Dienstag 30. November 2010 von htm
Gerade hat sich der amtierende EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy anlässlich einer Gala des Bierclubs des Europäischen Parlaments sehr positiv über die Rolle der Brauwirtschaft in Europa geäußert.
Auf der Veranstaltung bei der rund 400 Vertreter der Brauwirtschaft mit Regierungsverantwortlichen im letzten Monat in Brüssel zusammenkamen, wurde insbesondere über die Herausforderungen der europäischen Brauwirtschaft und die damit direkt oder indirekt Millionen Arbeitsplätze referiert und diskutiert. Dabei wurden auch Steuerfragen, alkoholpolitische begründete Regulierungsbestrebungen der Politik und Maßnahmen zur Verbesserung des verantwortungsbewussten Alkoholkonsums aufgegriffen. (Quelle: Google Alkohol News, 29.11.10) Pressemitteilung brauer-bund.de, 29.11.10 unser Online-Kommentar: Selbstverständlich hat er als höflicher Diplomat kein Wort über die Auswirkungen der Bierwirtschaft fallen lassen. Auch hat er bei der Aufzählung der Arbeitsplätze jene der Sparten Gesundheit, Justiz, Wohlfahrt, Sozialversicherungen, usw. nicht erwähnt. Auch nicht die vermeidbaren alkoholbedingten Personalunkosten der Wirtschaft. Die Zahlen hätte ihm sein EU-Kommissär für Public Health sicher gerne geliefert. Siehe auch die Meldung über die Steuerpolitik des Brauereigiganten SAB Miller in Afrika und Europa.
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Sonntag 28. November 2010 von htm
Alkohol, Kokain und Cannabis: Wie steht es um den Drogenkonsum der Deutschen? Die Trends haben sich in den vergangenen Jahren geändert. Noch immer gibt es keine einheitliche Linie, wie mit Rauschmitteln gesellschaftlich zu verfahren ist. Experten halten Alkohol für das größte Problem – besonders das Komasaufen unter Jugendlichen. …
Von allen Drogen in Deutschland bleibt Alkohol die meistverbreitete und tödlichste. Mehr als 70 000 Menschen sterben jährlich direkt an den Folgen exzessiven Konsums (Tote durch illegale Drogen pro Jahr insgesamt: rund 1300), die Sucht geht quer durch alle Schichten und Altersgruppen. Zwischen 2000 und 2008 stieg die Anzahl Minderjähriger, die jährlich wegen Alkoholvergiftungen ins Krankenhaus eingeliefert wurden, um fast das Dreifache auf inzwischen 25 700. Aber bindende Absprachen mit den Herstellern, höhere Steuern, eine stärkere Sanktionierung der Werbung? All die Maßnahmen, die dazu führten, dass die Deutschen – gerade die deutschen Jugendlichen – heute deutlich weniger rauchen als noch vor Jahren, finden beim Alkohol keine Anwendung.
Gründe, weshalb der Mann, der in Deutschland als Suchtexperte Nummer eins gilt, seit Jahren Dinge fordert, die jeden Oktoberfest-Fan schmerzen würden: „Ein Bierpreis von mindestens 15, eher 20 Euro pro Maß ist notwendig, dann tut es vielleicht weh“, sagt Raphael Gassmann, Geschäftsführer der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen in Hamm. Alkohol sei „die bei Weitem gefährlichste Droge der Welt, danach kommt erst Mal lange nichts“. Andererseits habe Alkohol die stärkste Lobby, in der Wirtschaft wie im Volk. Die Alkoholindustrie zählt außerdem zu den Branchen mit den höchsten Werbeetats, die Berichterstattung über Alkohol ist zahm. (Quelle: Google Alkohol News, 27.11.10) welt.de, 27.11.10 Kommentar: Vielleicht der erste Artikel in einer grossen Zeitung, der zum Alkoholproblem Klartext redet. Ob andere jetzt auch den Mut finden, sich anzuschliessen und eine Trendwende herbeizuführen zum Wohle der ganzen Bevölkrung und der Wirtschaft, die sich bis heute selbst schädigt mit ihrer Komplizenschaft? Von den Schäden zu Lasten der Passivtrinker, der Gesellschaft wurde noch gar nicht gesprochen.
