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Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Archiv für die Kategorie 'Aktionen'

WHO verabschiedet Globale Alkoholstrategie

Montag 6. Dezember 2010 von htm

WHO verabschiedet Globale Alkoholstrategie

Auf ihrer sechsten Weltgesundheitstagung haben die 193 Mitgliedsstaaten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am 20. Mai 2010 die ungeduldig erwartete Globale Strategie zur Senkung des schädlichen Gebrauchs von Alkohol einmütig angenommen.

In der zweistündigen Debatte wurde der schädliche Alkoholkonsum als wesentliches Gesundheitsproblem von allen Mitgliedsstaaten anerkannt. Die Delegierten betonten die weltweiten Aspekte dieses Problems und forderten die WHO zu einer höheren Priorisierung der alkoholbedingten Schäden auf und verlangten mehr Mittel zu ihrer Bewältigung und der Umsetzung der neuen globalen Strategie.

Unter den angesprochenen Problemen wurde die weltweite Zunahme des Rauschtrinkens bei Jugendlichen und der wachsende Einfluss der Alkoholwerbung und -vermarktung als besorgniserregend festgestellt. Die Delegierten begrüssten die verschiedenartigen evidenzbasierten Maßnahmen und ihr Potenzial zur Begegnung der Alkoholprobleme, die in die globale Strategie aufgenommen wurden.

Die Resolution wurde mit einer durch Thailand eingebrachten Änderung zur angemessenen finanziellen und materiellen Ausstattung zur Umsetzung der Strategie in Südostasien verabschiedet.

Die WHO schätzt, dass 2004 2,5 Mio. Menschen an alkoholbedingten Ursachen starben (hauptsächlich Herz- und Lebererkrankungen, Verkehrsunfälle, Suizide und verschiedene Krebsarten), die 3,8% aller Todesfälle und 4,6% der weltweiten Erkrankungen ausmachten.

Der schädliche Alkoholkonsum hat ernste Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung und ist eine der Hauptursachen für weltweite schlechte Gesundheit, sagt das Strategiepapier.

Die Resolution fordert die Mitgliedsstaaten der WHO zu politischen Maßnahmen zur Senkung des schädlichen Alkoholkonsums auf. Sie betont die Wirksamkeit alkoholpolitischer Massnahmen zur Preisgestaltung, Verfügbarkeit und Werbung.

Die Empfehlungen der Strategie sind nicht bindend, sie dienen lediglich als Richtlinien für die WHO-Mitgliedsländer.

Kommentare:

www.alkoholpolitik.ch: Nun hat die NZZ wenigstens im letzten Abschnitt auf die Alkohol-Strategie kurz hingewiesen. Unter dem Untertitel “Empfehlung gegen Fast Food”(?). Die Alkohollobby muss einen gewaltigen Druck auf die Medien ausüben, dass diese sich kaum getrauen, das Thema aufzugreifen. (22.5.10)

Dies ist ein Meilenstein im globalen Bestreben für eine lebenswertere Welt. Herzliche Gratulation und grossen Dank für all die Wissenschafter und Public Health Fachleute, die mit unendlicher Geduld und unermüdlichem Einsatz dieses Ergebnis ermöglicht haben. Hoffen wir nun, dass diese Empfehlungen in den Ländern aufgenommen und umgesetzt werden, damit möglichst bald weltweit die Lebensqualität steigen kann. (21.5.10)

Mariann Skar, Generalsekretärin von Eurocare stellte dazu fest: „Wir begrüßen die Globale Alkoholstrategie der Weltgesundheitsversammlung. Dies ist ein Startschuss zur Begegnung der weltweiten Bedrohung der öffentlichen Gesundheit und des sozialen Wohlbefindens durch den schädlichen Alkoholkonsum,“ und sie ergänzte „Europa hat eine starke Position und Verantwortung durch seine Spitzenstellung im Alkoholkonsum und als wichtiger Exporteur alkoholischer Getränke.“ Sie bedauerte, dass „wir unsere Trinksitten und Normen in Länder exportieren, denen es an Kompetenz und Leistungsfähigkeit mangelt, den daraus resultierenden Schäden entgegenwirken zu können.“

Die Global Alcohol Policy Alliance (GAPA) begrüßte die Resolution ebenfalls. Ihr Vorsitzender Derek Rutherford sagte: „Konzertierte Aktionen zur Senkung der globalen Alkoholprobleme sind lange überfällig. Die heutige Entscheidung der Weltgesundheitsversammlung ist ein wichtiger erster Schritt. Die Strategie widmet den transnationalen Aspekten der Alkoholfrage breiten Raum. GAPA schätzt das weite Spektrum unterstützender Statements von WHO-Mitgliedsstaaten aus Industrie- wie Entwicklungsländern in der Diskussion.“

Zur WHO-Alkoholstrategie :: Resolution WHA61.4 – Strategies to reduce the harmful use of alcohol

EUROCARE (The European Alcohol Policy Alliance) ist ein Zusammenschluss von rund 50 Gesundheitsverbänden aus 22 europäischen Ländern zur Prävention und Senkung alkoholbedingter Schäden. Die Mitgliedsorganisationen sind an Politik und Forschung beteiligt, wie auch an der Verbreitung von Informationen und Ausbildung zu Alkoholfragen sowie der Hilfe für Menschen mit alkoholbedingten Problemen.

