Projekt-Idee (Überarbeitet, 30.3.04)

Noch nie war die Zeit reifer:

Zur wünschbaren Realisierung eines Projektes mit grossen Vorteilen für fast alle.

  (Neue Beiträge am Schluss: Argumente für das Projekt, aus der Tagespolitik entstanden, am 10.4.05 abgeschlossen)

Unsere Gesellschaft leidet, wie andere Länder auch, an der alten Volkskrankheit Alkoholismus. Er ist unser grösstes sozialmedizinisches Problem. Das Alkoholproblem lässt sich allerdings nicht nur auf die abhängigen Kranken reduzieren, es durchdringt noch viele andere Bereiche unserer Gesellschaft. Wir alle leiden unter den Folgen des Konsums dieses legalen Suchtmittels, das seit seiner industriellen Herstellung und Vermarktung im 19. Jh. zur Volksplage geworden ist. Heute wird mit 6 Mia. Franken an Sozialkosten gerechnet, die der Staat, d.h. wir alle tragen. Das grosse, damit verbundene Leid wird verdrängt, so lange es nicht einen selbst betrifft.

Die Erfolge der Prävention sind bisher leider sehr bescheiden geblieben, vor allem weil die Politik im Verbund mit der Wirtschaft die wirtschaftlichen Aspekte stets als wichtiger einstufte als die gesundheitlichen. Und weil aufklärende Prävention, die in den letzten 10 Jahren fast ausschliesslich betrieben wurde, in unserem, von der Alkoholwerbung dominierten „feuchten Klima“, und bei den limitierten Mitteln keine Chance hat. 

Inzwischen ist eine Wende erkennbar. Steuern auf Suchtmitteln zur Schadensreduzierung sind plötzlich möglich. Prof. Jürgen Rehm hat das Tabu gebrochen und spricht öffentlich über die Wirksamkeit der steuerlichen Massnahmen. Die Zeit scheint reif für das Projekt, das ich während zwei Jahren auf dieser Webseite entwickelt habe: Lenkungsabgabe, d.h. allgemeine Alkoholsteuer, nach dem Verursacherprinzip, die möglichst viel der wirtschaftlichen Schäden des Alkoholkonsums deckt, zur Hälfte an die AHV/IV fliesst, die Kosten von Bund und Kantonen für Rehabilitation und Prävention deckt, die durch den Konsumrückgang benachteiligten Bauern unterstützt und im Sinne der Prävention Sport- und Kultur-Sponsoring im grossen Stil möglich macht. (Änderungen sind natürlich möglich) (Siehe Vernunft Schweiz, Lexikon: Lenkungsabgabe)

Vielen kritischen Problemkreisen in der Schweiz könnte damit wesentlich geholfen werden. Auch den zuerst sicher ablehnenden Gruppierungen, wie Bauern, Werbewirtschaft, Presse könnte vielleicht eine Zustimmung abgerungen werden, wenn sie einsehen, dass sie eher profitieren würden. Die folgende Zusammenstellung gibt einen (nicht abschliessenden) Überblick dazu:

 

Problem

Vorteil des Projekts

Interessierte Kreise

Der Alkoholkonsum ist seit Jahren auf hohem Niveau stabil mit gesamthaft geringer konjunktureller Abnahme, aber starker Zunahme bei Jugendlichen.

6 Mia. CHF Schäden/Jahr

Not, Leid, Armut, Chancenungleichheit für betroffene Kinder,

Viele Scheidungen

Alkoholmitbedingte Kriminalität und Verkehrstote und -Verletzte

Die Preiserhöhung durch eine Lenkungsabgabe wird einen spürbaren Konsumrückgang bringen, vor allem auch bei Jugendlichen. Damit verbunden ist eine Schadensverminderung auf vielen Gebieten. D.h. auch Kostenreduzierung, für alle spürbar.

Rückgang der Nachfrage nach illegalen Drogen

Weniger Fälle von HIV-Ansteckung unter Alkoholeinfluss

Gesamtbevölkerung

Familien, Partner, Kinder,

Spitalwesen, Staat

Sozialversicherung

AHV/IV

Krankenkassen

Sozialwesen

Hilfsinstitutionen

Kirchen

Polizei, Justiz

Betreibungsämter

Die mehr als 50% der Bevölkerung, die mässig konsumiert aber immer massiv an die Schäden zahlt. (ca Fr. 500.--/Jahr/Kopf)

Die wirtschaftlichen Probleme bringen verschiedene Branchen in arge Nöte:

Die Weinbauern leiden unter der Globalisierung, den WTO-Bestimmungen.

