Sonntag 19. Dezember 2010 von htm
Alkohol lockert die Stimmung und ist ein Schmiermittel unserer Gesellschaft, aber auch eine psychoaktive Droge und ein starkes Zellgift. Ein Stoff, der uns stimuliert, inspiriert – und bei übermässigem Genuss zerstört.
Über 300’000 Menschen in der Schweiz gelten als alkoholkrank. Input fragt, was der Alkohol in uns macht und spricht mit Betroffenen und Fachleuten. (Quelle: NZZ, 18.12.10) Kommentar: Wieder eine Sendung mehr, in der von der gesellschaftlichen Bedeutung des Alkohols abgelenkt wird. Mit solchen Sendungen glaubt die Radio-Leitung ihre Konzessions-Pflicht zu erfüllen. Im Online-Text wird geschrieben: „Alkohol lockert die Stimmung und ist ein Schmiermittel unserer Gesellschaft, aber auch eine psychoaktive Droge und ein starkes Zellgift.“ Wie wahr: Schmiermittel unserer Gesellschaft.
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Samstag 11. Dezember 2010 von htm
Zu zwölf Jahren Haft hat das Landgericht Ansbach am Freitag einen 26-Jährigen wegen der Vergewaltigung eines Mädchens verurteilt. Der Anwalt des Mannes plädierte unter Verweis auf die Alkohol- und Drogenabhängigkeit seines Mandanten sowie dessen Geständnis auf eine Strafe «im mittleren Bereich». (Quelle: Google Alkohol News, 10.12.10) bild.de, 10.12.10
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Montag 6. Dezember 2010 von htm
Alkohol bis zum Abwinken: Viele Jugendliche trinken mindestens fünf Gläser Bier, Schnaps oder Mixgetränke direkt hintereinander. An diesem sogenannten Rauschtrinken beteiligen sich nach einer neuen DAK-Studie 43 Prozent der Schüler mindestens einmal monatlich.
Ein Drittel dieser Schüler stürzt sogar dreimal oder öfter im Monat ab. Das zeigt eine aktuelle Befragung von mehr als 4000 Jungen und Mädchen zwischen zehn und 18 Jahren, die die Leuphana Universität Lüneburg im Auftrag der Krankenkasse an 17 Schulen in sieben Bundesländern durchgeführt hat.
Bei den 15-Jährigen bekennt sich jeder zweite zum Rauschtrinken, obwohl diese Altersgruppe laut Jugendschutzgesetz noch gar keinen Alkohol konsumieren dürfte. Ab 16 Jahren steigt der Anteil der „Rauschtrinker“ auf mehr als 60 Prozent. (Quelle: Google Alkohol News, 3.12.10) rettungsdienste.de, 3.12.10 unser Online-Kommentar:
Es ist ja löblich, dass die Rettungsdienste diese Meldung verbreiten. Doch was nützt es? Die Leser werden wie immer denken, so ist es, man kann ja doch nichts machen, und zur Tagesordnung übergehen.
Nötig wäre aber, dass die, welche Einsicht in das Problem besitzen, politischen Druck auf die Behörden ausüben, dass die endlich für Abhilfe sorgen und sich dem Druck der Alkoholindustrie entziehen. Das werden sie nur tun, wenn der Druck von unten stark genug ist. Die Ärzteschaft, die Rettungsdienste, die Polizei und Justiz sollten diese Herausforderung anpacken und auch über die Lösungsmöglichkeiten orientieren. Die Bevölkerung wird von den Medien nicht informiert, auch die sind Komplizen der Alkoholwirtschaft. (Vielleicht mit wenigen Ausnahmen)
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Sonntag 28. November 2010 von htm
Alkohol, Kokain und Cannabis: Wie steht es um den Drogenkonsum der Deutschen? Die Trends haben sich in den vergangenen Jahren geändert. Noch immer gibt es keine einheitliche Linie, wie mit Rauschmitteln gesellschaftlich zu verfahren ist. Experten halten Alkohol für das größte Problem – besonders das Komasaufen unter Jugendlichen. …
Von allen Drogen in Deutschland bleibt Alkohol die meistverbreitete und tödlichste. Mehr als 70 000 Menschen sterben jährlich direkt an den Folgen exzessiven Konsums (Tote durch illegale Drogen pro Jahr insgesamt: rund 1300), die Sucht geht quer durch alle Schichten und Altersgruppen. Zwischen 2000 und 2008 stieg die Anzahl Minderjähriger, die jährlich wegen Alkoholvergiftungen ins Krankenhaus eingeliefert wurden, um fast das Dreifache auf inzwischen 25 700. Aber bindende Absprachen mit den Herstellern, höhere Steuern, eine stärkere Sanktionierung der Werbung? All die Maßnahmen, die dazu führten, dass die Deutschen – gerade die deutschen Jugendlichen – heute deutlich weniger rauchen als noch vor Jahren, finden beim Alkohol keine Anwendung.
