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Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Archiv für die Kategorie 'Werbung'

CH: Fehlende Nüchternheit der Schnapsvögte

Samstag 11. Juni 2011 von htm

Kommentar: Auf der Seite „Meinungen und Debatte“ veröffentlicht die Neue Zürcher Zeitung vom 11.6.11 einen teilweise polemischen Artikel zur Revision des eidgenössischen Alkoholgesetzes. Leider ist er nicht im Internet erhältlich. Die von der NZZ immer wieder betonte und mit Selbstlob herausgestrichene Offenheit für eine Debatte ist in Wahrheit nur einseitig. Die eigene Meinung gilt und wird wiederholt verbreitet. Eine gegenteilige Meinung kommt nicht oder gekürzt zum Zuge. Die im Zusammenhang mit dem Alkoholgesetz in den Medien aufgetauchten möglichen Massnahmen in Bezug auf Erhältlichkeit und Preisgestaltung werden als Grund vorgeschoben, das kommende Präventionsgesetz abzulehnen. Im gleichen Atemzug wird heuchlerisch postuliert, man dürfe die Probleme rund um den Suchtmittelkonsum nicht verharmlosen. Mit Steuern auf Bier und Schnaps komme Geld in die Staatskasse. Dass dies nicht einmal 10% der alkoholbedingten Sozialkosten einbringt, wird verschwiegen. Der Konsumrückgang von 16 auf knapp 9 Liter pro Kopf und Jahr seit dem 19. Jh. wird als Argument eingesetzt, es brauche gar keine zusätzlichen Massnahmen. 100 Jahre Wissenschaft gehen spurlos vorüber. Am Schluss wird wieder einmal mit der Prohibition gedroht, der Rausch als natürlich eingeschätzt und das liberale Dogma der nicht funktionierenden Selbstverantwortung gepredigt. Die NZZ hat wirklich nüchternere Leistungen verdient. – In der gleichen Nummer erschienen ganz ungewohnt 1 1/2 Seiten farbige Alkoholreklame. Ob da wohl ein Zusammenhang besteht?

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Bekenntnisse eines Werbers: Smart, humorvoll und sexistisch

Freitag 10. Juni 2011 von htm

Sie verkaufen Alkohol an Kinder, ihre Seele an Firmen und Frauen für dumm – aber sie verlieren nie ihren Humor: Manche Werber brauchten dafür allerdings drei Martini und anderthalb Gramm Kokain. Im Zuge der Begeisterung für die Serie „Mad Men“ wird ein Report aus der Werbewelt der Sechziger neu aufgelegt. … (Quelle: Google Alkohol News, 10.6.11) sueddeutsche.de, 9.6.11 Kommentar: Die Politik verschliesst die Augen noch immer.

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Winterthur: Ein Hoch des Stadtrats auf den Rausch

Freitag 3. Juni 2011 von htm

Winterthurs Sozialvorsteher Nicolas Galladé (SP) stösst mit seinem Lob auf den Rauschzustand auf Kritik.
Die Aussage erstaunt und polarisiert: «Selbst der Rausch hat positive Seiten», sagte Winterthurs Stadtrat Nicolas Galladé (SP) in einem Interview im «Landboten» vom Mittwoch. Der Sozialvorsteher, der auch für Prävention und Suchthilfe in der Stadt zuständig ist, sprach freimütig über «Sonnenseiten und Schattenseiten des Alkoholkonsums» und darüber, dass die Menschheit schon immer den Rausch gesucht habe.
So hätte das Galladés Vorgängerin im Stadtrat, Nationalrätin Maja Ingold (EVP), niemals gesagt. «Das kann als Steilpass zum Rauschtrinken verstanden werden», sagt sie und verweist auf das Jugendschutzkonzept Winterthurs, das einen «risikoarmen Alkoholkonsum» postuliert. «Ein Rausch ist auf jeden Fall riskant. Der Betroffene gefährdet sich selbst und eventuell Dritte.» … (Quelle: Tages-Anzeiger, 3.6.11) Kommentar: Mehrere kritische Stimmen kommen zu Wort, dann kann sich der Stadtrat ausführlich verteidigen. Er merkt leider nicht, dass seine Haltung jedwelchen Alkoholkonsum fördert. Den Ist-Zustand zu verteidigen ist keine Prävention. Dabei wäre sein Vorbild als Sozialvorsteher und das seiner Stadtratskollegen in die andere Richtung gefragt.

