Archiv für die Kategorie 'Medizin'
Freitag 21. Januar 2011 von htm
Kinder aus ärmeren Familien haben schlechtere Chancen auf ein gesundes Leben. Zu diesem Schluss kommt die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine große Anfrage der Fraktion Die Linke. Nach dem Kinder- und Jugendgesundheitssurvey sei die Chance eines Kindes aus sozial schwachen Verhältnissen, einen guten Gesundheitszustand zu haben, um die Hälfte geringer als die eines Kindes aus gut situierten Verhältnissen. (Quelle: aerzteblatt.de, 20.1.11) unser Online-Kommentar: Bei den Vergleichen mit Abstinenten spielt die soziale Situation eine Rolle. Nur Gutsituierte können sich täglich ein, zwei Glas Wein leisten, und sie pflegen auch sonst eher einen gesunden Lebensstil. Neben der missbräuchlichen Verwendung von gesundheitlich angeschlagenen, kurzzeitigen Abstinenten ist dies einer der Hauptgründe, weshalb diese Studien nicht korrekt sind. Schön, dass sogar die Bundesregierung nun hier für Aufklärung sorgt. Wahrscheinlich eher unabsichtlich.
Kategorie: Alkoholindustrie, Allgemein, Armut, Gesundheit, Internationales, Jugend, Jugendliche, Kinder, Medizin, Politik, Statistik |
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Mittwoch 19. Januar 2011 von htm
Jetzt ist es raus. Männer sterben nicht früher, weil sie mutiger sind und sich in „harten“ Jobs verschleißen. Und Frauen verdanken ihre längere Lebenserwartung nicht etwa dem häufigeren Arztbesuch.
Wesentlicher Grund für den früheren Tod der Männer ist ihre Zuwendung zu Tabak und Alkohol. Das ergeben jedenfalls die Berechnungen von Gerry McCartney und Mitarbeitern von der Social and Public Health Sciences Unit in Glasgow.
Danach sind europaweit zwischen 50 und 60 Prozent des Geschlechterunterschieds in der Lebenserwartung auf das Rauchen zurückzuführen. Noch einmal 10 bis 20 Prozent fordert der Alkohol. Interessant sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern. (Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 18.1.11)
Kategorie: Alkoholkrankheit, Allgemein, Alter, Andere Drogen, Geschlechtspezifische, Gesundheit, Internationales, Medizin, Senioren, Statistik |
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Samstag 8. Januar 2011 von htm
Buenos Aires – Im biblischen Alter von 108 Jahren hat der Argentinier Gregorio Mosqueda Tipps fürs Älterwerden gegeben. Die Quintessenz: „Kein Alkohol, viele Frauen.“
Er habe 57 Freundinnen gehabt, rechnete der betagte „Latin-Lover“ der Zeitung „Clarin“ (Freitag) akribisch vor. Mosqueda überlebte vier Ehefrauen, zeugte 22 Kinder, hat etwa 60 Enkelkinder und mehrere Urenkel. Die genaue Enkel-Zahl ist unklar, denn einige Söhne und Töchter leben weit weg vom Vater und lassen selten von sich hören. (Quelle: Google Alkohol News, 7.1.11) rhein-zeitung.de, 7.1.11 unser Online-Kommentar: Dass ein geregeltes Sexleben altersverlängernd wirkt, scheint wissenschaftlich nachgewiesen zu sein, Allein schon verheiratet zu sein, verlängere das Leben. Beim Alkohol ist die Lage schwieriger zu beurteilen. Viele alkoholpositive Studien wollen belegen, dass mässiger Alkoholkonsum gesünder sei als Abstinenz. Der gesunde Menschenverstand, aber auch neuere Untersuchungen zeigen jetzt, dass viele dieser Studien falsch angelegt sind, möglicherweise, um die erwünschten Ergebnisse zu erzielen. Dabei geht es vor allem darum, dass nicht mit Langzeit- oder Lebenslang-Abstinenten verglichen wurde, sondern mit solchen, die gesundheitliche Defizite hatten. Dazu wurde nicht auf die sozialen Unterschiede Rücksicht genommen.
Diese Studien erscheinen nicht in den Medien. Warum wohl?
