Archiv für die Kategorie 'Veröffentlichungen'
Donnerstag 7. Juni 2012 von htm
Berlin – Anlässlich des Weltdrogentags 2012, findet das 2. AktivA – Symposium für eine aktive Alkoholtherapie statt:
Dienstag, den 26. Juni 2012, 14.00 Uhr – 19.30 Uhr,
Hörsaalruine im Medizinhistorischen Museum der Charité, Berlin
Ziel des Symposiums am diesjährigen Weltdrogentag ist es, das gesellschaftliche Tabu-Thema Alkoholerkrankung bei Erwachsenen auf die Agenda zu setzen, die Situation in Deutschland zu beleuchten und bestehende Versorgungsstrukturen zu diskutieren.
U. a. wird Professor Jürgen Rehm erstmalig und exklusiv den „Alcohol Comparator Report 2012“ präsentieren, welcher einen umfassenden überblick über die Auswirkungen von Alkohol auf Gesundheit, Gesellschaft und Wirtschaft für Deutschland gibt.
Das Programm ist nun online. Weitere Informationen und Anmeldung unter: http://www.aktiva-symposium.de
(Quelle: Gesundheit adhoc, 6.6.12
Kategorie: Abhängigkeit, Alkoholkrankheit, Allgemein, Diverse, Internationales, Medizin, Prominenz, Rehabilitation, Sozialkosten, Statistik, Veranstaltungen, Verhaltens-Präv., Veröffentlichungen |
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Mittwoch 6. Juni 2012 von htm
Die 1,8 Milliarden Heranwachsenden auf der Erde leben wesentlich ungesünder als alle Generationen vor ihnen
Endlich abnehmen! Endlich rauchfrei! Endlich trocken! Viele Menschen wären gerne von ihrem Laster befreit, doch nur wenigen gelingt das. Zu schwer fällt es, eine meist seit der Jugend bestehende Marotte auszulöschen. Das Gehirn hat sich fatalerweise längst an Unmengen von Zucker, Nikotin oder Alkohol gewöhnt. Zudem hat der jahrelange Raubbau längst Spuren hinterlassen. Selbst wenn man sich bemüht, verschwinden Fettleber und Raucherlunge nicht ganz vollständig. Die Einsicht kommt meist zu spät.
Jedes Jahr sterben 2,8 Millionen Menschen an den Folgen ihres Übergewichts. Als Risikofaktor für Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist das Rauchen immer noch die zweithäufigste Todesursache weltweit. Und maßloser Alkoholkonsum schadet Leber, Herz und Gehirn. Wie kann es sein, dass wir zwar Milliarden an Forschungsgeldern ausgeben – aber dann alle Studienergebnisse grob ignorieren?
Die Frage ist nicht mit einem Satz beantwortet, die Ursachen sind zu vielschichtig. Sicher ist aber, dass man sich meist erst dann Gedanken macht, wenn es bereits zu spät ist. Prävention ist also die Stellschraube, um die Gesundheit der Bevölkerung zu verbessern. Doch bisher wird viel zu wenig für die Vorsorge getan. Um klarzustellen, dass das Thema in Zukunft brisanter wird, lohnt ein Blick in die Statistiken. Anlässlich der 45. Sitzung der Kommission zur Bevölkerung und Entwicklung im April dieses Jahres hat das Journal „Lancet“ eine vierteilige Serie herausgebracht, die sich den Patienten der Zukunft widmet: den Jugendlichen von heute. …
(Quelle: Google Alkohol News, 6.6.12) welt.de, 5.6.12
unser Online-Kommentar: Der Alkoholkonsum Jugendlicher hätte auch einen eigenen Abschnitt verdient. Seine Gefährlichkeit zeigt sich nicht zuletzt darin, dass viele Krebsarten, HIV, sexuelle Probleme, Suizide mit Alkohol zusammenhängen können. Dieses Lifestyle-Gift ist noch mehr akzeptiert als der Tabak. Seine Bekämpfung ist deshalb noch weit schwieriger und hat auch keine schwergewichtigen Lobbies. Vor allem die Politik ist oft selber alkoholbehindert, was eine wirksame Aufklärung und strukturelle Prävention fast unmöglich macht.
