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Zur wünschbaren Realisierung eines Projektes mit grossen Vorteilen für
fast alle. Unsere Gesellschaft leidet, wie andere Länder auch, an der alten Volkskrankheit Alkoholismus. Er ist unser grösstes sozialmedizinisches Problem. Das Alkoholproblem lässt sich allerdings nicht nur auf die abhängigen Kranken reduzieren, es durchdringt noch viele andere Bereiche unserer Gesellschaft. Wir alle leiden unter den Folgen des Konsums dieses legalen Suchtmittels, das seit seiner industriellen Herstellung und Vermarktung im 19. Jh. zur Volksplage geworden ist. Heute wird mit 6 Mia. Franken an Sozialkosten gerechnet, die der Staat, d.h. wir alle tragen. Das grosse, damit verbundene Leid wird verdrängt, so lange es nicht einen selbst betrifft.Die Erfolge der Prävention sind bisher leider sehr bescheiden geblieben, vor allem weil die Politik im Verbund mit der Wirtschaft die wirtschaftlichen Aspekte stets als wichtiger einstufte als die gesundheitlichen. Und weil aufklärende Prävention, die in den letzten 10 Jahren fast ausschliesslich betrieben wurde, in unserem, von der Alkoholwerbung dominierten „feuchten Klima“, und bei den limitierten Mitteln keine Chance hat. Inzwischen ist eine Wende erkennbar. Steuern auf
Suchtmitteln zur Schadensreduzierung sind plötzlich möglich. Prof. Jürgen
Rehm hat das Tabu gebrochen und spricht öffentlich über die Wirksamkeit der
steuerlichen Massnahmen. Die Zeit scheint reif für das Projekt, das ich
während zwei Jahren auf dieser Webseite entwickelt habe: Lenkungsabgabe, d.h. allgemeine
Alkoholsteuer, nach dem Verursacherprinzip, die möglichst viel der wirtschaftlichen Schäden
des Alkoholkonsums deckt, zur Hälfte an die AHV/IV fliesst, die Kosten von Bund
und Kantonen für Rehabilitation und Prävention deckt, die durch den Konsumrückgang
benachteiligten Bauern unterstützt und im Sinne der Prävention Sport- und
Kultur-Sponsoring im grossen Stil möglich macht. (Änderungen sind natürlich möglich) Vielen kritischen Problemkreisen in der Schweiz könnte
damit wesentlich geholfen werden. Auch den zuerst sicher ablehnenden
Gruppierungen, wie Bauern, Werbewirtschaft, Presse könnte vielleicht eine
Zustimmung abgerungen werden, wenn sie einsehen, dass sie eher profitieren würden.
Die folgende Zusammenstellung gibt einen (nicht abschliessenden) Überblick
dazu:
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Problem |
Vorteil des Projekts |
Interessierte Kreise |
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Der
Alkoholkonsum ist seit Jahren auf hohem
Niveau stabil mit gesamthaft geringer konjunktureller Abnahme, aber
starker Zunahme bei Jugendlichen. 6 Mia. CHF Schäden/Jahr Not, Leid, Armut,
Chancenungleichheit für betroffene Kinder, Viele Scheidungen Alkoholmitbedingte Kriminalität
und Verkehrstote und -Verletzte |
Die Preiserhöhung durch eine
Lenkungsabgabe wird einen spürbaren Konsumrückgang bringen, vor allem
auch bei Jugendlichen. Damit verbunden ist eine Schadensverminderung auf
vielen Gebieten. D.h. auch Kostenreduzierung, für alle spürbar. Rückgang der Nachfrage nach
illegalen Drogen Weniger Fälle von
HIV-Ansteckung unter Alkoholeinfluss |
Gesamtbevölkerung Familien, Partner, Kinder, Spitalwesen, Staat Sozialversicherung AHV/IV Krankenkassen Sozialwesen Hilfsinstitutionen Kirchen Polizei, Justiz Betreibungsämter Die mehr als 50% der Bevölkerung,
die mässig konsumiert aber immer massiv an die Schäden zahlt. (ca Fr.
