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Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Archiv für die Kategorie 'Alkoholsteuern'

Warum ist Alkohol gesellschaftsfähig und das Rauchen nicht?

Samstag 10. April 2010 von htm

Unser Online-Kommentar auf gutefrage.net, am 10.4.10
Dafür gibt es mehrere Gründe. Z.B. rauchen nur noch etwa 25-30%. Alkoholkonsumenten sind um die 75%. Dann ist die Alkoholindustrie in den industrialisierten Ländern meistens stark vertreten und mit ihrer Werbung und dem Sponsoring hat sie viele Menschen und Institutionen an sich gebunden (Werbung, Medien, Politiker, Regierungen. Viele Menschen sind selber an ein Trinkverhalten gewöhnt, das ihnen unbewusst nicht erlaubt, dagegen vorzugehen. Die wahrscheinlich mässig konsumierende Mehrheit denkt, sie habe ja kein Alkoholproblem, also geht es sie nichts an. Sie wollen auch keine kleinen Opfer bringen, z.B. höhere Alkoholsteuern, weil sie ihre Mitverantwortung leider nicht sehen. Der neue Begriff des „Passivtrinkers“ will gerade dies thematisieren. Jeder, ob Konsument oder nicht, leidet passiv an den Folgen des Alkoholkonsums der Gesellschaft. Durch verminderte Lebensqualität (Gewalt, sexuelle Gewalt, Armut, Unfälle, ungewollte Schwangerschaften, Kinder in alkoholbelasteten Familien (Deutschland hat mehr als 1 Million), überbelastetes Gesundheitswesen) Dazu kommen die immensen Sozialkosten, die wir alle ungefragt ein Leben lang bezahlen. Würde der Gesamtkonsum und damit die Schäden gesenkt, hätten gerade die Nicht- oder Mässigkonsumenten den grössten Nutzen bei kleinstem Einsatz. Ein weiterer Grund ist der, dass die Bevölkerung schlecht informiert wird. Die Medien und die meisten Regierungen sind so stark an die Alkoholindustrie gebunden, dass sie ihr Volk nicht genügend informieren und dieses deshalb auf die Regierungen keinen Druck ausübt, dass die Verhältnisse geändert werden. Was auch heisst, die Gesellschaftsfähigkeit des Alkohols zu mindern. Dann würde automatisch auch der grassierende Jugendalkoholismus zurückgehen. Denn die Jugend spiegelt bekanntlich die Gesellschaft. Der Tabakkonsum und sein Prestige ging zurück, nachdem seine Gefährlichkeit für die Gesundheit bewiesen wurde und den Produzenten gerichtlich nachgewiesen wurde, dass sie trotz besseres Wissen, den giftigen Stoff weiter als harmlos vermarkteten. Die Alkoholindustrie hat dies erfasst und gibt laufend neue Studien heraus, wie harmlos ja sogar gesundheitsfördernd alkoholische Getränke seien. In Deutschland betreibt sie seit gestern eine pervertierte Art von Social Marketing, indem sie bei Schwangeren Prävention betreiben und damit für ihren Namen werben und hoffen, damit bei den andern Konsumenten mehr zu verkaufen. Diese Thematik wird seit Jahren auf https://www.alkoholpolitik.ch kritisch und unabhängig abgehandelt.

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Ist Prävention unter Kosten-Nutzen-Gesichtspunkten sinnvoll?

Montag 5. April 2010 von htm

Ökonomische Evaluation von Präventionsmassnahmen in der Schweiz
Im Bereich der Prävention liegen international und national verschiedenste Publikationen vor. Sie zeigen auf, dass ausgewählte Präventionsmassnahmen sehr gut wirken. Nur wenige Untersuchungen beschäftigen sich aber mit der Frage, ob diese Massnahmen auch unter Kosten-Nutzen-Gesichtspunkten sinnvoll sind. Lohnen sich die Investitionen für Prävention unter Berücksichtigung des Kosten-Nutzen-Verhältnisses? Um diese Fragen zu klären, hat das BAG – unterstützt von einer national und international zusammengesetzten Expertengruppe – das Winterthurer Institut für Gesundheitsökonomie und das Institut für Wirtschaftsforschung der Universität Neuenburg beauftragt, drei Pionierstudien in den Bereichen Alkohol- und Tabakprävention sowie Prävention von Verkehrsunfällen durchzuführen.
Hauptergebnis der Studien ist eine positive Rendite auf jeden für die Prävention von Verkehrsunfällen, Tabakkonsum und Alkoholmissbrauch eingesetzten Franken. Der geschätzte Return on Investment beträgt das 9,4-fache bei der Prävention von Verkehrsunfällen, das 23-fache bei der Alkoholprävention und 41-fache bei der Tabakprävention. (Quelle: Infoset Newsletter April 2010) BAG, 16.3.10 Kommentar: Ob die weiter vorgesehenen Untersuchungen nicht nur einer Verzögerungstaktik dienen?

