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Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Archiv für die Kategorie 'Verschiedene'

Bundesrat Burkhalter: „Für eine zeitgemässe Prävention“

Mittwoch 24. März 2010 von htm

Zu Beginn eines ausführlichen Artikels in der NZZ schreibt er: „Wenn wir heute nicht gezielt in die Prävention investieren, werden wir es uns eines Tages nicht mehr leisten können, krank zu sein.“ Dann wirbt er für das neue Präventionsgesetz. Es wolle vor allem bestehende Aktivitäten koordinieren. Sie würden dadurch mehr Gewicht bekommen. Es gehe in erster Linie um eine bessere Prävention. Das Parlament müsse nun darüber diskutieren und es notfalls verbessern. (Quelle: NZZ, 23.3.10) (nicht online)

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D: Zahlen und Fakten: Jugendliche und Alkohol

Montag 22. März 2010 von htm

Die Volksdroge Alkohol ist in Deutschland das populärste Suchtmittel Jugendlicher. Während die Raucherquote aktuell einen historischen Tiefstand (15,4 Prozent) erreicht und der regelmäßige Cannabiskonsum bei 1,1 Prozent liegt, tranken 17,4 Prozent der Zwölf- bis 17-Jährigen im Jahr 2008 mindestens einmal wöchentlich Alkohol. (Quelle: Google Alkohol Alert, 21.3.10) main-netz.de, 20.3.10 Kommentar: Der Artikel enthält weitere Angaben über die stark steigenden Zahlen beim Koma-Trinken, auch bei den Mädchen. Die Drogenbeauftragte setzt auf alte, nicht erfolgreiche Rezepte, welche die starke Zunahme in den letzten 10 Jahren nicht verhindern konnten. Wann wird sich die Regierung endlich ihrer Verantwortung bewusst?

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TOP NEWS: Leserbrief zu „Komatrinker sind immer älter“

Montag 22. März 2010 von htm

13.3.2010

Tages-Anzeiger
Redaktion Leserforum
8021 Zürich

Per E-Mail

Leserbrief zu „Koma-Trinker sind immer älter“ am 13.3.10 im Tages-Anzeiger
Link zum Leserbrief beim Tages-Anzeiger vom 22.3.10

Mit dem Leitartikel und der Seite 5 widmet der Tagi rund eine Seite einer Studie des Inselspitals in Bern, die aufzeigt, dass immer mehr Koma-Trinker auf der Notfallstation eingeliefert werden, dass diese aber auch immer älter werden. Die meisten seien zwischen 30 und 40-jährige Männer, oft arbeitslos und verwahrlost.

Aber wie fast immer, die Frage nach dem “Warum?” und „wie weiter?“ wird nicht gestellt. Der Durchschnittsleser wird die Tatsachen zur Kenntnis nehmen, vielleicht denken – “schon schlimm” – und zur Tagesordnung übergehen. Er kann ja doch nichts dagegen tun, ausser vielleicht auf sich selber aufzupassen. Dass er als Passivtrinker* direkt betroffen ist, kommt ihm nicht in den Sinn. Und die Zeitung, die den Auftrag hat, den öffentlichen Diskurs zu ermöglichen, lässt ihn im Stich: Tabu!
*Passivtrinker ist eine kürzliche Wortschöpfung in einem Arbeitspapier der WHO während der Vorbereitung der Resolution für die WHO-Generalversammlung im Mai zur neuen Alkoholstrategie, in Anlehnung an die frühere Tabak-Konvention. Gemeint ist, dass wir alle, egal ob Abstinent oder Alkohol-Konsument, unter den Schäden des Alkoholkonsums leiden und die diesbezüglichen Sozialkosten ungefragt auch bezahlen.

Diese WHO-Resolution wird die Antwort auf die im Artikel nicht gestellten Fragen geben. Ob unsere Regierung diese klammheimlich in den Schubladen verschwinden lassen wird und die Medien weiterhin tabuisieren, werden wir dann sehen. Wenn man die gestrige Meldung über die Duty-free-Shops in den Ankunftshallen der Flughäfen in Betracht zieht, bleibt die Hoffnung auf positive Reaktionen allerdings klein.

Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer

(Gekürzt und leicht umformuliert am 22.3.10 veröffentlicht. Aber der wichtigste Satz ist 5 mm hoch, fett, separat wiedergegeben. Dies ist ein Meilenstein in der Berichterstattung zur schweizerischen Alkoholpolitik!)

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Russlands Regierung ist gegen staatliches Alkohol-Monopol

Freitag 19. März 2010 von htm

Die russische Regierung hat sich gegen die Wiederherstellung des staatlichen Monopols auf Alkohol ausgesprochen. Wie Vizeregierungschef Viktor Subkow am Freitag in der Stadt Rjasan mitteilte, hatte das Kabinett bereits ein entsprechendes Gesetzentwurf abgelehnt. (Quelle: Google Alkohol Alert, 18.3.10) german.ruvr.ru, 6.3.10

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CH: Kein Alkohol mehr über die Gasse an der Hinwiler Chilbi

Mittwoch 17. März 2010 von htm

An der Hinwiler Chilbi dürfen künftig nur noch Betreiber von Festbeizen Alkohol ausschenken. Damit will der Gemeinderat die Zahl betrunkener Jugendlicher auf dem Gelände deutlich senken. Die Gemeinde Hinwil bekommt diesen Sommer ein Chilbi-Reglement. Es soll als Weisungsgrundlage und Legitimation für Bestimmungen gegenüber den Chilbi-Vertragspartnern dienen. Ein wesentlicher Punkt darin ist das Verbot des Alkoholausschanks über die Gasse. (Quelle: Zürcher Oberländer, 17.3.10)

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CH: Bundespräsidentin Doris Leuthard zum Pflegenotstand

Mittwoch 17. März 2010 von htm

5000 Ausbildungsplätze in der Pflege würden pro Jahr künftig zu wenig besetzt. Nun erklärt Bundesrätin Doris Leuthard den Pflegenotstand zur Chefsache und setzt eine Arbeitsgruppe ein, um Abhilfe zu schaffen. (Quelle: Tages-Anzeiger, 17.3.10) Kommentar: Man könnte ja auch einmal die Nachfrage senken, indem das Alkoholproblem, das viel Pflegepersonal absorbiert, endlich ernsthaft bearbeitet wird. Aber wie in der Armutsdiskussion und bei der Jugendgewalt wird dieses tabuisiert. Niemand traut sich, die heisse Kartoffel anzufassen. Eine Bundespräsidentin könnte das Format dazu haben. Die Wirtschaft als Ganzheit, d.h. ihr Ressort, leidet ja auch unter dem Alkoholproblem. In einer Rezession würden Kosteneinsparungen normalerweise begrüsst.

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TOP NEWS: Der Bundesrat gibt schriftlich Antwort auf alkoholpolitische Fragen

