Archiv für die Kategorie 'Werbung'
Freitag 9. April 2010 von htm
Alkohol in der Schwangerschaft: Schnaps herstellen und Wasser predigen. Eine Glosse.
Muss uns wirklich ein Schnapshersteller sagen, dass Trinken Kinder dumm macht? Wie ein Alkohol-Konzern versucht, die Gesellschaft gesünder zu machen und wie eine Ministerpräsidentinnengattin dabei hilft – ein Ortstermin.
Aber heute sind wir erwachsen. Heute ist Saufen ernst und „Pernod Ricard“ sich seiner Verantwortung für die Schwächen der Gesellschaft ganz furchtbar stark bewusst. Der Alkohol-Hersteller, Zweitgrößter auf der Welt für Schnaps-Likör-Whiskey-Rum, startete heute in Deutschland seine Kampagne gegen den Alkoholgenuss während der Schwangerschaft. „Mein Kind will keinen Alkohol“, ruft Pernod Ricard den Brütenden der Nation zu. Um es seriös zu machen, hatte man dafür ins Haus der Bundespressekonferenz geladen. (Quelle: Google Alkohol Alert, 9.4.10) stern.de, 8.4.10 Kurzmeldung auch bei 20minuten.ch, 8.4.10 Kommentar: Das könnte man als eine Art Perversion des Begriffs „Social Marketing“ bezeichnen. Ein für die Gesellschaft schädliches Produkt bewerben, indem man sich auf einem kleinen Sektor positiv in Szene setzt und seinen Namen gross ins Spiel bringt. Hier noch besonders clever, indem man sich angesehene Institutionen und Personen des öffentlichen Lebens ins Boot holt, die sich dabei auch etwas PR erhoffen. Der Sinn des Ganzen: Man hofft, die Umsatzeinbussen bei Schwangeren durch den Imagegewinn und Mehrverkäufe bei den übrigen Konsumenten mindestens zu kompensieren. Der Arzt der Berliner Charité dachte wahrscheinlich, der Zweck heiligt die Mittel. Er hätte sicher auch andere Partner finden können, wahrscheinlich nicht so lukrative…
Kategorie: Alkoholindustrie, Allgemein, Eltern, Fetales Alkohol Syndrom (FAS), Geschichten, Internationales, Kinder, Verhaltens-Präv., Werbung |
Keine Kommentare »
Freitag 9. April 2010 von htm
Online-Kommentar zu „Deutsche trinken zu viel – Millionen sind süchtig“ auf webnews.de, am 8.4.10
Der WHO geht es mit der kommenden Resolution für eine Alkohol-Strategie darum, den Menschen die Belastungen aufzuzeigen, unter denen alle zu leiden haben. Deshalb der Ausdruck “Passivtrinker”. Egal ob oder wieviel man trinkt, alle leiden darunter, auch wenn es nicht bewusst wird: Einmal die eingeschränkte Lebensqualität durch alkoholbedingte Todesfälle, Verletzungen, Gewalt, sexuelle Gewalt, mehr als eine Million Kinder in Deutschland allein, die in alkoholbelasteten Familien aufwachsen müssen und eingeschränkte Zukunftsperspektiven haben. Dazu kommt noch die finanzielle Seite. Wir zahlen alle ein Leben lang ungefragt an die immensen alkoholbedingten Sozialkosten.
Die WHO gibt nun die Antwort auf die Frage, was dagegen getan werden kann. Und zwar auf Grund jahrelanger wissenschaftlicher Arbeiten und weltweiter Diskussion der Ergebnisse. Das Alkoholproblem ist das grösste sozialmedizinische Problem. D.h. es betrifft die ganze Gesellschaft, nicht nur die betroffenen Alkoholkranken. Deshalb muss die Verbesserung auch von der Gesellschaft aus kommen und sie muss Mitverantwortung übernehmen, denn sie verursacht mit ihrem Trinkverhalten, der ungehemmten Werbung, der Billigpreispolitik, der Liberalisierung der Verkaufsbetriebzahlen und Öffnungszeiten, usw. diesen hohen Konsum und die entsprechend hohen Schäden. Bisher galt: Die Profite dem Alkoholkapital, die Sozialkosten dem Volk. Die Alkohol-Lobby in diesem Forum sieht dies natürlich anders und versucht, die WHO zu diskreditieren und dem Leser Sand in die Augen zu streuen, damit er weiterhin nicht aufwacht.