Kategorie: Alkoholkrankheit, Allgemein, Armut, Entwicklungs- und Schwellenländer, Gesundheit, Internationales, Jugend, Jugendliche, Politik, Statistik, Verhältnis-Präv., Veröffentlichungen |
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Dienstag 5. Juni 2012 von htm
Inhalt: Suchtpolitik || Aus den Dossiers: Kinder & Jugendliche| Reisebestimmungen || Suchtformen/Substanzen: Alkohol | Cannabis | Tabak | Weitere || Beratung/Therapie | Forschung & Statistik | Gesundheit & Soziales | Institutionen | Diverses | Agenda | Infoset-Redaktion |
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Kategorie: Allgemein, Newsletter, Schweiz, Veröffentlichungen |
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Freitag 1. Juni 2012 von htm
The Federal Department of Foreign Affairs FDFA and the Federal Department of Home Affairs FDHA have published a declaration of the Swiss Health Foreign Policy. It was found in the Monthly e-Newsletter of the World Federation of Public Health Associations. Link: (31 pages, pdf)
Comment:
page 7: „Safeguarding of interests and coherence
In both domestic and foreign policy, Switzerland has a variety of objectives to pursue. For example, Switzerland wishes to reconcile its commitment to a liberal economic order with the interests of solidarity and global health. In the measures designed to achieve these objectives, therefore, the greatest possible coherence should be sought, synergies should be developed, and inevitable conflicts of interests should be openly addressed and re-solved via the existing political decision-making mechanisms.“
Comment: In domestic policy Switzerland has big problems pursuing these objectives. Regarding alcohol policy the inevitable conflicts between the liberal economy and the interest of the people is not openly addressed. The existing political decision-making mechanisms are not working because of a sort of „alcohol-dependency“ of the majority of politicians.
page 12: „Area of interest 1: Governance
Since its establishment, WHO has been the key agency and dominant international forum for health issues, especially in the normative area. However, the last ten years have seen the emergence of a large number of new state, private and mixed institutions, which have rapidly developed into significant actors in the health field, sometimes with massive financial resources. As a result, the global health architecture has become more complex, and governance at the global level more difficult. Switzerland has a substantial interest in an improvement of the effectiveness of global and international health cooperation. It is therefore seeking to promote more coherent interaction among the relevant actors from the sectors of health, development cooperation, humanitarian aid, human rights and other health-related policy areas, be it at the bilateral level – especially in relations with the EU, but also in bilateral development cooperation –, in multilateral bodies or in the context of the WHO reform process. …“
Comment: It seems as if the coordination between the two departments doesn’t work so well. Switzerland signed the Resolution at the WHO General Assembly 2010 on a Global Alcohol Strategy. But the department of Home Affairs didn’t act accordingly. Very few people in Switzerland know about this resolution. The medias didn’t report. In the new Law on Alcohol which is going to parliament there are no articles with effective measures included as proposed in that resolution. Responsible for this law is the Department of Finance.(!) The WHO-Declaration on Non-Communicable Diseases in 2011 didn’t reach the people either. If the „existing political decision-making mechanisms“ are dominated by the interests of the alcohol industry, the population has no chance getting better alcohol related harm reduction.
Kategorie: Alcohol industry, Allgemein, Global, Health, Media, Newsletter, Non-communicable diseases, Parliaments / Governments, Politics, Schweiz, societal effects, Veröffentlichungen, WHO, Zitate |
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Donnerstag 31. Mai 2012 von htm
Mechthild Dyckmans, FDP-Politikerin und Drogenbeauftragte der Bundesregierung, sorgte kürzlich mit der Veröffentlichung eines „Drogen- und Suchtberichts“ für Empörung in der Netzgemeinde und offenbar auch für Unverständnis bei ihren Kollegen und Kolleginnen aus der Politik. Das zumindest impliziert eine nun herausgegebene Pressemitteilung der CSU-Generalsekretärin Dorothee Bär.
Darin verurteilt die CSU-Politikerin unter anderem die von Dyckmans angeregte gedankliche Nähe des Internetverhaltens zum Alkohol- und Drogenkonsum. Sie halte einen solchen Vergleich für absurd, so Bär, und empfehle jedem, weder Computerspiele, noch das Medium an sich als Gefahr für Leib und Leben darzustellen. …
(Quelle: Google Alkohol News, 30.5.12) onlinewelten.com, 29.5.12
unser Online-Kommentar: Mit den bisherigen Kommentaren gehe ich einig.
Einen besonderen Aspekt möchte ich aber beifügen: Mit dieser Gegenüberstellung hat die Drogenbeauftragte die Alkoholprobleme massiv bagatellisiert. Man könnte direkt meinen, es sei ein Ablenkungsmanöver, weil sie mit den bisherigen harmlosen Bemühungen das Problem nie in den Griff bekommen wird. Andererseits sind ihr die Hände gebunden, weil diese Regierung kein Interesse daran hat, gegen die Alkoholindustrie anzutreten.