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Leserbrief zu „exzessives Trinken“

Donnerstag 1. April 2010 von htm

15.3.2010

Redaktion der
Neuen Zürcher Zeitung
Briefe an die NZZS
8021 Zürich
Per e-mail redaktion@nzz.ch

Leserbrief zu „Die kontrollierte Kindheit“ und „Auch Ältere trinken exzessiv“ vom 15.3.2010

Allan Guggenbühl plädiert dafür, dass sich Jugendliche mit der wirklichen Welt auseinandersetzen können, damit sie so lernen, mit den Tücken des Lebens umzugehen.

Als Beispiel einer Fehlentwicklung führt er die Einführung eines Mindestalters von 16 Jahren für Alkoholverkäufe an Jugendliche an. Dies habe zu heimlichen Saufgelagen mit Wodka geführt. Die Auseinandersetzung mit der wirklichen Welt könne z.B. bei einem Gratis-Glas Wein in den Tempeln der Trunksucht stattfinden, wie der Vater einer kinderreichen Familie vorschlage.

Diese Diagnose greift eindeutig zu kurz. Man kann Massnahmen der Verhältnisprävention, wie Mindestalter, Verkaufsverbote in Stadien oder Konsumverbote auf gewissen Plätzen und Strassen, wie sie im Ausland erlassen werden, als Symptombekämpfung taxieren, aber solange die Politiker nicht gewillt sind, die Verantwortung der Gesellschaft zu akzeptieren und entsprechende Massnahmen zu beschliessen, ist die bisherige Symptombekämpfung besser als nichts. Allerdings ist auch zu bemerken, dass die Seuche des jugendlichen Wodkatrinkens eine Folge kurzsichtiger Politik ist: Als es darum ging, die katastrophale Alcopopwelle zu brechen, wurde nur eine Sondersteuer beschlossen, ohne an flankierende Massnahmen zu denken. Diese hätten eben auch die Erwachsenengesellschaft getroffen. Und dies geht der bürgerlichen Parlamentsmehrheit zu weit. So bleibt es bei Alibiübungen gegen die jugendlichen Konsumenten, die sich nicht wehren können. Dass auch erwachsene Männer zum exzessiven Trinken neigen, belegt die heute publizierte Studie aus dem Berner Inselspital.

Dass das kontrollierte Trinken im Elternhaus oder im Restaurant präventive Wirkung haben könnte, ist zweifelhaft. Gemäss einer kürzlichen Studie konsumieren Jugendliche, die zu Hause zum Alkoholkonsum geführt wurden, ausserhalb der Familie ebenso. Die abschreckende Wirkung in der Beiz wird wahrscheinlich nüchtern eher besser erlebt. Auch ist fraglich, ob wirklich eine Abschreckung stattfindet oder nicht einfach die alkoholfreudige Gesellschaft ihre prägende Wirkung entfaltet, die auch Prävention bei der Jugend unglaubwürdig und damit unwirksam macht. Auch ist bekannt, dass früher jugendlicher Alkoholkonsum in späteren Jahren zu mehr Suchtproblemen führen.

Wer unsere Alkoholprobleme nachhaltig reduzieren will, kommt nicht darum herum, für eine Politik der evidenzbasierten Verhältnisprävention und für eine Verhaltensprävention einzustehen, welche Akzeptanz in der Bevölkerung für die verhaltensändernde Verhältnisprävention schafft. Vor allem zwei bürgerliche Parteien sollten sich dazu durchringen. Sie haben die jährlichen Milliardenschäden, das Leid und die verminderte Lebensqualität seit Jahrzehnten zu verantworten, die wir alle als Passivtrinker (wie die WHO sagt) zu zahlen und zu erdulden haben. Wie können diese Politiker noch in den Spiegel schauen? Übrigens: Auch Psychologen sollten sich auf diesem Spezialgebiet weiterbilden, z.B. bei www.alkoholpolitik.ch.

Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer
(nicht veröffentlicht)

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Neues zur russischen „Alkoholpolitik“

Dienstag 30. März 2010 von htm

Russlands Kampf gegen den Alkohol ähnelte von Anfang an mehr einer Konfrontation zwischen zwei Lobbygruppen. Dabei versuchen die zwei verfeindeten Lager aus Bierbrauern und Wodkaherstellern, die Behörden gegen den jeweils anderen aufzuhetzen. Der Staat stellte sich volens nolens auf die Seite der Spirituosenproduzenten. Seit dem 1. Januar hat sich die Biersteuer von drei auf neun Rubel verdreifacht, bei Spirituosen stieg sie um rund zehn Prozent. Die Bierbrauer bereiten sich anscheinend auf einen Gegenschlag vor. (Quelle: Google Alkohol Alert, 29.3.10) rian.ru, 29.3.10

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Leserbrief zu Werbeverboten für Alkoholika

Mittwoch 24. März 2010 von htm

24.03.2010

Redaktion der
Neuen Zürcher Zeitung
Briefe an die NZZ
8021 Zürich
Per e-mail redaktion@nzz.ch

Leserbrief zu „Trinkverhalten von Jugendlichen“ am 24.3.10

Der Kampf um das neue Präventionsgesetz sei in vollem Gange, wird einleitend geschrieben. Und die NZZ mischt kräftig mit, indem sie die Artikel wohl dosiert und einseitig manipuliert. Gestern durfte der neue zuständige Bundesrat, allgemein gehalten, ziemlich nichtssagend, für eine zeitgemässe Prävention werben, heute wird im Untertitel zu „Trinkverhalten von Jugendlichen“ behauptet, Werbeverbote hätten keine präventive Wirkung. Und dies obwohl am Ende des Artikels erwähnt wird, die Fachleute seien, gestützt auf eine grosse Meta-Anlalyse, gegenteiliger Ansicht.

Wahrscheinlich ist der Grund für die Besorgnis des Schweizerischen Gewerbeverbandes weniger das Präventionsgesetz, sondern die im Mai zu erwartende WHO-Resolution für eine globale Alkoholstrategie. Das Präventionsgesetz kann von der bürgerlichen Parlamentsmehrheit ja immer noch zum zahnlosen Alibipapier reduziert werden. Die WHO-Resolution hingegen, mit ihrem grossen wissenschaftlichen Fundament und ihren weltweit diskutierten Massnahme-Vorschlägen, ist nicht so schnell totzukriegen. Auch wenn sie bei uns stillschweigend beerdigt würde, anderswo wird sie weiterleben und uns auf Umwegen wieder erreichen.

Dass das Alkoholgewerbe noch immer Stellen gefunden hat, die ihm die erwünschten Studien-Resultate geliefert hat, ist kein Geheimnis. Notfalls wurden die Ergebnisse einfach zu eigenen Zwecken uminterpretiert, wie es bei der geschilderten Untersuchung den Anschein hat. Jedenfalls sind im letzten Jahrzehnt genügend namhafte, unabhängige Studien herausgekommen, die beweisen, dass Werbung wirkt. Wer seinen gesunden Menschenverstand nicht ausschaltet und nicht von wirtschaftlichen Eigeninteressen blockiert ist, weiss das seit jeher – schon zu Zeiten der beiden vom Volk auf Druck der Wirtschaft (mit dem üblichen Arbeitsplatzargument) im letzten Jahrhundert abgelehnten Volksinitiativen über Werbeeinschränkungen (Guttempler-Initiative, Zwillings-Initiativen). Hätten wir damals zugestimmt, wäre uns der heutige Jugendalkoholismus möglicherweise erspart geblieben.

Die Behauptung, der Entwurf des Präventionsgesetzes beruhe nicht auf wissenschaftlichen Tatsachen, ist eine glatte Frechheit, wenn man weiss, wie die Alkoholindustrie mit der Wahrheit umgeht und die Völker manipuliert. Alkoholprävention muss nicht, wie behauptet, teuer sein. Man kann ja nach dem Verursacherprinzip die Konsumenten dafür bezahlen lassen. Der Gewinn wäre für alle viel höher als die Kosten.

