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Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Archiv für die Kategorie 'Medien'

Winterthur: Die Stadt schenkt weiterhin Alkohol aus

Mittwoch 1. Juni 2011 von htm

Stadtrat Nicolas Galladé (SP) zieht nach der Dialogwoche Alkohol Bilanz. Er erklärt, warum die Stadt an ihren Apéros weiterhin Wein ausschenken wird und wie er es selbst mit dem Alkohol hält. Galladé sagte u.a. zur teilweise schlechten Publikums-Beteiligung: „Wir haben daraus den Schluss gezogen, dass wir auf die Leute zugehen müssen und nicht erwarten dürfen, dass wir ein Podium organisieren und diese dann schon kommen.“ Und: „Alkohol ist Bestandteil unserer Gesellschaft und gehört bei gewissen Anlässen dazu.“ Auf die Frage nach weiteren strukturellen Massnahmen, meinte er: „Ich würde nicht primär neue Instrumente fordern, sondern die bestehenden durchsetzen. Der Kantonsrat wird bald über eine gesetzliche Grundlage für die Testkäufe entscheiden.“ (Quelle: Der Landbote, 1.6.11) Kommentar: Es wird sich nichts ändern. Eher verschlechtern. Siehe unsern pendenten Leserbrief.

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Leserbrief zu „Mehr Schutz für die Jugend“

Dienstag 31. Mai 2011 von htm

24.05.2011

Coop Zeitung

Online

Leserbrief zu „Mehr Schutz für die Jugend“ vom 24.5.11

Das Heraufsetzen des Mindestalters ist eine von mehreren sinnvollen Massnahmen, wenn eine Gesellschaft ihr Alkoholproblem entschärfen will. Die Widerstände gegen ein Mindestalter sind immer die gleichen, egal bei welchem Alter. Auch wenn einige das Gesetz umgehen, ist der Effekt per Saldo eben doch vorhanden und wertvoll.
Wer von seinen Alkoholerfahrungen auf die Gesamtheit der Bevölkerung schliesst, unterliegt einer Selbsttäuschung.

So gesehen ist die Massnahme von Coop sinnvoll. Dass Coop damit Imagepflege betreibt, um ihre Rolle als grösster Alkoholhändler in der Schweiz zu bemänteln, ist ein anderes Kapitel. Mit ihrer aggressiven Tiefpreispolitik auf dem Alkoholsektor hat sie einen grossen Anteil am Leid und and den gesellschaftlichen Kosten, die das Alkoholproblem uns verursacht.

Mit freundlichen Grüssen
Hermann T. Meyer

(Am 31.5.11 gekürzt veröffentlicht)

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CH: SRG muss nur einen Teil der Alkohol-Werbe-Einnahmen abgeben

Dienstag 31. Mai 2011 von htm

Lausanne – Die SRG muss dem Bund nur einen Drittel ihrer Einnahmen aus einem Alkohol-Werbespot abliefern. Laut Bundesverwaltungsgericht darf nicht der gesamte Netto-Ertrag aus den Spots von 185’000 Franken eingezogen werden, weil nur der letzte Teil des Spots ein unzulässiges Verkaufsangebot enthalten hat.
Seit Ende Februar vergangenen Jahres darf am Fernsehen wieder für alkoholische Getränke geworben werden. Verboten ist es allerdings, dem Zuschauer ein konkretes Angebot zu unterbreiten, das er mit der gebotenen Bestellmöglichkeit sofort wahrnehmen kann. Im März 2010 hatte die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) Werbespots einer Weinkellerei ausgestrahlt. Am Schluss des Beitrags wurde ein Sonderangebot für sechs Flaschen Wein vorgestellt, wobei für Bestellungen Telefonnummer und Internetadresse der Firma eingeblendet wurden. (Quelle: Google Alkohol News, 31.5.11) nachrichten.ch, 30.5.11 Kommentar: Alkoholwerbung gab es bei der SRG vorher noch nie. Gut, dass das BAKOM aufpasst. Allerdings ist die Lifestyle-Werbung in den verschiedenen Programmen, die stundenlang über Alkoholika berichten, viel verheerender. Gerade jetzt läuft auf Radio DRS1 ein Treffpunkt mit zwei Stunden Bier-„Information“. Als Werbespot kaum bezahlbar.