Kategorie: Alkoholindustrie, Alkoholkrankheit, Allgemein, Andere Drogen, Arbeitsplatz, Gesundheit, Internationales, Konsumhaltung, Medien, Politik, Prominenz, Verbraucherschutz, Veröffentlichungen |
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Donnerstag 10. Mai 2012 von htm
Eine vom Bund bestellte neue Studie stellt seinen Präventionsprogrammen ein schlechtes Zeugnis aus. Der Bundesrat lässt sie trotzdem verlängern.
Nach Ansicht des Bundesrates wird in der Schweiz zu viel geraucht, getrunken und gegessen und zu wenig Sport getrieben. Um die Gesundheit der Bevölkerung zu verbessern, lancierte die Regierung 2008 drei Präventionsprogramme: je eines für die Themenbereiche Alkohol und Tabak sowie ein gemeinsames für Ernährung und Bewegung. Gestern beschloss nun der Bundesrat, diese Ende Jahr auslaufenden Programme bis 2016 zu verlängern. Sie hätten sich «bewährt» und «Fortschritte gebracht», heisst es in einer Medienmitteilung. Für die neuen Projekte sollen jährlich 4,5 Millionen Franken bereitgestellt werden.
Zwei vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) jüngst publizierte Evaluationsberichte lassen indes Zweifel an der Effektivität aufkommen. Dies gilt vor allem für die Programme gegen Alkohol und Tabak, die vom Institut Interface in einem gemeinsamen Bericht beurteilt wurden. Unter anderem kommen die Autoren zu folgenden Schlüssen: Verfehlte Ziele: Weder Alkohol- noch Tabakprogramm werden die wichtigsten ihrer Ziele – soweit sie messbar sind – für Ende 2012 erreichen. Dies ist vor allem beim Tabakprogramm der Fall….
Vor allem beim Alkoholprogramm wird die fehlende Messbarkeit als „Schwachpunkt“ kritisiert. Ein allfälliges Nachfolgeprogramm müsse machbarer, konkreter und überprüfbarer sein». Auch das Tabakprogramm verfüge insgesamt über «kein logisches Zielsystem». …
Beim Alkoholprogramm hätten vor allem «Meinungsverschiedenheiten » zwischen dem BAG und der Eidgenössischen Alkoholverwaltung dazu geführt, dass man in der Umsetzung weniger weit sei als geplant.
¬¬ Fehlende Massnahmen: Generell litten die Programme unter dem politischen Umfeld, das kaum wirksame Präventionsmassnahmen zulasse. So mussten die ursprünglich angedachten Steuererhöhungen für Alkoholika oder die kürzeren Ladenöffnungszeiten wegen des politischen Widerstands fallen gelassen werden. Die Projektverantwortlichen hätten es anschliessend verpasst, ihre Oberziele entsprechend anzupassen, monieren die Studienautoren. Sie empfehlen, bei den Nachfolgeprogrammen einige der umstrittenen Massnahmen wieder aufzugreifen.
Das BAG will den Kritikpunkten Rechnung tragen. Die empfohlenen repressiven Regulierungen hält man aber für «zurzeit politisch nicht mehrheitsfähig».
(Quelle: Tages-Anzeiger, 10.5.12) (Nicht im Internet, nur im Internet-Archiv)
siehe auch: Der Bundesrat setzt weiter auf Gesundheitsförderung (Medienmitteilung des BAG, 9.5.12)
Kommentar: Endlich einmal Klartext! Wir versuchen es mit einem Leserbrief (pendent). Die letzten drei wurden nicht veröffentlicht.
Heute, am 10. Mai 2012, ist Nationaler Aktionstag Alkoholprobleme. „Mit der Frage „Und wo ist das Problem?“ wollen Alkoholfachstellen den öffentlichen Dialog anregen. Betroffene, Nahestehende, Fachleute und weitere Stimmen aus der Bevölkerung zeigen die unterschiedlichen Wahrnehmungen von Alkoholproblemen. Allzu oft wird weggeschaut. Der Aktionstag will das Schweigen brechen.“
Dass auch die wirksame Prävention angesprochen wird, ist eher zweifelhaft. Dafür gibt es keine Lorbeeren, denn die bürgerliche Mehrheit regiert die Schweiz. Siehe obiger Artikel.
