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Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Archiv für die Kategorie 'Verkehr'

Hamburg: HVV: Alkoholverbot gilt ab September

Mittwoch 1. Juni 2011 von htm

In Hamburgs Bussen und Bahnen darf künftig kein Alkohol mehr getrunken werden. Dass das Verbot kommt, war schon seit Längerem klar, nun gibt es einen Termin: Vom 1. September an ist das „Wegbier“ tabu. Im ersten Monat würden noch keine Strafen erhoben, teilte der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) am Dienstag mit. Wer jedoch danach beim Trinken oder mit geöffneten Alkohol-Flaschen oder -Dosen erwischt wird, muss 40 Euro zahlen.
Weiterhin getrunken werden darf in Hadag-Fähren und Bahnen des Regionalverkehrs, welche die HVV-Grenzen in Richtung Schleswig-Holstein überschreiten. Dazu zählen die Nord-Ostsee-Bahn, die Nordbahn und DB Regio. (Quelle: Google Alkohol News, 31.5.11) ndr.de, 31.5.11

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Leserbrief zu „Wer gerne trinkt, muss auch den Kater lieben“

Sonntag 29. Mai 2011 von htm

29.5.2011

Redaktion
Tages-Anzeiger
Leserforum
Zürich

Per e-mail

Leserbrief zu „Wer gerne trinkt, muss auch den Kater lieben“, TA vom 28.5.11

Offenbar möchte der Buchautor Peter Richter das Erbe von Günter Amendt antreten. Wie dieser vertritt er das Recht auf Rausch. Hoffentlich nimmt er nicht das gleiche Ende.

Zum Abschluss der ersten nationalen Dialogwoche „Alkohol“, die das Bundesamt für Gesundheit lanciert hat, bringt es der Tages-Anzeiger doch noch fertig, einen grossen Artikel zum Thema zu veröffentlichen. Das Motto der Aktion: „Zum Wohl? Die Schweiz spricht über Alkohol. Wir auch.“ Der Tages-Anzeiger spricht also mit Peter Richter über dessen Buch „Über das Trinken“. Er folgt damit der NZZ, die auch einen Deutschen beiziehen musste, um einen ebenso wertlosen Artikel zu bringen, welcher der Alkoholfrage wie auch dem Ruf der Zeitung in keiner Weise gerecht wird. Haben sich die Redaktionen wohl abgesprochen?

Der Alkoholkonsum gehe insgesamt zurück, behauptet Peter Richter. Schön wäre es. Tatsache ist, dass der Markt in der industrialisierten Welt ziemlich gesättigt ist, dafür vervielfachen die Alkoholmultis ihre Anstrengungen zur Gewinnung der Jugend, sowie in den Schwellenländern und in der Dritten Welt, die über keine Erfahrung in abwehrender Alkoholpolitik und über kein soziales Auffangnetz verfügen. Endlich hat die WHO im Mai 2010 mit ihrer globalen Alkohol-Strategie reagiert und in der EU kämpft die Alkoholindustrie noch verbissen gegen Präventivmassnahmen, die dringend nötig sind. Auch in der Schweiz. Auch wenn früher mehr Alkohol getrunken wurde, die Auswirkungen der Schäden liegen heute in einer ganz anderen Dimension.

Ein schöner Ausspruch Richters ist „Gefahr und Gefährdung gehören zu dem, was das Leben lebenswert macht“. Er versucht zwar gleich, die Schärfe herauszunehmen, indem er auf die Verheerungen verweist, die der Alkohol anrichten kann. Für die Gesellschaft, für den einzelnen Betroffenen und sein Umfeld wird dieser Ausdruck von grenzenlosem Egoismus jedoch damit nicht geniessbarer.

Dass die Gesellschaft jetzt von einem Extrem ins andere falle, ist eine schamlose Falschmeldung. Seit über 50 Jahren hat es in der Schweiz keine Volksabstimmung mit einem positiven Ausgang in Richtung mehr Alkoholprävention gegeben. Alle Vorlagen wurden mit Hilfe der Wirtschaftsverbände bachabgeschickt. (Untersuchung des BAG) Seit den 90er-Jahren findet eine beispiellose Liberalisierung in Bezug auf Alkohol statt. (Gastgewerbegesetze, Schnapssteuern, Ladenöffnungszeiten, Tankstellenshops, Partyszene, Internetshopping, Alkoholwerbung, Alkohol-Schleichwerbung als Lifestyle-Marketing, etc.) Die einzige Verbesserung war nach jahrzehntelangem Kampf die erfolgreiche Herabsetzung der Promillegrenze und die notfallmässig eingeführte Alcopopsteuer, aber ohne flankierende Massnahmen den Jugendalkoholismus per Saldo eher fördernd.

