Archiv für die Kategorie 'Sozialkosten'
Sonntag 22. Mai 2011 von htm
Vom 21. bis 29. Mai findet in Liechtenstein eine Aktionswoche zum Thema «Alkohol? Weniger ist besser!» statt. Dadurch soll die Bevölkerung für einen verantwortungs- und genussvollen Umgang mit dem Genuss- und Suchtmittel Alkohol sensibilisiert werden.
In den letzten Jahren hat sich die Philosophie der Suchtprävention stark verändert. Von der strickten prohibitiven, also verbietenden, Philosophie hin zu einer Philosophie, die statt dem Verbot vielmehr einen kompetenten und verantwortungsvollen Umgang mit Substanzen, die zu einer Sucht führen können, fördern möchte. Genau diese Philosophie verfolgt auch die Aktionswoche Alkohol, die vom 21. bis 29. Mai unter dem Motto «Alkohol? Weniger ist besser!» in Liechtenstein, der Schweiz und Deutschland durchgeführt wird. … (Quelle: Google Alkohol News, 21.5.11) vaterland.li, 20.5.11 Kommentar: Genau diese Abkehr von der Verhältnis-Prävention brachte uns den Jugendalkoholismus und immense Alkoholschäden und alkoholbedingte Sozialkosten.
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Sonntag 22. Mai 2011 von htm
Neue Alkohol-Lenkungsabgabe
In den nächsten Wochen dürfte der Bundesrat über das weitere Vorgehen beim umstrittenen Alkoholgesetz entscheiden. Offenbar sollen Forderungen nach einer neuen Lenkungsabgabe aufgenommen werden.
Kommende Woche wird in der Schweiz über Alkohol diskutiert. Unter der Federführung des Bundesamts für Gesundheit (BAG) findet eine «Dialog-Woche Alkohol» statt. Für Gesprächsstoff ist gesorgt. Der Bundesrat dürfte sich bald zu den Ergebnissen der Vernehmlassung zur neuen Alkoholgesetzgebung äussern. Kaum umstritten ist das neue Spirituosen-Gesetz, das vor allem die Erhebung und Kontrollpraxis der Ethanol-Steuer vereinfacht. Auf dem bekannten präventionspolitischen Minenfeld liegt hingegen das neue Alkoholgesetz. Seitens des Finanzdepartements wurden jetzt verschiedene Forderungen von Präventionsorganisationen in den weiteren gesetzgeberischen Prozess eingebracht. … (Quelle: NZZ Online, 20.5.11) Kommentar: Einigermassen ausgewogener Artikel. Nicht erwähnt werden die Empfehlungen der WHO, die man offenbar fürchtet. Der Alkoholkonsum sei rückläufig, wird angeführt, um nichts unternehmen zu müssen. Dass dies minim und auf hohem Niveau geschieht und möglicherweise auf die Immigration zurückzuführen ist, ist egal. Die hohen Schäden werden nicht erwähnt. Auch nicht, dass die Besteuerung ungenügend ist und die Schäden bei weitem nicht deckt. In der gedruckten NZZ vom 21.5.11 erschien nur eine Kurzmeldung auf 16 Zeilen.
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Montag 16. Mai 2011 von htm
Karin Keller-Sutter, Präsidentin der Polizeidirektoren, fordert eine Festnahme-Einheit gegen Hooligans
Im Letzigrund randalieren FCB-Chaoten, YB-Schläger greifen in Ostermundigen einen Zug an. Was sagen Sie als Präsidentin der kantonalen Polizeidirektoren (KKJPD) zu diesen Gewaltausbrüchen?
Ich finde diese Entwicklung unsäglich. Ich bin aber auch nicht überrascht. Die Klubs haben diese Szene aufkommen lassen, zum Teil sogar gepflegt. Sie freuten sich daran, dass die Fankurven für Stimmung sorgten. Als die Szene gewalttätig wurde, hiess es plötzlich: Das ist ein gesellschaftliches Problem, das muss der Staat lösen. Was kann man tun? … (Quelle: Sonntagszeitung, 15.5.11) Kommentar: Im ganzen Interview keine Silbe über Alkohol. Dafür über millionenschwere Aufstockungen der Polizeistellen. Das ist FDP-Sicht. Den Profit der Industrie, die Schäden für Staat und Bevölkerung, unter dem Deckmäntelchen der Selbstverantwortung.
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Montag 9. Mai 2011 von htm
SBB geben Fussball-Fans Rabatt, obwohl diese in Zügen Millionenschäden anrichten.
Für die treusten Kunden steigen die Abo-Preise, Fussballrowdys erhalten bis zu 60 Prozent Rabatt. Dies sei nötig, um die normalen Passagiere zu schützen, sagen die SBB.
