Archiv für die Kategorie 'Medien'
Samstag 16. Januar 2016 von htm
1.01.2016
Redaktion
Tages-Anzeiger
Leserforum
8004 Zürich
Leserbrief zu „Eine Sucht zu überwinden, hat etwas Heroisches“, am 30.12.15
Die interessanten Ausführungen des Neurowissenschafters Marc Lewis bedürfen dringend einiger Ergänzungen, sind sie doch im Wesentlichen auf die von ihm als die grossen drei bezeichneten Stoffe Heroin, Crack und Methamphetamin zugeschnitten.
Er übersieht, dass die chemische Substanz Alkohol im Gehirn nicht nur neuronale Veränderung bewirkt, wie andere Süchte, sondern als Zellgift auch massenhaft Hirnzellen abtötet, was im Endeffekt zum Delirium Tremens und zum Tod führen kann. Dazu erzielt Alkohol im ganzen Körper schädliche Wirkungen, die WHO spricht von rund 60 verschiedenen Krankheiten, vor allem Krebsarten, bei denen Alkohol als Haupt- oder Nebenursache auftritt. Vor allem bekannt ist die Leberzirrhose, die meist tödlich endet, wenn kein Transplantat zur Verfügung steht.
„Diese grossen Drei“ verlieren gegenüber Alkohol auch an Bedeutung, wenn die soziale Komponente dazugerechnet wird. Als sozial-medizinische Droge steht Alkohol in Bezug auf die Gefährlichkeit weit an der Spitze. Obwohl es bis zu einer vollen Abhängigkeit Jahrzehnte dauern kann, wirkt Alkohol schon viel früher bei kleinen Mengen krebsfördernd. Im euphorischen oder aggresiven Zustand, mit je nach Alkoholverträglichkeit niedrigem oder höherem Alkoholpegel, werden Verträge oder Gesetze beschlossen (siehe Weltwoche-Artikel), werden Familien zerstört, Kinder unglücklich gemacht, ihrer Jugend und Zukunftschancen beraubt, Verbrechen begangen, unsägliches Leid verursacht, ganz abgesehen von den Milliarden an Sozialkosten, die wir alle tragen.
Damit nicht genug: Als gesellschaftlich akzeptierte Droge, von einer globalen Industrie mit unbeschränkten Mitteln gepusht, hat sich der Alkohol in unserm Leben derart breitgemacht, dass weder Politik noch Medien sich trauen, gegen diese Vergiftung namhaften Widerstand zu leisten und die Bevölkerung zu schützen. Im Gegenteil werden Barrieren, die während Jahrzehnten erkämpft wurden, laufend abgebaut.
Was Marc Lewis zum Genesungsprozess sagt, trifft weitgehend auch auf die Alkoholsucht zu. Zum Drehtürmechanismus im Zusammenhang mit Entzugskliniken muss immerhin hinzugefügt werden, dass bei uns bereits in den 1980er-Jahren bewusst vor allem von Freiwilligen-Institutionen (z.B. IOGT) darauf hingearbeitet wurde, dass die Entlassenen sofort den Übergang in eine Selbsthilfegruppe schaffen, damit die Wiedereingliederung in die Gesellschaft, mit ihren vielen Versuchungen, gelingen kann. Wer so weit kommt, hat wahrlich Heroisches geleistet und verdient alle Hochachtung und Unterstützung seiner Umgebung.
Freundliche Grüsse und die besten Wünsche zum neuen Jahr
Hermann T. Meyer, Effretikon
(nicht veröffentlicht)
Kategorie: Alkoholindustrie, Alkoholsteuern, Allgemein, Eltern, Gesundheit, Gewalt/Kriminalität, Jugend, Kinder, Leserbriefe, Medien, Medizin, Neues Alkoholgesetz (CH), Nichtübertragbare Krankheiten, Politik, Rehabilitation, Schweiz, Sozialkosten, Verhältnis-Präv., Veröffentlichungen, Weltgesundheits-Org., Werbung |
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Dienstag 22. Dezember 2015 von htm
19.12.2015
DIE WELTWOCHE
per e-mail
Leserbrief zu “Politik und Promille im Bundeshaus“ und 2 weitere Artikel in Nr. 51 vom 17.12.15
Seit der geballten Ladung in „Die Hicks-Society“ am 26.8.2004 hat die „Weltwoche“ wohl nie mehr derart ausführlich über das Alkoholproblem in der Schweiz geschrieben. Herr Köppel hat sich damit kaum beliebt gemacht in seiner ersten Session als neuer Nationalrat. Was in Bern in Bezug auf den Alkoholkonsum abläuft, ist wahrlich unglaublich aber leider auch nicht neu.
