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Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Archiv für die Kategorie 'Gewalt/Kriminalität'

CH: Die ungeliebte Getränkelimite am Openair Gampel

Dienstag 24. August 2010 von htm

Das Openair Gampel hat in diesem Jahr zum ersten Mal eine Getränkelimite eingeführt. Jeder Besucher darf nur noch drei Liter auf den Zeltplatz mitbringen. Nichts also mit endlos Bier schleppen – könnte man meinen. (Quelle: tink.ch, 23.8.10) Kommentar: Der gute Wille reicht nicht. Es braucht auch eine entsprechende Organisation und Durchhaltewillen, sonst ist man der Lächerlichkeit preisgegeben. Mit Prävention hat diese Alibiübung jedenfalls wenig zu tun.

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Bunte Bändeli gegen den Exzess an der Wetziker Chilbi

Montag 23. August 2010 von htm

Der Alkoholkonsum an der Wetziker Chilbi hatte in den letzten Jahren denkwürdige Folgen. Doch dieses Jahr soll alles anders werden. Mit einer neuen Präventionsstrategie will das Organisationskomitee verhindern, dass der Abend in einem bösen Morgen – oder bildlich gesprochen: über der Kloschüssel – endet. Das Konzept: An den Haupteingängen des Geländes und vor der Eishalle befinden sich vier Checkpoints. … Solange sich die Bars nicht konsequent an die Beschränkungen hielten, sei das Konzept zwecklos, meint die Bubikerin. Tatsächlich tragen die meisten Chilbibesucher zwar einen Becher in der Hand, aber kein Bändeli um den Arm. (Quelle: Tages-Anzeiger, 22.8.10) Kommentar: Einzelbeobachtungen genügen nicht zur Einschätzung des Erfolgs. Umsatz- und Besucherzahlen, sowie die Berichte der Notfallstationen müssten mit dem Vorjahr verglichen werden. Besser wäre es auf alle Fälle, nicht nur auf eine Massnahme abzustellen. Z.B. strenge Kontrollen der Verkaufsstellen mit massiven Sanktionen, Mindestpreise für Alkoholika, wesentlich billiger als für Alkoholfreies, z.B. durch hohe Standgebühren. Mitgebrachten Alkohol verbieten und einsammeln.

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CH: Alkohol am Churer Fest massvoll geniessen

Sonntag 22. August 2010 von htm

Aufgrund des Churer Fests ist in der Churer Innenstadt ab heute bis am Sonntag mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen. Ausserdem weist die Stadtpolizei in ihrer Mitteilung darauf hin, dass auch am diesjährigen Churer Fest im sicherheits- und verkehrspolizeilichen Bereich Schwerpunkte gesetzt werden. Deshalb ruft die Stadtpolizei in Erinnerung, dass Alkohol generell massvoll genossen werden soll und dass Festbesucher, die noch Auto fahren möchten, strikt auf Alkohol verzichten sollen. (Quelle: Google Alkohol News, 21.8.10) suedostschweiz.ch, 20.8.10

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Schwarzbrenner an der Mosel erwischt

Mittwoch 18. August 2010 von htm

An der Mosel ist ein Schwarzbrenner aufgeflogen, der offenbar über Jahre nebenbei kräftig Kasse gemacht. Die Behörden hatten einen Tipp bekommen: Das wird teuer: In dieser Anlage hat ein Betrieb im Raum Bernkastel-Kues nach Angaben des Zolls mehr als 18.000 Liter Alkohol schwarz gebrannt. 240.000 Euro Steuern wird er nachzahlen müssen, dazu wird eine Strafe kommen. „Außerdem muss er mit einer empfindlichen Strafe rechnen“, so Hans-Jürgen Schmidt, Sprecher der Frankfurter Zollfahndung. (Quelle: Google Alkohol News, 18.8.10) rhein-zeitung.de, 17.8.10

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USA: Alkohol und Gewalt: Krisenintervention in der Klinik

Freitag 6. August 2010 von htm

Ann Arbor – US-Forscher wollen Jugendliche, die wegen eines Alkoholexzesses oder Verletzungen im Krankenhaus behandelt werden, durch eine psychologische Kurzintervention zu einer vernünftigeren Lebensweise ermuntern. Die Ergebnisse einer randomisierten Studie im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2010; 304: 527-535) sind jedoch nicht eindeutig. (Quelle: aerzteblatt.de, 4.8.10)

