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Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Archiv für die Kategorie 'Armut'

Kino: „Die Entbehrlichen“ – Porträt von Armut und Alkohol

Dienstag 5. Oktober 2010 von htm

Regisseur Andreas Arnstedt hat im Kölner Rex-Kino seinen Film „Die Entbehrlichen“ vorgestellt. Er erzählt die Geschichte eines Jungen, der den Tod seines Vaters verschweigt. Eine Stärke des Films sind zweifellos die Hauptdarsteller. (Quelle: Google Alkohol News, 5.10.10) ksta.de, 4.10.10 unser Online-Kommentar: Kinder in alkoholbelasteten Familien: Kinder in alkoholbelasteten Familien sind die grosse Tragödie seit über hundert Jahren. Von der Öffentlichkeit kaum beachtet. Dieser Film könnte dies ändern. In Deutschland allein leben über eine Million Kinder und Jugendliche in dieser täglichen Hölle, meist unerkannt, von Lehrern falsch beurteilt, mit geringeren Lebenschancen. Die Politik hätte es in der Hand, wenigstens deren Zahl zu reduzieren, indem sie eine wirksame Alkoholpolitik betreibt. Leider ist davon bis jetzt nichts zu sehen. Die Alkoholindustrie mit ihrer Lobby ist offenbar zu stark.

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Rauchverbot „tötet“ Pubs in Schottland

Donnerstag 16. September 2010 von htm

In Schottland haben über 700 Pubs in den letzten vier Jahren wegen des Rauchverbots schliessen müssen. Das seien 11% weniger. Dies ergab eine Studie, die von der Aktion „Save Our Pubs and Clubs“ in Auftrag gegeben worden war. Ein Besitzer eines Pubs sagte einem Journalisten, 95% seiner Gäste hätten geraucht. Viele Arbeiter unter ihnen seien nach der Arbeit vor dem Heimgehen für ein paar Biere vorbeigekommen. Jetzt würden sie zu Hause Bier aus dem Laden trinken. (Quelle: Tages-Anzeiger, 16.9.10) (nicht online) Kommentar: Das haben doch die Schweizer Gastronomen schon lange erhofft. Der Gastrosuisse Präsident verkündete öffentlich, bei uns gäbe es 10’000 Betriebe zu viel. Auch Schottland wird gesundheitlich stark profitieren. Weniger Lungenkrebs, weniger Alkoholkonsum, weil die Frau zu Hause den Einkauf besorgt und in einigen Fällen steuern kann. Das heisst auch weniger Alkoholschäden, z.B. auf dem Heimweg. Auf das Budget der Familie wird es sich auch auswirken. Ist mehr Geld übrig, muss der Armutsfrust weniger in noch mehr Alkohol ersäuft werden. Wenn mehr Geld übrig bleibt, profitiert die übrige Wirtschaft und die Gemeinde. Diese findet dann vielleicht die Mittel, um einen geeigneten Treffpunkt für Dorfbewohner zu finanzieren, an dem alle, auch die Frauen und Kinder teilhaben können. Das wird neue soziale Aktivitäten auslösen.

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D: Alkohol und Tabak Hartz-IV-Grundbedarf?

Freitag 10. September 2010 von htm

Die Hartz-IV-Regelsätze werden neu bestimmt. Hat jeder Hartz-IV-Empfänger ein Anrecht auf einen Rausch? Bisher war der Genuss von Alkohol und Zigaretten im Hartz-IV-Regelsatz mit eingeplant. Das könnte sich bald ändern. Die Regelsätze sollen neu berechnet werden, der Posten für Genussmittel eventuell wegfallen. In einem Interview mit der „Sächsischen Zeitung“ erklärt die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans (FDP): „Ganz klar gehört in den Regelsatz für Langzeitarbeitslose eine Position für Genussmittel. (Quelle: Google Alkohol News, 10.9.10) bz-berlin.de, 9.9.10

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D: Regierung erwägt Streichen von Alkohol und Tabak aus Hartz-IV-Regelsätzen

Donnerstag 2. September 2010 von htm

In der Bundesregierung wird erwogen, Ausgaben für Alkohol und Tabak künftig grundsätzlich nicht mehr für die Berechnung der Hartz-IV-Regelsätze heranzuziehen. Das berichtet die Rheinische Post unter Berufung auf Koalitionskreise. Die Überlegungen liefen derzeit auf „unterer Ebene“. (Quelle: Google Alkohol News, 2.9.10) finanznachrichten.de, 2.9.10

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Kommentar zu Studienbericht, der alles klar macht

