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Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Archiv für die Kategorie 'Gesundheit'

Leserbrief zu Testkäufen im Zürcher Kantonsrat, 1. Lesung

Freitag 15. April 2011 von htm

12.4.2011

Redaktion
Tages-Anzeiger
Leserforum
Zürich

Per e-mail

Au „Zürich legalisiert Alkohol-Testkäufe durch Minderjährige – vorläufig“, am 12.4.11

Testkäufe sind praktisch die einzige Möglichkeit, das Jugendschutzgesetz durchzusetzen. Sie nützen aber nur maximal, wenn Strafen möglich sind. Dass nur die oft gestressten VerkäuferInnen bestraft werden, ist allerdings stossend. Den Profit machen ja die skrupellosen Inhaber. Ob die Grünen dann zustimmen, wenn in dieser Richtung verbessert wird? Oder die FDP wieder abwinkt, die erstaunlicherweise einmal positiv überrascht?

Es ist natürlich zu hoffen, dass der Bund ebenfalls die im Entwurf des Alkoholgesetzes angekündigte Gesetzesregelung bringt. Leider ist das noch gar nicht sicher, obwohl dies der einzige wirklich positive Mehrwert wäre. Bis jetzt wehrt der Bundesrat sich immer noch stur gegen wirksame Massnahmen, die das Alkoholproblem entschärfen würden. Und die Medien unterstützten ihn bisher dabei, indem sie ihre Macht der Nicht-Information ausübten. Dass der Tages-Anzeiger sogar einen intelligenten Kommentar auf Seite 2 brachte, lässt wieder einmal hoffen.

Dass die Grünen in der Alkoholfrage mit der SVP zusammengehen, erstaunt mich immer wieder. Wie kann man sich für eine naturnahe, gesunde Umwelt einsetzen und dabei die Gesundheit des Menschen ausser acht lasssen, der doch im Zentrum unserer Umwelt steht? Ihr Argument, die Jugendlichen würden zu Gesetzesbrechern und missbraucht, ist nicht stichhaltig. Diese jungen Menschen gehören zum Umfeld des Blauen Kreuzes, sind geschult und durch die Vertrautheit mit dem Problem motiviert. Eine wertvolle Lektion in praktischer Staatsbürgerkunde, die kaum dazu führt, dass die Gegner der Vorlage aus ihren Reihen, sind sie einmal stimmberechtigt, zusätzliche Wählerstimmen erhalten werden. Ob dies auch ein Grund für die Gegnerschaft ist?

Warum wehrt sich der Wirte-Vertreter gegen ein solches Gesetz, wenn doch nur die Läden, d.h. seine Konkurrenz, betroffen sind? Weil die SVP-Ideologie sein Denken überflüssig macht, oder ihn seine Lieferanten unter Druck setzen? Also auch er, wie wir alle Passivtrinker, ein Unfreier trotz mehr Freiheit und weniger Staat?
Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer, Effretikon
(ungekürzt, mit kleinen redaktionellen Änderungen, veröffentlicht, am 15.4.11)

Kategorie: Alkohol-Testkäufe, Alkoholindustrie, Allgemein, Arbeitsplatz, Erhältlichkeit, Gesundheit, Jugend, Kinder, Medien, Neues Alkoholgesetz (CH), Passivtrinker, Politik, Schweiz, Verhältnis-Präv. | Keine Kommentare »

