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Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Archiv für die Kategorie 'Schweiz'

Polizeibericht: Vandalismus und zu viel Alkohol

Montag 22. März 2010 von htm

Ob da Kommissar Zufall Regie führte oder das milde Wetter die jungen Leute wieder in die Innenstadt lockte – Tatsache ist, dass im aktuellen Polizeibericht der Alkoholkonsum eine tragende Rolle spielt.
Los ging es bereits am Freitag gegen 22.15 Uhr. Wie die Polizei mitteilt, warfen unbekannte Täter an einer Gaststätte an der Höflinger Straße ein Fenster ein. Die Wirtin, die sofort auf die Straße lief, sah die beiden Täter davonlaufen.
Weitere Überschriften: Trinkgelage im Naabparkhaus / Sperrstunde nicht beachtet (Quelle: Google Alkohol Alert, 21.3.10) mittelbayerische.de, 21.3.10 Kommentar: Ländliche Wochenend-Idylle. In Zürich wurde vor einer Disco ein 21-Jähriger erstochen.

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TOP NEWS: Leserbrief zu „Komatrinker sind immer älter“

Montag 22. März 2010 von htm

13.3.2010

Tages-Anzeiger
Redaktion Leserforum
8021 Zürich

Per E-Mail

Leserbrief zu „Koma-Trinker sind immer älter“ am 13.3.10 im Tages-Anzeiger
Link zum Leserbrief beim Tages-Anzeiger vom 22.3.10

Mit dem Leitartikel und der Seite 5 widmet der Tagi rund eine Seite einer Studie des Inselspitals in Bern, die aufzeigt, dass immer mehr Koma-Trinker auf der Notfallstation eingeliefert werden, dass diese aber auch immer älter werden. Die meisten seien zwischen 30 und 40-jährige Männer, oft arbeitslos und verwahrlost.

Aber wie fast immer, die Frage nach dem “Warum?” und „wie weiter?“ wird nicht gestellt. Der Durchschnittsleser wird die Tatsachen zur Kenntnis nehmen, vielleicht denken – “schon schlimm” – und zur Tagesordnung übergehen. Er kann ja doch nichts dagegen tun, ausser vielleicht auf sich selber aufzupassen. Dass er als Passivtrinker* direkt betroffen ist, kommt ihm nicht in den Sinn. Und die Zeitung, die den Auftrag hat, den öffentlichen Diskurs zu ermöglichen, lässt ihn im Stich: Tabu!
*Passivtrinker ist eine kürzliche Wortschöpfung in einem Arbeitspapier der WHO während der Vorbereitung der Resolution für die WHO-Generalversammlung im Mai zur neuen Alkoholstrategie, in Anlehnung an die frühere Tabak-Konvention. Gemeint ist, dass wir alle, egal ob Abstinent oder Alkohol-Konsument, unter den Schäden des Alkoholkonsums leiden und die diesbezüglichen Sozialkosten ungefragt auch bezahlen.

Diese WHO-Resolution wird die Antwort auf die im Artikel nicht gestellten Fragen geben. Ob unsere Regierung diese klammheimlich in den Schubladen verschwinden lassen wird und die Medien weiterhin tabuisieren, werden wir dann sehen. Wenn man die gestrige Meldung über die Duty-free-Shops in den Ankunftshallen der Flughäfen in Betracht zieht, bleibt die Hoffnung auf positive Reaktionen allerdings klein.

Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer

(Gekürzt und leicht umformuliert am 22.3.10 veröffentlicht. Aber der wichtigste Satz ist 5 mm hoch, fett, separat wiedergegeben. Dies ist ein Meilenstein in der Berichterstattung zur schweizerischen Alkoholpolitik!)