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CH: «Wer gerne trinkt, muss auch den Kater lieben»

Sonntag 29. Mai 2011 von htm

Von Jean-Martin Büttner. Aktualisiert am 28.05.2011 im Tages-Anzeiger vom 28.5.11.
Der Kunsthistoriker Peter Richter feiert in seinem neuen Buch die Freude am Trinken. Er sieht sie ernsthaft in Gefahr.
Der 37-jährige Schriftsteller und Kulturjournalist («Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung») schreibt an gegen den Druck der Präventionspolitiker. Sein Buch «Über das Trinken» (Goldmann, München) durchsetzt eine amüsante Kulturgeschichte des Alkohols mit Kapiteln zur Politik und Literatur, zum Saufen und Trinken. Dazwischen berichtet Richter von eigenen Erfahrungen – leidvollen und anderen. Er verklärt und verdammt nicht, schreibt geistreich und gescheit. Wenn auch, dies der einzige Einwand, allzu süffig. (jmb) Kommentar: Nun hat auch der Tages-Anzeiger wie die NZZ (abgesprochen?) am Ende der nationalen Dialogwoch „Alkohol“ die Diskussion mit einem wie Richter schreibt „amüsanten“ Beitrag „bereichert“, der dem schwersten sozialmedizinischen Problem der Schweiz in keiner Weise gerecht wird und falsche Informationen verbreitet. Offenbar ist dies die einzige journalistische Spielart, die unter dem Druck der Alkohollobby noch möglich ist. So weit ist unsere Pressefreiheit verkommen! Wo ist die sogenannte Presse-Kritik? Und der Schweizer Presserat mit seinen schönen Rechten und Pflichten des Journalisten? (siehe unser Leserbrief)

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Leserbrief zu „Wer gerne trinkt, muss auch den Kater lieben“

Sonntag 29. Mai 2011 von htm

29.5.2011

Redaktion
Tages-Anzeiger
Leserforum
Zürich

Per e-mail

Leserbrief zu „Wer gerne trinkt, muss auch den Kater lieben“, TA vom 28.5.11

Offenbar möchte der Buchautor Peter Richter das Erbe von Günter Amendt antreten. Wie dieser vertritt er das Recht auf Rausch. Hoffentlich nimmt er nicht das gleiche Ende.

Zum Abschluss der ersten nationalen Dialogwoche „Alkohol“, die das Bundesamt für Gesundheit lanciert hat, bringt es der Tages-Anzeiger doch noch fertig, einen grossen Artikel zum Thema zu veröffentlichen. Das Motto der Aktion: „Zum Wohl? Die Schweiz spricht über Alkohol. Wir auch.“ Der Tages-Anzeiger spricht also mit Peter Richter über dessen Buch „Über das Trinken“. Er folgt damit der NZZ, die auch einen Deutschen beiziehen musste, um einen ebenso wertlosen Artikel zu bringen, welcher der Alkoholfrage wie auch dem Ruf der Zeitung in keiner Weise gerecht wird. Haben sich die Redaktionen wohl abgesprochen?

Der Alkoholkonsum gehe insgesamt zurück, behauptet Peter Richter. Schön wäre es. Tatsache ist, dass der Markt in der industrialisierten Welt ziemlich gesättigt ist, dafür vervielfachen die Alkoholmultis ihre Anstrengungen zur Gewinnung der Jugend, sowie in den Schwellenländern und in der Dritten Welt, die über keine Erfahrung in abwehrender Alkoholpolitik und über kein soziales Auffangnetz verfügen. Endlich hat die WHO im Mai 2010 mit ihrer globalen Alkohol-Strategie reagiert und in der EU kämpft die Alkoholindustrie noch verbissen gegen Präventivmassnahmen, die dringend nötig sind. Auch in der Schweiz. Auch wenn früher mehr Alkohol getrunken wurde, die Auswirkungen der Schäden liegen heute in einer ganz anderen Dimension.