Erstaunlich geradezu, dass in dieser Session das geplante neue Alkoholgesetz bachab geschickt wurde; es hätte die Situation noch verschlimmert. Wahrscheinlich waren die Parlamentarier ausnahmsweise nüchtern und hatten den eben abgelegten Amtseid noch in den Knochen.
Vor Jahren beauftragte der Deutsche Bundestag einen Alkoholfachmann für eine längere Beratertätigkeit unter seinen Mitgliedern. Bei uns wäre diese Einsicht kaum zu erwarten. Der hohe Alkoholpegel dient offenbar der Konkordanz. Leider auch dazu, sinnvolle Alkoholgesetze zu unterbinden, die, wissenschaftlich fundiert, geeignet wären, die bestehende Alkoholnot zu lindern. Dass sie weiterhin besteht, wurde in den 3 Artikeln viel zu wenig herausgearbeitet. Die gezeigte Konsumstatistik pro Kopf ab 15 Jahren gibt ein trügerisches Bild, wenn man an die massive Zuwanderung aus islamischen Ländern denkt.
Die Strafurteile wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand berücksichtigen die Selbstunfälle mit tödlichem Ausgang nicht. Auch gibt es keinen Hinweis darauf, dass erst die Herabsetzung der Promillegrenze auf 0.5 den Abwärtstrend einleitete. Und diese musste während Jahrzehnten mühsam erkämpft werden. Auf dem Weg blieben Tausende unnötiger Opfer.
Positiv überrascht hat mich der ausgewogene Artikel von Christoph Mörgeli. Wobei er offenbar nicht weiss, dass die vielen Bibeltexte mit Wein nur zum Teil mit Wein zu tun haben. Die Originaltexte (z.B. Frischtrauben, Sultaninen, vergorener- unvergorener Traubensaft, etc.) wurden einfach alle mit Wein übersetzt. Deutsch und Englisch. Wenn man seinen Schlusssatz, das Zitat der Chefärztin der Forel-Klinik über die unproblematische Trinkmenge, vergleicht mit der Schilderung der Zustände im Parlament, müsste der geneigte Leser ins Grübeln kommen. Aber wahrscheinlich wird gar nichts passieren. Die Alkoholkomplizen entschuldigen sich ja gegenseitig. Bei der Alkoholgesetzgebung müssten fast alle wegen Befangenheit in den Ausstand treten. So wird der Bock zum Gärtner gemacht. Man könnte es auch Korruption nennen.
Folgt jetzt vielleicht ein Artikel mit Verbesserungsvorschlägen? Gut recherchiert?
Mit freundlichen Grüssen
Hermann T. Meyer, Effretikon
Kategorie: Allgemein, Alter, Entwicklungs- und Schwellenländer, Feste und Feiern, Gesundheit, Internationales, Konsumhaltung, Kultur, Leserbriefe, Medien, Neues Alkoholgesetz (CH), Politik, Prominenz, Schweiz, Statistik, Verhältnis-Präv., Verkehr, Veröffentlichungen, Verschiedene, Zitate |
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Donnerstag 10. Dezember 2015 von htm
Andreas Gossweiler
Redaktion Gesundheitstipp
Wolfbachstrasse 15
8032 Zürich
13.11.2015
Nocino, der Schnaps aus Baumnüssen.
Mit Erstaunen lese ich, dass ein Schnaps auf der Seite „Ernährung“ als vorzüglich mundend und gleich noch dessen Herstellung ausführlich geschildert wird. Mit einem „Gesundheits-Tipp“ hat dies nun wirklich nichts gemein. Eigenartig, dass sich in einer Redaktion von Gesundheitsfachleuten das Volksmärchen vom Schnaps als Verdauungsförderer immer noch halten kann. Eine Nachbesserung wäre angezeigt.
Hermann T. Meyer, Effretikon
Veröffentlicht wurde im Gesundheitstipp Nr. 12, Dezember 2015 der folgende abgeänderte Text:
„Schnaps nach dem Essen nützt nichts“
Mit Erstaunen las ich, dass der Gesundheitstipp beschreibt, wie man einen Baumnuss-Schnaps herstellt. Das hätte ich in Ihrer Zeitschrift nicht erwartet. Davon abgesehen finde ich es seltsam, dass sich das Märchen vom Schnaps als Verdauungsförderer immer noch halten kann. Hochprozentiges nach dem Essen bringt für die Gesundheit nichts – im Gegenteil, der Schnaps hemmt die Verdauung.