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Die FDP will kein Alkoholverbot am Zürichsee

Sonntag 21. März 2010 von htm

Zwei FDP-Frauen aus dem Gemeinderat wollten ein Alkoholverbot am See anstreben. Nun hat sie die Parteileitung zurückgepfiffen. Die Gemeinerätinnen störten sich an den Saufgelagen, dem Lärm und an der Sauerei und hätten auch ein nächtliches Alkoholverbot nach Churer Vorbild in Betracht gezogen. Die FDP habe Verständnis für die Anwohner, aber sie wolle jetzt per Motion eine bessere Durchsetzung der bestehenden Gesetze erreichen, sie fordere mehr Polizisten auf Pikett. (Quelle: Tages-Anzeiger, 19.3.10) 20minuten.ch, 18.3.10

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Betrunkener FCZ-Fan erhält bedingte Freiheitsstrafe

Sonntag 21. März 2010 von htm

Der Vorfall ereignete sich am 28. Oktober 2009 nach einem Spiel zwischen dem FC Zürich und dem FC Basel. Um 23 Uhr machten beim Bahnhof Altstetten FCZ-Fans Hetzjagd auf versprengte Basel-Anhänger.
Einige zivile Polizeibeamte griffen ein, um die Lage zu beruhigen. Unter ihnen war der Hooligan-Spezialist, der gegen einen besonders aggressiven Zürcher seinen Pfefferspray einsetzte. Der betrunkene Angreifer liess sich dadurch nicht bremsen. Er rannte dem Polizisten nach und brachte ihn zu Fall. Zusammen mit einem Komplizen versetzte er dem am Boden liegenden Opfer Schläge und Fusstritte.
Der zur Tatzeit betrunkene FCZ-Fan war vor Gericht teilweise geständig. Er erklärte, er habe seinen Gegner nicht als Polizeibeamten erkannt. Das Bezirksgericht Zürich verurteilte den Schläger zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 14 Monaten und einem Schmerzensgeld von 3000 Franken. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (Quelle: Tages-Anzeiger, 18./19.3.10)

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Die Alkoholstrategie der WHO ist sinnvoll und wirksam

Sonntag 21. März 2010 von htm

Immer öfter machen übermässiger Alkoholkonsum und seine Folgen Schlagzeilen. Kaum schlägt die Weltgesundheitsorganisation WHO wirksame Schritte zur Verminderung dieses grossen volksgesundheitlichen Problems vor, warnen Politiker in den schrillsten Tönen davor – zu unrecht, betont die Präventions- und Nachsorge-Organisation IOGT Schweiz.
Wochenende für Wochenende werden schweizweit Dutzende Jugendlicher mit hochgradigen Alkoholvergiftungen in die Notfallstationen der Spitäler eingeliefert. Organisierte Massenbesäufnisse sorgen für Beunruhigung unter Eltern und Präventionsfachleuten. Das Berner Insel-Spital meldet, dass sich immer öfter auch über 25-Jährige bis zur Besinnungslosigkeit besaufen. Alkoholbedingte Unfälle und Gewalttaten sorgen für Schlagzeilen…
…und endlich werden konkrete Gegenmassnahmen vorgeschlagen. Der Entwurf für eine wirksame Alkoholstrategie, die die WHO im Mai verabschieden wird, enthält griffige Massnahmen, die genau dort ansetzen, wo – wissenschaftlich erwiesen – die beste Wirkung erreicht wird: Die Erhältlichkeit soll erschwert, Preis und Besteuerung erhöht und Werbung eingeschränkt werden. All diese Massnahmen sind für Tabak in vielen Ländern schon umgesetzt und haben zu einem Konsumrückgang geführt. .. (Quelle: Google Alkohol Alert, 20.3.10) presseportal.ch/de, 19.3.10

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CH: Kein Alkohol mehr über die Gasse an der Hinwiler Chilbi

Mittwoch 17. März 2010 von htm

An der Hinwiler Chilbi dürfen künftig nur noch Betreiber von Festbeizen Alkohol ausschenken. Damit will der Gemeinderat die Zahl betrunkener Jugendlicher auf dem Gelände deutlich senken. Die Gemeinde Hinwil bekommt diesen Sommer ein Chilbi-Reglement. Es soll als Weisungsgrundlage und Legitimation für Bestimmungen gegenüber den Chilbi-Vertragspartnern dienen. Ein wesentlicher Punkt darin ist das Verbot des Alkoholausschanks über die Gasse. (Quelle: Zürcher Oberländer, 17.3.10)

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CH: Bundespräsidentin Doris Leuthard zum Pflegenotstand