500.--/Jahr/Kopf) |
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Die wirtschaftlichen Probleme bringen verschiedene Branchen
in arge Nöte: Die
Weinbauern leiden unter der
Globalisierung, den WTO-Bestimmungen. |
Ein Teil der Einnahmen könnte
zur Verbesserung der Situation der Winzer beitragen: Qualitätsverbesserung Umschulung Strukturverbesserung Forschung |
Weinbauernverbände Eidg. Volkswirtschaftsdep. |
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Die
Obstbauern |
Beiträge an die Qualitätsverbesserung Bioanbau Vermarktung Forschung |
Obstbauernverband Eidg. Alkoholverwaltung |
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Die
Milchbauern leiden oft an
Absatzproblemen, gedrücktem Milchpreis. Die Bergbauern haben vielfältige
Probleme. |
Beiträge an die Vermarktung
mit dem Ziel, die Milch wieder vermehrt als Getränk zu lancieren. Biomilch im Berggebiet Strukturverbesserungen |
Bergbauern Bergkantone |
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Die
Werbewirtschaft leidet unter der schlechten
Wirtschaftslage Vielleicht leidet der eine
oder andere Werber darunter, für ein moralisch zweifelhaftes Produkt und
mit unwahren Argumenten werben zu müssen. |
Die massiv anfallenden Beiträge
für Prävention, Vermarktung von Getränken, Kultur- und Sportsponsoring
werden zu einem markanten Anstieg der Ausgaben für Werbung führen, die
die Lage der Werbewirtschaft und der Massenmedien stärken wird. |
Werbewirtschaft Massenmedien |
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Das
Gesundheitswesen ist seit Jahren steigenden Kosten ausgeliefert. Viele Familien vermögen
die Prämien nicht mehr zu bezahlen. Die Betreibungen nehmen nicht zuletzt
deshalb ständig zu. Ein beträchtlicher Teil der Gesundheits-Kosten ist
alkoholbedingt. |
Die sinkenden Schäden lassen
auch die Gesundheitskosten abnehmen. Dies wird sich mittelfristig auf die
Krankenkassen- und Versicherungsprämien auswirken. Die direkten Beiträge
an den Staat für Rehabilitation und Prävention entlasten den Staat und
den Steuerzahler |
Krankenkassen Bund Kantone Alle Versicherte |
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Die
Suchtprävention hat gegen die finanzstarke
Alkoholindustrie keine Chance. |
Beiträge an die Prävention
national und kantonal lässt diese wirksamer werden, so dass der
steuerbedingte tiefere Alkoholkonsum mindestens gehalten werden kann. |
Bund (Bundesamt für
Gesundheit, Eidg. Alkoholverwaltung) Kantone NGOs |
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Alkohol-
und Suchtforschung haben in unserm Land wenig Möglichkeiten,
wichtige Untersuchungen durchzuführen, die für die Politik und Prävention
als Grundlage nötig wären oder laufende Präventionsmassnahmen zu
evaluieren. Wichtige Statistiken fehlen. |
Beiträge an die
Alkoholforschung würden auch für den akademischen Nachwuchs das Thema
Alkohol interessanter machen. Wir leiden an einem Mangel an Fachleuten. Grundlagenforschung verbessert
die Möglichkeiten der Prävention. Evaluation von Massnahmen verbessert
deren Qualität. |
Universitäten Fachhochschulen Forschungsinstitute |
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Kultur und
Sport sind
zum Teil heute vom Sponsoring der Alkoholindustrie abhängig. Ein grosser
Teil davon ist auf die Jugend ausgerichtet. Bund und Kantone kürzen aus
Geldmangel Beiträge an Institutionen. |
Namhafte Beiträge für
Kultur- und Sportsponsoring auf nationaler und kantonalerEbene würden
diese Institutionen und Verbände von der Alkoholindustrie unabhängig
machen. Breitensport- und Kulturförderung an der Basis hat eine grosse präventive
Wirkung. |
Nationale und kantonale (inkl.
lokale) kulturelle Tätigkeiten und Ereignisse Pro Helvetia Ausbildungsstätten Nationale und kantonale (inkl.