D: Alkohol verursacht bei Männern 18 000 Krebsfälle jährlich

Mittwoch 13. April 2011 von htm

Krebs ist ein grausames Schicksal, doch ist die Krankheit wirklich nur Schicksal? Eine neue Studie zeigt, dass in Deutschland jährlich rund 18 000 Krebserkrankungen bei Männern durch Alkoholkonsum ausgelöst werden. Das ist in Europa ein trauriger Rekord. „Nach unseren Ergebnissen wären bereits sehr viele Krebsfälle vermeidbar, wenn die Empfehlungen der Gesundheitsorganisationen berücksichtigt würden, das heißt, wenn man als Mann nicht mehr als zwei Gläser beziehungsweise als Frau nicht mehr als ein Glas eines alkoholischen Getränks pro Tag konsumiert“, sagt Madlen Schütze, Erstautorin der Studie und Epidemiologin am DIfE. „Noch mehr Krebserkrankungen ließen sich vermeiden, wenn jeder ganz auf Alkohol verzichten würde.“ (Quelle: Google Alkohol News, 13.4.11) bild.de, 12.4.11 unser Online-Kommentar: An diesem Krebs-Bericht ist vor allem interessant, dass bei völligem Verzicht auf Alkohol viele Krebserkrankungen vermieden werden könnten. Bisher wollte uns ein Teil der Wissenschaft einreden, ein bis zwei Gläser pro Tag seien gesund.
Was die Möglichkeiten angeht, wie der Alkoholkonsum zum Wohl der ganzen Bevölkerung reduziert werden könnte, sind die Regierungen voll im Bild. Sie haben im Mai 2010 in Genf an der Generalversammlung der WHO eine Resolution für eine globale Alkohol-Strategie einstimmig beschlossen, die sie jetzt auf freiwilliger Basis in den Ländern umsetzen sollten. Leider sind viele Regierungen alkoholabhängig und nicht willens, dies zu tun. Statt dessen gibt es unnütze Alibiübungen und vor allem an die Jugend gerichtete Aktionen, die Erwachsenen werden geschont. Weiter wie bisher: Die Profite der Alkoholindustrie, die Schäden dem Volk.

Kategorie: Alkoholindustrie, Allgemein, Gesundheit, Internationales, Medizin, Politik, Sozialkosten, Verschiedene, Weltgesundheits-Org., WHO globale Alkohol-Strategie | Keine Kommentare »

CH: „Freiheitliche Werte zur publizistischen Orientierung“

Dienstag 12. April 2011 von htm

Die Neue Zürcher Zeitung bringt auf einer ganzen Seite die bearbeitete Fassung einer Rede des Präsidenten ihres Verwaltungsrates, Konrad Hummler, die er am 9.4.11 vor Aktionariat, Gästen und Mitarbeitern der NZZ-Mediengruppe im Zürcher Kongresshaus gehalten hat.
Die Untertitelung: „Die Medienwelt ist geprägt von der schleichenden Auflösung publizistischer Werteorientierung. Es braucht in der Schweiz und im deutschsprachigen Raum eine Mediengruppe wie die NZZ, die sich ohne Wenn und Aber zu freiheitlichen Werten bekennt und bereit ist, in diese zu investieren.“ Daraus die zwei hervorgehobenen Zitate: „Eine Einmischung des Herausgebers in das Tagesgeschäft und in einzelne Artikel darf und wird es deshalb nicht geben.“ Und „Wir müssen für die vielen Mitglieder der Bürgergesellschaft zum Leuchtturm und zur Quelle täglicher Inspiration werden.“

Kommentar: Die Medienzaren haben in letzter Zeit immer wieder mit hehren Werte-Deklamationen geglänzt. Geändert hat sich bis jetzt wenig Erkennbares in der Praxis. Denn ….“um Macht und nicht viel anderes geht es bei fast allen Medien – auf der richtigen Seite zu stehen. Freiheit bedeutet nicht das Einnehmen einer spezifischen Machtposition – etwa des bürgerlichen Mittelstandes -, sondern das Eintreten für die Abwesenheit von Macht. ….Abwesenheit von Macht hinwiederum heisst, dass aller Anmassung von Macht mit reflexartiger Skepsis zu begegnen ist. Das ist es, was wir von unseren Redaktionen verlangen dürfen bzw. müssen: grundsätzliche Skepsis gegenüber allen versuchten oder tatsächlichen Äusserungen von Macht.“ Wunderbar, die NZZ wird sich der Macht der Alkohollobby nicht mehr beugen, ein neues, goldenes Zeitalter bricht an. Sie wird uns aus den Ketten der Alkoholindustrie befreien. …Denn sie ist „im Zweifel für den gesunden Menschenverstand“ und „im Zweifel für das Experimentieren“; sie ist „im Zweifelsfall für weniger Steuern und gegen neue Zwangsabgaben ohne Elimination bestehender“. …“Ausser in echten Notlagen wie Kriegen oder Katastrophen ist der Grundsatz immer richtig.“ Das wäre eine echte Begründung unseres Projekt-Idee-Experimentes: Eine generelle Lenkungsabgabe auf Alkoholika, welche Mehrwertsteuer-Erhöhung rückgängig machen würde, die alkoholbedingten Sozialkosten für alle vermindern und eine echte Notlage lindern würde. Das müsste doch den gesunden Menschenverstand erfreuen! Vielen Dank, Herr Verwaltungsrats-Präsident.

