Donnerstag 20. August 2009 von htm
Mit einem angriffigen Artikel hat die Weltwoche auf die neuen Alkohol-Verbrauchszahlen in der Schweiz reagiert: „Alkohol-Kollateralschaden“ in Nr. 33/09 am 12.8.09:
„Die neusten Zahlen belegen es: Der Alkoholkonsum hat in der Schweiz das Ausmass einer Epidemie angenommen. Mittlerweile werden ein Viertel der jährlichen Gesundheitskosten durch die Volksdroge Nummer eins verschuldet. Präventionsprogramme nützen nichts.“ Von Peter Holenstein Online-Kommentar: Das erste Mal, dass eine namhafte Zeitung das Thema Alkohol und Gesundheitskosten gross thematisiert. Wenn sie schreibt, Prävention habe nichts genützt, stimmt das natürlich nur insofern, als dass die bisherige Art von Prävention meistens nichts genützt hat, nicht nützen konnte, weil es sich vor allem um Verhaltens- statt um Verhältnis-Prävention handelte. Oder wenn Verhältnis-Prävention, z.B. die Alcopopsteuer, dann ohne flankierende Massnahmen, die ein Ausweichen verhindert hätten. Um nicht wie üblich die Haltung aufkommen zu lassen, man kann ja doch nichts machen, sollte die Weltwoche jetzt laut die richtigen Verhältnis-Präventions-Massnahmen fordern, die den Konsum entscheidend herunterbringen.
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Donnerstag 13. August 2009 von htm
Leserbrief zu „Junge Schweizer trinken doppelt so viel Wodka wie früher“ im Tages-Anzeiger vom 8.8.09) (veröffentlicht am 13.8.09 mit einigen Aenderungen und Streichungen.)
Keine nachhaltige Alkoholpolitik (Titel von der Redaktion gesetzt)
Der Wodka-Konsum habe sich von 2002 bis 2008 in der Schweiz verdoppelt, die jährliche Zuwachsrate liege im zweistelligen Bereich, jubeln die Importeure. Die Zürcher CVP-Nationalrätin Kathy Riklin nimmt an, dies sei auf die Alcopopsteuer zurückzuführen, die Jungen seien auf Wodka ausgewichen und mixten ihre Drinks nun billiger selber. Eine Verteuerung von Wodka sei keine Lösung, dann würde einfach ein anderer billiger Fusel zum Mischen verwendet.
Tatsache ist, dass das Parlament bereits 1999 entgegen der Warnungen der Suchtfachleute die Steuern auf Spirituosen auf lächerliche 29 Fr. gesenkt und damit einen massiven Konsumanstieg bewirkt hat. Das gleiche Parlament hat nach langem Zögern die Alcopopsteuern beschlossen, ohne an flankierende Massnahmen zu denken, die ein Ausweichen auf andere Spirituosen oder Biermischgetränke verhindert hätten. (Z.B. eine allgemeine Alkoholsteuer, oder eine spürbare Steuer auf Bier und Spirituosen) Auch Mindestpreise waren kein Thema. Frau Riklin war damals ebenfalls im Nationalrat und Exponenten ihrer Partei, die sich verbal immer für Familienpolitik stark macht, sind bei Alkoholfragen oft bei der Alkohollobby anzutreffen. Der Nationalrat hätte in der Herbstsession bei der Behandlung der TV-Reklame im Zusammenhang mit dem Media-Abkommen wieder einmal Gelegenheit zu zeigen, dass er lernfähig ist.
Alkoholgesetze werden normalerweise erlassen, wenn sie die Jugend betreffen, die Erwachsenen wollen sich nicht in die Verantwortung nehmen lassen. Einmal beschlossene Alkohol-Gesetze werden auf lange Frist nicht verbessert, weil befürchtet werden muss, dabei könnten auch die wertvollen Bestandteile noch verloren gehen.
Der Hauptfehler aber ist, dass wir in der Schweiz keine nachhaltige Alkoholpolitik kennen, weil das Parlament im Zweifelsfall „politisch“ entscheidet, d.h. den Alkohol-Wirtschaftsinteressen den Vorzug gibt. Dazu haben wir einen Gesundheitsminister, der von sich selber sagt, er trinke manchmal übermässig Wein. (Zitat Coopzeitung, 16.6.09) Von ihm ist keine einsichtige, intelligente Alkoholpolitik zu erwarten. Man kann nur auf einen besseren Nachfolger hoffen.
Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer
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Mittwoch 12. August 2009 von htm
Illinois, der US-Staat mit der fünftgrössten Bevolkerungszahl, hat einen grossen, positiven Schritt getan, die Alkoholsteuern bedeutend zu erhöhen, um zu helfen, das staatliche Budgetdefizit von $11.6 Milliarden zu decken. Ab 1.9.09 steigt die Weinsteuer von 73 Cents auf $ 1.39 pro Gallone und die Steuer auf Spirituosen wird von $4.50 auf $ 8.55 pro Gallone erhöht. Allerdings wird die Biersteuer nur von schäbigen 18.5 Cents auf immer noch magere 23.1 Cents pro Gallone erhöht. (Quelle: Marin Institute, 11.8.09)
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Samstag 8. August 2009 von htm
Champagner ist out, Wodka ist in. Der Absatz wächst vor allem unter Jugendlichen rasant. Für CVP-Nationalrätin Kathy Riklin ist das die direkte Folge der Verteuerung von Alcopops. (Quelle: Tages-Anzeiger, 7.8.09) Kommentar: Wie lange geht es wohl, bis die Politik reagiert? Die Folgen der Alcopops-Besteuerung hätten vorausgesehen werden können und sind schon seit 5 Jahren sichtbar. Das Parlament hatte schon früher die Spirituosensteuern massiv gesenkt und wollte diese nicht korrigieren. Unsere Alkoholpolitik n’existe pas. (Eine CVP-Nationalrätin erscheint im Online-Text nicht.)
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Sonntag 2. August 2009 von htm
Online-Kommentar zu „Modedroge Alkohol“ in rp-online, 31.7.09
Kompetente Drogenberater?
Der Artikel verlangt eine Klarstellung: Den aktuellen Jugendalkoholismus als Modeerscheinung darzustellen ist fahrlässig. Damit wird stipuliert, man müsse nichts dagegen tun, sie gehe auch so vorbei. Sicher haben sich Trends wie Botellones von Land zu Land und durch das Internet verbreitet, doch ohne die überbordende Alkohol-Scheinkultur der Erwachsenengesellschaft und die dauernde Expansion der Alkohol- und Werbewirtschaft wäre dies nicht denkbar.
Alkohol ist gemessen an den Schäden weit gefährlicher als die andern Drogen. Er ist auch eine Einstiegsdroge für illegale Drogen. Lokale Alkoholverbote sind zwar Symptombekämpfung, haben aber einen präventiven Effekt, indem die Gewalt und die Belastung von Polizei und Notfalldiensten zurückgehen und damit jene der Staatsbudgets.
Nicht nur in andern Ländern, auch in Deutschland hat die Sondersteuer auf Alcopops einen markanten Verkaufsrückgang erzielt. Es ist wissenschaftlich erhärtet, dass mit der Preisgestaltung der Konsum in beide Richtungen beeinflusst wird und dass dies die wirksamste Methode zur Konsumsenkung darstellt. Verharmlosende Kommentare von Drogenfachleuten, die nicht wagen, mit kritischen Kommentaren die Regierung aus dem Busch zu klopfen, helfen mit, die Bevölkerung zu verunsichern, die dann, ungenügend informiert, die Regierung nicht zu wirksamem Handeln drängen kann.
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Samstag 11. Juli 2009 von htm
Die Kantone sind befugt, eine Sondersteuer auf den Verkauf von alkoholischen Getränken zum Mitnehmen zu erheben. Das Bundesgericht hat eine Neuregelung aus dem Kanton Waadt abgesegnet und die Beschwerden von Coop, Denner und Globus abgewiesen. Der Waadtländer Grosse Rat hatte im Oktober 2006 eine Sondergewerbesteuer auf alkoholische Getränke zum Mitnehmen eingeführt. Die Abgabe für die Händler beträgt 0,8 Prozent des durchschnittlichen Umsatzes der letzten zwei Jahre. (Quelle: Tages-Anzeiger, 11.7.09) Medienmitteilung des Bundesgerichts, 10.7.09 Kommentar: Es wäre gut, wenn andere Kantone folgen würden. Vielleicht entschliesst sich der Bund auch irgendwann, diese Steuern zu vereinheitlichen. Nötig wären natürlich Steuersätze mit präventiver Wirkung.