lokale) Sportvereine Sportschulen |
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Unsere
Sozialwerke AHV und IV haben grosse Probleme. Beiträge sollen erhöht, Renten
gekürzt, das Rentenalter erhöht werden. Die Mehrwertsteuer soll erhöht
werden. Ein Ausbau ist nicht finanzierbar. |
Etwa die Hälfte der Einnahmen
sollten an die AHV/IV gehen, ebenso Beiträge an andere bedachte Stellen,
die diese nicht sinnvoll verwenden konnten. |
AHV/IV AHV-pflichtige Bevölkerung AHV- und IV Rentner Ganze Bevölkerung (MWSt) |
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Der mässige
Konsument leidet unter der
steuerbedingten Preiserhöhung auf alkoholischen Getränken, die er für
unverschuldet hält. |
Die Steuern auf dem mässigen
Konsum können z.B. via Krankenkassen allen zurückerstattet werden. Wer
wenig oder keinen Alkohol konsumiert, hat sogar einen kleinen Rabatt auf
seinem Schadensanteil, der immer noch hoch ist. Dadurch werden die Steuern
nur auf dem risikohaften Konsum erhoben. |
Die mässigen Konsumenten Die alkoholfrei Lebenden |
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Diese Tabelle liesse sich auch für Tabak und Cannabis
erstellen. In der heutigen Situation wäre dies wahrscheinlich sehr sinnvoll.
Die im Entstehen begriffene Struktur im Tabaksektor (Präventionsfonds) könnte
sicher gut integriert werden. Die Möglichkeiten der Finanzierungen würden sich
stark erweitern und unserm Volk einmalige Chancen eröffnen. Würde das Projekt
in diesem Sinn und Geist erfolgreich durchgeführt, hätte das sicher auch aufs
Ausland eine beispielhafte Wirkung, was wiederum für uns die Durchführung
erleichtern würde. (Schmuggel fällt weg) Um das Projekt voranzubringenbraucht es eine
Machbarkeitsstudie,
um abzuklären, ob
a)
überhaupt und in welcher Höhe sinnvolle Projekte und Massnahmen
vorhanden wären, die mit dem
verfügbaren Geld finanziert werden könnten, b) das
Projekt nur Akzeptanz findet, wenn die ganze Schadenssumme von ca 3,5 Mia. durch
Steuern gedeckt wird, oder ob kleinere Schritte möglich oder nötig sind, c) die
einzelnen Empfängergruppen dieses Projekt politisch unterstützen würden, d) grosse
gesellschaftliche Gruppierungen wie Kirchen, Parteien, Sportverbände, gemeinnützige
Institutionen dieses Projekt mittragen würden e) die
Akzeptanz allgemein darart hoch ist, dass die Politiker in der Mehrheit nicht
mehr nein sagen können und der Weg durch die Instanzen möglichst kurz und
erfolgreich wird. sollte sich nun eine Trägerschaft bilden, die gemeinsam nach Sponsoren sucht, oder die Kosten selber übernimmt, um diese Machbarkeitsstudie zu finanzieren, in Auftrag zu geben und dann gegebenenfalls, bei guten Erfolgsaussichten, das Projekt weiterzubringen. Ein möglicher Teilsponsor hat mir unverbindlich zugesagt. Meine Abklärungen haben ergeben, dass die führenden Institutionen und Bundesämter auf diesem Gebiet keinen Spielraum haben. Sie können das Risiko eines möglichen Scheiterns nicht eingehen und sehen ihre Chancen eher in kleinen pragmatischen Schritten und aktuell in der Aufstellung kantonaler Alkohol-Aktions-Pläne. Es wäre nun wieder einmal Zeit für eine(n) risikofreudige(n) Sponsorin mit sozialem Engagement, der/die sich für unser Land verdient machen könnte, indem er/sie die Machbarkeitstudie ermöglicht, mit der abgeklärt werden könnte, ob diese kombinierte Form der Schadensminderung eine genügend grosse Anhängerschaft fände, um die Mehrheit der Politiker zum Handeln zu bringen. Dies wäre auch ein interessantes Untersuchungsthema für eine Arbeitsgruppe einer Hochschule oder für einen recherchierfreudigen Journalisten. Hier nochmals das Wichtigste zusammengefasst: Ausgangslage
