Samstag 8. Mai 2010 von htm
Ein Ustermer untersuchte als Maturitätsarbeit, wie der Nachtzug nach Zürich das Nachtleben in Uster veränderte. Es gibt praktisch keines mehr. (Quelle: Tages-Anzeiger, 7.5.10) Kommentar: Ein Unternehmen des Bundes als Förderer des Nachtlebens mit all seinen Nebenwirkungen. Die SBB hat sich auch immer geweigert, auf Alkoholwerbung in den Bahnhöfen zu verzichten.
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Freitag 7. Mai 2010 von htm
SENDUNG VOM DIENSTAG, 4. MAI 2010, 22.45 UHR in das Erste (ARD)
„Alkohol – Bester Freund oder schlimmster Feind?“
Sehr geehrte Damen und Herren,
Statt in der gestrigen Sendung das übliche Procedere ablaufen zu lassen, d.h. die beiden Seiten gegeneinander antreten zu lassen, hätten Sie die historische Chance ergreifen können, die Wahrheit zum Alkoholproblem zu verbreiten, wie sie in der WHO-Resolution diesen Monat an der WHO-GV in Genf hoffentlich verabschiedet werden wird. Stattdessen verschafften sie den Alkoholbefürwortern eine Plattform für ihre Alkoholwerbung, mit der sie alle Alkoholkonsumenten in ihrem Konsum bestärkten. Leider war auch die Gegenseite nicht genügend vorbereitet. Der junge Modedesigner war zum Glück in der Lage, mit seinem Mundwerk dem Vielschwätzer der Bierlobby Paroli zu bieten.
Falls Sie überhaupt ernsthaft an dem Thema interessiert sind, empfehle ich Ihnen die Webseite www.alkoholpolitik.ch. Sie soll international die beste Informationsquelle zu dem Thema sein.
Damit Sie sehen, wohin die Alkoholstrategie der WHO zielt, hier eine kurze Erläuterung:
Die WHO bringt den neuen Begriff des Passivtrinkers in die Diskussion. Wir alle sind Passivtrinker, denn wir leiden unter den Folgen des Alkoholkonsums: Gewalt, sexuelle Gewalt, Vandalismus, zerrüttete Familien, Kinder, die in alkoholbelasteten Familien lange leiden (psychisch, armutsbedingt, Gewalt, schlechte Lebensaussichten; in Deutschland mehr als 1 Million), Unfälle mit Tot und Invalidität in Beruf, im Verkehr: oft sind unschuldige Opfer zu beklagen, Krankheiten und Tod: Die WHO spricht von ca 6O Krankheiten, bei denen Alkohol eine Haupt- oder Nebenrolle spielt. Armut. Passivtrinker sind wir auch, weil wir die finanziellen Schäden ein Leben lang ungefragt mit Steuern und Versicherungsprämien mitbezahlen. Würden nun diese mässigen- und Nichtkonsumenten ihre Verantwortung wahnehmen, könnten sie das Problem deutlich reduzieren. Sie sollen ja die Mehrheit bilden. Würden Alkoholsteuern erhoben, die den Namen auch
verdienen, hätten sie die geringste zusätzliche Last zu tragen und wären an den positiven Auswirkungen voll beteiligt. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen übrigens, dass alle Konsumgruppen auf die
Preiserhöhung mit Minderkonsum reagieren. Natürlich müsste, auch gemäss WHO, ein ganzes Massnahmepaket beschlossen werden.
Wenn Sie diese Botschaft ins Volk bringen, leisten Sie der Öffentlichkeit einen grossen Dienst. Und sich selber auch.
Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer
www.alkoholpolitik.ch
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Donnerstag 6. Mai 2010 von htm
Die Grünen wollen Alkohol-Werbung im Fernsehen einschränken. Der Jugendexperte der Fraktion, Gehring, sagte, Werbespots für Bier und Schnaps sollten nicht so aufgemacht sein, dass sie Jugendliche ansprechen. Außerdem sollten sie nicht rund um Sendungen ausgestrahlt werden, die vor allem Jugendliche sehen. (Quelle: Google Alkohol News, 4.5.10) domradio.de, 3.5.10
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Donnerstag 6. Mai 2010 von htm
19.4.2010
Redaktion der
Neuen Zürcher Zeitung
Briefe an die NZZ
8021 Zürich
Per e-mail redaktion@nzz.ch
Leserbrief zu „Wenn Pädagogen auch Polizisten sind“ am 19.4.10
Meine über dreissig Jahre als Oberstufenlehrer, der sich intensiv um Suchtprävention bemüht hat, haben mir gezeigt, dass die inzwischen wissenschaftlich erhärteten Erkenntnisse zutreffen: Schulprävention vermag den Wissensstand zu verbessern, aber kaum das Verhalten zu steuern. Ein wesentlicher Grund wird im Artikel am Schluss angedeutet: Solange das Umfeld von Alkoholfreudigkeit geprägt ist, wirkt die Prävention unglaubwürdig und ist unwirksam. Da spielt das nahe Umfeld der Lehrerschaft schon eine Rolle. Aber die ganze Erwachsenengesellschaft ist ja geprägt von Alkohol in jeder Situation, von der Wiege bis zur Bahre. Die Medien überbieten sich mit Lifestyle-Berichten zu Alkohol-Themen. Und die Politik gibt laufend neue Highlights (z.B. TV-Alkoholwerbung, Verwässerung des Präventionsgesetzes, usw.) als Dreingabe, damit ja klar ist, wie die Interessen verteilt sind.
Dass nun noch die Repression in der Schule mit Drogentests Einzug halten muss, ist eine weitere Bankrotterklärung der Politik, die nicht gewillt ist, das nötige Massnahmenpaket zu schnüren und ihrer Verantwortung gerecht zu werden.
Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer
(nicht erschienen)
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Sonntag 18. April 2010 von htm
„Unter der Schirmherrschaft von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) haben die Stiftung für das behinderte Kind und der deutsche Brauer-Bund eine Aufklärungskampagne gegen Alkohol in der Schwangerschaft gestartet. Die Aktion „0,0 Promille in der Schwangerschaft“ wendet sich an Frauen im gebärfähigen Alter und will über die drohenden lebenslangen Folgen des Alkoholkonsums während der Schwangerschaft aufklären.“ (Quelle: Google Alkohol News, 17.4.10) fasd-zentrum.blogspot.com, 16.4.10 (Mit unserem Online-Kommentar) Kommentar: Was der Spirituosenverband kann, liegt auch dem deutschen Brauer-Bund nicht fern. Er unterstützt das neue FASD-Zentrum der Charité in Berlin gegen Alkohol in der Schwangerschaft. Wie schon erwähnt, eine Art pervertiertes Social Marketing. Wer evaluiert den eventuellen Nutzen gegenüber dem zusätzlich angerichteten Schaden?
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Sonntag 18. April 2010 von htm
Die 10 Plätze der vor wenigen Tagen eröffneten suchtmedizinischen Tagesklinik am Zürcher Sihlquai sind bereits ausgebucht. Bis Mitte Jahr sollen 20 Plätze zur Verfügung stehen, wie es in einer Mitteilung der Forel-Klinik vom Freitag heisst. Die ärztlich geleitete Tagesklinik richtet sich an Menschen mit Alkoholproblemen, allenfalls in Kombination mit Tabletten- oder Tabaksucht. Das Behandlungsangebot in der Tagesklinik besteht aus Psycho-, Bewegungs- und Gestaltungstherapie. Die Kosten für eine Behandlung in der Tagesklinik werden von den Krankenkassen übernommen. (Quelle: NZZ, 16.4.10) Kommentar: Ob sich die Leser der NZZ bewusst sind, dass sie diese Einrichtung mit ihren Krankenkassenprämien finanzieren – dass sie von der WHO u.a. deshalb „Passivtrinker genannt werden? Bezahlen müsste eigentlich die Alkoholindustrie, die den Konsum ihrer Produkte als harmlos, ja sogar als erstrebenwert anpreist. Diese Einrichtung ist abgesehen davon natürlich nützlich.
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Dienstag 13. April 2010 von htm
Der Öffentlichkeitssoziologe Kurt Imhof baut an einer Beobachtungsstation, welche die Lage der Medien erfassen soll. Wir befragten ihn zum Stand des Projekts. Interview: ras.
Kurt Imhof, Ende November 2008 kündigten Sie an, ein Medien-Observatorium zu gründen. Hat Ihr Projekt inzwischen Fortschritte gemacht? … (Quelle: nzz.ch, 13.4.10) Kommentar: Ist er wohl so unabhängig, dass er die Berichterstattung über die Alkoholpolitik untersuchen kann und will?