Kategorie: Allgemein, Gesundheit, Leserbriefe, Medien, Veröffentlichungen |
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Freitag 13. November 2015 von htm
12.11.2015
Redaktion
Tages-Anzeiger
Leserforum
8004 Zürich
Leserbrief zu „Alain Berset legt sich mit Tabakfreunden an“ am 12.11.15
„Der Bund schlägt Alarm“, ein weiterer Artikel in der selben Nummer. Darin wird über eine Studie des BAG berichtet, in der eine Zunahme bei den jungen Rauchern und Raucherinnen dokumentiert wird. Ein langjähriger Abwärtstrend wurde umgekehrt. Der Bundesrat möchte dies korrigieren, indem er vorschlägt die Tabakwerbung bis auf das Sponsoring an Grossveranstaltungen (fertiger Witz) und in Verkaufsstellen zu verbieten.
Die bürgerlichen Parteien wollen dieses Gesetz versenken. Sogar der Kommentator im Tages-Anzeiger schwenkt auf deren Argumentation ein: Statt Werbeverbote müsse es das Umfeld der Jugendlichen richten. Wunderbar! Seit es Tabakprävention gibt, ist dies schon immer eines der Hauptgegenargumente gewesen. Es hat nie funktioniert. Und es wird auch in Zukunft nicht funktionieren, weil die Tabaklobby zu stark ist. Und weil in Ausweitung der Ausführungen von Constantin Seibt auf der Seite „Hintergrund und Debatte“ die Tabak-, wie die Alkoholindustrie, mit ihren Komplizen in den Medien und in der Politik, ein Teil der „Betrugsgesellschaft“ sind.
Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer, Effretikon
(mit Kürzungen am 13.11.15 veröffentlicht)
Kategorie: Alkoholindustrie, Allgemein, Andere Drogen, Eltern, Gesundheit, Jugend, Jugendliche, Kinder, Leserbriefe, Medien, Nichtübertragbare Krankheiten, Politik, Prominenz, Reklame, Schweiz, Statistik, Verhältnis-Präv., Veröffentlichungen, Werbung |
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Sonntag 5. Juli 2015 von htm
04.07.2015
Redaktion Gesundheitstipp
Leserbriefe
8024 Zürich
redaktion@gesundheitstipp.ch
Betr. Alkohol – So schnell schlägt er aufs Herz (Nr. 6, Juni 2015 und Leserbrief von Alfred Stähli in Nr. 7/8 „Widersprüchliche Empfehlungen“)
Der Leserbriefschreiber erfüllt mit seiner Schlussfolgerung genau die Hoffnungen der Alkoholindustrie und ihrer Lobbies: Widersprüchliche Empfehlungen führen dazu, dass die Konsumenten sie nicht mehr ernst nehmen.
Nachdem immer mehr Untersuchungen zeigen, dass die vor 10 Jahren lawinenartig verbreiteten Studien mit angeblich positiven Ergebnissen des mässigen Alkoholkonsums unseriös waren, aber von den Medien unkritisch kolportiert wurden, wagen es nun doch einige Medien, solche neue Untersuchungen zu veröffentlichen, die sie noch in den letzten Jahren unter dem Deckel gehalten hätten.
Dem Durchnittsleser ohne Hintergrundwissen bleibt nur sein gesunder Menschenverstand oder die Nachfrage bei neutralen Fachstellen. Die Alkoholindustrie und ihre Werbung haben uns voll im Griff. Gut denkbar, dass dieser kleine Artikel in Nr. 6 bewusst zwecks Verunsicherung verbreitet worden ist.
Freundliche Grüsse
Hermann Meyer
PS Viele Forschungsberichte finden Sie auch auf www.alkoholpolitik.ch
Kategorie: Alkoholindustrie, Allgemein, Diverse, Forschung, Forschungsbetrug, Leserbriefe, Medien, Reklame, Veröffentlichungen, Werbung |
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Donnerstag 18. Juni 2015 von htm
Eine neue wissenschaftliche Untersuchung von Sucht Schweiz belegt, dass höhere Preise den Alkoholkonsum von jungen Menschen erheblich senken könnten und in der Bevölkerung breite Akzeptanz finden. Bei der aktuellen Beratung des Alkoholgesetzes ignoriert aber das eidgenössische Parlament, insbesondere der Nationalrat, bisher diese nachweislich wirksame Massnahme und politisiert am Volk vorbei.
