Donnerstag 28. April 2011 von htm
16.4.2011
Redaktion
Tages-Anzeiger
Leserforum
Zürich
Per e-mail
Leserbrief zu „Nur kein Glas Wein pro Tag ist wirklich gesund“, Tages-Anzeiger vom 14.4.11
Als ich vor fast zehn Jahren meine unabhängige, kritische Webseite alkoholpolitik.ch startete, schrieb ich im Vorwort: „Alkoholpolitik ist in der Schweiz wie auch in andern Ländern ein eher unbeliebtes Thema, weil sehr oft die eigene Konsumhaltung, wirtschaftliche Eigeninteressen oder einfach die gesellschaftliche Wirklichkeit einer objektiven Betrachtungs- und Handlungsweise im Wege stehen.“
Diese Aussage gilt noch immer, besonders, wenn man die Leserbriefe vom 16.4.11 zum obigen Artikel liest. Auch die kürzliche Debatte im Nationalrat zum neuen Präventionsgesetz stand unter diesen Aspekten. Die persönliche Auseinandersetzung mit Ergebnissen der wissenschaftlichen Forschung unterliegt den gleichen Kriterien. Viele akzeptieren nur jene Resultate, die ihrer eigenen vorgefassten Meinung entsprechen.
Um als Laie wissenschaftliche Forschung einigermassen verstehen und gewichten zu können, braucht es gewisse Grundkenntnisse. Auf der erwähnten Webseite werden immer wieder auch wissenschaftliche Arbeiten kommentiert.
Seit 1999 das internationale Institut der Internationalen Alkoholindustrie in Washington (ICAP) ein Büchlein herausgegeben hat mit dem Titel „Wer sind die Abstinenten“, wurden sintflutartig wissenschaftliche Arbeiten über die gesundheitspositiven Wirkungen alkoholischer Getränke herausgebracht. Die „Abstinenten“ schnitten immer schlechter ab als Alkoholkonsumenten. Die Medien übernahmen diese Meldungen meist unbesehen. Arbeiten, welche diesen Forschern unsaubere Methoden nachwiesen, oder den Interessen der Alkohollobby zuwider liefen, wurden nicht veröffentlicht.
Wenn nun die EU in einer gross angelegten Studie die Gefährlichkeit von Alkoholika in Bezug auf Krebserkrankungen erforschen lässt, weil eine Beweislücke bestand, gibt ihr dies nun Hinweise auf mögliche Präventionsschritte und Argumente gegenüber der übermächtigen Alkohollobby, die aus Eigeninteresse jede wirksame Prävention bekämpft. Der durchschnittliche Konsument als sogenannt „mündiger Bürger“ wird sich wie bisher eher von der Alkoholwerbung als von der Gegenwerbung überzeugen lassen. Siehe ganz oben.
Forschungsresultate werden so formuliert, dass ausgesagt wird, mit einer Wahrscheinlichkeit von x% könne dies oder jenes eintreten. Wer also glaubt, er sei davon nicht betroffen, kann sich jedes mögliche Argument einfallen lassen, er hat vielleicht sogar recht, kann sein Glas geniessen und z.B. 104 Jahre alt werden. Wer auf Nummer sicher gehen will und andere Genüsse vorzieht, wird sein Leben bewusst anders einrichten. Das Leben kann so viele verschiedene schöne Facetten bieten!
Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer, Effretikon
(nicht veröffentlicht)
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Mittwoch 27. April 2011 von htm
BAUEN UR – Karfreitagnacht feiert der junge Maurer aus Bauen UR auf dem Rütli mit Freunden. Jetzt ist klar: Er stürzte in den See. «Kollegen von ihm haben ihn im Wasser entdeckt und die Seepolizei alarmiert», sagt Polizeisprecher Karl Egli von der Kantonspolizei Uri zu Blick.ch. Mit Hilfe von Tauchern sei er geborgen worden. Die Unglücksstelle liegt etwa 500 Meter südlich der Schiffsstation Rütli. Reto stürzte offenbar über eine rund fünf Meter hohe Felswand in den See. … Das Drama begann an einer Saison-Eröffnungsfeier beim Rütli-Wirt. (Quelle: blick.ch, 26.4.11) unser Online-Kommentar: Der erste Kommentar spricht von „realistisch bleiben“. Das Hauptproblem war wohl der Alkohol. In der Innerschweiz so selbstverständlich, dass man gar nicht darauf kommt. Der Wirt wäscht seine Hände in Unschuld, stellvertretend für die vielen Alkohollieferanten, die nie wegen Mitverantwortung bei Unfällen und Todesfällen zur Verantwortung gezogen werden, obwohl gesetzliche Grundlagen vorhanden wären. Hauptsache die Kasse stimmt am Karfreitag-Eröffnungstag.
