugendlichen, die oft Alkoholwerbung sahen oder damit konfrontiert wurden, begannen in der Folge erstmals Alkohol zu trinken. Dagegen konsumierten lediglich 18 Prozent der Jugendlichen Alkohol, die selten oder kaum Kontakt zu Alkoholwerbung hatten. … (Quelle: Google Alkohol News, 16.4.11) fitforfun.de, 12.4.11 unser Online-Kommentar: Dass Werbung wirkt, ist schon seit Jahren nachgewiesen, der gesunde Menschenverstand müsste es auch schon lange wissen. Diejenigen, auf die es ankäme, wollen es nicht verstehen, die Regierungen und Parlamente. Sie sind dermassen alkoholabhängig, dass sie ihren Amtseid vergessen und das Wohl der ihnen anvertrauten Bevölkerung ausser Acht lassen. Man kann das auch Korruption nennen. Bei einigen werden auch finanzielle Interessen mitspielen.
Dass der Staat ein finanzielles Interesse am Alkoholkonsum hat, kann nicht belegt werden. Übersteigen doch die alkoholbedingten Sozialkosten die vom Fiskus erhobenen Alkoholsteuern bei weitem. Auch sind diese so niedrig, dass sie den erwünschten Rückgang des Alkoholkonsums nicht bewirken können. (Ausnahme: Skandinavien)
Kategorie: Alkoholsteuern, Allgemein, Gesundheit, Jugendliche, Politik, Reklame, Sozialkosten, Verhältnis-Präv., Werbung |
Keine Kommentare »
Samstag 16. April 2011 von htm
Die geplante Alkohol-Steuer wäre für die Wiener Gastronomen ein Horror-Szenario.
Am Freitag wurde eine neue Studie präsentiert, die zeigt, dass eine 15- Prozent- Steuer auf alkoholische Getränke fatale Auswirkungen auf die Wiener Gastronomie hätte.
„Ich erwarte mir von der Stadtregierung, dass sie allen Überlegungen in Bezug auf eine neue Alkohol- Sondersteuer eine offene und klare Absage erteilt“, sagt Wirtschaftskammer Wien- Präsidentin bei der heutigen Präsentation einer neuen Studie, die erstmals die betriebswirtschaftlichen Folgen einer neuen, 15- Prozent- Steuer auf alkoholische Getränke in der Gastronomie errechnet hat. „Eine neue Sondersteuer wäre für die Wiener Gastronomie betriebswirtschaftlich nicht verkraftbar“, sagt Jank. (Quelle: Google Alkohol News, 16.4.11) vienna.at, 15.4.11 Kommentar:, Szenario 2 wurde nicht durchgerechnet. Warum nicht? 5% Umsatzrückgang bei Alkoholika liegt wahrscheinlich im Rahmen der normalen jährlichen Schwankungen und ist verkraftbar. Nicht alle dieser 5%-Kunden würden ganz wegbleiben, sondern Alkoholfreies konsumieren. Man müsste auch sehen, wie die Steuerbelastung auf den Endpreis wirkt. Den Befragten war dies wahrscheinlich nicht bewusst und sie haben aus dem Bauch heraus abgewehrt, obwohl es vielleicht nur 5 Cents pro Glas ausmacht. Ganz vergessen wird der gesundheitliche Effekt. Ein Rückgang des Gesamtkonsums bei Alkoholika senkt die Gesundheitskosten und hebt die Lebensqualität. Davon profitieren alle. Am 12.4.11 stand hier:
„Die Preise für Limonaden, Mineralwasser und Bier sind in den vergangenen Jahren massiv in die Höhe geschnellt, zeigt ein Preisvergleich der Arbeiterkammer bei sechs Wiener Supermärkten und Diskontern. Limos, Mineral und Cola- Getränke haben sich seit 2002 um 24 Prozent verteuert, Bier um 37 Prozent seit 2000. Zum Vergleich: Der Verbraucherpreisindex stieg in den letzten elf Jahren um 24 Prozent.“
Dies hat wahrscheinlich nicht zu einem Kaufrückgang geführt. Bei den Wirten wird es auch nichts ausmachen, obwohl ein markanter Rückgang volksgesundheitlich wünschbar wäre.
Kategorie: Alkoholfreies, Alkoholsteuern, Allgemein, Gesundheit, Internationales, Politik, Sozialkosten, Statistik, Verbraucherschutz, Verhältnis-Präv., Wirtschaft |
Keine Kommentare »
Freitag 15. April 2011 von htm
Nationalrat – Sondersession 2011 – Sechste Sitzung – 14.04.11-08h00
09.3938: Motion Hutter Markus. Ladenöffnungszeiten. Symmetrie zwischen Kantonsrecht und Bundesrecht
Mit 104 zu 62 Stimmen stimmte der Nationalrat in namentlicher Abstimmung zu. Die Kantone sollen zukünftig nach eigenem Ermessen ohne Rücksicht auf das Arbeitsrecht die Ladenöffnungszeiten auch nachts und sonntags frei bestimmen können. Das Geschäft geht an den Ständerat. (Quelle: Amtliches Bulletin) Kommentar: Hier müsste nun das neue Präventionsgesetz mit der Gesundheitsfolgenabschätzung (GFA) einschreiten. Eine Haupttriebfeder für die neuen Ladenöffnungszeiten ist der lockende Alkoholverkauf. Wenn die Kantone nicht vernünftig sind (hoffentlich lehnt der Ständerat noch ab) werden die Wirte sofort nachziehen wollen, denn die Läden mit ihrem billigen Alkoholangebot sind ja ihre Hauptkonkurrenten. Dann hätten wir das gleiche Desaster wie in England. Warum laufen die Wirte nicht Sturm gegen dieses Ladenöffnungsgesetz? Glauben sie wirklich, sie könnten nachziehen?
