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Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Archiv für die Kategorie 'Konsumhaltung'

D: Reiche Schüler verfallen Alkohol am schnellsten

Mittwoch 29. Februar 2012 von htm

Eine neue Studie räumt mit Vorurteilen auf: Nicht die Schüler aus sozial schwachen Familien, sondern jene mit reichen Eltern verfallen Alkohol am häufigsten. Auch über Kinder mit Migrationshintergrund gibt es interessante Erkenntnisse.
Schüler trinken in Deutschland deutlich seltener Bier, wenn Vater und Mutter beide Ausländer sind. Das geht aus einer neuen Studie der Universität Bielefeld für die Weltgesundheitsorganisation WHO hervor. Die Forscher hatten bundesweit mehr als 5800 Jungen und Mädchen befragt. Die Interviewten stammten aus fünften, siebten und neunten Schulklassen.

„Wir erklären uns das so, dass die meisten von ihnen einen muslimischen Hintergrund haben. Da gelten bestimmte kulturelle Regeln“, sagte die Studien-Koordinatorin Prof. Petra Kolip. Den Zahlen zufolge trinken bundesweit 8,5 Prozent der Jungen zwischen 11 und 15 Jahren jede Woche Alkohol, aber nur halb so viele Jungen mit beiderseitig migrantischem Elternhaus.

Deutscher Alkoholkonsum
… Generell greifen männliche Schüler doppelt so häufig zur Flasche wie ihre weiblichen Altersgenossen. Gut 6 Prozent der Mädchen und mehr als 11 Prozent der Jungen trinken mindestens ein Mal pro Woche ein alkoholisches Getränk. „Die beliebtesten Getränke sind Biermixgetränke und Bier, gefolgt von Alkopops, während Wein und Sekt nur selten konsumiert werden“, erläuterte Kolip. Sie ist Leiterin des WHO Collaborating Centre an der Uni Bielefeld. Das Zentrum erarbeitet den deutschen Anteil der Studie, deren Schirmherrin die WHO ist.

Jungen aus wohlhabenden Haus trinken mehr
„Interessanterweise ist der Alkoholkonsum in wohlhabenden Familien von Jungen deutlich häufiger und auch das rauschhafte Trinken tritt in diesen Familien häufiger auf“, berichtete Kolip weiter. „Anders als das übliche Vorurteil, das riskanten Alkoholkonsum in sozial benachteiligten Familien verortet, zeigen unsere Daten, dass riskanter Konsum in allen Sozialschichten auftritt und in höheren Schichten zumindest bei Jungen ausgeprägter ist.“
(Quelle: Google Alkohol News, 28.2.12) FOCUS Online, 28.2.12

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Leserbrief zum Tod von Whitney Houston

Montag 20. Februar 2012 von htm

15.2.2012

Redaktion
Tages-Anzeiger
Leserforum
Zürich

Per e-mail

Leserbrief zu „Whitney Houston starb vermutlich an einem Medikamenten-Cocktail“ und „Highway zu Hölle“ am 14.2.12

Und wieder ist ein Mensch, eine wunderbare Künstlerin, in ihrem stressigen Lebenskampf dem Alkohol und den andern Drogen erlegen. Trauer und Ohnmacht erfüllt einen, wenn man z.B. noch den Film „Bodyguard“ gesehen hat, den SF 2 in Abänderung des Programms am Sonntagabend gesendet hat.

In seinem Artikel „Highway zur Hölle“ fragt Jean-Martin Büttner, „warum sind es nicht viel mehr?“
Natürlich sind es viel mehr, als wir aus den Medien erfahren. All die Tausende Unglücklichen, die mit ihrem Leben nicht fertig werden und im Alkohol und in andern Drogen ihre Tröster sehen. Oft dabei ihre Familien mit ins Unglück stürzen. Andererseits ihnen durch ihren vorzeitigen Tod einen unbelasteteren Neustart ermöglichen.