Ein schöner Ausspruch Richters ist „Gefahr und Gefährdung gehören zu dem, was das Leben lebenswert macht“. Er versucht zwar gleich, die Schärfe herauszunehmen, indem er auf die Verheerungen verweist, die der Alkohol anrichten kann. Für die Gesellschaft, für den einzelnen Betroffenen und sein Umfeld wird dieser Ausdruck von grenzenlosem Egoismus jedoch damit nicht geniessbarer.

Dass die Gesellschaft jetzt von einem Extrem ins andere falle, ist eine schamlose Falschmeldung. Seit über 50 Jahren hat es in der Schweiz keine Volksabstimmung mit einem positiven Ausgang in Richtung mehr Alkoholprävention gegeben. Alle Vorlagen wurden mit Hilfe der Wirtschaftsverbände bachabgeschickt. (Untersuchung des BAG) Seit den 90er-Jahren findet eine beispiellose Liberalisierung in Bezug auf Alkohol statt. (Gastgewerbegesetze, Schnapssteuern, Ladenöffnungszeiten, Tankstellenshops, Partyszene, Internetshopping, Alkoholwerbung, Alkohol-Schleichwerbung als Lifestyle-Marketing, etc.) Die einzige Verbesserung war nach jahrzehntelangem Kampf die erfolgreiche Herabsetzung der Promillegrenze und die notfallmässig eingeführte Alcopopsteuer, aber ohne flankierende Massnahmen den Jugendalkoholismus per Saldo eher fördernd.

Bereits die Andeutung von möglichen Massnahmen wird als normative Nüchternheit diskreditiert. Andere rufen den Verbotsstaat herbei. Der Hang von Männern zur Kumpanei mit Hilfe des Schmiermittels Alkohol wird positiv bewertet. Von den derart abgeschlossenen Verträgen mit negativen Folgen keine Rede. Dass ein Verfechter der Alkoholinteressen es auch nützlich findet, wie Burschenschaften funktionieren, überrascht nicht, sind doch diese Studenten später als Wirtschaftsvertreter oder Politiker nicht in der Lage, vorurteilslos in Alkoholfragen zu urteilen und für die Interessen der Bevölkerung zu handeln.

Seine Schutzbehauptung, er schreibe nicht das Hohelied des Saufens, provoziert immerhin noch die Gegenfrage „Sondern?“. Die Antwort, „Alkohol sei ein Freund, aber auch ein gefährlicher Gegner“ ist ein Widerspruch in sich. Zum Schluss bedient sich der Autor von Halbvergorenem noch des griechischen Gottes Dionysos. Er mache „die Seinen stark, den Abtrünnigen raubt er die Kräfte.“ Dabei sind es gerade „die Seinen“, die in der Suchtklinik enden, und wenn diese einigermassen trocken zu den Abtrünnigen gehören, beginnen sie ein neues, sinnvolles Leben; vor allem, wenn sie das Glück haben, eine gute Nachbetreuung zu erfahren.

Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer, Effretikon

(gekürzt am 4.6.11 veröffentlicht)

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Leserbrief zu „Platzverbot für König Alkohol“ vom 25.5.11 in der NZZ

Sonntag 29. Mai 2011 von htm

25.5.2011

Redaktion
Neue Zürcher Zeitung
8001 Zürich

Per e-mail

Leserbrief zu „Platzverbot für König Alkohol“ vom 25.5.11

Der Deutschland-Korrespondent der NZZ lässt seinen Frust los, indem er auf einer Achterbahn der Gefühle Argumente und Informationen durcheinanderwirbelt, um am Schluss noch in bewährt liberaler Manier auf das Recht auf Rausch zu plädieren, ohne Rücksicht auf Familie und Gesellschaft.
In der ersten Hälfte des Artikels, der bezeichnenderweise als Feuilleton erschien, liefert der Autor lauter Tatsachen, wobei er sich auf die gleichzeitig in Deutschland laufende Aktionswoche bezieht. Das ist auch gut so, denn in der Schweiz findet man solche Angaben höchst selten in der Presse. Die Rolle von König Alkohol, sprich der Alkoholindustrie, wird hierzulande gerne tabuisiert: Dass Alkohol bei Gewalt eine Rolle spielt, wurde lange verschwiegen. Dass Alkohol das Krebsrisiko steigert, d.h. die neueste, bahnbrechende, internationale Studie, wurde in Deutschland in den Medien breit diskutiert, in der Schweiz noch kaum von einem Medium aufgenommen. Das Volk könnte ja auf dumme Gedanken kommen.
Der Rest des Artikels bewegt sich auf dem Niveau eines Stammtisch-Schwadroneurs. Ein wirklich “hilfreicher” Beitrag zur nationalen Dialogwoche “Alkohol”. Ist das die vielgepriesene journalistische Qualität? Der NZZ fehlt es offenbar an schweizerischen Fachjournalisten auf diesem Gebiet oder sie will bewusst keinen konstruktiven Beitrag leisten. Die Wirtschaft könnte es übel nehmen.

Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer, Effretikon
(nicht veröffentlicht)

Kategorie: Alkoholindustrie, Allgemein, Gewalt/Kriminalität, Jugend, Leserbriefe, Medien, Politik, Schweiz, Veröffentlichungen | Keine Kommentare »

Irrtümer und Mythen in der Wissenschaft halten sich hartnäckig

Donnerstag 26. Mai 2011 von htm

Forschung und Wissenschaft geniessen hohes Ansehen. Doch scheinbar gesicherte Erkenntnisse basieren oft auf weit verbreiteten Mythen und lieb gewordenen Irrtümern. … Buchbesprechung: Ernst Peter Fischer: Warum Spinat nur Popeye stark Macht. Mythen und Legenden in der modernen Wissenschaft. (Quelle: Tages-Anzeiger, 26.5.11, nicht online) Kommentar: Ohne das Buch zu kennen, möchte ich doch den Schlusssatz des Artikels zitieren: „Das alles macht den neuen Band des Wissenschaftlers und Buchautors zur erfreulichen Lektüre und einmal mehr zu Aufforderung, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen.“ – Das gilt sicher auch für viele Alkohol-Studien. Eigenartig ist nur, dass unsere Presse hauptsächlich jene Studien verbreitet, die alkoholfreundliche Resultate liefern. Z.B. ist die neue, bahnbrechende Krebsstudie, im Gegensatz zu Deutschland, hierzulande praktisch nirgends erwähnt worden. Der gesunde Menschenverstand genügt offensichtlich nicht.

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CH: Testkäufe wirken – Minderjährige kommen schwerer zu Alkohol

Mittwoch 25. Mai 2011 von htm

Alkohol-Testkäufe von Jugendlichen scheinen die Verkäufer zu mehr Aufmerksamkeit getrieben zu haben. Im vergangenen Jahr sind Minderjährige weniger leicht an Alkohol gekommen. Am ehesten kamen die Jugendlichen noch in Cafés und Restaurants zu alkoholischen Getränken.
In 26,8 Prozent der Fälle erhielten die jugendlichen Testkäufer Alkohol, wie die Eidgenössische Alkoholverwaltung (EAV) mitteilte. Dies sind 5,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Ausserdem handelt es sich um die tiefste Rate seit Beginn der landesweiten Erfassung der Testkäufe im Jahr 2000. (Quelle: SF1, Tagesschau, 23.5.11) Kommentar: Es ist positiv zu vermerken, dass der Trend der an Minderjährige verkauften alkoholischen Getränke nach unten zeigt. Aber nach 10 Jahren immer noch rund ein Viertel ungesetzliche Verkäufe sind immer noch viel zu viele. Hinter diesen Zahlen stehen Tausende von Jugendlichen, die sich an den Alkoholkonsum gewöhnen und viele von ihnen werden später Alkoholprobleme haben mit Folgen für die ganze Gesellschaft.
Es ist nun dringend nötig, dass die eidg. Räte die gesetzlichen Grundlagen schaffen, damit die Kantone häufiger kontrollieren und härter strafen. Sonst wird es immer noch viele Wirte und Händler geben, die lieber an den Jugendlichen verdienen, als den Jugendschutz einzuhalten.