Donnerstag 26. August 2010 von htm

Kommentar zu „Ein Prost auf langes Leben“ bei Focus-Online am 25.8.10

Nun hat also diese Studie gebracht, was ich schon immer zu diesen alkoholpositiven Studien gesagt habe: Die jeweils herbeigezogenen “Abstinenten” waren nicht lebenslang alkoholfrei Lebende, sondern ehemalige Alkoholiker, Diabetiker, usw., die mit verschiedenen Gesundheitsrisiken lebten. Ganz klar, dass mässige Alkoholkonsumenten, die sonst gesundheitsbewusst leben, eine bessere Lebenserwartung haben, weil der Körper geringe Mengen Alkohols ohne bleibende Schäden verarbeiten kann.
Es ist deshalb irreführend, wenn der Artikel wie gewohnt titelt: Ein Prost auf langes Leben. Lebenslang Abstinente leben vielleicht sogar länger, weil sie ihr Immunsystem nicht durch Alkoholkonsum belasten, sich oft auch sonst gesundheitsbewusst ernähren, wenn es ihr sozialer Status erlaubt und sie nicht unter zu grossem Stress leiden. Nicht umsonst leiden viele Abstinentengruppen an Überalterung. Zwei der ersten drei Sätze sind ebenfalls irreführend. Die Studie belegt gerade das Gegenteil: Dass die bisherigen alkoholpositiven Studien Abstinente zu unrecht als valable Kontrollgruppen beigezogen haben. Lebenslang Abstinente hätten ein anderes Ergebnis erbracht. Nur sind die heutzutage schwieriger zu finden. Jetzt sollte die Presse ehrlich genug sein, diesen Sachverhalt wahrheitsgemäss wiederzugeben. Mässiger Alkoholkonsum ist selbstverständlich besser als unmässiger. Das ist der einzige positive Effekt.

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D: Sozialverband VdK startet Kampagne gegen Armut

Donnerstag 12. August 2010 von htm

Mit einer bundesweiten Plakataktion will der Sozialverband VdK im Herbst auf den „sozialen Kahlschlag“ in der Republik hinweisen. Zudem seien zahlreiche Protestveranstaltungen geplant, sagte die Präsidentin des VdK Deutschland, Ulrike Mascher, am Mittwoch in München. (Quelle: aerzteblatt.de, 11.8.10) unser Online-Kommentar: Denkt der Sozialverband VdK auch daran, dass ein beträchtlicher Anteil der Armut alkoholbedingt ist? Sein Einsatz für eine wirksame Alkoholprävention würde die Armut und die Sozialkosten wesentlich reduzieren und die Lebensqualität aller erhöhen. Die Tabuisierung der Alkoholfrage in der Armutsdiskussion hat bisher deutliche Fortschritte verhindert.

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Fussball-WM: Uru-Torheld schoss sich aus der Gosse

Montag 28. Juni 2010 von htm

Sie nennen ihn „El Pistolero“, weil er nach Toren die Hände zu einer Pistole formt. Luis Alberto Suarez (23) schießt sich in den WM-Himmel. Der Uruguay-Star machte beide Tore beim 2:1 gegen Südkorea. Die Urus stehen das erste Mal seit 40 Jahren in einem WM-Viertelfinale – dank Suarez.
Dabei wäre er fast in der Gosse gelandet. Suarez, der aus der 100 000-Einwohner-Stadt Salto stammt, erlebte eine schwere Kindheit, bei der alles für einen Absturz sprach. … In Montevideo meldete er sich beim Fußballverein Nacional an. „Aber ich begann zu trinken, nachts herumzustromern und machte nur wenig Tore.“ Als er 14 war, nahm ihn sein Trainer Ricardo beiseite. Suarez: „Er sagte: ‚Entweder du bringst dein Leben in Ordnung, trainierst richtig oder du verschwindest von hier.‘“ Diese Worte und seine Liebe zum Fußball retteten ihn vor Armut und Alkohol. (Quelle: Google Alkohol News, 28.6.10) bild.de, 27.6.10

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CH: Caritas-Ausstellung zum Thema Armut

Donnerstag 27. Mai 2010 von htm

100 000 Menschen leben allein im Kanton Zürich in Armut. Auch in Effretikon gibt es Arme. Mit einer Kampagne macht Caritas auf das Problem aufmerksam. Ziel von Caritas Zürich ist es, nicht nur in der Stadt Zürich, sondern auch flächendeckend in der Agglomeration und in den ländlichen Regionen aktiv zu sein. Wir haben anhand von Sozialhilfe- und Arbeitslosenquoten versucht, herauszufinden, wo wir möglichst viele Menschen mit unserer Arbeit ansprechen können. (Quelle: Tages-Anzeiger, 26.5.10) Kommetar: Die Ausstellung zeigt Sätze aus Gesprächen mit Betroffenen. Das Alkoholproblem wird auf keiner der Texttafeln angesprochen, dabei wird er in vielen Fällen eine Rolle spielen. In der Armutsdiskussion wird Alkohol weiter tabuisiert. Der Leiter der Caritas ZH will darüber nachdenken.

