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Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Archiv für die Kategorie 'Schweiz'

Blutige Abrechnung in Zollikerberg beim „Feiern“

Montag 27. Juli 2009 von htm

Blutige Abrechnung wegen einer umgekippten Flasche. In Zollikerberg mündete ein Streit unter Jugendlichen in eine brutale Messerstecherei. Drei Opfer liegen mit schweren Stichverletzungen im Spital. Vier Stadtzürcher sind in Haft. (Quelle: Tages-Anzeiger, 27.7.09) Kommentar: Das Wort „Feier“ hatte einmal eine positive Bedeutung. Alkohol verändert vieles.

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Etwas geringerer Gesamtkonsum in der Schweiz

Montag 27. Juli 2009 von htm

Verglichen mit dem Vorjahr sank der Konsum pro Kopf um einen Deziliter auf 8,7 Liter reinen Alkohols. Das ist laut der Alkoholverwaltung vor allem der Zurückhaltung beim Wein zuzuschreiben, wo der Rückgang eine Flasche pro Kopf ausmachte. Der Bierkonsum hat zugenommen, bei den Spirituosen blieb der Konsum konstant. ((Quelle: Google Alkohol Alert, 25.7.09) Schweizer Fernsehen, 24.7.09 (mit unserem Online-Kommentar)

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Polizist betrunken im Porsche: Unfall

Samstag 25. Juli 2009 von htm

Ein Zürcher Stadtpolizist, der mit 1,5 Promille Alkohol im Blut einen Verkehrsunfall verursacht hat, muss eine Geldstrafe von 7000 Franken sowie Verfahrens- und Anwaltskosten bezahlen. Erst wurde er intern versetzt, dann wurde ihm per Ende Juli gekündigt. Er war wegen des gleichen Delikts vorbestraft. (Quelle: Tages-Anzeiger, 22.7.09)

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Sonnig, toller Sound und viel Alkohol zum Abschluss

Montag 20. Juli 2009 von htm

So titelt die Basler Zeitung zum Gurtenfestival. Bei Wolken und Sonne feiern zahlreiche Besucher ausgelassen die letzten Stunden auf dem Hausberg mit tollem Sound von Seven, Travis und Patent Ochsner. Am Gurtenfestival ist es zu keinen nennenswerten Zwischenfällen gekommen. Die Veranstalter sprechen von Bagatellfällen. Im Text heisst es dann, der Arzt meldete rund 1000 Verletzte, das sei weniger als die letzten Jahre. (Quelle: Basler Zeitung online, 19.7.09) Kommentar: Braucht ein Festival „viel Alkohol“? Ist die Musik nur unter Einfluss von viel Alkohol zu geniessen? Sind 1000 Verletzte wirklich eine „Bagatelle“? Zeigt dieses „viel Alkohol“ nicht ein schlechtes Beispiel für die Jugend?

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Opernsängerin Kasarova: Kein Alkohol…

Donnerstag 16. Juli 2009 von htm

Starsängerin Kasarova: «Kein Alkohol, viel Schlaf, wenig reden».
Vesselina Kasarova eröffnet das Menuhin-Festival in Gstaad. Im Interview spricht die grosse Mezzospranistin über die Gefahren beim Singen, ihren Sohn und erotische Bühnenpartner. (Quelle: Google Alkohol News, 16.7.09) Basler Zeitung, 15.7.09

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Die gewalttätigen Zürcher Schüler in München

Mittwoch 15. Juli 2009 von htm

Leserbrief zu „Die drei Gewalttäter von München sind alle vorbestraft“, vom 4./5.7.09 in der Neuen Zürcher Zeitung

Nun geben wieder viele gelehrte Fachleute ihre Kommentare zu den schweren Vorfällen in München ab. Es wird eine Verschärfung des Jugendstrafrechts verlangt und im Kommentar vermehrte Verantwortung von Elternhaus, Familie, Freundes- und Kollegenkreis gefordert. Dabei haben die drei doch nur die hochgelobten liberalen Grundsätze von persönlicher Freiheit ausgelebt. Dass diese dort aufhört, wo andere geschädigt werden, ist offenbar nicht so deutlich bis zu ihnen durchgekommen.
Aber jetzt kann sich die Gesellschaft wieder einmal so richtig entrüsten und merkt nicht, dass sie es ist, die eine wesentliche Voraussetzung geschaffen hat, damit solche Taten überhaupt denkbar sind: Sie hat es der Alkoholindustrie ermöglicht, sich derart auszubreiten, dass es heute normal ist, sich zu betrinken, dass Binge Drinking bei Jugendlichen hingenommen wird, da es ja bei den Erwachsenen nicht anders zu- und hergeht, dass laufend mehr Kinder und Jugendliche mit Alkoholvergiftung hospitalisiert werden müssen, dass unsere Gesellschaft durch die überall präsente Alkoholwerbung, verstärkt durch das „Lifestyle“-Gelabber der Medien im ständigen alkoholisierten Zustand dahinseucht. Und dann wundert man sich, wenn Jugendliche, denen es an andern Kicks fehlt, mit Alkohol die Hemmschwelle überwinden und zur tödlichen Gefahr für die Allgemeinheit werden.
Selbst die Fachleute erkennen und geben es heute zu, dass Alkohol bei Jugendgewalt ein wesentlicher Faktor ist. Noch vor ein, zwei Jahren steckten sie den Kopf in den Sand und die Behörden schwiegen das Problem tot.
Neben der Verschärfung des Strafrechts wäre nun wirklich Prävention angesagt: Der Alkohol-Gesamtkonsum muss dringend gesenkt werden, damit Alkohol an Stellenwert verliert und Prävention bei Jugendlichen eine Chance bekommt, die heute völlig unglaubwürdig und deshalb nutzlos ist. Die Nationalräte hätten es in der Hand, in der Herbstsession bei der Behandlung der Alkoholreklame am Fernsehen ein Zeichen zu setzen. Dann wäre noch das neue Alkoholgesetz in der Vernehmlassung und das Nationale Programm Alkohol, das dringend verbessert werden sollte.
Ausserdem wäre die sportliche und musische Erziehung der Kinder vermehrt zu fördern, damit auch wirtschaftlich schlechter gestellte Eltern die Möglichkeiten ausnützen können. Dazu gehörte auch eine stärkere Unterstützung der ganzheitlich arbeitenden Jugendorganisationen, damit diese gleich lange Spiesse in der Spassgesellschaft erhalten und von den Jugendlichen interessiert wahrgenommen werden.
Wann und wie Schullager organisiert werden, sollte wohl jetzt allen klar sein.

Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer

(bis 15.7.09 nicht veröffentlicht)

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Zürcher Stadtpolizei macht Prävention im Internet

Mittwoch 15. Juli 2009 von htm

Die Stadtpolizei Zürich verlagert ihre Präventionskampagnen ins Internet: So erreiche man das Zielpublikum besser als mit Plakaten und Broschüren. Im Herbst geht’s los, vorerst für drei Jahre. Der Versuch koste Fr. 720’000. (Quelle: NZZ, 15.7.09) Kommentar: Die beste Prävention wäre wahrscheinlich, wenn die Stadtpolizei die Bundespolitiker überzeugen könnte, eine wirkliche Alkoholpolitik zu betreiben. Das wäre sogar ziemlich sicher billiger.

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Politiker kämpfen für Tankstellenshops

Mittwoch 15. Juli 2009 von htm

Online-Kommentar zu „Der Staat als bevormundende Einkaufshilfe“ in der NZZ vom 15.7.09.
Kurzsichtige Politiker
Wenn es in der Schweiz eine gut informierte Oeffentlichkeit und eine nachhaltige Alkoholpolitik geben würde, wäre es vielleicht auch für wirtschaftsgläubige bürgerliche Politiker einsichtig, dass seit dem Aufkommen der Tankstellenshops diese die Anzahl alkoholführender Läden stark ansteigen liessen. Weil die Erreichbarkeit oder Erhältlichkeit von Alkoholika einen wesentlichen Einfluss auf die Grösse der alkoholbedingten Schäden hat, ist dieser neue Verkaufstyp schon immer ein Aergernis gewesen. Auch wenn die Tankstellenbetreiber sich nun nach vielen Jahren um den Jugendschutz bemühen, ist ja auch das „normale“ Alkoholproblem immer noch vorhanden.
Wenn nun gross lamentiert wird, der Staat bevormunde die Wirtschaft oder die Bürger, muss doch festgehalten werden, dass die Alkoholindustrie und ihre Lobbies seit Jahrzehnten die Bevölkerung unter Druck setzt und sie bevormundet. Jack London’s „König Alkohol“ ist nach wie vor aktuell.

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Politiker wehren sich für Tankstellenshops

Mittwoch 15. Juli 2009 von htm

Die Nationalräte Peter Spuhler und Christian Lüscher reichten Petition ein. Mit 27 000 Unterschriften und mit parlamentarischen Vorstössen kämpfen Politiker gegen die staatliche Bevormundung. Es geht um die Frage, was wann in Tankstellenshops verkauft werden darf. (Quelle: NZZ, 15.7.09) Kommentar: Ein typisches Zeichen, dass es keine nachhaltige Alkoholpolitik gibt. Die Wirtschaft reklamiert immer noch die Vorherrschaft über Gesundheitsaspekte. (siehe auch unsern Online-Kommentar unter „Leserbriefe“)

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Schärfere Regeln für Jugendliche in Zürcher Ferienlagern

Mittwoch 15. Juli 2009 von htm

Veranstalter von Sommercamps sind nach dem Münchner Vorfall alarmiert. Manche wollen jedes Risiko vermeiden und nehmen keine älteren Jugendlichen mit. Ausführliche Stellungnahmen von Organisatoren. (Quelle: Tages-Anzeiger, 13.7.09) Kommentar: Schon vor Jahrzehnten galt: Wesentlich ist das konsequente Durchsetzen der Regeln. Aber auch schon damals gab es Lehrkräfte, die aus Popularitätsgründen lieber wegschauten. Und die Zürcher Präventionsstelle drückte sich davor, nach einem beinahe tödlich verlaufenen Alkoholfall im Klassenlager, die Schüler während ihren Klassenlektionen auf die tödliche Gefahr hinzuweisen.

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