Gründe, weshalb der Mann, der in Deutschland als Suchtexperte Nummer eins gilt, seit Jahren Dinge fordert, die jeden Oktoberfest-Fan schmerzen würden: „Ein Bierpreis von mindestens 15, eher 20 Euro pro Maß ist notwendig, dann tut es vielleicht weh“, sagt Raphael Gassmann, Geschäftsführer der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen in Hamm. Alkohol sei „die bei Weitem gefährlichste Droge der Welt, danach kommt erst Mal lange nichts“. Andererseits habe Alkohol die stärkste Lobby, in der Wirtschaft wie im Volk. Die Alkoholindustrie zählt außerdem zu den Branchen mit den höchsten Werbeetats, die Berichterstattung über Alkohol ist zahm. (Quelle: Google Alkohol News, 27.11.10) welt.de, 27.11.10 Kommentar: Vielleicht der erste Artikel in einer grossen Zeitung, der zum Alkoholproblem Klartext redet. Ob andere jetzt auch den Mut finden, sich anzuschliessen und eine Trendwende herbeizuführen zum Wohle der ganzen Bevölkrung und der Wirtschaft, die sich bis heute selbst schädigt mit ihrer Komplizenschaft? Von den Schäden zu Lasten der Passivtrinker, der Gesellschaft wurde noch gar nicht gesprochen.
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Donnerstag 18. November 2010 von htm
Am 18. November 2010 ist Nationaler Aktionstag Alkoholprobleme. Alkohol und Gewalt sind häufig miteinander verbunden. Unter dem Motto „Gewaltig gefährdet“ sensibilisieren Alkoholfachstellen Betroffene und die Bevölkerung in der ganzen Schweiz für das erhöhte Gewaltrisiko bei Alkoholmissbrauch.
Ein neuer Flyer thematisiert die Problematik für ein breites Publikum. Zwar führt ein problematischer Alkoholkonsum nicht automatisch zu Gewaltakten. Alkohol und Gewalt treten aber häufig zusammen auf. Für häusliche Gewalt gilt: 30 bis 40% der Delikte werden unter Alkoholeinfluss verübt. Auch bei Sportanlässen, am Wochenende oder im Nachtleben ist bei Gewaltvorfällen oft Alkohol im Spiel. Die Ursachen von Gewalt sind stets komplex; Alkoholkonsum kann, nebst anderen Faktoren, eine Rolle spielen. … (Quelle: Pressemitteilung Sucht Info Schweiz, 15.11.10) Kommentar: Noch vor ein paar Jahren wurde ich von einer Fachperson massiv angefeindet, weil ich auf den Zusammenhang von Alkohol und Gewalt hinwies. Und die Behörden in Zürich hüllten sich nach meiner diesbezüglichen Intervention im Fall Schwamendingen in Schweigen. Der Wind hat nun offensichtlich gedreht, dieses Tabu ist gebrochen.
