Archiv für die Kategorie 'Konsumhaltung'
Montag 2. August 2010 von htm
Michael und Andreas Toifl haben es schon 1986 getan: dem Wein den Alkohol entzogen. Es war aber nur ein kurzes Intermezzo. „Denn das ist zum Scheitern verurteilt.“ Nachdem die Winzerbrüder aus Hadersdorf aber „immer auf der Suche nach neuen Sachen“ sind, habe man es halt auch mit dem alkoholfreien Wein probiert. Grüner Veltliner und Müller-Thurgau ließ das Duo in Deutschland entalkoholisieren. „Kaum hatten wir die Ware bei uns, wurde sie schon beschlagnahmt“, erinnert sich Michael Toifl. „Es war ja was völlig Neues.“ …(Quelle: Google Alkohol News, 7/31/10) kurier.at, 31.7.10
Kategorie: Alkoholfreies, Alkoholindustrie, Allgemein, Internationales, Konsumhaltung |
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Dienstag 27. Juli 2010 von htm
Seit 14 Uhr steigt die größte Party der Welt in Duisburg. Hunderttausende feiern fröhlich. Es gibt aber auch viele Jugendliche, die schon stark alkoholisiert sind, darunter viele junge Mädchen.
Zusammengekauert hockt Vanessa auf einem leeren Bierkasten in einem Gebüsch in der Nähe des Duisburger Hauptbahnhofes. Ihr kurzes, enges T-Shirt ist voller Flecken. Es stinkt nach Urin und Erbrochenem. Neben ihr liegt eine leere Flasche Wodka. Die 14-Jährige ist sturzbetrunken und nicht mehr ansprechbar. Die ohrenbetäubende Technomusik, die nebenan vom Loveparade-Gelände schallt, nimmt die 14-Jährige nicht mehr wahr. (Quelle: Google Alkohol News, 24.7.10) rp-online.de, 24.7.10 – newsticker.sueddeutsche.de, 26.7.10 – ein Erlebnisbericht Kommentar: Die Verantwortlichen für die Katastrophe werden nun gesucht. Ob der Alkohol als Mitverantwortlicher zu betrachten ist, wird wohl nicht untersucht. Im Erlebnisbericht heisst es am Schluss: „Und wie immer siegte bei den Entscheidern nicht der Gedanke an das Menschenwohl, sondern die Gier nach Geld. Wieso müssen immer Menschen sterben, damit Missstände aufgedeckt werden?“
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Freitag 16. Juli 2010 von htm
Er war einer der erfolgreichsten Schauspieler und ein glücklicher Ehemann. Heute ist „Braveheart“ Mel Gibson ein gefallener Held. „Mad Max“ ist Vergangenheit, „Mad Mel“ hat ihn abgelöst. Gut 30 Jahre nach dem apokalyptischen Actionfilm, in dem ein Polizist in einem brutalen Rachefeldzug den Tod seiner Tochter rächt, ist zu fragen, wie viel vom echten Mel Gibson in der Kunstfigur Max Rockatansky steckt. Denn der Schauspieler, der mit dem Gewaltstreifen eine der erfolgreichsten Hollywoodkarrieren aller Zeiten startete, hat seine Ex-Lebensgefährtin Oksana Grigorieva in vulgärster Form beschimpft und in wutentbrannten Telefonaten indirekt eingeräumt, sie geschlagen zu haben. (Quelle: Google Alkohol News, 15.7.10) welt.de, 15.7.10
Kategorie: Allgemein, Geschichten, Gewalt/Kriminalität, Internationales, Konsumhaltung, Prominenz |
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Samstag 10. Juli 2010 von htm
Die Eltern trinken, sind aggressiv und lassen ihre Wut am Nachwuchs aus: Keine schöne Vorstellung, aber bittere Realität. Das Schlimme daran: Die Kinder werden genauso. Schon ab dem dritten Lebensjahr übernehmen sie die Muster. Kinder von Alkoholikern sind laut einem US-Forscher besonders anfällig, in späteren Jahren selber zur Flasche zu greifen.
Trübes Deutschland: Einer aktuellen Studie des Robert-Koch-Instituts in Berlin zufolge gilt derzeit jedes zehnte Kind in der Bundesrepublik als psychisch krank. Insgesamt 20 Prozent der deutschen Kinder sollen psychische Auffälligkeiten zeigen.