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Freitag 19. November 2010 von htm
10.3838 – Motion: Offizielle Schweizer Anlässe im Ausland mit Schweizer Wein und Spirituosen. Eingereicht von Hurter Thomas Hurter, Nationalrat.
Eingereichter Text
Der Bundesrat wird beauftragt, bei Auftritten der Schweiz sowie offiziellen Schweizer Anlässen im Ausland, die aus Bundesmitteln (mit-)finanziert werden, Schweizer Weine und Spirituosen zu servieren.
Begründung:
Am offiziellen Schweizer Tag der Weltausstellung in Schanghai, 12. August 2010, mussten die geladenen Delegationen im Städtepavillon von Zürich, Genf und Basel mit spanischem Wein anstossen. Im Nachhinein wurden verschiedene Ausreden vorgebracht, obschon zum Beispiel im Schweizer Pavillon Schweizer Wein ausgeschenkt wurde. ..
Antwort des Bundesrates vom 17.11.2010:
Der Bundesrat verpflichtet sich, bei der Förderung von Schweizer Weinen und anderen Produkten im Ausland mit gutem Beispiel voranzugehen. Erklärung des Bundesrates vom 17.11.2010. Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.
(Quelle: Tages-Anzeiger, 19.11.10) Curia Vista siehe auch ähnliche Motion 10.3820 – Motion
Pflicht zum Ausschank von Schweizer Weinen in den Botschaften Kommentar: Warum nicht auch Verpflichtung zum Kredenzen von exquisitem Schweizer Traubensaft? Zum Beispiel Zürcher Staatskeller? Immerhin lebt mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung alkoholfrei.
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Mittwoch 10. November 2010 von htm
Das sogenannte „Komasaufen“ fordert seine Opfer: Mehr als 700 Jugendliche aus Sachsen-Anhalt wurden 2008 mit Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert. Die Initiative „Pro Party – contra Flatrate“ setzt jetzt auf Selbstverpflichtungen der Veranstalter, solche Lockangebote zu unterlassen. Die ersten haben bereits unterschrieben. (Quelle: Google Alkohol News, 9.11.10) volksstimme.de, 9.11.10
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Freitag 5. November 2010 von htm
Veranstalter der gefragten Maturareisen werben in Schulklassen mit hartem Gratis-Alkohol. Die Schulbehörde sieht darin kein Problem.
Als Dietmar Tunkel 1992 maturierte, mag er von allem Möglichen geträumt haben, aber nicht davon, dass sich seine nebenbei geborene Geschäftsidee so locker zu einem wahren Hit entwickeln sollte: Er organisierte eine Türkei-Reise für seine Maturaklasse, erkannte, dass er eine Marktlücke entdeckt hatte, und beschloss, diese professionell zu bespielen. Er gründete mit seinem Partner Alexander Knechtsberger das Unternehmen Splashline und landete damit einen durchschlagenden Erfolg: Von den österreichweit 40.000 jährlichen Maturanten buchen heute fast 70 Prozent den rauschenden All-inclusive-Trip in die Türkei, rund 50 Prozent treten die Reise auch tatsächlich an (siehe Kasten Seite 36): eine Woche Vollgas der Marke Ballermann für rund 1000 Euro. … (Quelle: Google Alkohol News, 4.11.10) profil.at, 4.11.10 mit unserem Online-Kommentar: Sie haben völlig recht. Ich frage mich, warum die Behörden hier nicht schon lange eingegriffen haben. Das ist ein fertiger Skandal. Gibt es in Österreich keine Stellen, die für den Jugendschutz aktiv sind?
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Donnerstag 4. November 2010 von htm
Seit 1994 war Davidoff Hauptsponsor der Swiss Indoors. Jetzt wird die Bindung vor allem auf Drängen der französischen Anti-Tabak-Lobby gelöst. Davidoff CEO Reto Cina kann nicht verstehen, warum nun mit einer Biermarke ein Fünfjahresvertrag abgeschlossen wurde. Alkohol sei doch für Jugendliche eher gefährlicher als Zigarren. (Quelle: Tages-Anzeiger, 4.11.10) Kommentar: Auch wir können es nicht verstehen. – Wie manch anderes nicht in Bezug auf Alkohol und Sport.