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Samstag 23. April 2011 von htm
„Kein Alkohol ist auch keine Lösung“ – Prävention Vorbildfunktion, aushalten, Nein sagen, trockenbleiben . . . Warum nur haben Gesunde so wenig Humor? Von Jean-Martin Büttner, im Tages-Anzeiger, 23.4.11. (Nur im Internet-Archiv einsehbar)
Kommentar: Zugegeben, die Alkohollobby hat in den letzten Tagen massiv einstecken müssen. Dass aber bereits zum ziemlich letzten Mittel einer Gegenoffensive gegriffen werden muss, wenn die Argumente ausgehen, überrascht doch etwas: Die Menschen, die möglichst verantwortungsbewusst und gesund leben, der Lächerlichkeit preiszugeben. Ich hoffe sehr, Jean-Martin Büttner wurde zu diesem Artikel gezwungen. Er, der sich intensiv mit dem Raucherproblem befasste und sich gegen das Verleger-Diktat wehrte. Der Artikel ist weit unter seinem Niveau. Von Humor keine Spur. Die Behandlung des Alkoholproblems ist übrigens in der Schweiz, wie oft auch anderswo, ein Trauerspiel. Und wenn dabei Humor vorkommt, dann der: Humor ist, wenn man trotzdem lacht.
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Mittwoch 20. April 2011 von htm
Epidemiologe Jürgen Rehm sagt, auf das tägliche Glas Wein oder Bier zu verzichten, könne sinnvoll sein. (Interview)
Herr Rehm, für viele überraschend, zeigte kürzlich eine grosse Studie, dass selbst moderates Trinken von Alkohol das Krebsrisiko erhöht (TA vom 14. 4.). Ist dieser Zusammenhang gesichert, oder gibt es dazu noch eine Debatte?
Der Zusammenhang kann heute als gesichert gelten. Die International Agency for Research on Cancer (IARC) in Lyon ist eine Unterorganisation der Vereinten Nationen, die sich ausschliesslich mit Krebs und Risikofaktoren für Krebs beschäftigt. Sie hat den Konsum alkoholischer Getränke ohne Wenn und Aber als Kausalfaktor für bestimmte Krebsarten klassifiziert. Im Bericht von 2010 wird ausdrücklich festgehalten, dass es dabei keinen Schwellenwert gibt. Das heisst, dass jeder Konsum von Alkohol mit einem bestimmten Risiko behaftet ist. IARC-Berichte entstehen aufgrund von gut vorbereiteten Treffen der wissenschaftlichen Spezialisten. Im Falle des Restrisikos für Krebs auch bei moderatem Konsum gab es Einstimmigkeit. … (Quelle: Tages-Anzeiger, 20.4.11) Kommentar: Freude herrscht! Der Tages-Anzeiger hat den Einstieg ins Thema gefunden und recherchiert. Jürgen Rehm ist einer der führenden Wissenschafter auf diesem Gebiet mit Verbindung zu Zürich. Wir haben ihn schon mehrmals erwähnt. Dürfen wir annehmen, dass unser ständiges Drängen mit Newsletter, Webseitenkommentaren und Leserbriefen zu dem positiven Umschwung beigetragen haben? Vielleicht auch, dass der Konkurrent NZZ trotz grossen Wertedeklamationen noch immer in Abwarteposition verharrt? Egal, Hauptsache, eine gute Basis ist gelegt. Päventive Gedanken müssten eigentlich automatisch folgen. Die kommende nationale Dialogwoche und das neue Alkoholgesetz wären passende Aufhänger. Aber bitte kritisch!