Quelle: EUROCARE

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CH: Gewaltig gefährdet – wenn Alkohol im Spiel ist (Aktionstag)

Donnerstag 18. November 2010 von htm

Am 18. November 2010 ist Nationaler Aktionstag Alkoholprobleme. Alkohol und Gewalt sind häufig miteinander verbunden. Unter dem Motto „Gewaltig gefährdet“ sensibilisieren Alkoholfachstellen Betroffene und die Bevölkerung in der ganzen Schweiz für das erhöhte Gewaltrisiko bei Alkoholmissbrauch.
Ein neuer Flyer thematisiert die Problematik für ein breites Publikum. Zwar führt ein problematischer Alkoholkonsum nicht automatisch zu Gewaltakten. Alkohol und Gewalt treten aber häufig zusammen auf. Für häusliche Gewalt gilt: 30 bis 40% der Delikte werden unter Alkoholeinfluss verübt. Auch bei Sportanlässen, am Wochenende oder im Nachtleben ist bei Gewaltvorfällen oft Alkohol im Spiel. Die Ursachen von Gewalt sind stets komplex; Alkoholkonsum kann, nebst anderen Faktoren, eine Rolle spielen. … (Quelle: Pressemitteilung Sucht Info Schweiz, 15.11.10) Kommentar: Noch vor ein paar Jahren wurde ich von einer Fachperson massiv angefeindet, weil ich auf den Zusammenhang von Alkohol und Gewalt hinwies. Und die Behörden in Zürich hüllten sich nach meiner diesbezüglichen Intervention im Fall Schwamendingen in Schweigen. Der Wind hat nun offensichtlich gedreht, dieses Tabu ist gebrochen.

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Aktion „Weisse Weihnacht“

Samstag 6. November 2010 von htm

Weiße Weihnacht ist eine Solidaritätsaktion mit Kindern aus alkoholbelasteten Familien.
Im Sinne der Punktnüchternheit wird darum gebeten, im Zusammensein mit Kindern während der Weihnachtsfeiertage auf Alkohol zu verzichten. Die Aktion wird im Internet präsentiert (http://www.weisse-weihnacht.info), wo die Zahl der UnterstützerInnen laufend aktualisiert wird. Für 2010 wollen wir die Zahl 100.000 erreichen.

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Online-Kommentar zur Studie „Alkohol, die gefährlichste Droge“

Dienstag 2. November 2010 von htm

Alkohol, das sozial-medizinische Problem Nr. 1
Seit Jahrzehnten wird Alkohol bei uns als 1. sozial-medizinisches Problem bezeichnet. Diese Studie ist ein weiterer Beweis zur rechten Zeit. In einer Zeit, in der Regierungen sich weigern, die von ihnen mitunterzeichnete Alkohol-Strategie der WHO (Mai 2010) umzusetzen. Sie stehen unter ständigem Druck der Alkoholindustrie, keine Massnahmen zuzulassen, die den Konsum und damit die Schäden reduzieren könnten. Diese Art Korruption kostet täglich Leben und schädigt die ganze Bevölkerung, die von der WHO als Passivtrinker bezeichnet wurde, weil sie unabhängig von ihrem Konsum ein Leben lang ungefragt die immensen alkoholbedingten Sozialkosten bezahlt und unter der verminderten Lebensqualität leidet. Die Bevölkerung kann sich nicht wehren, weil ihr die nötigen Informationen vorenthalten werden.
PS für die Schweiz: Diese Untersuchung passt sehr schön zur Anklage von Bundesrätin Calmy-Rey, die Bundesräte der Mitteparteien stünden unter dem Einfluss der Economiesuisse. Diesem Einfluss ist es zu „verdanken“, dass ein völlig ungenügender Entwurf eines neuen Alkoholgesetzes in die Vernehmlassung geschickt wurde. Wie wäre das doch wunderbar, wenn nun der Bundesrat bei der Auswertung der Vernehmlassungsantworten jene der Fachleute und der Wissenschaft höher gewichten würde als diejenigen der Alkoholindustrie und der Wirtschaftsverbände. Sie müssten ja nur die globale Alkohol-Strategie der WHO, die sie im Mai mitunterzeichnet haben, in das neue Gesetz einfliessen lassen und die Parlamentarier überzeugen, dass dies der richtige Weg wäre, um ein Jahrhundertproblem zum Wohle der ganzen Bevölkerung wirksam zu entschärfen.

