Archiv für die Kategorie 'Sozialkosten'
Sonntag 24. April 2011 von htm
Wird die Biermarke „Duff“ dem Erfolg der Simpsons etwa zum Verhängnis? Die gelbe Familie erfreut sich ja auf der ganzen Welt großer Beliebtheit – in Litauen könnte ihre Bekanntheit jedoch bald der Vergangenheit angehören.
Laut krone.at hat ein dort ansässiger Verlag den Druck der beliebten Comics einstellen müssen. Der Grund dafür ist das Duff-Bier, welches Homer gern trinkt. In Litauen ist es verboten für Alkohol zu werben und da das Duff-Bier nicht nur im Comic, sondern in einigen Ländern auch real existiert und zum Verkauf geboten wird, hat man dem Media Incognito Verlag eine Geldstrafe aufgebrummt. (Quelle: Google Alkohol News, 24.4.11) promiflash.de, 23.4.11 unser Online-Kommentar:
Da wird massenhaft Unsinn hin und her diskutiert. Das eigentliche Problem interessiert niemand: Kinder und Jugendliche werden durch Fernsehsendungen zum Alkoholkonsum angeregt, man kann auch sagen verführt. Das bestätigen immer wieder neue Studien. Litauen hat offenbar einen gesetzliche Riegel geschoben, der nun einmal Folgen hat. Die meisten Länder in Europa, mit Ausnahme Frankreichs, Schwedens und mindestens Norwegens haben die Alkoholwerbung kaum eingeschränkt. Die Alkoholindustrie ist ihnen wichtiger als ihre Jugend. Nur interessiert das die wenigsten. Sie haben sofort Angst, es gehe um ihren Alkoholkonsum und sehen rot. Von gesellschaftlicher Mitverantwortung keine Spur. Dabei zahlen sie ein Leben lang ungefragt an die horrenden alkoholbedingten Sozialkosten, die ihnen ihr tägliches Bier mehr als doppelt so viel kosten lässt. Aber um Hintergründe zu hinterfragen, braucht es eben einen klaren Kopf. Freunde sagen, dieses binging responsible sei die schönste Veräppelung von Heinekens Responsibility-Kampagne.
Kategorie: Alkoholindustrie, Allgemein, Jugend, Kinder, Medien, Prominenz, Reklame, Sozialkosten, Verhältnis-Präv., Werbung |
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Donnerstag 21. April 2011 von htm
Die Bahn plant ein striktes Alkohol-Verbot im Hauptbahnhof Hannover. Das Unternehmen will dazu von seinem Hausrecht Gebrauch machen und Alkohol-Trinker des Gebäudes verweisen. Damit wäre Hannover bundesweit die erste Stadt, in der eine solche Regelung greifen würde. Angeregt hatte das Verbot die Bundespolizei. Gerade am Wochenende gebe es regelmäßig Probleme mit betrunkenen Jugendlichen, so ein Behörden-Sprecher. Wer schon einmal abends am Hauptbahnhof in Hannover war, kennt das Bild: Jugendliche und auch Erwachsene, die mit der Bierflasche in der Hand durch die Ladenstraße laufen. (Quelle: Google Alkohol News, 21.4.11) ndr.de, 21.4.11 unser Online-Kommentar: Alkoholkonsum generell hinterlässt Spuren. Beim Individuum und in der Gesellschaft. Bisher hat sich die Gesellschaft weitgehend um die Schäden nicht gekümmert. Der Profit der Industrie durfte nicht in Frage gestellt werden. Alle, egal wie viel wir Alkohol konsumieren, zahlen jährlich ungefragt eine beträchtliche Summe an diese alkoholbedingten Sozialkosten.
Wenn nun die Bahn die Notbremse zieht, profitieren alle davon. Auch jene, die nicht über ihren Glasrand hinausschauen können. Auch werden einige schmerzhafte Schlägereien und sogar Todesfälle vermieden. Siehe auch Beiträge auf http://alkoholpolitik.ch
Kategorie: Allgemein, Erhältlichkeit, Gewalt/Kriminalität, Internationales, Jugend, Sozialkosten, Sport, Verhältnis-Präv. |
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Samstag 16. April 2011 von htm
Durch Alkoholwerbung wird der Alkoholkonsum angeregt und gesteigert – insbesondere bei Jugendlichen. Das belegt eine Studie der DAK Krankenkasse.