Siehe auch unser Leserbrief dazu.
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Freitag 4. Mai 2012 von htm
Bestandesaufnahme 2011
1. Einleitung
Kinder aus alkoholbelasteten Familien wurden während vielen Jahren in der wissenschaftlichen Forschung kaum berücksichtigt und auch in der öffentlichen Wahrnehmung fehlte ein Diskurs über ihre Situation. Im Jahr 1969 beschrieb Cork in „The forgotten children“ verschiedene auffällige Symptome, die bei Kindern aus alkoholbelasteten Familien auftraten. Ende 1980 wurde von Autorinnen wie Black (1988), Wegscheider (1988) und Lambrou (1990) erstmals theoretische Modelle für die Familienkrankheit Alkoholismus formuliert. Darin wird beschrieben, wie bei der Alkoholabhängigkeit eines oder beider Elternteile der Alkohol eine zentrale Bedeutung in der Familie einnimmt, wie die Alkoholabhängigkeit der Eltern die häusliche Atmosphäre beeinflusst und welche Auswirkungen diese Situation auf die Kinder und deren Lebensalltag hat. …
(Quelle: Sucht Schweiz, Im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit BAG, Dezember 2011)
Kommentar: Gut, dass endlich etwas unternommen wird. Nicht erfasst wurden die von verschiedener Seite betriebenen telefonischen Beratungsmöglichkeiten für Kinder sowie die Anlaufstellen im Internet. Warum?
Nicht eingegangen wird auf den Aspekt der Prävention. Kann nicht verhindert werden, dass über 100’000 Kinder und Jugendliche in alkoholbelasteten Familien aufwachsen müssen? Wann entschuldigt sich der Bundesrat bei diesen Millionen von Kindern, die eine solche Kindheit und Jugend durchmachen mussten, weil er viel zu wenig dagegen unternommen hat und immer noch zu wenig tut?
Kategorie: Alkoholkrankheit, Allgemein, Eltern, Jugend, Kinder, Schweiz, Verhaltens-Präv., Veröffentlichungen |
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Freitag 4. Mai 2012 von htm
04.04.2012
Redaktion
Tages-Anzeiger
Leserforum
Zürich
Der britische Premier Cameron verschreibe „seinem Land Abstinenz von oben herab“. Dabei sollen Mindestpreise pro „Unit“ ab 2014 dafür sorgen, dass weniger getrunken werde. Wenn irgendwo versucht wird, den Konsum zu reduzieren, wird sofort von Prohibition oder wie hier von verordneter Abstinenz gesprochen. Eine völlig lächerliche Übertreibung und Stimmungsmache. Die schwachen Preiserhöhungen werden nur wenig bewirken können. Trotzdem will die Alkoholindustrie deswegen vor Gericht gehen. Dabei profitiert sie noch von den Preiserhöhungen, die nicht an den Staat fallen, wie es bei Steuererhöhungen der Fall wäre.
Ich vermisse im Artikel den Bezug zur Schweiz. Auch wir haben ein Alkohol-Problem. Unser Alkoholkonsum liegt nur etwa 15% unter dem britischen. Der Bundesrat will mit einem neuen Alkoholgesetz wenigstens den Jugendschutz teilweise verbessern. Dass er in einem Entwurf auch einen Mindestpreis vorsah, wird von David Hesse nicht erwähnt. Zwei Gutachten hätten den Bundesrat an der Rechtmässigkeit im Vergleich zu EU-Recht zweifeln lassen, weshalb er diese Massnahme wieder gestrichen habe. Es ist interessant zu verfolgen, ob es innerhalb der EU nun Mindestpreise geben darf. Der Bundesrat würde sie allerdings kaum nachträglich wieder ins Gesetz aufnehmen, hat er doch vor allem auf den Druck der Wirtschaft reagiert, wie nach dem Auftritt des Wirtschaftsvertreters in „10 vor 10“ des Schweizer Fernsehens zu vermuten war.
Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer
(nicht veröffentlicht)
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Montag 30. April 2012 von htm
Der problematische Alkoholkonsum von jungen Menschen ist auch in der Schweiz eine vieldiskutierte Herausforderung. Zu reden geben neben dem «einfachen» übermässigen Alkoholkonsum auch immer wieder neue, oftmals gefährliche Konsummethoden. … Beispiele: Durchs Auge in den Rauschzustand; Tequila atmen; Alkohol in Tampons…. Bisher scheinen die beschriebenen Konsumformen in der Schweiz noch wenig bekannt zu sein. Es ist jedoch zu vermuten, dass diese Trends – zumindest vereinzelt – von anderen europäischen Ländern auch in die Schweiz überschwappen werden.