Medienmitteilung von Sucht Schweiz am 18.6.15. Hier ganzer Text
Kategorie: Alkoholsteuern, Allgemein, Erhältlichkeit, Gesundheit, Jugend, Jugendliche, Medien, Neues Alkoholgesetz (CH), Politik, Preisgestaltung, Schweiz, Statistik, Verhältnis-Präv., Verschiedene, Vorsorge |
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Freitag 12. Juni 2015 von htm
12.06.2015
Redaktion Gesundheitstipp
Leserbriefe
8024 Zürich
redaktion@gesundheitstipp.ch
Betr. Alkohol – So schnell schlägt er aufs Herz (Nr. 6, Juni 2015)
Sie bringen kommentarlos das Ergebnis einer Studie über Alkohol und Vorhofflimmern. Man könnte meinen, dies sei eine unbedeutende Folge von Alkoholkonsum. Immerhin interessant, dass die erwähnten Mengen von 1 Glas pro Tag für Frauen und 2 – 3 Gläsern pro Tag bei Männern bisher von einigen Regierungen als unbedenklicher Konsum empfohlen wurde.
Sie haben in früheren Ausgaben der positiven Wirkung von Alkohol auf unsere Gesundheit viel Platz eingeräumt. Wie wäre es, wenn Sie nun einmal eine Doppelseite all den vielen Untersuchungen der letzten Jahre widmen würden, welche, wie die oben erwähnte Studie, die Gefährlichkeit des Alkohols für unsere Gesundheit nachweisen? Eine schwedische Fachzeitschrift hat diese Recherchen bereits vollbracht (englisch und schwedisch), Sie könnten sich im Internet nur bedienen:
http://iogt.se/wp-content/uploads/Alkoholrapport-2014-ENG.pdf
Vielleicht würden Sie damit einigen eidg. Räten zum Umdenken verhelfen, die ein neues Alkoholgesetz beraten und bisher nicht gerade viel Sachverstand bewiesen haben, sehr zum Schaden unserer Gesundheit.
Freundliche Grüsse
Hermann Meyer
PS Viele Forschungsberichte finden Sie auch auf www.alkoholpolitik.ch
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Donnerstag 7. Mai 2015 von htm
7.4.2015
Redaktion
Tages-Anzeiger
Leserforum
8004 Zürich
Leserbrief zu „Die küssen sich, was tun wir?“ Und „Kulturkampf in der Blocher-Falle“ am 7.4.15
Zum wiederholten Male wird dem Zuger Sex- und Politiker-Skandal eine ganze Seite gewidmet. Ohne neue Erkenntnis, dafür mit einer Frage: „Was tun wir?“ Gemeint sind wohl in erster Linie die ebenfalls anwesenden ParteifreundInnen der Jolanda Spiess, die wenigstens mündlich versuchten, sie auf den Pfad der Tugend zurückzubringen, aber entnervt aufgaben. Die Frage könnte sich aber auch an uns alle richten, die wir immer wieder in eine ähnliche Situation geraten können.
Dazu müsste man natürlich wissen, wie Alkohol wirken kann: Nicht bei allen gleich. Vier Drinks sind bei einer Frau möglicherweise schon genug für einen Filmriss. Wobei das Erinnerungsvermögen nachher bekanntlich beeinträchtigt ist. Vielleicht waren es ja auch mehr. Wahrscheinlich wäre es besser gewesen, die Zeugen des Ereignisses hätten nicht resigniert, sondern freundlich aber bestimmt die Alkoholisierte untergefasst und aus der Gefahrenzone gebracht.
Wenn sich die Frage „Was tun wir“ aber an uns alle richtet? Sollten wir aus der Geschichte etwas lernen? Auf der gegenüberliegenden Seite gibt uns Rudolf Strahm am Ende seines Artikels eine Antwort, die genau passt: „Aber wenn sich viele immer wieder die Frage nach eigenen Themen stellen, ist das schon die halbe Lösung.“ Das passende Thema hier wäre, der Schweiz endlich eine Alkoholpolitik zu geben, die der Bevölkerung und dem Land nützt und beiträgt, uns solche Dramen wie in Zug, die sich in der Schweiz tagtäglich in irgendeiner Form ereignen, immer mehr zu ersparen. Bei diesem Thema würde die Blocher-Partei ganz sicher nicht versuchen, die Leadership an sich zu reissen.
Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer, Effretikon
(nicht veröffentlicht)
Kategorie: Alkoholkrankheit, Allgemein, Feste und Feiern, Geschichten, Kultur, Leserbriefe, Medien, Politik, Schweiz, Sozialkosten, Verhältnis-Präv., Veröffentlichungen, Zitate |
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Dienstag 17. Februar 2015 von htm
03.02.2015
Migros Magazin
Postfach
8031 Zürich
per e-mail: redaktion@migrosmagazin.ch
Leserbrief zu „Weltweit die Nummer eins“ vom 2.2.15
Unter Punkt 5 Produkte und Dienstleistungen ging die wichtigste und nachhaltigste Leistung der Migros und vor allem ihres Gründers Gottlieb Duttweiler vergessen: Der Verzicht, in der Migros alkoholische Getränke zu verkaufen. Wenn man weiss, dass die Erhältlichkeit von Alkohol neben der Preisgestaltung das zweitwichtigste Kriterium ist, das den Gesamtkonsum von Alkohol beeinflusst, kann diese Leistung nicht hoch genug eingeschätzt werden.
Auch wenn die Migros-Leitung in den Tochtergesellschaften, unter Missachtung des Gründerwillens, den Verkauf alkoholischer Getränke durchgesetzt hat, und die migroseigenen alkoholführenden Denner-Filialen seit einiger Zeit neben den Migros-Supermärkten platziert werden, hat unser Volk doch während Jahrzehnten von dieser segensreichen Geschäftspraxis profitieren dürfen. Und die Migros hat bewiesen, dass es möglich ist, auch ohne den lukrativen Alkoholhandel im heutigen erbarmungslosen Wettbewerb bestehen zu können. Dies wäre auch eine Feier wert.
Mit freundlichen Grüssen
Hermann T. Meyer
(nicht veröffentlicht)
Kategorie: Alkoholfreies, Allgemein, Erhältlichkeit, Geschichten, Leserbriefe, Medien, Prominenz, Schweiz, Verhältnis-Präv., Veröffentlichungen, Wirtschaft |
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Sonntag 15. Februar 2015 von htm
30.01.2015
NZZ am Sonntag
Leserbriefe
per e-mail
Betr. „Sie löschen die Erinnerung aus“ am 25.1.15
Die Autorin Gordana Mijuk hat einen recht umfassenden Artikel zur Problematik der K.-o.-Tropfen geschrieben. Die von ihr erwähnten Untersuchungen finden sich übrigens seit ihrem Erscheinen auf www.alkoholpolitik.ch. Die Quintessenz war, in den meisten Fällen spielte halt doch der Alkohol die Hauptrolle und K-o.-Tropfen wurden als Ausrede vorgeschoben.
Nun könnte man zur Tagesordnung übergehen. Denn dass der Alkohol in unserer Gesellschaft eine unrühmliche Rolle spielt, wissen wir längstens. Und den Beteiligten in Zug wäre damit sicher auch gedient. Ich meine, dies wäre wieder einmal der Moment innezuhalten und zu überdenken: Wollen wir wirklich, dass wir derart von König Alkohol beherrscht werden, dass wir solche Dramen wie in Zug als gottgegeben einfach immer wieder hinnehmen?
Dieses Drama ist nur eines unter vielen, die sich laufend alkoholbedingt meist im Verborgenen abspielen. Bald ist wieder Fasnachtszeit, dann hat diese Art Volksbelustigung wieder Hochkonjunktur. Leidtragende sind in erster Linie die betroffenen Kinder. Welcher Journalist beschreibt ihre Not? Und fordert die Politik auf, Abhilfe zu schaffen? Beide Seiten versagen ständig.
Die Presse ortet die Verlierer in Zug auf beiden Seiten. Tatsache ist, dass wir alle Verlierer sind, solange wir Politiker wählen, die nicht wahrhaben wollen, dass die Alkoholindustrie uns beherrscht und dass ihrem Wirken dringend Grenzen gesetzt werden müssten.
Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer
(nicht veröffentlicht)
Kategorie: Alkoholindustrie, Allgemein, Diverse, Feste und Feiern, Geschichten, Gesundheit, Gewalt/Kriminalität, Jugend, Leserbriefe, Medien, Parlamente/Reg., Politik, Prominenz, Schweiz, Veröffentlichungen |
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