Archiv für die Kategorie 'Schweiz'
Dienstag 28. Dezember 2010 von htm
Neue Zahlen zeigen: Jeder vierte Betrieb im Kanton Zürich verkauft Bier und Schnaps an Minderjährige.
Wo Kontrollen fehlen, ist die Versuchung am grössten. Das gilt für den Raser im Strassenverkehr genauso wie für den Teenager im Schnapsladen. Zu diesem Schluss kommt ein gestern vom Blauen Kreuz veröffentlichter Bericht. Demzufolge verkaufte im vergangenen Jahr jeder vierte getestete Betrieb im Kanton Zürich Alkohol an Jugendliche unter 16 Jahren. Am schlechtesten schlossen jene Gemeinden ab, in denen erstmals unangekündigte Testkäufe durchgeführt wurden. Die «Erfolgsquote» der Jugendlichen lag dort zum Teil bei über 60 Prozent. Besonders ernüchternd: Seit 2007 bleibt der Anteil jener Betriebe, die illegal Alkohol verkaufen, unverändert hoch. (Quelle: Tages-Anzeiger, 28.12.10) (siehe unsern Leserbrief dazu) unser Online-Kommentar: Es gibt im Kanton Zürich keine Strafen, also nur Gewinne. Deshalb bleibt die Erfolgsquote seit drei Jahren gleich. Einzig die Tankstellenshops, die befürchten, der Alkoholverkauf könnte ihnen ganz entzogen werden, strengen sich mit Erfolg an. Es sind über 300’000 Alkoholkranke, dazu über 100’000 Kinder in alkoholbelasteten Familien! Eine Horrorvorstellung. Antworten auf www.alkoholpolitik.ch.
Kategorie: Alkohol-Testkäufe, Alkoholindustrie, Allgemein, Arbeitsplatz, Eltern, Erhältlichkeit, Gesundheit, Jugend, Kinder, Politik, Schweiz, Statistik, Verhältnis-Präv., Veröffentlichungen |
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Dienstag 28. Dezember 2010 von htm
28.12.2010
Redaktion
Tages-Anzeiger
Leserforum
Zürich
Per e-mail
Leserbrief zu „Kinder erhalten problemlos Alkohol“, am 28.12.10
Die Tatsache, dass Kinder im Kanton Zürich problemlos Alkohol erhalten, kommentiert Liliane Minor unter der Überschrift „Ein dreifacher Skandal“. In Wahrheit ist der Skandal noch weit grösser. Man muss ja davon ausgehen, dass in all den Gemeinden, in denen noch keine Testkäufe durchgeführt werden, d.h. in ¾ der Gemeinden, auch zu über 60% Alkohol abgegeben wird. Ein Skandal ist aber auch, dass von den Jugendlichen erwartet wird, dass sie sich an ein Gesetz halten, das nur sie einschränkt, die Erwachsenen sich aber einen Sport daraus machen, Gesetze nach Möglichkeit zu umgehen. (z.B. Strassenverkehr, Steuerpflicht) Auch treffen sie keine Anstalten, die Umwelt für die Jugendlichen weniger alkoholbelastet erscheinen zu lassen, damit Prävention für Jugendliche glaubwürdiger wird. Da wird sofort auf das Recht auf persönliche Freiheit gepocht, sogar auf das Recht auf Selbstzerstörung.
Dass die Medien diese alkoholfreundliche Haltung noch unterstützen, indem sie wichtigste Informationen zurückhalten und der Bevölkerung gar nicht erst die Chance geben, eine andere Sicht der Dinge zu gewinnen, ist wohl der grösste Skandal. Wenn es am Mangel an Fachjournalisten liegt, brauchen sie ja nur auf meine Webseite www.alkoholpolitik.ch hinzuweisen. Dort sind die Informationen zu finden und auch Wege, die aus dem Schlamassel herausführen.
Übrigens, was wäre, wenn nicht Abstinentenverbände vor über 10 Jahren (!) mit Testkäufen begonnen hätten?
Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer, Effretikon
(am 30.12.10 gekürzt veröffentlicht)
Kategorie: Alkohol-Testkäufe, Alkoholindustrie, Allgemein, Arbeitsplatz, Erhältlichkeit, Jugend, Kinder, Leserbriefe, Medien, Neues Alkoholgesetz (CH), Politik, Schweiz, Statistik, Verhältnis-Präv., Wirtschaft |
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Freitag 24. Dezember 2010 von htm
Zwischen 29.11.2010 und 17.12.2010 haben die Kantonspolizei und verschiedene Kommunalpolizeien im Rahmen ihrer normalen Dienstausübung an zahlreichen Orten auf Kantonsgebiet schwerpunktmässig die Fahrfähigkeit der Fahrzeuglenker (Fahren in angetrunkenem Zustand und Fahren unter Drogeneinfluss) kontrolliert.
Während dieser drei Wochen konfiszierten die Polizisten zuhanden des Amtes für Administrativmassnahmen insgesamt 97 Führerausweise (wegen qualifizierter Alkoholkonzentration < über 0,8 Promille> 75, Drogen 22). 67 Lenkende wurden wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand <0,5 – 0,79 Promille> an die zuständigen Statthalterämter verzeigt. (Quelle: Google Alkohol News, 23.12.10) polizeinews.ch, 23.12.10
Kategorie: Allgemein, Schweiz, Statistik, Verhältnis-Präv., Verkehr |
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Donnerstag 23. Dezember 2010 von htm
Der Gemeinderat von Wetzikon verschärft die Bewilligungspraxis für eine verkürzte Nachtruhe. Ab kommendem Jahr enden sämtliche Veranstaltungen spätestens morgens um 2 Uhr. Damit stützt er sich auf die Polizeiverordnung der Gemeinde und seine eigene Geschäftsordnung, schreibt die NZZ am Mittwoch. (Quelle: Tages-Anzeiger, 22./23./12.10) unser Online-Kommentar: Die persönliche Freiheit endet dort, wo sie anderen schadet. Soweit klar. Schon mal daran gedacht, dass wir alle als Passivtrinker, wie die Weltgesundheitsorganisation sagt, in unserer persönlichen Freitheit massiv eingeschränkt sind, weil wir ungefragt ein Leben lang die alkoholbedingten Schäden ertragen dürfen? Neben dem Leid, das einzelne trifft, mit dem Zahlen der horrenden Sozialkosten. Nachtrag: Die Massnahme des Gemeinderats ist natürlich zweckmässig und die Polizeistunde sollte notfalls weiter zurückgesetzt werden.
Kategorie: Alkoholindustrie, Allgemein, Gewalt/Kriminalität, Konsumhaltung, Politik, Schweiz, Sozialkosten, Veranstaltungen, Verhältnis-Präv., Wirtschaft |
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Donnerstag 23. Dezember 2010 von htm
13.12.2010
Redaktion
Tages-Anzeiger
Leserforum
Zürich
Per e-mail
Leserbrief zu „Die FDP aus Liebe zur Schweiz“, Inserat am 13.12.10
Mit einem Inserat auf der Titelseite des Tages-Anzeigers behauptet die FDP: „Die FDP redet Klartext – Aus Liebe zur Schweiz.“
Bereits gestern in der TV-Sendung Giacobbo/Müller durfte FDP-Nationalrat Filippo Leutenegger dazu als Gast einen Werbespot anbringen.
Wenn die FDP Klartext aus Liebe zur Schweiz reden möchte, dann sollte sie dringend in Bern für eine wirksame Alkoholpolitik sorgen. Sie könnte eine Mehrheit erreichen. Den wichtigsten Präventionsfachmann hätten sie in den eigenen Reihen, wie auch den zuständigen Bundesrat. Die Neufassung des Alkoholgesetzes böte jetzt die beste Gelegenheit dazu. Bisher haben sie stets genau das Gegenteil dessen erreicht, was für die Schweiz gut ist. Gut war es nur für die Alkoholindustrie und ihre Lobby. Schlecht war es auch für die übrige Wirtschaft. Die Ideologie der grenzenlosen Selbstverantwortung hat ausgedient. Denken ist gefragt.
Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer, Effretikon
(nicht veröffentlicht. Inserenten darf man nicht mit einem Leserbrief vergraulen.)
Kategorie: Alkoholindustrie, Allgemein, Medien, Neues Alkoholgesetz (CH), Politik, Prominenz, Schweiz, Verhältnis-Präv., Veröffentlichungen, Werbung, WHO globale Alkohol-Strategie, Wirtschaft, Zitate |
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Mittwoch 22. Dezember 2010 von htm
Ab dem 1. Januar 2011 ist der Konsum von Alkohol im öffentlichen Nahverkehr der Nürnberger VAG verboten. Grund: Vor allem Jugendliche trinken laut VAG immer öfter. Andere Fahrgäste fühlten sich dadurch unsicher. Hungrige können aber aufatmen: Ein Essverbot ist vom Tisch.
Das Alkoholverbot soll nach Angaben der VAG auch für die Nürnberger U-Bahnhöfe gelten. Damit solle der Alkoholkonsum in den öffentlichen Verkehrsmitteln unterbunden werden, teilte die VAG mit. Der Großteil der Fahrgäste empfinde es als unangenehm und fühle sich unsicher, wenn zum Beispiel in Gruppen Alkohol getrunken werde…. In München gilt bereits seit Februar 2009 ein Alkoholverbot für öffentliche Verkehrsmittel. Dieses Verbot habe sich bewährt. (Quelle: Google Alkohol News, 21.12.10) br-online.de, 21.12.10 Kommentar: Dieses Verbot würde ich mir für Züge um Zürich HB und Zürich-Hardbrücke an Wochenenden in der Nacht auch wünschen.
Kategorie: Allgemein, Internationales, Jugend, Schweiz, Verbraucherschutz, Verhältnis-Präv., Verkehr |
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Dienstag 21. Dezember 2010 von htm
Motion Hurter Thomas im Nationalrat, 17.12.10: Offizielle Schweizer Anlässe im Ausland mit Schweizer Wein und Spirituosen sowie Motion Darbellay Christophe im Nationalrat, 17.12.10: Pflicht zum Ausschank von Schweizer Weinen in den Botschaften. Kommentar: Beide Motionen wurden diskussionslos angenommen. Man hätte immerhin darauf hinweisen können, dass es auch ausgezeichnete Schweizer Traubensäfte gäbe, für die im Ausland geworben werden könnte.
Kategorie: Alkoholfreies, Allgemein, Konsumhaltung, Politik, Schweiz, Verschiedene, Werbung |
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Dienstag 21. Dezember 2010 von htm
Wer sich in New York ein Bier zu seiner Zigarette gönnen will, darf das nur in den eigenen vier Wänden tun. Das Trinken von Alkohol ist auf den New Yorker Strassen verboten. Verlässt man eine Bar, um vor der Tür zu rauchen, bleibt die Bierflasche besser drinnen. Sonst droht eine saftige Busse.
Ähnliche Zustände haben sich auch in Zürich eingeschlichen, zumindest nach Mitternacht. In den letzten Monaten haben zahlreiche Barbetreiber Zettel an ihre Türen geklebt. Darauf verkünden kurze Sätze, die mit doppelten Ausrufezeichen enden, dass es verboten sei, nach 24 Uhr beim Rauchen Getränke nach draussen zu nehmen. Seit dem Rauchverbot wurde dieses Gesetz erst richtig aktuell. (Quelle: Tages-Anzeiger, 21.12.10) unser Online-Kommentar: Es sollte daran erinnert werden, dass das Gastgewerbegesetz unter dem Druck der Wirte immer mehr liberalisiert wurde. Dass dann solche Bestimmungen übrigbleiben, ist wohl darauf zurückzuführen, dass sie als unbedeutend für die Wirte tolerierbar sind. Hätten wir eine echte und wirksame Alkoholpolitik, könnte auf solche Bestimmungen verzichtet werden. Aber dazu sind die Wirte wieder nicht bereit.