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Dienstag 4. Januar 2011 von htm
Washington – Wer das Risiko trägt, zum Alkoholiker zu werden, ist auch dem Risiko für Fettleibigkeit in erhöhtem Maße ausgesetzt. Wie Wissenschaftler der Universität in Washington unter der Leitung von Richard Grucza herausfanden, trifft dies auf Männer und auf Frauen zu. Ihre Studie publizierten sie im Fachmagazin Archives of General Psychiatry (doi: 10.1001/archgenpsychiatry.2010.155). (Quelle: aerzteblatt.de, 3.01.11)
Kategorie: Allgemein, Internationales, Konsumhaltung, Medizin |
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Dienstag 4. Januar 2011 von htm
Der Konsum von Tabak und Alkohol trägt zu einem wesentlichen Teil zur Entstehung chronischer Erkrankungen bei. Daneben seien Bewegungsmangel und Übergewicht große Risikofaktoren, heißt es im Versorgungs-Report 2011 des WIdO. “Der Anteil durch Rauchen verursachter kardiovaskulärer Todesfälle bei Erwachsenen liegt in den Industriestaaten bei zwölf bis 22 Prozent.” Zudem sei mit 30 Prozent fast jeder dritte Krebstod auf den Konsum von Tabak zurückzuführen.
Auch von einem erhöhten Alkoholkonsum geht eine hohe Gesundheitsgefährdung aus. “Bei einer höheren Alkoholzufuhr steigt sowohl bei Frauen als auch bei Männern die Mortalität an”, heißt es in dem Bericht. Insofern liege eine der bedeutsamsten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts darin, “diese Risikofaktoren zu verhindern oder zu verringern, Ressourcen zu stärken und Lebensbedingungen zu optimieren”. (Quelle: Pressemeldung: [aok-bv.de-30.12.10]) verbaende24.net, 3.01.11 unser Online-Kommentar: Diese Diagnose ist seit langem bekannt. Doch die Politik nimmt davon keine Kenntnis oder sucht nach Alibimassnahmen, die nichts bringen. Die Krankenkassen könnten und müssten auf die Politik Einfluss nehmen, dass endlich wirksame Präventionsmassnahmen ergriffen werden, wie sie die WHO in ihrer Alkohol-Strategie aufzeigt. Es genügt nicht, die Resolution zu unterschreiben, man muss sie auch national umsetzen.
Kategorie: Alkoholkrankheit, Allgemein, Andere Drogen, Gesundheit, Internationales, Medizin, Politik, Statistik, Weltgesundheits-Org., WHO globale Alkohol-Strategie |
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Freitag 17. Dezember 2010 von htm
Eine Meta-Analyse. Ischämische Herzkrankheiten (z.B. Angina Pectoris, akuter Myokardinfarkt) sind Erkrankungen des Herzens, die durch eine verminderte Blutzufuhr und den dadurch entstehenden Sauerstoff- und Nährstoffmangel verursacht werden.
(Teilübersetzung von uns):
Gegenwärtige Alkohol-Abstinenten wurden als unpassende Referenzgruppe in epidemiologischen Studien betr. Effekte von Alkohol identifiziert, weil die in der Gruppe enthaltenen früheren Trinker zu einer Überschätzung des schützenden Effekts und einer Unterschätzung des gegenteiligen Effekts des Alkoholkonsums führen könnte.
Die Aufgabe in deser Studie war es, diese Problematik für Ischaemische Herzkrankheiten (IHD) zu quantifizieren.
Elektronische Datenbanken wurde systematisch durchforscht nach relevanten Case-Kontroll- oder Kohort-Studien, die zwischen 1980 und 2010 veröffentlicht worden waren. 38 Artikel erfüllten das Kriterium, d.h. ehemalige Trinker waren enthalten, die total 5613 IHD Fälle und 12097 Kontrollfälle bei Case-Kontroll-Studien und 1387 mit kombinierten Endpunkten und 7183 Fällen, am Endpunkt geschichtet, unter 232’621 Personen mit Risiko bei Kohort Studien zeigten.
Misch-Schätzungen der Teilmengen, geschichtet nach Sex und Endpunkt, zeigten ein markant erhöhtes Risiko unter ehemaligen Trinkern verglichen mit Langzeit-Abstinenten für IHD-Tod. … Für IHD-Krankheit, war die Schätzung für beide Geschlechter nahezu identisch und statistisch nicht signifikant. Die Resultate errwiesen sich in mehreren sensitiven Analysen als robust.
In zukünftigen Studien sollten Forscher ehemalige Alkoholkranke von der Referenz-Gruppe trennen, um unverfälschte Schätzungen zu erhalten. (Quelle: Alcohol Reports, 17.12.10) aje.oxfordjournals.org, Januar 2011 Kommentar: Endlich kommt hier die wissenschaftliche Bestätigung dessen, was wir zu diesen alkoholpositiven Studien schon immer gesagt und geschrieben haben! Dies ist einer der Gründe, warum alkoholpositive Studien im Vergleich mit Abstinenten nicht korrekt sind. Diese Meta-Analyse verglich mit Langzeit-Abstinenten, nicht einmal mit lebenslang alkoholfrei Lebenden. Die Alkohol-Industrie und ihre Lobbies haben es sehr clever angestellt, dass sogar die WHO einige positive Aspekte zugestand. Sie sollte nun darauf zurückkommen. Grosser Dank an die Verfasser, u.a. Jürgen Rehm!
