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Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Archiv für die Kategorie 'Gesundheit'

Medikamente und Alkohol helfen kaum bei Flugangst

Freitag 26. November 2010 von htm

Wer unter Flugangst leidet, lässt während einer Reise mit dem Flieger besser die Finger vom Alkohol und auch von Medikamenten. Laut „Flugangst-Studie 2009“ des Deutschen Flugangst-Zentrums in Düsseldorf. haben 43 % der Flugangstbetroffenen schon Medikamente gegen ihr Leiden genommen. Ebenso viele wären bereit, solche Präparate auszuprobieren, 13% lehnen sie dagegen völlig ab. (Quelle: Google Alkohol News, 25.11.10) dmm.travel/news, 25.11.10

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Warum wird Alkohol toleriert und nur der Tabakkonsum angegriffen?

Donnerstag 25. November 2010 von htm

Unsere Antwort auf www.gutefrage.net
Als nach der industriellen Revolution die Massenproduktion von Alkohol (Kartoffelschnaps) die Armen noch ärmer machte, wurden erste Antialkoholgesetze erlassen. In Amerika und England waren es die Frauen, (Suffragetten) die auf der Strasse damit ihre politischen Rechte erkämpften. In der Schweiz waren es die Liberalen, die das Alkoholgesetz durchbrachten.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Alkohol das grosse Geschäft von globalen Konzernen, die mit immer raffinierteren Marketingmethoden zuerst die Frauen, dann auch die Jugendlichen und Kinder zum Alkoholkonsum verführten. Die Politik hat sich darauf beschränkt, je nach Land bescheidene Alkoholsteuern vor allem auf Spirituosen zu erheben, um das Budget zu entlasten, nicht um damit die alkoholbedingten Schäden zu verringern. (Ausnahme: Schweizer Alkoholzehntel in bescheidenem Umfang)

Die Politik hat sich bisher sehr widerstandsfähig gegenüber der wissenschaftlichen Forschung erwiesen, die sie einfach nicht zur Kenntnis nimmt und immer wieder sogenannt politische Entscheide trifft, d.h. die Interessen der Alkoholindustrie stärker gewichtet als die der Volksgesundheit. Seit Mai dieses Jahres ist auch allen klar, was getan werden müsste: Die WHO hat einstimmig eine globale Alkohol-Strategie verabschiedet, in der sie die alkoholbedingten Schäden aufzeigt und wie sie wirksam reduziert werden könnten. Die Regierungen haben unterschrieben und sie in den Schubladen versenkt. Die WHO hat in diesem Zusammenhang erwähnt, wir seien alle Passivtrinker, weil wir ungefragt ein Leben lang horrende Sozialkosten bezahlen und unter verminderter Lebensqualität leiden.

Und kürzlich haben englische Wissenschafter den Alkohol zur gefährlichsten Droge erklärt, wenn die Wirkung auf die Gesellschaft mitberücksichtigt wird. Dass die Politik nicht aktiv wird, hängt damit zusammen, dass die Bevölkerung sich nicht wehren kann, weil sie nicht informiert ist. Die Massenmedien berichten nur über Schäden, aber nicht über die Notwendigkeit, die möglichen Massnahmen dagegen zu ergreifen. So entsteht ein Gefühl des „man kann ja doch nichts machen!“

Die Politik wird gegenwärtig vor allem von bürgerlichen Parteien dominiert, deren Ideologie von der Selbstverantwortung geprägt ist. Darin enthalten ist das Recht auf den Suff, die Suchtkrankheit, die Selbstzerstörung. Sie glauben an diese Freiheit, merken aber nicht, dass wir alle von der Alkoholindustrie und ihren Vasallen in Geiselhaft genommen worden sind und wie oben erwähnt als Passivtrinker unsere Freiheit verloren haben. Dass die Freiheit des Einzelnen aufhört, wo die des Nächsten beschnitten wird, lassen sie höchstens als verbales Eingeständnis pro Forma gelten.