Dienstag 16. März 2010 von htm

Aufgeschreckt durch den WHO-Resolutionsentwurf für eine Alkoholstrategie zu Handen der kommenden WHO-Generalversammlung im Mai haben ein paar Alkohol-Lobbyisten den Bundesrat befragt. Eine offene Diskussion haben sie offenbar nicht gewünscht. Gleichlautende Antworten des Bundesrates: Réponse du Conseil fédéral du 15.03.2010
10.5111 Frage Parmelin Guy.
– Will das Bundesamt für Gesundheit die staatliche Unterstützung für den Weinbau abschaffen?
10.5122 Frage Müri Felix.
– BAG. Einschränkung der Alkoholwerbung?
10.5123 Frage Miesch Christian.
– BAG. Einschränkung der Ladenöffnungszeiten?
10.5128 Frage Föhn Peter.
– BAG. Mindestpreise für Alkohol?
10.5155 Frage Bortoluzzi Toni.
– Ist Alkohol gemäss BAG kein Genussmittel mehr?
10.5124 Frage Estermann Yvette.
– BAG. Bürgerferne Gesundheitskonferenzen ohne Einbezug der Betroffenen. Réponse du Conseil fédéral du 15.03.2010
Kommentar: Die Antworten dürften die Fragesteller befriedigt haben. Der Bundesrat sieht keine Massnahmen vor, welche die persönliche Freiheit des Einzelnen tangierten. Ein wenig Recht hat er schon, wir leiden ja schon genügend an der Freiheitsberaubung durch die Alkoholindustrie, die uns zu Passivtrinkern macht. Der Bundesrat hat es nur noch nicht gemerkt.
Nachtrag: Gemäss Tages-Anzeiger vom 17.3.10 hat der Bundesrat am Schluss noch beigefügt: „Soweit es nicht nötig ist.“ Das beruhigt Toni Bortoluzzi, SVP offenbar nicht. Sie würden noch einen Vorstoss bringen.
Und uns bleibt noch ein wenig Hoffnung, der Bundesrat werde die geballte WHO-Fachwelt ernster nehmen als die verbohrte SVP-Ignoranz.

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Duty-free auch für ankommende Passagiere in der Schweiz

Montag 15. März 2010 von htm

Auf Schweizer Flughäfen sollen künftig auch ankommende Passagiere zollfrei einkaufen können. Der Bundesrat hat am Mittwoch entsprechende Gesetzesänderungen ans Parlament verabschiedet, wie das Eidgenössische Finanzdepartement (EFD) mitteilte. (Quelle: NZZ, 12.3.10) Unser Online-Kommentar: Noch mehr Arbeitsplätze: In der Begründung wird vergessen, dass die Vermehrung von Verkaufsstellen für Suchtmittel neue Arbeitsstellen im Gesundheitssektor schafft. Leider sind es meistens ausländische Kräfte, die wir dafür suchen müssen.
Ist es nun wirklich nötig, dass wir Passivtrinker und -Raucher noch zusätzlich Millionen an Sozialkosten zum Wohl der Flughafenbetreiber zahlen müssen?

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D: Bundesregierung begräbt Präventionsgesetz

Donnerstag 11. März 2010 von htm

„Die Bundesregierung wird den vom Bundesministerium für Gesundheit in der vergangenen Legislaturperiode erarbeiteten Entwurf eines Präventionsgesetzes nicht weiter verfolgen“so Daniel Bahr (FDP), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesgesundheitsministeriumauf eine parlamentarische Anfrage der SPD-Fraktion. Und auch Mechthild Dyckmans (FDP), Drogenbeauftragte der Bundesregierung, macht reinen Tisch. Befragt nach den aus der vergangenen Legislaturperiode vorliegenden Entwürfen der Aktionsprogramme zur Alkoholprävention und zur Tabakprävention stellt sie klar: „Wir haben jetzt eine andere Regierung, unter der zwar nicht alles anders, einiges sich aber schon ändern wird, weil ein Unterschied in der Herangehensweise an die Problematik im Vergleich zur letzten Regierung besteht. Die erwähnten Entwürfe sind jetzt nicht mehr relevant.“ Man mag die vergebliche Arbeit bedauern, die mit den drei Entwürfen verbunden war. Indes: Im Laufe ihrer Entwicklung wurden alle drei nicht eben konsistenter. (Quelle: DHS-Newsletter) bvpg, 9.3.10
Kommentar: Eine Regierung in Abhängigkeit. Korruption ist in unsern Breitengraden ein hässliches Wort.

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CH: Armutsstrategie des Bundesrates

Mittwoch 10. März 2010 von htm

In den nächsten Wochen will der Bundesrat Massnahmen zur Bekämpfung der Armut verabschieden. Im Herbst soll eine Armutskonferenz stattfinden. Schwerpunkt soll die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt bilden. (Quelle: Tages-Anzeiger, 10.3.10) Kommentar: Alkoholismus als Armutsfaktor wird wahrscheinlich weiterhin tabuisiert.

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