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Sowohl
die europäischen Regierungsvertreter (inkl. schweizerischen) mit ihrer
Europäischen Charta Alkohol, wie auch die WHO mit dem Europäischen
Alkohol-Aktionsplan und die Eidgenössische Kommission für
Alkoholfragen mit ihrem Nationalen Alkohol-Aktionsplan weisen auf die
Notwendigkeit dieser Alkoholsteuern hin. In der EU sind ebenfalls Abklärungen
in dieser Richtung im Gang. |
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Die
Schweizer Weinbauern befürchten grosse Absatzprobleme im Hinblick auf
die Globalisierung der Märkte und die damit wachsende Konkurrenz aus
dem Ausland. |
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Die
Kostenexplosion im Gesundheitswesen ist für den Normalverdiener bald
nicht mehr verkraftbar. Eine Verminderung der Alkoholschäden würde
eine fühlbare Kostendämpfung bewirken. |
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Die
verschiedenen vorgenommenen Liberalisierungsschritte im Alkoholsektor (Öffnungszeiten,
Senkung der Schnapssteuern, etc.) verlangen dringend nach einer
Kompensation. |
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|
Der
unerwünschte starke Anstieg der gebrannten Wasser nach der vom
Bundesrat beschlossenen Senkung der Schnapssteuer sollte dringend wieder
rückgängig gemacht werden. Eine Erhöhung dieser Steuer drängt sich
auf und wäre im Rahmen dieses Projekts möglich. |
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- Deckung der Sozialkosten, die
durch den Alkoholkonsum in der Schweiz verursacht werden.
(Verursacherprinzip) |
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|
- Verbesserung der Lebensqualität
und der Volksgesundheit durch Verminderung der weitverbreiteten
bedeutenden alkoholbedingten Schäden in der Schweiz. |
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- Steigerung der Chancen von
Jugendlichen durch Senkung deren Alkoholkonsums. |
Budgetiert ist eine Steuer, die etwa die Hälfte der Sozialkosten nach dem Verursacherprinzip hereinbringt.
Als Grössenvergleich diene die Rechnung der EAV im Jahr
1999/2000
(Die nächste Periode war ein Langjahr mit 18 Monaten)
Einnahmen
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Fr. (Mio.)
|
Ausgaben
|
Fr. (Mio.)
|
|
Nettoerlöse |
271,6 |
Nettoaufwand |
30,9 |
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Ausserordentl. Erfolg |
4,6 |
Verteilung des Reinertrags: |
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Anteil des Bundes (AHV/IV) |
220,8 |
|
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Anteil der Kantone 10% |
24,5 |
|
Total |
276,2 |
Total |
276,2 |
Projekt-Einnahmen (nach Konsumrückgang um
20%): 2,8 Mia.Fr.
Konsum: 9
Liter/100%-Alkohol pro Kopf bei 7 Mio. Einw. = 63 Mio.
Liter reinen Alkohol
Sozialkosten: Fr. 3,5 Mia. (von total 6,5 Mia.) oder Fr. 55.—
pro Liter Alkohol /103.--/L
| Verteilung | Alkoholgehalt | Steuer auf 50% Soz.kosten | Steuer auf 100% Soz.kosten |
| Bier: | 5 Vol.% | Fr. 2.75/L | Fr. 5.15/L |
| Wein: | 10 Vol.% | Fr. 5.50/L | Fr. 10.30/L |
| Spirituosen: | 45 Vol.% |
Fr. 24.75/L |
Fr. 46.45/L |
Spirituosen und Alcopops müssten einen erhöhten Steuersatz erhalten.
Rechnungsbeispiel:
Einnahmen nach Konsumrückgang von 20%
|
Fr.
