Dienstag 7. Dezember 2010 von htm
Lauterbach: Landrat Rudolf Marx (CDU) und die 19 Vogelsberger Bürgermeister haben Maßnahmen gegen Alkoholmissbrauch beschlossen. Jede Veranstaltung endet (wie bereits im Kreis Fulda) um 3 Uhr, die Teilnehmer müssen Bänder tragen, die ihr Alter anzeigen.
Bei schwere Vergiftungen Jugendlicher und Gewalt durch Alkoholmissbrauch liegt der Vogelsbergkreis in der traurigen Spitzengruppe in Hessen. Die Zahl der Alkohol-Vergiftungen liege im Vogelsberg doppelt so hoch wie im Landesdurchschnitt, berichtet Dr. Henrik Reygers, stellvertretender Leiter des Gesundheitsamts. „Drei oder vier Promille sind keine Seltenheit mehr.“
Flatrate-Parties, Komasaufen und Kampftrinken haben nach Auffassung von Landrat und Bürgermeistern im Kreis so zugenommen, dass sie nun handeln. Auch die Polizei wurde eingebunden. Das abgestimmte Vorgehen soll einen Trink-Tourismus unterbinden, weil überall im Kreis die gleichen Bedingungen herrschten, wie klare Einlasskontrollen und die Verkürzung der Sperrzeit auf drei Uhr. (Quelle: Google Alkohol News, 6.12.10) fuldaerzeitung.de, 6.12.10
unser Online-Kommentar: Die Besorgnis scheint gross, kommt aber reichlich spät. Wenn es ab 2 Uhr richtig schlimm wird, ist es eigenartig, dass erst ab 3 Uhr Sperrzeit sein soll. Von möglichen Sanktionen wird nicht gesprochen. Nur diese können abschreckend wirken.
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Freitag 3. Dezember 2010 von htm
Die EU will Verkehrssünder in ganz Europa schneller finden und bestrafen. Auf ein entsprechendes System zum elektronischen Datenaustausch haben sich die EU-Verkehrsminister in Brüssel geeinigt. Alkohol am Steuer gehört zu den betroffenen Verkehrssünden. Die Regelung soll frühestens 2013 in Kraft treten. (Quelle: Google Alkohol News, 2.12.10) focus.de, 2.12.10
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Mittwoch 1. Dezember 2010 von htm
Während die Polizei ihre Forderung für ein Alkoholverbot in Hannover untermauert, hält die Stadt dagegen: Sprecherin Konstanze Kalmus fehlt der Hinweis, dass „ an bestimmten Orten der Konsum von Alkohol zu Straftaten führt“ – doch den kann die Polizei offenbar mühelos erbringen. (Quelle: Google Alkohol News, 30.11.10) haz.de, 30.11.10 Kommentar: Die Online-Kommentare sprechen für sich.
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Freitag 26. November 2010 von htm
Jan O. sitzt in einer Einzelzelle in einem Knast mit höchster Sicherheitsstufe. Laut seinem Anwalt will er in Kürze den Mord an zwei Teenagern in Bodenfelde gestehen. Aus seinem Umfeld werden nun immer mehr Details bekannt: Sein Leben war geprägt von Drogen, Alkohol und Gewalt. (Quelle: Google Alkohol News, 11/25/10) spiegel.de, 25.11.10
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Donnerstag 25. November 2010 von htm
Früher, so Ute Fischer, hätte sie gesagt, dass die Hauptgründe für Gewalt an Frauen Alkohol und Armut sind. Inzwischen würde sie zumindest den zweiten Aspekt nicht mehr hervorheben. „Denn heute wissen wir, dass Gewalt an Frauen in allen Gesellschaftsschichten und Altersgruppen vorkommt“, so die Vorsitzende des Landesfrauenrates in Sachsen-Anhalt. Der Alkohol spiele dabei immer wieder eine Rolle.
Zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen veranstaltet der Landesfrauenrat eine Gedenkstunde im Landtag. Im Mittelpunkt steht die sexuelle Gewalt. Nachdem dieses Jahr in Deutschland viele Fälle von Missbrauch bekannt geworden sind, hätten sich auch in Sachsen-Anhalt mehr Frauen in den Beratungsstellen gemeldet, so Fischer. … (Quelle: Google Alkohol News, 24.11.10) mz-web.de, 24.11.10 unser Online-Kommentar: Wo ist die Prävention?
Der SPD-Politiker möchte die Hilfsangebote verbessern. Besser wäre doch, dafür zu sorgen, dass weniger Gewalt auftreten würde. Eine wirksame Methode wäre Alkoholprävention, da Alkohol sehr häufig mit der sexuellen Gewalt im Zusammenhang steht. Die Politik müsste die globale Alkohol-Strategie der WHO umsetzen, damit der Alkoholkonsum und damit die -Schäden zurückgingen. Bis jetzt schützt sie immer noch die Interessen der Alkoholindustrie.
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Donnerstag 25. November 2010 von htm
Unsere Antwort auf www.gutefrage.net
Als nach der industriellen Revolution die Massenproduktion von Alkohol (Kartoffelschnaps) die Armen noch ärmer machte, wurden erste Antialkoholgesetze erlassen. In Amerika und England waren es die Frauen, (Suffragetten) die auf der Strasse damit ihre politischen Rechte erkämpften. In der Schweiz waren es die Liberalen, die das Alkoholgesetz durchbrachten.
Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Alkohol das grosse Geschäft von globalen Konzernen, die mit immer raffinierteren Marketingmethoden zuerst die Frauen, dann auch die Jugendlichen und Kinder zum Alkoholkonsum verführten. Die Politik hat sich darauf beschränkt, je nach Land bescheidene Alkoholsteuern vor allem auf Spirituosen zu erheben, um das Budget zu entlasten, nicht um damit die alkoholbedingten Schäden zu verringern. (Ausnahme: Schweizer Alkoholzehntel in bescheidenem Umfang)
Die Politik hat sich bisher sehr widerstandsfähig gegenüber der wissenschaftlichen Forschung erwiesen, die sie einfach nicht zur Kenntnis nimmt und immer wieder sogenannt politische Entscheide trifft, d.h. die Interessen der Alkoholindustrie stärker gewichtet als die der Volksgesundheit. Seit Mai dieses Jahres ist auch allen klar, was getan werden müsste: Die WHO hat einstimmig eine globale Alkohol-Strategie verabschiedet, in der sie die alkoholbedingten Schäden aufzeigt und wie sie wirksam reduziert werden könnten. Die Regierungen haben unterschrieben und sie in den Schubladen versenkt. Die WHO hat in diesem Zusammenhang erwähnt, wir seien alle Passivtrinker, weil wir ungefragt ein Leben lang horrende Sozialkosten bezahlen und unter verminderter Lebensqualität leiden.
Und kürzlich haben englische Wissenschafter den Alkohol zur gefährlichsten Droge erklärt, wenn die Wirkung auf die Gesellschaft mitberücksichtigt wird. Dass die Politik nicht aktiv wird, hängt damit zusammen, dass die Bevölkerung sich nicht wehren kann, weil sie nicht informiert ist. Die Massenmedien berichten nur über Schäden, aber nicht über die Notwendigkeit, die möglichen Massnahmen dagegen zu ergreifen. So entsteht ein Gefühl des „man kann ja doch nichts machen!“
Die Politik wird gegenwärtig vor allem von bürgerlichen Parteien dominiert, deren Ideologie von der Selbstverantwortung geprägt ist. Darin enthalten ist das Recht auf den Suff, die Suchtkrankheit, die Selbstzerstörung. Sie glauben an diese Freiheit, merken aber nicht, dass wir alle von der Alkoholindustrie und ihren Vasallen in Geiselhaft genommen worden sind und wie oben erwähnt als Passivtrinker unsere Freiheit verloren haben. Dass die Freiheit des Einzelnen aufhört, wo die des Nächsten beschnitten wird, lassen sie höchstens als verbales Eingeständnis pro Forma gelten.