(Quelle: C2H5OH-Alkohol und Politik (Das Magazin der EAV), April 2012)
Am Schluss des obigen Artikels folgender eingerahmter Text:
Alkoholhandelsgesetz berücksichtigt neue Trends
Mit der Totalrevision des Alkoholgesetzes erhält der Bundesrat neu die Möglichkeit, andere alkoholhaltige Erzeugnisse denselben Regeln wie alkoholische Getränke zu unterstellen (Alkoholhandelsgesetz, Art. 2 Abs. 3). Als Anwendungsfälle kommen alkoholhaltige Pulver, Puddings, Pasten, Tampons, Sprays oder Schwämme in Betracht. Voraussetzung dafür, dass der Bundesrat handelt, ist stets, dass von den Erzeugnissen eine vergleichbar problematische Wirkung auf die Gesundheit wie von alkoholischen Getränken ausgeht.
Kommentar: Es ist schwierig, auf diesen Text nicht eine Satire zu schreiben. Wie lange ist es doch immer gegangen, bis der Bundesrat sich zu einer Massnahme entschlossen hat. Wie viele Menschenleben hat es doch gekostet, bis er endlich die 0,5-Promillegrenze vorschlug, wie lange hat es gedauert, bis er auf die 2. Alcopopwelle halbwegs reagierte, und dabei die Ausweichmöglichkeiten nicht unterband. Und im neuen Alkoholgesetz weigert er sich, den Gesamtkonsum mit steuerlichen Massnahmen anzugehen, mit der Begründung, er sei ohnehin in den letzten Jahrzehnten gesunken. Dabei blendet er völlig aus, dass in dieser Zeit die Gefährlichkeit des Alkohols durch die Wissenschaft laufend höher eingestuft worden ist. Die diesbezüglichen Warnungen und Empfehlungen der WHO hat der Bundesrat verschwiegen und deren Verbreitung in der Öffentlichkeit unterdrückt.
Kategorie: Alcopops (de), Allgemein, Jugend, Medizin, Neues Alkoholgesetz (CH), Politik, Schweiz, Verhältnis-Präv., Veröffentlichungen, Verschiedene, Weltgesundheits-Org., WHO globale Alkohol-Strategie |
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Sonntag 15. April 2012 von htm
Lateinamerikas Staatschefs wollen die Legalisierung.
Ich bin nicht gegen jeden Krieg. Ich bin gegen dumme Kriege.« Barack Obama hat diesen Satz als junger Senator gesagt. Er meinte damals den Irak-Feldzug, nicht den aussichtslosesten und längsten Krieg, den die USA jemals begonnen haben. Eine ganze Amtszeit lang hat Obama den war on drugs, den Krieg gegen die Drogen, unvermindert weitergeführt wie schon fünf seiner Vorgänger. Nun spürt er zum ersten Mal massiven politischen Widerstand. Nicht von einer Friedensbewegung, sondern von Amtskollegen auf dem Kontinent. Anlässlich des Gipfeltreffens der amerikanischen Staats- und Regierungschefs, das am Samstag im kolumbianischen Cartagena beginnt, fordern die lateinamerikanischen Präsidenten zum ersten Mal eine offene Debatte über die Entkriminalisierung der Drogen. Schon vergangenen November hatte Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos die Strategie der Kriminalisierung als »anachronistisch« bezeichnet und eine internationale Debatte über die Legalisierung vorgeschlagen. Monate später setzte er sie auf die Agenda des Gipfels und überwand schon im Vorfeld die wichtigste Hürde: Barack Obama nahm die Einladung trotz der für ihn prekären Tagesordnung an. Eine Debatte über die Legalisierung von Drogen ist im Wahlkampf das Letzte, was er brauchen kann. …
(Quelle: zeit.de, 14.4.12) mit vielen Kommentaren
Kategorie: Alkoholindustrie, Alkoholkrankheit, Allgemein, Andere Drogen, Aufruf, Entwicklungs- und Schwellenländer, Erhältlichkeit, Gewalt/Kriminalität, Internationales, Jugend, Konsumhaltung, Kultur, Politik, Prominenz, Sozialkosten, Verbraucherschutz, Verhältnis-Präv., Veröffentlichungen, Verschiedene, Wirtschaft |
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