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Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Archiv für die Kategorie 'Verbraucherschutz'

D: Hessischer Wirtschaftsminister plant Verbot von Alkohol-Partys in Gaststätten

Samstag 4. Juni 2011 von htm

Mit einem Verbot von Alkohol-Partys in Gaststätten will Hessen den Jugendschutz verbessern und gegen die vor allem bei jungen Leuten beliebten Saufgelage vorgehen. Den Wirten soll mit einem Bußgeld von 10 000 Euro und sogar mit dem Entzug ihrer Betriebserlaubnis gedroht werden, wenn sie sogenannte Flatrate-Partys oder ähnliche Billig-Angebote machen und ihre Gäste damit zu übermäßigem Alkoholkonsum animieren. … (Quelle: Google Alkohol News, 4.6.11) bild.de, 3.6.11

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Leserbrief zu „Die Stadt schenkt weiterhin Alkohol aus“

Donnerstag 2. Juni 2011 von htm

2.6.2011
Redaktion
Der Landbote
8401 Winterthur

per e-mail

Leserbrief zu „Die Stadt schenkt weiterhin Alkohol aus“ in Der Landbote vom 1.6.11 (online nur für Abonnenten)

Stadtrat Nicolas Galladé zieht in einem Interview Bilanz nach der nationalen Dialogwoche „Alkohol“, die das Bundesamt für Gesundheit iniziiert hat.

Diese Bilanz fällt für den fachkundigen Leser sehr zwiespältig aus. Einerseits macht er richtige Aussagen, z.B. wenn er findet, der Umgang mit Alkohol sei in unserer Gesellschaft tabuisiert. Anderseits findet er, dass selbst der Rausch seine positiven Seiten habe. Da ist das sogenannte „Recht auf Rausch“, wie es die Liberalen fordern, ohne Rücksicht auf Familie und Gesellschaft, nicht mehr weit.

Aus seinen Schilderungen über die Rolle des Alkohols im Stadtrat-Alltag oder wie er bei den Festen in Winterthur dazugehört, muss man schliessen, dass er die Alkohollobby-Werbung und ihre Lifestyle-Umarmung voll verinnerlicht hat. Von den Bestrebungen der Weltgesundheitsorganisation WHO mit ihrer globalen Alkohol-Strategie hat er wohl nichts gehört (Tabu). Dass diese schon vor Jahren davon abgeraten hat, mit der Alkoholindustrie die Alkoholprävention zu planen, natürlich auch nicht.

Nach ihm braucht es neben der Durchsetzung bisheriger Gesetze keine zusätzlichen strukturellen Massnahmen. Der Stadtrat hätte es schon lange in der Hand gehabt, einiges für deren Durchsetzung zu tun. Er hat sich immer darum gedrückt. Und ohne zusätzliche wirksame strukturelle Massnahmen, wie sie die WHO empfiehlt, werden wir beim Alkoholproblem nichts Wesentliches verändern. Sehr zur Freude der Alkoholindustrie, die in Winterthur viele Freunde hat. Wir, das Volk von Passivtrinkern, leiden weiterhin direkt oder indirekt unter den alkoholbedingten Schäden und bezahlen ein Leben lang ungefragt die immensen dazugehörigen Sozialkosten – mit Steuern, Versicherungs- und Krankenkassenprämien.

„Zum Wohl. Die Schweiz spricht über Alkohol“, hiess das Motto dieser Dialogwoche. Lasst uns fröhlich weiter darüber plaudern. Nur ja nicht konkret, wie wir die Alkoholnot vermindern könnten. Das würde nämlich vom Einzelnen und von der Gesellschaft Mitverantwortung verlangen, sprich eine Verhaltensänderung, z.B. bei einem Apéro auf Alkohol verzichten, das hätte schon Vorbildwirkung. Vor allem die Jugend, aber nicht nur diese, hätte bessere Vorbilder dringend nötig.

Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer, Effretikon
www.alkoholpolitik.ch
(mit kleinen Kürzungen am 6.6.11 veröffentlicht)

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CH: Schwarzer Fussball-Frühling

Mittwoch 1. Juni 2011 von htm

Der Fussballverband sträubt sich gegen härtere Massnahmen gegen Hooligans
Die Gewalt bei Fussballspielen hat in diesem Frühling überdurchschnittlich zugenommen. Die Massnahmen gegen Hooligans greifen zu wenig.
Sie haben Scheiben eingeschlagen, Verkleidungen von Beleuchtungskörpern heruntergerissen und Handfeuerlöscher geleert. Während der Aufenthalte in Bahnhöfen schmissen sie Flaschen aus dem Zug und verletzten einen Passanten: die Fans des FC Sion, als sie am Sonntag zum Cup-Final nach Basel fuhren. Der Schaden, den die Hooligans im Extrazug angerichtet haben und den die SBB bezahlen müssen, geht in die Zehntausende von Franken. … (Quelle: NZZ, 31.5.11) Kommentar:Grosser Artikel aber kein Wort über Alkohol. Letztes Jahr drei Millionen Franken ungedeckte Schäden, massiv verbilligte Billette, alles zahlt der SBB-Kunde.