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Freitag 3. Juli 2009 von htm
Projekt-Idee / Project „Hope“
– Die Reduzierung vieler Probleme, die alle mit dem Alkoholkonsum zusammenhängen:
– Armut
– Kinder und Jugendliche in alkoholbelasteten Familien
– Partnerprobleme, häusliche Gewalt, Scheidungen, Scheidungskinder
– Kriminalität und Gewalt, Jugendgewalt, sexuelle Gewalt, ungewollte Schwangerschaften
– Alkohol am Steuer, Tod und Invalidität
– Alkohol im Betrieb, Absenzen, Fehlentscheidungen, volkswirtschaftliche Schäden
– Jugendalkoholismus, Altersalkoholismus, Alkoholabhängigkeit, ca 60 verschiedene Krankheiten im ursächlichen Zusammenhang mit Alkohol (WHO), Belastung der Spitäler, Krankenkassenprämien, Versicherungsprämien, Steuern
– Neue Chancen für für die Jugend, im Sport, im musischen Bereich; damit auch für die Jugendverbände, die Sportverbände, die Musikpädagogen, wenn sie sich an präventive Grundsätze halten
– Neue Chancen für die Werbebranche, keine unethische Werbung mehr machen zu müssen
– Möglichkeiten für die Obst- und Weinbauern, eventuelle Ertragseinbussen sinnvoll kompensieren zu können
– Die Alkoholindustrie hat die Chance, sich für verantwortungsbewussten Konsum (nicht nur verbal) einzusetzen, indem sie diese Konsumreduktion unterstützt. Es dürfte ihr nicht gleichgültig sein, dass 50% des Konsums in der Schweiz von nur 11% der über 15-Jährigen in krankmachender Weise bewältigt wird. (Zahlen und Fakten der SFA, 2004)
– Alle würden profitieren: Gesundheitlich, an Lebensqualität, finanziell.
Hier geht es zu den Einzelheiten Fassung von 2004
Neue Fassung als Broschüre 24 Seiten A5, pdf, zum Beziehen (Bestellungen bis Ostern, sonst Lieferung erst anfangs Juni) oder Herunterladen, schwarz/weiss
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Freitag 3. Juli 2009 von htm
Das schwache Pfund verleidet Briten die Tankfahrt über den Ärmelkanal. Wegen des vergleichsweise starken Euro ist der Wein in Frankreich genauso teuer wie auf der britischen Insel. Schnäppchenjäger suchen nun verzweifelt Sonderangebote – und französische Händler klagen über das nachlassende Geschäft. (Quelle: Google Alkohol News, 2.7.09) WELT ONLINE, 1.7.09
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Mittwoch 1. Juli 2009 von htm
Bei den schon seit 2005 laufenden EU-Beitrittsverhandlungen gehen die EU und die Türkei nun einen Schritt weiter. Am heutigen Dienstag sind Gespräche über Fragen der Besteuerung vereinbart worden. Somit laufen die Verhandlungen erst in elf der 35 Kapitel, in denen die Gespräche aufgeteilt sind. Die Türkei müsse ihre überhöhten Alkohol-Import-Aufschläge senken. (Quelle: Google Alkohol News, 1.7.09) Focus online, 30.6.09
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Samstag 27. Juni 2009 von htm
Einer von zehn Todesfällen in Europa ist Studien zufolge auf Alkoholkonsum zurückzuführen. Besonders dramatisch ist die Situation in Russland: Dort ist die Hälfte der Todesfälle bei Männern von 15 bis 54 Jahren auf exzessiven Alkoholkonsums zurückzuführen, heißt es im Fachjournal „Lancet“. Es veröffentlicht in seiner Ausgabe von diesem Samstag mehrere Analysen zum Thema Alkohol. Der weltweite Durchschnittsverbrauch liege derzeit bei 6,2 Litern puren Alkohols, der europäische bei 11,9 Litern. Weltweit seien unter anderem die billige Massenproduktion und die globalisierte Vermarktung daran schuld, dass immer mehr Alkohol getrunken werde. „Wir stehen einer großen und zunehmenden auf Alkohol zurückzuführenden Last gegenüber – obwohl wir besser denn je wissen, mit welchen Strategien sich die Probleme effektiv und günstig regeln ließen“, kritisieren die Forscher. …(Quelle: Google Alkohol News, 26.6.09) Frankfurter Rundschau, 25.6.09 BBC, 26.6.09 The Lancet, 27.6.09 20minuten, 26.6.09
Studie: „Global burden of disease and injury and economic cost attributable to alcohol use and alcohol-use disorders.“ Jürgen Rehm, Colin Mathers, Svetlana Popova, Montarat Thavorncharoensap, Yot Teerawattananon, Jayadeep Patra. The Lancet, Volume 373, Issue 9682, Pages 2223 – 2233, 27 June 2009
doi:10.1016/S0140-6736(09)60746-7
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