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Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Leserbrief zur schweizerischen Schülerbefragung zum Suchtverhalten

Dienstag 12. April 2011 von htm

31.3.2011

Redaktion
Neue Zürcher Zeitung
8001 Zürich

Per e-mail
Leserbrief zu „Wenig verändertes Suchtverhalten“ vom 30.3.2011
Wenn man den Verlauf des Alkoholkonsums vergleicht, wird klar, dass bei den 15-Jährigen der wöchentliche Konsum seit der letzten Befragung 2006 zugenommen hat. Vergleicht man mit der Zeit vor der Alkopop-Hausse, sieht man, dass auch hier ein Anstieg festzustellen ist.
In den 90-er Jahren ist die staatliche Prävention angetreten, den Jugendalkoholismus zu vermindern. Wir haben immer noch einen Anstieg. Die staatlich verordnete Prävention setzte voll auf die neu erfundene Gesundheitsförderung, d.h. die Verhaltensprävention und vernachlässigte die strukturelle-, heute Verhältnisprävention genannt, weitgehend. Ausnahmen sind die lange sträflich verzögerte Herabsetzung der Promillegrenze und die nur auf die Jugend zielende Alkopopsteuer. Die Kantone und Gemeinden versuchten, mit Testkäufen den Jugendschutzgesetzen Nachachtung zu verschaffen, aber die unklare Rechtslage verhinderte auch hier ein befriedigendes Resultat. Die Alkopopsteuer erwies sich als isoliertes Heilmittel insofern als ungenügend, weil die Jugendlichen auf selbstgemixte Getränke auswichen und sich dem billigen Importschnaps zuwandten. Immerhin hat sie einmal mehr bewiesen, dass mit dem Preis der Konsum gesteuert werden kann.
Nun wird in den Medien wieder zur Tagesaktualität gewechselt, der Jugendalkoholismus ist wieder einmal erwähnt worden, aber Fragen werden keine verfolgt. Man macht sich keine Gedanken darüber, was mit diesen rauschtrinkenden Jugendlichen in einigen Jahren geschieht, obwohl bereits Untersuchungen vorliegen. Wirkende Alkoholsteuern dürfen nicht thematisiert werden, sie könnten dem Alkoholgewerbe schaden. Dafür darf vom Bundesrat eine Verteuerung der Autobahnvignette um über 100% vorgeschlagen werden, die als Kopfprämie Wenig- und Vielfahrer gleich treffen würde. Eine lebensrettende Verteuerung alkoholischer Getränke ist tabu. – Die Liberalen haben plötzlich gemerkt, dass die Eigenverantwortung bei der Atomkraft nicht funktioniert. Wann merken sie es beim Alkoholproblem?
Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer

Gleicher Text auch an Redaktion Zürcher Oberländer
Redaktion Der Landbote
(In der NZZ nicht erschienen, bei den andern unbekannt)

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CH: SVP und Grüne wehren sich gegen Alkohol-Testkäufe

Dienstag 12. April 2011 von htm

Der Zürcher Kantonsrat hat sich dafür ausgesprochen, Testkäufe von Alkohol durch Minderjährige gesetzlich zu regeln. Der Entscheid könnte aber noch kippen.
Seit mehr als zehn Jahren führen viele Gemeinden im ganzen Land in Läden und Restaurants Alkohol-Testkäufe durch: Speziell geschulte Minderjährige bestellen solche Getränke oder versuchen, sie an der Kasse zu bezahlen. Immer wieder zeigen solche Testkäufe, dass Jugendliche viel zu leicht an Alkohol gelangen. …
Für eine knappe Mehrheit aus SP, FDP, GLP, EVP und CVP im Zürcher Kantonsrat war deshalb gestern klar: Es braucht dringend eine gesetzliche Grundlage für die Testkäufe. Diese sollen künftig in einem eigenen Paragrafen im Gesundheitsgesetz explizit erlaubt werden. «Angesichts dessen, was sich Samstag für Samstag in der Stadt Zürich abspielt, sind Alkohol-Testkäufe notwendig. In den letzten Jahren ist die Zahl der Alkoholvergiftungen dramatisch gestiegen», sagte Barbara Angelsberger (FDP, Urdorf). Mehrere Ratsmitglieder räumten ein, dass Jugendliche auch weiterhin an Alkohol kämen, wenn sie dies wirklich wollten. «Aber es geht darum, ihnen klar zu signalisieren, dass es ein Gesetz gibt, das gilt», sagte Ruth Kleiber (EVP, Winterthur). Hans-Peter Häring (EDU, Wettswil) fragte: «Sind wir bereit, das Recht durchzusetzen, auch wenn es unangenehm ist?» … (Quelle: Tages-Anzeiger, 12.4.11) unser Online-Kommentar:
Testkäufe sind praktisch die einzige Möglichkeit, das Jugendschutzgesetz durchzusetzen. Sie nützen aber nur maximal, wenn Strafen möglich sind. Dass nur die oft gestressten VerkäuferInnen bestraft werden, ist allerdings stossend. Den Profit machen ja die skrupellosen Inhaber. Ob dann die Grünen zustimmen? Oder die FDP wieder abwinkt, die erstaunlicherweise positiv überrascht? (NZZ, 12.4.11) unser Online Kommentar: zusätzlich zum obgen: Es ist natürlich zu hoffen, dass der Bund ebenfalls die im Entwurf des Alkoholgesetzes angekündigte Gesetzesregelung bringt. Leider ist das noch gar nicht sicher, obwohl dies der einzige wirklich positive Mehrwert wäre. Bis jetzt wehrt der Bundesrat sich immer noch stur gegen wirksame Massnahmen, die das Alkoholproblem entschärfen würden. Und die Medien unterstützten ihn bisher dabei, indem sie ihre Macht der Nicht-Information ausübten. Ob der seitenlange Artikel in der heutigen NZZ eine Kehrtwende darstellt? „Freiheitliche Werte zur publizistischen Orientierung“. (Siehe auch zwei pendente Leserbriefe: NZZ, Tages-Anzeiger)

