Freitag 1. Januar 2010 von htm
Leichte Verfügbarkeit von Alkohol sowie die Werbung für alkoholische Getränke haben einen deutlich verstärkenden Effekt auf das Trinkverhalten von Jugendlichen. „Höhere Preise für alkoholhaltige Getränke, eine stärker begrenzte Verkaufszeit sowie eine stärkere Kontrolle der Alkoholwerbung bewirken hingegen, dass weniger Jugendliche Alkohol trinken und dabei auch weniger Alkohol konsumieren. Dies zeigt eine aktuelle Studie. Besonders kritisch ist dabei Alkoholwerbung im Zusammenhang mit Sport und das Sponsoring von Sportveranstaltungen durch Alkoholproduzenten zu sehen“, berichtet Dr. Ingo Spitczok von Brisinski vom Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik (BKJPP). Er bezieht sich dabei auf eine Studie unter der Leitung von Mallie Paschall von der Berkeley Universität in den USA. Die Forschungsarbeit wurde in der Fachzeitschrift Addiction veröffentlicht. … (Quelle: Google Alkohol Alert, 31.12.09) neurologen-und-psychiater-im-netz.de, 1.1.10
Kategorie: Allgemein, Internationales, Jugend, Jugendliche, Reklame, Sport, Werbung |
Keine Kommentare »
Dienstag 29. Dezember 2009 von htm
Leserbrief zu „Prost auf den Kreislauf“ im Migros-Magazin vom 28.12.09, S. 63.
Die Migros verkauft dank ihrem Gründer G. Duttweiler keine alkoholischen Getränke, dafür gute Traubensäfte und moderne gespritzte Getränke auf Traubensaftbasis. Statt für diese zu werben, rührt sie die Werbetrommel für alkoholischen Schaumwein, nachdem sie in einer früheren Nummer schon den Slogan “Bier ist gesund” gebracht hatte. Offensichtlich missbraucht sie nun das Migros-Magazin für die Vermarktung von Denner- oder Globus-Produkten. Sie findet es nicht nötig, auf die negativen Aspekte des Alkohols einzugehen, die alle noch so herbeigeredeten “gesunden” Eigenschaften weit übertreffen. Auch die Forscher warnen, erst müssten die Langzeitfolgen untersucht werden. Es wird auch nicht auf die unterschiedliche Reaktion der Geschlechter auf den Alkoholkonsum hingewiesen.
Kategorie: Alkoholindustrie, Allgemein, Gesundheit, Leserbriefe, Schweiz, Werbung |
Keine Kommentare »
Dienstag 29. Dezember 2009 von htm
In der Nummer vom 28.12.09 bringt das Migros-Magazin auf S. 63 in der Rubrik BESSER LEBEN auf einer halbe Seite mit grossem Bild einen PR-Artikel über die gesunden Eigenschaften von Schaumwein. Es wird Bezug genommen auf eine Untersuchung der Universität von Reading, GB, die gezeigt habe, dass noch nach Stunden eine verbesserte Durchblutung festgestellt worden sei. Dies sei auf die Phenole zurückzuführen, die in roten Trauben vorkommen. Kommentar: Die Migros verkauft dank ihrem Gründer G. Duttweiler keine alkoholischen Getränke, dafür gute Traubensäfte und moderne gespritzte Getränke auf Traubensaftbasis. Statt für diese zu werben, rührt sie die Werbetrommel für alkoholischen Schaumwein, nachdem sie in einer früheren Nummer schon den Slogan „Bier ist gesund“ gebracht hatte. Offensichtlich missbrauchen sie nun das Migros-Magazin für die Vermarktung von Denner- oder Globus-Produkten. Sie finden es nicht nötig, auf die negativen Aspekte des Alkohols einzugehen, die alle noch so herbeigeredeten „gesunden“ Eigenschaften weit übertreffen. Auch die Forscher warnen, erst müssten die Langzeitfolgen untersucht werden. Es wird auch nicht auf die unterschiedliche Reaktion der Geschlechter auf den Alkoholkonsum hingewiesen. (University of Reading, Press release, 12/14/09)
Kategorie: Alkoholindustrie, Allgemein, Gesundheit, Medizin, Schweiz, Werbung |
Keine Kommentare »
Donnerstag 24. Dezember 2009 von htm
Will man solche Bilder nicht mehr sehen? Fränzi Aufdenblatten und Nadia Styger feierten ihren Doppelsieg im Super-G von Val d’Isère auf dem Podium im Zielgelände mit Champagner. Das freute nicht alle. (Quelle: Google Alkohol Alert, 23.12.09) 20minuten.ch, 23.12.09 Online-Kommentar: (Kontrabass) Andere machen’s auch. Wer geprägt ist von unserer während Jahrzehnten von der Alkoholwerbung weichgeklopften alkoholfreundlichen Gesellschaft wird natürlich nichts daran finden, dass nun auch junge Sportlerinnen ihrer Freude mit Alkohol Ausdruck geben. Wer aber mit offenen Sinnen durchs Leben geht, in seinem Umfeld vielleicht schon mit alkoholbedingten Problemen konfrontiert war oder sich sogar näher mit dem Alkoholproblem befasst, den kann es nicht gleichgültig lassen, solche Bilder zu sehen. Solche lebende Alkoholwerbung, Sympathieträger für Alkohol, sind vor allem für unsere Jugend schädlich.