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Slowakei: Betrunkene Frau bringt betrunkenes Kind zur Welt

Donnerstag 7. April 2011 von htm

Geburt im Vollrausch: In einem slowakischen Krankenhaus hat eine Frau mit 2,4 Promille Alkohol im Blut ein Kind bekommen. Die Ärzte befürchten langfristige Schäden bei dem Jungen.
Die Frau sei bereits stark alkoholisiert ins Krankenhaus gekommen, teilte die Universitätsklinik Kosice am Mittwoch mit. Ein Test habe bei der werdenden Mutter 2,4 Promille Alkohol im Blut ergeben. Diesen Alkoholgehalt müsse zum Zeitpunkt der Messung auch das Baby in ihrem Bauch gehabt haben, sagten die Ärzte. (Quelle: Google Alkohol News, 04.07.11) spiegel.de, 04.06.11

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A: Der Alkomat erobert die Amtsstuben

Freitag 25. März 2011 von htm

In Salzburg müssen Beamte mehr oder weniger freiwillig zum Alkotest, im Wiener Magistrat will man das nicht.
Alkohol am Arbeitsplatz Die Mitarbeiter können sich einem freiwilligen Test unterziehen, wenn der Verdacht auf Trunkenheit am Arbeitsplatz besteht.
Alkohol am Arbeitsplatz wird immer weniger als Kavaliersdelikt gesehen. Immerhin 52 Prozent der Österreicher trinken noch immer zumindest gelegentlich am Arbeitsplatz, jeder zehnte sogar täglich. Heimische Betriebe rüsten auf, um die Promillezahl zu senken, auch in den Amtsstuben wird nicht mehr weggesehen. Wiens Magistrat sieht noch keinen Handlungsbedarf für Alkoholtests, man will die Mitarbeiter „nicht pauschal verurteilen“. Im Magistrat Salzburg hingegen gilt für die 3000 Mitarbeiter nun ein strengeres Alkoholverbot. Denn wirklich kontrolliert wurde das bisher nicht. 150 Vorgesetzte und Abteilungsleiter des Magistrats wurden eingeschult, wie mit auffälligen Mitarbeitern umzugehen ist, drei Alkomessgeräte wurden zu Jahresbeginn installiert und es gibt exakte Regeln, wann ausnahmsweise Alkohol getrunken werden darf. (Quelle: Google Alkohol News, 24.3.11) kurier.at, 24.3.11

Kategorie: Allgemein, Arbeitsplatz, Feste und Feiern, Gesundheit, Internationales, Verhältnis-Präv. | Keine Kommentare »

D: Gefährlicher Trend: Wodka-Tampons

Mittwoch 23. März 2011 von htm

Deutsche Krankenhäuser melden einen alarmierenden Anstieg von Mädchen mit Alkoholvergiftungen aufgrund von in Wodka getunkten Tampons, die sich Mädchen in die Vagina einführen. Männliche Jugendliche verwenden den Alkohol-Tampon anal, damit er schneller wirkt. (Quelle: Google Alkohol News, 22.3.11) bild.de, 22.3.11