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Hamburg: HVV: Alkoholverbot gilt ab September

Mittwoch 1. Juni 2011 von htm

In Hamburgs Bussen und Bahnen darf künftig kein Alkohol mehr getrunken werden. Dass das Verbot kommt, war schon seit Längerem klar, nun gibt es einen Termin: Vom 1. September an ist das „Wegbier“ tabu. Im ersten Monat würden noch keine Strafen erhoben, teilte der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) am Dienstag mit. Wer jedoch danach beim Trinken oder mit geöffneten Alkohol-Flaschen oder -Dosen erwischt wird, muss 40 Euro zahlen.
Weiterhin getrunken werden darf in Hadag-Fähren und Bahnen des Regionalverkehrs, welche die HVV-Grenzen in Richtung Schleswig-Holstein überschreiten. Dazu zählen die Nord-Ostsee-Bahn, die Nordbahn und DB Regio. (Quelle: Google Alkohol News, 31.5.11) ndr.de, 31.5.11

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D: Alkohol, Müll und Urin am Busbahnhof

Montag 23. Mai 2011 von htm

WEISSENFELS/MZ. „Wir setzen uns nicht ins Wartehäuschen, wenn die dort sitzen“, sagt Regina Janetzke. „Die“ – das sind fünf bis zehn Leute, die jeden Tag – oft schon am Vormittag – an den Busbahnhof kommen, Alkohol trinken, bei den Büschen im Freien urinieren, Flaschen stehen lassen, gelegentlich pöbeln und manchmal gewalttätig werden.
Zuletzt geschehen im Februar, als eine Verkäuferin im Supermarkt gewürgt wurde. Auch ein Busfahrer wurde schon angegriffen, ein anderes Mal hat ein Betrunkener die Seitenscheiben eines Busses eingeschmissen. … (Quelle: Google Alkohol News, 23.5.11) mz-web.de, 22.5.11

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CH: Alkohol an Jugendliche

Sonntag 22. Mai 2011 von htm

In den Monaten Februar bis April wurden im Auftrag der Luzerner Polizei insgesamt 155 Alkoholtestkäufe vorgenommen. Dabei wurden 78 Verkaufsgeschäfte, 60 Restaurationsbetriebe und 17 Festwirtschaften getestet. Die Kontrollen fanden in der Stadt Luzern und auf dem Land statt. … Die Testkäufe waren gegenüber dem Vorjahr etwas besser. Bei 62 von 155 Kontrollen (40 Prozent) erhielten Jugendliche aber immer noch alkoholische Getränke (Vorjahr 46 Prozent). Bei den Verkaufsgeschäften wurden bei 33 Prozent und bei den Restaurationsbetrieben inklusive Festwirtschaften bei 47 Prozent Alkohol verkauft. … Die fehlbaren Betriebe wurden orientiert und werden wieder getestet. (Quelle: Google Alkohol News, 19.5.11) wochen-zeitung.ch, 19.5.11
Kommentar: Man hat nicht den Eindruck, dass die Luzerner den Jugendschutz sehr ernst nehmen.

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CH: Randalierer fahren billiger mit der SBB

Montag 9. Mai 2011 von htm

SBB geben Fussball-Fans Rabatt, obwohl diese in Zügen Millionenschäden anrichten.
Für die treusten Kunden steigen die Abo-Preise, Fussballrowdys erhalten bis zu 60 Prozent Rabatt. Dies sei nötig, um die normalen Passagiere zu schützen, sagen die SBB.
Sie zahlen heute schon weniger als normale Passagiere und werden, wie SBB-Sprecher Reto Kormann sagt, in den Extrazügen auch künftig von Spezialtarifen profitieren. So kostet etwa die Fahrt von Zürich an den YB-Match in Bern und zurück mit Halbtax-Abo 22 Franken, im normalen Zug sind es 47 Franken. …
Die SBB privilegieren damit ausgerechnet jene Kunden, die ihnen die grössten Kosten verursachen. Verwüstete Züge mit herausgerissenen Sitzen und zerstörten Fenstern hinterlassen mittlerweile nach jeder Fussball-Saison eine ungedeckte Rechnung von drei Millionen Franken. Und gemäss SBB steigt die Schadenbilanz laufend an: «Gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres haben wir in der Rückrunde 2011 markant mehr Ereignisse rund um die Fan-Transporte verzeichnet», sagt Kormann. … (Quelle: NZZ, 8.5.11) Kommentar: Dass in Deutschland auf solchen Risikostrecken zu den Spielen Alkoholverbot eingeführt wurde, scheinen die SBB nicht gehört zu haben.