Sie sind Teil des Preises, den unsere Gesellschaft bereit ist zu zahlen, damit die Alkoholindustrie und die Werbebranche weitgehend unbehelligt ihre Mär vom Genuss ohne Reue verbreiten kann und die Mehrheit der Bevölkerung diesen Genuss auch gedankenlos sucht und pflegt. Und nicht merkt, dass sie dafür eine Mitverantwortung an viel Leid und riesigen Sozialkosten trägt. Whitney Houston hat mit ihrem Leben dafür bezahlt.

Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer
(ungekürzt am 20.2.12 veröffentlicht)

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(Nicht nur) Die Musikwelt trauert um Whitney Houston

Dienstag 14. Februar 2012 von htm

Die im Alter von 48 Jahren unerwartet verstorbene Popsängerin Whitney Houston ist in einem Hotelzimmer in Beverly Hills in der Badewanne aufgefunden worden. Dies bestätigte ein Gerichtsmediziner. Die Klärung der Todesursache werde indes Wochen dauern, sagte Ed Winter weiter. Die Polizei habe angeordnet, dass keine Einzelheiten zur Autopsie des Leichnams veröffentlicht werden. Die toxikologischen Untersuchungen dauerten Wochen. Nur durch sie könne bestimmt werden, wie Houston am Samstag in dem Hotelzimmer ums Leben kam.
Heute berichtet die Presse, es seien Alkohol und verschreibungspflichtige Medikamente im Spiel gewesen. (Quelle: Tages-Anzeiger, 13./14.2.12)

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Leserbrief: Alkohol an Silvester – beschönigende Zahl

Mittwoch 25. Januar 2012 von htm

29.12.2011

Redaktion TELE
Postfach
8021 Zürich

Leserbrief zu „Volle Pulle“, TELE Nr. 01/2012

Sie schreiben: „Man nimmt an, dass 85% der Einwohner über 15 Jahren meistens moderat Alkohol trinken“. Die Sucht Info Schweiz gibt an, 17% der Erwachsenen seien abstinent und 12,5% würden die Hälfte der Alkoholika konsumieren, d.h. in krankmachender Weise. Die risikohaft Trinkenden sind da noch nicht erfasst. Wo nehmen Sie nur diese 85% meist moderaten Konsumenten her? Es wäre zu schön. Übrigens: Die Nicht-Konsumierenden dürften nicht mitgezählt werden.

Mit freundlichen Grüssen
Hermann T. Meyer

(Bis 25.1.12 nicht veröffentlicht)

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E: Alkohol, Sex, Graffiti – Barcelonas neue Bußgelder

Freitag 16. Dezember 2011 von htm

Die katalanische Mittelmeermetropole will nicht zum urbanen Ballermann werden. Jetzt sollen drastische Geldstrafen den Alkoholexzessen entgegenwirken.

Barcelona wird immer mehr das Opfer seines eigenen touristischen Erfolges. Mit Billigfliegern kommen die Besucher aus ganz Europa und USA, mieten sich in einem der zentral gelegenen günstigen Hostals, kleinen Pensionen oder neuen Low-Budget-Hotels ein. In den vergangenen zwei Jahrzehnten ist die Zahl der der Besucher (1990: 1,73 Mio. / 2010: 7,13 Mio.) und der Übernachtungen rasant gestiegen (1990: 3,79 Mio. / 2010: 14 Mio.).

Das typische Programm für Spaniens zweitgrößte Stadt: Ein bisschen Kultur, katalanische Küche, Shopping – und Amüsieren. Vor allem unter den jungen Besuchern gilt das Motto: Noch schnell ein paar Flaschen aus dem Supermarkt holen und die Party kann beginnen. Am besten gleich an den Rambles, Barcelonas berühmter Flaniermeile. Oder auf einem der lauschigen Plätze des Gotischen Viertels in der Altstadt. Da finden sich garantiert genügend andere zum Mitfeiern.