Aber was ist der Auslöser dafür, dass der Nachwuchs immer häufiger gegen Ängste, Depressionen oder Aggressionen ankämpft? Einen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung der Kinder haben die Bedingungen und Lebensumstände, unter denen ein Kind in den ersten drei Jahren aufwächst – die Schwangerschaft miteingerechnet. (Quelle: Google Alkohol News, 9.7.10) news.de, 6.7.10 unser Online-Kommentar:
Sicher werden nicht alle Kinder, die in einer alkoholbelasteten Familie aufwachsen, die gleichen Verhaltensmuster übernehmen. Einige lernen, sich abzugrenzen und finden anderswo Hilfe oder Kompensation. Tatsache ist leider, dass in Deutschland über eine Million Kinder so aufwachsen müssen, das ist eine gewaltige, dauernde Belastung für die Gesellschaft. Erschwerend kommt dazu, dass diese Kinder schwer zu finden sind, ihnen deshalb nicht geholfen werden kann, denn Alkoholkranke und ihre Familien sind Meister im sich Verstecken. So werden die Kinder in der Schule meist falsch eingeschätzt.
Kategorie: Alkoholkrankheit, Allgemein, Eltern, Gesundheit, Internationales, Jugend, Kinder, Konsumhaltung, Statistik |
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Freitag 25. Juni 2010 von htm
Der Alkoholmissbrauch in Deutschland wird nach Einschätzung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) „noch immer massiv unterschätzt“. Dabei haben rund 9,5 Millionen Bundesbürger zwischen 18 und 64 Jahren Alkoholprobleme, etwa 1,3 Millionen von ihnen sind alkoholabhängig, und bei rund zwei Millionen Menschen liegt Alkoholmissbrauch vor, wie die Direktorin der Bundeszentrale, Elisabeth Pott, am Donnerstag in Köln anlässlich des Weltdrogentages am 26. Juni sagte. Jedes Jahr stürben etwa 74.000 Männer und Frauen an den Folgen ihres Alkoholkonsums. ..„In Deutschland belaufen sich die durch alkoholbedingte Erkrankungen hervorgerufenen volkswirtschaftlichen Kosten auf etwa 24 Milliarden Euro pro Jahr“, sagte Pott. (Quelle: aerzteblatt.de, 24.6.10) Kommentar: Nicht berücksichtigt sind offenbar die alkoholbedingten Sozialkosten im Zusammenhang mit Unfällen, Gewalt und im Betrieb. Wir alle sind gemäss WHO „Passivtrinker“, die unter diesen Schäden leiden und sie ein Leben lang ungefragt bezahlen.
Kategorie: Allgemein, Gesundheit, Internationales, Konsumhaltung, Passivtrinker, Statistik |
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Samstag 19. Juni 2010 von htm
Staatssekretär Hillebrand ruft zur gemeinsamen Bekämpfung des Alkoholmissbrauchs auf.
„Wir müssen den Alkoholmissbrauch gemeinsam bekämpfen“, forderte der Staatssekretär im baden-württembergischen Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familien und Senioren, Dieter Hillebrand, gestern in Balingen. „Bewusster, mäßiger Alkoholgenuss kann durchaus Stil haben und Lebensfreude unterstützen“, so Hillebrand weiter. „Dennoch dürfen wir die Augen nicht davor verschließen, dass ein Teil der Bevölkerung ein höchst gefährliches Konsumverhalten an den Tag legt.“ (Quelle: Google Alkohol News, 19.6.10) verbaende24.net, 18.6.10 Kommentar: Worte statt Taten.
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Dienstag 8. Juni 2010 von htm
Leserbrief zu: Erfolglose Suche nach 22-jährigem Mechaniker im Pfäffikersee, vom 25.5.10 im Tages-Anzeiger.
Vor einer Woche kam die Meldung vom tödlichen Sturz eines betrunkenen Teilnehmers am Apéro Géant in Nantes, Frankreich. Der Tenor der Kommentare war etwa so: Ein Toter bei 10’000 Teilnehmern ist nicht so tragisch. Damit muss man rechnen. Früher wurde auch gesoffen.
Heute nun die Nachricht vom ebenso tragischen Ertrinkungstod eines betrunkenen 22-jährigen Schweizers aus der Gegend des Pfäffikersees. Einer von vielleicht hundert Jugendlichen in bester Partylaune. Im Zürcher Oberland wird sicher zuerst Betroffenheit und Mitgefühl herrschen. Aber bald wird man wieder zur Tagesordnung übergehen. Man soll ja auch die Trauerarbeit der betroffenen Familie nicht stören. Und machen kann man ja doch nichts! – Doch, könnte man, wenn man nur wollte! Aber wie schon bei den drei toten Jugendlichen während der Euro08 zwischen Effretikon und Fehraltorf wird auch dieser Todesfall kaum Auswirkungen auf die Auseinandersetzung der Öffentlichkeit mit dem Alkoholproblem haben.