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Stimme nach der Loveparade

Montag 2. August 2010 von htm

Die Heuchelei über die Schuld an der Massaker-Loveparade zieht sich bis in die Trauerfeier am letzten Samstag in der Duisburger Salvatorkirche. Der schwachsinnige Präses der rheinischen Protestanten, Nikolaus Schneider, (62) nannte das Drogen- und Alkoholspektakel ein „Fest der überbordenden Lebensfreude“.
Es gab auch besonnene Stimmen. So warnte der ehemalige Polizeipräsident von Bochum, Thomas Wenner (63), vor der Trauerfeier vor den politischen Schönrednern: „Die Loveparade ist die größte Drogenparty mit viel Alkoholgenuß, die man im Ruhrgebiet auf einmal haben kann.“ …(Quelle: kreuz.net, 2.8.10)

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Leserbrief zum 24-h-Alkoholverkauf in Zürich

Mittwoch 28. Juli 2010 von htm

14.7.2010

Redaktion
Tages-Anzeiger
Leserforum
Zürich

Per e-mail

Leserbrief zu „Der HB ist das grösste Jugendhaus der Schweiz“ vom 13.7.2010

Eine wirklich gelungene Wortschöpfung oder Neudefinierung: Die Alkoholindustrie wird zum Freizeitgewerbe hochstilisiert. Was England mit seinem 24-Stundenbetrieb eingeführt und die entsprechenden voraussehbaren Folgen erlebt hat, wird nun hier mit Erstaunen und Betroffenheit auch festgestellt. Wir haben auf Drängen des Wirteverbandes und seiner Lobbyisten im Kantonsrat das Gastgewerbegesetz vor 15 Jahren liberalisiert und damit die Mitverantwortung der Gesellschaft aufgegeben. Als „Passivtrinker“ (gemäss WHO) tragen wir nur noch die Folgen.
Natürlich kommen aus allen Ecken wohlgemeinte Ratschläge, was zu tun wäre, aber auf die Fachleute hört niemand. Auch einem Prof. Martin Killias wird Weltfremdheit vorgeworfen, wenn er eine Rückkehr zur Polizeistunde andenkt. Dabei hat er das gemacht, was jeder Politiker tun müsste: Eine negative Entwicklung nüchtern analysieren und nach geeigneten Gegenstrategien suchen.
Sein Beispiel zur Verantwortung der Eltern ist besonders interessant. Die Veränderung der Strukturen im viel grösseren Angebot an Ausgehmöglichkeiten verunmöglichen den Eltern, ihre Rolle zu spielen. Also müsste der Staat diese Strukturen wieder so zurechtbiegen, dass die Verhältnisse normalisiert werden können.
In der Alkoholprävention sprach man deshalb früher von strukturellen Massnahmen, heute ist das die Verhältnisprävention. Die WHO hat im Mai eine riesige Untersuchung mit einer Resolution für eine globale Alkohol-Strategie abgeschlossen, die auch von der Schweizer Regierung mitunterzeichnet wurde. Darin sind die wirksamen Massnahmen detailliert und evidenz-basiert aufgezeigt, welche zu einer sinnvollen Alkoholprävention gehören. Es müsste ein ganzes Paket geschnürt werden. Bisher hiess es immer bei einer vorgeschlagenen Massnahme, dies geht nicht, man sollte jenes tun. Wichtig wäre aber einmal, dass man sich über das Ziel einig ist.
Bei den illegalen Drogen gab es vor Jahren einen parteiübergreifenden Konsens, was zu tun ist. Beim Alkohol, der bei uns viel schädlicher wirkt, besteht die Einigkeit unter den bürgerlichen Mehrheits-Parteien vor allem darin, nichts zu tun oder nur etwas, das die Jugend betrifft, die Erwachsenen aber, in ihrem ebenso risikohaften Trinkverhalten, wenn möglich noch bestärkt. Auf keinen Fall darf das Alkoholgewerbe darunter leiden, und wir alle bleiben die Dummen – auch die Jugendlichen, die ihre Gesundheit, ihre Berufsaussichten und die Chancen ihrer zukünftigen Kinder riskieren. Auch unsere Gesellschaft und die Wirtschaft hätte Bedarf an weniger alkoholbelasteten zukünftigen Stimmbürgerinnen, Stimmbürgern und Arbeitskräften.

Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer, Effretikon
(nicht veröffentlicht)

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Richelsdorfer Gespräch über Aggressivität

Dienstag 27. Juli 2010 von htm

Eine Vielzahl von Untersuchungen zeigt, dass es einen deutlichen Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und gewalttätigen Handlungen gibt. Das sagte Professor Dr. Michael Klein beim 13. Richelsdorfer Gespräch in der AHG Klinik Richelsdorf. (Quelle: hna.de, 21.7.10) mit unserem Online-Kommentar: Endlich ist der Faktor Alkohol in seiner Bedeutung bei der Gewaltausübung erkannt. Noch vor Jahren wurde ich von Fachleuten angefeindet oder ignoriert, wenn ich auf diesen Zusammenhang hinwies und Konsequenzen forderte. Es ist nötig, dass diese Tabuisierung auch bei der Armutsdskussion und bei der Entwicklungshilfe aufhört. Nur wenn in der Gesellschaft das Bewusstsein wächst, dass Alkohol auf vielen Gebieten eine wesentliche negative Rolle spielt, wird der Wille grösser, etwas Wirkungsvolles dagegen zu tun und mit den Alibiübungen aufzuhören.

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Teilweise aus für 24-Stunden-Tankstellenshops in Zürich

Dienstag 27. Juli 2010 von htm

Das Bundesgericht hat die nächtliche Schliessung von sieben Zürcher Tankstellenshops besiegelt. Künftig dürfen die Shops zwischen 1 und 5 Uhr nur noch Benzin und Bistro-Kleinigkeiten verkaufen. BP reagiert scharf.
Zwischen 1 und 5 Uhr morgens gibt es keine Pizza mehr: Bundesgericht entscheidet über Sortiment der Tankstellenshops.
Nach Ansicht der Richter in Lausanne kann die Mehrheit der Bevölkerung auf Einkäufe nachts zwischen ein und fünf Uhr verzichten, ohne dies als grossen Mangel zu empfinden.
Mit seinem Entscheid hat das Bundesgericht die Beschwerde von drei BP-Tankstellen abgewiesen. Insgesamt führen sieben Tankstellen von BP, Shell und Esso im Raum Zürich, Winterthur und beim Flughafen seit über zehn Jahren ihre Shops im 24-Stunden-Betrieb, was von den Behörden lange toleriert wurde. (Quelle: Tages-Anzeiger, 23.7.10NZZ, 22.7.10) Kommentar: Wenn eine klare schweizerische Lösung bestehen würde, die den Alkoholverkauf über die Gasse ab z.B. 2O.00 bis 08.00 Uhr generell verbieten würde, würde Rechtsgleichheit bestehen und der Volksgesundheit gedient. Jetzt wird nur das arbeitsrechtliche Problem gesehen, dabei ist der aktuelle Jugendalkoholismus zu einem bedeutenden Teil wegen der alkoholführenden Tankstellenshops entstanden. Die damalige Kantonsregierung trägt daran Mitschuld. Sie hat die Bewilligungen für die ersten Tankstellen gegen den Widerstand der Abstinentenverbände erteilt.

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Halbstarke terrorisieren Anwohner in Effretikon, CH

Dienstag 27. Juli 2010 von htm

Die Esso-Tankstelle in Effretikon ist ein nächtlicher Treffpunkt. Die Nachbarn haben genug.
Seit die Tankstelle mit ihrem Shop bis um Mitternacht geöffnet hat, würden sich gerade in den Sommermonaten Nacht für Nacht Jugendliche bei der Tankstelle treffen. Bei offenen Auto­türen liessen sie die Bässe dröhnen, würden mit quietschenden Reifen um die Zapfsäulen Slalom fahren und mit überhöhter Geschwindigkeit losrauschen. «Und am Morgen darauf sieht es dann aus, wie wenn eine Bombe eingeschlagen hätte», empört sich die Frau. Verrupfte Zeitungsbündel, Kot und Urin an den Wänden und hinter den Containern, Bier- und Wodkaflaschen in den Hecken und in den Gärten – Spuren, die von den nächtlichen Treffen zeugen. «Und wenn wir uns wehren und die Jungen in die Pflicht nehmen wollen, müssen wir damit rechnen, dass es am nächsten Tag noch schlimmer wird. Oder sie rächen sich, indem sie nachts an unserer Türe läuten.» Die Anwohner hätten genug, aber ballten die Faust im Sack. (Quelle: Tages-Anzeiger, 22.7.10) Kommentar: Die eigene Stadtpolizei könnte doch bei den Fahrern Alkoholkontrollen durchführen und Verzeigungen wegen Nachtruhestörung vornehmen. Wo klemmt’s denn?

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