Kategorie: Alkoholindustrie, Allgemein, Jugend, Schweiz, Sport, Veranstaltungen, Werbung |
Keine Kommentare »
Dienstag 22. Dezember 2009 von htm
In seinem Entwurf von Schlussfolgerungen des Rates vom 1. Dezember 2009 zu Alkohol und Gesundheit werden Alkoholschäden aufgelistet und den Mitgliedsländern und der Kommission wird empfohlen, wirksame Massnahmen zu ergreifen und 2012 über deren Auswirkungen zu berichten. (Quelle: Amtsblatt der Europäischen Union, 12.12.09)
Kategorie: Allgemein, Europaparlament / EU-Kommission, Gesundheit, Internationales, Jugend, Politik, Verhaltens-Präv., Verhältnis-Präv., Werbung |
Keine Kommentare »
Montag 21. Dezember 2009 von htm
Ein Blog befasst sich mit schwedischer Drogenpolitik und vergleicht mit Schweizer Zahlen: „Drogen und so“ -By marcojakob:
„Heute behandle ich mal das Thema Suchtmittel in Schweden. Wie ich schon einmal berichtet habe, hat Schweden eine sehr restriktive Alkoholpolitik. Das hat auch seine Gründe. 1829 liegt der Brantweinkonsum bei 46 Litern pro Jahr und Einwohner und man schätzt, dass in Schweden 175′000 Brennkessel vorhanden sind. Dass ein so hoher Konsum zu Problemen führt, liegt auf der Hand. In der Minenstadt Falun beschlossen 1850 darum einige Minenbesitzer die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Ab sofort konnte man Alkohol nur noch in speziellen Läden kaufen, der Systembolaget war geboren. … „Kommentar: Dass die Schweiz einen beinahe doppelt so hohen Konsum aufweist, hängt mit dem Nichtvorhandensein einer eigentlichen Alkoholpolitik zusammen. Die Interessen der Industrie zählen bei uns mehr als die der Volksgesundheit. Und die Medien und die Werbebranche sind mehrheitlich Vasallen dieser Alkoholinteressen. Dadurch kann im Volk auch keine sachliche Diskussion aufkommen, welche diese Situation in Frage stellen könnte. Wir alle sind und bleiben Passivtrinker. Wo hat man z.B. kürzlich in der Schweiz gelesen, dass in Europa Alkohol und Tabak die zwei wichtigsten Ursachen für Tod und Erkrankungen sind? Die deutsche Presse bringt solche Meldungen. (Quelle: Google Alkohol Alert, 20.12.09)
Kategorie: Alcopops (de), Alkoholindustrie, Alkoholsteuern, Allgemein, Internationales, Konsumhaltung, Politik, Schweiz, Statistik, Verhältnis-Präv., Veröffentlichungen, Werbung |
Keine Kommentare »
Freitag 18. Dezember 2009 von htm
Leserbrief: Der Tages-Anzeiger vom 18.12.09 bringt gleich mehrere kleine Artikel über die persönliche Befindlichkeit in der Weihnachtszeit. Da wird den früheren Zeiten nachgetrauert, als Völlerei und Rausch noch etwas Tolles war, und als Schluss geraten, man soll sich auch heute noch etwas gehen lassen. Und mit „O du fröhliche, o du selige, alkoholbringende Weihnachtszeit“ wird auf die kommenden Tage geschaut, wenn „wir tief in die Gläser gucken“. Dann wird auf eine Webseite hingewiesen, die seit 13 Jahren für „das Recht, besoffen zu werden“ kämpfe. Auch drei andere kleine Artikel geben Ratschläge, wie die Feiertage einigermassen gelassen zu überleben sind. Man kann natürlich sagen, das widerspiegle nur die Realität. Aber ich frage mich schon, mit welchem Recht eine deutliche Mehrheit die Minarette verbieten konnte, wenn wir eines der drei grössten christlichen Feste nicht mehr als solches wahrnehmen. Man könnte auch sagen, hier wird eine Minderheit verspottet und verletzt.