Jugendliche, die viel Alkoholwerbung sehen, konsumieren auch mehr Alkohol. Dies belegt eine Studie der IFT Nord, die im Auftrag der DAK Krankenkasse durchgeführt wurde, Dabei wurde das Verhalten von 2130 Schülern im Alter zwischen zehn und 17 Jahren untersucht.
45 Prozent der Jugendlichen, die oft Alkoholwerbung sahen oder damit konfrontiert wurden, begannen in der Folge erstmals Alkohol zu trinken. Dagegen konsumierten lediglich 18 Prozent der Jugendlichen Alkohol, die selten oder kaum Kontakt zu Alkoholwerbung hatten. … (Quelle: Google Alkohol News, 16.4.11) fitforfun.de, 12.4.11 unser Online-Kommentar: Dass Werbung wirkt, ist schon seit Jahren nachgewiesen, der gesunde Menschenverstand müsste es auch schon lange wissen. Diejenigen, auf die es ankäme, wollen es nicht verstehen, die Regierungen und Parlamente. Sie sind dermassen alkoholabhängig, dass sie ihren Amtseid vergessen und das Wohl der ihnen anvertrauten Bevölkerung ausser Acht lassen. Man kann das auch Korruption nennen. Bei einigen werden auch finanzielle Interessen mitspielen.
Dass der Staat ein finanzielles Interesse am Alkoholkonsum hat, kann nicht belegt werden. Übersteigen doch die alkoholbedingten Sozialkosten die vom Fiskus erhobenen Alkoholsteuern bei weitem. Auch sind diese so niedrig, dass sie den erwünschten Rückgang des Alkoholkonsums nicht bewirken können. (Ausnahme: Skandinavien)
Kategorie: Alkoholsteuern, Allgemein, Gesundheit, Jugendliche, Politik, Reklame, Sozialkosten, Verhältnis-Präv., Werbung |
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Samstag 16. April 2011 von htm
Die geplante Alkohol-Steuer wäre für die Wiener Gastronomen ein Horror-Szenario.
Am Freitag wurde eine neue Studie präsentiert, die zeigt, dass eine 15- Prozent- Steuer auf alkoholische Getränke fatale Auswirkungen auf die Wiener Gastronomie hätte.
„Ich erwarte mir von der Stadtregierung, dass sie allen Überlegungen in Bezug auf eine neue Alkohol- Sondersteuer eine offene und klare Absage erteilt“, sagt Wirtschaftskammer Wien- Präsidentin bei der heutigen Präsentation einer neuen Studie, die erstmals die betriebswirtschaftlichen Folgen einer neuen, 15- Prozent- Steuer auf alkoholische Getränke in der Gastronomie errechnet hat. „Eine neue Sondersteuer wäre für die Wiener Gastronomie betriebswirtschaftlich nicht verkraftbar“, sagt Jank. (Quelle: Google Alkohol News, 16.4.11) vienna.at, 15.4.11 Kommentar:, Szenario 2 wurde nicht durchgerechnet. Warum nicht? 5% Umsatzrückgang bei Alkoholika liegt wahrscheinlich im Rahmen der normalen jährlichen Schwankungen und ist verkraftbar. Nicht alle dieser 5%-Kunden würden ganz wegbleiben, sondern Alkoholfreies konsumieren. Man müsste auch sehen, wie die Steuerbelastung auf den Endpreis wirkt. Den Befragten war dies wahrscheinlich nicht bewusst und sie haben aus dem Bauch heraus abgewehrt, obwohl es vielleicht nur 5 Cents pro Glas ausmacht. Ganz vergessen wird der gesundheitliche Effekt. Ein Rückgang des Gesamtkonsums bei Alkoholika senkt die Gesundheitskosten und hebt die Lebensqualität. Davon profitieren alle. Am 12.4.11 stand hier:
„Die Preise für Limonaden, Mineralwasser und Bier sind in den vergangenen Jahren massiv in die Höhe geschnellt, zeigt ein Preisvergleich der Arbeiterkammer bei sechs Wiener Supermärkten und Diskontern. Limos, Mineral und Cola- Getränke haben sich seit 2002 um 24 Prozent verteuert, Bier um 37 Prozent seit 2000. Zum Vergleich: Der Verbraucherpreisindex stieg in den letzten elf Jahren um 24 Prozent.“
Dies hat wahrscheinlich nicht zu einem Kaufrückgang geführt. Bei den Wirten wird es auch nichts ausmachen, obwohl ein markanter Rückgang volksgesundheitlich wünschbar wäre.