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CH: Dialogwocheveranstaltung in Winterthur

Mittwoch 25. Mai 2011 von htm

Vier Experten, zehn Zuhörer.
Am Informationsabend über Jugend und Alkohol. Ein Zuhörer machte seinem Frust Luft: “ In einer Stadt, die mehr als 100’000 Einwohner zähle und auch viele Jugendliche beheimate, könne es doch nicht sein, dass sich nur so wenige Erwachsene hier eingefunden hätten. Er sei zutiefst enttäuscht.“ (Quelle: Der Landbote, 25.5.11) Kommentar: Die auch enttäuschten Veranstalter werden sich Fragen stellen: Wurde für den Anlass lokal genügend geworben? Versprachen die Referenten neue Erkenntnisse oder kritische Voten, die eine lebhafte Diskussion erwarten liessen? Meiner Einschätzung nach ist das magere Interesse auch darauf zurückzuführen, dass in Winterthur seit jeher eine alkoholfreundliche Politik betrieben wird. Die Verbundenheit mit der Haldengut-Bier-Geschichte sitzt noch tief. Die Alkohol-Testkauf-Ergebnisse sind immer noch katastrophal, weil die Behörden zu wenig einschreiten. Das Albanifest, das Oktoberfest, die Saufkultur von Studenten, das prägt die allgemeine Ansicht, man kann ja doch nichts machen, es gehört halt dazu. Also wozu einen solchen Anlass besuchen?
In den Referaten wurde die aktuelle Situation beleuchtet aber nach dem Lesen des Berichts, besteht der Eindruck, dass keiner der Fachleute auf die gesellschaftliche Relevanz des Alkoholproblems aufmerksam gemacht hat. Es ging eigentlich nur um die Feuerwehreinsätze bei aufkommenden Problemen, aber nicht darum, die Probleme und Schäden nicht entstehen zu lassen. Ganz dem Motto der Dialogwoche entsprechend: Die Alkoholindustrie darf nicht geschädigt werden. Also ja keine Alkoholpolitik! Der Bundesrat könnte ja genötigt werden, Nägel mit Köpfen beim neuen Alkoholgesetz zu machen. Wozu nun diese Dialogwoche?

Kategorie: Alkohol-Testkäufe, Alkoholindustrie, Allgemein, Feste und Feiern, Jugend, Medien, Neues Alkoholgesetz (CH), Politik, Schweiz, Veranstaltungen, Verhaltens-Präv., Verhältnis-Präv. | Keine Kommentare »

CH: Platzverbot für König Alkohol

Mittwoch 25. Mai 2011 von htm

Nach dem Rauchen gerät auch das Trinken gesellschaftlich unter Druck – das war absehbar.
Jugendliche «Koma-Trinker» geben ein schlechtes Beispiel. Verdanken wir ihren Exzessen eine zunehmend restriktive Alkoholpolitik? Wenig fehlt, und der Gesundheitswahn wird nach dem Rauchen nun auch das Trinken stigmatisieren.
Trinker, zieht euch warm an! Oder vielleicht auch besser nicht, denn ihr könntet dadurch nur noch durstiger werden. Was ungelegen käme, denn die Gegner des fröhlichen Zechens rüsten auf. Gerade jetzt führen Liechtenstein, Deutschland und die Schweiz eine Aktions- bzw. Dialogwoche gegen den Alkohol durch. Noch fehlt zwar solchen Initiativen die ganz grosse Resonanz. Doch es scheint, als habe das Trinken seine freizügigsten Zeiten hinter sich. Überall wird über Lenkungsabgaben und Platzverbote nachgedacht. Alkoholika sollen verteuert, Alterslimiten für die Kunden heraufgesetzt, nächtliche Ladenverkäufe begrenzt und Gelage aus dem öffentlichen Raum verdrängt werden. … (Quelle: NZZ, 25.5.11) Kommentar: Der Deutschland-Korrespondent der NZZ lässt seinen Frust los, indem er auf einer Achterbahn der Gefühle Argumente und Informationen durcheinanderwirbelt, um am Schluss noch auf das Recht auf Rausch zu plädieren. Ein wirklich „hilfreicher“ Beitrag zur nationalen Dialogwoche „Alkohol“. Der NZZ fehlt es offenbar an schweizerischen Fachjournalisten auf diesem Gebiet oder sie will bewusst keinen konstruktiven Beitrag leisten. Die Wirtschaft könnte es übel nehmen.

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