Mittwoch 17. März 2010 von htm

5000 Ausbildungsplätze in der Pflege würden pro Jahr künftig zu wenig besetzt. Nun erklärt Bundesrätin Doris Leuthard den Pflegenotstand zur Chefsache und setzt eine Arbeitsgruppe ein, um Abhilfe zu schaffen. (Quelle: Tages-Anzeiger, 17.3.10) Kommentar: Man könnte ja auch einmal die Nachfrage senken, indem das Alkoholproblem, das viel Pflegepersonal absorbiert, endlich ernsthaft bearbeitet wird. Aber wie in der Armutsdiskussion und bei der Jugendgewalt wird dieses tabuisiert. Niemand traut sich, die heisse Kartoffel anzufassen. Eine Bundespräsidentin könnte das Format dazu haben. Die Wirtschaft als Ganzheit, d.h. ihr Ressort, leidet ja auch unter dem Alkoholproblem. In einer Rezession würden Kosteneinsparungen normalerweise begrüsst.

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Schweizer Fernsehen: Club über Jugendgewalt

Mittwoch 17. März 2010 von htm

Da wurde des Langen und Breiten über Ursachen und Wirkungen der heutigen Jugendgewalt diskutiert, dass aber ein beträchtlicher Teil der Vorfälle nicht derart eskaliert wären, wenn die Beteiligten nicht unter dem Einfluss von Alkohol gestanden hätten, wurde mit keinem Wort erwähnt. Tages-Anzeiger, 17.3.10 Hier mein Online-Kommentar beim Schweizer Fernsehen: Es ist mir unverständlich, dass in einer so langen Sendung bei diesem Thema die Rolle des Alkohols als Gewaltauslöser nicht erwähnt wird. Es gibt inzwischen genügend Polizei-Statistiken und Studien, die diese belegen. Da bestünde doch echtes Präventionspotenzial. Oder tangiert das die persönliche Freiheit, wie sie von den Freisinnigen verstanden wird? Oder will man mögliche Werbekunden nicht abschrecken?

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TOP NEWS: Der Bundesrat gibt schriftlich Antwort auf alkoholpolitische Fragen

Dienstag 16. März 2010 von htm

Aufgeschreckt durch den WHO-Resolutionsentwurf für eine Alkoholstrategie zu Handen der kommenden WHO-Generalversammlung im Mai haben ein paar Alkohol-Lobbyisten den Bundesrat befragt. Eine offene Diskussion haben sie offenbar nicht gewünscht. Gleichlautende Antworten des Bundesrates: Réponse du Conseil fédéral du 15.03.2010
10.5111 Frage Parmelin Guy.
– Will das Bundesamt für Gesundheit die staatliche Unterstützung für den Weinbau abschaffen?
10.5122 Frage Müri Felix.
– BAG. Einschränkung der Alkoholwerbung?
10.5123 Frage Miesch Christian.
– BAG. Einschränkung der Ladenöffnungszeiten?
10.5128 Frage Föhn Peter.
– BAG. Mindestpreise für Alkohol?
10.5155 Frage Bortoluzzi Toni.
– Ist Alkohol gemäss BAG kein Genussmittel mehr?
10.5124 Frage Estermann Yvette.
– BAG. Bürgerferne Gesundheitskonferenzen ohne Einbezug der Betroffenen. Réponse du Conseil fédéral du 15.03.2010
Kommentar: Die Antworten dürften die Fragesteller befriedigt haben. Der Bundesrat sieht keine Massnahmen vor, welche die persönliche Freiheit des Einzelnen tangierten. Ein wenig Recht hat er schon, wir leiden ja schon genügend an der Freiheitsberaubung durch die Alkoholindustrie, die uns zu Passivtrinkern macht. Der Bundesrat hat es nur noch nicht gemerkt.
Nachtrag: Gemäss Tages-Anzeiger vom 17.3.10 hat der Bundesrat am Schluss noch beigefügt: „Soweit es nicht nötig ist.“ Das beruhigt Toni Bortoluzzi, SVP offenbar nicht. Sie würden noch einen Vorstoss bringen.
Und uns bleibt noch ein wenig Hoffnung, der Bundesrat werde die geballte WHO-Fachwelt ernster nehmen als die verbohrte SVP-Ignoranz.

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Hausverbot für Teenager im Zürcher Niederdorf

Dienstag 16. März 2010 von htm

Im Restaurant Barfüsser im Zürcher Kreis 1 darf nur rein, wer über 20 Jahre alt ist. Teenager-Saufpartys vertragen sich schlecht mit den anderen Gästen, heisst es. (Quelle: Tages-Anzeiger, 12.3.10)

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