Bereits die Andeutung von möglichen Massnahmen wird als normative Nüchternheit diskreditiert. Andere rufen den Verbotsstaat herbei. Der Hang von Männern zur Kumpanei mit Hilfe des Schmiermittels Alkohol wird positiv bewertet. Von den derart abgeschlossenen Verträgen mit negativen Folgen keine Rede. Dass ein Verfechter der Alkoholinteressen es auch nützlich findet, wie Burschenschaften funktionieren, überrascht nicht, sind doch diese Studenten später als Wirtschaftsvertreter oder Politiker nicht in der Lage, vorurteilslos in Alkoholfragen zu urteilen und für die Interessen der Bevölkerung zu handeln.

Seine Schutzbehauptung, er schreibe nicht das Hohelied des Saufens, provoziert immerhin noch die Gegenfrage „Sondern?“. Die Antwort, „Alkohol sei ein Freund, aber auch ein gefährlicher Gegner“ ist ein Widerspruch in sich. Zum Schluss bedient sich der Autor von Halbvergorenem noch des griechischen Gottes Dionysos. Er mache „die Seinen stark, den Abtrünnigen raubt er die Kräfte.“ Dabei sind es gerade „die Seinen“, die in der Suchtklinik enden, und wenn diese einigermassen trocken zu den Abtrünnigen gehören, beginnen sie ein neues, sinnvolles Leben; vor allem, wenn sie das Glück haben, eine gute Nachbetreuung zu erfahren.

Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer, Effretikon

(gekürzt am 4.6.11 veröffentlicht)

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D: Pforzheimer Schutzengel sind auch ohne Alkohol gut drauf

Sonntag 29. Mai 2011 von htm

Wie viel Spaß eine Party ohne Alkohol machen kann, das stellten am Freitagabend 200 „Schutzengel“ unter Beweis. Sie feierten im Autohaus ahg die inzwischen dritte „Schutzengelparty“.
Sie kommen immer dann ins Spiel, wenn es darum geht, Zivilcourage zu zeigen oder angetrunkenen Jugendlichen nach dem Discobesuch den Schlüssel wegzunehmen: Seit 2008 veranstaltet die Pforzheimer Polizei in Kooperation mit der Industrie- undHandelskammer (IHK) Nordschwarzwald das Projekt „Schutzengel“, bei dem es darum geht, junge Leute im Alter zwischen 18 und 24 Jahren zu freiwilligen Helfern der Gesetzeshüter auszubilden.
Rund 1180 ehrenamtliche Einsatzkräfte gäbe es bislang in der Goldstadt, die einen erheblichen Teil dazu beigetragen hätten, Gewaltakte oder Trunkenheit am Steuer einzudämmen, so der ehemalige Projektleiter Thomas Hoffmann von der Polizei Pforzheim. … (Quelle: Google Alkohol News, 29.5.11) pz-news.de, 28.5.11

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D: Alkohol-Abhängigen darf Führerschein entzogen werden

Dienstag 24. Mai 2011 von htm

Alkoholabhängigen Autofahrern, die ihre Sucht trotz einer Therapie nicht überwunden haben, darf der Führerschein entzogen werden. Das hat das Verwaltungsgericht Trier am 12. Mai laut einem am Montag veröffentlichten Urteil entschieden und damit einen entsprechenden Antrag eines Autofahrers abgewiesen (Aktenzeichen: 1 L 557/11.TR). (Quelle: netdoktor, 23.5.11)

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China: Vom Kavaliersdelikt zum Verbrechen

Dienstag 24. Mai 2011 von htm

„Lebenslänglich“ für zu viel Alkohol am Steuer, Von Peter Achten, Peking
Betrunken, zu schnell, Rotlicht überfahren, Unfall, zwei Tote, Fahrerflucht – der 31 Jahre alte Chen Jia muss lebenslang hinter Gitter.
Das Urteil „lebenslänglich“ hat ein Pekinger Gericht gefällt. Derzeit ist eine landesweite Kampagne gegen Alkohol am Steuer im Gange und wird in sämtlichen Medien breit publiziert. Zwar hatte sich Chen nach vier Tagen selbst der Polizei gestellt und der betroffenen Familie das vom Gericht gesprochenen Schmerzensgeld von 1,9 Millionen Yuan (umgerechnet rund 600’000 Franken) bereits zukommen lassen, was gut chinesisch wegen Einsicht und Reue normalerweise zu einem etwas milderen Urteil geführt hätte. Nicht in diesem Fall. Chen ist reich, und viele Reiche glauben, sich mit Geld alles erlauben zu können. Deshalb wohl das harsche, gnadenlose Urteil. (Quelle: Journal21.ch, 22.5.11)

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D: Nur jede 600. Trunkenheitsfahrt wird entdeckt

Sonntag 22. Mai 2011 von htm

Von 600 Trunkenheitsfahrten wird durchschnittlich nur eine entdeckt. Das teilte Professor Dr. Dieter Müller von der Sächsischen Polizei. 0,19 Prozent aller Führerscheinbesitzer in Deutschland mussten sich im vergangenen Jahr der Medizinisch Psychologischen Untersuchung (MPU) wegen und Alkohol-, Drogen-, Verkehrs- und Strafdelikten unterziehen. … (Quelle: Google Alkohol News, 21.5.11) auto. t-online.de, 20.5.11