Kategorie: Alkoholindustrie, Allgemein, Erhältlichkeit, Konsumhaltung, Neues Präventionsgesetz CH, Politik, Schweiz, Verbraucherschutz, Verhältnis-Präv., Verschiedene, Wirtschaft |
Keine Kommentare »
Freitag 15. April 2011 von htm
12.4.2011
Redaktion
Tages-Anzeiger
Leserforum
Zürich
Per e-mail
Au „Zürich legalisiert Alkohol-Testkäufe durch Minderjährige – vorläufig“, am 12.4.11
Testkäufe sind praktisch die einzige Möglichkeit, das Jugendschutzgesetz durchzusetzen. Sie nützen aber nur maximal, wenn Strafen möglich sind. Dass nur die oft gestressten VerkäuferInnen bestraft werden, ist allerdings stossend. Den Profit machen ja die skrupellosen Inhaber. Ob die Grünen dann zustimmen, wenn in dieser Richtung verbessert wird? Oder die FDP wieder abwinkt, die erstaunlicherweise einmal positiv überrascht?
Es ist natürlich zu hoffen, dass der Bund ebenfalls die im Entwurf des Alkoholgesetzes angekündigte Gesetzesregelung bringt. Leider ist das noch gar nicht sicher, obwohl dies der einzige wirklich positive Mehrwert wäre. Bis jetzt wehrt der Bundesrat sich immer noch stur gegen wirksame Massnahmen, die das Alkoholproblem entschärfen würden. Und die Medien unterstützten ihn bisher dabei, indem sie ihre Macht der Nicht-Information ausübten. Dass der Tages-Anzeiger sogar einen intelligenten Kommentar auf Seite 2 brachte, lässt wieder einmal hoffen.
Dass die Grünen in der Alkoholfrage mit der SVP zusammengehen, erstaunt mich immer wieder. Wie kann man sich für eine naturnahe, gesunde Umwelt einsetzen und dabei die Gesundheit des Menschen ausser acht lasssen, der doch im Zentrum unserer Umwelt steht? Ihr Argument, die Jugendlichen würden zu Gesetzesbrechern und missbraucht, ist nicht stichhaltig. Diese jungen Menschen gehören zum Umfeld des Blauen Kreuzes, sind geschult und durch die Vertrautheit mit dem Problem motiviert. Eine wertvolle Lektion in praktischer Staatsbürgerkunde, die kaum dazu führt, dass die Gegner der Vorlage aus ihren Reihen, sind sie einmal stimmberechtigt, zusätzliche Wählerstimmen erhalten werden. Ob dies auch ein Grund für die Gegnerschaft ist?
Warum wehrt sich der Wirte-Vertreter gegen ein solches Gesetz, wenn doch nur die Läden, d.h. seine Konkurrenz, betroffen sind? Weil die SVP-Ideologie sein Denken überflüssig macht, oder ihn seine Lieferanten unter Druck setzen? Also auch er, wie wir alle Passivtrinker, ein Unfreier trotz mehr Freiheit und weniger Staat?
Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer, Effretikon
(ungekürzt, mit kleinen redaktionellen Änderungen, veröffentlicht, am 15.4.11)
Kategorie: Alkohol-Testkäufe, Alkoholindustrie, Allgemein, Arbeitsplatz, Erhältlichkeit, Gesundheit, Jugend, Kinder, Medien, Neues Alkoholgesetz (CH), Passivtrinker, Politik, Schweiz, Verhältnis-Präv. |
Keine Kommentare »
Donnerstag 14. April 2011 von htm
Am Mediengespräch in Bern hat Sucht Info Schweiz ein Gesprächsforum für Kinder alkoholabhängiger Eltern lanciert. Diese erste nationale Internetplattform will möglichst viele betroffene Kinder und Jugendliche erreichen und sie will Synergien zu kantonalen Angeboten fördern.
