Donnerstag 5. Mai 2011 von htm
Nachhaltige Wirkung zu gleichen Kosten: Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen sind heute die häufigsten Todesursachen und die Hauptgründe für vorzeitig verlorene Lebensjahre. Die Förderung von gesundheitsbewusster Selbstverantwortung und gesundheitsförderlichen Verhältnissen vermindert dieses Gesundheitsrisiko. Prävention und Gesundheitsförderung sind der Schlüssel zum Erfolg. Beides zusammen ist nachhaltig wirksam und volkswirtschaftlich sinnvoll und es führt zu einer spürbaren Entlastung der stetig steigenden Gesundheitskosten. Das zur Diskussion stehende Präventionsgesetz unterstützt diese Politik, ganz der alten Weisheit folgend: Das Factsheet (pdf, 2S., 156Kb) der Allianz „Gesunde Schweiz“ ist online erhältlich. (Quelle: Infoset Newsletter Mai 2011) Kommentar: Gesundheitsförderung wird hochgejubelt, obwohl sie bei uns seit 20 Jahren betrieben wird und auf dem Alkoholsektor ausser der 0,5 ‰-Grenze nichts vorzuweisen hat. Die leichte Senkung des Pro-Kopf-Konsums ist womöglich auf die Einwanderung der Moslems zurückzuführen. Ziel ist, die Alkoholindustrie zu schonen, die uns ein Leben lang horrende Sozialkosten aufbürdet. Die Empfehlungen der WHO werden ignoriert.
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Mittwoch 20. April 2011 von htm
Epidemiologe Jürgen Rehm sagt, auf das tägliche Glas Wein oder Bier zu verzichten, könne sinnvoll sein. (Interview)
Herr Rehm, für viele überraschend, zeigte kürzlich eine grosse Studie, dass selbst moderates Trinken von Alkohol das Krebsrisiko erhöht (TA vom 14. 4.). Ist dieser Zusammenhang gesichert, oder gibt es dazu noch eine Debatte?
Der Zusammenhang kann heute als gesichert gelten. Die International Agency for Research on Cancer (IARC) in Lyon ist eine Unterorganisation der Vereinten Nationen, die sich ausschliesslich mit Krebs und Risikofaktoren für Krebs beschäftigt. Sie hat den Konsum alkoholischer Getränke ohne Wenn und Aber als Kausalfaktor für bestimmte Krebsarten klassifiziert. Im Bericht von 2010 wird ausdrücklich festgehalten, dass es dabei keinen Schwellenwert gibt. Das heisst, dass jeder Konsum von Alkohol mit einem bestimmten Risiko behaftet ist. IARC-Berichte entstehen aufgrund von gut vorbereiteten Treffen der wissenschaftlichen Spezialisten. Im Falle des Restrisikos für Krebs auch bei moderatem Konsum gab es Einstimmigkeit. … (Quelle: Tages-Anzeiger, 20.4.11) Kommentar: Freude herrscht! Der Tages-Anzeiger hat den Einstieg ins Thema gefunden und recherchiert. Jürgen Rehm ist einer der führenden Wissenschafter auf diesem Gebiet mit Verbindung zu Zürich. Wir haben ihn schon mehrmals erwähnt. Dürfen wir annehmen, dass unser ständiges Drängen mit Newsletter, Webseitenkommentaren und Leserbriefen zu dem positiven Umschwung beigetragen haben? Vielleicht auch, dass der Konkurrent NZZ trotz grossen Wertedeklamationen noch immer in Abwarteposition verharrt? Egal, Hauptsache, eine gute Basis ist gelegt. Päventive Gedanken müssten eigentlich automatisch folgen. Die kommende nationale Dialogwoche und das neue Alkoholgesetz wären passende Aufhänger. Aber bitte kritisch!
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Freitag 15. April 2011 von htm
12.4.2011
Redaktion
Tages-Anzeiger
Leserforum
Zürich
Per e-mail
Au „Zürich legalisiert Alkohol-Testkäufe durch Minderjährige – vorläufig“, am 12.4.11
Testkäufe sind praktisch die einzige Möglichkeit, das Jugendschutzgesetz durchzusetzen. Sie nützen aber nur maximal, wenn Strafen möglich sind. Dass nur die oft gestressten VerkäuferInnen bestraft werden, ist allerdings stossend. Den Profit machen ja die skrupellosen Inhaber. Ob die Grünen dann zustimmen, wenn in dieser Richtung verbessert wird? Oder die FDP wieder abwinkt, die erstaunlicherweise einmal positiv überrascht?