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TOP NEWS: Alkohol ist gefährlicher als Heroin und Crack

Dienstag 2. November 2010 von htm

Alkohol schadet nicht nur dem Körper des Konsumenten, sondern vor allem zwischenmenschlichen Beziehungen. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie. Sie rät trotzdem, Alkohol nicht zu verbieten. … (Quelle: Tages-Anzeiger, 1.11.10) unser Online-Kommentar: Seit Jahrzehnten wird Alkohol bei uns als sozial-medizinisches Problem bezeichnet. Diese Studie ist ein weiterer Beweis zur rechten Zeit. In einer Zeit, in der Regierungen sich weigern, die von ihnen mitunterzeichnete Alkohol-Strategie der WHO (Mai 2010) umzusetzen. Auch unser Bundesrat mit seinem völlig ungenügenden Entwurf für ein neues Alkoholgesetz. Diese Korruption kostet täglich Leben. (siehe auch im englischen Teil.) (siehe noch ausführlicher: spiegel.de, 1.11.10) siehe Lancet-Artikel bei wissenschaft-online.de, 5.11.10

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CH: Newsletter Alkoholkampagne 1/10: Das Fundament steht

Freitag 29. Oktober 2010 von htm

Vom 21. bis 29. Mai 2011 startet das Bundesamt für Gesundheit gemeinsam mit den Kantonen, Städten und den zivilgesellschaftlichen Organisationen mit einer «Aktionswoche» eine neuartige Alkoholkampagne, in deren Mittelpunkt der gesellschaftliche Dialog steht. Wir haben Sie anfangs September über das Vorhaben informiert und freuen uns, Ihnen hiermit den ersten Newsletter zukommen zu lassen. (Quelle: Bundesamt für Gesundheit, 21.10.2010)

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D: Zweite bundesweite Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien

Freitag 29. Oktober 2010 von htm

Die drei Vereine »Kunst gegen Sucht«, »NACOA Deutschland« und »Such(t)- und Wendepunkt« rufen gemeinsam zur zweiten Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien vom 13.2. bis 19.2.2011 auf. Ziel der Aktionswoche ist es, die Aufmerksamkeit in Öffentlichkeit und Medien auf die von familiären Suchtproblemen betroffenen Kinder zu lenken. Zu diesem Zweck wird ab Dezember 2010 eine zentrale Website (www.coa-aktionswoche.de) eingerichtet.
Alle Projekte und Initiativen, die Angebote für betroffene Kinder haben, sind aufgerufen, während der Aktionswoche mit Veranstaltungen auf sich aufmerksam zu machen und auf die lokale Presse zuzugehen, um sie zur Berichterstattung zu ermuntern. Aber auch Einzelpersonen sind eingeladen, sich mit Briefaktionen oder dem Verteilen von Informationsmaterialien an der Aktionswoche zu beteiligen. Jede/r, dem/der das Thema Kinder aus Suchtfamilien wichtig ist, kann mitmachen. Ideen dazu werden auf der Website www.coa-aktionswoche.de vorgestellt.
Die Aktionswoche läuft parallel zur Children of Alcoholics Week in den USA und in Großbritannien. Sie steht in Deutschland unter der Schirmherrschaft der Schauspielerin Katrin Sass.
Antworten:
http://opennetworx.org/?locale=de#start

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bunt statt blau: die besten Plakate gegen das Komasaufen

Dienstag 26. Oktober 2010 von htm

Sekt, Sex und Sensenmann: Die besten Plakate gegen das sogenannte Komasaufen gehen auf Deutschland-Tour. Im Berliner Albert-Einstein-Gymnasium eröffnet heute die Drogenbeauftragte der Bundesregierung eine große DAK-Wanderausstellung zum steigenden Alkoholmissbrauch von Jugendlichen. Unter dem Motto „bunt statt blau“ hatten sich im Frühjahr 2010 8000 Schüler aus ganz Deutschland mit bunten Bildern und coolen Sprüchen an der Aktion der Krankenkasse beteiligt. Jetzt werden die Motive der 16 Landesgewinner in vielen Schulen gezeigt, um über die Gefahren des Rauschtrinkens aufzuklären. – Quelle: Pressemitteilung Bundesgesundheitsministerium, 26.10.10)

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CH: Jugendschutzlabel im Alkoholbereich:

Freitag 22. Oktober 2010 von htm

Das Blaue Kreuz hat ein Jugendschutz-Label geschaffen, das Verkaufsstellen auszeichnen soll, die einen besseren Jugendschutz unterstützen wollen, als dies vom Gesetz gefordert wird, d.h. Mindestalter 18 für alle alkoholischen Getränke. Die Zertifizierung erfolgt durch die SGS Société Générale de Surveillance SA in Zürich. (Quelle: Blaues Kreuz, 19.10.10) jugendschutzlabel.ch

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Schüler nach Rom ohne Alkohol und Tabak

Sonntag 17. Oktober 2010 von htm

Lohne – Bei einer Lesung aus seinem Buch „Und dennoch“ im Juni hatte Hans Höffmann den Schülern der Von-Stauffenberg-Schule in Lohne spontan eine Fahrt nach Rom geschenkt. Am Freitag, 15. Oktober, löste der Reiseunternehmer aus Vechta sein Versprechen ein. Mit dem Bus ging es für die elf Jungen los in Richtung Italien. Die Von-Stauffenberg-Schule ist eine Förderschule mit dem Schwerpunkt soziale und emotionale Entwicklung in Trägerschaft des Caritas-Sozialwerks. (Quelle: Google Alkohol News, 17.10.10) nwzonline.de, 16.10.10

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