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CVP bringt Vorschläge im Gesundheitswesen

Samstag 10. April 2010 von htm

Dass die steigenden Kosten im Gesundheitswesen ein Problem darstellen, ist unbestritten. Zur Lösung liegen etliche Vorschläge auf dem Tisch. Am Freitag hat die CVP weitere präsentiert. Sie möchte die medizinische Versorgung neu organisieren. «Es kann nicht sein, dass die Prämienlast jedes Jahr wächst», hat CVP-Präsident Christophe Darbellay am Freitag vor den Medien gesagt. Die CVP lege deshalb einen Plan vor, um das Gesundheitswesen wieder fit und bezahlbar zu machen. Im Zusammenhang mit der Krebsbehandlung soll die Menschenwürde ein wichtiges Kriterium sein. Der Artikel endet mit: „Zwiespältig fällt die Forderung zur Prävention aus: So wehrt sich die CVP gegen Eingriffe in die persönliche Freiheit, verlangt aber „pfiffige“ Angebote für mehr Bewegung und gesündere Ernährung.“ (Quelle: NZZ, 9./10.4.10) Kommentar: Die Menschenwürde, die bei Alkoholkonsum oft verloren geht, scheint die CVP nicht zu kümmern. Den Eingriff in die persönliche Freiheit sieht sie wahrscheinlich in Verbindung mit wirksamen Massnahmen zur Eindämmung der Alkoholschäden. Sie übersieht dabei geflissentlich, dass die ganze Bevölkerung seit über 100 Jahren von der Alkoholbranche in der persönlichen Freiheit massiv beschnitten wird, indem sie eine Gesellschaft von Passivtrinkern geworden ist, die ungefragt die verminderte Lebensqualität in Kauf nehmen und die horrenden Sozialkosten ein Leben lang bezahlen muss.

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Warum ist Alkohol gesellschaftsfähig und das Rauchen nicht?

Samstag 10. April 2010 von htm

Unser Online-Kommentar auf gutefrage.net, am 10.4.10
Dafür gibt es mehrere Gründe. Z.B. rauchen nur noch etwa 25-30%. Alkoholkonsumenten sind um die 75%. Dann ist die Alkoholindustrie in den industrialisierten Ländern meistens stark vertreten und mit ihrer Werbung und dem Sponsoring hat sie viele Menschen und Institutionen an sich gebunden (Werbung, Medien, Politiker, Regierungen. Viele Menschen sind selber an ein Trinkverhalten gewöhnt, das ihnen unbewusst nicht erlaubt, dagegen vorzugehen. Die wahrscheinlich mässig konsumierende Mehrheit denkt, sie habe ja kein Alkoholproblem, also geht es sie nichts an. Sie wollen auch keine kleinen Opfer bringen, z.B. höhere Alkoholsteuern, weil sie ihre Mitverantwortung leider nicht sehen. Der neue Begriff des „Passivtrinkers“ will gerade dies thematisieren. Jeder, ob Konsument oder nicht, leidet passiv an den Folgen des Alkoholkonsums der Gesellschaft. Durch verminderte Lebensqualität (Gewalt, sexuelle Gewalt, Armut, Unfälle, ungewollte Schwangerschaften, Kinder in alkoholbelasteten Familien (Deutschland hat mehr als 1 Million), überbelastetes Gesundheitswesen) Dazu kommen die immensen Sozialkosten, die wir alle ungefragt ein Leben lang bezahlen. Würde der Gesamtkonsum und damit die Schäden gesenkt, hätten gerade die Nicht- oder Mässigkonsumenten den grössten Nutzen bei kleinstem Einsatz. Ein weiterer Grund ist der, dass die Bevölkerung schlecht informiert wird. Die Medien und die meisten Regierungen sind so stark an die Alkoholindustrie gebunden, dass sie ihr Volk nicht genügend informieren und dieses deshalb auf die Regierungen keinen Druck ausübt, dass die Verhältnisse geändert werden. Was auch heisst, die Gesellschaftsfähigkeit des Alkohols zu mindern. Dann würde automatisch auch der grassierende Jugendalkoholismus zurückgehen. Denn die Jugend spiegelt bekanntlich die Gesellschaft. Der Tabakkonsum und sein Prestige ging zurück, nachdem seine Gefährlichkeit für die Gesundheit bewiesen wurde und den Produzenten gerichtlich nachgewiesen wurde, dass sie trotz besseres Wissen, den giftigen Stoff weiter als harmlos vermarkteten. Die Alkoholindustrie hat dies erfasst und gibt laufend neue Studien heraus, wie harmlos ja sogar gesundheitsfördernd alkoholische Getränke seien. In Deutschland betreibt sie seit gestern eine pervertierte Art von Social Marketing, indem sie bei Schwangeren Prävention betreiben und damit für ihren Namen werben und hoffen, damit bei den andern Konsumenten mehr zu verkaufen. Diese Thematik wird seit Jahren auf https://www.alkoholpolitik.ch kritisch und unabhängig abgehandelt.

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