Ein Teil der Einnahmen könnte zur Verbesserung der Situation der Winzer beitragen: Qualitätsverbesserung

Umschulung

Strukturverbesserung

Forschung

Weinbauernverbände

Eidg. Volkswirtschaftsdep.

Die Obstbauern

Beiträge an die Qualitätsverbesserung

Bioanbau

Vermarktung

Forschung

Obstbauernverband

Eidg. Alkoholverwaltung

Die Milchbauern leiden oft an Absatzproblemen, gedrücktem Milchpreis. Die Bergbauern haben vielfältige Probleme.

Beiträge an die Vermarktung mit dem Ziel, die Milch wieder vermehrt als Getränk zu lancieren.

Biomilch im Berggebiet

Strukturverbesserungen

Bergbauern

Bergkantone

 

Die Werbewirtschaft leidet unter der schlechten Wirtschaftslage

 

Vielleicht leidet der eine oder andere Werber darunter, für ein moralisch zweifelhaftes Produkt und mit unwahren Argumenten werben zu müssen.

Die massiv anfallenden Beiträge für Prävention, Vermarktung von Getränken, Kultur- und Sportsponsoring werden zu einem markanten Anstieg der Ausgaben für Werbung führen, die die Lage der Werbewirtschaft und der Massenmedien stärken wird.

Werbewirtschaft

Massenmedien

Das Gesundheitswesen ist seit Jahren steigenden Kosten ausgeliefert. Viele Familien vermögen die Prämien nicht mehr zu bezahlen. Die Betreibungen nehmen nicht zuletzt deshalb ständig zu. Ein beträchtlicher Teil der Gesundheits-Kosten ist alkoholbedingt.

Die sinkenden Schäden lassen auch die Gesundheitskosten abnehmen. Dies wird sich mittelfristig auf die Krankenkassen- und Versicherungsprämien auswirken. Die direkten Beiträge an den Staat für Rehabilitation und Prävention entlasten den Staat und den Steuerzahler

Krankenkassen

Bund

Kantone

Alle Versicherte

Die Suchtprävention hat gegen die finanzstarke Alkoholindustrie keine Chance.

Beiträge an die Prävention national und kantonal lässt diese wirksamer werden, so dass der steuerbedingte tiefere Alkoholkonsum mindestens gehalten werden kann.

Bund (Bundesamt für Gesundheit, Eidg. Alkoholverwaltung)

Kantone

NGOs

Alkohol- und Suchtforschung haben in unserm Land wenig Möglichkeiten, wichtige Untersuchungen durchzuführen, die für die Politik und Prävention als Grundlage nötig wären oder laufende Präventionsmassnahmen zu evaluieren. Wichtige Statistiken fehlen.

Beiträge an die Alkoholforschung würden auch für den akademischen Nachwuchs das Thema Alkohol interessanter machen. Wir leiden an einem Mangel an Fachleuten.

Grundlagenforschung verbessert die Möglichkeiten der Prävention. Evaluation von Massnahmen verbessert deren Qualität.

Universitäten

Fachhochschulen

Forschungsinstitute

Kultur und Sport sind zum Teil heute vom Sponsoring der Alkoholindustrie abhängig. Ein grosser Teil davon ist auf die Jugend ausgerichtet. Bund und Kantone kürzen aus Geldmangel Beiträge an Institutionen.

Namhafte Beiträge für Kultur- und Sportsponsoring auf nationaler und kantonalerEbene würden diese Institutionen und Verbände von der Alkoholindustrie unabhängig machen. Breitensport- und Kulturförderung an der Basis hat eine grosse präventive Wirkung.

Nationale und kantonale (inkl. lokale) kulturelle Tätigkeiten und Ereignisse

Pro Helvetia

Ausbildungsstätten

Nationale und kantonale (inkl. lokale) Sportvereine

Sportschulen

Unsere Sozialwerke AHV und IV haben grosse Probleme. Beiträge sollen erhöht, Renten gekürzt, das Rentenalter erhöht werden. Die Mehrwertsteuer soll erhöht werden. Ein Ausbau ist nicht finanzierbar.

Etwa die Hälfte der Einnahmen sollten an die AHV/IV gehen, ebenso Beiträge an andere bedachte Stellen, die diese nicht sinnvoll verwenden konnten.

AHV/IV

AHV-pflichtige Bevölkerung

AHV- und IV Rentner

Ganze Bevölkerung (MWSt)

Der mässige Konsument leidet unter der steuerbedingten Preiserhöhung auf alkoholischen Getränken, die er für unverschuldet hält.

