Donnerstag 4. Februar 2010 von htm
In der Schweiz konsumieren Minderjährige jährlich alkoholische Getränke im Wert von ungefähr 220 Millionen Franken. Zwei Drittel dieser für das Jahr 2007 geschätzten Summe betreffen Jugendliche, an die kein Alkohol abgegeben werden darf. Die aktuelle Untersuchung der Schweizerischen Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA) wurde im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit durchgeführt. Die SFA rät dringend, den Jugendschutz zu verstärken. (Quelle: Infoset Newsletter Februar 2010) Medienmitteilung SFA, 4.2.10 Kommentar: Wie viel Leid und Sozialkosten beschert uns dieser Erfolg der Alkoholindustrie? Und wie gross ist wohl der im Umsatz mitkalkulierte Betrag für Parteispenden und persönliche Geschenke?
Kategorie: Allgemein, Aufruf, Jugend, Jugendliche, Politik, Schweiz, Statistik, TOP NEWS |
Keine Kommentare »
Donnerstag 4. Februar 2010 von htm
Der Bundesrat intensiviert die Anstrengungen zur Erhöhung der Sicherheit auf den Schweizer Strassen. Das Eidg. Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) wird das Programm Via sicura weiter konkretisieren und dem Parlament bis Ende Jahr eine Botschaft vorlegen. Mit einer Reihe von Massnahmen sollen vor allem die bestehenden Vorschriften besser durchgesetzt und die grössten Unfallschwerpunkte beseitigt werden. Darüber hinaus wird auch die Prävention verstärkt. Diese Massnahmen müssen ohne zusätzliche Einnahmen umgesetzt werden können. Mit Gesetzesänderung ist u.a. vorgesehen: Alkoholverbot (0.1 Promille) für Neulenker, Lastwagen- und Busfahrer. (Quelle: Infoset Newsletter Februar 2010) Medienmitteilung des UVEK.
Kategorie: Allgemein, Schweiz, Verhältnis-Präv., Verkehr |
Keine Kommentare »
Donnerstag 4. Februar 2010 von htm
Jugendschutz respektieren: Ab 1. Februar 2010 dürfen alle Schweizer Fernsehsender Werbung für Bier und Wein ausstrahlen. Die Schweizer Suchtfachleute erinnern aus diesem Anlass an die Jugendschutzbestimmungen in der Radio- und Fernsehverordnung und künden eine genaue Beobachtung der TV-Alkoholwerbung an. Das gemeinschaftliche Communiqué (pdf, 1S. 90Kb), der SFA, GREA, dem Fachverband Sucht und Ingrado ist online erhältlich. Medienmitteilung der SFA, Checkliste (pdf, 2S., 50Kb) Alkoholwerbung im TV. (Quelle: Infoset Newsletter Februar 2010)
Kategorie: Allgemein, Schweiz, Werbung |
Keine Kommentare »
Donnerstag 28. Januar 2010 von htm
Markus Reinhardt leitete über ein Vierteljahrhundert (1984-2010) die Geschicke der Kantonspolizei Graubünden mit rund 400 Angestellten. Jetzt ist er tot. Der langjährige Kommandant hat sich vermutlich das Leben genommen. Man hat ihn gestern Morgen leblos in seinem Zimmer im Kongresshotel gefunden. Die Staatsanwaltschaft Graubünden hat eine Untersuchung eingeleitet. Es heisst, er habe Alkoholprobeme gehabt; er geriet kürzlich angetrunken am Steuer in eine Polizeikontrolle. Er sei längere Zeit in ärztlicher Behandlung gewesen und seine Chefin, die Justizministerin, habe ihn intensiv begleitet. (Quelle: Tages-Anzeiger, 28.1.10) Kommentar: Trauer um ein weiteres Opfer von König Alkohol. Wann und wie hat das Unheil seinen Lauf begonnen? In der Studentenzeit, bei den Militärkollegen, bei den Behördenanlässen? Alkohol ist immer dabei. Oft zerbrechen die Feinfühligen. Aber die Gesellschaft hat kein Einsehen. Der Alkoholrubel muss rollen.
Kategorie: Allgemein, Arbeitsplatz, Geschichten, Politik, Prominenz, Schweiz, Verkehr |
Keine Kommentare »
Dienstag 26. Januar 2010 von htm
15.1.2010
Tages-Anzeiger
Redaktion Leserforum
8021 Zürich
Per E-Mail
Leserbrief zu „Eine hilflose Geste“, Tages-Anzeiger vom 15.1.2010 (nicht online)
Der Zürcher Gemeinderat streite über einen Alkohol-Paragraphen in der neuen Allgemeinen Polizeiverordnung, wonach bei Hochrisikospielen um die Stadien ein befristetes Alkoholverkaufsverbot gelten sollte.
