Dienstag 28. Juli 2009 von htm
Im Kampf gegen Alkoholexzesse von Jugendlichen setzt die Polizei in Baden-Württemberg ab sofort auf Alkohol-Teststreifen. Damit solle der Alkoholgehalt von Getränken überprüft werden, die die Jugendlichen mit sich führen, sagte Landesinnenminister Heribert Rech (CDU) am Montag. Sollte sich der Versuch in einigen Städten bis Ende Oktober bewähren, ist der landesweite Einsatz vorgesehen. (Quelle: Google Alkohol Alert, 28.7.09) swr.de, 27.7.09
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Montag 27. Juli 2009 von htm
Blutige Abrechnung wegen einer umgekippten Flasche. In Zollikerberg mündete ein Streit unter Jugendlichen in eine brutale Messerstecherei. Drei Opfer liegen mit schweren Stichverletzungen im Spital. Vier Stadtzürcher sind in Haft. (Quelle: Tages-Anzeiger, 27.7.09) Kommentar: Das Wort „Feier“ hatte einmal eine positive Bedeutung. Alkohol verändert vieles.
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Sonntag 26. Juli 2009 von htm
Online-Kommentar zu Schluss mit der Bevormundung (Quelle: Google Alkohol Alert, 24.7.09) ftd.de, 24.7.09
Kontrabass: Weiter denken!
Der Unmut ob der Diskussion über neuen Gesetzesbedarf ist an sich verständlich. Nur, es wäre sinnvoll, wenn man sich die Mühe nähme, nicht dabei stehen zu bleiben, sondern etwas weiter zu denken. Nach Gesetzen wird gerufen, wenn die normalen zwischenmenschlichen Konfliktlösungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind oder die Bereitschaft fehlt, zu Gunsten der Gemeinschaft gewisse kleine Zugeständnisse zu machen.
Hier geht es vor allem um die Gewaltbereitschaft meist von Jugendlichen, wobei sie bei Erwachsenen genauso vorkommt. Gemäss offiziellen Stellen ist in der Mehrzahl der Fälle Alkohol der enthemmende Faktor, der Gewaltbereiten die Zügel schiessen lässt. All die andern Faktoren, wie fehlende Berufsaussichten, soziale Hürden, Armut, Erziehung, usw., sind langfristige Aufgaben, die nur schwierig anzugehen sind, mit denen man sich schon lange abmüht. Der Faktor Alkohol hingegen wäre verhältnismässig leicht zurückzubinden, wenn die Gesellschaft dies wollte. Obwohl die Wissenschaft die wirksamen Massnahmen zur Senkung des Konsums und damit der Schäden vor Jahren aufgezeigt hat, weigert sich die Politik, das heisse Eisen anzupacken. Statt dessen werden solche äusserlichen, störenden Symptome bekämpft, was lokal etwas bringen mag, aber am grundsätzlichen Problem nichts ändert. Die Bevölkerung, durch Werbung und Dauerberieselung in den Medien falsch informiert (von der Wiege bis zur Bahre braucht jede und jeder Alkohol) und auch der Hoffnungslosigkeit preisgegeben (man kann doch nichts machen), geben den Politikern die nötige Unterstützung nicht, die diese brauchen, um den Mut zu wirksamen Massnahmen aufzubringen. So bleibt es bei den Alibiübungen, um zu zeigen, dass man etwas tut. Die Dummen sind wir alle. Wir leiden weiter unter den Schäden und zahlen brav die riesigen Sozialkosten, die von den lächerlich niedrigen Alkohol-Steuern bei weitem nicht gedeckt werden. Für weitere Informationen empfehle ich www.alkoholpolitik.ch.
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Sonntag 26. Juli 2009 von htm
Schluss mit der Bevormundung: Komasaufen, liegen gelassene Grillkohle, Kriminalität: Verbote sollen alles richten, was nicht funktioniert. Doch sie vertuschen nur die Ursachen – und engen die Freiheit der Mehrheit ein. ((Quelle: Google Alkohol Alert, 24.7.09) ftd.de, 24.7.09 mit unserem Online-Kommentar.