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Donnerstag 18. November 2010 von htm
In Thüringen erkranken mehr Menschen an Leberkrebs. Im Jahr 2008 wurden in den Thüringer Krankenhäusern 428 Patienten wegen eines bösartigen Lebertumors behandelt. Dies entsprach einer Zunahme von 45 Prozent innerhalb von drei Jahren, wie die Krankenkasse DAK am Mittwoch mitteilte. (Quelle: Google Alkohol News, 17.11.10) dnews, 17.11.10 unser Online-Kommentar: Wenn die Krankenkasse wirklich erreichen möchte, dass weniger Personen alkoholbedingt an Leberkrebs erkranken, muss sie schon mehr unternehmen, als Ernährungstipps abgeben, die niemanden interessieren. Die Krankenkassen hätten miteinander wahrscheinlich genügend Gewicht, um die Politik zum Handeln zu bewegen. Nur diese kann den Alkoholkonsum mit wirksamen Massnahmen drosseln.
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Donnerstag 18. November 2010 von htm
Energy Drinks können das Risiko für Alkoholabhängigkeit steigern. Zu diesem Schluss kam ein US-amerikanisches Forscherteam der University of Maryland und Johns Hopkins University. Die Ergebnisse der Untersuchung sind online in der Fachzeitschrift „Alcoholism: Clinical & Experimental Research“ erschienen (doi: 10.1111/j.1530-0277.2010.01352.x).
Für die Studie verwendeten die Wissenschaftler Daten von mehr als 1000 Studenten, die über ihr Trinkverhalten bezüglich Energy Drinks und Alkohol in den vergangenen zwölf Monaten befragt worden waren. (Quelle: netdoktor.de, 18.11.10)
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Sonntag 14. November 2010 von htm
Der Junge konnte nicht mehr laufen. Mitten in der Woche, nachmittags um fünf. 2,14 Promille hatte der Schüler im Blut, als Polizisten ihn Anfang Oktober in Fürstenwalde (Oder-Spree) aufgriffen. Der 14-Jährige kam in ein Krankenhaus, anschließend wurde das Jugendamt informiert.
In Berlin wäre der Junge ein Fall für die „Soko Suff“. Seit zwei Jahren sind 24 Mitarbeiter des Bezirksamtes Berlin-Neukölln jedes Wochenende auf der Straße und in Kneipen unterwegs, um betrunkene Minderjährige aufzulesen. Insgesamt 303 alkoholisierte Jugendliche hat die Berliner Sonderkommission bereits aufgegriffen. Allein in diesem Jahr wurden zudem 59 Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz in Gaststätten und Verkaufsstellen geahndet. …(Quelle: Google Alkohol News, 13.11.10) maerkischeallgemeine.de, 13.11.10
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Sonntag 14. November 2010 von htm
Jeder Zehnte trinkt heimlich im Büro. Worüber die Betriebe früher schwiegen, wird – auch aus Kostengründen – immer häufiger angesprochen. Die Nachfrage nach Frühintervention steigt.
Herr R. denkt an die Vergangenheit und schüttelt den Kopf. Früher einmal, vor einem Jahr also, war er Teamleiter in der österreichischen Entwicklungsabteilung eines bekannten Maschinenbauers aus den USA. Heute schläft er im Obdachlosenasyl. R.’s Hang zum Alkohol kostete ihn den hoch dotierten Job. Lange drückten Kollegen und Vorgesetzte alle Augen zu, niemand sprach darüber. Bis es schließlich nicht mehr ging, und der hoch qualifizierte Mittvierziger die Kündigung erhielt. … (Quelle: Google Alkohol News, 11.11.10) diepresse.com, 11.11.10
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Freitag 12. November 2010 von htm
Laut einer gestern veröffentlichten Studie des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums (Obsan) verlässt sich die Schweiz zu sehr auf die Zuwanderung ausländischer Fachkräfte.
Laut diesem Bericht kommen je nach Jahr auf zehn in der Schweiz ausgebildete Ärztinnen und Ärzte jeweils vier bis vierzehn im Ausland ausgebildete Ärztinnen und Ärzte ins Land. Pro zehn im Inland ausgebildete höhere Pflegefachkräfte wandern zwischen zwei und über neun Pflegefachkräfte mit ausländischem Diplom ein. (Quelle: NZZ, 11./12.11.10) unser Online-Kommentar: Wie wäre es, wenn die Nachfrage gesenkt würde, damit weniger Personal gebrauch würde. Eine reale Möglchkeit wäre die Alkohol-Prävention. Nur müssten wirksame Massnahmen getroffen werden, keine der üblichen Alibiübungen.
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