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Leserbrief zu „Die Stadt schenkt weiterhin Alkohol aus“

Donnerstag 2. Juni 2011 von htm

2.6.2011
Redaktion
Der Landbote
8401 Winterthur

per e-mail

Leserbrief zu „Die Stadt schenkt weiterhin Alkohol aus“ in Der Landbote vom 1.6.11 (online nur für Abonnenten)

Stadtrat Nicolas Galladé zieht in einem Interview Bilanz nach der nationalen Dialogwoche „Alkohol“, die das Bundesamt für Gesundheit iniziiert hat.

Diese Bilanz fällt für den fachkundigen Leser sehr zwiespältig aus. Einerseits macht er richtige Aussagen, z.B. wenn er findet, der Umgang mit Alkohol sei in unserer Gesellschaft tabuisiert. Anderseits findet er, dass selbst der Rausch seine positiven Seiten habe. Da ist das sogenannte „Recht auf Rausch“, wie es die Liberalen fordern, ohne Rücksicht auf Familie und Gesellschaft, nicht mehr weit.

Aus seinen Schilderungen über die Rolle des Alkohols im Stadtrat-Alltag oder wie er bei den Festen in Winterthur dazugehört, muss man schliessen, dass er die Alkohollobby-Werbung und ihre Lifestyle-Umarmung voll verinnerlicht hat. Von den Bestrebungen der Weltgesundheitsorganisation WHO mit ihrer globalen Alkohol-Strategie hat er wohl nichts gehört (Tabu). Dass diese schon vor Jahren davon abgeraten hat, mit der Alkoholindustrie die Alkoholprävention zu planen, natürlich auch nicht.

Nach ihm braucht es neben der Durchsetzung bisheriger Gesetze keine zusätzlichen strukturellen Massnahmen. Der Stadtrat hätte es schon lange in der Hand gehabt, einiges für deren Durchsetzung zu tun. Er hat sich immer darum gedrückt. Und ohne zusätzliche wirksame strukturelle Massnahmen, wie sie die WHO empfiehlt, werden wir beim Alkoholproblem nichts Wesentliches verändern. Sehr zur Freude der Alkoholindustrie, die in Winterthur viele Freunde hat. Wir, das Volk von Passivtrinkern, leiden weiterhin direkt oder indirekt unter den alkoholbedingten Schäden und bezahlen ein Leben lang ungefragt die immensen dazugehörigen Sozialkosten – mit Steuern, Versicherungs- und Krankenkassenprämien.

„Zum Wohl. Die Schweiz spricht über Alkohol“, hiess das Motto dieser Dialogwoche. Lasst uns fröhlich weiter darüber plaudern. Nur ja nicht konkret, wie wir die Alkoholnot vermindern könnten. Das würde nämlich vom Einzelnen und von der Gesellschaft Mitverantwortung verlangen, sprich eine Verhaltensänderung, z.B. bei einem Apéro auf Alkohol verzichten, das hätte schon Vorbildwirkung. Vor allem die Jugend, aber nicht nur diese, hätte bessere Vorbilder dringend nötig.

Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer, Effretikon
www.alkoholpolitik.ch
(mit kleinen Kürzungen am 6.6.11 veröffentlicht)

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Köln: Grüne wollen Alkohol-Werbung an Karneval verbieten

Mittwoch 1. Juni 2011 von htm

Bekommt Köln eine Plakat-Prohibition? Die Grünen machen jetzt den ersten Anlauf. In der Bezirksvertretung Innenstadt beantragen sie, dass die Kölner Außenwerbung während der Karnevalstage auf Werbung für alkoholischen Produkte verzichten soll.
„An diesen Tagen sind Jugendliche durch Alkohol besonders gefährdet“, so Fraktionschefin Roswitha Berscheid. Und all die Bemühungen der Stadt gegen den Missbrauch würden durch Alkohol-Werbung „konterkariert“. So plakatiert Köln etwa für die Aktion „Keine Kurzen für die Kurzen“. (Quelle: Google Alkohol News, 1.6.11) express.de, 31.5.11 Kommentar: Die grössere Alkoholwerbung bietet da wohl die Erwachsenen-Gesellschaft.