(Mio.) |
Ausgaben nach Konsumrückgang von 20%
|
Fr. (Mio.) |
% |
|
Wein 50% |
1400 |
AHV/IV
(Differenz) |
1370 |
48.9 |
|
Bier 32% |
900 |
National: Prävention/Forschung |
210 |
7.5 |
|
Obstwein 2% |
60 |
Bund: Administration |
50 |
1.8 |
|
Spirituosen16% |
440 |
Bund: Zoll, Grenzwacht |
10 |
0.3 |
|
|
|
Kantone: Rehabilitation/Prävention |
|
|
|
|
|
Kantone: Justiz |
10 |
0.3 |
|
|
|
Wein-, Obst- u. Milchbauern für: |
400 |
14.3 |
|
|
|
Stiftung für Alkoholpolitik |
3 |
0.1 |
|
|
|
Rückerstattung an die Bevölkerung |
252 |
9.0 |
|
|
|
Stiftungskapital und Unvorhergesehenes |
|
0.4 |
|
|
|
Rückerstattung der Vorbereitunskosten |
5 |
0.2 |
|
Total |
2800 |
Total |
2800 |
100.0 |
|
Dieses Modell ist bewusst wenig detailliert
gehalten, um Diskussionen weiten Spielraum zu geben. An Ihrer Meinung sind wir
sehr interessiert. Senden Sie uns ein e-Mail. Argumente, die für das Projekt sprechen:Aus Zitate:Pascal
Hollenstein in NZZ
am Sonntag online, 25.7.04 Zitat aus dem Tages-Anzeiger vom 30.8.04 "Wie man Bundesgenossen verprellt" von Hans-Peter Bieri: "...die Schweiz ist, um es nochmals zu sagen, ein Land des
politischen Kuhhandels." Zitat aus dem Tages-Anzeiger vom 1.9.04 "Plädoyer für eine bürgerliche Leitkultur" von Paul Nolte.Es ist die Zusammenfassung eines Vortrages. Der Autor ist Professor for History an der International University Bremen. Hier ein paar Zitate: Untertitel: "Warum in einer ungleichen Gesellschaft nicht jeder nach seiner Fasson selig werden kann, und warum die Mehrheit sich nicht mehr von den Problemen der Unterschicht freikaufen soll." "Das Beispiel des schichtspezifischen Rauchens oder Alkoholkonsums illustriert bereits, dass gerade in materiell prekären Verhältnissen finanzielle Ressourcen in ein Verhalten investiert werden, das die Grenzen dieser Verhältnisse eher verstärkt als durchbricht." "Die Mehrheitsgesellschaft hat sich mit Geldzahlungen von den wirklichen Problemen am Rande der Gesellschaft freigekauft, ohne Probleme zu lösen. Das funktioniert nicht mehr." Zu Alternativen: ..."vor allem Kindern und Jugendlichen Chancen geben - und die Selbstzerstörung von Chancen nehmen." "... erfordert einen komplexen Politikansatz und insgesamt wohl nicht weniger als einen Paradigmawechsel der bisherigen Fürsorge- und Wohlfahrtspolitik. Das Ziel muss es wieder sein, Kulturen der Armut und Abhängigkeit, des Bildungsmangels und der Unselbständigkeit nicht sich selber zu überlassen sondern sie aufzubrechen." "Und Prävention bedeutet Intervention: Sie ist ohne spürbare Zumutungen nicht zu haben." Kommentar: Eine Suchtpolitik liesse sich damit wunderbar begründen. Ob dies der Beitrag des TA zum ESPAD-Bericht ist? Allen Suchtfachleuten zu empfehlen. Intervention mit Hilfe unseres Projektes würde einen grossen Teil des Problems abdecken.