Auf meiner Webseite https://www.alkoholpolitik.ch habe ich einleitend geschrieben: „Alkoholpolitik ist in der Schweiz wie auch in andern Ländern ein eher unbeliebtes Thema, weil sehr oft die eigene Konsumhaltung, wirtschaftliche Eigeninteressen oder einfach die gesellschaftliche Wirklichkeit einer objektiven Betrachtungs- und Handlungsweise im Wege stehen.“ Zur Konsumhaltung wäre noch zu vermerken, dass jeder, der einmal ein Bier getrunken hat, glaubt, er sei jetzt ein Fachmann der Alkohologie. Die Web-Foren sind voll von Beiträgen dieser „Fachleute“. Es ist sehr schwierig, mit solchen Leuten eine Mehrheit für eine wirksame Alkoholprävention zu erreichen.

Kategorie: Alkoholindustrie, Alkoholsteuern, Allgemein, Andere Drogen, Armut, Diverse, Gesundheit, Gewalt/Kriminalität, Internationales, Jugend, Kinder, Leserbriefe, Medien, Passivtrinker, Politik, Schweiz, Sozialkosten, Verhältnis-Präv., Verschiedene, Weltgesundheits-Org., Zitate | Keine Kommentare »

CH: Gewaltig gefährdet – wenn Alkohol im Spiel ist (Aktionstag)

Donnerstag 18. November 2010 von htm

Am 18. November 2010 ist Nationaler Aktionstag Alkoholprobleme. Alkohol und Gewalt sind häufig miteinander verbunden. Unter dem Motto „Gewaltig gefährdet“ sensibilisieren Alkoholfachstellen Betroffene und die Bevölkerung in der ganzen Schweiz für das erhöhte Gewaltrisiko bei Alkoholmissbrauch.
Ein neuer Flyer thematisiert die Problematik für ein breites Publikum. Zwar führt ein problematischer Alkoholkonsum nicht automatisch zu Gewaltakten. Alkohol und Gewalt treten aber häufig zusammen auf. Für häusliche Gewalt gilt: 30 bis 40% der Delikte werden unter Alkoholeinfluss verübt. Auch bei Sportanlässen, am Wochenende oder im Nachtleben ist bei Gewaltvorfällen oft Alkohol im Spiel. Die Ursachen von Gewalt sind stets komplex; Alkoholkonsum kann, nebst anderen Faktoren, eine Rolle spielen. … (Quelle: Pressemitteilung Sucht Info Schweiz, 15.11.10) Kommentar: Noch vor ein paar Jahren wurde ich von einer Fachperson massiv angefeindet, weil ich auf den Zusammenhang von Alkohol und Gewalt hinwies. Und die Behörden in Zürich hüllten sich nach meiner diesbezüglichen Intervention im Fall Schwamendingen in Schweigen. Der Wind hat nun offensichtlich gedreht, dieses Tabu ist gebrochen.

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D: Leberkrebs nimmt zu – Alkohol größtes Risiko

Donnerstag 18. November 2010 von htm

In Thüringen erkranken mehr Menschen an Leberkrebs. Im Jahr 2008 wurden in den Thüringer Krankenhäusern 428 Patienten wegen eines bösartigen Lebertumors behandelt. Dies entsprach einer Zunahme von 45 Prozent innerhalb von drei Jahren, wie die Krankenkasse DAK am Mittwoch mitteilte. (Quelle: Google Alkohol News, 17.11.10) dnews, 17.11.10 unser Online-Kommentar: Wenn die Krankenkasse wirklich erreichen möchte, dass weniger Personen alkoholbedingt an Leberkrebs erkranken, muss sie schon mehr unternehmen, als Ernährungstipps abgeben, die niemanden interessieren. Die Krankenkassen hätten miteinander wahrscheinlich genügend Gewicht, um die Politik zum Handeln zu bewegen. Nur diese kann den Alkoholkonsum mit wirksamen Massnahmen drosseln.