Kategorie: Allgemein, Konsumhaltung, Leserbriefe, Religion und Alkohol, Schweiz, Werbung, Zitate |
Keine Kommentare »
Donnerstag 17. Dezember 2009 von htm
„Alkohol muss teurer werden“ in Zeit Online, 16.12.09 (Kommentare 78 und 80)
Jeder hat zum Alkoholproblem seine eigene Einstellung, geprägt von seinem Umfeld, der persönlichen Trinkkultur oder -Unkultur, der gesellschaftlichen Wirklichkeit mit omnipräsenter Alkoholwerbung, mit Festen und Feiern von der Wiege bis zur Bahre, usw. Jeder ist aber auch ständiger Passivtrinker, er zahlt ein Leben lang sich dumm und dämlich, ungefragt an die Schäden des Alkoholkonsums, und zwar Zehntausende. Egal ob Viel-, Wenig- oder Nichttrinker. Via Steuern, Versicherungs- und Krankenkassenprämien. Dazu kommt die verminderte Lebensqualität, die meist nur begriffen wird, wenn es die eigene Familie oder Umgebung trifft. Eine Ahnung erhält, wer Zeitung liest.
Nun haben die Stimmbürger der meisten Länder in ihre Verfassung geschrieben, der Staat solle sich für ihr Wohl einsetzen. Je nach Trinkkultur und Macht der Alkoholindustrie haben sich deshalb Parlamente Gesetze gegeben, die den Alkohol mehr oder weniger reglementieren. Den Erfolg kann man in den Statistiken über den Gesamtkonsum pro Kopf an reinem Alkohol ablesen. Norwegen, Schweden und Island mit der Hochpreispolitik und mit staatlichen Monopolen hatten einen halb so hohen Konsum wie z.B. Deutschland, bis z.B. Schweden durch die EU gezwungen wurde, die Steuern zu senken. Der Konsum nahm zu, liegt aber immer noch ca 4 Liter unter dem von Deutschland (10 L). Was man als Tourist in fremden Ländern in Beizen und auf der Strasse sieht, ist nicht das ganze Leben.
Für kritische Infos gibt es www.alkoholpolitik.ch.
80. Zum Alkoholproblem (2)
Nun haben die WHO und die EU die Initiative ergriffen, und eine Alkoholstrategie erarbeitet, bei der sogar die Alkoholindustrie mitwirken konnte, obwohl dies kontraproduktiv ist. Damit soll den Mitgliedstaaten Entscheidungshilfen geliefert werden, die sie dann benützen können oder auch nicht. Es wurde (zum Teil) Wert auf Massnahmen gelegt, deren Wirksamkeit wissenschaftlich nachgewiesen wurde. Die Steuerung des Konsums über den Preis ist die wirksamste Methode, den Konsum und damit die Schäden zu senken. Gerade Jugendliche und Abhängige reagieren sehr preisempfindlich. Die nächst wirksame Massnahme ist die Einschränkung der Erhältlichkeit. Damit wird vielerorts gearbeitet. Dann spielt die Höhe der Promillegrenze ein Rolle, das Mindestalter für Jugendliche beim Einstieg und die Einschränkung oder das Verbot der Alkoholwerbung. Die, wie es immer heisst, mässige Mehrheit hätte es in der Hand, mit politischem Druck eine Änderung herbeizuführen. Sie könnte mit einer Steuererhöhung, die sie wenig trifft, das Maximum bei der Verminderung der Sozialkosten und der Verbesserung der Lebensqualität herausholen. Wenn bestimmt würde, dass diese Steuereinnahmen für Rehabilitation und Prävention, für Breitensport und Kulturförderung verwendet würde, wäre der Erfolg noch grösser. Würden die Massnahmen koordiniert in der EU eingeführt, müsste auch nicht mit grossen Schmuggelproblemen gekämpft werden. Mit zunehmendem Erfolg und Bemerkbarkeit der Auswirkungen würde die Akzeptanz laufend steigen
Kategorie: Allgemein, Europaparlament / EU-Kommission, Internationales, Jugend, Leserbriefe, Politik, Statistik, Verhältnis-Präv., Weltgesundheits-Org., Werbung |
Keine Kommentare »
Donnerstag 17. Dezember 2009 von htm
Immer wieder betrinken sich Kinder und junge Erwachsene bis zur Besinnungslosigkeit.