Grosse Differenzen bei Rezepten gegen die Armuttitelte der Tages-Anzeiger vom 3.9.04 zu einem Bericht über ein Podiumsgespräch der Caritas zur Familienpolitik im Kanton Zürich. Fast jedes zehnte Kind lebt unter dem Existenzminimum, laut Statistik sind es 21'174 Kinder. Von keinem Teilnehmer wird berichtet, dass er den Finger auf das Alkoholproblem gelegt hätte. In vielen Fällen von Armut spielt doch der Alkohol eine bedeutende Rolle. Unser Projekt würde hier einen wesentlichen Beitrag leisten, und vielen Kindern wieder bessere Lebenschancen bieten. Zürcher Kantonsrat: Gegen Chancengleichheit beim Musikunterricht der VolksschuleOb Kinder eine musikalische Grundausbildung erhalten, hängt von der Gemeinde ab, die das finanzieren muss. Der Kanton müsste für die Grundausbildung 3 - 4 Mio. Franken aufwenden, sollte sie obligatorisch werden. Das Postulat wurde mit 81:68 Stimmen abgelehnt. Wäre unser Projekt verwirklicht, würde der Kanton aus seinem
Anteil für das Kultursponsoring diese Ausgabe decken und auch die Musikschulen
massiv unterstützen. So könnten auch finanziell schlecht gestellte Familien
ihren Kindern eine musische Erziehung ermöglichen, für die das heute unmöglich
ist. Zitat:Nassim Taleb im Tages-Anzeiger-Interview vom 24.9.04: "Erwarte den bösen schwarzen Schwan!": "Wir Menschen sind nicht gerüstet, um mit den Risiken moderner Gesellschaften umzugehen." Interviewer: "Welchen Schluss ziehen Sie daraus?" Taleb: "Die wichtigste Lektion könnte sein, dass wir Menschen belohnen und uns nicht über sie lustig machen, wenn sie das Undenkbare denken." Ständerat: (05.10.04) Der Bundesrat beantwortete am 8.9.04 das Postulat der Ständerätin Madeleine Amgwerd: Kürzung der Bundesbeiträge bei der kulturellen Erwachsenenbildung. Nur noch 2 von 7 Dachverbänden werden nur noch mit 50% unterstützt. Mit dem Kultursponsoring aus unserem Projekt, würden diese Probleme nicht mehr existenzbedrohend für die betroffenen Organisationen. Aktuell22.11.04: Peter Hasler, Direktor des Schweiz.
Arbeitgeberverbandes fordert drastische Änderungen im Sozialwesen. 25.11.04: 75 Jahre Landwirtschaftsschule Strickhof, Kt. Zürich: Der
Tages-Anzeiger berichtet am 25.11.04: ""Kampf dem Alkoholismus auf den
Bauernhöfen", so lautete vor 75 Jahren die erste Aufgabe der
Strickhof-Fachleute. Heute ist ihr Pflichtenheft viel grösser - doch jetzt
heisst es sparen." Die Zürcher Regierung zwingt sie in ihrem Sparprogramm
6 von 14 Vollzeitstellen abzubauen. Das führt dazu, dass die
betriebswirtschaftlichen Beratungen für einzelne Landwirte wegfallen müssen.
Diese bietet künftig der Zürcher Bauernverband an. "Der Wissenstransfer
zwischen Theorie und Praxis wird schwieriger werden. 25.11.04: Die Stadt Zürich will eine 10'000 Quadratmeter grosse Skateranlage für 4,5 Mio. Franken bauen. Das Sporttoto wird davon 500'000 Fr. übernehmen. Dies wäre eine typische Investition, die vom Projekt gefördert werden könnte. 25.11.04: Winterthur muss sparen. Auch der Sport muss sparen helfen. statt 3,5 Mio. stehen nur noch 2,5 Mio. Franken zur Verfügung. Das trifft auch die Sportvereine massiv. Unser Projekt würde hier einspringen. 20.12.04: Die CS veröffentliche die Resultate des diesjährigen "Sorgenbarometers". An der Spitze stehen: Langfristige Sicherstellung von AHV/IV; wirtschaftliches Wachstum; Bekämpfung von Kriminalität; Eindämmung der Ausgaben im Gesundheitswesen; usw. Alle diese Sorgen könnten bei einer Realisierung unseres Projektes gemildert werden. 