Kategorie: Alkoholindustrie, Alkoholkrankheit, Allgemein, Gesundheit, Gewalt/Kriminalität, Internationales, Jugend, Kinder, Leserbriefe, Passivtrinker, Politik, Statistik, Verhältnis-Präv., Weltgesundheits-Org., Werbung |
Keine Kommentare »
Freitag 9. April 2010 von htm
Viele Bundesbürger trinken zu viel Alkohol, immer öfter landen sie im Vollrausch im Krankenhaus. Umgerechnet nimmt jeder Deutsche im Durchschnitt fast zehn Liter reinen Alkohol pro Jahr zu sich, wie das Jahrbuch Sucht 2010 zeigt. Experten zeigen sich auch über die Zahl der Alkoholabhängigen besorgt. (Quelle: webnews.de, 8.4.10) Mit unserem Online-Kommentar: Der WHO geht es mit der kommenden Resolution für eine Alkohol-Strategie darum, den Menschen die Belastungen aufzuzeigen, unter denen alle zu leiden haben. Deshalb der Ausdruck „Passivtrinker“. Egal ob oder wieviel man trinkt, alle leiden darunter, auch wenn es nicht bewusst wird: Einmal die eingeschränkte Lebensqualität durch alkoholbedingte Todesfälle, Verletzungen, Gewalt, sexuelle Gewalt, mehr als eine Million Kinder in Deutschland allein, die in alkoholbelasteten Familien aufwachsen müssen und eingeschränkte Zukunftsperspektiven haben. Dazu kommt noch die finanzielle Seite. Wir zahlen alle ein Leben lang ungefragt an die immensen alkoholbedingten Sozialkosten.
Die WHO gibt nun die Antwort auf die Frage, was dagegen getan werden kann. Und zwar auf Grund jahrelanger wissenschaftlicher Arbeiten und weltweiter Diskussion der Ergebnisse. Das Alkoholproblem ist das grösste sozialmedizinische Problem. D.h. es betrifft die ganze Gesellschaft, nicht nur die betroffenen Alkoholkranken. Deshalb muss die Verbesserung auch von der Gesellschaft aus kommen und sie muss Mitverantwortung übernehmen, denn sie verursacht mit ihrem Trinkverhalten, der ungehemmten Werbung, der Billigpreispolitik, der Liberalisierung der Verkaufsbetriebzahlen und Öffnungszeiten, usw. diesen hohen Konsum und die entsprechend hohen Schäden. Bisher galt: Die Profite dem Alkoholkapital, die Sozialkosten dem Volk. Die Alkohol-Lobby in diesem Forum sieht dies natürlich anders und versucht, die WHO zu diskreditieren und dem Leser Sand in die Augen zu streuen, damit er weiterhin nicht aufwacht.
Kategorie: Alkoholindustrie, Alkoholkrankheit, Allgemein, Gesundheit, Gewalt/Kriminalität, Internationales, Jugend, Kinder, Passivtrinker, Statistik, Verhältnis-Präv., Weltgesundheits-Org., Werbung |
Keine Kommentare »
Donnerstag 8. April 2010 von htm
Wie Studien die Wirtschaft fünfmal grösser machen. Artikel der NZZ am 3.12.06
Der Nutzen von Nutzenstudien ist gross – für Berater, die sie verfassen, und für Lobbys, die sie nutzen. Für die anderen sind sie unnötig und politisch gefährlich, schreibt Tilman Slembeck.
Heute ist in der gedruckten NZZ ein neuer Artikel zum gleichen Thema erschienen: Reto Föllmi: Was nützen die Nutzenstudien? (nicht online) Zitat aus dem heutigen Artikel: „Letztlich kranken all diese Nutzungsstudien daran, dass sie die derzeit bestehende Verflechtung einer Branche mit ihrer Bedeutung für den Arbeitsmarkt gleichsetzen. () Sie unterstellen, dass ein Rückgang der Beschäftigung in einem Industriezweig zu einem entsprechenden Anstieg der Arbeitslosigkeit führt. Ignoriert wird dabei, dass solche Prozesse im Strukturwandel dauernd ablaufen, manche Branchen kleiner werden und stattdessen Stellen in neuen Sektoren () geschaffen werden.“ Kommentar: Treffendes Gegenargument, wenn die Alkoholindustrie uns vorrechnet, wie viele Arbeitsplätze sie anbietet und welch grosser Schaden entstünde, wenn der Konsum zurückginge.
Kategorie: Alkoholindustrie, Allgemein, Schweiz, Statistik, Veröffentlichungen, Werbung, Zitate |
Keine Kommentare »
Donnerstag 8. April 2010 von htm
An Tankstellen und Bahnhöfen eröffnet die Migros laufend neue Kleinläden. Die Migrolino-Filialen verkaufen neben Migros-Produkten auch Alkohol sowie Zigaretten und zeichnen sich durch lange Öffnungszeiten aus. In diesem Convenience-Geschäft will Migros weiter überdurchschnittlich wachsen. Läden gibt es bereits auch ausserhalb von Tankstellen und Bahnhöfen. (Quelle: Google Alkohol Alert, 8.4.10) NZZ, 7.4.10 Unser Online-Kommentar: Spätestens seit die Migros in ihren Chefetagen frühere Brauerei-Manager eingeschleust hat, gilt die konsequente Ablehnung von Suchtmitteln, wie sie der Gründer Gottlieb Duttweiler vorgegeben und vorgelebt hat, nicht mehr. Die soziale Verantwortung hat auf diesem Gebiet dem reinen Profitdenken Platz gemacht, was mit juristischen Spitzfindigkeiten noch kachiert wird. Die Migros hat ihre ethische Führungsrolle verspielt. In ihrem Migros Magazin bringt sie bereits Alkohol-Schleichwerbung.