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Dienstag 19. April 2011 von htm
Gemäss Kurzmeldungen in NZZ und Tages-Anzeiger waren Alkohol-Testkäufe der Stadtpolizei am Freitag in 7 von 10 Läden und Restaurants „erfolgreich“. Die Verantwortlichen wurden verzeigt. Kommentar: Nachdem gerade im Kantonsrat über Test-Käufe debattiert wurde und in Winterthur schon verschiedentlich Testkäufe durchgeführt worden waren, ist dieses Ergebnis schlicht unverzeihlich. Wann werden die Behörden endlich aufwachen und so einschreiten, dass wenigstens Ergebnisse im Landesdurchschnitt erzielt werden?
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Freitag 15. April 2011 von htm
Nationalrat – Sondersession 2011 – Sechste Sitzung – 14.04.11-08h00
09.3938: Motion Hutter Markus. Ladenöffnungszeiten. Symmetrie zwischen Kantonsrecht und Bundesrecht
Mit 104 zu 62 Stimmen stimmte der Nationalrat in namentlicher Abstimmung zu. Die Kantone sollen zukünftig nach eigenem Ermessen ohne Rücksicht auf das Arbeitsrecht die Ladenöffnungszeiten auch nachts und sonntags frei bestimmen können. Das Geschäft geht an den Ständerat. (Quelle: Amtliches Bulletin) Kommentar: Hier müsste nun das neue Präventionsgesetz mit der Gesundheitsfolgenabschätzung (GFA) einschreiten. Eine Haupttriebfeder für die neuen Ladenöffnungszeiten ist der lockende Alkoholverkauf. Wenn die Kantone nicht vernünftig sind (hoffentlich lehnt der Ständerat noch ab) werden die Wirte sofort nachziehen wollen, denn die Läden mit ihrem billigen Alkoholangebot sind ja ihre Hauptkonkurrenten. Dann hätten wir das gleiche Desaster wie in England. Warum laufen die Wirte nicht Sturm gegen dieses Ladenöffnungsgesetz? Glauben sie wirklich, sie könnten nachziehen?
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Freitag 15. April 2011 von htm
12.4.2011
Redaktion
Tages-Anzeiger
Leserforum
Zürich
Per e-mail
Au „Zürich legalisiert Alkohol-Testkäufe durch Minderjährige – vorläufig“, am 12.4.11
Testkäufe sind praktisch die einzige Möglichkeit, das Jugendschutzgesetz durchzusetzen. Sie nützen aber nur maximal, wenn Strafen möglich sind. Dass nur die oft gestressten VerkäuferInnen bestraft werden, ist allerdings stossend. Den Profit machen ja die skrupellosen Inhaber. Ob die Grünen dann zustimmen, wenn in dieser Richtung verbessert wird? Oder die FDP wieder abwinkt, die erstaunlicherweise einmal positiv überrascht?
Es ist natürlich zu hoffen, dass der Bund ebenfalls die im Entwurf des Alkoholgesetzes angekündigte Gesetzesregelung bringt. Leider ist das noch gar nicht sicher, obwohl dies der einzige wirklich positive Mehrwert wäre. Bis jetzt wehrt der Bundesrat sich immer noch stur gegen wirksame Massnahmen, die das Alkoholproblem entschärfen würden. Und die Medien unterstützten ihn bisher dabei, indem sie ihre Macht der Nicht-Information ausübten. Dass der Tages-Anzeiger sogar einen intelligenten Kommentar auf Seite 2 brachte, lässt wieder einmal hoffen.
Dass die Grünen in der Alkoholfrage mit der SVP zusammengehen, erstaunt mich immer wieder. Wie kann man sich für eine naturnahe, gesunde Umwelt einsetzen und dabei die Gesundheit des Menschen ausser acht lasssen, der doch im Zentrum unserer Umwelt steht? Ihr Argument, die Jugendlichen würden zu Gesetzesbrechern und missbraucht, ist nicht stichhaltig. Diese jungen Menschen gehören zum Umfeld des Blauen Kreuzes, sind geschult und durch die Vertrautheit mit dem Problem motiviert. Eine wertvolle Lektion in praktischer Staatsbürgerkunde, die kaum dazu führt, dass die Gegner der Vorlage aus ihren Reihen, sind sie einmal stimmberechtigt, zusätzliche Wählerstimmen erhalten werden. Ob dies auch ein Grund für die Gegnerschaft ist?