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CH: «Die Klubs haben diese Szene aufkommen lassen, zum Teil sogar gepflegt»

Montag 16. Mai 2011 von htm

Karin Keller-Sutter, Präsidentin der Polizeidirektoren, fordert eine Festnahme-Einheit gegen Hooligans
Im Letzigrund randalieren FCB-Chaoten, YB-Schläger greifen in Ostermundigen einen Zug an. Was sagen Sie als Präsidentin der kantonalen Polizeidirektoren (KKJPD) zu diesen Gewaltausbrüchen?
Ich finde diese Entwicklung unsäglich. Ich bin aber auch nicht überrascht. Die Klubs haben diese Szene aufkommen lassen, zum Teil sogar gepflegt. Sie freuten sich daran, dass die Fankurven für Stimmung sorgten. Als die Szene gewalttätig wurde, hiess es plötzlich: Das ist ein gesellschaftliches Problem, das muss der Staat lösen. Was kann man tun? … (Quelle: Sonntagszeitung, 15.5.11) Kommentar: Im ganzen Interview keine Silbe über Alkohol. Dafür über millionenschwere Aufstockungen der Polizeistellen. Das ist FDP-Sicht. Den Profit der Industrie, die Schäden für Staat und Bevölkerung, unter dem Deckmäntelchen der Selbstverantwortung.

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Berlin: Alkohol soll auf Bahnhöfen verboten werden

Montag 16. Mai 2011 von htm

Nach schweren Übergriffen in Berliner Bahnhöfen fordert CDU-Chef Frank Henkel ein absolutes Alkoholverbot im öffentlichen Nahverkehr. Der Berliner Fahrgastverband Igeb begrüßt den Vorschlag, die BVG zeigt sich offen.
BVG-Sprecherin Petra Reetz sagt, in Bussen und Bahnen gelte ein solches Alkoholverbot faktisch schon seit Jahren – möglicherweise soll es auf Bahnhöfe ausgedehnt werden. … (Quelle: Google Alkohol News, 16.5.11) morgenpost.de, 15.5.11 Kommentar: Warum ist die CDU nicht auch auf Bundesebene am Thema Alkohol interessiert, wo sie die Macht hat, Lösungen durchzubringen?

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CH: Randalierer fahren billiger mit der SBB

Montag 9. Mai 2011 von htm

SBB geben Fussball-Fans Rabatt, obwohl diese in Zügen Millionenschäden anrichten.
Für die treusten Kunden steigen die Abo-Preise, Fussballrowdys erhalten bis zu 60 Prozent Rabatt. Dies sei nötig, um die normalen Passagiere zu schützen, sagen die SBB.
Sie zahlen heute schon weniger als normale Passagiere und werden, wie SBB-Sprecher Reto Kormann sagt, in den Extrazügen auch künftig von Spezialtarifen profitieren. So kostet etwa die Fahrt von Zürich an den YB-Match in Bern und zurück mit Halbtax-Abo 22 Franken, im normalen Zug sind es 47 Franken. …
Die SBB privilegieren damit ausgerechnet jene Kunden, die ihnen die grössten Kosten verursachen. Verwüstete Züge mit herausgerissenen Sitzen und zerstörten Fenstern hinterlassen mittlerweile nach jeder Fussball-Saison eine ungedeckte Rechnung von drei Millionen Franken. Und gemäss SBB steigt die Schadenbilanz laufend an: «Gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres haben wir in der Rückrunde 2011 markant mehr Ereignisse rund um die Fan-Transporte verzeichnet», sagt Kormann. … (Quelle: NZZ, 8.5.11) Kommentar: Dass in Deutschland auf solchen Risikostrecken zu den Spielen Alkoholverbot eingeführt wurde, scheinen die SBB nicht gehört zu haben.

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D: Alkohol sorgt für die meisten Führerscheinentzüge

Donnerstag 21. April 2011 von htm

Etwa zwei Drittel aller Führerscheinentzüge gehen auf das Konto von Alkoholsündern. Das teilte das Kraftfahrtbundesamt der MZ (Donnerstag-Ausgabe) mit. 2009 wurde 120375 Autofahrern der Führerschein entzogen, 86789 von ihnen hatten zuvor Alkohol oder Drogen zu sich genommen. … (Quelle: Google Alkohol News, 21.4.11) mz-web.de, 20.4.11 unser Online-Kommentar: Die Zahl der Führerscheinentzüge ist rückläufig. Darüber sind sicher alle froh. Aber so lange viele tausend Entzüge pro Jahr zu verzeichnen sind, kann man nicht zufrieden die Hände in den Schoss legen, sondern muss weiter jede mögliche Massnahme ergreifen, den Alkohol aus dem Verkehr zu ziehen. Gegenwärtig sind die Promillegrenze und Alkolocks im Gespräch. Untersuchungen haben grosse Bevölkerungsmehrheiten für politisches Handeln ergeben. Wann handelt die Politik? Und bitte ohne Rücksichtnahme auf die Alkoholindustrie! Es geht um das Leben Tausender.

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