UK: Ein Traum für Lobbyisten
Montag 15. November 2010 von htm
Das britische Gesundheitssystem ist schwer defizitär, und die Regierung aus Konservativen und Liberaldemokraten, die mit einem „Budget Blitz“ die Sanierung der Staatsfinanzen plant, will gerade in diesem Bereich massiv einsparen. Gesundheitsminister Andrew Lansley setzte nun fünf Arbeitsgruppen ein, die neue Regeln für eine effizientere Gesundheitsvorsorge festlegen sollen.
Die Zusammensetzung sorgt allerdings für große Aufregung. Wie die Zeitung „Guardian“ am Samstag berichtete, setzen sich die Gruppen zum Großteil aus Vertretern der Lebensmittelindustrie zusammen, darunter McDonald’s, Kraft Foods, Unilever, Kellogg’s und Pepsi. Mehrere Arbeitsgruppen werden sogar von den Industrievertretern, die als die Hauptverursacher der Probleme gelten, geleitet. Fünf Themengruppen gibt es: Jene, die sich mit dem Thema Alkohol befasst, wird demnach vom Chef des britischen Wein- und Spirituosenverbands geleitet. In der Lebensmittelgruppe, die sich Ernährungsproblemen wie Fettleibigkeit widmet, sitzen zahlreiche Vertreter der Fast-Food-Industrie. … (Quelle: Google Alkohol News, 14.11.10) orf.at, 14.11.10 Kommentar: Hier wird der Bock zum Gärtner gemacht. Die WHO sagte schon vor Jahren, wirksame Alkoholprävention könne nicht mit der Alkoholindustrie gemacht werden. Selbstregulierungen haben bisher kaum Ergebnisse gebracht. Anderseits ist dieses Vorgehen nicht viel schlechter als in andern Ländern, wo die Regierungen unter ständigem Druck der Alkoholindustrie stehen und deshalb auch keine Verbesserungen erzielen wollen oder können. Hier ist der Einfluss offengelegt.
Dieser Beitrag wurde erstellt am Montag 15. November 2010 um 10:23 und abgelegt unter Alkoholindustrie, Allgemein, Gesundheit, Internationales, Politik, Prominenz, Sozialkosten, Verhaltens-Präv., Verschiedene, Wirtschaft. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Die Kommentare sind derzeit geschlossen, aber sie können einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.