Freitag 6. November 2009 von htm
22.10.2009
Tages-Anzeiger
Redaktion Leserforum
8021 Zürich
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Leserbrief zu „20 Jahre Stiller Has“ , Interview im Tages-Anzeiger vom 22.10.09
Endo Anaconda verausgabt sich nicht nur am Mikrofon, er produziert auch ziemlich dumme Sprüche, die ihn nicht gerade stark von den von ihm apostrophierten Spiessern unterscheiden lassen. Lieber sollen sich die Leute für ihre Ekstase zudröhnen, als dies bei einer Freikirche zu suchen. Warum denn? Diese fühlen sich jedenfalls auch nachher besser und schädigen nicht ihre Gesundheit und die Gesellschaft. Er hat noch nicht gemerkt, dass wir alle Passiv-Trinker sind, die es sehr wohl etwas angeht, wenn sich jemand zudröhnt, sei es nun mit Whiskey, Absinth oder Heroin. Denn wir alle zahlen die Zeche über Steuern, Versicherungs- und Krankenkassenprämien, durch Gewalt in den Familien, in der Öffentlichkeit, in den Bahnen, im Sportumfeld, im Strassenverkehr, im Zusammenhang mit Sexualität, usw. Der Staat müsste im Auftrag der Bürgerinnen und Bürger handeln. Er versucht es, leider mit geringem Erfolg, weil die Mehrheit der Parlamentarier und des Bundesrates, die Wirtschaftsverbände, die Werbebranche und die Medien das Volk für dumm verkaufen, nicht informieren, die Gesundheitskosten nicht senken wollen, wo es gut möglich wäre und warten, bis die EU uns vielleicht einmal zu unserem Glück zwingt. Anteil am Misslingen der Prävention haben allerdings auch alle jene angeblich liberalen Freiheitskämpfer, die sofort vom Verbotsstaat reden, wenn ein schüchterner Versuch in die richtige Richtung getan werden sollte und übersehen, dass ihre Lust an der Eigenzerstörung (sie nennen das Eigenverantwortung) sehr wohl die ganze Gesellschaft angeht. Die Alkoholindustrie, die auch Endo Anaconda den Geist vernebelt, profitiert weiter, und kompensiert eventuelle Verluste in Europa bereits in den Schwellen- und Entwicklungsländern, wo sie den Erfolg unserer Entwicklungshilfe reduziert.
Zur Kostenexplosion im Gesundheitswesen hat sich in der gleichen Ausgabe eine Zürcher Fachärztin äussern dürfen. Sie meint, wir müssten die Mechanismen im Gesundheitswesen hinterfragen und unsererseits gut informiert werden. Sie ist skeptisch, dass es eine Besserung geben werde. Wenn alles bleibt, wie oben beschrieben, hat sie sicher recht. Andererseits könnten gerade die Ärzte die Informationsblockade aufbrechen, wie es in England geschieht. Das würde auch den Druck auf ihren Stand abbauen und der Volksgesundheit sehr dienen, der sie sich ja verschrieben haben.
Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer
(nicht erschienen)
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Freitag 6. November 2009 von htm
Vertragsverlängerung zwischen Michael Schumacher und Bacardi: Der Rekordweltmeister wirbt gegen Alkohol am Steuer. Bacardi und Michael Schumacher haben angekündigt, ihre erfolgreiche Kampagne „Champions Drink Responsibly“ gemeinsam fortzusetzen. Bis 2011 bleibt Schumacher damit prominenter Bacardi-Botschafter. Bereits seit 2008 engagieren sich beide Parteien gemeinsam für null Promille am Steuer. Die preisgekrönte Kampagne hat seitdem mehr als 80 Millionen Menschen auf der ganzen Welt erreicht. (Quelle: Google Alkohol Alert, 5.11.09) motorsport-total.com, 5.11.09 Kommentar: Damit hat Schumacher vor allem für Bacardi und für sich bei 80 Mio. Menschen Imagepflege geleistet.
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Dienstag 3. November 2009 von htm
Die Stadt verzichtet möglicherweise aufs Geschäft mit Plakatflächen
Das Genfer Baudepartement hat genug von einem jahrelangen Streit mit zwei Aussenwerbefirmen. Es stellte deshalb beim Stadtrat den Antrag, ab 2011 auf Werbeplakate auf öffentlichem Grund zu verzichten. (Quelle: NZZ, 3.11.09) Kommentar: Das wäre ein interessantes Experiment.