Die Steuern auf dem mässigen Konsum können z.B. via Krankenkassen allen zurückerstattet werden. Wer wenig oder keinen Alkohol konsumiert, hat sogar einen kleinen Rabatt auf seinem Schadensanteil, der immer noch hoch ist. Dadurch werden die Steuern nur auf dem risikohaften Konsum erhoben.

Die mässigen Konsumenten

Die alkoholfrei Lebenden

 

Diese Tabelle liesse sich auch für Tabak und Cannabis erstellen. In der heutigen Situation wäre dies wahrscheinlich sehr sinnvoll. Die im Entstehen begriffene Struktur im Tabaksektor (Präventionsfonds) könnte sicher gut integriert werden. Die Möglichkeiten der Finanzierungen würden sich stark erweitern und unserm Volk einmalige Chancen eröffnen. Würde das Projekt in diesem Sinn und Geist erfolgreich durchgeführt, hätte das sicher auch aufs Ausland eine beispielhafte Wirkung, was wiederum für uns die Durchführung erleichtern würde. (Schmuggel fällt weg)

Um das Projekt voranzubringenbraucht es eine Machbarkeitsstudie, um abzuklären, ob

     a)      überhaupt und in welcher Höhe sinnvolle Projekte und Massnahmen vorhanden wären, die mit dem                                  verfügbaren Geld finanziert werden könnten,

b)      das Projekt nur Akzeptanz findet, wenn die ganze Schadenssumme von ca 3,5 Mia. durch Steuern gedeckt wird, oder ob kleinere Schritte möglich oder nötig sind,

c)      die einzelnen Empfängergruppen dieses Projekt politisch unterstützen würden,

d)      grosse gesellschaftliche Gruppierungen wie Kirchen, Parteien, Sportverbände, gemeinnützige Institutionen dieses Projekt mittragen würden

e)      die Akzeptanz allgemein darart hoch ist, dass die Politiker in der Mehrheit nicht mehr nein sagen können und der Weg durch die Instanzen möglichst kurz und erfolgreich wird.

sollte sich nun eine Trägerschaft bilden, die gemeinsam nach Sponsoren sucht, oder die Kosten selber übernimmt, um diese Machbarkeitsstudie zu finanzieren, in Auftrag zu geben und dann gegebenenfalls, bei guten Erfolgsaussichten, das Projekt weiterzubringen. Ein möglicher Teilsponsor hat mir unverbindlich zugesagt. 

Meine Abklärungen haben ergeben, dass die führenden Institutionen und Bundesämter auf diesem Gebiet keinen Spielraum haben. Sie können das Risiko eines möglichen Scheiterns nicht eingehen und sehen ihre Chancen eher in kleinen pragmatischen Schritten und aktuell in der Aufstellung kantonaler Alkohol-Aktions-Pläne. 

Es wäre nun wieder einmal Zeit für eine(n) risikofreudige(n) Sponsorin  mit sozialem Engagement, der/die sich für unser Land verdient machen könnte, indem er/sie die Machbarkeitstudie ermöglicht, mit der abgeklärt werden könnte, ob diese kombinierte Form der Schadensminderung eine genügend grosse Anhängerschaft fände, um die Mehrheit der Politiker zum Handeln zu bringen. 

Dies wäre auch ein interessantes Untersuchungsthema für eine Arbeitsgruppe einer Hochschule oder für einen recherchierfreudigen Journalisten. 

Hier nochmals das Wichtigste zusammengefasst:

Ausgangslage

  • Die Einführung einer allgemeinen Alkohol-Getränke-Steuer scheiterte bisher an der starren Abwehrhaltung der interessierten Wirtschaftskreise. Sie wäre in mehrfacher Weise gerechtfertigt und wünschbar:

Zur Abgeltung der wirtschaftlichen und sozialen Folgekosten nach dem Verursacher-Prinzip. (3-4 Mia. Franken pro Jahr)

Zur Verminderung des Konsums der viel Konsumierenden sowie der Jugendlichen und damit zur Senkung der Folgeschäden aus dem Alkoholverbrauch.
Zwecks Mitfinanzierung der Präventionsaufgaben.
Bisher tragen nur die gebrannten Wasser massgeblich mit Steuern zu einer Deckung der Schäden bei. Gerechterweise müssten die andern alkoholischen Getränke ebenfalls anteilmässig besteuert werden. Sie sind an den Schäden gleichermassen beteiligt.