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D: Suchtmediziner fordert radikale Entmystifizierung der Drogen

Montag 15. November 2010 von htm

Der Suchtmediziner und Schriftsteller Jakob Hein hat scharfe Kritik an dem Umgang unserer Gesellschaft mit Alkohol und Drogen geübt. Es sei äußerst problematisch, Kindern und Jugendlichen klarzumachen, sie sollten keine Drogen nehmen, wenn die Erwachsenen um sie herum selbst ihrer jeweiligen Sucht nachgehen, sagte der an der Berliner Charité arbeitende Psychiater dem Nachrichtenmagazin “Focus”. … (Quelle: Google Alkohol News, 14.11.10) news-adhoc.com, 14.11.10

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UK: Ein Traum für Lobbyisten

Montag 15. November 2010 von htm

Das britische Gesundheitssystem ist schwer defizitär, und die Regierung aus Konservativen und Liberaldemokraten, die mit einem „Budget Blitz“ die Sanierung der Staatsfinanzen plant, will gerade in diesem Bereich massiv einsparen. Gesundheitsminister Andrew Lansley setzte nun fünf Arbeitsgruppen ein, die neue Regeln für eine effizientere Gesundheitsvorsorge festlegen sollen.
Die Zusammensetzung sorgt allerdings für große Aufregung. Wie die Zeitung „Guardian“ am Samstag berichtete, setzen sich die Gruppen zum Großteil aus Vertretern der Lebensmittelindustrie zusammen, darunter McDonald’s, Kraft Foods, Unilever, Kellogg’s und Pepsi. Mehrere Arbeitsgruppen werden sogar von den Industrievertretern, die als die Hauptverursacher der Probleme gelten, geleitet. Fünf Themengruppen gibt es: Jene, die sich mit dem Thema Alkohol befasst, wird demnach vom Chef des britischen Wein- und Spirituosenverbands geleitet. In der Lebensmittelgruppe, die sich Ernährungsproblemen wie Fettleibigkeit widmet, sitzen zahlreiche Vertreter der Fast-Food-Industrie. … (Quelle: Google Alkohol News, 14.11.10) orf.at, 14.11.10 Kommentar: Hier wird der Bock zum Gärtner gemacht. Die WHO sagte schon vor Jahren, wirksame Alkoholprävention könne nicht mit der Alkoholindustrie gemacht werden. Selbstregulierungen haben bisher kaum Ergebnisse gebracht. Anderseits ist dieses Vorgehen nicht viel schlechter als in andern Ländern, wo die Regierungen unter ständigem Druck der Alkoholindustrie stehen und deshalb auch keine Verbesserungen erzielen wollen oder können. Hier ist der Einfluss offengelegt.

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D: Gefährliche Alkohol- und Kräutermischung bei Jugendlichen

Montag 15. November 2010 von htm

Am Samstag, 13.11.2010, gegen 17.45 Uhr, teilte ein Passant der Polizei mit, dass in einem Einkaufszentrum in Kirchheim mehrere Jugendliche Alkohol getrunken und sich auch schon übergeben hätten. Die Polizei fand vor Ort zwei 16-Jährige bewusstlos auf einer Parkbank vor. Ein dritter Jugendlicher im Alter von 17 Jahren saß auf einer weiteren Parkbank und war noch ansprechbar. Der 17-Jährige gab an, dass sie sich getroffen hätten, um gemeinsam Alkohol zu trinken. Zudem hätten sie noch eine Mischung aus Kräutern geraucht. Dabei handelt es sich eigentlich um Kräuter, die zum Räuchern, aber nicht zum Rauchen, angeboten werden. Daraufhin wurde es den Jugendlichen sehr übel und sie verloren teilweise das Bewusstsein. …(Quelle: Google Alkohol News, 14.11.10) nachrichten-muenchen.de, 14.11.10 ausführlicher sueddeutsche.de, 14.11.10