Es ist natürlich zu hoffen, dass der Bund ebenfalls die im Entwurf des Alkoholgesetzes angekündigte Gesetzesregelung bringt. Leider ist das noch gar nicht sicher, obwohl dies der einzige wirklich positive Mehrwert wäre. Bis jetzt wehrt der Bundesrat sich immer noch stur gegen wirksame Massnahmen, die das Alkoholproblem entschärfen würden. Und die Medien unterstützten ihn bisher dabei, indem sie ihre Macht der Nicht-Information ausübten. Dass der Tages-Anzeiger sogar einen intelligenten Kommentar auf Seite 2 brachte, lässt wieder einmal hoffen.
Dass die Grünen in der Alkoholfrage mit der SVP zusammengehen, erstaunt mich immer wieder. Wie kann man sich für eine naturnahe, gesunde Umwelt einsetzen und dabei die Gesundheit des Menschen ausser acht lasssen, der doch im Zentrum unserer Umwelt steht? Ihr Argument, die Jugendlichen würden zu Gesetzesbrechern und missbraucht, ist nicht stichhaltig. Diese jungen Menschen gehören zum Umfeld des Blauen Kreuzes, sind geschult und durch die Vertrautheit mit dem Problem motiviert. Eine wertvolle Lektion in praktischer Staatsbürgerkunde, die kaum dazu führt, dass die Gegner der Vorlage aus ihren Reihen, sind sie einmal stimmberechtigt, zusätzliche Wählerstimmen erhalten werden. Ob dies auch ein Grund für die Gegnerschaft ist?
Warum wehrt sich der Wirte-Vertreter gegen ein solches Gesetz, wenn doch nur die Läden, d.h. seine Konkurrenz, betroffen sind? Weil die SVP-Ideologie sein Denken überflüssig macht, oder ihn seine Lieferanten unter Druck setzen? Also auch er, wie wir alle Passivtrinker, ein Unfreier trotz mehr Freiheit und weniger Staat?
Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer, Effretikon
(ungekürzt, mit kleinen redaktionellen Änderungen, veröffentlicht, am 15.4.11)
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Dienstag 5. April 2011 von htm
Eine von der Eidg. Alkoholverwaltung (EAV) beim Schweizerischen Institut für Rechtsvergleichung (SIR) in Auftrag gegebene Untersuchung (pdf, 33S., 725Kb) vergleicht die Alkoholgesetzgebung der vier grössten Nachbarstaaten der Schweiz, des Vereinigten Königreich (England und Wales), einer skandinavischen Rechtsordnung (Norwegen) und eines mittelgrossen neuen EU-Mitgliedstaates (Tschechien). Das Gutachten soll im Rahmen der Totalrevision des Schweizer Alkoholgesetzes dazu dienen, die Schweizerische Alkoholgesetzgebung im internationalen Umfeld einzuordnen, verschiedene Regelungsmöglichkeiten aufzuzeigen und allfällige Auswirkungen von Rahmenbedingungen in der Schweiz abzuschätzen. (Quelle: Infoset Newsletter April 2011)Mitteilung der EAV zur Studie.
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Dienstag 29. März 2011 von htm
…nach wie vor auf hohem Niveau
Die 15-jährigen Schülerinnen und Schüler in der Schweiz trinken, rauchen und kiffen 2010 etwa gleich viel wie vier Jahre zuvor. Bei näherer Analyse zeigen sich auch spezifische Unterschiede. Heute hat Sucht Info Schweiz die Resultate der repräsentativen Schülerstudie an einer Medienkonferenz in Bern vorgestellt. Die Untersuchung wird alle vier Jahre im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) durchgeführt.