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Sonntag 11. April 2010 von htm
Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner will Energy-Drinks grundsätzlich mit Warnhinweisen versehen. Das berichtet die «Saarbrücker Zeitung». Bitte nicht zu viel davon trinken, vor allem nicht beim Sport und schon gar nicht zusammen mit Alkohol – das sollen die Hinweise aussagen. (Quelle: Google Alkohol News, 11.4.10) zeit.de, 10.4.10
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Samstag 10. April 2010 von htm
Unser Online-Kommentar auf gutefrage.net, am 10.4.10
Dafür gibt es mehrere Gründe. Z.B. rauchen nur noch etwa 25-30%. Alkoholkonsumenten sind um die 75%. Dann ist die Alkoholindustrie in den industrialisierten Ländern meistens stark vertreten und mit ihrer Werbung und dem Sponsoring hat sie viele Menschen und Institutionen an sich gebunden (Werbung, Medien, Politiker, Regierungen. Viele Menschen sind selber an ein Trinkverhalten gewöhnt, das ihnen unbewusst nicht erlaubt, dagegen vorzugehen. Die wahrscheinlich mässig konsumierende Mehrheit denkt, sie habe ja kein Alkoholproblem, also geht es sie nichts an. Sie wollen auch keine kleinen Opfer bringen, z.B. höhere Alkoholsteuern, weil sie ihre Mitverantwortung leider nicht sehen. Der neue Begriff des „Passivtrinkers“ will gerade dies thematisieren. Jeder, ob Konsument oder nicht, leidet passiv an den Folgen des Alkoholkonsums der Gesellschaft. Durch verminderte Lebensqualität (Gewalt, sexuelle Gewalt, Armut, Unfälle, ungewollte Schwangerschaften, Kinder in alkoholbelasteten Familien (Deutschland hat mehr als 1 Million), überbelastetes Gesundheitswesen) Dazu kommen die immensen Sozialkosten, die wir alle ungefragt ein Leben lang bezahlen. Würde der Gesamtkonsum und damit die Schäden gesenkt, hätten gerade die Nicht- oder Mässigkonsumenten den grössten Nutzen bei kleinstem Einsatz. Ein weiterer Grund ist der, dass die Bevölkerung schlecht informiert wird. Die Medien und die meisten Regierungen sind so stark an die Alkoholindustrie gebunden, dass sie ihr Volk nicht genügend informieren und dieses deshalb auf die Regierungen keinen Druck ausübt, dass die Verhältnisse geändert werden. Was auch heisst, die Gesellschaftsfähigkeit des Alkohols zu mindern. Dann würde automatisch auch der grassierende Jugendalkoholismus zurückgehen. Denn die Jugend spiegelt bekanntlich die Gesellschaft. Der Tabakkonsum und sein Prestige ging zurück, nachdem seine Gefährlichkeit für die Gesundheit bewiesen wurde und den Produzenten gerichtlich nachgewiesen wurde, dass sie trotz besseres Wissen, den giftigen Stoff weiter als harmlos vermarkteten. Die Alkoholindustrie hat dies erfasst und gibt laufend neue Studien heraus, wie harmlos ja sogar gesundheitsfördernd alkoholische Getränke seien. In Deutschland betreibt sie seit gestern eine pervertierte Art von Social Marketing, indem sie bei Schwangeren Prävention betreiben und damit für ihren Namen werben und hoffen, damit bei den andern Konsumenten mehr zu verkaufen. Diese Thematik wird seit Jahren auf https://www.alkoholpolitik.ch kritisch und unabhängig abgehandelt.
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Samstag 10. April 2010 von htm
An der Charité in Berlin hängen seit kurzem riesige Transparente, die mit dem Slogan »Mein Kind will keinen Alkohol« Schwangere dazu aufrufen, während ihrer Schwangerschaft auf Alkohol zu verzichten. Anlass war die Eröffnung des FASD-Zentrums, einer Einrichtung zur Behandlung von Menschen mit angeborenen Alkoholschäden. Finanzielle Unterstützung erhielten Charité und FASD-Zentrum ausgerechnet vom zweitgrößten Allkoholproduzenten Pernod Ricard, der die professionell top-gestaltete Website www.mein-kind-will-keinen-alkohol.de aufschaltete und die Kampagne mit prominenten Frauen aus Showbiz und Politik versorgte. …
»Rausch« würde gern Ihre Meinung dazu wissen: Soll die Alkoholindustrie Prävention betreiben? Herzlich willkommen bei unserer neuen Umfrage (Quelle: zeitschrift-rausch.de, 9.4.10) (Wir haben gestern bereits kommentiert.)
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