Sie zahlen heute schon weniger als normale Passagiere und werden, wie SBB-Sprecher Reto Kormann sagt, in den Extrazügen auch künftig von Spezialtarifen profitieren. So kostet etwa die Fahrt von Zürich an den YB-Match in Bern und zurück mit Halbtax-Abo 22 Franken, im normalen Zug sind es 47 Franken. …
Die SBB privilegieren damit ausgerechnet jene Kunden, die ihnen die grössten Kosten verursachen. Verwüstete Züge mit herausgerissenen Sitzen und zerstörten Fenstern hinterlassen mittlerweile nach jeder Fussball-Saison eine ungedeckte Rechnung von drei Millionen Franken. Und gemäss SBB steigt die Schadenbilanz laufend an: «Gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres haben wir in der Rückrunde 2011 markant mehr Ereignisse rund um die Fan-Transporte verzeichnet», sagt Kormann. … (Quelle: NZZ, 8.5.11) Kommentar: Dass in Deutschland auf solchen Risikostrecken zu den Spielen Alkoholverbot eingeführt wurde, scheinen die SBB nicht gehört zu haben.
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Donnerstag 5. Mai 2011 von htm
Nachhaltige Wirkung zu gleichen Kosten: Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen sind heute die häufigsten Todesursachen und die Hauptgründe für vorzeitig verlorene Lebensjahre. Die Förderung von gesundheitsbewusster Selbstverantwortung und gesundheitsförderlichen Verhältnissen vermindert dieses Gesundheitsrisiko. Prävention und Gesundheitsförderung sind der Schlüssel zum Erfolg. Beides zusammen ist nachhaltig wirksam und volkswirtschaftlich sinnvoll und es führt zu einer spürbaren Entlastung der stetig steigenden Gesundheitskosten. Das zur Diskussion stehende Präventionsgesetz unterstützt diese Politik, ganz der alten Weisheit folgend: Das Factsheet (pdf, 2S., 156Kb) der Allianz „Gesunde Schweiz“ ist online erhältlich. (Quelle: Infoset Newsletter Mai 2011) Kommentar: Gesundheitsförderung wird hochgejubelt, obwohl sie bei uns seit 20 Jahren betrieben wird und auf dem Alkoholsektor ausser der 0,5 ‰-Grenze nichts vorzuweisen hat. Die leichte Senkung des Pro-Kopf-Konsums ist womöglich auf die Einwanderung der Moslems zurückzuführen. Ziel ist, die Alkoholindustrie zu schonen, die uns ein Leben lang horrende Sozialkosten aufbürdet. Die Empfehlungen der WHO werden ignoriert.
Kategorie: Allgemein, Neues Alkoholgesetz (CH), Politik, Schweiz, Sozialkosten, Verhaltens-Präv., Veröffentlichungen |
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Sonntag 1. Mai 2011 von htm
Kosten machen 2009 bereits 11,4 Prozent des Bruttoinlandprodukts aus.
Die Schweizer lassen sich ihre Gesundheit immer mehr Geld kosten: Das Gesundheitswesen hat im Jahr 2009 61 Milliarden Franken gekostet – 4,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Am stärksten stiegen die Kosten bei der ambulanten Behandlung in Spitälern. (Quelle: NZZ, 29.4.11) Kommentar: Dass mit einer Senkung des Alkoholkonsums die Gesundheitskosten massiv reduziert werden könnten, wird immer noch verschwiegen. Profitieren würden alle. (Ausser der mehrheitlich ausländischen Alkoholindustrie)
Kategorie: Alkoholindustrie, Alkoholkrankheit, Allgemein, Gesundheit, Politik, Schweiz, Sozialkosten, Statistik, Verbraucherschutz |
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Sonntag 1. Mai 2011 von htm
Schon einmaliger Alkoholkonsum kann die Herzfunktion beeinträchtigen. Das ist das Ergebnis einer deutsch-belgischen Studie, die auf der 77. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, Herz- und Kreislaufforschung (DGK) präsentiert wurde.
Die Forscher der Kardiologischen Klinik Bad Oeynhausen, des Krankenhauses Ludmillenstift, Meppen, und des Universitätskrankenhauses Gasthuisberg im belgischen Leuven untersuchten 19 herzgesunde Partyteilnehmer vor und zwölf bis 16 Stunden nach dem Konsum von Alkohol. Die mittlere Spitzenalkoholkonzentration lag bei 1,4 Promille. …„Unsere Studie weist erstmals eine signifikante dosisabhängige Verschlechterung der linksventrikulären Funktion nach Alkohol nach“, fassen die Studienautoren den Stellenwert der Untersuchung zusammen. Die linksventrikuläre Funktion ist der Prozess, bei dem das Herz das mit Sauerstoff angereicherte Blut in die Gefäße pumpt. (Quelle: Google Alkohol News, 1.5.11) focus.de, 30.4.11 unser Online-Kommentar: Oh, diese Kommentare!