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CH: SRG muss nur einen Teil der Alkohol-Werbe-Einnahmen abgeben

Dienstag 31. Mai 2011 von htm

Lausanne – Die SRG muss dem Bund nur einen Drittel ihrer Einnahmen aus einem Alkohol-Werbespot abliefern. Laut Bundesverwaltungsgericht darf nicht der gesamte Netto-Ertrag aus den Spots von 185’000 Franken eingezogen werden, weil nur der letzte Teil des Spots ein unzulässiges Verkaufsangebot enthalten hat.
Seit Ende Februar vergangenen Jahres darf am Fernsehen wieder für alkoholische Getränke geworben werden. Verboten ist es allerdings, dem Zuschauer ein konkretes Angebot zu unterbreiten, das er mit der gebotenen Bestellmöglichkeit sofort wahrnehmen kann. Im März 2010 hatte die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) Werbespots einer Weinkellerei ausgestrahlt. Am Schluss des Beitrags wurde ein Sonderangebot für sechs Flaschen Wein vorgestellt, wobei für Bestellungen Telefonnummer und Internetadresse der Firma eingeblendet wurden. (Quelle: Google Alkohol News, 31.5.11) nachrichten.ch, 30.5.11 Kommentar: Alkoholwerbung gab es bei der SRG vorher noch nie. Gut, dass das BAKOM aufpasst. Allerdings ist die Lifestyle-Werbung in den verschiedenen Programmen, die stundenlang über Alkoholika berichten, viel verheerender. Gerade jetzt läuft auf Radio DRS1 ein Treffpunkt mit zwei Stunden Bier-„Information“. Als Werbespot kaum bezahlbar.

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D: „Risikokonsum von Alkohol hat zugenommen“

Montag 30. Mai 2011 von htm

Experten der Stadt Düsseldorf nehmen Erwachsene als Trink-Vorbilder in die Pflicht.
Gerade ist auf dem Gustaf-Gründgens-Platz eine Präventionswoche gegen Alkohol zu Ende gegangen, etwa 1.000 Menschen haben sich über die Gefahren von übermäßigem Alkoholgenuss informiert. Experten kommen zu unterschiedlichen Einschätzungen, wenn man sie nach dem Trinkverhalten von Jugendlichen fragt.
Charlotte Dalheim ist die Suchtkoordinatorin der Stadt. Sie sagt zwar, dass der Alkoholkonsum von Jugendlichen zwischen 2001 und 2009 in Düsseldorf nicht gestiegen ist. „Aber unter denen, die trinken, hat der Risikokonsum zugenommen.“ Besonders stark ist das bei den Mädchen der Fall. (Quelle: Google Alkohol News, 30.5.11) wz-newsline.de, 29.5.11 Unser Online-Kommentar: Natürlich hat jeder Jugendliche seine Probleme. Das heisst aber nicht, dass es egal ist, wenn er sich noch ein Alkoholproblem zulegt. Das Rauschtrinken ist eine grosse Gefahr für das jugendliche, in Entwicklung begriffene Gehirn. Das sollte nicht mit Allgemeinplätzen abgetan werden. Ganz abgesehen von den eventuell damit verbundenen negativen gesellschaftlichen Folgen. (Gewalt, Vandalismus, sexuelle Gewalt, ungewollte Schwangerschaften, usw.)
Die Gesellschaft sollte endlich ihre Verantwortung wahrnehmen und den Stellenwert des Alkohols in der Öffentlichkeit abbauen. Die Regierungen stehen immer noch unter der Fuchtel der Alkohollobby und verweigern den Dienst an der Bevölkerung.