Und warum in eine Bar gehen, wenn die Stimmung auch draußen so gut ist? So denken viele. Nicht nur Fußballfans, alle möglichen feierfreudigen Jugendlichen (und auch solche fortgeschrittenen Alters) machen den öffentlichen Raum zum Open-Air-Club, trinken, entleeren zwischendurch ihre volle Blase an irgendeiner Hauswand – und hinterlassen Straßen und Plätze wie ein Schlachtfeld. …

Inzwischen ist die Stadtverwaltung tätig geworden. Wer sich in den Tourismus-Informationsstellen, Hotels oder größeren Geschäften von Barcelona umsieht, dem fallen seit einigen Monaten eigentümliche rote Faltblätter in mehreren Sprachen in die Hand: „Stop anstößige Verhaltensweisen – für eine gute Nutzung des öffentlichen Raums“ steht darauf.

Und hinter dem etwas umständlichen Titel verbirgt sich etwas, das man als Bußgeldkatalog bezeichnen könnte. Denn alle unerwünschten Verhaltensweisen sind mit einer entsprechenden Geldstrafe versehen. Zum Beispiel „Stop dem öffentlichen Genuss von Alkohol – 1500 Euro“, „Stop dem illegalen ambulanten Handel – 500 Euro“, „Stop dem Urinieren – 1500“ oder „Stop den Skates und Fahrrädern auf den nicht dafür bereitgestellten Orten – 1500 Euro“. … (Quelle: Google Alkohol News, 15.12.11) welt.de, 15.12.11

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D: Generation Alkohol

Donnerstag 17. November 2011 von htm

Wir haben viele Namen: Generation doof, Generation sorglos, Generation Internet, Generation dick. Diese Bezeichnungen mögen alle ihre Berechtigung haben. Dabei gerät jedoch in den Hintergrund, dass wir, die Jugend von heute, vor allem die Generation Alkohol sind.

Für viele Jugendliche meines Alters gehört es mittlerweile zu einem gelungenen Wochenende dazu, sich hemmungslos zu betrinken, bis sie im Graben liegen. Saufgelage, Komasaufen, Flatratepartys, wer kennt diese Begriffe nicht. Wenn ich zu einer Feier eingeladen werde, werde ich meist gefragt: „Bock zu saufen?“ Falls ich nein sage, bin ich ein Spießer, ein Außenseiter, der nicht cool genug ist, sich die Kante zu geben. Man gilt unter den meisten Jugendlichen als Sonderfall, wenn man sich noch nie wegen zu starkem Alkoholkonsums übergeben musste – oder schonmal mit einer Intoxikation im Krankenhaus lag. … (Quelle: Amadeus Ulrich in www.spiesser.de)
unser Online-Kommentar:

Wenn der Nachwuchsmisanthrop zu wenig Informationen besitzt, um das Ausmass des heutigen und des früheren Jugendalkoholismus erfassen zu können, kann ich ihn auf meine Webseite hinweisen, wo viele solcher Informationen gesammelt sind. (www.alkohlpolitik.ch)

Generell kann man sagen, dass der Gesamtkonsum gegenwärtig leicht abnimmt, aber der Konsum der Vieltrinkenden zunimmt. Die ESPAD-Studie 2007 meldete, dass 43% der europäischen Studenten von 15/16 Jahren über ihr Binge Drinking in den letzten 30 Tagen berichteten. Und Alkohol ist die wichtigste einzelne Todesursache unter jungen Männern von 16 – 24 Jahren.

Die Politik versucht, mit Jugendschutzmassnahmen dieser Seuche Herr zu werden. Und verdrängt dabei, dass die ganze Gesellschaft am Alkoholproblem leidet und mitverantwortlich ist. Verniedlichung und Verharmlosung des Problems sind alltäglich. Die Folgen tragen wir alle.