20.01.05: Die Hochschule Wädenswil (HSW) hat ihr neues Getränketechnologiezentrum eröffnet. Auf neuen Maschinen produziert sie Apfelsaft auf neue Art. Der Boskoop-Saft ist wolkig trüb. (Meldung des Tages-Anzeigers vom 20.1.05) Solche Neuentwicklungen und deren Vermarktung könnten vom Projekt gefördert werden. 15.02.2005: SF DRS1, Kassensturz: Die Weinpreise im GastgewerbeDer Kassensturz scheint eine Serie von Getränke-Beiträgen zu bringen. Nach einem einspruchverdächtigen "Werbespot" für Absinth unter dem Titel "Was ist drin?" kam ein Beitrag über die weiterhin horrend gezuckerten Süssgetränke und nun über die Preiskalkulation der Wirte beim Wein. Es zeigte sich, dass im Gastgewerbe die Mahlzeiten mit den Weinpreisen quersubventioniert werden. Bis zum Faktor 4 oder mit ähnlichen Aufschlägen wird der Wein verteuert. Eine nicht repräsentative Telefonumfrage ergab, dass das Publikum gar nicht einverstanden ist mit dieser Regelung. Gastro-Zürich-Chef Bachmann verteidigte diese Kalkulation u.a. mit dem erstaunlichen Hinweis, es sei nicht ihre Aufgabe, mit tiefen Weinpreisen den Alkoholismus zu fördern. Das bedeutet, er kennt die Funktion des Preises beim Alkoholkonsum. In unserer Projekt-Idee gehen wir von der Annahme aus, die Hälfte der alkoholbedingten Sozialkosten könnten mit einer Steuer u.a. auf Wein von ca Fr. 5.-- je Liter nach dem Verursacherprinzip gedeckt werden. Bei der nun aufgezeigten Kalkulation des Gastgewerbes muss man sich direkt fragen, ob dieser Aufschlag überhaupt ins Gewicht fällt und geeignet ist, eine Konsumreduktion zu erzielen. Das Gastgewerbe hätte es in der Hand, mit der Unterstützung unseres Projektes die mit der erzwungenen Liberalisierung selbstverschuldete Strukturkrise zu überwinden. So könnten alle schwachen Betriebe ohne Zukunftschancen möglichst schnell geschlossen, die Lieferanten vor Verlusten bewahrt und das Personal sozial abgesichert werden, ohne die Allgemeinheit zu belasten. Neueröffnungen müssten ausgeschlossen sein, damit nicht das abgedeckte Risiko zu einem weiteren Anwachsen der Betriebszahlen führt. Hat der Gastro-Zürich-Chef Ernst Bachmann den Mut, diese unkonventionelle Lösung anzugehen, mit verwandten Verbänden zu besprechen und die Bedürfnisse genau abzuklären? 23.02.2005: "Der
Landbote" brachte am 16.2.05 einen Artikel "Die Rebbauern sehen
schwarz". Darin wird schwer gejammert in Bezug auf das neue
Gesundheitsgesetz im Kanton Zürich mit einem Werbeverbot für Alkohol und
Tabak. Der Präsident des Zürcher Weinbauernverbandes hofft, dass für den Wein
eine Ausnahme gemacht werde. Er befürchtet, dass in einem 2. Schritt alles, was
den Wein betrifft, verboten werde. 26.03.2005: Gemäss
"10 vor 10" von SF DRS1 verkauften
Winzer im Gebiet des Bordeaux ihr Gut oder seien bereits pleite, weil die
weltweite Überproduktion die Preise drückte. Sogar der Präsident des
Winzerverbandes wurde wegen betrügerischer Warendeklaration verurteilt. Er
findet diese Auswegmöglichkeit nicht verwerflich. Ein paar Tage später wurde
von Sprengstoffanschlägen in der Region berichtet. Wie der Tages-Anzeiger vom 22.3.05 berichtet, betragen die
Gesundheitskosten 50 Mia. Franken pro Jahr. 2/3 davon würden von den
Privathaushalten bezahlt. In ganzseitigen Inseraten in der
Schweizer Presse wurde der Bundesrat gebeten, eine CO2-Abgabe