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USA: Tell the Federal Trade Commission that Industry Self-Regulation of Alcohol Advertising is a Complete Failure

Dienstag 12. April 2011 von htm

The U.S Federal Trade Commission, in response to wildly proliferating alcohol advertising in both traditional and new media, is conducting another review of the effectiveness of the alcohol industry’s self-regulation. The agency is seeking comments from the public, so we need your help.
In our 2008 report titled „Why Big Alcohol Can’t Police Itself: A Review of Self-Regulation in the Distilled Spirits Industry,“ Marin Institute concluded that the industry’s voluntary guidelines fail to protect underage youth from exposure to inappropriate alcohol advertising. If you’re concerned about the effects of alcohol advertising on our youth, please submit your comments here, by Tuesday, April 26. To read Marin Institute’s comments, click here. Please submit your comments to the FTC today.

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CH: Gemeinsam gegen Jugendgewalt

Montag 11. April 2011 von htm

Unter dem Namen „Jugend und Gewalt“ haben Bund, Kantone, Städte und Gemeinden in Bern ihr gemeinsames Präventionsprogramm für die nächsten fünf Jahre lanciert. Das Bundesamt für Sozialversicherung schreibt in einer Pressemitteilung, das Programm sehe die Vernetzung und Zusammenarbeit, sowie den Wissensaustausch und die Umsetzung von Modellprojekten vor. Die vom Bund zur Verfügung gestellten 5,65 Millionen Franken würden insbesondere für wissenschaftliche Evaluationen von laufenden Präventionsprojekten eingesetzt. Den Fachleuten bereite gegenwärtig besonders das Cyber-Mobbging auf sozialen Netzwerken im Internet und Übergriffe und Vandalismus im öffentlichen Raum Sorgen, wo oftmals der Alkoholkonsum von Jugendlichen Probleme bereite. (Quelle: NZZ, 6.4.11) Bundesamt für Sozialversicherungen

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Zitat: Der Journalist ist der Wahrheit und dem Leser verpflichtet

Montag 11. April 2011 von htm

Zitat aus: „Der Boulevard führt direkt auf den Marktplatz“ im Tages-Anzeiger vom 8.4.11:
Dominique von Burg, Präsident des Presserates hält fest: „Der Journalist ist in erster Linie der Wahrheit und dem Leser verpflichtet. Erst in zweiter Linie seinem Arbeitgeber.“ Der Artikelverfasser fährt fort: “ In Zeiten des Strukturwandels und des Personalabbaus ein hehrer Grundsatz. Doch mancher Journalist wird, ob bewusst oder unbewusst, bei der Wahl seiner Themen und der Gewichtung seiner Geschichten auf die Beteiligungsstruktur seines Arbeitgebers Rücksicht nehmen. „Innere Zensur“, heisst das unter Kollegen jeweils entschuldigend.“ Kommentar: Neben Strukturwandel und Personalabbau gibt es bekanntlich noch andere Gründe: Korruption, Machtausübung, Volksverdummung, Angst vor der Alkohollobby. Warum nicht online?