Kategorie: Alkoholindustrie, Allgemein, Erhältlichkeit, Schweiz, Verhältnis-Präv. |
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Dienstag 21. Dezember 2010 von htm
Auch bei den Konsumentenschutz-Organisationen stehen die eidgenössischen Wahlen 2011 ganz oben auf der Agenda. Die Konsumentenschützer wollen die Kandidatinnen und Kandidaten genau unter die Lupe nehmen und aufzeigen, wer sich für Konsumentenanliegen einsetzt und wer nicht. Ein Konsum-Label für Politiker soll Wahlhilfe bieten.
Seit rund einem Jahr ziehen die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) sowie die französisch- und italienischsprachigen Schwesternorganisationen FRC und ACSI in der «Allianz der Konsumentenschutzorganisationen» an einem Strick – mit Erfolg, wie Vertreter der drei Organisationen am Montag an einer Medienkonferenz in Bern erklärten. (Quelle: NZZ, 20./21.12.10) Kommentar:
Eine Charta will u.a. auch die Gesundheit ansprechen. Ich hoffe, dass dabei auch an das in Entstehung begriffene neue Alkoholgesetz gedacht wird. Bekanntlich hat der Bundesrat im Entwurf die WHO-Resolution für eine globale Alkohol-Strategie praktisch ignoriert, obwohl er sie mitunterzeichnet hat. Wäre es nicht sinnvoll, die Umsetzung dieser Alkoholstrategie von den Politikern zu fordern, wie ich es mit meinem Aufruf anstrebe? Alkoholschäden stehen bei den gesundheitlichen Auswirkungen laut WHO an 3. Stelle. Eine neue Untersuchung aus England gemäss ist Alkohol die gefährlichste Droge, wenn man ihre Wirkung auf die Gesellschaft berücksichtigt. Entsprechend dürfte man von Politikern erwarten, dass sie diesen Fakten Rechnung tragen. Auch in der EU gehören Konsumentenschutz und Gesundheit zusammen. Ich hoffe, dass sie ihrer Aufgabe gerecht werden, auch wenn politische Rücksichten im Wege stehen sollten. Es genügt, wenn die Medien und die Behörden das Problem tabuisieren und damit der Bevölkerung keine Chance lassen, ihre Interessen zu vertreten.
Inzwischen wird der Aufruf von namhaften Fach-Institutionen unterstützt. Er soll übrigens bis zur Behandlung des Alkoholgesetzes im Parlament laufen.
Kategorie: Advent-Aufruf, Allgemein, Aufruf, Gesundheit, Neues Alkoholgesetz (CH), Politik, Schweiz, Verbraucherschutz, Verhältnis-Präv., WHO globale Alkohol-Strategie |
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Sonntag 19. Dezember 2010 von htm
Alkohol lockert die Stimmung und ist ein Schmiermittel unserer Gesellschaft, aber auch eine psychoaktive Droge und ein starkes Zellgift. Ein Stoff, der uns stimuliert, inspiriert – und bei übermässigem Genuss zerstört.
Über 300’000 Menschen in der Schweiz gelten als alkoholkrank. Input fragt, was der Alkohol in uns macht und spricht mit Betroffenen und Fachleuten. (Quelle: NZZ, 18.12.10) Kommentar: Wieder eine Sendung mehr, in der von der gesellschaftlichen Bedeutung des Alkohols abgelenkt wird. Mit solchen Sendungen glaubt die Radio-Leitung ihre Konzessions-Pflicht zu erfüllen. Im Online-Text wird geschrieben: „Alkohol lockert die Stimmung und ist ein Schmiermittel unserer Gesellschaft, aber auch eine psychoaktive Droge und ein starkes Zellgift.“ Wie wahr: Schmiermittel unserer Gesellschaft.
Kategorie: Alkoholkrankheit, Allgemein, Medien, Schweiz, Veröffentlichungen |
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