Kategorie: Allgemein, Gesundheit, Internationales, Jugend, Konsumhaltung, Statistik | Keine Kommentare »

Alkohol erhöht Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs

Samstag 19. März 2011 von htm

Alkohol sollte nicht regelmäßig, sondern nur gelegentlich genossen werden. Anderenfalls kann sich das Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs erhöhen. Das Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs wird durch Alkoholkonsum offenbar tatsächlich gesteigert. Schon lang ist dieser Zusammenhang vermutet worden, den nun eine über 24 Jahre laufende US-Studie belegt hat. Wie die Experten im Fachmagazin „Archives of Internal Medicine“ berichten, steigt die Gefährdung bei Personen, die über mehrere Jahre hinweg täglich drei oder mehr alkoholische Getränke zu sich nehmen. Dabei bedeutet eine Portion eine Alkoholmenge von 14 Gramm, was beispielsweise rund 330 Milliliter Bier entspricht. (Quelle: Google Alkohol News, 18.3.11) business-panorama.de, 18.3.11

Kategorie: Allgemein, Diverse, Gesundheit, Medizin | Keine Kommentare »

D: Neues Präventionsprojekt gegen Alkohol bei Kindern und Jugendlichen

Freitag 18. März 2011 von htm

Gemeinsam mit der Landeskoordinierungsstelle Suchtvorbeugung NRW (ginko), dem Landschaftsverband Rheinland, diversen Jugendschutzverbänden sowie dem Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen startet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ein neues Projekt, um dem Alkoholmissbrauch unter Kindern und Jugendlichen auf kommunaler Ebene entgegenzuwirken. … (Quelle: Google Alkohol News, 17.3.11) gesundial.de, 17.3.11 unser Online-Kommentar:
Im Artikel wird erwähnt, dass allein in Köln ca 30’000 Kinder in alkoholbelasteten Familien aufwachsen. Das sind die eigentlichen unschuldigen Opfer des Alkoholkonsums in der Gesellschaft. Hoffentlich denkt die geplante Prävention auch an diese Kinder, die oft die Hölle durchmachen und schlechtere Lebenschancen haben. Damit es weniger solcher Kinder gibt, müsste die Gesellschaft ihren Umgang mit Alkohol überdenken und den Konsum senken. Die Regierung blockiert weiterhin wirksame Massnahmen in diese Richtung, obwohl sie auch ihr bekannt sind.

Kategorie: Aktionen, Allgemein, Eltern, Gesundheit, Internationales, Jugend, Kinder, Statistik, Verhaltens-Präv. | Keine Kommentare »

CH: Alkohol-Intoxikationen und Nachbegleitung

Donnerstag 17. März 2011 von htm

Junge Menschen trinken nicht mehr Alkohol als früher, aber sie trinken ihn härter und schneller. Dies bedingt spezifische Präventionsmassnahmen. Dies das Thema des aktuellen Infoblattes (pdf, 4S., 514Kb) vom März 2011 der Suchtpräventionsstelle der Stadt Zürich. (Quelle: Infoset Newsletter März 2011)

Kategorie: Allgemein, Eltern, Gesundheit, Jugend, Kinder, Statistik | Keine Kommentare »

UK: Kleiner Tom: Mit drei schon alkoholkrank

Dienstag 15. März 2011 von htm

Unfassbar, was manche Eltern ihren Kindern antun: In England musste jetzt ein gerade einmal dreijähriger Knirps wegen Alkoholismus in einem Krankenhaus behandelt werden. Mehr als sechs Monate lang sollen die Rabeneltern dem kleinen Tom (Name geändert) Alkohol zu trinken gegeben haben. Mit möglicherweise fatalen Konsequenzen: Der unfreiwillige kleine Alkoholiker aus den West Midlands könnte bereits Gehirnschäden davongetragen haben, fürchten Experten. (Quelle: Google Alcohol News, 15.3.11) mopo.de, 14.3.11

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