Das sogenannte Binge Drinking unter Kindern und Jugendlichen ist ein gefährlicher Trend. Noch nie mussten so viele Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene deshalb behandelt werden: 25.700 Zehn- bis Zwanzigjährige kamen 2008 nach neusten Zahlen des Statistischen Bundesamtes in Deutschland mit akuter Alkoholvergiftung ins Krankenhaus.
Auch die Trinkgewohnheiten vieler Erwachsener sind bedenklich: 1,3 Millionen Deutsche gelten als alkoholabhängig, fast zehn Millionen trinken im Übermaß. 73.000 Todesopfer fordert der Alkohol hierzulande jedes Jahr. In Europa ist er nach Nikotinsucht und Bluthochdruck der drittstärkste Risikofaktor für Krankheit und Tod.
Endlich ruft die Weltgesundheitsorganisation (WHO) jetzt zum systematischen Kampf gegen Alkoholmissbrauch auf. Sie plant eine globale Strategie und appelliert an die Regierungen, entschlossener zu handeln. (Quelle: Google Alkohol Alert, 16.12.09) zeit-online.de, 16.12.09 Unsere Online-Kommentare 78 und 80
Kategorie: Alkoholsteuern, Allgemein, Europaparlament / EU-Kommission, Internationales, Jugend, Politik, Sport, Statistik, Verhältnis-Präv., Weltgesundheits-Org., Werbung |
Keine Kommentare »
Donnerstag 17. Dezember 2009 von htm
Im Frühjahr diesen Jahres legte die vom Europäischen Forum „Alkohol und Gesundheit” beauftragte wissenschaftliche Fachgruppe einen Bericht mit dem Titel „The impact of marketing communication on the volume and patterns of consumption of alcoholic beverages, especially by young people” vor.
Aus dem Bericht ist ersichtlich, dass zwölf von dreizehn überprüften Studien ergeben haben, dass Werbung für Alkohol Einfluss auf den Beginn des Alkoholkonsums der Jugendlichen hat und die Jugendlichen, die bereits trinken, dazu veranlasst, ihren Alkoholkonsum zu steigern. Die Studien haben auch gezeigt, dass ein direkter Zusammenhang zwischen der Menge an Werbung, der die Jugendlichen ausgesetzt sind, und dem Ausmaß der Steigerung ihres Konsums besteht. Darüber hinaus zeigt auch ein von der Kommission erstellter Bericht, dass die Selbstregulierung bei Alkoholwerbung, für die die Alkoholindustrie eintritt, nicht zu besonders guten Ergebnissen geführt hat. Strenge Vorschriften sind wirksamer.
Die bereits heute geltenden Regeln, denen zufolge sich Alkoholwerbung nicht direkt an Jugendliche richten darf, sind in der Praxis wirkungslos. Wie auch eine in der wissenschaftlichen Zeitschrift The Lancet veröffentliche Studie erwiesen hat, ist ein vollständiges Verbot von Werbung für Alkohol am besten geeignet, das Trinken unter Jugendlichen zurückzudrängen.
Aus all dem ergibt sich die Frage, ob die Kommission erwägen könnte, Werbung für Alkohol aus Gründen des Gesundheitsschutzes zu verbieten, so wie es auch mit der Werbung für Tabak geschehen ist? Anna Hedh, Europ. ParlamentMenge
Kategorie: Allgemein, Europaparlament / EU-Kommission, Internationales, Verhältnis-Präv., Werbung |
Keine Kommentare »