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Zürich: Neuer Klub setzt auf Billig-Alkohol – für Jugendliche

Sonntag 8. Mai 2011 von htm

Im Klub Liv dürfen Jugendliche ihren eigenen Alkohol mitbringen. Dies empört die Suchtpräventionsstelle.
Eine Wodka-Flasche für 25 Franken, Bier schon ab vier Franken und zur Krönung dürfen gar eigene Flaschen mit in den Klub genommen werden. Der Klub Liv will sein Publikum mit Billig-Alkohol anziehen. Dies berichtet 20 Minuten in seiner heutigen Ausgabe.
Der Klub öffnet am Samstag seine Tore im ehemaligen Klub Oh! beim Letzipark. Laut Mitbetreiber Kamil Fencap wollle man mit dem Konzept dem Trend entgegensteuern, dass sich viele Partygänger an einer Tankstelle Alkohol kaufen und sich vor den Klubs betrinken, um Geld zu sparen. … (Quelle: Tages-Anzeiger, 6.5.11) Kommentar: Das ist nur ein Beweis, dass es an einer echten Alkoholpolitik fehlt. Wir haben nur eine „Pflästerlipolitik“. Die Suchtpräventionsstelle müsste der Bevölkerung reinen Wein einschenken, doch dafür sind ihr die Hände von den politischen Behörden gebunden.

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CH: Steigende Kosten im Gesundheitswesen

Sonntag 1. Mai 2011 von htm

Kosten machen 2009 bereits 11,4 Prozent des Bruttoinlandprodukts aus.
Die Schweizer lassen sich ihre Gesundheit immer mehr Geld kosten: Das Gesundheitswesen hat im Jahr 2009 61 Milliarden Franken gekostet – 4,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Am stärksten stiegen die Kosten bei der ambulanten Behandlung in Spitälern. (Quelle: NZZ, 29.4.11) Kommentar: Dass mit einer Senkung des Alkoholkonsums die Gesundheitskosten massiv reduziert werden könnten, wird immer noch verschwiegen. Profitieren würden alle. (Ausser der mehrheitlich ausländischen Alkoholindustrie)

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2. Leserbrief zur Testkauf-Debatte im Zürcher Kantonsrat

Donnerstag 28. April 2011 von htm

12.4.2011

Redaktion
Neue Zürcher Zeitung
8001 Zürich

Per e-mail

Leserbrief zu „Jugendliche testen Alkohol- und Tabakkauf“ vom 12.4.11

Dass die SVP gegen Testkäufe eingestellt ist, kann noch verstehen, wer an ihre enge Vernetzung mit Alkohol- und Tabakindustrie denkt. Diese Suchtmittel-Profite sind ihr wichtiger als die Gesundheit und die Zukunft eines beträchtlichen Teils unserer Jugend.

Dass die Grünen dagegen sind, ist einfach unverständlich. Sie setzen sich vorbildlich für eine gesunde, lebenswerte Umwelt ein und weigern sich, einen wirksamen Jugendschutz zu unterstützen. Umwelt gegen die Gesundheit des Menschen auszuspielen, der im Mittelpunkt einer gesunden Umwelt stehen sollte, ist nicht nachvollziehbar.

Kinder würden als V-Männer eingesetzt, das sei verwerflich. Dabei sind die Testpersonen Jugendliche aus dem Umfeld des Blauen Kreuzes, für die Aufgabe geschult, problembewusst und motiviert. Diese Tätigkeit ist eine vorzügliche praktische Staatsbürgerkunde, bei der einige unschöne Seiten unserer hochgelobten Demokratie ans Tageslicht treten und nachdenklich machen. Vielleicht ist dies mit ein Grund, warum die Gegner Testkäufe bekämpfen. Diese Jugendlichen werden, wenn sie das stimmfähige Alter erreicht haben, kaum deren Wählerpotential vergrössern.

Erfreulich überraschend ist, dass die FDP, wenigstens teilweise, für die Vorlage eintrat und stimmte. Dass der Fraktionschef Thomas Vogel das Ganze ein „Affentheater“ nannte, ist allerdings wieder verwirrend und bedürfte einer Erklärung.

Nicht zum Ausdruck kam in der berichteten Debatte, dass der Jugendschutz, für den Testkäufe wahrscheinlich die beste Methode der Durchsetzung bedeuten, nicht die wichtigste Form der Alkoholprävention darstellt. Die Trinkunkultur der Erwachsenen ist immer noch die Voraussetzung dafür, dass die Jugend überhaupt Interesse am Alkoholkonsum entwickelt. Und diesen Aspekt verdrängen besonders auch zu viele Politiker, die in der gesellschaftlichen Verantwortung stehen.

Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer, Effretikon

(Am 26.4.11 mit kleinen Kürzungen und Änderungen veröffentlicht.)

PS  Ich habe auch die heutige Seite von Konrad Hummler gelesen (Meinung und Debatte). Nehmen Sie ihn beim Wort.

 

Kategorie: Alkohol-Testkäufe, Alkoholindustrie, Allgemein, Andere Drogen, Erhältlichkeit, Gesundheit, Jugend, Kinder, Kultur, Politik, Schweiz, Verbraucherschutz, Verhältnis-Präv., Verschiedene, Wirtschaft | Keine Kommentare »

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