Kategorie: Alkoholfreies, Alkoholsteuern, Allgemein, Gesundheit, Internationales, Politik, Sozialkosten, Statistik, Verbraucherschutz, Verhältnis-Präv., Wirtschaft |
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Mittwoch 13. April 2011 von htm
Krebs ist ein grausames Schicksal, doch ist die Krankheit wirklich nur Schicksal? Eine neue Studie zeigt, dass in Deutschland jährlich rund 18 000 Krebserkrankungen bei Männern durch Alkoholkonsum ausgelöst werden. Das ist in Europa ein trauriger Rekord. „Nach unseren Ergebnissen wären bereits sehr viele Krebsfälle vermeidbar, wenn die Empfehlungen der Gesundheitsorganisationen berücksichtigt würden, das heißt, wenn man als Mann nicht mehr als zwei Gläser beziehungsweise als Frau nicht mehr als ein Glas eines alkoholischen Getränks pro Tag konsumiert“, sagt Madlen Schütze, Erstautorin der Studie und Epidemiologin am DIfE. „Noch mehr Krebserkrankungen ließen sich vermeiden, wenn jeder ganz auf Alkohol verzichten würde.“ (Quelle: Google Alkohol News, 13.4.11) bild.de, 12.4.11 unser Online-Kommentar: An diesem Krebs-Bericht ist vor allem interessant, dass bei völligem Verzicht auf Alkohol viele Krebserkrankungen vermieden werden könnten. Bisher wollte uns ein Teil der Wissenschaft einreden, ein bis zwei Gläser pro Tag seien gesund.
Was die Möglichkeiten angeht, wie der Alkoholkonsum zum Wohl der ganzen Bevölkerung reduziert werden könnte, sind die Regierungen voll im Bild. Sie haben im Mai 2010 in Genf an der Generalversammlung der WHO eine Resolution für eine globale Alkohol-Strategie einstimmig beschlossen, die sie jetzt auf freiwilliger Basis in den Ländern umsetzen sollten. Leider sind viele Regierungen alkoholabhängig und nicht willens, dies zu tun. Statt dessen gibt es unnütze Alibiübungen und vor allem an die Jugend gerichtete Aktionen, die Erwachsenen werden geschont. Weiter wie bisher: Die Profite der Alkoholindustrie, die Schäden dem Volk.
Kategorie: Alkoholindustrie, Allgemein, Gesundheit, Internationales, Medizin, Politik, Sozialkosten, Verschiedene, Weltgesundheits-Org., WHO globale Alkohol-Strategie |
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Dienstag 5. April 2011 von htm
Drei Personen sassen im Auto, das am Samstagmorgen in eine Wand in Kilchberg stiess: Zwei junge Frauen und der 27-jährige Fahrer. Die 23-Jährige starb auf der Unfallstelle, die 21-Jährige überlebte schwer verletzt. Der Fahrer war laut Polizei stark alkoholisiert. In welcher Beziehung die Insassen stehen, sei noch unklar. (Quelle: Tages-Anzeiger, 4./5.4.11) Kommentar: Wieder ein junges Leben fahrlässig ausgelöscht. Wen kümmert eine solche, fast täglich erscheinende Meldung, ausser die direkt Betroffenen? Fast alle andern, obwohl als Passivtrinker mitbetroffen, gehen bald zur Tagesordnung über: Man kann ja doch nichts machen! Doch, könnte man, wenn man seine Bequemlichkeit und geistige Trägheit überwinden würde. Ach was, sollen doch die andern! Die Volksvertreter? Die sind mehrheitlich mit der Alkohollobby geistig und /oder materiell verlinkt, d.h. von ihr vereinnahmt. Die Kirchen mit ihrer Nächstenliebe und so? Nein, die haben Angst, Mitglieder zu verlieren oder sind wie die Volksvertreter… Wer denn sonst? Du!