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Freitag 17. Dezember 2010 von htm
San Diego – Ist ein Alkoholrausch der Eltern ein übersehener Risikofaktor für den plötzlichen Säuglingstod (SIDS)? Ein US-Soziologe fand in einer Studie in Addiction (2010; 10.1111/j.1360-0443.2010.03199.x) gleich mehrere Hinweise, darunter war ein dramatischer Anstieg der Todesfälle in der Neujahrsnacht.
David Phillips von der Universität in San Diego hat alle 129.000 SIDS-Fälle aus dem Zeitraum von 1973 bis 2006 kalendarisch mit den Unfallstatistiken abgeglichen, die ein zuverlässiger Indikator für den Alkoholkonsum sind.
Vermehrte Unfälle unter Alkoholeinfluss gibt es in den USA vor allem am Neujahrstag, aber auch am 4. Juli, dem Nationalfeiertag, und dem 20. April. Das ist für US-Jugendliche der “Pot Day”, an dem neben Marihuana auch vermehrt Alkohol getrunken wird. Auch an Wochenenden steigt die Zahl der Unfälle unter Alkoholeinfluss.
An all diesen Tagen kommt es auch zu einem Anstieg der SIDSs. Besonders deutlich ist dies Neujahr, wenn die Zahl der SIDS um 33 Prozent ansteigt. Gegen einen Zufall und für einen Zusammenhang mit dem Alkoholkonsum spricht für Phillips auch, dass das SIDS-Risiko bei alkoholkranken Müttern doppelt so hoch ist wie bei anderen Müttern. Unklar ist für ihn, wie der Alkohol das SIDS-Risiko erhöht. …(Quelle: aerzteblatt.de, 16.12.10)
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Freitag 10. Dezember 2010 von htm
Europa geht die lebensbedrohlichen Auswirkungen von exzessivem und regelmässigem Alkoholkonsum auf die Gesundheit seiner Bürger nicht genügend an. Schwere Krankheiten wie zum Beispiel Leberzirrhose verzeichnen alarmierende Zuwachsraten und betreffen Menschen in einem jüngeren Alter als in der Vergangenheit. Da eine Reihe der aktuellen politischen Lösungsansätze bei den Gesundheitsproblemen, die in Europa mit Alkohol zusammenhängen, versagt haben, diskutierten Leberexperten eine Reihe praktischer Schritte zur Bekämpfung von mit Alkohol im Zusammenhang stehenden Krankheiten und Todesfällen auf einer monothematischen Konferenz, die heute durch die European Association for the Study of the Liver (EASL) ausgerichtet wurde. (Quelle: Google Alcohol News, 12/1010) presseportal.de, 10.12.10
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Freitag 10. Dezember 2010 von htm
Wahrscheinlich ist es reiner Zufall, dass die Ergebnisse der Copenhagen City Heart Study zeitgleich zur neuesten Pisa-Studie zur europäischen Bildungsmisere veröffentlicht wurden. Die Pisa-Studie hat erneut gezeigt, dass sozioökonomische Deprivation mit schlechten Schulleistungen assoziiert ist.
Die jetzt im European Heart Journal (2010; doi: 10.1093/eurheartj/ehq435) publizierte Studie zeigt, welche gesundheitlichen Folgen dies haben kann: Männer und Frauen mit schlechter Schulbildung erkranken nämlich im späteren Leben doppelt so häufig an einer Herzinsuffizienz. (Quelle: aerzteblatt.de, 9.12.10) unser Online-Kommentar: All die schönen Untersuchungen zu Alkohol und Herzkrankheiten werden unter diesem Gesichtspunkt relativiert. Mässige Weintrinker gehören zu einer gehobenen Bildungsschicht. Abstinente, die sich keinen Wein leisten können, gehören oft zu einer bildungsarmen Bevölkerung. Ein weiterer Hinweis auf die nichtzutreffenden „Beweise“ für das bessere Abschneiden der Alkoholkonsumenten.
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Donnerstag 25. November 2010 von htm
Die unterschiedlichen Trinkgewohnheiten dies- und jenseits des Ärmelkanals sollen einer Studie im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2010; 341: c6077) zufolge erklären, warum Menschen in Nordirland doppelt so häufig an einem Herzinfarkt erkranken wie in Frankreich. In Großbritannien wird der Alkohol vor allem am Feierabend und an Wochenenden, dann aber häufig exzessiv getrunken. Bier und Schnaps werden bevorzugt.
In Frankreich gehört ein gutes Glas Rotwein zur jeder Mahlzeit. Sturzbetrunkene Menschen sieht man seltener, auch wenn das „Komasaufen“ unter französischen Jugendlichen wie in anderen Ländern zum Problem geworden ist. (Quelle: aerzteblatt.de, 24.11.10)
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