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Freitag 22. Oktober 2010 von htm
As if beer weren’t cheap enough, in deliberate attempt to woo younger drinkers to the Budweiser brand, Anheuser-Busch InBev recently announced a plan to give away half a million free beers. With slogans promoting over-consumption like “Grab Some Buds” and the “Budweiser National Happy Hour,” the beer behemoth says the goal is getting new drinkers onboard. (Source: Marin Institute, 10/20/10)
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Freitag 22. Oktober 2010 von htm
Nach den Diskussionen um das neue RTL-II-Format „Tatort Internet“ sickert nun durch, dass die Verantwortlichen des Senders auch mit dem täglichen Scripted-Reality-Format „X-Diaries Love, Sun & Fun“ Ärger haben. Wie die zuständige Medienanstalt LPR Hessen auf Anfrage des Branchendienstes „Kontakter“ bestätigt, werde auch „X-Diaries“ von der Behörde geprüft. Sprecherin Annette Schriefers sagt: „Wir haben den Sender in einem Schreiben sehr deutlich darauf hingewiesen, dass wir ‚X-Diaries‘ im Hinblick auf den Jugendschutz prüfen“. (Quelle: Google Alkohol News, 19.10.10) satnews.de, 18.10.10
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Samstag 9. Oktober 2010 von htm
Das BAKOM fordert von der SRG 160’000 Franken Werbeeinnahmen ein. Grund: Illegale Spots für einen Weinversand. Die SRG hat noch nicht entschieden, ob sie dagegen rekuriert. (Quelle: Tages-Anzeiger, 9.10.10, nicht online) Kommentar: Daraus kann man erahnen, welchen Wert damals die von uns erfolglos beklagte, von uns als TV-Schleichwerbung empfundene mehrfache „Information“ über einen neuen Wein-Internet-Handel gehabt haben musste.
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Mittwoch 6. Oktober 2010 von htm
So ist das also!! Ich hatte ja erst kürzlich hier einen Beitrag betreffs Abhängigkeitserkrankungen verfasst! Und nun dieses hier! Das Folgende kann man lesen: FRAUEN, viele FRAUEN, ja, zunehmend FRAUEN haben ein Problem mit dem Teufel “ALKOHOL”! (Das ist wohl auch so eine Art “Gleichberechtigung”!? Mit Sicherheit jedoch eine vollkommen falsch-verstandene “Gleichberechtigung”!!)
Bisher galt die Abhängigkeit vom ALKOHOL eher als ein reines “Männerproblem”! DAS jedoch widerlegen die neuesten Studien, Erkenntnisse und Untersuchungen.
Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, erklärte anlässlich der Jahrestagung in Berlin zum Thema “Alkohol – für Frauen (k)ein Problem?” unter anderem:
“…Daher ist mein wesentliches Ziel, den Alkoholkonsum bei Frauen mehr zu thematisieren und ihm in der Präventionsarbeit eine stärkere Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.” Und: 370.000 Frauen in Deutschland sind alkoholabhängig! (Quelle: Google Alkohol News, 6.10.10) heinkasnews.de, 5.10.10 unser Online-Kommentar: Es ist nicht verwunderlich, dass die Frauen im Zuge ihrer Emanzipation nach dem 2. Weltkrieg auf den Alkoholkonsum gekommen sind. Die Alkoholwerbung hat sich ja auch mächtig ins Zeug gelegt. Mit den Alcopops hat die Alkoholindustrie nun auch noch die Mädchen erwischt. Auch wenn ein Teil dieses Konsums mit Hilfe der Sondersteuer ausgebremst werden konnte, wird nun das Getränkegemisch billiger selber hergestellt. Darauf reagiert der Staat nicht, weil eine Preiserhöhung auf Spirituosen alle Schnaps-Konsumenten treffen würde und diese halten aus Unkenntnis der Fakten nichts von Solidarität.
Die Jugendlichen mit Ermahnungen vom Komasaufen abhalten zu wollen, wird auch nicht gelingen, denn die Erwachsenen geben ja ein tolles Vorbild ab. Und die Regierung ist unfähig, die bekannten nötigen Präventivmassnahmen zu ergreifen, weil sie dem Druck der Alkoholindustrie nicht widerstehen kann oder will. Die Drogenbeauftragte ist nur ihr Alibi-Feigenblatt.
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