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D: Das Phänomen Komasaufen bleibt ein Problem

Sonntag 14. November 2010 von htm

Der Junge konnte nicht mehr laufen. Mitten in der Woche, nachmittags um fünf. 2,14 Promille hatte der Schüler im Blut, als Polizisten ihn Anfang Oktober in Fürstenwalde (Oder-Spree) aufgriffen. Der 14-Jährige kam in ein Krankenhaus, anschließend wurde das Jugendamt informiert.
In Berlin wäre der Junge ein Fall für die „Soko Suff“. Seit zwei Jahren sind 24 Mitarbeiter des Bezirksamtes Berlin-Neukölln jedes Wochenende auf der Straße und in Kneipen unterwegs, um betrunkene Minderjährige aufzulesen. Insgesamt 303 alkoholisierte Jugendliche hat die Berliner Sonderkommission bereits aufgegriffen. Allein in diesem Jahr wurden zudem 59 Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz in Gaststätten und Verkaufsstellen geahndet. …(Quelle: Google Alkohol News, 13.11.10) maerkischeallgemeine.de, 13.11.10

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A: Alkohol am Arbeitsplatz: Unternehmen steuern dagegen

Sonntag 14. November 2010 von htm

Jeder Zehnte trinkt heimlich im Büro. Worüber die Betriebe früher schwiegen, wird – auch aus Kostengründen – immer häufiger angesprochen. Die Nachfrage nach Frühintervention steigt.
Herr R. denkt an die Vergangenheit und schüttelt den Kopf. Früher einmal, vor einem Jahr also, war er Teamleiter in der österreichischen Entwicklungsabteilung eines bekannten Maschinenbauers aus den USA. Heute schläft er im Obdachlosenasyl. R.’s Hang zum Alkohol kostete ihn den hoch dotierten Job. Lange drückten Kollegen und Vorgesetzte alle Augen zu, niemand sprach darüber. Bis es schließlich nicht mehr ging, und der hoch qualifizierte Mittvierziger die Kündigung erhielt. … (Quelle: Google Alkohol News, 11.11.10) diepresse.com, 11.11.10

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D: Gesundheitsminister: Bei Prävention wollen wir neue Wege gehen

Freitag 12. November 2010 von htm

Stärkere Gesundheitsvorsorge könnte Milliarden Euro an Therapiekosten und viel Leid durch Krankheit sparen. Seit Jahren ist es aber ein frommer Wunsch wechselnder Bundesregierungen, hier zu durchgreifenden Verbesserungen zu kommen. Jetzt kündigt Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa einen neuen Anlauf an.
Seit Jahren beißen sich Bundesgesundheitsminister die Zähne am Ziel verstärkter Prävention aus – was wollen Sie jetzt anders machen?
Rösler: „Der Begriff Prävention ist leider in der Gesundheitspolitik oftmals inflationär verwendet worden. Das ist wie mit dem Begriff Integration in der Gesellschaftspolitik. Dabei ist echte Prävention und echte Integration unabdingbar. Deswegen wollen wir hier neue Wege gehen: Wir wollen nicht nur diejenigen erreichen, die heute schon Gesundheitskurse – von der Rückenschule bis zu Kochkursen – besuchen und sich um ihre Gesundheit kümmern. Für uns stellt sich die Frage: Wie erreiche ich die Menschen, die sich noch nicht oder zu wenig mit Vorsorge beschäftigen? Die Menschen sollen gar nicht erst krank werden. Dafür wollen wir einen Bewusstseinswandel anstoßen, dem dann auch eine Verhaltensänderung folgen soll.“ (Quelle: Bundesministerium für Gesundheit, 1.11.10) Kommentar: Da sollte er sich mit Alkohol und den Politikern seiner Koalition beschäftigen.

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