   
Obwohl sowohl die Bundesverwaltung (BAG) als auch die Fachgremien und die Parlamentarische Fachkommission des Bundes diese Abgabe einführen wollten, wurden Vorschläge in dieser Richtung von Bundesrat und Parlament immer wieder zurückgewiesen.


Neue Situation

Sowohl die europäischen Regierungsvertreter (inkl. schweizerischen) mit ihrer Europäischen Charta Alkohol, wie auch die WHO mit dem Europäischen Alkohol-Aktionsplan und die Eidgenössische Kommission für Alkoholfragen mit ihrem Nationalen Alkohol-Aktionsplan weisen auf die Notwendigkeit dieser Alkoholsteuern hin. In der EU sind ebenfalls Abklärungen in dieser Richtung im Gang.

 

 

Die Schweizer Weinbauern befürchten grosse Absatzprobleme im Hinblick auf die Globalisierung der Märkte und die damit wachsende Konkurrenz aus dem Ausland.

 

Die Kostenexplosion im Gesundheitswesen ist für den Normalverdiener bald nicht mehr verkraftbar. Eine Verminderung der Alkoholschäden würde eine fühlbare Kostendämpfung bewirken.

 

Die verschiedenen vorgenommenen Liberalisierungsschritte im Alkoholsektor (Öffnungszeiten, Senkung der Schnapssteuern, etc.) verlangen dringend nach einer Kompensation. 

 

Der unerwünschte starke Anstieg der gebrannten Wasser nach der vom Bundesrat beschlossenen Senkung der Schnapssteuer sollte dringend wieder rückgängig gemacht werden. Eine Erhöhung dieser Steuer drängt sich auf und wäre im Rahmen dieses Projekts möglich.             

 

Projekt-Hauptziele

 

- Deckung der Sozialkosten, die durch den Alkoholkonsum in der Schweiz verursacht werden. (Verursacherprinzip)

 

- Verbesserung der Lebensqualität und der Volksgesundheit durch Verminderung der weitverbreiteten bedeutenden alkoholbedingten Schäden in der Schweiz. 

 

- Steigerung der Chancen von Jugendlichen durch Senkung deren Alkoholkonsums.

 

 

Rechnungsbeispiel

Budgetiert ist eine Steuer, die etwa die Hälfte der Sozialkosten nach dem Verursacherprinzip hereinbringt. 

Als Grössenvergleich diene die Rechnung der EAV im Jahr 1999/2000

(Die nächste Periode war ein Langjahr mit 18 Monaten)

Einnahmen

Fr. (Mio.)

Ausgaben

Fr. (Mio.)

Nettoerlöse

271,6

Nettoaufwand

30,9

Ausserordentl. Erfolg

4,6

Verteilung des Reinertrags:

 

 

 

   Anteil des Bundes (AHV/IV)

220,8

 

 

   Anteil der Kantone 10%

24,5

Total

276,2

Total

276,2

 

Umsatzvergleich: EAV  :  Projekt  =  1  :  10

 

Projekt-Einnahmen (nach Konsumrückgang um 20%): 2,8 Mia.Fr.

 

Konsum:          9 Liter/100%-Alkohol pro Kopf bei 7 Mio. Einw. = 63 Mio. Liter reinen Alkohol                           

Sozialkosten:    Fr. 3,5 Mia. (von total 6,5 Mia.) oder Fr. 55.— pro Liter Alkohol /103.--/L

Verteilung Alkoholgehalt Steuer auf 50% Soz.kosten   Steuer auf 100% Soz.kosten
Bier:  5 Vol.%        Fr.   2.75/L  Fr.   5.15/L
Wein:   10 Vol.% Fr.   5.50/L Fr. 10.30/L
Spirituosen: 45 Vol.% 

Fr. 24.75/L 

Fr. 46.45/L

 Spirituosen und Alcopops müssten einen erhöhten Steuersatz erhalten.

Rechnungsbeispiel:

 

Einnahmen nach Konsumrückgang von 20%

Fr. (Mio.)

Ausgaben nach Konsumrückgang von 20%

Fr. (Mio.)
 

%

Wein 50%

1400

AHV/IV   (Differenz)

1370

48.9

Bier 32%

900

National: Prävention/Forschung  
Prävention NGOs           
Kultur/Sport-Sponsoring

210

7.5

Obstwein 2%

60

Bund: Administration

50

1.8

Spirituosen16%

440

Bund: Zoll, Grenzwacht

10

0.3

 

 

Kantone: Rehabilitation/Prävention
Sport- u. Kultur-Sponsoring

 
290
190


10.4
6.8

 

 

Kantone: Justiz

10

0.3

 

 

Wein-, Obst- u. Milchbauern  für:
Strukturverbesserung
Forschung für neue Getränke
Qualitätsverbesserung, Bio-Umstellung, etc.