Auf meiner Webseite https://www.alkoholpolitik.ch habe ich einleitend geschrieben: „Alkoholpolitik ist in der Schweiz wie auch in andern Ländern ein eher unbeliebtes Thema, weil sehr oft die eigene Konsumhaltung, wirtschaftliche Eigeninteressen oder einfach die gesellschaftliche Wirklichkeit einer objektiven Betrachtungs- und Handlungsweise im Wege stehen.“ Zur Konsumhaltung wäre noch zu vermerken, dass jeder, der einmal ein Bier getrunken hat, glaubt, er sei jetzt ein Fachmann der Alkohologie. Die Web-Foren sind voll von Beiträgen dieser „Fachleute“. Es ist sehr schwierig, mit solchen Leuten eine Mehrheit für eine wirksame Alkoholprävention zu erreichen.
Kategorie: Alkoholindustrie, Alkoholsteuern, Allgemein, Andere Drogen, Armut, Diverse, Gesundheit, Gewalt/Kriminalität, Internationales, Jugend, Kinder, Leserbriefe, Medien, Passivtrinker, Politik, Schweiz, Sozialkosten, Verhältnis-Präv., Verschiedene, Weltgesundheits-Org., Zitate |
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Montag 22. November 2010 von htm
Mit Haftstrafen zwischen knapp drei und sieben Jahren werden die Prügelschüler bestraft. Ivan Z. darf dabei auf ein baldiges Ende seiner Strafe hoffen.
Das Landgericht München verhängte gegen die drei Schläger aus dem Kanton Zürich zwar mehrjährige Haftstrafen, doch das Gericht blieb deutlich unter den Forderungen der Staatsanwaltschaft. Statt der geforderten sechs bis neun Jahre müssen Mike B. sieben, Benji D. vier Jahre und zehn Monate und Ivan Z. zwei Jahre und zehn Monate hinter Gitter.
Diese Strafen müssen die drei jedoch nur bis zum Ende absitzen, wenn sie sich in der Haft nicht gut benehmen. Ivan Z. darf bereits «in einem Monat eine Haftentlassung beantragen». … (Quelle: Tages-Anzeiger, 22.11.10)
Kategorie: Allgemein, Gerichtsfälle, Gewalt/Kriminalität, Internationales, Jugend, Schweiz |
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Donnerstag 18. November 2010 von htm
Am 18. November 2010 ist Nationaler Aktionstag Alkoholprobleme. Alkohol und Gewalt sind häufig miteinander verbunden. Unter dem Motto „Gewaltig gefährdet“ sensibilisieren Alkoholfachstellen Betroffene und die Bevölkerung in der ganzen Schweiz für das erhöhte Gewaltrisiko bei Alkoholmissbrauch.
Ein neuer Flyer thematisiert die Problematik für ein breites Publikum. Zwar führt ein problematischer Alkoholkonsum nicht automatisch zu Gewaltakten. Alkohol und Gewalt treten aber häufig zusammen auf. Für häusliche Gewalt gilt: 30 bis 40% der Delikte werden unter Alkoholeinfluss verübt. Auch bei Sportanlässen, am Wochenende oder im Nachtleben ist bei Gewaltvorfällen oft Alkohol im Spiel. Die Ursachen von Gewalt sind stets komplex; Alkoholkonsum kann, nebst anderen Faktoren, eine Rolle spielen. … (Quelle: Pressemitteilung Sucht Info Schweiz, 15.11.10) Kommentar: Noch vor ein paar Jahren wurde ich von einer Fachperson massiv angefeindet, weil ich auf den Zusammenhang von Alkohol und Gewalt hinwies. Und die Behörden in Zürich hüllten sich nach meiner diesbezüglichen Intervention im Fall Schwamendingen in Schweigen. Der Wind hat nun offensichtlich gedreht, dieses Tabu ist gebrochen.