Sofort erhebt sich Kritik im Tages-Anzeiger, das sei „eine hilflose Geste“. Es treffe die Wirte finanziell empfindlich und die 99% vernünftigen Stadionbesucher würden bestraft.
Wie empfindlich es die Wirte träfe, ist nie belegt worden. Die vernünftigen Matchbesucher sind wahrscheinlich so vernünftig, dass sie die Zweckmässigkeit der Massnahme einsehen und begrüssen. Die wenigsten von ihnen kehren vor oder nach dem Match noch ein. Vor allem die Besucher, die auch städtische Steuerzahler sind, müssten ja ein Interesse daran haben, dass die Krawallkosten zurückgehen und der Matchbesuch sicherer wird.
Wie üblich wird eine einzelne Massnahme als sinnlos abgetan, wohl wissend, dass nur ein Paket von verschiedenen sich ergänzenden Massnahmen zum Erfolg führen kann. Die Wirte, die seit Jahrzehnten diesen lukrativen (?) Zusatzverdienst nicht missen wollen, müssen einsehen, dass sie sich nicht auf ewige Zeiten auf Kosten der Allgemeinheit bereichern können. Dass auch die andern Alkoholquellen unterbunden werden müssen, ist auch klar. In deutschen Stadien wird schon lange mit Alkoholtestgeräten am Eingang gearbeitet. Flaut der Hooliganismus ab, kann man das Alkoholverbot ja wieder lockern.
Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer
(nicht veröffentlicht)
Kategorie: Allgemein, Gewalt/Kriminalität, Jugend, Leserbriefe, Politik, Schweiz, Sport, Verhältnis-Präv. |
Keine Kommentare »
Dienstag 26. Januar 2010 von htm
Die Stadt Zürich verzichtet künftig auf die Unterstützung von Kresimir Stanic. Der zweimal beim Rasen erwischte Ex-FCZler hätte im Rahmen eines Alkohol-Präventionprogrammes vor Oberstufenschülern auftreten sollen. (Quelle: Google Alkohol Alert, 25.1.10) blick.ch, 25.1.10
Kategorie: Allgemein, Gewalt/Kriminalität, Prominenz, Schweiz, Sport, Unterricht, Verhaltens-Präv., Verkehr |
Keine Kommentare »
Dienstag 26. Januar 2010 von htm
Die Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA) hat das Verhalten der Geschwister und Eltern in Bezug auf das Rauschtrinken der Jugendlichen näher angeschaut. Ein Fazit.
Dass ältere Geschwister das Trinkverhalten der jüngeren Geschwister beeinflussen, erstaunt nicht. Forschungsarbeiten liegen hierzu aber erst wenige vor. Die Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA) hat die Rolle der älteren Geschwister sowie der Eltern näher angeschaut. Fazit: Je häufiger die älteren Geschwister sich betrinken und je kleiner die elterliche Fürsorge ist, desto eher trinken auch die jüngeren Geschwister auf problematische Weise. Selbst bei guter Fürsorge der Eltern zeigte sich, dass die jüngeren Kinder eher zum Rauschtrinken neigen, wenn dies die älteren Geschwister auch tun. (Quelle: SFA-Medienmitteilung, 25.1.10
Kategorie: Allgemein, Jugendliche, Schweiz, Verhaltens-Präv. |
Keine Kommentare »
Samstag 23. Januar 2010 von htm
In den Fussballstadien und deren Umgebung soll mittelfristig nur noch Leichtbier ausgeschenkt werden. Alkoholfreie Getränke müssen zudem billiger sein als Bier, und für Hochrisikospiele wird ein komplettes Alkoholverbot geprüft. Diese Massnahmen sind Teil eines Pakets, auf das sich der 7. Runde Tisch gegen Gewalt im und um den Sport am Freitag geeinigt hat, wie Sportminister Ueli Maurer vor den Bundeshausmedien sagte.
(Quelle: Tages-Anzeiger, 22./23.1.10) Kommentar: Es ist schon eindrücklich, zu welchen Verrenkungen die Alkohollobby die Behörden und den Sport zwingt.