400

14.3

 

 

Stiftung für Alkoholpolitik

3

0.1

 

 

Rückerstattung an die Bevölkerung

252

9.0

 

 

Stiftungskapital und Unvorhergesehenes
 (nur im ersten Jahr)                

10  00

0.4

 

 

Rückerstattung der Vorbereitunskosten
 (im ersten Jahr)

5

0.2

Total

2800

Total

2800

100.0


 

Dieses Modell ist bewusst wenig detailliert gehalten, um Diskussionen weiten Spielraum zu geben. An Ihrer Meinung sind wir sehr interessiert. Senden Sie uns ein e-Mail.  

Argumente, die für das Projekt sprechen:

Aus Zitate:Pascal Hollenstein in NZZ am Sonntag online, 25.7.04
Kommentar: Diesen Artikel sollten unsere Politiker verinnerlichen. Dann wäre auch das Alkoholproblem bald entschärft.

Zitat aus dem Tages-Anzeiger vom 30.8.04 "Wie man Bundesgenossen verprellt" von Hans-Peter Bieri:

"...die Schweiz ist, um es nochmals zu sagen, ein Land des politischen Kuhhandels."
Kommentar: Das könnte der Realisierung dieses Projekts förderlich sein.


Zitat aus dem Tages-Anzeiger vom 1.9.04 

"Plädoyer für eine bürgerliche Leitkultur" von Paul Nolte. 

Es ist die Zusammenfassung eines Vortrages. Der Autor ist Professor for History an der International University Bremen. Hier ein paar Zitate:

Untertitel: "Warum in einer ungleichen Gesellschaft nicht jeder nach seiner Fasson selig werden kann, und warum die Mehrheit sich nicht mehr von den Problemen der Unterschicht freikaufen soll."

"Das Beispiel des schichtspezifischen Rauchens oder Alkoholkonsums illustriert bereits, dass gerade in materiell prekären Verhältnissen finanzielle Ressourcen in ein Verhalten investiert werden, das die Grenzen dieser Verhältnisse eher verstärkt als durchbricht." 

"Die Mehrheitsgesellschaft hat sich mit Geldzahlungen von den wirklichen Problemen am Rande der Gesellschaft freigekauft, ohne Probleme zu lösen. Das funktioniert nicht mehr."

Zu Alternativen: ..."vor allem Kindern und Jugendlichen Chancen geben - und die Selbstzerstörung von Chancen nehmen." "... erfordert einen komplexen Politikansatz und insgesamt wohl nicht weniger als einen Paradigmawechsel der bisherigen Fürsorge- und Wohlfahrtspolitik. Das Ziel muss es wieder sein, Kulturen der Armut und Abhängigkeit, des Bildungsmangels und der Unselbständigkeit nicht sich selber zu überlassen sondern sie aufzubrechen."

"Und Prävention bedeutet Intervention: Sie ist ohne spürbare Zumutungen nicht zu haben."

Kommentar: Eine Suchtpolitik liesse sich damit wunderbar begründen. Ob dies der Beitrag des TA zum ESPAD-Bericht ist? Allen Suchtfachleuten zu empfehlen. Intervention mit Hilfe unseres Projektes würde einen grossen Teil des Problems abdecken.

 

Grosse Differenzen bei Rezepten gegen die Armut 

titelte der Tages-Anzeiger vom 3.9.04 zu einem Bericht über ein Podiumsgespräch der Caritas zur Familienpolitik im Kanton Zürich. Fast jedes zehnte Kind lebt unter dem Existenzminimum, laut Statistik sind es 21'174 Kinder. Von keinem Teilnehmer wird berichtet, dass er den Finger auf das Alkoholproblem gelegt hätte. In vielen Fällen von Armut spielt doch der Alkohol eine bedeutende Rolle. Unser Projekt würde hier einen wesentlichen Beitrag leisten, und vielen Kindern wieder bessere Lebenschancen bieten.

Zürcher Kantonsrat: Gegen Chancengleichheit beim Musikunterricht der Volksschule  

Ob Kinder eine musikalische Grundausbildung erhalten, hängt von der Gemeinde ab, die das finanzieren muss. Der Kanton müsste für die Grundausbildung 3 - 4 Mio. Franken aufwenden, sollte sie obligatorisch werden. Das Postulat wurde mit 81:68 Stimmen abgelehnt. 