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Mittwoch 17. November 2010 von htm
Eigentlich sah alles ganz harmlos aus auf der Ladefläche des Lastwagens: Acht Paletten Mineralwasser standen dort, wie auf den Zollpapieren angegeben. Zielort des Lasters, der aus Tschechien über die Grenze nach Deutschland gekommen war: Stuttgart. Die Fahnder des Zollamts schauten trotzdem noch einmal genauer hin, als sie den 45-jährigen Fahrer auf der A3 bei Würzburg kontrollierten. Als sie eine der Flaschen öffneten, stellten sie fest, dass die durchsichtige Flüssigkeit doch kein Wasser war – sondern klarer Alkohol. (Quelle: Google Alkohol News, 16.11.10) sueddeutsche.de, 16.11.10
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Dienstag 2. November 2010 von htm
23.10.2010
Redaktion
Neue Zürcher Zeitung
8001 Zürich
Per e-mail
Leserbrief zum Leserbrief „Party machen – nur eine Lebensphase“, vom 23.10.2010
Dieses Plädoyer fürs Partymachen liest sich gut, es endet mit einem Zitat von Roberto Blanco „Ein bisschen Spass muss sein.“
Egal, ob sich die Autorin damit ihr Gewissen beruhigt, die Alkoholindustrie ihre Interessen verteidigt, wesentlich ist doch, dass in diesem Party-Text die Kehrseite der Medaille völlig ausgeblendet bleibt. Man könnte meinen, sie wehre sich dagegen, dass die Erwachsenenwelt der Jugend den Spass nicht gönnen mag.
Tatsache ist leider, dass dieser Spass negative Konsequenzen hat, die man natürlich ignorieren kann, weil man sie am eigenen Leib nicht oder noch nicht erfahren hat, die man aber auch als einigermassen intelligentes Wesen aus der Wissenschaft oder der Tagespresse entnehmen und für sich selber verarbeiten könnte. Eine andere Ebene wäre dann die Verantwortung der Politiker, die das Gesamtwohl der Bevölkerung im Auge haben und entsprechend auf Fehlentwicklungen reagieren sollten. Bis heute ist noch sehr wenig in dieser Richtung geschehen.
Tatsache ist, dass in den USA 25% der Teenager binge drinking betreiben. In Deutschland sind ein Drittel der 10 bis 18-Jährigen mindestens dreimal pro Monat betrunken, 43% von ihnen betreiben binge drinking mindestens einmal pro Monat. In der Schweiz werden täglich 6 Jugendliche betrunken in Spitäler eingeliefert. Es gibt laufend neue Statistiken. Der Unterschied zum Rauschtrinken der Erwachsenen, die als Vorbild dienen, besteht darin, dass das Gehirn der Jugendlichen noch nicht voll entwickelt und deshalb anfälliger auf Beschädigung durch den Alkohol ist. Das weiss man eigentlich schon lange, in letzter Zeit wird aus der Forschung aber laufend mehr darüber bekannt. Dazu kommt, dass mit dem Rauschtrinken beträchtliche Nebenwirkungen entstehen: Gewalt, sexuelle Gewalt, unerwünschte Schwangerschaften, Kinder mit vorprogrammierten schlechteren Chancen, Verkehrsunfälle mit Alkohol am Steuer und unschuldigen Drittpersonen als Opfer, schlechtere Schulabschlüsse, verminderte Berufschancen.
Diese Nebenwirkungen können einzelne Personen, aber auch die ganze Gesellschaft betreffen. Die WHO nannte uns alle Passivtrinker, weil wir ungefragt ein Leben lang horrende Beträge an die alkoholbedingten Sozialkosten bezahlen und unter der eingeschränkten Lebensqualität leiden, egal ob und wie viel wir selber trinken. Auch der Wirtschaft sollte es nicht gleichgültig sein, welche Qualität die zukünftigen Arbeitskräfte mit sich bringen, wie viele hochqualifizierte Menschen zum Ausgleich „importiert“ werden müssen.
Goethe soll gesagt haben „Jugend ist Trunkenheit ohne Wein“. In diesem Sinn möchte ich die Leserbriefschreiberin einladen, einmal eine lustige Party ohne Alkohol zu feiern und am andern Tag rückblickend den Vergleich mit einer „normalen“ Party zu ziehen. Vermutlich würde sie bei der alkoholfreien Party Gleichaltrige mit weniger alko-hohlen Köpfen angetroffen haben, die ohne Alkohol cool, d.h. selbstbestimmt sein können.
Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer
(nicht veröffentlicht bis 2.11.10)
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