In der Schülerstudie 2002 hatte der Alkohol- und Cannabiskonsum der Jugendlichen in der Schweiz einen Höhepunkt erreicht. Ein Rückgang zeichnete sich 2006 ab. Das Rauchen war unter Jugendlichen im Laufe des letzten Jahrzehnts rückläufig. Die neusten Daten der Befragung 2010 zeigen nun, dass der Substanzkonsum mit Ausnahmen im Wesentlichen stagniert. (Quelle: Pressemitteilung Sucht Info Schweiz, 29.3.11) Kommentar: Der Höchststand des Alkoholkonsum war 2002, als die Alcopops aufkamen. Der Konsum ging wegen der Alcopopsteuer bis 2006 zurück und blieb bis heute stabil. D.h. die Steuer bewirkte etwas, wenn auch nicht genug, die übrigen Präventivmassnahmen erreichten höchstens, dass der Konsum nicht wieder anstieg. Das sollten sich die Politiker endlich merken. Das Rauschtrinken kam erst noch dazu.
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Sonntag 20. März 2011 von htm
Was mich an den Liberalen, wahrscheinlich besser Neoliberalen, stört, ist, dass sie nichts von Gerechtigkeit und Solidarität halten, wenn die Interessen der Alkoholindustrie tangiert werden. Sie sind, gemäss Wahlplakaten, für Eigenverantwortung. Sie sollten sich ein bisschen anstrengen. Können sie es für sich verantworten, dass sie (wie wir alle) von der Alkoholindustrie in Geiselhaft genommen worden sind und ein Leben lang ungefragt Zehntausende von Franken an die alkoholbedingten Sozialkosten zahlen? Als Gutverdienende eher mehr als die Mehrheit? Vom Leid, das auch in ihren Reihen vorkommen kann, ganz zu schweigen. Das der anderen interessiert sie ja nicht.
Übrigens: Die erste schweizerische Alkoholgesetzgebung wurde von unsern Staatsgründern, den damaligen Liberalen, als Pionierleistung gebracht. (Als Online-Kommentar zu Artikel von Fulvio Pelli, Präsident der FDP Schweiz auf vimentis.ch)
Kategorie: Alkoholindustrie, Allgemein, Leserbriefe, Neues Alkoholgesetz (CH), Politik, Prominenz, Schweiz, Sozialkosten |
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Mittwoch 16. März 2011 von htm
In Wales fordern Gesundheitsaktivisten derzeit die Einführung eines Mindestpreises für Alkohol. „Alle Befunde zeigen, dass alkoholbedingte Schäden mit dem Preis und der Lieferbarkeit zusammen hängen. Es gab 18.000 alkoholbedingte Todesfälle in England und Wales, ein Anstieg von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr“, so Jonathan Shepherd von der Universität Cardiff. … (Quelle: Google Alkohol News, 15.03.11) berlinerumschau.com, 15.03.11 Kommentar: Der Schweizer Bundesrat hat ein Rechtsgutachten eingeholt, das ergab, Mindestpreise seien nicht EU-kompatibel. Sie würden das Freihandelsabkommen verletzen. Wie steht es nun?
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Donnerstag 24. Februar 2011 von htm
22.02.2011
Redaktion
Tages-Anzeiger
Leserforum
Zürich
Per e-mail
Leserbrief zu „Händler und Gewerkschaften wollen sorglose Alkoholverkäufer schonen“, am 22.2.11 im Tages-Anzeiger
Die Unterstützung der Gewerkschaften für ihre Mitglieder ist verständlich. Diese schätzen natürlich die zusätzliche Belastung nicht. Es wäre auch mehr erfolgversprechend, wenn der Besitzer zur Kasse gebeten würde, mit Folgen bis zum Lizenzentzug im Wiederholungsfall. Es ist zu hoffen, dass die Gewerkschaften nicht das Kind mit dem Bad ausschütten. Ohne Aussicht auf schmerzhafte Strafen würden sich die Verhältnisse nicht bessern. Auch andere Gesetze müssen bekanntlich mit Strafandrohungen durchgesetzt werden. Und hier geht es immerhin um die Gesundheit unserer Kinder und Jugendlichen.
Dass dringend für Abhilfe gesorgt werden muss, zeigte sich uns gerade diese Wochen im Skigebiet. Wirklich beängstigend, was im Laden an Alkoholika von jungen Leuten gekauft wurde. Trotz eines aufklärenden Ständers auf dem Laufband gab es nie eine Rückfrage des Personals.