Wäre unser Projekt verwirklicht, würde der Kanton aus seinem Anteil für das Kultursponsoring diese Ausgabe decken und auch die Musikschulen massiv unterstützen. So könnten auch finanziell schlecht gestellte Familien ihren Kindern eine musische Erziehung ermöglichen, für die das heute unmöglich ist. 
(Quelle: Tages-Anzeiger, 7.9.04)

Zitat:

Nassim Taleb im Tages-Anzeiger-Interview vom 24.9.04: "Erwarte den bösen schwarzen Schwan!": "Wir Menschen sind nicht gerüstet, um mit den Risiken moderner Gesellschaften umzugehen." Interviewer: "Welchen Schluss ziehen Sie daraus?" Taleb: "Die wichtigste Lektion könnte sein, dass wir Menschen belohnen und uns nicht über sie lustig machen, wenn sie das Undenkbare denken."

Ständerat:

(05.10.04) Der Bundesrat beantwortete am 8.9.04 das Postulat der Ständerätin Madeleine Amgwerd: Kürzung der Bundesbeiträge bei der kulturellen Erwachsenenbildung. Nur noch 2 von 7 Dachverbänden werden nur noch mit 50% unterstützt. Mit dem Kultursponsoring aus unserem Projekt, würden diese Probleme nicht mehr existenzbedrohend für die betroffenen Organisationen.

Aktuell 

22.11.04: Peter Hasler, Direktor des Schweiz. Arbeitgeberverbandes fordert drastische Änderungen im Sozialwesen.
U.a. Rentenalter 66 ab 2013 für alle. Durch Sparen, Leistungsabbau, Systemänderung und die Bekämpfung von Missbrauch müssten die Sozialwerke für die Zukunft nachhaltig gesichert werden. Vor allem bei IV und BVK soll gespart werden.
Kommentar: Sozialabbau im grossen Stil. Wenn er sich für unser Projekt einsetzen würde, könnte diese Übung mindestens hinausgeschoben werden.(Quelle: Basler Zeitung)

25.11.04: 75 Jahre Landwirtschaftsschule Strickhof, Kt. Zürich: Der Tages-Anzeiger berichtet am 25.11.04: ""Kampf dem Alkoholismus auf den Bauernhöfen", so lautete vor 75 Jahren die erste Aufgabe der Strickhof-Fachleute. Heute ist ihr Pflichtenheft viel grösser - doch jetzt heisst es sparen." Die Zürcher Regierung zwingt sie in ihrem Sparprogramm 6 von 14 Vollzeitstellen abzubauen. Das führt dazu, dass die betriebswirtschaftlichen Beratungen für einzelne Landwirte wegfallen müssen. Diese bietet künftig der Zürcher Bauernverband an. "Der Wissenstransfer zwischen Theorie und Praxis wird schwieriger werden. 
Kommentar: Die Hilfe an die Obstbauern, die das Projekt ermöglichen würde, könnte diese Sparmassnahme gut ausgleichen.

25.11.04: Die Stadt Zürich will eine 10'000 Quadratmeter grosse Skateranlage für 4,5 Mio. Franken bauen. Das Sporttoto wird davon 500'000 Fr. übernehmen. Dies wäre eine typische Investition, die vom Projekt gefördert werden könnte. 

25.11.04: Winterthur muss sparen. Auch der Sport muss sparen helfen. statt 3,5 Mio. stehen nur noch 2,5 Mio. Franken zur Verfügung. Das trifft auch die Sportvereine massiv. Unser Projekt würde hier einspringen.

20.12.04: Die CS veröffentliche die Resultate des diesjährigen "Sorgenbarometers". An der Spitze stehen: Langfristige Sicherstellung von AHV/IV; wirtschaftliches Wachstum; Bekämpfung von Kriminalität; Eindämmung der Ausgaben im Gesundheitswesen; usw. 

Alle diese Sorgen könnten bei einer Realisierung unseres Projektes gemildert werden. 

20.01.05: Die Hochschule Wädenswil (HSW) hat ihr neues Getränketechnologiezentrum eröffnet. Auf neuen Maschinen produziert sie Apfelsaft auf neue Art. Der Boskoop-Saft ist wolkig trüb. (Meldung des Tages-Anzeigers vom 20.1.05)

Solche Neuentwicklungen und deren Vermarktung könnten vom Projekt gefördert werden.