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CH: Alkohol schützt vor Kürzung nicht

Montag 11. April 2011 von htm

Wem die Leistungen der Suva gekürzt wurden, weil er bei der Rauferei verletzt wurde, kann sich nicht darauf berufen, er sei beim Vorfall betrunken und daher nicht voll zurechnungsfähig gewesen. Das Bundesgericht entschied dies im Fall eines Mannes, der mit 2.5‰ Alkohol im Blut verprügelt wurde, nachdem er die Schläger provoziert hatte. Er erlitt ein schweres Schädeltrauma. Trotzdem kürzte die Suva ihre Leistungen um die Hälfte wegen seiner Beteiligung an der Schlägerei. (Urteil 8C_579/2010 vom 10.3.11) (Quelle: NZZ, 8.4.11)

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TOP NEWS: USA: Md. House gives preliminary OK to alcohol tax increase

Montag 11. April 2011 von htm

The House of Delegates gave preliminary approval to a 50 percent increase to the sales tax on alcohol starting July 1.
The bill and companion legislation would raise $87 million for the state, to be split among mental health initiatives and education. Under the plan crafted by the House Ways and Means Committee earlier Saturday, the Developmental Disabilities Administration would receive $15 million from the boon. More than $47.5 million would be used for school construction and another $21 million was previously earmarked in the state budget for schools.
If approved by the Senate, the legislation would represent a major victory by health and education advocates, who have seen their efforts to raise alcohol taxes rebuffed for decades by the powerful state liquor lobby.
The Senate had previously approved a bill that would increase the sales tax on alcohol by 1 percent per year, from the state’s standard 6 percent until it hit 9 percent. The House, in a vote, just before 11 p.m. Saturday night, opted to move straight to 9 percent. (Source: Google Alcohol News, 04/10/11) thedailyrecord.com, 04/09/11

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Kriminalstatistik: Jeder sechste Straftäter stand unter Alkohol

Samstag 9. April 2011 von htm

Kriminalitätsstatistik 2010 – insgesamt leichter Rückgang, aber mehr Internetkriminalität. Weniger Kriminalität: Im Landkreis wurden vergangenes Jahr 2950 Straftaten registriert – 232 Fälle weniger als im Jahr 2009. Die Polizei ermittelte 1519 Tatverdächtige.
Einer besonderen Betrachtung unterzieht die Kitzinger Polizei die Tatverdächtigen, die unter Alkoholeinfluss standen. Hier ist ein Zuwachs von 15 auf 17 Prozent festzustellen. Das bedeutet: Jeder sechste Straftäter stand unter Alkohol.
Bei den Jugendlichen und Heranwachsenden ist die Zahl noch gravierender. War bereits 2009 ein Anteil von 24 Prozent alkoholisiert, stieg die Quote im vergangenen Jahr auf 29 Prozent. (Quelle: Google Alkohol News, 9.4.11) mainpost.de, 8.4.11

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A: Länder bei Alkohol einig, im Osten aber weiter Schnaps

Samstag 9. April 2011 von htm

Ein weiterer Schritt zu einem harmonisierten Jugendschutzgesetz ist getan: Bund und Länder haben sich am Freitag bei der Landesjugend-Referentenkonferenz in Dornbirn auf eine Regelung im Bereich der Alkoholika geeinigt, wobei die östlichen Regionen ausscheren dürfen. Die Frage einheitlicher Ausgehzeiten ist aber weiter offen und soll bis Juni geklärt werden. „Wir sind einen wesentlichen Schritt weitergekommen“, erklärten Familienminister Reinhold Mitterlehner und Staatssekretärin Verena Remler (beide ÖVP) am Freitag zum Abschluss Konferenz. (Quelle: Google Alkohol News, 9.4.11) krone.at, 8.4.11 Kommentar: Ein wahrlich kleiner Schritt. Schnaps ist offenbar kein Alkohol. Während fast ganz Europa das Mindestalter 18 für Schnaps kennt, muss sich der Osten Österreichs eine Ausnahme gewähren.

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TOP News: Alkohol wichtige Krebsursache in Deutschland und Europa

Samstag 9. April 2011 von htm

Einer von zehn Krebsfällen bei Männern und einer von 33 Krebsfällen bei Frauen ist Folge des Alkoholkonsums. Dies ergeben Berechnungen im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2011; 342: d1584).
Die Kalkulationen von Madlen Schütze vom Deutschen Institut für Ernährungs­forschung Potsdam-Rehbrücke basieren zum einen auf den Daten von 363.988 Teilnehmern der EPIC-Studie aus Dänemark, Frankreich, Griechenland, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Spanien und Großbritannien. (Quelle: aerzteblatt.de, 04/08/11) unser Online-Kommentar: 10% der Krebsfälle bei Männern sind alkoholbedingt. Davon sind 57% vermeidbar bei Einhaltung der Empfehlungen betr. Trinkmenge pro Tag. Bei den Frauen sind es 3%, davon 81% vermeidbar. D.h. bei den Männern steht der Krebs in 43% und bei den Frauen in 19% der Fälle mit geringem täglichen Alkoholkonsum im Zusammenhang, der als unbedenklich gilt und von der Alkoholindustrie sogar als gesundheitlich positiv propagiert wird.

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