Kategorie: Allgemein, Gewalt/Kriminalität, Jugend, Politik, Schweiz, Sport, Verhältnis-Präv. |
Keine Kommentare »
Freitag 22. Januar 2010 von htm
Redaktion der
Neuen Zürcher Zeitung
Briefe an die NZZ
8021 Zürich
Per e-mail redaktion@nzz.ch
Leserbrief zu „Armutsprävention verbessern“ vom 16.1.2010
Einmal mehr macht die Armut in der reichen Schweiz Schlagzeilen. Auf dem Bundesplatz werden Demos abgehalten, im Herbst soll eine nationale Armutskonferenz stattfinden, an der die bundesrätliche Armutsstrategie diskutiert werden soll und alle möglichen Bundesämter, NGOs, Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände, Kantone und Gemeinden mischen mit.
Ludwig Gärtner, Vizedirektor des Bundesamtes für Sozialversicherungen (BSV) erklärt, es würden bereits vielfältige Massnahmen zur Prävention von Armut getroffen, diese liessen sich weiter verbessern. Eine Verbesserungsmöglichkeit erwähnt er allerdings nicht: Die generelle Verminderung des Alkoholkonsums. Zu den alkoholbedingten Schäden zählt nicht zuletzt die Armut, in die viele Einzelne und Familien durch ihre Alkohol-Abhängigkeit getrieben werden. Es ist schon eigenartig. Wie bei der Gewaltdiskussion, wo der Faktor Alkohol immer noch zum Teil tabuisiert wird, obwohl es in letzter Zeit gebessert hat, ist er in der Armutsdiskussion (wie auch bei der Entwicklungshilfe der Schweiz) noch völlig tabu.
Warum setzt sich das Bundesamt für Gesundheit nicht für dieses Thema ein? Oder falls doch, wo wird abgeklemmt? Sucht man lieber bürokratische Auswege als ein heisses Eisen anzupacken – auch wenn es sehr viel bringen würde?
Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer
(ungekürzt veröffentlicht am 22.1.2010)
Kategorie: Allgemein, Armut, Politik, Schweiz |
Keine Kommentare »
Mittwoch 20. Januar 2010 von htm
20.1.2010
„Der Zürcher Oberländer“
Redaktion Leserforum,
Postfach
8620 Wetzikon.
Per e-mail
Leserbrief zu „Es grassiert die „Verbotitis“ in unserem Lande“ , vom 20.1.2010
Der Fraktionspräsident der FDP im Kantonsrat durfte in einem grossen Artikel die von den Liberalen immer wieder herbeigeredete „Verbotitis“ bejammern. Er mischt dabei grosszügig Selbstverständlichkeiten und wichtige Probleme durcheinander, zitiert geschichtliche Grössen und sagt zwischendurch sogar etwas Wesentliches: „Meist steht im Hintergrund ein zu langes Zuwarten der Politik, Sorgen der Bevölkerung zu thematisieren, mit dem Resultat, dass es irgendwann dann „gnueg isch“ und über das Ziel hinausgeschossen wird.“ Dass dann über das Ziel hinausgeschossen wird, hat sich die bürgerliche Mehrheit im Kanton und im Bund aber selber zuzuschreiben, denn sie bestimmt die Gesetze weitgehend. Also wozu das Gejammer?
In mehr als 50 Jahren wurde in der Schweiz keine Vorlage zur Verbesserung der Alkoholsituation vom Volk angenommen, das immer wieder dem mit Millioneneinsatz vorgebrachten Arbeitsplatzargument der Bürgerlichen auf den Leim gekrochen ist. Wäre es nicht viel sinnvoller und für die Gesellschaft nutzbringender, wenn diese FDP und die andern bürgerlichen Parteien z.B. das Alkoholproblem als Ganzes wahrnehmen und problemorientiert sowohl lokal, kantonal wie national Lösungen anstreben würden, die den wissenschaftlichen Erkenntnissen Rechnung trügen? Sie würden dabei sogar die Wirtschaft unterstützen, der sie doch immer zu dienen vorgeben.
Seit die Liberalen (!) vor 100 Jahren die erste Alkoholgesetzgebung durchbrachten, haben sie noch fast alle Verbesserungen der Alkoholproblematik bekämpft. Keine Rede davon, dass die Freiheit des Einzelnen dort aufhört, wo der Nächste betroffen ist. Das hat dazu geführt, dass wir heute alle Passivtrinker sind (aus Arbeitspapier der WHO), die ungefragt Zehntausende ein Leben lang an die Sozialkosten bezahlen und unter der verminderten Lebensqualität leiden. Das ist die Freiheit, die uns die FDP und ihre Glaubensbrüder verkaufen will. Und die Medien unterstützen sie dabei noch grosszügig. Das ist ihre Lesart von Pressefreiheit.
Hermann T. Meyer, Effretikon
(unbekannt ob veröffentlicht)
Kategorie: Allgemein, Leserbriefe, Politik, Schweiz, Zitate |
Keine Kommentare »