Mehrere Zehntausend Kinder wachsen in der Schweiz mit einem alkoholabhängigen Elternteil auf. Meist leiden diese Kinder an fehlender Sicherheit, Schuldgefühlen und daran, dass in der Familie die Alkoholkrankheit verleugnet wird. Oft stehen sie mit ihren Gefühlen der Scham, Wut oder Angst alleine da. Im Vergleich zu Kindern aus Familien ohne Alkoholprobleme tragen sie zudem ein sechsfach höheres Risiko, später ein Suchtproblem oder psychische Beschwerden zu entwickeln. (Quelle: Sucht Info Schweiz, 14.4.11)
Kategorie: Alkoholkrankheit, Allgemein, Eltern, Jugend, Kinder, Medien, Schweiz, Verhaltens-Präv., Veröffentlichungen |
Keine Kommentare »
Donnerstag 14. April 2011 von htm
Der Freiburger Erzbischof hat den eingereichten Rücktritt sofort angenommen. Nach Ostern wird es Gespräche über neue Einsatzmöglichten geben. Das gab die Pressestelle des Erzbistums bekannt. (Wir berichteten hier)
Nach Ostern wird der Zivilpriester mit den Verantwortlichen der Erzdiözese Freiburg über neue Einsatzmöglichkeiten reden.
Bereits im Jahr 2009 schnappte die Schweizer Polizei den Priester betrunken am Steuer und 2007 beschädigte er alkoholisiert drei parkierte Fahrzeuge und beging Fahrerflucht. (Quelle: domradio.de, 14.4.11)
Kategorie: Allgemein, Geschichten, Internationales, Konsumhaltung, Prominenz, Schweiz, Verhältnis-Präv., Verkehr |
Keine Kommentare »
Donnerstag 14. April 2011 von htm
Kommentar: Grosse Freude herrscht!! Der Tages-Anzeiger, die grösste Nicht-Boulevard-Tageszeitung der Schweiz, bringt heute auf der halben Titelseite und auf zwei Dritteln der Wissen-Seite die grosse EU-Krebsstudie, über die wir hier berichtet haben. Im englischen Teil berichteten wir hier, mit dem Link auf den Studienbericht im British Medical Journal.
Die Titelseite ist halb gefüllt mit einem Cartoon des hauseigenen Cartoonisten SCHAAD und auch der Titel sagt alles. Bemerkenswert ist, dass der Tages-Anzeiger wie auch die übrige schweizerische Presse seit der WHO-Resolution im Mai 2010 für eine globale Alkoholstrategie solche Meldungen boykottiert hat. Die deutschen Medien haben sofort reagiert. Jetzt ist zu hoffen, dass auch fundiert über die Aspekte einer wirksamen Alkoholprävention berichtet wird und die andern Medien nachziehen. Die Aktualität mit dem neuen Präventionsgesetz, der Revision des Alkoholgesetzes und der kommenden nationalen Dialogwoche Alkohol wäre ja gegeben. (Qelle: Tages-Anzeiger, 14.4.11)
Kategorie: Allgemein, Leserbriefe, Medien, Medizin, Schweiz, TOP NEWS, Veröffentlichungen, WHO globale Alkohol-Strategie |
Keine Kommentare »
Mittwoch 13. April 2011 von htm
Krebs ist ein grausames Schicksal, doch ist die Krankheit wirklich nur Schicksal? Eine neue Studie zeigt, dass in Deutschland jährlich rund 18 000 Krebserkrankungen bei Männern durch Alkoholkonsum ausgelöst werden. Das ist in Europa ein trauriger Rekord. „Nach unseren Ergebnissen wären bereits sehr viele Krebsfälle vermeidbar, wenn die Empfehlungen der Gesundheitsorganisationen berücksichtigt würden, das heißt, wenn man als Mann nicht mehr als zwei Gläser beziehungsweise als Frau nicht mehr als ein Glas eines alkoholischen Getränks pro Tag konsumiert“, sagt Madlen Schütze, Erstautorin der Studie und Epidemiologin am DIfE. „Noch mehr Krebserkrankungen ließen sich vermeiden, wenn jeder ganz auf Alkohol verzichten würde.“ (Quelle: Google Alkohol News, 13.4.11) bild.de, 12.4.11 unser Online-Kommentar: An diesem Krebs-Bericht ist vor allem interessant, dass bei völligem Verzicht auf Alkohol viele Krebserkrankungen vermieden werden könnten. Bisher wollte uns ein Teil der Wissenschaft einreden, ein bis zwei Gläser pro Tag seien gesund.
Was die Möglichkeiten angeht, wie der Alkoholkonsum zum Wohl der ganzen Bevölkerung reduziert werden könnte, sind die Regierungen voll im Bild. Sie haben im Mai 2010 in Genf an der Generalversammlung der WHO eine Resolution für eine globale Alkohol-Strategie einstimmig beschlossen, die sie jetzt auf freiwilliger Basis in den Ländern umsetzen sollten. Leider sind viele Regierungen alkoholabhängig und nicht willens, dies zu tun. Statt dessen gibt es unnütze Alibiübungen und vor allem an die Jugend gerichtete Aktionen, die Erwachsenen werden geschont. Weiter wie bisher: Die Profite der Alkoholindustrie, die Schäden dem Volk.
Kategorie: Alkoholindustrie, Allgemein, Gesundheit, Internationales, Medizin, Politik, Sozialkosten, Verschiedene, Weltgesundheits-Org., WHO globale Alkohol-Strategie |
Keine Kommentare »