15.02.2005: SF DRS1, Kassensturz: Die Weinpreise im Gastgewerbe

Der Kassensturz scheint eine Serie von Getränke-Beiträgen zu bringen. Nach einem einspruchverdächtigen "Werbespot" für Absinth unter dem Titel "Was ist drin?" kam ein Beitrag über die weiterhin horrend gezuckerten Süssgetränke und nun über die Preiskalkulation der Wirte beim Wein. Es zeigte sich, dass im Gastgewerbe die Mahlzeiten mit den Weinpreisen quersubventioniert werden. Bis zum Faktor 4 oder mit ähnlichen Aufschlägen wird der Wein verteuert. Eine nicht repräsentative Telefonumfrage ergab, dass das Publikum gar nicht einverstanden ist mit dieser Regelung. Gastro-Zürich-Chef Bachmann verteidigte diese Kalkulation u.a. mit dem erstaunlichen Hinweis, es sei nicht ihre Aufgabe, mit tiefen Weinpreisen den Alkoholismus zu fördern. Das  bedeutet, er kennt die Funktion des Preises beim Alkoholkonsum. 

In unserer Projekt-Idee gehen wir von der Annahme aus, die Hälfte der alkoholbedingten Sozialkosten könnten mit einer Steuer u.a. auf Wein von ca Fr. 5.-- je Liter nach dem Verursacherprinzip gedeckt werden. Bei der nun aufgezeigten Kalkulation des Gastgewerbes muss man sich direkt fragen, ob dieser Aufschlag überhaupt ins Gewicht fällt und geeignet ist, eine Konsumreduktion zu erzielen. 

Das Gastgewerbe hätte es in der Hand, mit der Unterstützung unseres Projektes die mit der erzwungenen Liberalisierung selbstverschuldete Strukturkrise zu überwinden. So könnten alle schwachen Betriebe ohne Zukunftschancen möglichst schnell geschlossen, die Lieferanten vor Verlusten bewahrt und das Personal sozial abgesichert werden, ohne die Allgemeinheit zu belasten. Neueröffnungen müssten ausgeschlossen sein, damit nicht das abgedeckte Risiko zu einem weiteren Anwachsen der Betriebszahlen führt. 

Hat der Gastro-Zürich-Chef Ernst Bachmann den Mut, diese unkonventionelle Lösung anzugehen, mit verwandten Verbänden zu besprechen und die Bedürfnisse genau abzuklären?

23.02.2005: "Der Landbote" brachte am 16.2.05 einen Artikel "Die Rebbauern sehen schwarz". Darin wird schwer gejammert in Bezug auf das neue Gesundheitsgesetz im Kanton Zürich mit einem Werbeverbot für Alkohol und Tabak. Der Präsident des Zürcher Weinbauernverbandes hofft, dass für den Wein eine Ausnahme gemacht werde. Er befürchtet, dass in einem 2. Schritt alles, was den Wein betrifft, verboten werde.
Kommentar: Er würde sich besser hinter unser Projekt stellen, dann hätten die einheimischen Rebbauern ausgesorgt. 

26.03.2005: Gemäss "10 vor 10" von SF DRS1 verkauften Winzer im Gebiet des Bordeaux ihr Gut  oder seien bereits pleite, weil die weltweite Überproduktion die Preise drückte. Sogar der Präsident des Winzerverbandes wurde wegen betrügerischer Warendeklaration verurteilt. Er findet diese Auswegmöglichkeit nicht verwerflich. Ein paar Tage später wurde von Sprengstoffanschlägen in der Region berichtet.
Kommentar: Unsere Winzer sollten auch vermehrt auf Qualität setzen. Unser Projekt würde ihnen dabei sehr helfen.


Wie der Tages-Anzeiger vom 22.3.05 berichtet, betragen die Gesundheitskosten 50 Mia. Franken pro Jahr. 2/3 davon würden von den Privathaushalten bezahlt.
Kommentar: Warum wird die Entlastung, die unser Projekt bringen würde, nicht schon lange angestrebt? 


In ganzseitigen Inseraten in der Schweizer Presse wurde der Bundesrat gebeten, eine CO2-Abgabe einzuführen.
Kommentar: Ein grosser Teil der Begründungen trifft auch auf unser Projekt zu: Z.B. ..ist gerecht (Verursacherprinzip), ...ist ethisch geboten, ...fördert die öffentliche Gesundheit, .. ist sozial, ...bringt viele wirtschaftliche Vorteile, ...ist keine Steuer, ...schafft die notwendigen Anreize,.. ist ein wichtiger Trumpf für die Zukunft.