Warum wehrt sich der Wirte-Vertreter gegen ein solches Gesetz, wenn doch nur die Läden, d.h. seine Konkurrenz, betroffen sind? Weil die SVP-Ideologie sein Denken überflüssig macht, oder ihn seine Lieferanten unter Druck setzen? Also auch er, wie wir alle Passivtrinker, ein Unfreier trotz mehr Freiheit und weniger Staat?
Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer, Effretikon
(ungekürzt, mit kleinen redaktionellen Änderungen, veröffentlicht, am 15.4.11)
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Donnerstag 14. April 2011 von htm
Am Mediengespräch in Bern hat Sucht Info Schweiz ein Gesprächsforum für Kinder alkoholabhängiger Eltern lanciert. Diese erste nationale Internetplattform will möglichst viele betroffene Kinder und Jugendliche erreichen und sie will Synergien zu kantonalen Angeboten fördern.
Mehrere Zehntausend Kinder wachsen in der Schweiz mit einem alkoholabhängigen Elternteil auf. Meist leiden diese Kinder an fehlender Sicherheit, Schuldgefühlen und daran, dass in der Familie die Alkoholkrankheit verleugnet wird. Oft stehen sie mit ihren Gefühlen der Scham, Wut oder Angst alleine da. Im Vergleich zu Kindern aus Familien ohne Alkoholprobleme tragen sie zudem ein sechsfach höheres Risiko, später ein Suchtproblem oder psychische Beschwerden zu entwickeln. (Quelle: Sucht Info Schweiz, 14.4.11)
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Donnerstag 14. April 2011 von htm
Der Freiburger Erzbischof hat den eingereichten Rücktritt sofort angenommen. Nach Ostern wird es Gespräche über neue Einsatzmöglichten geben. Das gab die Pressestelle des Erzbistums bekannt. (Wir berichteten hier)
Nach Ostern wird der Zivilpriester mit den Verantwortlichen der Erzdiözese Freiburg über neue Einsatzmöglichkeiten reden.
Bereits im Jahr 2009 schnappte die Schweizer Polizei den Priester betrunken am Steuer und 2007 beschädigte er alkoholisiert drei parkierte Fahrzeuge und beging Fahrerflucht. (Quelle: domradio.de, 14.4.11)
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Donnerstag 14. April 2011 von htm
Liebe Studis der SES-Fakultät!
Gerne möchte das Fakultätskomitee (zusammengesetzt aus MECOM und CESES-Mitgliedern) euch zur Vorstellung der Kandidaten für den Repräsentanten der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät in der AGEF einladen.
Wir treffen uns Montag den 18.04., ab 16h15 im Auditorium Joseph Deiss.
Dort sponsern die Fachschaften Freibier!
Nachdem wir uns ein bisschen Mut für Fragen und Diskussion angetrunken haben, stellen sich ab 17h00 die Kandidaten, die sich gerne präsentieren wollen, vor. Ihr habt daraufhin alle Gelegenheit die Kandidaten über ihre Ziele und Motivation auszufragen.
Zum Schluss haben alle Studenten der SES-Fakultät die Möglichkeit per geheimer Wahl konsultativ ihren Wunschkandidaten zu wählen. Das Votum wird von den Mitgliedern des Fakultätskomitees an den Studierendenrat weitergegeben. Ihr empfehlt dem Studierendenrat demnach euren Wunschkandidaten.
Wir freuen uns darauf euch am Montag zu sehen!
Eure MECOM & CESES
– Die Veranstaltung wird zweisprachig sein, alle wichtigen Themen werden übersetzt werden – (Quelle: Offizieller Einladungs-Versand) Kommentar: So bringt sich also unsere geistige Elite immer noch in Form. Ob das im Sinn und Geist von Alt-Bundesrat Deiss ist? Solche Akademiker finden sich später in politischen Gremien bis hinauf nach Bern und bestimmen u.a. über unsere Gesundheitspolitik. (Fettdruck von uns)
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