Wirksame Prävention muss flächendeckend sein und nicht nur einzelne Konsumgruppen erfassen, die sich politisch nicht wehren können. Das Alkoholproblem ist ein sozial-medizinisches Problem. Die ganze Gesellschaft krankt daran, und ihr Vorbild prägt die Jugend. Niemand wird durch Verhältnisprävention bestraft, denn alle ziehen grossen Nutzen daraus. Gerade die mässig Konsumierenden wären mit den Abstinenten die grössten Gewinner, weil sie verhältnismässig wenig Alkoholsteuern zahlen würden, aber von den verminderten Schäden, d.h. von einer verbesserten Lebensqualität und reduzierten Sozialkosten voll profitieren würden. Die WHO nennt uns “Passivtrinker“, weil wir alle unter dem Alkoholkonsum aller ungewollt leiden. Wir hätten es in der Hand, die Politik unter Druck zu setzen, dem ein Ende zu machen. Auf www.alkoholpolitik.ch existiert seit Jahren ein Modell, wie das praktisch und ohne grosse Lateralschäden geschehen könnte. Sogar die Werbung und damit die Medien würden profitieren, obwohl sie dies mit ihrem bisherigen unmoralischen Wirken nicht verdient hätten.

Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer
(siehe auch portal.gmx.net/de/themen/schweiz) (nicht erschienen)

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Die Alkoholstrategie der WHO ist sinnvoll und wirksam

Sonntag 21. März 2010 von htm

Immer öfter machen übermässiger Alkoholkonsum und seine Folgen Schlagzeilen. Kaum schlägt die Weltgesundheitsorganisation WHO wirksame Schritte zur Verminderung dieses grossen volksgesundheitlichen Problems vor, warnen Politiker in den schrillsten Tönen davor – zu unrecht, betont die Präventions- und Nachsorge-Organisation IOGT Schweiz.
Wochenende für Wochenende werden schweizweit Dutzende Jugendlicher mit hochgradigen Alkoholvergiftungen in die Notfallstationen der Spitäler eingeliefert. Organisierte Massenbesäufnisse sorgen für Beunruhigung unter Eltern und Präventionsfachleuten. Das Berner Insel-Spital meldet, dass sich immer öfter auch über 25-Jährige bis zur Besinnungslosigkeit besaufen. Alkoholbedingte Unfälle und Gewalttaten sorgen für Schlagzeilen…
…und endlich werden konkrete Gegenmassnahmen vorgeschlagen. Der Entwurf für eine wirksame Alkoholstrategie, die die WHO im Mai verabschieden wird, enthält griffige Massnahmen, die genau dort ansetzen, wo – wissenschaftlich erwiesen – die beste Wirkung erreicht wird: Die Erhältlichkeit soll erschwert, Preis und Besteuerung erhöht und Werbung eingeschränkt werden. All diese Massnahmen sind für Tabak in vielen Ländern schon umgesetzt und haben zu einem Konsumrückgang geführt. .. (Quelle: Google Alkohol Alert, 20.3.10) presseportal.ch/de, 19.3.10

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Ein Alkohollobbyist zur WHO-Resolution/Alkohol-Strategie

Samstag 13. März 2010 von htm

Jetzt kommt der »Passivtrinkerschutz« … diesmal nicht zulasten der Genußraucher sondern der Genußtrinker.
Fallen wir wieder darauf rein? Oder haben wir aus dem »Nichtraucherschutz«-Debakel gelernt? (Quelle: Google Alkohol Alert, 13.3.10) sackstark.de, 13.3.10 Unser Online Kommentar: Vielen Dank für Ihre fleissige Übersetzerleistung. Sie haben leider immer noch ein Brett vor dem Kopf, sonst würden Sie auch erkennen, dass das Alkoholproblem ein sozial-medizinisches Problem ist und deshalb das schwerwiegendste Drogenproblem. Es gibt kaum ein Problemfeld in unserer Gesellschaft, in dem der Alkohol keine negative Rolle spielt. Sie haben richtig bemerkt, dass die Quantifizierung nicht immer leicht ist, deshalb auch die unbestimmten Formulierungen. Ihr Zitat von Kurt Tucholsky finde ich sehr passend. Es nimmt Partei für jene wachen Erdenbürger, die sich endlich gegen das Diktat der Alkoholindustrie auflehnen, einer Industrie, welche die Gesellschaft in Geiselhaft genommen und deren Glieder zu Passivtrinkern degradiert hat. D.h. sie zahlen die Sozialkosten und leiden unter der verminderten Lebensqualität.