Die Wirkung einer Alkoholsteuer  (5.4.05)

Gemäss Forschung, z.B. Babor et al.: Alcohol - no ordinary commodity, 2003, wirken Alkoholsteuern vor allem auf die starken Konsumenten, die Jugendlichen und die ärmeren Bevölkerungsschichten. Ist dies erwünscht, vertretbar oder ungerecht?

- Die starken Konsumenten sind jene, die dringend einer Konsumreduktion bedürfen, weil sie auf dem Weg zu schweren gesundheitlichen Schäden, sogar tödlichen, sind. Sie belasten über kurz oder lang die Gesundheitskosten, die Wirtschaft in finanzieller und die Gesellschaft und ihre Familien in psychischer Hinsicht. Eine Steuer, die ihren Konsum bremst, ist dringend nötig.

- Die Jugendlichen schaden durch ihren Konsum sich selber und die Gesellschaft. Sie laufen ein hohes Risiko, abhängig zu werden, ihre persönliche und berufliche Entwicklung zu behindern. Die Gesellschaft hat ein starkes Interesse, die Jugend von diesem Weg abzubringen. Allerdings sollte sie zu diesem Zwecke, um in der Prävention glaubwürdig zu wirken, auch die Umwelt (Werbung, Trinksitten) bereinigen.

- Die ärmeren Schichten verbrauchen auch bei bescheidenem Konsum einen hohen Anteil ihrer finanziellen Mittel für alkoholische Getränke. Sie laufen dadurch Gefahr, zu Sozialfällen zu werden. Auch haben sie dadurch weniger Geld für ihre Familie zur Verfügung. Ein korrigierendes Eingreifen der Gesellschaft mag als Bevormundung angesehen werden, im Hinblick auf die betroffenen Familien und auf die Sozialkosten ist es unseres Erachtens angebracht.


(10.04.05) Uns scheint, dass wir uns nun genug bemüht haben, die Vorteile dieses Konzeptes bekannt zu machen. Es ist jetzt an den Kreisen, die daran interessiert sein müssten, die Chance zu ergreifen und aktiv zu werden. Auch potentielle Geldgeber für die Machbarkeitsstudie sollten sich nun entscheiden, ob sie mit einem kleinen finanziellen Risiko diese unerhörte Möglichkeit, unser Land positiv zu verändern, wahrnehmen  oder ob sie den Ruhm und die Genugtuung andern überlassen wollen. 

 

(Keine Regel ohne Ausnahme:)

30.06.2006 Das Health and Social Campaigners’ Network international (HSCNetwork international) hat  mit Newsletter Nr. 30  unsere Projekt-Idee veröffentlicht. The global virtual network for health advocates
c/o PatientView
Woodhouse Place
Upper Woodhouse
Knighton
Powys, LD7 1NGWales Email:info@patient-view.com For more information: http://www.patient-view.com/hscnetwork.htm
18.01.2008 Forschung, 15.01.2008

(Quelle: Tages-Anzeiger, 15.1.08)  PNAS, 14.1.08

Forscher fanden im Gehirn von Versuchspersonen, dass der Preis eines Produkts unsere Wahrnehmung beeinflusst. Wein wurde als besser empfunden, je höher der Preis war.
Marketing actions can modulate neural representations of experienced pleasantness.
Kommentar: Das wäre doch ein Grund, rasch allgemeine Alkoholsteuern einzuführen.

 

   Homepage           Project in English (old version)

Letzte Bearbeitung: 23.12.2008

 

 

Inhaltsverzeichnis 

Entwicklungen der schweizerischen Alkoholpolitik der letzten Jahre anhand von Leserbriefen

Aktuell

Hinweise für Unterrichtende

Ihre Meinung interressiert uns

Links zu Fachleuten und Institutionen

Internationales

Briefe an ....

Die Lobby-Arbeit der globalen Alkoholindustrie

Veranstaltungen

Parlamentsdebatten

Zitatensammlung

Newsletter

Forschungsergebnisse

Archiv

English Texts      

Dossiers: Suchtmittelwerbung; Alcopops; Absinth; WTO - GATS; Alkoholkonsum Jugendlicher; Alkohol und Verkehr /  Drink Driving; Wein (Alkohol) sei (mässig genossen) gesund; Sport und Alkohol; Strukturelle Prävention; NPA (Nationales Programm Alkohol); botellón

Geschichten

Interventionen

Wir über uns

Projekt-Idee     Project in English


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Hermann T. Meyer, Projekte und Dienstleistungen, Lindenstr. 32, CH-8307 Effretikon, Switzerland, 
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Stand: 23.12.2008