Hermann T. Meyer, Effretikon
(ungekürzt veröffentlicht am 24.02.11)
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Montag 21. Februar 2011 von htm
Botschaften zur Totalrevision des Alkoholgesetzes sowie zum Spirituosensteuergesetz (2. Halbjahr 2011)
Neuer Vorstoss: «Organisationseinheit Alkoholmarkt in der Eidgenössischen Alkoholverwaltung»
Jakob Büchler (CVP / SG) richtet sich mit seiner Interpellation mit folgenden Fragen an den Bundesrat: 1) Wie kommt die EAV dazu eine neue Verwaltungseinheit zu schaffen, wenn die zukünftige Aufgabenverteilung noch völlig unklar ist? 2) Wie passt der Ausbau der EAV-Verwaltung zur von der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK) in ihrem Bericht über die EAV geforderten und von der EAV akzeptierten «Abbau- und Verzichtsplanung»? 3) Wie gewährleistet der Bundesrat, dass durch die Schaffung neuer Verwaltungsstellen kein «fait accompli» geschaffen wird, um sich Aufgaben zu erhalten und neue Tätigkeitsbereiche zu erschliessen?
–> Details (Quelle: Newsletter Fachverband Sucht – 1/2011)
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Dienstag 15. Februar 2011 von htm
htm: Nach der Ablehnung der Waffen-Initiative wird von der Bundesrätin Sommaruga betont, dass nun vermehrte Anstrengungen auf dem Gebiet der Suizid-Prävention unternommen würden. In der Frühlings-Session der Eidgen. Räte soll das Präventions-Gesetz behandelt werden, das diese Suizid-Prävention enthalten würde.
Kommentar: Wird dann von der Politik berücksichtigt, dass Alkohol-Prävention auch Suizid-Prävention bedeutet? Gerade im Zusammenhang mit einem Waffeneinsatz wirkt Alkohol oft als Hemmungslöser, der die Tat erst möglich macht. Daneben ist Suizid unter Alkoholabhängigen auch ein häufiges Ereignis, wenn trotz Therapien der Wiedereinstieg in die Gesellschaft nicht gelingen will.
Wirksame Alkoholprävention würde aber nicht nur die in der Schweiz hohe Suizidrate senken, sondern in vielen Problembereichen in unserer Gesellschaft spürbare Verbesserungen bringen. Alkohol ist, gemäss der kürzlichen Meldung der WHO für weltweit 2,5 Millionen Todesfälle jährlich mitverantwortlich, die meisten in den industrialisierten Ländern. Unfälle im Verkehr, am Arbeitsplatz, im Haushalt, in der Freizeit; 60 verschiedene, zum Teil tödliche Krankheiten (Krebs, Herz, Leber, Alkoholismus, Delirium Tremens), plötzlicher Kindstod wegen alkoholisierter Eltern, HIV-Übertragung, Gewalt und Vandalismus in der Öffentlichkeit, beim Sport, sexuelle Gewalt, unerwünschte Kinder, Gewalt in der Familie, Scheidungen, Kinder, die in alkoholbelasteten Familien aufwachsen müssen und deshalb schlechtere Lebenschancen haben, Armut, Jugendalkoholismus, Alkohol am Arbeitsplatz mit ökonomischen Folgen für die Firma und die Wirtschaft, Schädigung der Interessen von Staat und Bevölkerung durch die Korruption bei Politik und Medien, die sich dem Druck der Alkoholindustrie ergeben haben.
Die daraus entstehenden Sozialkosten belasten Staat und Bevölkerung jährlich mit Milliarden, die ungefragt bezahlt werden müssen. Leider muss befürchtet werden, dass sich auch mit den neuen kommenden Gesetzen (Präventionsgesetz, Alkoholgesetz) nicht viel ändern wird, weil der Bevölkerung die nötigen Informationen fehlen, um die Mehrheit der Politiker zur Umkehr zu zwingen. Ob die vom Bundesamt für Gesundheit angekündigte Diskussionswoche einen Fortschritt bringt, wird davon abhängen, ob die zielführenden Fragen diskutiert werden können, d.h. auch, ob die benötigten Informationen zur Verfügung stehen, die seit Jahren von der Fachwelt bereitgestellt werden.
Kategorie: Aids, Alkoholindustrie, Alkoholkrankheit, Allgemein, Arbeitsplatz, Armut, Eltern, Gesundheit, Gewalt/Kriminalität, Jugend, Kinder, Medien, Neues Alkoholgesetz (CH), Politik, Schweiz, Sozialkosten, Sport, Statistik, Verhaltens-Präv., Verkehr, Verschiedene, Wirtschaft |
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