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D: Alkoholhaltige Getränke werden immer billiger

Donnerstag 11. März 2010 von htm

In Relation zu den Lebenshaltungskosten werden alkoholhaltige Getränke immer billiger. So sind seit dem Jahr 2005 die Preise für alkoholische Getränke im Mittel um 5,8 % gestiegen, die Lebenshaltungskosten um 6,6 %. Die schon seit Jahrzehnten in Deutschland zu beobachtende Tendenz relativ sinkender Preise für Alkohol setzt sich also fort.
Dabei ist Alkoholkonsum nach Tabakkonsum und Bluthochdruck der drittgrößte Risikofaktor für Gesundheit und Leben der Bevölkerung. Eine nun im Auftrag der EU erstellte Studie unterstreicht, „dass Preis und Erschwinglichkeit von Alkohol das Ausmaß von schädlichem und gesundheitsgefährlichem Alkoholkonsum beeinflussen.“ Selbstverständlich weist die umfangreich angelegte Untersuchung darauf hin, dass eine gesundheitspolitische Strategie gegen Alkoholmissbrauch sich nicht allein auf Preispolitik beschränken kann.
Die Dichte der Verkaufsstellen und ihre Öffnungszeiten, ein konsequenter Jugendschutz, Maßnahmen gegen Alkohol im Straßenverkehr und anderes mehr, all dies, so betont die Untersuchung, sei im Rahmen eines effektiven „Policy Mix“ zu beachten. (Quelle: DHS-Newsletter) http://www.forum-gesundheitspolitik.de/artikel/artikel.pl?artikel=1614

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Verhaltens- oder Verhältnisprävention?

Freitag 5. März 2010 von htm

Evidenzbasierte Suchtprävention: In der aktuellen Ausgabe (1/2010) des SuchtMagazin finden Sie Artikel zu folgenden Themen: Das Paradigma der Evidenzbasierung | Alkoholprävention im Spannungsfeld | Prävention durch starke Beziehungen | PFADE | Communities that Care CtC | Hart am LimiT HaLT | 0,5 Promille im Strassenverkehr | Artikel ausserhalb des Schwerpunktes: Wirkung von Alkohol- und Tabakwerbung | Der Artikel (pdf, 5S., 250Kb) „Alkoholprävention im Spannungsfeld“ von Irene Abderhalden ist online erhältlich. (Quelle: Infoset Newsletter März 2010) Kommentar: Im Artikel von Irene Abderhalden wird die Problematik der beiden Präventionsansätze diskutiert. Unsere immer vertretene Ansicht wird bestätigt: Es braucht Verhaltensprävention, um die Akzeptanz der Bevölkerung für Massnahmen der Verhältnisprävention zu erreichen. Die anfangs der 90er-Jahre erfolgte Umstellung mit Schwergewicht auf Verhaltensprävention und Gesundheitsförderung hat sich beim Alkoholproblem als schwerer Fehler erwiesen. Ich wurde für diese Prognose damals ausgelacht. Dabei hätte gesunder Menschenverstand genügt, die Konsequenzen vorauszusehen. Der zu erwartende geringere Widerstand in der Politik war wohl die Triebfeder der Neuorientierung.

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Schweiz: Konsum von Spirituosen ist stabil geblieben

Dienstag 2. März 2010 von htm

Die Eidg. Alkoholverwaltung meldet. Spirituosen und Ethanol: Kennzahlen 2009
Die Steuereinnahmen wie auch der Pro-Kopf-Konsum von Spirituosen sind stabil geblieben. Der Marktanteil der im Inland hergestellten Spirituosen erreichte mit 13 Prozent den tiefsten Wert seit Beginn der statistischen Erfassung. Die widrigen gesamtwirtschaftlichen Umstände waren auch beim Absatz von Ethanol spürbar. Im letzten Quartal 2009 ist in diesem Bereich jedoch ein deutlicher Aufschwung zu verzeichnen. Der Pro-Kopf-Konsum von Spirituosen bewegt sich seit 18 Jahren zwischen 1,5 und 1,7 Liter reinem Alkohol. Seit 2006 liegt er unverändert bei 1,6 Liter reinem Alkohol. Pressemitteilung der EAV, 28.2.10 Kommentar: Die letzte Erhöhung des Pro-Kopf-Konsums erfolgte im Jahr 2000, nachdem die Steuern gesenkt worden waren. Von 1.4 auf 1.6 Liter, d.h. gut 14%. (Ausnahme: 2005 1.5 Liter. Rückgang bei den Alcopops nach Einführung der Sondersteuer per 1.2.04, nachher Konsumverlagerung)

Kategorie: Alcopops (de), Alkoholindustrie, Alkoholsteuern, Allgemein, Jugend, Politik, Schweiz, Statistik, Verhältnis-Präv., Veröffentlichungen | Keine Kommentare »

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