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Samstag 25. Juli 2009 von htm
Ein Zürcher Stadtpolizist, der mit 1,5 Promille Alkohol im Blut einen Verkehrsunfall verursacht hat, muss eine Geldstrafe von 7000 Franken sowie Verfahrens- und Anwaltskosten bezahlen. Erst wurde er intern versetzt, dann wurde ihm per Ende Juli gekündigt. Er war wegen des gleichen Delikts vorbestraft. (Quelle: Tages-Anzeiger, 22.7.09)
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Donnerstag 23. Juli 2009 von htm
Solange das Hirn wächst, ist Alkohol besonders schädlich». Komasaufen – Mediziner Dr. Oliver Götz über Gefahren für junge Menschen – Jugendamt: Fall des prügelnden 13-Jährigen wird geprüft. Wie bekommt man das Problem Komasaufen in den Griff? Darüber zerbrechen sich viele Leute seit Langem den Kopf. Für parlamentarischen Staatssekretär und Bundestagsabgeordneten Dr.Gerd Müller wäre eine Lösung, dass die Jugendlichen oder ihre Eltern dafür aufkommen, wenn der Alkoholexzess im Krankenhaus endet. Rund 1400 Euro – 1000 für die Behandlung und 400 für den Rettungsdienst – kostet so etwas. «Und wenn es weh tut, kümmert man sich», sagte Müller bei einem Fachgespräch (AZ berichtete). (Quelle: Google Alkohol News, 22.7.09) Allgäuer Zeitung, 22.7.09
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Donnerstag 23. Juli 2009 von htm
Das seit Ende 2007 geltende Alkoholverbot kommt juristisch auf den Prüfstand: Am Donnerstag entscheidet der baden-württembergische Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Mannheim über eine Klage des Freiburger Juradoktoranden John Philipp Thurn. Interview mit einem Rechtsanwalt über die Chancen. (Quelle: Google Alkohol News, 21.7.09) Badische Zeitung, 20.7.09
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Montag 20. Juli 2009 von htm
Raser lassen sich von hohen Strafen nicht bremsen. Rasen, Drängeln und Alkohol am Steuer kommen Autofahrer seit Februar so teuer wie noch nie. Vernünftiger sind die meisten durch die hohen Strafen aber nicht geworden, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa ergab. (Quelle: Google Alkohol News, 20.7.09) bild.de, 19.7.09 Kommentar: Die Strafen sind noch zu tief, die Kontrolldichte zu niedrig, die Kommunikation des Tarifs ungenügend, alkoholische Getränke zu billig und zu leicht erhältlich.
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Mittwoch 15. Juli 2009 von htm
Leserbrief zu „Die drei Gewalttäter von München sind alle vorbestraft“, vom 4./5.7.09 in der Neuen Zürcher Zeitung
Nun geben wieder viele gelehrte Fachleute ihre Kommentare zu den schweren Vorfällen in München ab. Es wird eine Verschärfung des Jugendstrafrechts verlangt und im Kommentar vermehrte Verantwortung von Elternhaus, Familie, Freundes- und Kollegenkreis gefordert. Dabei haben die drei doch nur die hochgelobten liberalen Grundsätze von persönlicher Freiheit ausgelebt. Dass diese dort aufhört, wo andere geschädigt werden, ist offenbar nicht so deutlich bis zu ihnen durchgekommen.
Aber jetzt kann sich die Gesellschaft wieder einmal so richtig entrüsten und merkt nicht, dass sie es ist, die eine wesentliche Voraussetzung geschaffen hat, damit solche Taten überhaupt denkbar sind: Sie hat es der Alkoholindustrie ermöglicht, sich derart auszubreiten, dass es heute normal ist, sich zu betrinken, dass Binge Drinking bei Jugendlichen hingenommen wird, da es ja bei den Erwachsenen nicht anders zu- und hergeht, dass laufend mehr Kinder und Jugendliche mit Alkoholvergiftung hospitalisiert werden müssen, dass unsere Gesellschaft durch die überall präsente Alkoholwerbung, verstärkt durch das „Lifestyle“-Gelabber der Medien im ständigen alkoholisierten Zustand dahinseucht. Und dann wundert man sich, wenn Jugendliche, denen es an andern Kicks fehlt, mit Alkohol die Hemmschwelle überwinden und zur tödlichen Gefahr für die Allgemeinheit werden.
Selbst die Fachleute erkennen und geben es heute zu, dass Alkohol bei Jugendgewalt ein wesentlicher Faktor ist. Noch vor ein, zwei Jahren steckten sie den Kopf in den Sand und die Behörden schwiegen das Problem tot.
Neben der Verschärfung des Strafrechts wäre nun wirklich Prävention angesagt: Der Alkohol-Gesamtkonsum muss dringend gesenkt werden, damit Alkohol an Stellenwert verliert und Prävention bei Jugendlichen eine Chance bekommt, die heute völlig unglaubwürdig und deshalb nutzlos ist. Die Nationalräte hätten es in der Hand, in der Herbstsession bei der Behandlung der Alkoholreklame am Fernsehen ein Zeichen zu setzen. Dann wäre noch das neue Alkoholgesetz in der Vernehmlassung und das Nationale Programm Alkohol, das dringend verbessert werden sollte.
Ausserdem wäre die sportliche und musische Erziehung der Kinder vermehrt zu fördern, damit auch wirtschaftlich schlechter gestellte Eltern die Möglichkeiten ausnützen können. Dazu gehörte auch eine stärkere Unterstützung der ganzheitlich arbeitenden Jugendorganisationen, damit diese gleich lange Spiesse in der Spassgesellschaft erhalten und von den Jugendlichen interessiert wahrgenommen werden.
Wann und wie Schullager organisiert werden, sollte wohl jetzt allen klar sein.
Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer
(bis 15.7.09 nicht veröffentlicht)
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Mittwoch 15. Juli 2009 von htm
Die Stadtpolizei Zürich verlagert ihre Präventionskampagnen ins Internet: So erreiche man das Zielpublikum besser als mit Plakaten und Broschüren. Im Herbst geht’s los, vorerst für drei Jahre. Der Versuch koste Fr. 720’000. (Quelle: NZZ, 15.7.09) Kommentar: Die beste Prävention wäre wahrscheinlich, wenn die Stadtpolizei die Bundespolitiker überzeugen könnte, eine wirkliche Alkoholpolitik zu betreiben. Das wäre sogar ziemlich sicher billiger.
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