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Sonntag 1. November 2009 von htm
Gestern erhielt Gerhard Schwarz den Jahrespreis der Stiftung für Abendländische Ethik und Kultur für seinen Einsatz für eine freiheitliche Marktwirtschaft mit sozialer Verantwortung. (Quelle: NZZ, 27.10.09) Kommentar: Ist das vielleicht ein Preis auf die Zukunft wie bei Präsident Obamas Friedensnobelpreis? Die Behandlung des Alkoholproblems könnte in der Schweiz, nicht nur in dieser Wirtschaftsredaktion. noch sehr viel Ethik vertragen.
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Mittwoch 28. Oktober 2009 von htm
Es war zu erwarten und nur eine Frage der Zeit. Das WHO Rahmenabkommen über Alkoholpolitik, vulgo «Passivtrinkerschutz» (Framework on Alcohol Policy) aus dem Jahre 2007 startet nun wiederum Phase III, indem medial den Lesern diesmal der Alkoholkonsum für Nichttrinker als gefährlich in ihre Hirne gepflanzt werden soll – und zwar nach dem genau gleichen Muster wie bei der inexistenten Gefährlichkeit über Passivtabakrauch für Nichtraucher. Auch hier soll das Menschenbild von Alkoholgenießern gezielt als dem Präkariat zugehörend gewandelt werden, bis das Volk bei den Regierungen um einen Nichttrinkerschutz bettelt. Sie glauben es nicht? Dann warten Sie mal drei bis fünf Jahre, und lesen Sie diesen Artikel nochmals! (Quelle: Google Alkohol Alert, 28.10.09) sackstark.info, 21.10.09 Online-Kommentar: (pendent)
Es freut mich, dass „Sackstark!“ die Bemühungen der WHO um eine Alkoholstrategie derart in die Knochen gefahren ist. Offenbar werden positive Auswirkungen für die Bevölkerung der Mitgliedsländer befürchtet. Es ist richtig bemerkt, wir sind alle Passiv-Trinker, denn wir bezahlen die Sozialkosten, die von der Alkoholindustrie durch ihre Kunden verursacht werden und zwar jährlich Milliarden. Dazu leiden wir, egal wie viel wir konsumieren, an den gesellschaftlichen Folgen, wie Gewalt, sexueller Gewalt, Familientragödien mit Hunderttausenden von traumatisierten Kindern, Verunfallten mit Invalidität und Tod. Wenn es früher schon so war, umso schlimmer, dass es nicht gelang, diesen Wahnsinn zu stoppen. Im Gegenteil, inzwischen ist es der Industrie durch schamlose Werbung und die Kreation der Alcopops auch gelungen, die Frauen und sogar die Kinder zu gewinnen. Sich darüber noch lustig zu machen, ist absolut unmoralisch.
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Sonntag 25. Oktober 2009 von htm
Eine Gruppe von wirtschaftsnahen CVP-Politikern lässt das Parlament nach rechts kippen. Die Mehrheiten zu vielen Vorlagen im Parlament werden im Berner Restaurant Lorenzini gezimmert. Dort treffen sich jeweils zehn Tage vor der Session elf Nationalräte, die den rechten Flügel der CVP bilden, zum Mittagessen. Der wegen seiner Wirtschaftsnähe auch «KMU-Flügel» genannte Trupp rund um den Berner Nationalrat Norbert Hochreutener (übrige Mitglieder siehe Schluss des Textes) legt dort seine Positionen fest. Immer wieder verhilft der KMU-Flügel FDP und SVP, die alleine nicht genug Stimmen haben, zu knappen rechten Mehrheiten im Nationalrat. Das Nachsehen haben Linke und Grüne – und die Mehrheit der eigenen CVP. Er brachte auch die Alkoholwerbung ins Schweizer Fernsehen. (Quelle: SontagsZeitung, 25.10.09) Kommentar: Das Nachsehen haben auch das Schweizer Volk und paradoxerweise die Wirtschaft, die als Passiv-Trinker die Zeche dieser unchristlichen Politik bezahlen.