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CH: «Wer gerne trinkt, muss auch den Kater lieben»

Sonntag 29. Mai 2011 von htm

Von Jean-Martin Büttner. Aktualisiert am 28.05.2011 im Tages-Anzeiger vom 28.5.11.
Der Kunsthistoriker Peter Richter feiert in seinem neuen Buch die Freude am Trinken. Er sieht sie ernsthaft in Gefahr.
Der 37-jährige Schriftsteller und Kulturjournalist («Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung») schreibt an gegen den Druck der Präventionspolitiker. Sein Buch «Über das Trinken» (Goldmann, München) durchsetzt eine amüsante Kulturgeschichte des Alkohols mit Kapiteln zur Politik und Literatur, zum Saufen und Trinken. Dazwischen berichtet Richter von eigenen Erfahrungen – leidvollen und anderen. Er verklärt und verdammt nicht, schreibt geistreich und gescheit. Wenn auch, dies der einzige Einwand, allzu süffig. (jmb) Kommentar: Nun hat auch der Tages-Anzeiger wie die NZZ (abgesprochen?) am Ende der nationalen Dialogwoch „Alkohol“ die Diskussion mit einem wie Richter schreibt „amüsanten“ Beitrag „bereichert“, der dem schwersten sozialmedizinischen Problem der Schweiz in keiner Weise gerecht wird und falsche Informationen verbreitet. Offenbar ist dies die einzige journalistische Spielart, die unter dem Druck der Alkohollobby noch möglich ist. So weit ist unsere Pressefreiheit verkommen! Wo ist die sogenannte Presse-Kritik? Und der Schweizer Presserat mit seinen schönen Rechten und Pflichten des Journalisten? (siehe unser Leserbrief)

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Leserbrief zu „Wer gerne trinkt, muss auch den Kater lieben“

Sonntag 29. Mai 2011 von htm

29.5.2011

Redaktion
Tages-Anzeiger
Leserforum
Zürich

Per e-mail

Leserbrief zu „Wer gerne trinkt, muss auch den Kater lieben“, TA vom 28.5.11

Offenbar möchte der Buchautor Peter Richter das Erbe von Günter Amendt antreten. Wie dieser vertritt er das Recht auf Rausch. Hoffentlich nimmt er nicht das gleiche Ende.

Zum Abschluss der ersten nationalen Dialogwoche „Alkohol“, die das Bundesamt für Gesundheit lanciert hat, bringt es der Tages-Anzeiger doch noch fertig, einen grossen Artikel zum Thema zu veröffentlichen. Das Motto der Aktion: „Zum Wohl? Die Schweiz spricht über Alkohol. Wir auch.“ Der Tages-Anzeiger spricht also mit Peter Richter über dessen Buch „Über das Trinken“. Er folgt damit der NZZ, die auch einen Deutschen beiziehen musste, um einen ebenso wertlosen Artikel zu bringen, welcher der Alkoholfrage wie auch dem Ruf der Zeitung in keiner Weise gerecht wird. Haben sich die Redaktionen wohl abgesprochen?

Der Alkoholkonsum gehe insgesamt zurück, behauptet Peter Richter. Schön wäre es. Tatsache ist, dass der Markt in der industrialisierten Welt ziemlich gesättigt ist, dafür vervielfachen die Alkoholmultis ihre Anstrengungen zur Gewinnung der Jugend, sowie in den Schwellenländern und in der Dritten Welt, die über keine Erfahrung in abwehrender Alkoholpolitik und über kein soziales Auffangnetz verfügen. Endlich hat die WHO im Mai 2010 mit ihrer globalen Alkohol-Strategie reagiert und in der EU kämpft die Alkoholindustrie noch verbissen gegen Präventivmassnahmen, die dringend nötig sind. Auch in der Schweiz. Auch wenn früher mehr Alkohol getrunken wurde, die Auswirkungen der Schäden liegen heute in einer ganz anderen Dimension.

Ein schöner Ausspruch Richters ist „Gefahr und Gefährdung gehören zu dem, was das Leben lebenswert macht“. Er versucht zwar gleich, die Schärfe herauszunehmen, indem er auf die Verheerungen verweist, die der Alkohol anrichten kann. Für die Gesellschaft, für den einzelnen Betroffenen und sein Umfeld wird dieser Ausdruck von grenzenlosem Egoismus jedoch damit nicht geniessbarer.