Kategorie: Allgemein, Jugend, Konsumhaltung, Passivtrinker, Schweiz, Sozialkosten, Verkehr |
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Dienstag 22. März 2011 von htm
Artikel im Tages-Anzeiger vom 21.3.11 von Liliane Minor über Energiesparen nach der Atomkatastrophe in Japan. „Man hat keine Wahl. … Selbst wenn wir wirklich eine Wahl hätten, wäre die Eigenverantwortung in der Energiepolitik das falsche Konzept. Denn mit der Wahlfreiheit räumt man Menschen notwendigerweise auch das Recht ein, sich eben nicht vernünftig zu verhalten. Wenn sie sich damit bloss selbst schaden, ist das nicht weiter schlimm. Beim Energieverbrauch aber schaden die Unverantwortlichen auch allen anderen. Und das darf nicht einfach hingenommen werden, dafür ist die Lage zu ernst.“ Kommentar: Das trifft doch haargenau auf die Eigenverantwortung beim Alkoholproblem zu. Wann wird das in der Presse auch einmal derart gross thematisiert? (Natürlich gab es viele negative Kommentare dazu.)
Kategorie: Allgemein, Konsumhaltung, Medien, Passivtrinker, Politik, Schweiz, Sozialkosten, Zitate |
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Sonntag 20. März 2011 von htm
Was mich an den Liberalen, wahrscheinlich besser Neoliberalen, stört, ist, dass sie nichts von Gerechtigkeit und Solidarität halten, wenn die Interessen der Alkoholindustrie tangiert werden. Sie sind, gemäss Wahlplakaten, für Eigenverantwortung. Sie sollten sich ein bisschen anstrengen. Können sie es für sich verantworten, dass sie (wie wir alle) von der Alkoholindustrie in Geiselhaft genommen worden sind und ein Leben lang ungefragt Zehntausende von Franken an die alkoholbedingten Sozialkosten zahlen? Als Gutverdienende eher mehr als die Mehrheit? Vom Leid, das auch in ihren Reihen vorkommen kann, ganz zu schweigen. Das der anderen interessiert sie ja nicht.
Übrigens: Die erste schweizerische Alkoholgesetzgebung wurde von unsern Staatsgründern, den damaligen Liberalen, als Pionierleistung gebracht. (Als Online-Kommentar zu Artikel von Fulvio Pelli, Präsident der FDP Schweiz auf vimentis.ch)
Kategorie: Alkoholindustrie, Allgemein, Leserbriefe, Neues Alkoholgesetz (CH), Politik, Prominenz, Schweiz, Sozialkosten |
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Mittwoch 16. März 2011 von htm
Spitalkosten übernimmt die Krankenversicherung, Selbstbehalt und Franchise bleibt beim Patienten. Die Ambulanz bezahlt die Grundversicherung zur Hälfte, maximal Fr. 5000.– pro Kalenderjahr. Die andere Hälfte trägt der Patient. (Quelle: Gesundheitstipp Februar 2011)
Kategorie: Alkoholkrankheit, Allgemein, Schweiz, Sozialkosten, Transportation |
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Dienstag 15. März 2011 von htm
Moralpredigten über Alkohol sind zwecklos, sagt Suchtexperte Johannes Lindenmeyer – er plädiert für kontrollierte „Trinkexperimente“. Mit Lehrern. Von den Folgen sind nicht alle Jugendlichen begeistert. (Quelle: Google Alkohol News, 14.3.11) sueddeutsche.de, 14.3.11 unser Online-Kommentar: Weder Schulprävention noch die Trinkschule bei den Eltern sind massgebend. Das Vorbild ist die Gesellschaft mit ihren alles durchdringenden Trinkunsitten. So lange das Umfeld der Gesellschaft das Gegenteil der Präventionsbotschaft zeigt, ist jede Prävention bei Jungen unglaubwürdig und damit unwirksam.
Die Schule sollte sich in Politik stark machen. Den Schülern aufzeigen, wie wir alle als Passivtrinker von der Alkoholindustrie und ihrer Lobby in Geiselhaft genommen sind. Wie wir unter der Alkoholindustrie leiden und ein Leben lang ungefragt die immensen alkoholbedingten Sozialkosten bezahlen. Das könnte ihnen die Augen öffnen. In diesem Alter hat man noch Sinn für Gerechtigkeit und lehnt sich dagegen auf. Die meisten Erwachsenen fühlen sich als Teil des Systems und mögen nicht mehr, dieses zu hinterfragen.
Kategorie: Alkoholindustrie, Allgemein, Eltern, Erhältlichkeit, Internationales, Jugend, Kinder, Sozialkosten, Unterricht, Verhaltens-Präv. |
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