Kategorie: Alkoholindustrie, Allgemein, Schweiz, Werbung |
Keine Kommentare »
Donnerstag 8. April 2010 von htm
Andreas Blum: • Die Schweiz braucht eine SRG, die sich wieder zurückbesinnt auf ihren Auftrag, auf ihre Bedeutung als Spiegel der Vielfalt und Brücke zwischen den regionalen Sprach- und Kulturwelten, auf ihre Rolle als Kultur-Produzentin und -Vermittlerin, als kritische Impulsgeberin und Forum der gesellschaftspolitischen Auseinandersetzung. (Quelle: Gesellschaft für Medienkritik (gfmks), 6.4.10) Kommentar: Sicher ist dieser Ausschnitt aus seiner Diagnose für die Alkoholpolitik von grosser Relevanz. Die gesellschaftspolitische Auseinandersetzung im Bereich des Alkoholproblems findet nicht statt oder wird nicht ehrlich geführt.
Kategorie: Allgemein, Medien, Schweiz, Werbung, Zitate |
Keine Kommentare »
Mittwoch 7. April 2010 von htm
Purer Geschmack, purer Genuss, pures Design – PURES, die neue Marke von Reh Kendermann stellt den alkoholfreien Genuss in den Mittelpunkt. Die weiße Traubensaftcuvée wendet sich an Menschen, die für besondere Anlässe eine hochwertige, erfrischende Alternative für Sekt suchen.
„Viele Menschen, die keinen Alkohol trinken möchten oder können, suchen für besondere Anlässe mehr als nur einen Ersatz für Sekt oder Champagner“, erklärt Marketingleiter Alexander Rittlinger. „Mit PURES bieten wir nun ein neuartiges Getränk und eine gesunde Alternative: hundert Prozent Trauben-Direktsaft mit Kohlensäure versetzt in einer hochwertigen Ausstattung.“ (Quelle: Google Alkohol Alert, 7.4.10) pressemitteilung.ws, 6.4.10
Kategorie: Allgemein, Internationales, Veröffentlichungen, Werbung |
Keine Kommentare »
Freitag 2. April 2010 von htm
Sport, Sex und Alkohol: Dies wird Teilnehmern eines britischen Studentenfests im spanischen Badeort Salou in Aussicht gestellt. Die Formel erwies sich als durchschlagender Erfolg. Von Jahr zu Jahr reisten mehr Studierende aus Großbritannien zum „Salou-Fest“ in die Touristenhochburg bei Tarragona. In diesem Jahr vergnügen sich laut Reiseveranstalter 8400 junge Leute auf dem „größten studentischen Sportfestival“.
Die Anwohner sind verärgert, die Gastrobranche reibt sich die Hände. Das Spital pflegt die Betrunkenen. (Quelle: Google Alkohol Alert, 2.4.10) morgenweb.de, 1.4.10
Kategorie: Alkoholindustrie, Allgemein, Feste und Feiern, Gesundheit, Internationales, Jugend, Konsumhaltung, Sport, Werbung |
Keine Kommentare »
Donnerstag 1. April 2010 von htm
„Sympathisch, bodenständig und extrem erfolgreich“, so beschreibt Erdinger Weißbräu die Doppelolympiasiegerin Magdalena Neuner. Sie wird neues Testimonial des Unternehmens, ebenso wie ihr Kollege, Biathlet Simon Schempp. Beide gehörten ab sofort zum „Team Erdinger Alkoholfrei“. Quelle: wuv.de, 30.3.10
Kategorie: Allgemein, Internationales, Sport, Verhaltens-Präv., Werbung |
Keine Kommentare »
Mittwoch 24. März 2010 von htm
Underberg: „Bei Auslobungen handelt es sich nicht um gesundheitsbezogene Aussagen“
Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat eine Beschwerde gegen Underberg zurückgewiesen. Der Spirituosenhersteller darf mit Slogans wie „appetitanregend und verdauungsfördernd“ werben – obwohl der Magenbitter 44 Prozent Alkohol enthält.
Der Schutzverband der Spirituosen-Industrie versuchte, eine einstweilige Verfügung wegen unerlaubter Werbung zu erwirken, dies ist nicht gelungen. Das Gericht fand, das Unternehmen werbe schon seit Jahrzehnten auf diese Weise. Eile sei daher nicht geboten. Der Entscheid bleibe dem am Landgericht Kleve anhängigen Hauptsacheverfahren vorbehalten, eventuell dem Europäischen Gerichtshof. (Quelle: Google Alkohol Alert, 23.3.10) spiegel.de,23.3.10 Kommentar: Es ist makaber, dass auf den Verband der Spirituosen-Industrie gewartet werden musste, bis dieser Werbeunfug eventuell abgestellt werden kann, der medizinisch völlig unhaltbar ist.
Kategorie: Alkoholindustrie, Allgemein, Gerichtsfälle, Internationales, Werbung |
Keine Kommentare »