Die Medien werden wie bisher diese „man kann ja doch nichts machen“-Haltung noch fördern, indem sie nicht recherchieren und nicht über die möglichen Alternativen informieren. Seit letztem Donnerstag hätten sie eine einmalige Chance, dieser Pflicht nachzukommen: Die WHO hat eine historische Resolution verabschiedet, in der sie ihren Mitgliedsländern eine wissenschaftlich begründete Alkohol-Strategie und die dazu passenden Massnahmen empfiehlt. Aber der Druck der Alkoholindustrie ist offenbar derart gewaltig, dass sie sich bis jetzt nicht dazu geäussert haben. (Ausnahme: wenige versteckte Zeilen der NZZ) Und dann lamentieren die Alkoholfreunde wieder lauthals, ihre Freiheit werde beschnitten, wenn irgend eine Gemeinde ein beschränktes Alkoholverbot einführen will. Auf www.alkoholpolitik.ch finden Sie die Informationen, die Ihnen von den Medien vorenthalten werden. Nur informierte Stimmbürgerinnen und Stimmbürger sind in der Lage, die Situation zu ändern. Befreien Sie sich vom Joch der Alkohollobby! Wir alle sind Passivtrinker, wie die Weltgesundheitsorganisation sagt. Wir alle leiden unter den alkoholbedingten Schäden, der verminderten Lebensqualität und bezahlen ein Leben lang ungefragt an die horrenden alkoholbedingten Sozialkosten. Würden diese Schäden reduziert, hätten gerade die mässigen und die Nicht-Konsumenten den grössten Profit, weil sie wenig Alkoholsteuern bezahlen aber voll profitieren würden.
(nicht erschienen)
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Montag 24. Mai 2010 von htm
Vier betrunkene Männer klauen in der Nacht auf Pfingstmontag ein Boot, rudern auf den Pfäffikersee. Das Boot kentert. Drei Männer werden gerettet. Ein 22-Jähriger wird immer noch vermisst.
Ein Helikopter kreist über dem Pfäffikersee im Zürcher Oberland. Sein Scheinwerfer malt einen gespenstischen Lichtkegel aufs Wasser. Unten sind Angehörige des Seerettungsdienstes in ihrem Boot. Sie suchen einen jungen Mann (22). Nach ersten Erkenntnissen ist das Boot gekentert. Brisant: Offenbar hat das Quartett ein viel zu kleines Boot benutzt. Dieses war maximal für zwei Personen gebaut. (Quelle: blick.ch, 24.5.10)
mit unserem Online-Kommentar: In Nantes gab es auf 10’000 Teilnehmer am Apéro-Géant einen Toten. Eine Woche später hier einen in „bester Partylaune“ ertrunkenen jungen Schweizer aus der Gegend. Bei wahrscheinlich viel weniger Partygästen. Ist das auch nicht so schlimm? Nach den ersten Sensationsberichten geht man wieder zur Tagesordnung über. Man kann ja doch nichts machen! Doch, man könnte, wenn man wollte!
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Montag 24. Mai 2010 von htm
Die Polizei in Paris hat sich am Sonntag auf eine Massenparty am Fuße des Eiffelturms vorbereitet, die über das Internet-Netzwerk Facebook organisiert wurde. Mit mobilen Einsatzkommandos solle ein Ausufern der Party verhindert werden, teilte die Polizeipräfektur mit. Die Initiatoren des sogenannten „Apéro géant“ („Riesenumtrunk“) erwarten bis zu 50.000 Menschen auf dem Marsfeld. Die Präfektur hatte die Massenparty und den Alkoholkonsum auf dem Platz zwar verboten, die Planungen bei Facebook wurden jedoch fortgesetzt. (Quelle: Google Alcohol News, 24.5.10) freiepresse.de, 23.5.10
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Montag 17. Mai 2010 von htm
Laut der Bündner Regierung funktionierte die Polizei trotz der Alkoholsucht des Ex-Kommandanten Markus Reinhardt einwandfrei. Jetzt zeigt sich: Im Korps wurde gekokst, und es herrschte ein Klima der Begünstigung.
(Quelle: Tages-Anzeiger, 17.5.10) Kommentar: Der Co-Alkoholismus innerhalb der Bündner Regierung und der GPK hat offenbar noch einen ziemlichen Sumpf unter dem Deckel halten wollen. Die Einstellung der Behörden zum Alkohol wird das kaum ändern.
Kategorie: Alkoholkrankheit, Allgemein, Andere Drogen, Gewalt/Kriminalität, Konsumhaltung, Politik, Prominenz, Schweiz, Verschiedene |
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