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Sonntag 25. Oktober 2009 von htm
In einem zweiten Teil wird über die Therapie von Jugendlichen berichtet, mit Fallbeispielen. Dazwischen werden einige deutliche Zahlen und Feststellungen über den Spirituosenkonsum in Deutschland wiedergegeben und auch das Versagen der Politik festgehalten, die keine Mehrheit finde, um die EU bei ihrem Bemühen um die Einschränkung der Alkoholwerbung zu unterstützen. (Quelle: Google Alkohol Alert, 25.10.09) ksta.de, 23.10.09
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Donnerstag 22. Oktober 2009 von htm
1.10.09
Tages-Anzeiger
Redaktion Leserforum
8021 Zürich
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Leserbrief zu „Couchepin ärgert Wirtschaft“ u.a. vom 1.10.09
Kurz vor seinem Abtritt bringt Couchepin die Botschaft für ein Präventionsgesetz ins Parlament, wobei er die Opposition der dagegen Sturm laufenden Wirtschaft für „antistaatliche Hirngespinste“ hält. Leider ein zu spätes Aufbäumen gegen den Neoliberalismus der eigenen Partei. Es wäre schön, würde der Nachfolger im Bundesrat dies schon zu Beginn seiner Amtszeit auch so sehen.
Allerdings gibt es Aspekte, die zur Vorsicht mahnen: Wird die Koordination der nationalen Prävention dazu führen, dass die bestehende nichtstaatliche Prävention praktisch ausgebootet wird, wie es im Kanton Zürich betrieben wurde? Oder wird es eine partnerschaftliche Zusammenarbeit z.B. mit den NGO’s geben, die nicht immer die Meinung des von der Politik abhängigen staatlichen Präventions-Institutes teilen könnten? Wird die Gewichtung beim Setzen der Schwerpunkte nicht dazu führen, dass das Alkoholproblem zu Gunsten weniger heikler Themen vernachlässigt wird?
Zwei weitere Artikel der gleichen Nummer befassen sich auch mit der Prävention. Im Kommentar wird die abgedroschene Leier der Eigenverantwortung zelebriert. Die Wirtschaftslobby mit der ihr hörigen Parlamentsmehrheit hat in den letzten Jahrzehnten noch alle wirksamen Massnahmen im Bereich Alkohol und Gesellschaft abgeblockt oder sogar verschlechtert mit Ausnahme der gegen Jugendliche gerichteten nicht ganz gelungenen Alcopopsteuer und der Senkung des Promillewertes im Strassenverkehr. Das hat nicht zuletzt damit zu tun, dass die sogenannte Mehrheit der mässigen Alkoholkonsumenten ihre Verantwortung für die Gesellschaft nicht wahrnimmt und sich damit selber massiv schädigt. Genau so wie die Wirtschaft, die gegen ihre eigenen Interessen verstösst. Dass es soweit gekommen ist, haben wir der Werbung und den Medien zu verdanken, welche die wahren Zusammenhänge nicht aufdecken und die Bevölkerung mit falschen Botschaften verunsichern und von politischer Aktivität abhalten. Dem Bund eine widersprüchliche Prävention vorzuhalten, ist äusserst billig, wenn man seiner eigenen journalistischen Pflicht seit vielen Jahren nicht nachkommt und dem Leser die Hintergründe und Fakten vorenthält.
Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer
(nicht veröffentlicht)
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Sonntag 18. Oktober 2009 von htm
Ihre Produkte stärken das Immunsystem, behaupten Joghurt-Hersteller. Doch jetzt stehen sie unter Druck: Die EU will Beweise sehen, und die Schweiz plant gar ein Werbeverbot. (Quelle: Tages-Anzeiger, 17.10.09)
Kommentar: Vergorene Getränke unterstehen doch auch der Lebensmittel-Gesetzgebung. Wie steht es mit Gesundheitsanpreisungen für diese?
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Donnerstag 15. Oktober 2009 von htm
Trainer Hitzfeld nach dem Spiel: «Jetzt mal ein Glas Alkohol trinken».
Glücklich und erleichtert zeigten sich die Schweizer nach der Zitter-Qualifikation für die WM 2010 in Südafrika. Das Motto: egal wie – Hauptsache qualifiziert. (Quelle: Google Alkohol News, 15.10.09) 20Minuten Online, 14.10.09 Kommentar: Immer wieder Sport und Alkohol. Und dann wundern sie sich über die Chaoten. Siehe auch den Artikel über die Anzeige gegen Serbiens Präsidenten Boris Tadic.
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