Dass die Gesellschaft jetzt von einem Extrem ins andere falle, ist eine schamlose Falschmeldung. Seit über 50 Jahren hat es in der Schweiz keine Volksabstimmung mit einem positiven Ausgang in Richtung mehr Alkoholprävention gegeben. Alle Vorlagen wurden mit Hilfe der Wirtschaftsverbände bachabgeschickt. (Untersuchung des BAG) Seit den 90er-Jahren findet eine beispiellose Liberalisierung in Bezug auf Alkohol statt. (Gastgewerbegesetze, Schnapssteuern, Ladenöffnungszeiten, Tankstellenshops, Partyszene, Internetshopping, Alkoholwerbung, Alkohol-Schleichwerbung als Lifestyle-Marketing, etc.) Die einzige Verbesserung war nach jahrzehntelangem Kampf die erfolgreiche Herabsetzung der Promillegrenze und die notfallmässig eingeführte Alcopopsteuer, aber ohne flankierende Massnahmen den Jugendalkoholismus per Saldo eher fördernd.

Bereits die Andeutung von möglichen Massnahmen wird als normative Nüchternheit diskreditiert. Andere rufen den Verbotsstaat herbei. Der Hang von Männern zur Kumpanei mit Hilfe des Schmiermittels Alkohol wird positiv bewertet. Von den derart abgeschlossenen Verträgen mit negativen Folgen keine Rede. Dass ein Verfechter der Alkoholinteressen es auch nützlich findet, wie Burschenschaften funktionieren, überrascht nicht, sind doch diese Studenten später als Wirtschaftsvertreter oder Politiker nicht in der Lage, vorurteilslos in Alkoholfragen zu urteilen und für die Interessen der Bevölkerung zu handeln.

Seine Schutzbehauptung, er schreibe nicht das Hohelied des Saufens, provoziert immerhin noch die Gegenfrage „Sondern?“. Die Antwort, „Alkohol sei ein Freund, aber auch ein gefährlicher Gegner“ ist ein Widerspruch in sich. Zum Schluss bedient sich der Autor von Halbvergorenem noch des griechischen Gottes Dionysos. Er mache „die Seinen stark, den Abtrünnigen raubt er die Kräfte.“ Dabei sind es gerade „die Seinen“, die in der Suchtklinik enden, und wenn diese einigermassen trocken zu den Abtrünnigen gehören, beginnen sie ein neues, sinnvolles Leben; vor allem, wenn sie das Glück haben, eine gute Nachbetreuung zu erfahren.

Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer, Effretikon

(gekürzt am 4.6.11 veröffentlicht)

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Schon ein Drink schwächt das Herz

Sonntag 1. Mai 2011 von htm

Schon einmaliger Alkoholkonsum kann die Herzfunktion beeinträchtigen. Das ist das Ergebnis einer deutsch-belgischen Studie, die auf der 77. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, Herz- und Kreislaufforschung (DGK) präsentiert wurde.
Die Forscher der Kardiologischen Klinik Bad Oeynhausen, des Krankenhauses Ludmillenstift, Meppen, und des Universitätskrankenhauses Gasthuisberg im belgischen Leuven untersuchten 19 herzgesunde Partyteilnehmer vor und zwölf bis 16 Stunden nach dem Konsum von Alkohol. Die mittlere Spitzenalkoholkonzentration lag bei 1,4 Promille. …„Unsere Studie weist erstmals eine signifikante dosisabhängige Verschlechterung der linksventrikulären Funktion nach Alkohol nach“, fassen die Studienautoren den Stellenwert der Untersuchung zusammen. Die linksventrikuläre Funktion ist der Prozess, bei dem das Herz das mit Sauerstoff angereicherte Blut in die Gefäße pumpt. (Quelle: Google Alkohol News, 1.5.11) focus.de, 30.4.11 unser Online-Kommentar: Oh, diese Kommentare!
Nachdem die Alkohollobby uns seit einem Jahrzehnt mit alkoholpositiven Untersuchungen eingedeckt hat, dreht sich das Blatt nun ziemlich eindrücklich. Und viele Kommentatoren sind nun eigenartigerweise vom Wert wissenschaftlicher Arbeit nicht mehr überzeugt. Man will doch nur das lesen, das einen in seinem Verhalten bestärkt. Lieber zahlt man weiter ein Leben lang die alkoholbedingten horrenden Sozialkosten und verbleibt in der Hörigkeit einer skupellosen Alkohollobby.

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