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USA: Fett und Alkohol kosten Milliarden

Mittwoch 26. Oktober 2011 von htm

Der Höhepunkt der Fettsucht-Epidemie in den USA ist noch nicht erreicht, aber Corporate America ächzt und stöhnt schon jetzt gewaltig unter der wachsenden Zahl der Fettleibigen in der Gesellschaft. Das geballte Übergewicht schlägt leider schwer auf die Produktivität durch.
Der Nachrichtenagentur Reuters ist unterdessen nicht entgangen, dass Fettleibigkeit nicht einmal die größte Belastung für Corporate America ist – Alkohol ist noch viel schlimmer und teurer.
Übermäßiger Alkoholkonsum kostet die US-amerikanische Wirtschaft mehr als 200 Milliarden Dollar pro Jahr. Der größte Teil der Kosten fällt dabei bei Arbeitern und deren Familien in Form von Lohn- und Gehaltsausfällen an. Immerhin 11 Prozent fallen auf höhere Kosten für Krankenversicherung und Behandlung, der Rest auf Arbeits- und Produktionsausfall sowie mangelhafte Leistung.
Für das Center for Disease Control ist klar: Mit weniger Essen und weniger Trinken wären die USA stärker und die Wirtschaft ein wenig weiter auf dem Weg aus der Krise. (Quelle: Google Alkohol News, 20.10.11) n-tv.de, 19.10.11 Kommentar: Dazu kommen weitere Kosten für den Steuerzahler.

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Alkohol und Atomkraft

Freitag 23. September 2011 von htm

Ein russischer Fischkutter rammte im Pazifik ein russisches Atom-U-Boot, während seine betrunkene Mannschaft unter Deck feierte. Das Schiff habe das Atom-U-Boot trotz Funksprüchen und Signalraketen ungebremst gerammt und leicht beschädigt. (Quelle: Tages-Anzeiger, 23.9.11) Kommentar: Aber Alkohol ist doch völlig ungefährlich!

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TOP NEWS: Anti-Alkohol- und Tabak-Kampagne der UNO

Mittwoch 21. September 2011 von htm

Mit schweren Vorwürfen gegen die Tabak-, Alkohol- und Lebensmittelindustrie haben die Vereinten Nationen eine globale Gesundheits-Kampagne gestartet.
Bewegung, gesunde Ernährung, moderater Alkoholkonsum und der Abschied von der Zigarette könnten jährlich Millionen Menschen vor dem Tod bewahren, mahnte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zum Auftakt der ersten UN-Konferenz gegen nichtansteckende Krankheiten (NCD). … (Quelle: Lebensmittel Praxis, 20. September 2011)

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Restriktive Alkoholpolitik in Schweden

Dienstag 30. August 2011 von htm

Am 27. August 1922 fand in Schweden eine Volksumfrage statt, die entscheiden sollte, ob Alkohol in Schweden vollständig verboten werden soll oder frei verkauft werden darf. Diese Entscheidung hat die Alkoholpolitik des Landes bis heute beeinflusst und führte 1923 zum staatlichen Monopol für den Alkoholverkauf, die heutige Systembolaget, obwohl 50,8 Prozent der Schweden für den freien Verkauf von alkoholischen Getränken gestimmt hatten. … (Quelle: Google Alkohol News, 30.8.11) schweden-forum.blogspot.com, 27.8.11
unser Online-Kommentar: Diese Alkoholpolitik hat Schweden bis heute einen Pro-Kopf-Alkoholkonsum gebracht, der nur rund halb so gross ist als derjenige der meisten andern europäischen Staaten. (Ausnahmen sind Island und Norwegen mit ähnlicher Politik.) Diese stehen unter dem prägenden Einfluss der Alkoholindustrie und versuchen auch im Verbund der EU, die Niedrigkonsumländer zur Liberalisierung zu zwingen. Schweden brachte dies bereits einen Anstieg des Konsums mit unerwünschten Folgen.
Auch zu erwähnen wäre, dass die „gut organisierten Bewegungen der Antialkoholiker“ in Schweden grossen Anteil an der kulturellen Entwicklung der Bevölkerung haben.

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