einzuführen. Die Wirkung einer Alkoholsteuer (5.4.05) Gemäss Forschung, z.B. Babor et al.: Alcohol - no ordinary commodity, 2003, wirken Alkoholsteuern vor allem auf die starken Konsumenten, die Jugendlichen und die ärmeren Bevölkerungsschichten. Ist dies erwünscht, vertretbar oder ungerecht? - Die starken Konsumenten sind jene, die dringend einer Konsumreduktion bedürfen, weil sie auf dem Weg zu schweren gesundheitlichen Schäden, sogar tödlichen, sind. Sie belasten über kurz oder lang die Gesundheitskosten, die Wirtschaft in finanzieller und die Gesellschaft und ihre Familien in psychischer Hinsicht. Eine Steuer, die ihren Konsum bremst, ist dringend nötig. - Die Jugendlichen schaden durch ihren Konsum sich selber und die Gesellschaft. Sie laufen ein hohes Risiko, abhängig zu werden, ihre persönliche und berufliche Entwicklung zu behindern. Die Gesellschaft hat ein starkes Interesse, die Jugend von diesem Weg abzubringen. Allerdings sollte sie zu diesem Zwecke, um in der Prävention glaubwürdig zu wirken, auch die Umwelt (Werbung, Trinksitten) bereinigen. - Die ärmeren Schichten verbrauchen auch bei bescheidenem Konsum einen hohen Anteil ihrer finanziellen Mittel für alkoholische Getränke. Sie laufen dadurch Gefahr, zu Sozialfällen zu werden. Auch haben sie dadurch weniger Geld für ihre Familie zur Verfügung. Ein korrigierendes Eingreifen der Gesellschaft mag als Bevormundung angesehen werden, im Hinblick auf die betroffenen Familien und auf die Sozialkosten ist es unseres Erachtens angebracht. (10.04.05) Uns scheint, dass wir uns nun genug bemüht haben, die Vorteile dieses Konzeptes bekannt zu machen. Es ist jetzt an den Kreisen, die daran interessiert sein müssten, die Chance zu ergreifen und aktiv zu werden. Auch potentielle Geldgeber für die Machbarkeitsstudie sollten sich nun entscheiden, ob sie mit einem kleinen finanziellen Risiko diese unerhörte Möglichkeit, unser Land positiv zu verändern, wahrnehmen oder ob sie den Ruhm und die Genugtuung andern überlassen wollen.
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(Keine Regel ohne Ausnahme:)
| 30.06.2006 | Das Health and Social Campaigners’ Network international (HSCNetwork international) hat mit Newsletter Nr. 30 unsere Projekt-Idee veröffentlicht. |
The global virtual network for
health advocates c/o PatientView Upper Woodhouse Knighton |
| 18.01.2008 |
Forschung, 15.01.2008 (Quelle: Tages-Anzeiger, 15.1.08) PNAS, 14.1.08 |
Forscher fanden im Gehirn von Versuchspersonen, dass der Preis eines Produkts
unsere Wahrnehmung beeinflusst. Wein wurde als besser empfunden, je höher der
Preis war. Marketing actions can modulate neural representations of experienced pleasantness. Kommentar: Das wäre doch ein Grund, rasch allgemeine Alkoholsteuern einzuführen. |
Letzte Bearbeitung: 23.12.2008
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InhaltsverzeichnisEntwicklungen der schweizerischen Alkoholpolitik der letzten Jahre anhand von Leserbriefen Ihre Meinung interressiert uns Links zu Fachleuten und Institutionen Die Lobby-Arbeit der globalen Alkoholindustrie Dossiers: Suchtmittelwerbung; Alcopops; Absinth; WTO - GATS; Alkoholkonsum Jugendlicher; Alkohol und Verkehr / Drink Driving; Wein (Alkohol) sei (mässig genossen) gesund; Sport und Alkohol; Strukturelle Prävention; NPA (Nationales Programm Alkohol); botellón Projekt-Idee
Project in English
Herausgeber/Editor:Hermann T. Meyer, Projekte und Dienstleistungen, Lindenstr. 32, CH-8307
Effretikon, Switzerland, Copyright © 2001-2008: Hermann T. Meyer. Alle Rechte vorbehalten. Unsere eigenen Texte dürfen gerne unter Quellenangabe übernommen und weiterverbreitet werden. Fremde Texte entsprechen nicht unbedingt unserer eigenen Auffassung. All rights reserved. Our own texts may be copied and distributed with stating the source. Texts from other sources do not necessarily represent our views. Stand: 23.12.2008
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