Nachdem die Alkohollobby uns seit einem Jahrzehnt mit alkoholpositiven Untersuchungen eingedeckt hat, dreht sich das Blatt nun ziemlich eindrücklich. Und viele Kommentatoren sind nun eigenartigerweise vom Wert wissenschaftlicher Arbeit nicht mehr überzeugt. Man will doch nur das lesen, das einen in seinem Verhalten bestärkt. Lieber zahlt man weiter ein Leben lang die alkoholbedingten horrenden Sozialkosten und verbleibt in der Hörigkeit einer skupellosen Alkohollobby.
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Donnerstag 28. April 2011 von htm
Genf – Rauchen, Bewegungsmangel, Alkohol und Diätfehler sind auch in den Entwicklungsländern für eine steigende Zahl von Todesfällen verantwortlich. Global gesehen sterben zwei von drei Menschen an nicht übertragbaren chronischen Erkrankungen, die vielfach vermeidbar wären. Dies geht aus einem Report der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hervor, der auf einer Tagung in Moskau vorgestellt wurde.
Im Jahr 2008 sind 57 Millionen Menschen gestorben. Bei 17 Millionen waren kardiovaskuläre Erkrankungen für den Tod verantwortlich, 7,6 Millionen starben an Krebs, 4,2 Millionen an Atemwegserkrankungen und 1,3 Millionen an Diabetes.
Auf diese vier Gruppen entfallen etwa 80 Prozent aller Todesfälle an nicht übertragbaren Erkrankungen, heißt es in dem 164 Seiten umfassenden “Global status report on noncommunicable diseases”. Alle vier Gruppen haben mit dem Rauchen, Bewegungsmangel, Alkohol und Diätfehlern modifizierbare, sprich vermeidbare Risikofaktoren gemeinsam. (Quelle: aerzteblatt.de, 27.4.11)
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Mittwoch 27. April 2011 von htm
BAUEN UR – Karfreitagnacht feiert der junge Maurer aus Bauen UR auf dem Rütli mit Freunden. Jetzt ist klar: Er stürzte in den See. «Kollegen von ihm haben ihn im Wasser entdeckt und die Seepolizei alarmiert», sagt Polizeisprecher Karl Egli von der Kantonspolizei Uri zu Blick.ch. Mit Hilfe von Tauchern sei er geborgen worden. Die Unglücksstelle liegt etwa 500 Meter südlich der Schiffsstation Rütli. Reto stürzte offenbar über eine rund fünf Meter hohe Felswand in den See. … Das Drama begann an einer Saison-Eröffnungsfeier beim Rütli-Wirt. (Quelle: blick.ch, 26.4.11) unser Online-Kommentar: Der erste Kommentar spricht von „realistisch bleiben“. Das Hauptproblem war wohl der Alkohol. In der Innerschweiz so selbstverständlich, dass man gar nicht darauf kommt. Der Wirt wäscht seine Hände in Unschuld, stellvertretend für die vielen Alkohollieferanten, die nie wegen Mitverantwortung bei Unfällen und Todesfällen zur Verantwortung gezogen werden, obwohl gesetzliche Grundlagen vorhanden wären. Hauptsache die Kasse stimmt am Karfreitag-Eröffnungstag.
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Mittwoch 27. April 2011 von htm
Es wird weniger geraucht, aber weiterhin viel getrunken – das ist das Ergebnis des Jahrbuchs Sucht 2011, das die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen heute in Berlin vorstellte. Geschäftsführer Raphael Gaßmann nannte die Situation bezüglich des Alkohols „dramatisch“.
„Der Aklkoholverbrauch bleibt entschieden zu hoch, zu riskant, zu folgenreich“, erklärte er. Die Hauptstelle ging davon aus, dass jeder fünfte Deutsche zwischen 18 und 64 Jahren ein Alkoholproblem habe. Zwar ging die jährlich konsumierte Menge reinen Alkohols leicht zurück, doch falle diese Entwicklung „zu gering“ aus, um Gesundheitsschäden zu vermeiden.
Der Hauptstelle für Suchtfragen zufolge ist die Anzahl an Alkoholvergiftungen zwischen 2000 und 2009 um fast 112 Prozent gestiegen. Besonders dramatisch fällt die Entwicklung mit einem Plus von etwa 194 Prozent in der Altersgruppe der 20- bis 25-Jährigen aus. (Quelle: aerzteblatt.de, 26.4.11) Kommentar: Die Regierung hat ein Alkoholproblem und tut nichts Wirksames dagegen. (Die Bierbrauer sind natürlich mit den Forderungen der DHS nicht einverstanden und beten wieder ihre falschen Behauptungen herunter.)
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